#Manifesta11 hat #ZRH Reflektionen versprochen. Was dann passierte, hat alle verblüfft. @ManifestaDotOrg @NZZ

tags: schurnalism ts (4) memo tweeticle

am 24.08.2016 um 21:29 Uhr

nachtrag:

das 6. #SNAPeriment 10.04.2017 (100 jahre: ART IS DEAD)

coming soon:

wer sich die lehren der letzten 100 jahre zeitgenössische #kunst nicht anmerken lässt, ist (hier) verloren. https://t.co/queb6TWg1c

— ██████████sı˙ʇuǝssıp (@sms2sms) January 13, 2017


archiv:

WAS WAR KUNST? https://t.co/sufTTMofGZ

WAS WAR JOURNALISMUS?https://t.co/B7TKcIJ2TX@ANARCHkonf #Disruption #manifesta11 #SwissRadioDay

— ██████████sı˙ʇuǝssıp (@sms2sms) August 26, 2016

#manifesta11 @ManifestaDotOrg #HannesHug (in 2 tagen dann auch wieder bei @SwissRadioDay #SwissRadioDay #srdZRH pic.twitter.com/DIvCrIlLfy

— ██████████sı˙ʇuǝssıp (@sms2sms) August 23, 2016

die drei hinweise, welche #manifesta11 zurich ermöglichte: (der zweite wird sie erschüttern!) https://t.co/lgH7dvaQUA

— #ANARCHkonf Ⓐ (@ANARCHkonf) August 24, 2016

#Manifesta11 hat Zurich Reflektionen versprochen. Was dann passierte, hat alle verblüfft.

Am Dienstag, 23. August 2016 – 27 Tage vor dem Ende der 11. Manifesta in Zürich – versammelte sich eine Gruppe auf dem „Pavillion of Reflections“ im Hafenbecken von Zürich. Eintritt frei. Direktorin Hedwig Fijen war da. Sie bat um Feedbacks. Und zwar offene. Nicht versteckte. Von Menschen, welche wagen, den Kopf für ihre Aussagen hinzuhalten. Nicht anonymes Geschwätz. Im Internet. Und so. Und siehe da: Es wurde gejammert und geklagt. Aber: Was waren eigentlich die Ziele? Die NZZ hat im Dezember 2014 diese so zusammengefasst: „Kritische Punkte berühren, Fragen stellen, provozieren: Die Manifesta 2016 soll Zürich zu sich selber führen.“ Ok.

Eine Stimme aus dem Publikum hat drei Punkte vorgebracht. Der Zweite wird Sie erschüttern.

(1) Das Motto der 11. Manifesta war: „What People do for Money? – Some Joint Ventures„. Es geht also um Arbeit. Und um Geld. Zwei Themen von höchster Brisanz und Aktualität. Am 5. Juni stimmte die Schweiz über ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ ab. Alles redet von Digitalisierung und Roboterisierung. Die Banken von Bitcoins und Blockchains. Die Buchhändler von Amazon. Die Hoteliers von Airbnb. Die Taxiunternehmer von Uber. Und die Promotoren der SBB von Tesla. Einkommensverändernde Massnahmen sensationellster Dimensionen. Und was macht der Kurator Christian Jankowski damit? Er inszenierte Joint Ventures. Zwischen Handwerk und Kunst. Junge Studierende von der Zürcher Hochschule für Kunst (ZHdK) – welche seit Jahrzehnten präzis zwischen Handwerk und Kunst zertifiziert werden – begleiten die Projekte mit der Kamera. Danach werden dem Publikum die Ergebnisse präsentiert. Vor Ort. Dort wo Hand angelegt wird. Quer durch die ganze Stadt. Und auf dem Pavillon im See. Als Video. Dort wo die warme Sonne alles reflektiert. Und was sehen wir? Weder Künstler noch Handwerker hinterfragen oder unterlaufen ihre Rollen. Als lebten sie in gewürdigter, gefeierter, gefestigter Identität im 19. oder 20. Jahrhundert. Als wäre Kreativität nicht längst zur Industrie geworden. Das könnte erstaunen. Ein bisschen. Jetzt aber heftig:

(2) Wir gucken den Kunstschaffenden zu. Wie reagieren diese auf aktuelles Handwerk? Sie staunen. Sie fragen. Und dann gehen sie zurück in ihr Atelier und umranken inspiriert verhübschend. Alles intensiv kreativ. Weil in Zürich grad auch noch „100 Jahre DADA“ gefeiert wird, kennt die ganze Stadt jene berühmte Arbeit von Marcel Duchamp: Vor 99 Jahren hat er in einem Baumarkt in New York ein Pissoir gefunden und gänzlich unverändert in eine Ausstellung für zeitgenössische Kunst gestellt. Natürlich hat er vorher sein „Kunstwerk“ signiert. Wie das Künstler halt so machen. Aber anonym. Er wählte den Namen „R. Mutt“. In New York als „Ar Mutt“ ausgesprochen. Nicht nur in unseren Ohren tönt das wie „Armut“. Es waren in jenem April 1917 genügend deutschprachige Flüchtlinge im Grand Central Palace zugegen. Keine Sorge: Sie haben schon richtig verstanden. Duchamp hat der eigenen, der hippsten, der durch die Welt getriebenen, zitternden Kunstszene ein Zeugnis der Armut ausgestellt. Ein Armutszeugnis. Er zeigte, dass es informativer, irritierender, provozierender ist, sich die Produkte der Industrie anzugucken, als ins Museum zu gehen. Er zeigte die Kunst am ohnmächtigen Ende ihrer Möglichkeiten. Das war damals erschütternd. Berührt es uns heute noch? – Eben. Das ist erschütternd!

(3) Wenn die Kunst nichts mehr kann: Kann die Kunstvermittlung noch was? Ja, wenn es Jugendliche vor der Kamera sind. Sie inszenieren ihre Gäste. Sie berühren Fragen und werfen Fragen auf. Sie inszenieren sich und ihr Wissen um ihre eigene Subjektivität. Sie zeigen schräge Beobachtungen mit wackelnden Kameras, als wäre der „Kulturplatz“ des staatlich zwangsfinanzierten Erklärungsfernsehens aktiv kurativ. (Also heilend. Also beruhigend. Also unter↓haltend.) Und wir erinnern uns an den ehemaligen Direktor des Cabaret Voltaire, Philipp Meier, wie er ins Gesicht der Bücherlesenden (Facebook) ruft: „JEDER IST EIN KURATOR.

Jeder ist ein Künstler. Jeder ein Kurator. Die Atombombe. Die Drohnen. Die Roboter der ETH. Die Hirnscans der Klinik Hirslanden. Die Ermittlungsmethoden der Polizei: Alles ist viel mehr das, was Kunst einmal war, als was uns zeitgenössisch Kreative in nicht ungrossem Gestus und schon heiser gewordenem Gejammere von viel zu wenig Geld, zeigen.

Hat die Direktorin der Manifesta 2014 zu viel versprochen? Eben. Hat der Kurator der 11. Manifesta nicht präzis jene Fragen auf den Punkt bringen lassen, welche nach einer Antworten drängen? Dringendst? – Eben.

Nein. Das ist kein zynisches und auch kein ironisches Feedback, wie es dem weisshaarigen, alten Mann vorgeworfen worden ist. Es ist ein Feedback, was sich anmerken lässt, dass es die Lehren von 80 Jahren Bazon Brock und 100 Jahre DADA in der praktischen Praxis anzuwenden versucht. Und er sagt: d!a!n!k!e den Herren Direktoren Steiner, Zweifel, Notz & Co d!a!n!k!e #manifesta11

@sms2sms @ManifestaDotOrg @hayat_hayriye pic.twitter.com/YpZLD0SknL

— Adrian Notz (@AdrianNotz) August 24, 2016

PS: http://ANARCHkonf.com

JEDER IST EIN KURATOR / JEDE IST EINE KURATORIN #fb

— philipp meier

 

2 antworten zu “#Manifesta11 hat #ZRH Reflektionen versprochen. Was dann passierte, hat alle verblüfft. @ManifestaDotOrg @NZZ”

  1. August 27, 2016 bei 6:16 pm, #liveblogging von der #srd2016 #SwissRadioDay (1. sammlung) @RocketXpress | dissent.is said:

    […] #Manifesta11 hat #ZRH Reflektionen versprochen. Was dann passierte, hat alle verblüfft. @ManifestaD… […]

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  2. März 03, 2017 bei 12:10 pm, #SNAPeriment die übersicht (2017) | dissent.is said:

    […] #manifesta11 in zürich | 100 jahre #DADA | eine interpretation […]

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