Was #CommunityWork von #Sozialarbeit lernen könn(t)e: Das MakingOf eines Listicles

tags: konstellatorische kommunikation Soziale Arbeit

am 03.10.2017 um 19:10 Uhr

Setting im 2. Webinar 21.09.2017 #SmartCuration | was war kritik? und warum das nicht mehr geht: https://goo.gl/L6iSJi

Work in Progress — Stand: 04.10.2017–14:30h — Aufsetzung Eintrag — Link zu diesem Dokument: https://goo.gl/8oxG3w— Link zum Dokument, in welchem das Listicle erscheinen wird: https://goo.gl/1nHftw— Unser GoogleDoc Arbeitspapier (Du hast einen Bachelor und/oder Masterabschluss in Soziale Arbeit und willst mitarbeiten? Vereinbare einen Termin für einen gemeinsamen Podcast mit dem Initianten Stefan M. Seydel/sms ;-) Ein Projekt von #dfdu AG | communautic.org — ”irgendwas mit communities” ist das neue “irgendwas mit medien” | Der Prozess ist — so weit es nur irgendwie geht — offen zugänglich.

Abschied von der Bescheidenheit

(Silvia Staub-Bernasconi)

Was #CommunityWork von #Sozialarbeit lernen könn(t)e?

Mit einer Serie von Gesprächen & Begegnungen, entwickelt sich hier ein Listicle, was die Frage beantworten soll. (In der Reihenfolge ihr Realisation.)




DEFINITIONEN

Was ist Sozialarbeit?

Soziale Arbeit ist Arbeit am Sozialen.

Das zeigt ja schon das Wort.
– Würde Soziale Arbeit an Körpern arbeiten, hiessen sie wohl Körperarbeit.
– Würde Soziale Arbeit an Psychen arbeiten, hiessen sie wohl Psychoarbeit.

Was aber ist “das Soziale”?
Zunächst negativ:

  1. Nicht das was Körper ist, nicht das Biologische, nicht das, was die physische Welt ausmacht und Wolken, Erde, Steinen gleich.
  2. Nicht das was Psyche ist, keine Gedanken, keine Gefühle, keine Empfindungen.

Danach positiv:

  1. Das was dazwischen ist. Zwischen diesen Körpern und Psychen. Das in_Between…
  2. Das was kommunziert. (Nein. Das müssen nicht Menschen sein.)

definition #soziales pic.twitter.com/P5Gc1Crw1I

— ██████████sı˙ʇuǝssıp (@sms2sms) October 3, 2017

definition #soziales pic.twitter.com/P5Gc1Crw1I

— ██████████sı˙ʇuǝssıp (@sms2sms) October 3, 2017

Was sind Communities?

.

.

. (einzelfall — gruppen — communities)
auch einzelfallarbeit hat soziale arbeit immer als arbeiten in gruppen verstehen MüSSEN

.

. (die gründerfrauen der sozialen arbeit. (staub-bernasconi)
jane addams
ilse arlt
alice salomon
mary parker follet

. arbeiten im netz ist weiblich. (sadie plant))

.

. (sozialraum — gemeinwesen)

.

. (mikro — maso — meso / #weltgesellschaft)

. <<inklusion>exklusion<
inkludiertes exkludieren
exkludiertes stellvertretend inkludieren meint: exkludieren
etc

.

.

Warum soll Sozialarbeit plötzlich etwas zu sagen haben? Und warum vorher nicht?

Soziale Arbeit ist ein Kind der Moderne. Ganz ähnlich — und mit vielen Parallelen — zum Journalismus…

Während die Industrialisierung die Möglichkeiten von linearer Kausalität optimierte, war Soziale Arbeit von Beginn weg mit dem Problem von Komplexität konfrontiert.

. von der religiösen arbeiten (caritas) zum beruf: “wie helfen zum beruf wurde” (c. wolgang müller) — “wie helfen zum kommerz wurde” (sms)

. (disruption im 19. jahrhundert — alkoholismus, krieg, körperliche behinderungen, industrialisierung)

. (ingenieurskunst)

. imagprobleme:
– das image ihres klientels
– das image der geschichte (religöse übungen)

.

. (herstellung von gegenöffentlichkeit als traditionelles handwerk sozialer arbeit)

. nein: sozialearbeit war (fast nie) ein beruf von “linken und netten”: umerziehung von bauernkinder zu maschinisten… umstellung von familienstrukturen… tiefpunkt: offensive mitarbeit an programmen der euthanasie unter den nazis. es kann aber noch tiefer gehen: “fördern und fordern” als teil des “umbaus” von menschen (ehemals bürgerinnen/bürger) auf eine “ich ag”. mitarbeit an der realisierung der liquidation eines nicht mehr verschuldungsfähigen unternehmens… mitarbeit beratung: pränatale testst, optimierung der auswahl von ei/sperma… mitarbeit an sterbemöglichkeiten… mitarbeit an mensch:maschine schnittstelle… etc. etc.

.

behinderungsmacht
begrenzungsmacht
peter heintz
siövia staub-bernasconi https://t.co/HuzHa4ghwS pic.twitter.com/g9wildrNkK

— ██████████sı˙ʇuǝssıp (@sms2sms) November 20, 2015

Was ist neu, wenn GEMEINWESEN sich durch “Computer vermittelte Kommunikation” bilden?

Um es kurz zu sagen: Alles.

Das ist zwar viel zu genau. Trifft es aber doch recht präzis…

.

. (#PaulWatzlawick — #medienlǝsɥɔǝʍ — Machttheorie nach Staub-Bernasconi)

legitimation
– via erfahrung #sprache
– via autorität #schrift
– via expertise #buchdruck
– via bewährung #computer#medienlǝsɥɔǝʍ

— ██████████sı˙ʇuǝssıp (@sms2sms) October 17, 2017

BEST OF: 10(?) HINWEISE VON SOZIALARBEIT FÜR GUTES COMMUNITY-WORK (Listicle)

(Diese Liste ist das Ziel dieses Eintrages. Sie hat noch keinerlei Ordnung und ist zur Zeit ein gänzlich unzensuriertes Brainstorming. Punkte werden kommen und verschwinden…)

  1. Professionelles Community-Work ist eine Zerfallsform.
    (Die Frage ist: Du wurdest also beauftragt? Von wem? Mit welchem Ziel? Mit welchem Auftrag? Woran erkennen deine Auftraggeber, dass du gut arbeitest? Wie bist du zu diesem Job gekommen? Was tust du dort? etc)
  2. Klar: Professionelles Community-Work ohne Auftrag ist “Helfergeilheit”.
    (Das ist nichts gutes!) Geh in die Supervision. Schnell!
  3. Helfen, weil dich jemand um Hilfe bittet: über das Problem der CoAbhängigkeit…
  4. Gute professionelles Community-Work erkennst du daran, dass es dich nicht (mehr) braucht.
  5. Am Verschwinden des Problems erkennst du die Lösung.
  6. Professionelles Community-Work zeigt, kommunziert, reflektiert das Dilemma eines Trippel-Mandates:
    – Was will die Community?
    – Was will die Auftraggeberschaft?
    – Was verlangt meine Professionalität?
  7. Scheitern ist der Normalfall.
  8. Es schauen viele zu. Auch wenn du in Einzelgesprächen bist.
  9. Geheimnisse zu inszenieren ist eine Strategie.
  10. psychologisierung sind (fast immer) versuche der hierarchiebildung…
  11. Interaktionssysteme sind nicht beeinflussbar. Lass es sein.
  12. Systeme kannst du irritieren. Aber nicht, wenn du Teil davon bist.
  13. Was die Gruppe ausmacht, kann die Gruppe selbst nicht herstellen. Wisse, was die Gruppe ausmacht und Hege und Pflege und trage Sorge dazu.
  14. Die Machtlosigkeit des professionellen CommunityWorkes ist seine grösste Stärke: Alle wissen, dass du nichts bewirken kannst. Das ist der Kern deiner Glaubwürdigkeit.

Literaturhinweise aus den Gesprächen:

autonome a.f.r.i.k.a. gruppe, Luther Blissett, Sonja Brünzels: Handbuch der Kommunikationsguerilla. Assoziation A, Berlin & Hamburg 2012 (5. Auflage)

Alinsky, Saul D. (2010): Call me a radical. Organizing und Empowerment — Politische Schriften. Lamuv, Berlin

Castel, Robert (1995): Die Metamorphose der Sozialen Frage. UVK, Konstanz

Hauss, Gisela (1996): Retten, Erziehen, Ausbilden. Peter Lang, Bern

Jacobs, Jane (1969): Tod und Leben grosser amerikanischer Städte. Bauwelt Fundamente, Bertelsmann Fachverlag, Berlin

Landhäußer, Sandra (2009): Communityorientierung in der Sozialen Arbeit — Die Aktivierung von sozialem Kapital. VS Verlag, Wiesbaden

Piazzi, Tina, Seydel, Stefan M. (2010): Die Form der Unruhe, Band 2. Junius Verlag, Hamburg

Plant, Sadie (1998): Nullen und Einsen. Berlin Verlag, Berlin

Rifkin, Rifkin (2002): Access — Das Verschwinden des Eigentums. Warum wir weniger besitzen und mehr ausgeben werden. Fischer TB, Frankfurt a.M.

Staub-Bernasconi, Silvia (1983): Soziale Probleme — Dimensionen ihrer Artikulation. Verlag Rüegger, Diessenhofen

Stefan m. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Autor, Künstler.

Ausstellungen in der Royal Academy of Arts in London, Deutsches Historisches Museum Berlin, Cabaret Voltaire Zürich uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Nominiert mit rocketboom.com für den Webby Award 2006 (Best Use of Video or Moving Image). Jury-Mitglied “Next Idea” Ars Electronica 2010. Bis 2010 Macher von rebell.tv. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Sommer 2014 lebt und arbeitet er in Zürich: http://dfdu.org AG, Konstellatorische Kommunikation. (Entwicklung von Pilot und Impulsprojekten, gegründet 1997 mit Tina Piazzi)

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