«erinnern – gedenken – erneuern» | Ein Trampelpfad, welcher zum Holzweg wurde (so?)

1997 machten wir uns selbstständig mit intervention gmbh und wollten unseren gewonnen Freiraum gestalten.

Im Dezember 2000 holten wir Dr. Nicola Döring an den Bodensee um über «Selbsthilfe und Beratung im Internet» zu reden. Sie veröffentlichte damals ihre sensationelle Dissertation, welche die Potenziale einer Kommunikation erkundete, welche nicht von Massen leitenden Medien gegängelt werden… 2001 stellten wir Dr. Heiko Kleve vor. Ein profilierter Erklärer und zugänge Schaffender im Feld der Sozialen Arbeit… Die damals ausgelegten Trampelpfade wurden zum… Holzweg (so?)

Jedenfalls organisierten wir am 09.11.2004 ein erstes «Blogger-Treffen» in Bregenz und 2006 ein nächstes – wie immer – im zur damaligen Zeit kultig umgenutzten «Kulturforum Amriswil». Beide in Zusammenarbeit mit «Onkel» Ernst Mühlemann. Die Gedanken jener Tage rund um «Staat 2.0″ eröffnete später jenes Angelinvestment, welches ((( rebell.tv ))) in ihrer «Die Form der Unruhe» ermöglichte.

Kurz zuvor hat mir Bundesrat Moritz Leuenberger einen «Quote» in die winzige ((( rebell.tv ))) Kamera gegeben. Er war am Südufer Bodensee und feierte ein Jubiläum des einstmals grössten Investitionsprogrammes der jungen Eidgenossenschaft im Oberthurgau. Es gehe bei jedem Jubiläum darum, so erzählte er mir, einen Dreischritt einzuhalten: «Erinnern – Gedenken – Erneuern».

Das «Konzept» schien mir insb. wichtig, weil ich in jener Zeit – es sollten 12 Jahre werden – zwischen Bodensee und Berlin pendelte und in Deutschland jeweils bei «Gedenken» die ganze Energie sich erschöpfte. Es war die Zeit, in welcher die SPD Bürgerinnen und Bürgern in ihren existenziellsten Krisen zu einer ICH AG gemacht haben. Menschen, welche sich also freiwillig zu liquidieren haben, wenn sie überflüssig – nicht mehr verschuldungsfähig – wertlos, um weiter in sie zu investieren wurde. Seit 2006 war unsere gmbh eine AG geworden. Ich kannte dieses Gefühl. Aber meine Professorenden, welche mir Soziale Arbeit als eine Menschenrechtsprofession zertifizieren wollten, fanden meine Assoziationen vor dem Hintergrund von Ausschwitz und Holoaust unerträglich…

Kurzum: «Erinnern – Gedenken – Erneuern» wurde uns zum Titel einer Serie von Verdichtungen. Bert Binnig beauftragten wir – ich war Kampagnenleiter für die Wiederwahl des Oberbürgermeisters zu Konstanz und schätzte seine Bildideen – mit der Gestaltung der Postkarten. Mit einigen «Netzaktivisten», welche 2004 noch physisch in den Oberthurgau reisten, bin ich noch heute in fast täglichem Kontakt. (Auf Twitter. Ich denke an @heikokleve @metamythos @SchenkelC @feusl ;-) Die Reihe habe ich später auch mit «ins Kloster» nach Disentis – ich war Teil der 3‑köpfigen Schulleitung von Gymnasium Kloster Disentis – gezogen: 1400 Jahre Loop (2014). In Zürich wurde daraus dann #TweetUpZRH #xx7ZRH (2017) und hat mit #PaulWatzlawick-Festival (2020) eine Fortsetzung gefunden hat… Das Archiv hier ist ziemlich verwildert… oder eben: Wie uns Prof. Dr. Andrea Back die Arbeitsweise von rebell.tv in Band 1 von «Die Form der Unruhe» beschrieben hat:

Permanent Beta (so?)

bis zum 1. April 1891 nannte die PTT die Poststelle in unserem Vitg: «Dissentis»

wäre in der Stimmung, ein nächstes Fest zu feiern.
- der 17. März ist heute auch TAG DER SOZIALARBEIT (vergl. #Tripelmandat)

hier gehts weiter: https://dissent.is/recherchedissentis/


(auch) ich liebe traditionen so sehr, dass ich neue er/finden will. #prozession

ARCHIV

09.11.1989 – 09.11.2004
15 jahre idee bodensee-parlament

25.04.1831 – 25.04.2006
175 jahre erste liberale verfassung der schweiz

15.09.1787 – 15.09.2007
220 jahre henri dufour

12.04.1848 – 12.04.2008
160 jahre heckeraufstand

08.03.1910 – 08.03.2009
99 jahre viva la menstruation

26.09.1889 – 29.09.2009
120 jahre martin heidegger

21.03.1975 – 21.03.2010
35 jahre burn out

614 – 22.03.2014
1400 jahre loop 

2016 – 11.09.2016: 15 jahre 9/11 | für welche warheit bist du bereit dein leben hinzugeben | durchführung unklar (manifesta hat bestehende saalreservation im cabaret voltaire, spiegelgasse 1, aufgehoben)

in planung | WORK IN PROGRESS | neugieronautik.ch | bzw. bisher keine eigene postkarte

1945 – 24.10.2015:
70 jahre suche nach überwindung von nationalstaat | #uberflüssig ist das neue «nie wieder» | nicht realisiert

2010 – 15.12.2015:
5 jahre social media suicide | 20 jahre begründung von zeitgenossenschaft | realisiert, ohne postkarte/sujet

1928 – 2028
#HumanZoo (stuttgart)

1831 – 25.04.2031
200 jahre erste liberale verfassung der schweiz | jahr 0 im staat 2.0 | weinfelden

(alle postkarten/einladungen zu den veranstaltungen entwickelt jeweils bert binning)

https://twitter.com/sms2sms/status/721711150904295424/photo/1

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019, Fotocredit: Charles Schnyder): TwitterWikipediaYoutube (aktuell), SoundcloudInstagramSnapchatTikTokTwitch

Stefan M. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Sozialarbeiter, Künstler.

Ausstellungen und Performances in der Royal Academy of Arts in London (Frieze/Swiss Cultural Fund UK), im Deutsches Historisches Museum Berlin (Kuration Bazon Brock), in der Crypta Cabaret Voltaire Zürich (Kuration Philipp Meier) uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Diverse Ehrungen mit rocketboom.com durch Webby Award (2006–2009). Jury-Mitglied “Next Idea” Prix Ars Electronica 2010. Pendelte bis 2010 als Macher von rebell.tv zwölf Jahre zwischen Bodensee und Berlin. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Ruhendes Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Ende 2018 entwickelte er in Zürich-Hottingen in vielen Live-Streams – u.a. in Zusammenarbeit mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz – den Workflow WikiDienstag.ch, publizierte während der Corona-Krise in der NZZ einen Text über Wikipedia, initiierte das #PaulWatzlawick-Festival 2020 mit und schreibt aktuell an: #DataLiteracy – Elemente einer Kulturform der Digitalisierung im Carl Auer Verlag, Heidelberg. Im Juli 2020 kehrt er mit seinem 1997 gegründeten Unternehmen (Spin-Off mit Aufträgen der FH St. Gallen, Gesundheitsdirektion Kanton St. Gallen, Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der EU aus einer Anstellung als Leiter Impuls- und Pilotinterventionen für die Aids-Hilfe St. Gallen/Appenzell) zurück nach Dissent.is/Muster, mitten in die Schweizer Alpen.


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