das schweizer radio und fernsehen organisierte sich eine offen zugängliche #medienkritik mit harald schmidt @bonitoTV

(dieser ein­trag besorgt besorgte beobach­tung über einen gewis­sen zeitraum hin­weg. das schweiz­er fernse­hen hat har­ald schmidt ein­ge­laden. dessen let­zter auftritt, sich mit dany levy beschäftigte… eine lange liste von tweets. und kom­mentare. unten ist zuletzt.)

dran!sparenzbox

ich kenne har­ald schmidt nicht per­sön­lich. ich hat­te ihn auch in der zeit von rebell.tv nie vor der kam­era und mikro­fon. aber ich habe seine arbeit — aus dem augen­winkel — über all die jahre beobachtet. und ich muss mich wohl in die kat­e­gorie “fan” einord­nen. will sagen: ich bin vor­ein­genom­men. und: ich habe seine arbeit immer nur aus dem blinkwinkel der “medi­enkri­tik” angeschaut. und nicht etwa “enter­tain­er”, “show-biz-handw­erk”, “schaus­piel­er”, “talk­er”, “orgler”, “unternehmer” etc. so hat mich auch sein besuch in der schweiz in diesen tagen inter­essiert. warum mich schmidt nie ganz inter­essieren kon­nte? weil er sich nicht um die neuen tech­nol­o­gis­chen möglichkeit­en des inter­nets inter­essiert hat. er gab auch in den aktuellen gesprächen (unten fol­gt die liste) an, dass er kein smart­phone nutze. eMails wür­den im aus­ge­druckt. etc. er nutzt das inter­net in seinem per­sön­lichen news­room also bloss als “inspi­ra­tionsquelle”. etc. etc. das ist ein ansatz, an welchem ich nicht anset­zen kann. inter­es­sant fand ich lediglich, was er über jour­nal­is­mus, massen­me­di­en, fernse­hen und die bedin­gun­gen dieses umfeldes erzählte. und das tat er oft. expliz­it. affir­ma­tiv. hyper­af­fir­ma­tiv. kon­struk­tiv. destruk­tiv. dekon­struk­tiv. etc. etc. will sagen: ich habe ihn unter die kat­e­gorie mein­er beruf­skol­le­gen sub­sum­miert: er ist auch ein sozialar­beit­er. ein arbeit­er am sozialen. ein­fach in einem anderem hil­f­swerk angestellt. (so?)

intro

harald schmidt bei den schweizern

schmidt wurde inner­halb von 14 tagen beim schweiz­er radio und fernse­hen vier mal mit ein­be­zo­gen. ich ver­mute, dass all diese sendun­gen auch ausser­halb der staats­mauer zu emp­fan­gen sind:

Mittwoch, 11. Feb­ru­ar 2015, 22:25 Uhr, Kul­tur­platz

http://www.srf.ch/sendungen/kulturplatz/teilen-mit-harald-schmidt

Mon­tag, 16. Feb­ru­ar 2015, 20:03 Uhr, Radio SRF 3

http://www.srf.ch/sendungen/focus/harald-schmidt-schneiden-sie-das-raus

Mon­tag, 16. Feb­ru­ar 2015, 22:55 Uhr, Schaw­in­s­ki

http://www.srf.ch/sendungen/schawinski/gast-harald-schmidt

Mittwoch, 11. Feb­ru­ar 2015, 22:25 Uhr, Kul­tur­platz

http://www.srf.ch/sendungen/kulturplatz/harald-schmidt-und-die-liebe

diverse berichte haben diese “schwanger­schaftsvertre­tung” begleit­et: NZZ, 12.02.2015 | SZ, 12.02.2015 | 20min, 12.02.2015 | migros mag­a­zin 02.02.15 | uam

stand der arbeit

beim lesen, zuhören, zuschauen habe ich — wie immer — tweets abge­set­zt. meis­tens inkl. minuten angaben. weil ich noch nicht weiss, ob ich was damit mache, habe ich die tweets noch nicht hier rein kopiert. ein möglich­er aufhänger wäre, so zu tun, als wäre har­ald schmidt von SRF für einen qual­ität­sre­port einge­flo­gen wor­den. (bei srf3 wird erzählt, dass er auch zu redak­tion­ssitzun­gen dazugenom­men wor­den sei!) und danach würde ein “pro­tokoll” zHd der zer­ti­fizieren­den insti­tu­tion ver­fasst. (odr so ;-) spon­tan­er nachgeschmack:

1) kul­tur­platz

da nützt auch die aus dem frühen weh!weh!weh! abgeguck­te wack­elka­m­er­at­e­ch­nik nix mehr: das konzept wird als das deut­lich, was es ist: eine alt­back­ene präsen­ta­tion von einzel­nachricht­en, welche durch ein rotes (gummi)band durch die sendezeit gez­er­rt wird. wie es aus den ersten minuten senden!senden!senden!TV  bekan­nt ist. kat­e­gorie: eingebildet.

2) radio drs3

eine son­ntagss­chul — und pri­mar­lehrerin (moralis­che und soziale richtige recht­stel­lun­gen!) im unsicheren gespräch. sie ken­nt wed­er ihn, noch die spiele im inter­net, etwa der fake-account @bonitoTV, oder den umgang mit meinen tweets. ein TERROR DER INTIM­ITäT wird unir­ri­tiert zele­bri­ert. (auch dies — wie bei kul­tur­platz die video-tech­nik — ein missver­ständ­nis der beobach­tung der kom­mu­nika­tion im netz.) und am ende gibts expliz­it eine “pointe”, welche ihr die stunde zusam­men­fasst. da wurde eine fre­undliche mod­er­a­torin ver­brat­en. kat­e­gorie: unfair. (eine gute sendeleitung hätte dieses ergeb­nis vorausse­hen müssen.)

3) schaw­in­s­ki

grossväterchen roscheee demon­tiert sich 2015 selb­st. die kaskade sein­er let­zten sendun­gen sind der­art erbärm­lich, dass er eigentlich sofort abge­zo­gen wer­den müsste. ein desaster. sein psy­cho­an­a­lytik­er muss sich für die näch­sten 30 jahre — lebenslust bis 100 — keine sor­gen mehr machen. es tut (irgend­wo) auch weh, dem ganzen zuschauen zu müssen. in der begeg­nung mit schmidt, fällt das ganze karten­haus zusam­men. es ist wie der let­zte KO schlag in einem ring. es ist vor­bei. schaw­in­s­ki war ein­er der grossen talk­er in schweiz­er mundart. ganz unbe­strit­ten. aber im ver­gle­ich mit schmidt, wird es unendlich schwierig. aber eben ist nicht nur schaw­in­s­ki demon­tiert, es ist auch diese ganze arro­ganz von SRF, welch­es sich selb­st als so höch­stqual­ität meint. die inte­gra­tion des oberkri­tik­ers dieser megaqual­ität, war das güte­siegel und eigen­er rit­ter­schlag. und dann plaud­ert dieser schmidt ein biss­chen rum und das ganze teil ist pul­verisiert… eieiei… knall­hart. fade­grad. fertigluschtig.

2do:
— über alexan­der kluge: “das kann doch jeder”
— schmidt siezt schaw­in­s­ki (gegen ende)
— …

wie mit dem ergeb­nis umge­gan­gen wer­den wird?
- es darf mutig auf den hor­den­schur­nal­is­mus ver­traut werden.

auch für die zun­ft der schur­nal­is­ten gilt #SRF als das güte­siegel von qual­ität. über den gefilmten nieder­gang wird kaum nachgedacht. um nur ein beispiel zu nen­nen: 10v10 war bei seinem start noch als der graus­lige unter­gang von dama­li­gen qual­ität­sjour­nal­is­ten auseinan­der genom­men wor­den. ich erin­nere mich noch an detail­lierte analy­sen und begrün­dun­gen. (natür­lich auf tote bäume gedruckt.) heute mod­erieren deren stars “stern­stun­den philoso­phie”. und kein ton dazu. auch nicht bei der NZZ.

die let­zte hoff­nung, welche sich selb­st nicht erst 2014 ins knie geschossen hat. und auch die selb­ster­nan­nten medi­enkri­tiken auf sozial plat­ten for­men oder im umfeld von (fach)hochschulen ist ungeeignet beobach­tungskri­te­rien aufzustellen. (wie jene tagung in win­terthur #RIJ15 kür­zlich zeigte.) kurzum: massen­me­di­en allein zu hause. es sind einzelfig­uren — wie jon stew­art — welchen in kla­mauk­sendun­gen noch tage­sak­tuelle ori­en­tierungsleis­tun­gen entwick­eln kon­nten. har­ald schmidt war eine solche haus­num­mer für den deutschsprachi­gen raum. ihn mit dieser per­for­mance durch den leutschen­bach schlur­fen zu sehen, ist GANZ GROSSES KINO. kino, ein­er jen­er antiquierten, lichtscheuen räume mit tep­pichen an den wän­den. da kommt nix raus. und käme licht rein, gäbs ein geschrei aus den pop­ko­rn­tüten. will sagen:

es wird anders weitergehen.

nein! ganz anders.

(und anders als so.)

nachträge

di, 17.02.2o15. abend. onkel harald bei @watson_news

https://twitter.com/sms2sms/status/567731736986275840

ok. das sind die ganz anderen perlen, welche sich an einem solchen tag ergeben… hier kön­nte entwick­elt wer­den, wie watson.ch eben gar kein “online”-projekt ist. son­dern lediglich ein unternehmen irgend­wo auf der sub­trak­tion­sstufe 2 (ab seite 45). nicht nur die tweets des prak­tikan­ten zeigen dies, auch, dass har­ald schmidt weiss, welche sta­tio­nen er auf sein­er schweiz­er pro­mo-tour abzuk­lap­pern hat… nochein­mal: GANZ GROSSES KINO :-)))

meta:

noch eine ganz andere beobachtung:

“schweizer schönheit”

ein let­zter(?) nachtrag?
— im zweit­en kul­tur­platz, welch­er har­ald schmidt mod­erierte, wurde ein gross­er auf­mach­er zur pre­miére von dani levy gemacht. inhaltlich kam kaum was. aber har­ald küsste. eine schaus­pielerin. den regis­seur. dieser schenkelk­lopfer ret­tete den kul­tur­platz. und nach der pre­miére wis­sen wir: auch im stück wird geknutscht. mal hier mal dort. unterm zaun durch. ja, sog­ar män­ner. huhu. klar: meis­tens die falschen. der abend abend ret­tet hier ein klein­er junge, welch­er verzweifelt auf sein erstes ejaku­lat wartet. (grandios gespielt von joshua maertens. er gab heute, 20.02.2015, sein überzeu­gen­des büh­nen­de­büt, neben sein­er mut­ter spie­lend. wenn ich die aus­führun­gen von dani levy richtig ver­standen habe… wowarich?waswolltichnotieren?Ahja:) die inhaltliche stille, liesse sich nachträglich natür­lich auch lesen. aber expliziert hat es peter schneider:

heute hat das schaus­piel­haus das aktuelle “jour­nal” her­aus­ge­bracht. darin ein text — “ein gespräch” — mit peter schnei­der. dieser scheint alle drei mit ihm durchge­hechel­ten stücke gar nicht selb­st gekan­nt zu haben. schnei­der redet also ganz gründ­sät­zlich über die fig­ur des störe­frieds. und trifft aber damit der­art präzis das stück. und gibt dann gle­ich noch die anweisung, wie das ganze möglicher­weise aufz­u­fan­gen sein kön­nte. kaum zu glauben, dass nicht alle beteiligten diese kri­tik nicht in bezug gebracht haben kön­nten. vor druck­le­gung. und darum kön­nte vielle­icht doch schon vor­ab — massen­medi­al ist das ja immer eine gute schlagzeile — von einem haus­in­ter­nen “skan­dal” gesprochen wer­den ;-) wir wollen uns mal nicht ver­aus­gaben. darum hier nur noch: der erste tweet und der let­zte — dazwis­chen meine nota­tio­nen direkt aus der pre­miere. ganz ohne freies wLan. aber wie sagt der balz doch ein­mal trefflich:

(auf ersten tweet klick­en und die zusam­men­stel­lung von twit­ter erhal­ten. mit dem let­zten tweet direkt auf das gespräch mit peter schnei­der gelangen.)

doch noch ein aller­let­zter tweet:

zettel verbinden:

nachträge:

das kind hat dann doch noch einen ein­trag erhalten:

und dann noch ein paar links. am lang­weilig­sten reagierte aber wohl @nachtkritik (weit­er oben schon ver­linkt). die hof­fen wohl, dass die the­ater­häuser ihre kun­den wer­den (oder schon sind?). keine ahnung. das waren noch zeit­en, als the­ater in zürich — mit marthaler, carp, viebrock — wöchentlich für beobach­tun­gen sorgte. (so?)

Auch die Kri­tik an der sat­uri­erten, gle­ichgeschal­teten, kar­ri­eresüchti­gen, geldgieri­gen Schweiz, um die es Dani Levy geht, lei­det bei aller Ironie unter den ad infini­tum addierten Klis­chees. (bar­bara vil­liger heilig)

Die Schweiz ist klein, aber in «Schweiz­er Schön­heit» kommt alles über­gross daher: das Sex­uelle und das Poli­tis­che, das Pop­pige und das Psy­chol­o­gis­che. Da muss das Komis­che zum Garten­zw­erg im Vorgärtchen schrumpfen. (alexan­dra kedves)

Ein Land, in dem sich nette Clowns als gefährliche Spaßverder­ber insze­nieren kön­nen, ist wohl immer noch zu gemütlich. (mar­tin halter)

So mis­s­rät das Stück nicht zu einem leitar­tikel­nden Kom­men­tar zur Lage der Nation. (VN-tb)

„Bit­ter­böse“, wie vom Schaus­piel­haus angekündigt, ist das jeden­falls nicht. (tor­b­jörn bergflödt)

fazit?

besorg(t)e beobachtung

das ist das ende der fah­nen­stange. die pro­fil­iertesten. gescheitesten. reflek­tiertesten. klar. peter slo­ter­dijk hätte zu eini­gen der the­men was zu sagen.  aber­nu. jeden­falls ver­anstal­tet schnei­der mit leuen­berg­er nicht ger­ade DAS TOTALE TRIBUNAL. die gen­er­a­tio­ne­nun­ter­schiede in 10-jahres-schrit­ten scheinen riesig. dazu passt ev. noch:

zum fertigen schluss:


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