#bashtag warum es nicht mehr lustig im netz zu schreiben | ein beobachtungsversuch #GDprize15

(der text ist in laufend­er bear­beitung — just reload ;-)

es geht mir ähn­lich wie 2010. es macht keinen spass mehr.

fast fünf jahre nach meinem “social media sui­cide” in der kryp­ta cabaret voltaire, spiegel­gasse 1, zurich und meinem damit ver­bun­de­nen “absti­nenz” (okhe: ich machte ja im kloster dis­en­tis mit den kidz vom gymi bloss anders — und insb. mit what­sApp — weit­er ;-) füh­le ich mich ganz ähn­lich. so geht es nicht mehr weit­er. was ist passiert? die szene der exper­i­mente ist fast gän­zlich aus­getrock­net. die kreativ­en star­tups sind ver­schwun­den… jaja… ver­mut­lich habe ich ja nur die über­sicht und die zugänge ver­loren… wie auch immer. ich mache hier ja keine “empirische” unter­suchung. social media wurde über­nom­men von pro­fes­sionellen kom­mu­nika­toren, welche aus dem print-bere­ich geflo­hen sind und jet­zt die weni­gen verbliebe­nen play­er (face­book, twit­ter, insta­gram etc.) zu dominieren versuchen.

es sind komis­ch­er weise jene szenen, welche in den ersten zwei jahrzehn­ten der exper­i­mente und erkun­dun­gen die übel­sten bemerkun­gen gemacht haben. wir nan­nten es #AIBS in “die form der unruhe” band 2. jet­zt kaufen und erschle­ichen sich die gle­ichen grup­pierun­gen im ver­bor­ge­nen mit wesentlich düm­meren #klick­granat­en jene zugriffe, welche sie dann ihren ver­legern vor­weisen kön­nen und “reich­weite” simulieren…

für pro­fes­sionell kom­mun­zierende waren die kun­den, die lesenden, die lese­brief­schreiben­den etc. etc. schon immer ten­den­ziell doof. wer qual­ität suchte, suchte insb. abstand vom pöbel. die hal­tung hat sich kaum geän­dert. sie wer­den jet­zt user genan­nt. und wollen busen, katzen, blut… so wird erzählt. in den let­zten paar stun­den sind einige ein­träge ent­standen, welche ver­suchen die TL in eini­gen exper­i­menten zusam­men zu fassen.

  • nein: das sind keine jour­nal­is­tis­che texte.
  • nein: das sind keine wis­senschaftlichen exerpte.

mein work­flow sieht — noch immer so aus, dass ich insb. in twit­ter samm­le, im zettelka­s­ten erste ver­bun­dun­gen und clus­ter suche und dann von hier aus (allfäl­lig) weit­ere zusam­men­stel­lun­gen suche.

“schreiben im netz” als kom­mu­nika­tive anschlussver­weigerung (2015) | twit­ter auf die forset­zung des gle­ichen mit anderen mit­tel zu reduzieren ver­langt nach debil­er kom­mu­nika­tion #szwan | “der livestream als über­forderungs­front” #tn15 (2. ein­trag im zettelka­s­ten) pilz @nachtkritik + lilien­thal @m_kammerspiele

im fol­gen­den möchte ich ver­suchen, einige beobach­tun­gen rund um #GDprize15 zu sam­meln. das got­tlieb dut­tweil­er insti­tut hat tim bern­ers-lee mit einem preis aus­ges­tat­tet. und ich möchte kurz anschauen, was ich gese­hen habe.

#GDprize15

etwas vom ein­drück­lich­sten ist und bleibt: twit­ter eignet sich ganz her­vor­ra­gend um — einiger­massen — live noti­zen, links, ideen zu sam­meln. wenn du aber später diese wieder in einen zusam­men hang brin­gen willst, jemand anderem erk­lären willst, was du ger­ade über die stun­den von zuschauen, zuhören, mitschreiben, ver­linken, mitre­den etc. etc. willst, ist das fast unmöglich. die umge­bung eignet sich nicht. die tools eignen sich nicht. es scheint kaum inter­esse zu geben, geeignete hil­f­s­mit­tel zu entwickeln.

offen­sichtlich bleibt: wenn du offen­siv mitar­beitest in oft­mals sehr kleinen com­mu­ni­ties, welche einen hash­tag zu ein­er kon­fer­en nutzen: wenn du nicht total debil (nach slavoj) mit­tust, verärg­erst du alle.  (das tut mir selb­st ein­er­seits leid. andern­seits macht es mich auch aggres­siv. woher nehmen sich diese jour­nal­is­ten das recht her­aus, zu sagen, was ein guter twit­ter-tweet ist?) und — wichtiger! — wenn ich selb­st später mir ein bild zusam­men­klauben willst, muss ich

#pendeln

ich gehe meine TL zig mal hin­auf und hin­unter. ich durchkämme meine favoriten. ich erin­nere mich an tweets, welche ich doch nicht mehr finde. es ist knall­harte arbeit, den “erleb­nis­strom” in eine lin­ear-kausale folge zu treiben. und wenn es darum geht, das out­line zu beschreiben, wirds zahlen­lastig. ich kann also leichter sagen, dass der kor­pus ca 100 tweets umfasst. welche account wieviele tweets abge­set­zt haben. mit welchen devices die gear­beit­et haben. etc. etc. aber es ist nicht das, was mich interessiert.

einige tweets:

trans­parenzbox zwischendruch:

weit­er:

die witzigsten momente?

  • kor­pus: ca 100 tweets
  • davon sind ca 30 tweets fake #GDpriz15 von welchen ich nicht weiss, wie sie ent­standen sind. weil diese “falschen” hash­tags aber in dem moment anfan­gen, wo auch die tagung läuft und weni­gen stun­den später wieder unge­braucht bleiben, öffnet sich ein feld für lustige vermutung.
  • es waren sehr wenige tweets abge­set­zt wor­den. fast nur 5 accounts.
  • ich machte einen “unfriend­ly takeover” und habe auch tweets gefun­den, welche ohne hash­tag kamen und habe diese zusät­zlich eingebunden.
  • laufzeit mein­er beobach­tung fast nur über die zeit der rede von tim berner-lee
  • am son­ntag hat das “staats­fernse­hen” noch ein gespräch nachgeschickt. nicht ger­ade eine stern­stunde des inter­view­ings, weil die mod­er­a­torin insb. ihre eige­nen vor­be­halte gegenüber dem weh!weh!weh! inszeniert.

während ich die oben einge­fügten tweets kurz nach abschluss der rede von tim zusam­mengestellt wurde (via fav), hier nun noch einige weit­ere kom­mentare von abschnit­ten aus der TL:

das gle­iche insti­tut machte weni­gen wochen früher schon einen kongress:

es ist immer das gle­iche: sie ver­suchen (seit jahren mit erfolg) im high­end bere­ich der tagun­gen zu posi­tion­ieren. beson­ders toll war am #trendtag15 dass sarah har­ri­son ein­ge­laden war. eine frau, welche ganz mas­siv aus ein­er bot­tom-up-bewe­gung kommt. ohne jedoch kon­takt zu den entsprechen­den szenen hier einzuge­hen. ob vom insti­tut ver­hin­dert — ver­traglich aus­geschlossen — oder wie auch immer. auch bei diesem event, gings ganz stark darum, eine top-down-hier­ar­chie aufrecht zu erhal­ten. so also auch jet­zt. aus­gerech­net jen­er, welch­er mit ein­er sub­ver­siv­en strate­gie — kosten­lose freiga­be sein­er codes — eine sub­ver­sive strate­gie erfand — hyper­link — wird in eine fes­tiv­ität einge­bun­den, welche das aus­geze­ich­net ausze­ich­net. die kon­ser­v­a­tivste form der etablierung von macht. an einem insti­tut, welch­es den namen got­tlieb dut­tweil­er trägt. das ist in sich natür­lich schon mal ein prächtiger schenkelk­lopfer. noch bevor das insti­tut den hash­tag #GDprize15 definierte favorisierte es einen tweet von mir:

wie der hash­tag einge­führt wurde, weiss ich nicht. der stream set­zt so ein:

das lässt ver­muten, dass der hash­tag ver­mut­lich an der tagung selb­st erwäh­nt wurde. das wäre dann ein hin­weis auf die inter­pre­ta­tion und deu­tung der möglichkeit­en von twit­ter. (das wäre ein weites, span­nen­des feld.) eine aus­nahme an diesem abend. die piraten­partei sieht einen tweet ein­er politikerin:

insb der chefredak­tor ein­er gratis-zeitung (blick am abend, ringi­er) twit­terte rege. ich nan­nte es #sports­chur­nal­is­mus. er teilte via twit­ter mit, dass er im gle­ichen raum wie tim bern­ers-lee und roger schaw­in­s­ki, teil ein­er gelade­nen schar von gästen war, dass er ein gross­er fan ist von tim und dass er in der aus­gabe des gle­ichen abends ein inter­view mit ihm gemacht habe. es ist der gle­iche jour­nal­ist, welch­er auch in diesem artikel von deutsch­land­funk erwäh­nt wird und im anschluss daran eine witzige (eigentlich deprim­ierende) TL ent­stand (klick auf tweet um rei­he anzusehen):

https://twitter.com/ThBenkoe/status/581949019896844288

(werde grad etwas müde/ungeduldig weit­er zu sam­meln) was war noch? ahja: es sind in den stun­den davor gle­ich zwei neue stu­di­en zur nutzung von twitter/social media durch pro­fes­sionelle jour­nal­is­ten erschienen

(ich mach hier mal pause ;-)))

WORK IN PROGRESS

stand der arbeit | 04.05.2015

original

 


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