DAS IST EIN LIVE-TICKER #shZRH (das theater der medienkrise)

WORKFLOW/links

a | diese notizen nutzen das stück am schauspielhaus zürich: in_formation (premiere 17.12.2016, schiffsbau)

b | alle tweets aus dem account @sms2sms mit dem hashtag #shZRH in chronologisch absteigender liste offizielle hashtags, welche das schauspielhaus zürich ausgegeben haben sind: #informationshz #tu_shz5 | morgen do, 15.12.2016 19.30h gehts los. ich aber twittere stur nur unter: #shZRH (beobachten 1)

c | während den twitter-sessions wird eine auswahl von tweets einem eigenen #moments hinzugefügt (beobachten 2, self_curation)

d | in diesem eintrag im zettelkasten werden einzelne aspekte in notizen abgelegt. ziel ist es, bessere tools für «live-ticker» zu entwickeln. #fallbeispiele für eine frühere begleitung war die sog. entköppelung. für frühere arbeiten unter rebell.tv  vergl. «die form der unruhe», band 2, junius verlag hamburg 2010

e | ev folgt später eine zusammenfassung in medium.com/@sms2sms

f | div. aspekte haben wir in #NoRadioShow 008 mit regula stämpfli und moritz klenk besprochen.

meta1: das ist etwas vom härtesten. in all den jahren. diese «prekären arbeitsbedingungen». ich meine hier einfach dieses «always beta» (vergl. dazu auch: prof. dr. andrea back in «die form der unruhe», band 1, 2009, junius-verlag hamburg. dieses wissen – diese erfahrung – dass jede notiz sich verändern kann (ein link auf eine externe seite, kann meine ganze seite crashen lassen!). verschwinden (ein entscheid von einer plattform, sich aufzulösen, pleite zu gehen, abzuhauen). etc.

meta2: «warum notierst du dann hier, wenn du weisst, dass es «ein unsicherer ort» ist?» – darauf habe ich eine antwort gegeben. seite 81, um präzis zu sein. – zudem: ich bin vielleicht doof. aber dumm bin ich nicht :-P

meta3: wo war ich vor dem zusammenbruch des cms? ahja: ich wollte einige notizen ablegen:

1. MOMENTS ALS 1ST SELF-CURATION? gestern abend also die idee, moments von twitter zu nutzen. moments ist ein relativ neues angebot von twitter, tweets in ein «album» zusammen zu fassen. «the best of twitter in an instant.» (claim.) sie nennen es MOMENTS. das ist eine jener vielen verschlimmbesserungen von twitter im überlebenskampf und abgleich mit anderen sozial platten formen. es stellt tweets «hochwertiger» dar. was insbesondere für «hochwertige» tweets ein «mehrwert» ist. das läuft alles meinen interessen und meiner interpretation von twitter entgegen. zudem: die schlimmste sache, welche twitter passieren konnte, war der einfall der journalisten… aber das wäre ein anderes thema… (und: mich interessiert auch gar nicht twitter. mich interessiert überhaupt gar keine (sozial platte) plattform. mich interessiert, was ich lernen kann über eine kommunikation unter den bedingungen von #computer.) aber das passt zum thema des zusammenklappenden CMS. (was mich aktuell grad am meisten aufwühlt :-( ich bleibe gezwungen, das beste aus dem zu machen, was ich (hier und jetz) habe. mir ist die chronologisch absteigende listenform wichtig. (umberto eco. die unendliche liste!)

ich scrolle. und schiebe mit dem daumen tweets nach oben. und gehe so zeitlich zurück. auf einen link zu moments geklickt, schiebe ich die die tweets bildsprachlich in die vergangenheit. ich schiebe tweets jetzt mit dem daumen von rechts nach links. als würde die zeit angehalten. einen moment lang. witzigerweise fügt nun aber twitter einen zu einem moment gefügten tweet nicht «vorne», als zeitlich zu oberst, hinzu. sondern dreht jetzt den zeitpfeil wieder um. der erst zugefügteste tweet wird als erster angezeigt… twitter – so interpretiere ich – geht davon aus, dass ein jemand da sitzt – vermutlich ein werber, ein pr-typ… – welcher mit einer bestimmten didaktik ein storytelling inszeniert.  ich werde es aber anders nutzen. für diesen «live-ticker» (jaja: wer das :-P nicht sieht, ist blind!) twittere ich also «ganz normal» vor mich hin.

während ich beobachte, beobachte ich meine beobachtungen. explizierte beobachtung ist stets arrogant. und kann – etwa durch komplizenschaft – erträglich gemacht werden. moments erlaubt, ausserordentlich einfach diese beobachtung während dem tun zu ordnen. das machte ich vorher eher dadurch, dass ich nach einer twitterserie hier im zettelkasten dissent.is meine zettel aus dem zettelkasten eines spezifischen twitteraccounts (meistens @sms2sms) sortiert habe. nachträglich. am abend. in der nacht. noch in der frischen erinnerung. die sucherei war aber jeweils aufwändig und zeitraubend. ich erinnerte mich an bestimmte «momente» und musste dann suchen gehen etc. ich erwarte mir von diesem aktuellen versuch einiges an erleichterung. dafür wird aber der zettelkasten hier – wie ich gerade am merken bin – wieder etwas freier, um gedanken in weiteren zusammenhängen zu sammeln…

und damit wäre ich mitten bei #PaulWatzlawick und der re:interpretation der 5. axiome. hier expliziert sich also das spiel der beobachtung (das 2. axiom). und hier gilt einmal mehr niklas luhmann ausruf mit ausrufezeichen: «NIE WIEDER VERNUNFT!» (vergl. dazu dirk baecker in unserem band 1 von «die form der unruhe»)

2. DIE PRIVILEGIERTE PRäSENTATION zur feldforschung – so zeigt der name es an – wird in stifeln zur arbeit geschritten… auch die hände werden schmutzig werden. für soziale arbeit, welche sich als eine arbeit am sozialen versteht, kein überraschender umstand. und darum tritt einem dies auch nicht überraschend… jede handlungswissenschaft musste sich zu diesem problem einen umgang erfinden… für soziale arbeit ist seit ihren anfängen – vor rund 200 jahren – gut beschrieben, wie mit diesem umstand umgegangen werden kann. es ist massgeblich das gespräch (dissertation gisela hauss, notizen aus dem rauhen haus, hamburg). in komplexen situationen ist beobachtung involviert. punkt du erkennst daran, wie selbst die gesteswissenschaften, technokratisch, linear-kausal, mechanistisch dachten, als sie selbst davon ausgehen konnten, es gäbe so was wie eine aussensicht, ein «abstinentes» beobachten.  sie glaubten selbst an die objektivität ihrer objekte, die sie mittels tastatur ihrer schreibmaschine hinter das farbband jagten (zifferblatt 32). der prozess von «sich involvieren» und «sich distanzieren» muss folglich anders erfolgen. THEORIE IST AUCH PRAXIS nur nicht so verschwitzt (maren lehmann) ein theaterstück zu nutzen, um beobachtungen zu beobachten, scheint unter den aktuellen medialen bedingungen eine unterpriviliegierte position. die zeitung, das feuilleton, hat die idee der kritik auf augenhöhe gebracht. was wissenschaft (im elfenbeinturm, abgeschottet, finanziell abgesichert, sozial mit prestige aufgeladen etc.) in grösser ruhe und an grösseren ideen zugestanden wurde – nein! bis heute eingefordert wird! –  musste journalismus tagesaktuell realiseren. journalismus konnte davon ausgehen, dass das publikum am nächsten tag in der zeitung nachlesen wollte, was es gestern im theater gesehen hatte. journalismus ordnete ein. (eine kurze phase eines jungen berufs.) selbstverständlich orientierten sich die grossen intendanten in jener hochphase von journalismus ebene gerade nicht am feuilleton. und auch nicht jene, welche dafür sorgten, dass sie ihr schauspielhaus auf der höhe der zeit mit spielen lassen wollten. wie auch immer… die zeiten sind vorbei. und wir erleben komischste komik. wenn auch nicht auf der bühne des theaters. wir sehen, wie sich theater gängeln lässt. sich in den windschatten der vermeintlich starken stellt. mit journalismus mitheult. mit politik. mit wissenschaft. mit all jenen, welche in der «aufklärung 1″ zu siegern wurden. als wäre theater abhängig von der form der #massenmedien. ein dramatischer fehler. ein fehler, welcher selbstverständlich von den grossen dieser tage problematisiert wird. abernu… nein. die perspektive via twitter, via moments, via zettelkasten, via blog-post… scheint jenen unattraktiv, welche noch nicht zugeben können, dass sie sich im freien fall befinden. dass sie keinen festen grund mehr unter sich haben. ein prolog.

3. DIE TRADITION DER PUBLIKUMSBESCHIMPFUNG hier noch einmal der offizielle text zur ankündigung des stücks:

Die Presselandschaft befindet sich im Umbruch. Die vierte Gewalt weicht der Gewalt der User. Diese suchen ihre Informationen und Argumente lieber im Netz, statt sich eine Zeitung zu kaufen. Ein Graben tut sich auf: Auf der einen Seite die als „Lügenpresse“ verunglimpften Zeitungen, die unter dem Generalverdacht stehen, von politischen Eliten und kaltblütigen Finanzinvestoren beeinflusst zu sein. Auf der anderen Seite die „Konsumentinnen und Konsumenten“, die sich online informieren, deren virtuelle Bewegungen jedoch die Algorithmen der Suchmaschinen und Online-Plattformen speisen und gleichzeitig ihnen ausgesetzt sind. Steht mit dem beschworenen Untergang der Zeitung gar die Demokratie auf dem Prüfstein? Spoken-Word-Autor Guy Krneta und Regisseur Sebastian Nübling haben das Stück auf Basis ihrer Recherche in den Redaktionsstuben, Hinterzimmern der Mächtigen und Brutstätten des neuen Journalismus entwickelt. Im Anschluss an die meisten Vorstellungen findet jeweils ein Publikumsgespräch mit ExpertInnen aus der Medienlandschaft statt.

ist das publikumsbeschimpfung? – ja. klar!

Die Presselandschaft befindet sich im Umbruch. das ist evident. Die vierte Gewalt weicht der Gewalt der User. das ist polemisch. der zweite satz passt zum letzten satz. dort wird so getan, als würde gerfragt werden, ob der untergang der demokratie gekommen sei. die suggestion wird hier gesetzt. selbstverständlich. es geht um nichts weniger als die höchsten ideale, die heilige demokratie. dieses denken, dass nach der aufklärung nichts anderes kommen könnte, als aufgeklärtere aufklärung. bessere aufklärung. bessere demokratie. etc. etc.

Diese suchen ihre Informationen und Argumente lieber im Netz, statt sich eine Zeitung zu kaufen. diese. wer ist diese? diese user. diese gewaltigen user. diese gewaltbereiten user. diese pöbelherrschaft. es wird also eine unterscheidung angenommen, welche danach als unterscheidung problematisiert werden kann. eine falsche vorstellung wird vorgestellt um sie danach als falsch zu inszenieren. das sind billige tricks. und so was von un-aufgeklärt. aber es geht ja gleich weiter:

Ein Graben tut sich auf: der inszenierte gragen wird als graben inszeniert.

Auf der einen Seite die als „Lügenpresse“ verunglimpften Zeitungen, die unter dem Generalverdacht stehen, von politischen Eliten und kaltblütigen Finanzinvestoren beeinflusst zu sein. lügenpresse. [ 1 (märkische zeitung), lady gaga, warum muss ich bsp suchen? nein] lügenpresse, postfaktisch… zeichenketten, welche das können, was rund um 9/11 nur die zeichenkette «verschwörungstheorie» schaffte. eine denksperre. eben noch war die elite-diskussion aktuell. wohl ganz anders. jetzt aber wird deutlich, wer elite ist: alle, welche sich im zyklus von «aufklärung 1» (wolfgang essbach) oder #buchdruck (dirk baecker) noch unterordnen. wie kaltherzig die finanzinvestoren die 20 jahre jammern der journalisten nutzten, um ihre verlage umzubauen: das bleibt so genial versteckt.

Auf der anderen Seite die „Konsumentinnen und Konsumenten“, die sich online informieren, deren virtuelle Bewegungen jedoch die Algorithmen der Suchmaschinen und Online-Plattformen speisen und gleichzeitig ihnen ausgesetzt sind. langsam lesen verweist darauf, dass ja verbal so getan wird, dass die unterscheidung «zeitung>konsumentinnen< gesetzt worden sei. die seite der zeitungen ist aber so verschüttet unter der gewaltigen «gewalt der user», dass sie selbst gar nicht positiv definiert zu werden braucht. die «konstumentinnen und konsumenten» politisch korrekt – wenn auch nicht ganz hip – gegendert notiert, bekommt jetzt aber noch ein zweites mal auf den deckel: die sind ja voll blöd! die speisen die suchmaschinen und online-plattformen und sind ihnen ausgesetzt. was natürlich auch blödsinn ist. abernu. wichtige fragen. komplizierte verstrickungen. keine frage. aber so geht es wohl nicht. ausser… eben… worum gehts eigentlich? genau:

Steht mit dem beschworenen Untergang der Zeitung gar die Demokratie auf dem Prüfstein? ein journalist bekommt die grosse bühne des theaters. und hyperventiliert die angst vor dem untergang der demokratie. und tut so, als wäre ein zeitungsabo zu kaufen die grosse rettung. (das ist zunächst bloss ärgerlich.)

Spoken-Word-Autor Guy Krneta und Regisseur Sebastian Nübling haben das Stück auf Basis ihrer Recherche in den Redaktionsstuben, Hinterzimmern der Mächtigen und Brutstätten des neuen Journalismus entwickelt. recherche ist was gutes. hinterzimmer der mächtigen. wo sind die eigentlich? und was wäre, wenn es die so gar nicht gäbe? wozu aber hilft diese metapher? und ist das nicht genau jene art der verdächtigung, welche vorher der gewalt der user, den konsumentInnen unterstellt wurde? brutstätte. die brut der journalisten. ist brutstätte ein absichtlich gesuchte abwertung, um distanz zum eigenen beruf zu demonstrieren und «rechere» zu edeln?

Im Anschluss an die meisten Vorstellungen findet jeweils ein Publikumsgespräch mit ExpertInnen aus der Medienlandschaft statt. angekündigt aber noch nicht terminiert scheinen aktuell: Elisabeth Bronfen, Miriam Meckel und Constantin Seibt. und warum sind «expertinnen aus der medienlandschaft» (metapher!) eigentlich expertInnen. wenn sie doch – so die nötige unterstellung – doch eher teil des problems sind? odr? kurzum:

die tradition der publikumsbeschimpfung hat eine gute tradition: «Handke ging es darum, Nachdenken über das Theater selbst zu fördern.» klaus kinski konnte das auch ganz gut. ABER:

1. lässt sich kein publikum beschimpfen. beschimpftes publikum läuft raus und knallt die türen. und ist dann nicht mehr da. und kann aus prinzipiellen gründen nicht mehr beschimpft werden.

2. wenn ein publikum sich vorwürfe anhören würde, dann wäre es eine anhörung und das publikum würde gerade durch dieses aushalten von vorgekotzten auswürfen grösse und format gewinnen. der erschöpfte schauspieler bräche zusammen und dann wäre klar, dass der schauspieler keine ansprechperson ist. wenn das publikum jetzt in dialog (!) und nicht nur diskurs treten wollte, ginge es mit diesem «gesprächsformat» eben gerade nicht weiter.

3. publikumsbeschimpfung ist also eine form der inszenierung. und wir können uns fragen, was die professionellsten aller multimedial inszenierenden – die theaterhandlungswissenschaften – wollen mit der wahl dieser form. wie kommen sie auf die idee, dass dies die geeignete inszenierungsform sein könnte. für dieses problem. (was höchst polemisch als problem inszeniert wurde.)

4. mir kommt als erstes in den sinn: dass die publikumsbeschimpfung eine hierarchie verlangt. eine hierarchie, welche als hierarchie nicht mehr funktioniert.

am 14.12. ist mir das CMS zusammengebrochen… bis jetzt brach es jeweils zusammen, wenn links auf facebook, facebook live etc. eingefügt worden sind. vielleicht ist es jetzt wegen «moments» von twitter… ich weiss es noch nicht… ;-) 

habe mich dann (pragmatisch) dazu entschlossen… einfach alles stehen zu lassen und oben drüber völlig neu anzufangen… vermutlich geht das aber auch nicht… ich weiss es nicht… 

konzentriere mich aktuell auf kombi twitter/moments… das könnte eine gute sache für mich sein… 

/end ALT_ ALT_ ALT_ ALT_ cms bricht zusammen: 14.12.2016 keine anpassungen mehr https://twitter.com/sms2sms/status/808952055213813760 https://twitter.com/zierbuerger/status/808808859297021952

check #moments ;-)

diese idee ist mir eben erst gekommen… das hinzufügen von tweets zu einem moment als «zwischenzusammenfassung» während eines live-tweetings… ähm… könnte was sein… zack: bricht mein cms zusammen :-( bin am fehler suchen :-) https://twitter.com/shzrh/status/808303097965641728

theater bringt sich in stellung und marschiert in_formation - mit #massenmedien - mit #demokratie

- mit #wissenschaft SCHON WIEDER https://twitter.com/sms2sms/status/808650142110928896

HIER GEHTS ZUM LIVE-TICKER: alle tweets @sms2sms zu #shZRH

MEDIENKOMPETENZ ERKENNEN WIR HEUTE DARAN, DASS NICHT AUF DAS GEZEIGTE GESCHAUT WIRD. /SMS ;-)

PROLOG | am 6.11.2016 fand ich den hinweis auf «In Formation». (und besorgte mir nach ein paar tweets eine karte für die premiere.) am 13.12.2016 meldete ich mich zusätzlich zum tweetUP an. an die 2. hauptprobe werden twitterer und instagrammer zugelassen. die entköppelung begleitete ich mit tweets, angehängt an einen tweet an einen kulturjournalisten vom tagesanzeiger. bei dieser längeren serie habe ich mich für die zusammenbringung der tweets via hashtag entschieden. hier gehts zum liveticker.

  • sie finden das alles unübersichtlich?
  • unattraktiv?
  • wenig nachvollziehbar?

das finde ich auch. ein buch zu lesen ist schöner. einen eintrag bei medium.com auch. ich beschäftige mich mit

#medienlǝsɥɔǝʍ

und hier könnte präzis dies ein zeichen für «qualität» sein: die kommunikative anschlussverweigerung an ein vorgängermedium. (aber das wäre eine anderes thema ;-)

mein workflow ist nicht für sie gedacht!

aber dieser ist offen zugänglich abgelegt. twitter ist kein SMS für viele. es geht bei twitter auch nicht ums senden. das versteht journalismus nicht. und theater auch nicht. und politik auch nicht. und wissenschaft – überraschenderweise – auch nicht. mein workflow geht hier also so: ich beobachte. ich twittere. ich sammle hier im blog dissent.is einige tweets, welche mir aufgefallen sind. aus welchen gründen auch immer. vielleicht entsteht aus den einträgen ein text. vielleicht. muss aber nicht. twittern meint, eine notiz in einen offen zugänglichen zettelkasten abzulegen. (mehr nicht. weniger aber auch nicht.)

https://twitter.com/sms2sms/status/808650901367955456 https://twitter.com/NoRadioPodcast/status/808728755178979333

theater inszeniert medientheater. schreit mit, es werde lügenpresse geschrien. hyperventiliert die furcht – oder ist es eine drohung? – vor dem untergang der demokratie. (übersieht grosszügig, dass #massenmedien vom dümmsten wahlkampf aller zeiten des aushängeschildes aller demokratien grandios profitieren. und erwähnen dabei nicht, dass die steigerungsformen des politischen elendes noch längst nicht erreicht ist. fortsetzung folgt.)

professionelle inszenierende inszenieren. ihnen zu unterstellen, dass sie ihre inszenierungen nicht zu reflektieren vermögen, wäre eine beleidigung. und so nehmen wir dieses theater sehr, sehr ernst.

die intensive zusammenarbeit von #massenmedien und zeitgenössischem theater ist schwer zu übersehen. (dabei schiesst sich die szene «vor laufender kamera» selber ins knie: entköppelung, neumarkt. die ehemals innovativsten theatergruppen im deutschsprachigen raum – rimini-protokoll, milo rauh, zentrum für politische schönheit; alle mit engen bezügen zum deutschsprachigen quartier der kleinstadt schweiz – schotten sich, je erfolgreicher und etablierter sie werden, ab. sie ziehen sich für ihre produktionen in den schutz der professionell kuratierten häuser zurück. die strategie ist transparent: die volksbühne berlin weist den weg: skandalösere, gewagtere, aufmerksamkeitsökonomisch gewaltigere produktionen bringen mehr leute ins theater. falls was schief geht, wars nicht das haus, sondern die theatergruppe. risikominimierung. outsourcing. gewinnmaximierung. das theater. die kunst. die massenmedien. die demokratie. wissenschaft. öffentliche intellektuelle. SCHON WIEDER! dass zeitgenössische kunst die krise der kunst selbst expliziert, ist ein ganz typisches element von entleerter #hyperaffirmation. die funktion ist einfach zu erkennen: es wird  lauthals KRITIK gerufen:

  • falls es scheitert, war es gute kritik.
  • falls es erfolgreich ist, ist es gute kritik.

hyperaffirmation war unter #DADA ein zentrales instrument des widerstandes: WIEDER SINN, DURCH WIDERSINN. diese inhaltliche überdrehung der anliegen, ist aber heute teil von #massenmedien, politik, wissenschaft, werbung geworden. mainstream, also. aber es funktioniert so eben gerade gar nicht mehr. bzw: es wirkt imprägnierend. sterilisierend. konservierend. es hilft mit, abzuschotten und sich im gestus der totalen kritik (#1968kritik) gar keiner kritik mehr stellen zu müssen. der markt entscheidet. der ökonomische erfolg. der erfolg, im netzwerk – der ökonomisch potenten – nützlich zu sein und weiter getragen zu werden.

ich beobachte ausschliesslich mit dem hashtag #shZRH (nur auf twitter). 

sebastian nübling und #GuyKrneta kenne ich beide nicht. (weder persönlich, noch deren arbeiten.) ps: das stadttheater hat bereits 4x ein «tweet up» organisiert. das theater will dabei twitterer und instagramer in real-life zusammen bringen. der hashtag lautet dann jeweils #tu_shz1 … #tu_shz4 vermutlich hier nun #tu_shz5

https://twitter.com/sms2sms/status/795548614332469252

https://twitter.com/sms2sms/status/742976723667542016

17.12.2016 | uraufführung

15.12.2016 

14.12.2016 – die tradition der publikumsbeschimpfung, eine notiz

der originaltext als copy/paste:

Die Presselandschaft befindet sich im Umbruch. Die vierte Gewalt weicht der Gewalt der User. Diese suchen ihre Informationen und Argumente lieber im Netz, statt sich eine Zeitung zu kaufen. Ein Graben tut sich auf: Auf der einen Seite die als „Lügenpresse“ verunglimpften Zeitungen, die unter dem Generalverdacht stehen, von politischen Eliten und kaltblütigen Finanzinvestoren beeinflusst zu sein. Auf der anderen Seite die „Konsumentinnen und Konsumenten“, die sich online informieren, deren virtuelle Bewegungen jedoch die Algorithmen der Suchmaschinen und Online-Plattformen speisen und gleichzeitig ihnen ausgesetzt sind. Steht mit dem beschworenen Untergang der Zeitung gar die Demokratie auf dem Prüfstein? Spoken-Word-Autor Guy Krneta und Regisseur Sebastian Nübling haben das Stück auf Basis ihrer Recherche in den Redaktionsstuben, Hinterzimmern der Mächtigen und Brutstätten des neuen Journalismus entwickelt. Im Anschluss an die meisten Vorstellungen findet jeweils ein Publikumsgespräch mit ExpertInnen aus der Medienlandschaft statt.

EINTRAG IN ARBEIT

13.12.2016

was in der zwischenzeit geschah? – donald trump wurde gewählt. er twittert. whorst case 4 #schurnalism

was den machern dieses theaters ja nicht vorgeworfen werden kann: transparent sind sie. und wie. sie zeigen ihre machart, ihre netzwerke, ihre interessen. offen sichtbar. nackt. transparent sind sie. offenbar ist transparenz kein problem für sie. sie fühlen sich sicher. sie sind auf der richtigen seite. DIE ACHSE DES GUTEN.

07.11.2016

06.11.2016

früher

@NZZ @nachtkritik @shzrh

früher. #theater

frühere liveticker rund um theater

aktuell beim aufsetzen war:

#JourTag16 und #SchurTag16

um DIE FREIE REDE geht es nicht mehr

PS: 17.11.2016, 18h, asylstrasse 9: #NoRadioShow mit dr. regula stämpli, moritz klenk und /sms ;-)

eintritt: 10x chf 1000.-

http://noradioshow.noradio.eu/termine/lange-nacht-der-philosophie-in-zurich-das-live-event/


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