war­um ich mich bei @wikipedia um #edit­war bemü­he. oder: wie man über vide­os spricht, die man nicht gese­hen hat. (vor­trag #wiwi18) #Making­Of

http://listen.hatnote.com/#wikidata,de

so. sound läuft. bild auch. das ist ein ohra­le – fürs ohr opti­mier­te – dar­stel­lung, wie sich wiki­pe­dia und wiki­da­ta gera­de jetzt ver­än­dert…

ich mache hier ein no_go. ich lese ein­fach einen blog­post vor… mein blog heisst https://dissent.is – wenn ihr da hin­geht, könnt ihr links oben den text öff­nen… und mit­le­sen. oder raus­lau­fen und draus­sen lesen… oder… hal­lo? rede­zeit zu erhal­ten, ist doch ein ana­chro­ni­sti­sches irgend­was… und auch zuhö­rer­schaft fin­den… du, das ist nur wich­tig, wenn dein busi­ness­plan die­se ver­langt… aber dif­fe­ren­zier­te bus­ni­ness plä­ne wer­den nur ver­langt, um dir dif­fe­ren­ziert zu begrün­den, war­um nicht in dein vor­ha­ben inve­stiert wird. wenn es um daten, infor­ma­tio­nen, wis­sen geht… mit ver­laub: dann ist die zahl der zuhö­ren­den abso­lut unwe­sent­lich. ein ein­zi­ges bes­se­res argu­ment, pul­ve­ri­siert dein gan­zes gefü­ge. und bloss weil du 1 mil­li­on fol­lo­wer hast, ist das kein inhalt­li­ches güte­sie­gel… hal­lo?

ser­vus inter­net 

- ah nein. ich bin ja teil der ein­hei­zen­den vor­grup­pe. die bei­den kom­men ja erst spä­ter… ich freue mich auf die bei­den… mein spruch bei rebell.tv bis 2010 war ja immer:

wo ist die kame­ra?

wel­co­me to the ger­man-speaking part of euro­pe

für heu­te wür­de ich aber ger­ne eine ande­re begrüs­sungs­for­mel nut­zen… albert ein­stein hat die­se vor genau 88 jah­ren… (das ist ein zei­chen. es geht ja auch um die insze­nie­rung von ver­schwö­rungs­theo­ri­en hier und es ist noch nicht geklärt, wer ich bin, gell? also: vor genau 88 jah­ren, am 22. august 1930 zur eröff­nung der heu­ti­gen «inter­na­tio­na­len funk­aus­stel­lung ber­lin» begrüss­te albert ein­stein mit den wor­ten:

sehr ver­ehr­te an- und abwe­sen­de

es gelingt uns heu­te nicht mehr zu ver­ges­sen, dass die anwe­sen­den abwe­send sein kön­nen und die abwe­sen­den höchst prä­sent. weni­ge  jah­re nach dem albert ein­stein in ein mikro­fon mit radio-access die­se begrüs­sungs­for­mel sprach, ver­such­te eine trau­ma­ti­sier­te genera­ti­on wie­der fuss zu fas­sen. ihr trau­ma war  – hüben und drü­ben, ob sie­ger oder ver­lie­rer – FEIND HöRT MIT.

sie haben über­lebt, weil sie es gelernt haben, para­dox zu kommun­zie­ren. 

stell dir vor, du bist fun­ker und sagst ins mikro­fon: «mei­ne grup­pe geht jetzt nach nor­den.»

das sagst du nie, wenn du weisst, dass der feind mit­hört. wenn schon sagst du prä­zis das gegen­teil von dem, was du machen wirst: «mei­ne grup­pe geht jetzt nach süden.»

weil aber dein feind das genau glei­che pro­blem hat, wird er dei­ne tricks ken­nen. dar­um sagst du ins mikro­fon… ufff…

paul watz­la­wick gehör­te zu jener genera­ti­on, wel­cher sein gan­zes leben dafür hin­gab, schluss mit die­ser komi­schen vor­stel­lung von einer «röhr­chen­kom­mu­ni­ka­ti­on» zwi­schen men­schen zu machen.

vor paul watz­la­wick gin­gen wir davon aus, dass wir men­schen mit­ein­an­der reden müs­sen, damit wir uns ver­ste­hen kön­nen. frie­de­mann schultz von thun hat – mit sei­nen vier ohren, ihr kennt das – höchst erfolg­reich an der fort­set­zung die­ser all­tags­prak­ti­schen tri­via­li­sie­rung gear­bei­tet.

nach paul watz­la­wick aber gehen wir davon aus, dass men­schen mit­ein­an­der reden müs­sen, weil men­schen sich nicht ver­ste­hen kön­nen. (nicht ver­ste­hen kön­nen.) kön­nen.

das war das vor­spiel…

näch­sten mitt­woch haben wir um 18.30h an der fischer­stie­ge buch­ver­nis­sa­ge zu «paul watz­la­wick 4.0». das war ein wer­be­spot. vor jedem you­tube-video der grup­pe 42 kommt wer­bung. ich dach­te, das sei ok so ;-)

ich habe ver­spro­chen, dass ich die fra­ge beant­wor­te, war­um ich mich als wiki­pe­dia­ner an edit­war betei­li­ge. weil aber die­se fra­ge sehr schnell beant­wort­bar ist, nut­ze ich die zeit anders.

zuerst gleich jetzt ein expe­ri­ment mit euch. nehmt doch bit­te schon mal das han­dy aus der tasche.

danach beant­wor­te ich die an mich gestell­te fra­ge.

und den rest der zeit will ich dafür nut­zen, einen vor­schlag zu machen, wie die arbeit der grup­pe 42 zu inter­pre­tie­ren sei.

ich schät­ze die arbeit die­ser grup­pe sehr. ich ler­ne viel von ihr. und mein vor­trag soll nichts ande­res sein, als ein 50-minü­ti­ger kom­men­tar unter all ihre vide­os. wel­che ich frei­lich nicht alle gese­hen habe. der titel mei­nes vor­trag könn­te also auch lau­ten:

war­um ich mich bei wiki­pe­dia um edit­war bemü­he. oder:

wie man über vide­os spricht, die man nicht gese­hen hat.

aber ich will nicht all­zu abge­spa­ced wir­ken… dar­um…

habt ihr das han­dy in der hand?

irgend­wann im 2016 wur­de ich am mor­gen ange­ru­fen und gefragt, ob ich für die soi­ree von heu­te abend im caba­ret vol­taire noch einen bei­trag machen könn­te. wir fei­er­ten 100 jah­re dada in zürich. und die mach­ten das hun­dert jah­re frü­her auch so. durch den tag arbei­ten. am abend vor­tra­gen. nie­mand war nur teil­neh­mend. alle waren teil­ge­bend. (ok, sie hat­ten dann noch bes­se­re dro­gen, wie wir heu­te. aber­nu.) ich muss es wis­sen. ich war 2016 off­zi­el­ler, zer­ti­fi­zier­ter, aller­dings nur 2x ein­ge­setz­ter dada-gui­de. wie auch immer. weni­ge minu­ten spä­ter hau­te ich die­ses video online. ich bin kein pro­fes­sio­nel­ler insze­na­tor wie der ste­phan bar­tu­nek. ich ent­schul­di­ge mich. aber ich hof­fe, ihr habt spass, den test zu testen:

neugieronautik.ch/bühnewarfake

ganz herz­li­chen dank.

teil 2 ist die beant­wor­tung der fra­ge, war­um ich mich an edit­war betei­li­ge. ich mache seit dem 18. august täg­lich ein #SNAPe­ri­ment. das ist min­de­stens genau­so spon­tan. und nicht per­fekt. aber damit haben wir dann die fra­ge vom tisch und ich kann tun, wor­auf ich hier lust habe: zu zei­gen, was ich sehe, wenn ich der grup­pe 42 beim arbei­ten zuschaue… die beant­wor­tung der fra­ge:

so. das wars. ok. es gab dann reak­tio­nen… von jonaster_wp wel­cher ja auch im ein­trag von danie­le gan­ser enga­giert ist…

schluss jetzt… das soll nun hier kei­ne the­ma mehr sein. ich tue jetzt so, als wäre die fra­ge beant­wor­tet, war­um ich mich an edit­war betei­li­ge.

unter uns: ich bin ja gar nicht so wild auf wiki­pe­dia.
https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Derpr%C3%A4fekt 

ange­fan­gen habe ich selbst­ver­ständ­lich mit mei­nem kür­zel sms
https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Sms~dewiki

im gespräch mit wikistamm­tisch von seba­sti­an wall­roth arbei­ten wir den unter­schied unse­rer bei­den zugän­ge zu wiki­pe­dia her­aus: er arbei­te­te – wenn ich mich rich­ti­ge erin­ne­re – kei­ne ahnung, ähm… am ein­trag zu johann seba­sti­an bach oder so – ab, wäh­rend ich ins­be­son­de­re an neo­lo­gis­men inter­es­siert war… an wor­ten, an spra­che, an gedan­ken, an wirk­lich­kei­ten, wel­che eben noch gar kei­ne kon­so­nan­te ver­stän­di­gung gefun­den haben…

dar­um getraue ich mich zu sagen, dass ich mich an edit­wars betei­li­ge… weil ich edit­war als eine pro­zess ver­ste­he, in wel­chem dis­sens fest­ge­stellt wird und die aus­ein­an­der­le­gung von unter­schied­li­chen und unter­schied­lich­sten und gegen­sätz­lich­sten infor­ma­tio­nen und wis­sens­be­stand­tei­len gear­bei­tet wird.

es geht – nach wie vor – dar­um, dass das wis­sen der men­schen so zugäng­lich gemacht wird, dass die ein­zel­nen men­schen dar­an par­ti­zi­pie­ren kön­nen, um danach sel­ber wei­ter den­ken kön­nen… SAPE­RE AUDE ist nicht nur der wahl­spruch der auf­klä­rung. HABE MUT ist auch der slo­gan der wiki­pe­dia…

in einem text, wel­cher ganz auf unse­rem band 2 von «die form der unru­he», 2010, juni­us-ver­lag ham­burg basiert, sagen wir – wir, das ist die abwe­send anwe­sen­de tina piaz­zi und ich – immer wenn es ernst­haft wird, tun wir so, als wären wir ein künst­ler­paar:

(A) Über vie­le, unter­schied­li­che, wider­sprüch­li­che, kon­tro­ver­se Infor­ma­tio­nen zu ver­fü­gen, ist Zei­chen von frei­er Infor­ma­ti­on.

(B) Eine Infor­ma­ti­on kann noch so «rich­tig und wahr» sein. Erst wenn es gelingt, die facet­ten­rei­che Viel­falt erleb­ter Rea­li­tät zu inte­grie­ren, ent­fal­tet sich die Qua­li­tät einer Infor­ma­ti­on. Oder ein­fa­cher: «The Con­text ist the Mes­sa­ge.» (Bazon Brock)

(C) Mehr­deu­ti­ge, ambi­gue, kon­tex­tua­li­sier­te Infor­ma­ti­on sta­bi­li­siert eine freie, indi­vi­du­el­le, offe­ne Erkennt­nis­ge­win­nung und unter­läuft ver­kru­ste­te, ille­gi­ti­me Macht­struk­tu­ren.

es ging dann noch wei­ter… aber ich will jetzt zum drit­ten teil kom­men. auf den freue ich mich selbst am mei­sten. weil ich nicht weiss, ob er funk­tio­niert. aber fas­zi­nie­ren tut er mich seit wochen.

was tut die­se grup­pe 42?

das hat mich erst auf die idee gebracht, das 2 mona­ti­ge vlog communautic.org/pngpng (ping­pong!) auf­zu­set­zen. ich bin von der #smf18 zur #wikicon18 zur #wiwi18 zu #Paul­Watz­la­wick am rei­sen… mei­ne annah­me ist:

die grup­pe 42 tut das fürs inter­net, wass die ganz gros­sen ver­le­ger in der schweiz an events wie dem swiss media forum #smf18 – und vie­len wei­te­ren events durchs gan­ze jahr hin­durch stän­dig tut:

  • sie zele­brie­ren ihre fein­de
  • sie suchen die eska­la­ti­on
  • sie suchen wie irre nach busi­ness­plä­nen
  • und das tun sie prä­zis damit, dass sie sich ihre fein­de zu freun­den machen

und es gelingt ihnen her­vor­ra­gend…

jetzt kommt ja auch bei euch die #NoGis abstim­mung… die heisst in deutsch­land dann irgend­wann #NoGez und wur­de bei uns abge­feu­ert als #NoBil­lag… das gibt eine rie­sen par­ty und die heisst: OHNE JOUR­NA­LIS­MUS, KEI­NE DEMO­KRA­TIE. und sie wer­den auch in deutsch­land und in öster­reich dra­ma­tisch deut­lich sie­gen und sich geld ohne abseh­ba­res ende sichern…

und was tut die grup­pe 42?

sie sucht streit mit… mit der lin­ken wochen­zei­tung? – das hät­te sie nach «die dunk­le sei­te der wiki­pe­dia» tun müs­sen… mit der NZZ? das hät­te sich nach der jagd auf feliks tun müs­sen… NEIN… tut die grup­pe 42 nicht. sie sucht den streit mit der wiki­pe­dia-com­mu­ni­ty…

das habe ich lan­ge nicht ver­stan­den.

aber wie ich es ver­stan­den habe… wow… war ich begei­stert.

ihr wollt quel­len­an­ga­ben? – ok.

zu #NoBil­lag habe ich auch ein #SNAPe­ri­ment gemacht:

das ist jetzt nicht so wich­tig… sol­che sachen sind inter­es­san­ter…

 

mit wem sucht die grup­pe 42 streit? mit der sonn­tags­zei­tung? (das ist übri­gens tame­dia, wird in der dunk­len sei­te nicht gesagt) mit der lin­ken wochen­zei­tung? mit der NZZ? und weil die­se häu­fung von schwei­zer titeln durch die bear­bei­tung von danie­le gan­ser ver­ur­sacht wird, müss­te unbe­dingt auch das schwei­zer fern­se­hen mit rein genom­men wer­den… da gäbe es jede men­ge mög­lich­kei­ten für streit…

wenn wiki­pe­dia ein kapi­tel mit «ver­schwö­rungs­theo­rie» über­ti­telt wird, setzt das – sehr berech­tigt und wich­tig – einen kom­men­tar ab. wenn aber «pro­fes­sio­nel­ler infor­ma­ti­ons­jour­na­lis­mus» die glei­che zei­chen­ket­te auf tote bäu­me druckt, ganz nah neben dem namen der viel­leicht bedeu­ten­stens uni­ver­si­tät der klein­stadt schweiz: ist das immer bloss refe­renz, bloss kon­text… ganz stur beharrt die grup­pe 42 auf streit mit der wiki­pe­dia.

das ist abso­lut gross­ar­tig.

jetzt möch­te ich in einem zwei­ten schritt syste­ma­ti­scher wer­den…

 

(((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((abbruch und neu­be­ginn auf medium.com  schnel­ler not­fall-safe)))))))))))

War­um ich mich an #Edit­War @Wikipedia betei­li­ge, oder: Wie man über Vide­os spricht, die man nicht gese­hen hat | vor­trag an der #wiwi18 /sms ;-)

Text­sor­te: Memo, Tabu | Sound/Bildcheck

Erlaubt mir ein NoGo: Ich lese in den fol­gen­den 50 Minu­ten ein­fach einen Ein­trag auf medium.com/sms2sms vor. 50 Minu­ten Rede­zeit zuge­spro­chen zu erhal­ten ist ana­chro­ni­stisch. So mach­ten es frü­her und bis heu­te die Pro­fes­so­ren­den. Und die lasen dann auch ein­fach am Nach­mit­tag vor, was sie am Mor­gen zusam­men­ge­schrie­ben haben. Wer heu­te wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Hin­wei­se machen will, macht dies in einer 18 Minu­ten-Show auf Ted. Wer Ven­tu­re­Ca­pi­tal sucht und dies nicht in einem 3 Minu­ten Pitch zu begrün­den ver­mag, übt mor­gen halt ein­fach wei­ter. Und You­tube lehrt uns, dass wir 3 Sekun­den haben, den “Überspringen”-Button zu über­le­ben. Und dann haben wir wei­te­re 12 Sekun­den, die Mes­sa­ge voll­stän­dig zu detail­lie­ren. “Beden­ken Sie”, sag­te uns der Coach von Goog­le, “die paar Sekun­den schei­nen Ihnen viel­leicht sehr kurz zu sein. Aber die User woll­ten ja zu einem ande­ren Video. Für die ist es eine hal­be Ewig­keit, bis die­se Wer­bung end­lich weg­ge­macht wer­den kann.” Nut­ze die Zeit!

Dass dies alles Quatsch ist, beweist die Grup­pe 42. Sie publi­ziert ja regel­mäs­sig stun­den­lan­ge Vide­os auf You­tube. Und fin­det ton­nen­wei­se Freun­de und Fans. Und mit mir heu­te ein Jemand, wel­cher ver­sucht, die Arbeit die­ser Grup­pe zu inter­pre­tie­ren. Dafür brau­che ich aber nicht 50, son­dern bloss 30 Minu­ten. Dar­um nut­ze ich 20 davon gna­den­los, um mei­ne eige­nen Such­be­we­gun­gen zu insze­nie­ren. Wobei ich kein pro­fes­sio­nel­ler Insze­nie­rer bin. Die Grup­pe 42 sind pro­fes­sio­nel­le Jour­na­li­sten, Schau­spie­ler, Sto­ry­tel­ler. Es könn­te also schwie­rig wer­den mit mir:

Ich bin Sozi­al­ar­bei­ter. Ich arbei­te — wie das die Bezeich­nung von Beruf, Pro­fes­si­on und Dis­zi­plin ja anzeigt — am Sozia­len. Ich arbei­te nicht an Kör­pern. Ich arbei­te nicht an Psy­chen. Ich arbei­te am Sozia­len.

Es geht los:

SER­VUS INTER­NET

Ah. Nein. Ich bin ja Vor­grup­pe. Das ist ja die Begrüs­sungs­for­mel von den zwei Her­ren, die spä­ter kom­men. Auf die freue ich mich mit euch zusam­men. Klar, auch, weil ich gespannt bin, wie sie auf mei­ne Spiel mit Ihnen reagie­ren wer­den ;-)

Bis zum Abschluss von rebell.tv war mei­ne Begrüs­sungs­for­mel jeweils — wo ist die Kame­ra? — Ah! Da!

Wel­co­me to the ger­man-speaking part of the World

Aber für hier und heu­te, wür­de ich ger­ne eine ande­re Begrüs­sung machen…

Am 22. August 1930 ist Albert Ein­stein vor einem Mikro­fon mit Radio-Accessgestan­den. Er hat die 7. Deut­schen Funk­aus­stel­lung und Pho­no­schau in Ber­lin, die heu­ti­ge @IFA_berlin — eröff­net. Er sag­te, was ich auch heu­te euch zuru­fen will:

Sehr ver­ehr­te an- und Abwe­sen­de

1930. Das ist genau 88 Jah­re her. 88. Ein Zei­chen? Für man­che ja. Es ist ja noch nicht ent­schie­den, wer ich hier bin. Vor einer Woche bei der #Wikicon18 war es nicht klar, ob ich zur Grup­pe 42 gehö­re. Hier wer­de ich als Wiki­pe­dia­ner vor­ge­stellt. Für die lin­ke Wochen­zei­tung — wir nen­nen sie lie­be­voll WOZ — war ich — wie Danie­le Gan­ser, ein min­de­stens rechts-offe­ner. Min­de­stens. Mei­ne Freun­de in und um die­se Redak­ti­on her­um, haben sich bis heu­te nicht her­ab­ge­las­sen, die­se dif­fa­mie­ren­de, die­se ruf- und berufs­schä­di­gen­de — sie nen­nen es — “Ein­ord­nung”, rich­tig zu stel­len. Wo war ich? — Ahja:

Wie Albert Ein­stein die­se Wor­te in Ber­lin aus­ge­spro­chen hat — sehr ver­ehr­te An- und Abwe­sen­de — , wei­te­te sich die Mög­lich­keit der Kriegs­füh­rung mehr als nur vom zwei­di­men­sio­na­len zum drei­di­men­sio­na­len Raum aus. Der Begriff der “Umwelt” schien eben gera­de erfun­den zu sein. Der Kampf “Mann gegen Mann” ele­gan­ti­sier­te sich. Du kannst Hand anle­gen auch, wenn du Men­schen die Umwelt manipulierst. Die Gas­kam­mern des Holo­causts sind dasDenk!Mal für die­se Umstel­lung. Kom­mu­ni­ka­tiv aber, hat Albert Ein­stein es hin­rei­chend for­mu­liert:

Die Abwe­sen­den müs­sen ab sofort als Anwe­send ange­nom­men wer­den. Wer das nicht kapiert, über­lebt nicht. Eine Genera­ti­on von Kriegs­trau­ma­ti­sier­ten ver­such­te spä­ter in einem zivi­li­sier­te­ren Leben wie­der Fuss zu fas­sen. Ihr Trau­ma lau­te­te:

“Feind hört mit.”

Näch­sten Mitt­woch machen wir Buch­ver­nis­sa­ge zu “Paul Watz­la­wick 4.0”. Hier in Wien. An der Fischer­stie­ge. Ab 18.30h. Watz­la­wick war einer jener, wel­che mit die­ser elen­den Vor­stel­lung einer “Röhr­chen­kom­mu­ni­ka­ti­on” Schluss machen muss­te und “Mensch­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on” auf gänz­lich ande­re Grund­la­gen stell­te…

Ja. Das sind die­se übli­chen Wer­be­un­ter­bre­chun­gen auf dem Sen­der Kanal 42…

Schluss jetzt: Ich will Anfan­gen.

Aber viel­leicht — so hof­fe ich — wird spür­bar, was ich wol­len kön­nen woll­te: Es geht mir dar­um, eine Hin- und Her­lei­tung zu machen zu dem, wovon ich aus­ge­he: Dass wir in einer der span­nend­sten Zei­ten leben seit — … ähm… ich sage jetzt mal — 500 Jah­ren. Seit der Erfin­dung von Buch­druck.

Neu­zeit, Auf­klä­rung, Moder­ne war ja bloss die Fort­set­zung die­ses Anfangs. Dazwi­schen die wun­der­vol­le Zeit des “Anci­en Régime” mit dem umwer­fen­den Barock. Die Königs­häu­ser und die katho­li­sche Kir­che ver­moch­ten auf die Angrif­fe der Refor­ma­ti­on mit einer Gegen­re­for­ma­ti­on zu reagie­ren und haben ja erst aus­for­mu­liert und zur Dar­stel­lung gebracht, woge­gen sich radi­kal­sten Kräf­te gewehrt haben. Täu­ferPie­ti­stenWal­den­ser(wer Män­ner­na­men hören will: John WyclifJan Huss und immer so wei­ter…), wel­che dann prag­ma­ti­sche Refor­ma­to­ren wie Luther, Zwing­li, Cal­vin berühmt haben wer­den las­sen.

Dass aber die­se Moder­ne — wel­che sich also erst 300 Jah­re spä­ter hat durch­set­zen kön­nen — bereits ihren gan­zen Schrecken in ihrem Namen mit­ge­tra­gen hat, kön­nen wir heu­te nicht nicht wis­sen:

Das Moder­ne fokus­siert auf das Modi­sche. Das Modi­sche auf das Neue. Und wer das Neue prä­fe­riert, bevor­zugt, auf Total setzt, — der pro­du­ziert ins­be­son­de­re Müll. — Ja, Auch Men­schen­müllZyg­munt Bau­mann hat das prä­zis auf den schmerz­haf­ten Punkt gebracht.

Wenn Demo­kra­tie das Ende der sozia­len Fah­nen­stan­ge gewe­sen sein soll, dann Gna­de uns Gott. Ich gehe davon aus, dass die Real­exi­stie­ren­de Markt­wirt­schaft 2008 kol­la­bier­te. Die Demos waren für man­che ein­fach nicht so laut wie jene 1989 in Ber­lin, wie die Real­exi­stie­ren­de Sozi­al­wirt­schaft kol­la­bier­te.

Bei­de Syste­me fokus­sier­ten auf das Indi­vi­du­um.

  • Aber die einen sag­ten: “Es ist gut für dich selbst, wenn du dich Soli­da­ri­sierst mit allen Arbei­tern der Welt”.
  • Und die ande­ren sag­ten: “Es ist gut für die Welt­ge­mein­schaft, wenn du dei­nen eige­nen Vor­teil suchst.”

Die Gemein­sam­keit von Links und Rechts ist, dass sie das Indi­vi­du­um akzep­tie­ren, insze­nie­ren, aus­bil­den und för­dern und for­dern. Dass aber die­se gran­dio­se Pro­blem­lö­sung — wäh­rend der Zeit der Erfin­dung des Buch­drucks — längst zum Pro­blem selbst gewor­den ist, auf die­se Idee kommt aktu­el­le Par­tei­en­po­li­tik nicht.

Ihr glück­li­chen in Wien: Geht Brue­gel im Kunst­hi­sto­ri­schen anschau­en. Wie einer in einer ähn­li­chen Zeit wie der unse­ren gear­bei­tet hat — wer gar Wiki­pe­dia erah­nen will — bekommt in die­ser Aus­stel­lung viel Inspi­ra­ti­on:

Ich erah­ne mir das seit 2001 lau­fen­de Wiki­pe­dia — und das seit 2012 lau­fen­de Wiki­da­ta — als die zwei gröss­ten Pro­jek­te, wel­che auf sehr spe­zi­el­le, wun­der­sa­me, erstaun­li­che Wei­se eine ande­re Form des kol­la­bo­ra­ti­ven Aus­tau­sches erpro­ben. Und ich habe den Ein­druck, dass am Bei­spiel der Grup­pe 42 grad sehr viel gelernt wer­den kann, oder könn­te…

Ich will das in drei Schrit­ten ent­wickeln:

AZuerst möch­te ich die­se Ein­lei­tung — Medi­um sagt, die sei in 6 Minu­ten vor­les­bar — zusam­men­fas­sen und abschlies­sen mit einer klei­nen Per­for­mance, wel­che eben­falls genau 6 Minu­ten geht. Es freut mich, wenn ihr mit­ma­chen mögt. Egal ob an- oder abwe­send. Wich­tig ist: Bit­te jetzt Han­dy bereit hal­ten. Gleich gibts eine Inter­net-Adres­se, wel­che ihr auf­ru­fen sollt… dann kann es los­ge­hen.

BDanach möch­te ich die Ant­wort auf die an mich gestell­te Fra­ge geben: War­um ich mich an Edit­war auf Wiki­pe­dia betei­li­ge. Das mache ich auch mit einem Video. Nach 4 wei­te­ren Minu­ten ist auch das vor­bei.

CUnd dann will ich das pro­bie­ren, wor­auf ich mich freue, weil ich nicht weiss, wie gut es klap­pen wird: Eine Inter­pre­ta­ti­on die­ser Grup­pe 42. Was tut die? Wie macht die das? Wie kommt sie dazu, es genau so zu tun und nicht ganz anders? Was wol­len die, wie wir auf sie reagie­ren? Und immer so wei­ter…

Wenn Hans Ulrich Obrist es sagt, soll­ten wir das tun. Es geht so:

neugieronautik.ch/bühnewarfake

Die Her­aus­for­de­rung besteht nicht dar­in, einen 50-Minu­ten-Vor­trag gut, span­nend, lehr­reich zu gestal­ten. Wer das tun muss, soll es ler­nen. Es gibt dazu kei­ne Geheim­nis­se mehr. Mich inter­es­siert das nicht.

1:n

Die­ses Set­ting könn­te 1:n genannt wer­den. Eine Per­son zu vie­len. Egal ob An- oder Anwe­send. Auch die Umkeh­rung ist — je nach Schöp­fungs­ge­schich­te — zwi­schen 3000 und vie­len Mil­lio­nen Jah­re bekannt. Hier in Wien wird die­ses Set­ting gera­de jeden Don­ners­tag wie­der geübt.

n:1

Auch das inter­es­siert mich nicht. Und schon gar nicht inter­es­siert mich das Ur-Set­ting von Adam und Eva:

1:1

Nein. Mich inter­es­siert jenes Set­ting, zu wel­chem es noch sehr spär­lich Lehr­bü­cher gibt. Und jene, wel­che es gibt, traue ich noch nicht so rich­tig. Lasst es uns

n:n

n zu n nen­nen: Vie­le mit Vie­len. Vie­les mit Vie­lem. Egal ob Zeit­gleich, Zeit­nah oder umstand­los Asyn­chron: Wir nen­nen es Kol­la­bo­ra­tiv, Mul­ti­per­spek­ti­visch, Mul­ti­ra­tio­nal und immer so wei­ter…

Ich wer­de so oft mit all den Vor­wür­fen gegen­über Wiki­pe­dia kon­fron­tiert. Als hät­te Wiki­pe­dia null Ahnung von ihren eige­nen Pro­ble­men. Aber sehr sel­ten wird gefragt, wie es denn eigent­lich mög­lich war, dass von 2001 bis — sagen wir mal — 2007 sich die­se Wiki­pe­dia hat auf­bau­en kön­nen… Seit aller­spä­te­stens 2009 ist das Pro­jekt mög­li­cher­wei­se recht pre­kär unter­wegs. Weil zwar Mil­lio­nen — auch unend­li­che vie­le kri­ti­sche Jour­na­li­sten — Wiki­pe­dia stünd­lich als Aus­gangs­punkt für Recher­chen neh­men, aber letzt­end­lich sehr wenig Men­schen dafür sor­gen, dass Wiki­pe­dia gepflegt wird. Und selbst die von der Bevöl­ke­rung bezahl­ten Jour­na­li­stin­nen und Jour­na­li­sten, ihr stünd­lich ent­wickel­tes Wis­sen kon­se­quent in ihre eige­nen Silos ein­pfle­gen und mit einem Copy­right deckeln, statt es offen zugäng­lich und gemein­nüt­zig abzu­le­gen.

Weder Poli­tik, aber auch nicht von Wis­sen­schaft wur­den die­se fr0he Pro­zess­pha­sen von Wiki­pe­dia beglei­tet. Nicht ein­mal unter­sucht. Im Ver­gleich zum Enga­ge­ment der soge­nann­ten “Medi­en­wis­sen­schaft” zur Ret­tung der tages­ak­tu­el­len Mas­sen­me­di­en, ist der For­schungs­stand zu Wiki­pe­dia — naja — nicht nur irrele­vant, son­dern viel­mehr inexi­stent. Das ver­bes­sert sich aktu­ell gera­de etwas. Aber auch bloss des­halb, weil Medi­en­wis­sen­schaft ent­deckt, dass inhalt­li­che Tex­te auto­ma­tisch gene­riert wer­den kön­nen. Und dazu bie­tet Wiki­pe­dia ein inter­es­san­tes Daten­sam­pling. Das inter­es­siert offen­bar. Aber dort wo Grup­pe 42 ansetzt… Lang­sam:

Als Vor­be­mer­kung zu dem fol­gen­den Schnip­sel was jetzt als Ant­wort auf die an mich gestell­te Fra­ge folgt:

2010 haben wir rebell.tv vom Netz genom­men, weil unser Angel­in­vest­ment von über einer Mil­li­on Schwei­zer Fran­ken kein Ven­ture Capi­tal gefun­den hat. Rebell.tv gibt es nicht mehr. Aber zur Beob­ach­tung der #NoBil­lag-Initia­ti­ve — in Öster­reich wird in die­sen Tagen die #NoGis eröff­net und bald wird wohl auch die #NoGez in Deutsch­land lau­fen — habe ich via Snap­chat und You­tube 6 Mona­te lang, von August 2017 bis März 2018, täg­lich 4 Hash­tags beob­ach­tet. Dabei ist ein 12-stün­di­ges Kon­vo­lut ent­stan­den: http://communautic.org/ping/

Und ich bin wie­der rück­fäl­lig gewor­den und habe also wie­der mit regel­mäs­si­gem Vlog­ging gestar­tet, was heu­te mit Snap­chat und You­tube ganz wun­der­voll — und mit einem Smart­pho­ne — ohne jede wei­te­re Soft­ware so virl ein­fa­cher als vor 8 Jah­ren mög­lich ist.

Zur Beglei­tung der zwei Ver­an­stal­tun­gen — #wikicon18 und #wiwi18 — habe ich 2 Mona­te lang auch wie­der­um 4 Hash­tags beob­ach­tet und ein sogen­n­an­tes #SNAPe­ri­ment gemacht: http://communautic.org/pngpng/Dabei kann die gan­ze Vor­be­rei­tung — auch auf die­sen Vor­trag — beob­ach­tet wer­den. Bes­ser wäre, wenn ich sag­te:

“Ich beob­ach­te mich selbst beim beob­ach­ten und weiss, dass ich dabei — mit viel Zuge­winn durch Hin­wei­se ande­rer — beob­ach­tet wer­de.” Das hat übri­gens schon Brue­gels so gemacht:

Der Typ ist echt gran­di­os! — Jetzt aber mei­ne Ant­wort:

War­um ich mich an #Edit­war @wikipedia betei­li­ge?

Zur Play­list des gan­zen Kon­vo­lu­tes: http://communautic.org/pngpng/

So. Jetzt. Jetzt wird es span­nend.

(Für mich.) Ist noch jemand da?
Ja?
Geht es noch?
– ok… inter­es­siert mich ja angeb­lich nicht ;-)

Gestern mor­gen hat via Signal der “Tatal­les” — jsja: ein Pseud­onym — zwei Bild­chen geschickt:

Die lin­ke “Wochen­zei­tung” hat einen Prak­ti­kan­ten an die #Wikicon18 in St. Gal­len geschickt und hat jetzt des­sen Text auf totes Holz gepresst. Mir geht es dar­aus aber nur um die­sen Abschnitt:

Die Grup­pe 42 hat der Prak­ti­kant noch nicht ent­deckt. Aber er weiss schon Mal, dass dies “rechts­po­pu­li­sti­sche Pro­pa­gan­da” sein muss und auf “Ver­schwö­rungs­platt­for­men” ver­teilt wird. Das ist ein Moti­vier­ter am demon­strie­ren, dass er gut ins jour­na­li­sti­sche Team passt. Er mag — so sein Pro­fil auf Twit­ter — Metal. Also: Alles was rein­haut ist gut. Wenns laut ist, ist schon mal ziem­lich gut. Kurz­um: Er hat gute Vor­aus­set­zun­gen für Jour­na­lis­mus.

1Mein erster Punkt — es wird inge­samt 5 Punk­te geben! — soll nun sein: Wir reagiert Grup­pe 42 auf sol­che Ver­leum­dun­gen?

  • Rich­tig: Zunächst gar nicht.
  • Und schon grad gar nie wür­de es ihr in den Sinn kom­men, Leser­brie­fe an die Wochen­zei­tung zu schrei­ben. Ich habe jeden­falls noch nie etwas in die­ser Art gese­hen.
  • Und die Kame­ra in die Hand neh­men und 20 Minu­ten Wut und Ärger abrot­zen, wie das halt — so erklä­ren sich das die Pro­fes­sio­nel­len — jeder Wut­bür­ger so mal schnell machen wür­de? — Kommt bei der Grup­pe 42 schon grad gar nicht in die Tüte.

Das ist ein sen­sa­tio­nel­ler Punkt.

Und dar­an wird das hoch Pro­fes­sio­nel­le an die­ser Grup­pe deut­lich. Pohl­mann ist ja Jour­na­list. Fied­ler ist ja Fil­me­ma­cher. Bar­tu­nek ist ja Schau­spie­ler. Und immer so wei­ter… Wenn es also um Ver­mitt­lung, um Sto­ry­tel­ling, um pro­fes­sio­nel­le Insze­nie­rung geht, ver­fügt die Grup­pe 42 über Wis­sen und Kön­nen vom — offen­sicht­lich — Fein­sten.

Die Grup­pe reagiert erst, wenn die­se Hin­weis auf Wiki­pe­dia dif­fun­die­ren, ein­drin­gen, auf­ge­nom­men, ein­ge­ar­bei­tet wer­den. Sie erklä­ren auch regel­mäs­sig, dass Wiki­pe­dia der ent­schei­den­de Ort sei. Ide­al dazu die aller ersten Sekun­den des im Okto­ber 2017 ver­öf­fent­li­che 2 Stun­den 14 Minu­ten dau­ern­de Films “Zen­sur”. Wel­cher auch — als nicht ganz voll­stän­di­ges — Script zu lesen gibt.

Das ist zunächst eine sehr cle­ve­re, sehr geschei­te, sehr wei­se Reak­ti­on:

Wie die Busi­ness­mo­del­le von Jour­na­lis­mus lau­fen, ist nun echt kein Geheim­nis. Mit “pro­fes­sio­nel­lem Infor­ma­ti­ons­jour­na­lis­mus” zu strei­ten, macht über­haupt rein gar kei­nen Sinn. Wür­dest du zur Chef­re­dak­ti­on ren­nen, sag­te die­se:

  • “Nichts ist Älter als die Zei­tung von Gestern…” — Keep Cool!
  • “Es ging doch gar nicht dar­um in dem Arti­kel, du regst dich über einen win­zi­gen Kol­la­te­rals­scha­den auf…“
  • “Any News Are Good News” — mach was Geschei­tes dar­aus!
  • “Zum Anwalt willst du? Mach nur, bei uns wer­den heik­le Stel­len stan­dard­mäs­sig von der juri­sti­schen Abtei­lung gecheckt!”
  • und immer so wei­ter…

Die Grup­pe 42 hat nicht nur akzep­tiert, dass Wiki­pe­dia wirk­lich, das heisst in der Wir­kung des Wir’s im Ich — Wir-kl-ich — wirk­lich wich­tig ist, son­dern sie reagiert aus­schliess­lich dort. Dar­um habe ich “Geschich­ten aus Wiki­hau­sen” etc. auch schon “Das Watchv­log der Wiki­pe­dia” genannt.

Der Wert die­ser Arbeit ist nicht zu unter­schät­zen.

Es mag zwar für die Wiki­pe­dia-Com­mu­ni­ty ärger­lich sein und die Wiki­pe­dia­ner wer­den rufen, dass es inner­halb der Wiki­pe­dia weiss Gott genug Kri­tik gäbe — was mei­nes Erach­tens auch locker zeig­bar wäre — aber der Grup­pe 42 gelingt es, gera­de weil sie so pro­fes­sio­nell arbei­tet, dass damit The­men auf den Tisch kom­men, wel­che von Blog­gern und ins­be­son­de­re von Jour­na­lis­mus-exter­nen Beob­ach­tern so nicht for­mu­liert wer­den könn­ten. Auf jeden Fall nicht so, dass die Hin­wei­se von den nach wie vor als Gate-Kee­per fun­gie­ren­den, tages­ak­tu­el­len Mas­sen­me­di­en auf­ge­nom­men wer­den könn­te. (Das aktu­el­le Bei­spiel vom Prak­ti­kan­ten der WOZ wäre mir dazu ein Beleg.) Jour­na­lis­mus kann fast nur auf Kri­tik von Jour­na­lis­mus reagie­ren. Was die Idee von Kri­tik ins absur­de ver­dreht. Davon spä­ter.

Dass die Grup­pe 42 aber Wiki­pe­dia aus­ser­or­den­lich schätzt, sich um sie bemüht, Bei­trä­ge machen will, wel­che die Qua­li­tät von Wiki­pe­dia erhö­hen, selbst wenn dies dar­in bestün­de, eine neue, ande­re, näch­ste Wiki­pe­dia zu grün­den — was im übri­gen eine Hal­tung ist, wel­che selbst Mit­ar­bei­ten­de von Wiki­me­dia Deutsch­land stüt­zen — , wird etwa dar­in deut­lich, dass sie in ihrer Argu­men­ten­füh­rung gegen miss­bräuch­li­che Edits häu­fig, mei­stens, fast immer — so weit ich das sehe, wie gesagt, ich habe ja längst nicht alles gese­hen (Pau­se, weil Publi­kum im Saal kichert)—auf ande­re Ein­trä­ge in der Wiki­pe­dia ver­wei­sen und uner­müd­lich auf die Stan­dards und Idea­le bei Wiki­pe­dia ver­wei­sen.

(Ok. das ist jetzt ein sehr schlecht vor­zu­tra­gen­der Abschnitt. Sage ich doch: Die­ses Set­ting ist ein­fach Quatsch. Wür­dest du den Text im Blog lesen, wärs Null Pro­blem.)

Zusam­men­fas­sung Punkt 1:

  • Die Grup­pe 42 aner­kennt Wiki­pe­dia als das was sie ist: Extrem wich­tig. Das kann “Pro­fes­sio­nel­ler Infor­ma­ti­ons­jour­na­lis­mus” und Medi­en­wis­sen­schaft mög­li­cher­wei­se noch lan­ge nicht atte­stie­ren. Ein Stu­di­um des Pres­se­spie­gels von der #Wikicon18 zeig­te eine lan­ge Liste von Her­ab­wür­di­gun­gen, Bana­li­sie­rung, Pro­ble­ma­ti­sie­run­gen. Dass die­se Stim­mung aber kip­pen könn­te, zei­gen Aus­sa­gen von Gil­les Mar­chand oder — um hel­ve­tisch zu blei­ben — ein Pro­jekt von Patri­zia Lae­ri, was kom­mu­ni­ka­tiv aller­dings auch für die Repu­ta­ti­on von Wiki­me­dia höchst schwie­rig ist… aber­nu: ich woll­te nicht neue Kisten öff­nen, son­dern zusam­men­fas­sen:
    Grup­pe 42 schenkt Wiki­pe­dia höch­ste Aner­ken­nung,
  • sie enga­giert sich in der Sache der Qua­li­täts­för­de­rung,
  • sie sucht aus­schliess­lich Streit mit der Wiki­pe­dia-Com­mu­ni­ty.

2Mein zwei­ter und eigent­lich auch drit­ter Punkt — es freut mich beson­ders, die­se in Wien vor­tra­gen zu dür­fen — sol­len bele­gen, dass die Grup­pe 42 eine Exper­tin in der Nut­zung von “Para­do­xer Kom­mu­ni­ka­ti­on” sei. Paul Watz­la­wick, Nor­bert Wie­ner, Heinz von Foer­ster, Lud­wig Witt­gen­stein und wie sie auch alle heis­sen mögen… sie alle hät­ten mit jeder Garan­tie einen rie­sen Spass, die­se Grup­pe zu beob­ach­ten. Ich will mit dem Bei­spiel der “Ver­schwö­rungs­theo­rie” begin­nen.

Wenn Danie­le Gan­ser — in Öster­reich müss­te jetzt noch der Herr Dok­tor davor gestellt wer­den — wenn also Dok­tor Gan­ser in der Wiki­pe­dia Ver­schwö­rungs­theo­rie unter­stellt wird, flippt die Grup­pe aus. Sie tut jeden­falls so. Aber was die Grup­pe 42 gegen­über Wiki­pe­dia, einem offe­nen Netz­werk in wel­cher ein­fach alle und jeder, knall­hart mit­pro­to­kol­liert, mit­schrei­ben kann? — Sie unter­stellt Ver­schwö­rungs­theo­rie! In dunk­ler Umge­bung, mit einer ein­sam vor sich hin­qual­men­der Ziga­ret­te eines inve­sti­ga­tiv in die Akten­re­cher­che ver­schwun­de­nen Jour­na­li­sten, wird von eini­gen weni­gen — 200, viel­leicht auch nur 20 — Accounts erzählt, wel­che die gesam­te Enzy­klo­pä­die kon­trol­lie­ren…

Das ist der­art thea­tra­li­sche über­höht, dass es auch der Blin­de als Thea­ter sehen muss. Dar­s­uf ange­spro­chen, ssgten­ndie Her­ren frei­lich: Nein, Nein, Nein! — Was ledig­lich deren pro­fes­sio­na­li­tät bestä­tigt! — Das Ziel ist offen­sicht­lich: Von Ver­schwö­rungs­theo­ri­en zu reden, ist — solan­ge aka­de­mi­sche Kri­te­ri­en gel­ten — ein­fach bloss Quatsch.

Natür­lich machen Staa­ten gehei­me Aktio­nen. Wozu sonst sind denn die Geheim­dien­ste da? Und war­um heis­sen sie denn “Geheim”, wenn sie “Öffent­lich” agie­ren? Und wenn bei­spiels­wei­se das Schwei­zer Fern­se­hen im Jahr des Herrn 2018 einen Uni­ver­si­täts­do­zen­ten, wel­cher auch ein Jour­na­list der NZZ ist, eine hohe Funk­ti­on beim Mili­tär inne­hat und von sich sagt, er wür­de für den Nach­rich­ten­dienst arbei­ten als Exper­ten gegen den Abwe­sen­den “Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker” Dr. Danie­le Gan­ser auf­fährt — ich spre­che von Bru­no Lez­zi — dann musst du schon sehr komisch gewickelt sein, um nicht ein biss­chen zu stau­nen. Gell? — Was eine “seriö­se Quel­le” ist, das möch­te ich mir noch für Punkt 4 auf­he­ben. Hier soll mein Punkt sein:

Die Grup­pe 42 ver­steht es, Quatsch­be­grif­fe als Sol­che zu insze­nie­ren. Sie so auf­zu­fah­ren, dass sie fron­tal kol­li­die­ren. Und nichts weni­ger erzwin­gen, als die Ver­mei­dung die­ser Begrif­fe.

Und das könn­te als eine Insze­nie­rung eines zen­tra­len Anlie­gens von Wiki­pe­dia gese­hen wer­den: Es geht dar­um, Wis­sen zur Dar­stel­lung zu brin­gen. Nicht Mei­nung. Nicht Wahr­heit. Wis­sen.

3Mein drit­ter Punkt schliesst eng dar­an an, aber an einem gänz­lich ande­ren Anlie­gen: Das anony­me Publi­zie­ren. Die­se inbrün­stig insze­nier­te Jagd nach ein­deu­ti­ger Iden­ti­tät und Klar­na­men. Dabei ist jeder ange­mel­de­te “Benut­zer”, wie es in der Wiki­pe­dia heisst, ganz ein­fach via eMail erreich­bar und jeden­falls ein­fa­cher und direk­ter zu errei­chen als Prot­ago­ni­sten der Grup­pe 42. Und sehr oft sind die Ver­bin­dun­gen zwi­schen Benut­zer­na­me auch mit ein­fa­chem Goog­len leicht zu veri­fi­zie­ren. Auch hier wür­de ich wie­der sagen: Es wird mit thea­tra­li­schem Ein­satz ein The­ma insze­niert, wel­ches danach als Sol­ches nicht mehr irri­ta­ti­ons­los dis­ku­tiert wer­den kann.

Wer gegen das anony­me Publi­zie­ren ist, ist gegen die Frei­heit.

Das gilt seit 500 Jah­ren so. Jour­na­li­sten decken tra­di­tio­nell ihre Infor­man­ten. Lea­king ist erst in Ver­ruf gera­ten, wie Staa­ten und Ban­ken — die gewal­tig mäch­ti­gen, also — ver­ra­ten wor­den sind.

Auf­klä­rung hat ihren Namen davon, dass eben das Ver­steck­te, Ver­bor­ge­ne, Unzu­gäng­li­che ans Licht gezerrt unf geklärt wer­den soll. Die Tra­di­ti­on der “Expli­zie­rung des Impli­zi­ten” hat aller­spä­te­stens mit dem Nord­afri­ka­ner Augu­sti­nus unzwei­fel­haf­te Kraft gewon­nen und wird in allen Genera­tio­nen aufs immer wie­der Neue bestärkt. Ich kann mir gar nicht vor­stel­len, dass die­ses Prin­zip zurück­ge­nom­men wer­den kann. Ich kann mir aber nicht vor­stel­len, wie die­ses Prin­zip unter den Bedin­gun­gen von mit­rech­nen­den, mit­wir­ken­den, mit­ent­schei­den­den Com­pu­tern rea­li­siert wer­den kann. Damit könn­te ich jetzt zum fünf­ten und letz­ten Punkt wei­ter ren­nen. Vor­her aber noch:

4Tat­säch­lich gibt es die Mög­lich­keit auf Wiki­pe­dia, dass Accounts mit beson­de­ren Pri­vi­le­gi­en, so löschen kön­nen, dass ich als “pas­si­ver Sich­ter” — wie mein Kom­pe­tenz­le­vel, das zweit­un­ter­ste, bezeich­net wird — nicht ein­mal mehr sehe, dass hier je ein­mal was gelöscht wor­den ist. Die­se Fra­ge zu skan­da­li­sie­ren — wie dies die Grup­pe 42 tut — fin­de ich höchst unter­stüt­zens­wert. Weil die­se Fra­ge uns Mit­ten an gänz­lich unter­kom­plex ver­han­del­te The­men füh­ren, wel­che den Rah­men hier bei wei­tem spreng­ten.

Nur so viel: Die deut­sche Bun­des­re­gie­rung unter­stützt mit dem #Netz­DG — dem Netz­durch­set­zungs­ge­setz — dass Platt­form­be­trei­ber ver­klagt wer­den kön­nen, wenn die­se gesetz­lich ver­bo­te­nen Inhalt auf ihren Sei­ten hal­ten. (Ganz anders im Übri­gen die Schweiz.) Wit­zi­ger­wei­se stö­ren sich Face­book, Goog­le & Co auch gar nicht dar­an, dass sie mit irra­tio­na­len Höchst­stra­fen bedroht sind. Im Gegen­teil: Es legi­ti­miert sie zu han­deln und Geld spielt eh kei­ne Rol­le. Unse­re Regie­run­gen unter­stüt­zen so offen­sivst die Pri­va­ti­sie­rung des Rechts­staa­tes. Ein Skan­dal. Einer von Vie­len.

Will sagen: Die Her­aus­for­de­run­gen sind der­mas­sen gigan­tisch, dass jedes Jagen von Ein­zel­per­so­nen — mit Ver­laub — unan­stän­dig wird, wenn nicht das Ziel dahin­ter stün­de — und die­ses irgend­wann als sol­ches auch sicht­bar wür­de!— auf die gros­sen, atem­be­rau­ben­den, dra­ma­ti­schen Kon­se­quen­zen unse­re aktu­el­len infor­ma­tio­nel­len Situa­ti­on zu ver­wei­sen.

Ich will es dabei belas­sen. Und noch einen letz­ten fünf­ten Punkt auf­tun. Eine eben­falls rie­si­ge Kiste.

5Was ist eine seriö­se Quel­le? Die Grup­pe 42 skan­da­li­siert die­ses bei der deut­schen Wiki­pe­dia beson­ders hart­näckig ver­foch­te­ne Rele­vanz­kri­te­ru­en, dass bei tages­ak­tu­el­len, zeit­na­hen Quell­ver­wei­sen fast nur noch jour­na­li­stisch erzeug­te Publik­stio­nen ein­trag­bar sind. Um bei Danie­le Gan­ser zu blei­ben: Ein Aus­sa­ge von Danie­le in irgend­ei­nem Video auf You­tube, ist schlicht nicht bei Wiki­pe­dia ein­trag­bar, auch wenn es eine wis­sen­schaft­lich was­ser­dich­te Aus­sa­ge wäre. Links auf Soci­al­me­dia Platt­for­men wer­den sogar tech­nisch ver­hin­dert. Das führt gera­de bei der Dar­stel­lun­gen von kon­tro­ver­sen, noch nicht kon­sen­su­ell gesät­tig­ten The­men, zu ärger­li­chen Pro­ble­men.

Auch hier: Das Enga­ge­ment der Grup­pe 42 kann dar­in gar nicht genü­gend geschätzt wer­den. Frei­lich ist auch dies kein Fra­ge­kom­plex, wel­che der Wiki­pe­dia fremd wäre. Ganz im Gegen­teil. Gera­de aus Schwei­zer Sicht, wel­che in vie­len Tei­len tra­di­tio­nell eine hohe Nähe zu ame­ri­ka­ni­schen Frei­heits­idea­len pflegt, ein wich­ti­ger Punkt. Es gäbe noch eine radi­ka­le­re Sicht, wel­che ich aber nicht per­sön­lich ken­ne. Es wur­de mir gesagt, dass Sprach­grup­pen inner­halb der Wiki­pe­dia, wel­che stark durch ora­le Gesell­schafts­struk­tu­ren geprägt sind, gänz­lich ande­re “Rele­vanz­kri­tie­ri­en” ent­wickelt hät­ten. Bit­te Fra­gen sich mich dazu nichts. Ich habe kei­ne Quel­len dazu. Aber gera­de die­ser Umstand macht die Aus­sa­ge nicht weni­ger wert­voll? Über­re­det? — Das ist mein Punkt. In der Beur­tei­lung, ob eine Aus­sa­ge Gül­tig­keit hat, rele­vant ist, ist die Beur­tei­lung der “Quel­le” ledig­lich einKri­te­ri­um von ande­ren.

Ich will die­sen fünf­ten Punkt aber zum Abschluss noch für einen Über­gang nut­zen, wel­cher bei der Grup­pe 42 noch nie — wie gesagt… — in den Fokus kam: Wiki­da­ta.

Was eine seriö­se Quel­le ist, wel­che den bestehen­den Rele­vanz­kri­te­ri­en ent­spricht, wird durch Wiki­da­ta fun­da­men­tal ange­grif­fen und befragt.

Wenn wir der klas­si­schen Infor­ma­ti­ons­wis­sen­schaft fol­gen wol­len, unter­schei­den wir zwi­schen Daten — Infor­ma­tio­nen — Wis­sen.

Auf Wiki­pe­dia woll­ten wir bis­her nur ein­tra­gen, was als “Wis­sen” kon­sen­su­ell gesät­tigt ist. Dabei sol­len unbe­dingt — bedin­gungs­los! — auch kon­tro­ver­se Wis­sens­be­stän­de zum (ver­meint­lich) glei­chen Gegen­stand zur Dar­stel­lung kom­men.

Das seman­ti­sche Web, was Wiki­da­ta seit 2012 am ent­wickeln ist und sich an schema.org der w3c ori­en­tiert, for­dert aber das gan­ze — ich habe gelernt, dass es hip ist zu sagen — Öko­sy­stem von Wiki­me­dia her­aus. Goog­le hat kürz­lich ein Fin­de­por­tal für Daten­sät­ze eröff­net. Und die Ver­wal­tun­gen — ob Wienoder Zürich — sind ist in die­sem Zusam­men­hang äus­serst aktiv. (Je nach Zeit, schnell rein­klicken!) Es ist höch­ste Zeit.

Ich darf zum Schluss kom­men.

Selbst­ver­ständ­lich will ich noch einen letz­ten Schnipp­sel zei­gen aus dem Archiv von rebell.tv. Einer, wel­cher nicht nur zu Wien passt, son­dern auch zu unse­rem The­ma.

Nicht ohne mei­ne 5 Punk­te zusam­men­zu­fas­sen:

  1. Die Grup­pe 42 sucht nicht Streit mit ihren Fach­kol­le­gen, son­dern mit der Wiki­pe­dia-Com­mu­ni­ty: Aus Grün­den!
  2. Die Grup­pe 42 nutzt para­do­xe Kom­mu­ni­ka­ti­on um Quatsch­be­grif­fe zu pul­ve­ri­sie­ren. Einer heisst: “Ver­schwö­rungs­theo­rie”
  3. Ein ande­rer Quatsch­be­griff heisst “Anony­mes Publi­zie­ren”. Wer anony­mes Publi­zie­ren nicht ver­tei­digt, ist gegen die Frei­heit. Ende der Durch­sa­ge.
  4. Die Grup­pe 42 hat Poten­zi­al, die ganz gros­sen gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen zu for­mu­lie­ren. Das Bei­spiel wäre: “Pri­va­ti­sie­rung des Rechts­staa­tes.”
  5. Ohne die Inte­gra­ti­on von Wiki­da­ta in die Kri­tik von Wiki­pe­dia, wird das nix. Wiki­da­ta läuft seit 2012 und die Ener­gie in die­sem Pro­jekt — in wel­chem übri­gens sehr vie­le Frau­en mit­ar­bei­ten — ist rie­sig.

Und ich höre auch nicht auf, bevor ich mich herz­lich bedankt habe. Bei Euch allen. Der Geduld mit mir. Der Grup­pe 42 und ins­be­son­de­re Ste­phan Bar­tu­nek für die­se gross­ar­ti­ge Arbeit, wel­che die­se #wiwi18 ermög­licht. Dan­ke. (Hat der Gute schon einen dicken Applaus erhal­ten?)

Die Her­aus­for­de­run­gen sind zu gross, als dass wir uns gegen­sei­tig Aus­spie­len. Es ist egal, ob ich eine Frau oder ein Mann bin, erwerbs­los oder erfolg­reich, gescheit wie Albert Ein­stein oder dumm wie Brot, nativ oder immi­grant, ein Kind oder ein Gross­vä­ter­chen wie ich, von hier oder von dort bin, anwe­send oder abwe­send. Vor dem Rech­ner sind wir — wie frü­her vor Gott und spä­ter vor der Justi­zia— alle gleich.

Es geht wei­ter­hin dar­um, einen Umgang — einen muster­gül­ti­gen Umgang — mit Dis­sens zu erfin­den. Jede Epo­che neu. Wir haben mit Wiki­pe­dia und Wiki­da­ta grad zwei Umge­bun­gen vor uns, wel­che das Wis­sens dar­um, was uns Men­schen zu Men­schen macht sam­melt, auf­be­rei­tet, ein­an­der her­zeigt. Es gibt vie­le ande­re Umge­bun­gen, in wel­chen wir üben kön­nen. “…aus­ser, wir tun es.

Es scheint aber jeden­falls grad so, als dass sich Poli­tik, Wis­sen­schaft und Jour­na­lis­mus als Teil von Pro­blem erkennt­lich zei­gen. Und nicht als Teil von Lösung.

Das kann unru­hig machen. Aber es ist nicht der Unter­gang der Welt. Das hat unse­re Gesell­schaft schon bei der Erfin­dung von Spra­che, Schrift und Buch­druck erfolg­reich über­stan­den. Ganz ohne Krieg.

Krieg, Gewalt, Zer­stö­rung: Das ist das Mit­tel der Star­ken. Die Schwa­chen hat­ten schon immer gänz­lich ande­re Pro­blem­lö­sungs­vor­schlä­ge als die Star­ken. Wir soll­ten uns ein­brin­gen.

“Wir sehen der Zukunft ins Gesicht”, wird Peter Wei­bel gleich sagen… Zie­hen wir uns nicht vor ihr zurück! Wei­ten wir die Gegen­wart ins Unend­li­che und gestal­ten offen­siv an einem guten Leben. Ich wün­sche uns gutes Gelin­gen.

WORK IN PRO­GRESS

 

 


Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese HTML Tags kannst du verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>