#Sozialarbeit ist (k)eine Menschenrechtsprofession

[Textsorte: Blitz, Beken­nt­nis]
Arbeits­form: Lis­ten­bil­dung, Work in Progress
Anlass: Weil mich diese Def­i­n­i­tion schon immer gestört hat.
TL;DR: Soziale Arbeit ist Arbeit am Sozialen. Nicht an Kör­pern. Nicht an Psychen.

Es war Prof. Dr. Sil­via Staub-Bernasconi, welche Soziale Arbeit als eine Men­schen­recht­spro­fes­sion vorstellte. 

Aber warum eigentlich?

#Sozialar­beit als Men­schen­recht­spro­fes­sion? — 1. Durch­fürung 4‑Tage-Work­shop FH St. Gallen

  • Es war der Kom­pro­miss, welch­er nötig war, damit Sozialar­beit — endlich! — einen eige­nen Mas­ter­lehrgang bekom­men sollte.
  • Ich war dabei. Bei der ersten Durch­führung des Lehrgangs in Berlin, kon­nte ich mich noch wehren. Beim zweit­en Durch­gang klopfte mich (Mam­ma) Sil­via weich. (Ich habs nicht bereut ;-)

Kom­pro­misse einzuge­hen, einen tra­di­tionellen Frauen­beruf auf der Ebene der Uni­ver­sität abzu­sich­ern, ist ok. Es später aber nicht zu erzählen, dass es bloss ein Trick war in ein­er wüsten, verzwick­ten, ärg­er­lichen Sit­u­a­tion des Bologna-Prozess­es, weniger. 

Keine wis­senschaftliche Diszi­plin kommt auf die durchgek­nalle Idee, ihre Basis auf den stets vor­läu­fi­gen Stand ein­er sozialen Übereinkun­ft — wie diese sich in einem juris­tis­chen Gesetz nieder­schlägt — abzustützen.

Freilich hat die ganze von Frauen in min­destens 500 Jahren vor­angetriebene The­o­riear­beit ein­er Hand­lungswis­senschaft Sozialer Arbeit auch in keinem einzi­gen Moment eine solche Idee verfolgt.

Und wenn irgend jemand die The­o­riegeschichte von Sozialer Arbeit ken­nt, beschreibt und zugänglich hält, dann ist das Sil­via Staub-Bernasconi. Kurzum:

#Sozialar­beit als Men­schen­recht­spro­fes­sion? — 1. Durch­fürung 4‑Tage-Work­shop FH St. Gallen

Soziale Arbeit ist Arbeit am Sozialen.

Nicht an Men­schen.
- Son­st würde ja wohl Job, Beruf, Pro­fes­sion, Diszi­plin eher Men­schenar­beit heis­sen.
Nicht an Kör­pern.
- Son­st würde ja wohl Job, Beruf, Pro­fes­sion, Diszi­plin eher Kör­per­ar­beit heis­sen.
Nicht an Psy­chen.
- Son­st würde ja wohl Job, Beruf, Pro­fes­sion, Diszi­plin eher Psy­choar­beit heissen.

Die Bio-Psycho-Soziale Denkfigur

Die Spielfor­men dieses Mod­ells haben sich noch nicht beruhigt. Staub-Beransconi arbeit­et sich im sys­temis­chen Par­a­dig­ma von den Bedürfnis­s­the­o­rien her daran ab. Sie unter­schei­det aber auch in der aktuell­sten Pub­li­ika­tion “klas­sisch” (S. 169ff):

  • biol­o­gis­che Bedürfnisse
  • psy­chis­che Bedürfnisse
  • soziale Bedürfnisse.

Das ste­ht in keinen Geset­zbuch der UNO. Und braucht es auch gar nicht. Weil sich eine wis­senschaftliche Diszi­plin, nicht einem Gesetz unter­wirft. Auch nicht einem guten Gesetz. Von Guten. (So?)

#Sozialar­beit als Men­schen­recht­spro­fes­sion? — 1. Durch­fürung 4‑Tage-Work­shop FH St. Gallen

Archiv:
https://medium.com/@sms2sms/die-bio-psycho-soziale-denkfigur-6be036861cd4

LITERATUR

  1. Staub-Bernasconi, Sil­via: Soziale Arbeit als Hand­lungswis­senschaft, UTB, 2018 (Ama­zon)

Weiterführende Literatur:

  1. Baeck­er, Dirk: Stu­di­en zur näch­sten Gesellschaft. Suhrkamp, Frank­furt 2007 (Ama­zon)
  2. Baeck­er, Dirk: Pos­therois­ches Man­age­ment, Merve 1994 (Ama­zon)
  3. Baeck­er, Dirk: Mit dem Glauben an die Real­ität kon­stru­ieren wir unsere Welt — Ein Schluß­wort zur Debat­te um Alan Sokals Wis­senschaftss­chwindel, 1997, Die Zeit (HTML)
  4. Cas­tel, Robert: Die Meta­mor­phose der Sozialen Frage. UVK Uni­ver­sitätsver­lag, Kon­stanz 2000 (Ama­zon)
  5. Honeg­ger, Beat Döbe­li; Notari, Michele: Das Wiki-Prinzip. In: dies. (Hrsg.): Der Wiki-Weg des Ler­nens. Gestal­tung und Begleitung von Lern­prozessen mit dig­i­tal­en Kol­lab­o­ra­tionswerkzeu­gen. Hep, Bern 2013, S. 20–39 (PDFHTML, Ama­zon)
  6. Mat­u­rana, Hum­ber­to R.; Varela, Francesco J.: Der Baum der Erken­nt­nis, Gold­mann 1984 (Ama­zon)
  7. Niklas Luh­mann: Die Gesellschaft der Gesellschaft, Suhrkamp, Frank­furt 1997 (Ama­zon)
  8. Piazzi, Tina; Sey­del, Ste­fan M.: Die Form der Unruhe. Umgang mit Infor­ma­tion auf der Höhe der Zeit. Band 2. Junius Ver­lag, Ham­burg 2010 (PDF, HTML; Ama­zon)
  9. Piazzi, Tina; Sey­del, Ste­fan M.: Paul Wat­zlaw­ick 4.0. Hrsg.: Huber, Alois; Fürst, Roland. Fac­ul­tas, Wien 2018 (PDF, HTMLAma­zon)
  10. Wat­zlaw­ick, Paul: Men­schliche Kom­mu­nika­tion. Huber, Bern 1967 (PDF, HTML; Ama­zon)
  11. Wat­zlaw­ick, Paul: Lösun­gen. Hogrefe 1973 (PDF, HTML; Ama­zon)

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Stefan M. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studi­um der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Sozialar­beit­er, Künstler.

Ausstel­lun­gen und Per­for­mances in der Roy­al Acad­e­my of Arts in Lon­don (Frieze/Swiss Cul­tur­al Fund UK), im Deutsches His­torisches Muse­um Berlin (Kura­tion Bazon Brock), in der Cryp­ta Cabaret Voltaire Zürich (Kura­tion Philipp Meier) uam. Gewin­ner Migros Jubilée Award, Kat­e­gorie Wis­sensver­mit­tlung. Diverse Ehrun­gen mit rocketboom.com durch Web­by Award (2006–2009). Jury-Mit­glied “Next Idea” Prix Ars Elec­tron­i­ca 2010. Bis 2010 Mach­er von rebell.tv. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Infor­ma­tion auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Ver­lag Ham­burg. Ruhen­des Mit­glied im P.E.N.-Club Liecht­en­stein. Er war drei Jahre Mit­glied der Schulleitung Gym­na­si­um Kloster Dis­en­tis. Seit Som­mer 2014 lebt und arbeit­et er in Zürich: #dfdu.org AG, Kon­stel­la­torische Kom­mu­nika­tion. (Entwick­lung von Pilot und Impul­spro­jek­ten, gegrün­det 1997 mit Tina Piazzi.)


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