Definition #Wissenschaftsheuchler (Munāfiq منافق)

Textsorte: Memo, Tabu
Arbeitsform: Dokumentation, Listenbildung, Work in Progress
Anlass: Entwicklung einer Definition für #Wissenschaftsheuchler. Als rhetorische Formel zur Entgegnung auf #Wissenschaftleugner. Als Mittel einen Ansatz zu bieten, in einen Wandel 2. Ordnung zu gelangen.
TL;DR: (…)
Bildquelle: Die Welt ist ein Gespräch (2000, sms)

Vloggendes Schreiben: Tägliches #SNAPeriment. Die ganze Playliste: WikiDienstag.ch ProdUsing #DataLiteracy ;-)

Das ist eine Vorbereitung auf den Feedlog vom nächsten Sonntag, 10h, LIVE mit Prof. Dr. #Podcast Moritz Klenk. Wir werden über Strategien sprechen, wie mit #Wissenschaftsheuchlern (ein begrifflicher Vorschlag vom strategischen Berater von Wikidienstag.ch – Bashar Humeid) strategisch gesprochen werden kann, wobei der Begriff noch nicht definiert ist. (So?)

Die nächsten Feedlogs: dfdu.org/WhtsNxt? – An dieser Stelle von Prof. Dr. #Podcast Moritz Klenk, wird es dann nächsten Dienstag um 13h weiter gehen mit Gunnar Kaiser von Kaiser.TV:

P.S.: Die Formulierung von Moritz Klenk erinnert an den damaligen Kurator von ((( rebell.tv ))) Philipp Meier, Direktor Cabaret Voltaire Zürich:

«Ich möchte den Medienmachern beim Denken zusehen»

Ein zweiter Einstiegspunkt mit Gunnar Kaiser, diese Passage aus #NoamChomsky / #PhilippSarasin (24.04.2017)

Solche Tweets könnten mich motivieren, an diesem Fragment weiter zu arbeiten… (18.09.2020) aber…

WORK IN PROGRESS

(Bis dieser Hinweis nicht gelöscht wird, sind ALLE Textteile in aktueller Bearbeitung: 5. September 2020, 19:17h – Reload für den aktuellen Schreibstand)

Struktur zur Entwicklung der Definition #Wissenschaftsheuchler:

  1. Was ist Wissenschaft?
  2. Was ist ein Heuchler?
  3. Was ist eine Kulturform?
  4. Monotheistische Religionen als Treiber für die Präkarisierung monotheistischer Religionen
  5. Wissenschaft als Treiber für die Präkarisierung von Wissenschaft
  6. #DataLiteracy – Elemente einer Kulturform der Digitalisierung
  7. Definition #Wissenschaftsheuchler

Anders als Servan Grüninger – ich danke ihm herzlich für den ausserordentlich anregenden Austausch! – stelle ich Szientismus – «Wissenschafstgläubigkeit» – nicht der «Wissenschaftsleugnung» gegenüber. Auch darum, weil ich als Sozialarbeiter – ein Arbeiter am Sozialen – davon ausgehe, dass die Entwicklung von Wissenschaft eben gerade diese Dichotomie von «Wahrheit : Lüge» zu überwinden suchte und tatsächlich einen «Wandel 2. Ordnung» #PaulWatzlawick realisierte. (Ok. Dafür zwar 500 Jahren brauchte. Aber immer hin.) Wir benennen diese Beobachtung in Anlehnung an Dirk Baecker #Medienwechsel. (Das wäre gar nicht so ein anderes Thema. Wie auch immer:) Aber darum will ich so beginnen:

Was ist Wissenschaft?

Wissenschaft schafft Wissen. (Und pulversiert Glauben.) Genauer:

Wissenschaft beschreibt den «Workflow» – um es neudeutsch zu sagen – wie Wissen geschaffen wird. Wissenschaft war – und ist! – ein durchaus aggressiver Kampfbegriff:

Gegen Religion.
Gegen Glauben.
Gegen Lügen.

Wie macht das Wissenschaft?

Das Arbeitsprinzip ist im Prinzip sehr einfach:

(1) Du musst zuerst sagen, welche Frage du beantworten willst.
- Darum kämpfen deine Professorenden mit dir, bis du für deine Semesterarbeit ein klare Fragestellung entwickelt hast.

(2) Dann musst du sagen, welche Instrumente du zulässt, um deine Frage zu beantworten.
- Das ist meist schon dadurch gegeben, weil du deine Semsterarbeit in einer bestimmten wissenschaftlichen «Disziplin» , ganz diszipliniert, schreibst.

In den Geisteswissenschaften kannst du durchaus mit Bildern, Metaphern oder Analogien wissenschaftlich arbeiten. In den Naturwissenschaften kann eine kurze mathematische Formel – zum Beispiel: E=MC^2 – einen ganzen, jahrhunderte alten Forschungsbereich zertrümmern. (Aber das wäre ein anderes Thema, auf welches ich ganz am Ende des Textes unter #DataLiteracy noch etwas sagen will ;-)

(3) Dann arbeitest du deine Frage ab und beantwortest sie. (Wir nennen es «Poppern»: Verifizieren/Falsifizieren)
- Darum kannst du am Ende deiner Semesterarbeit (Paper) eine «Abstract» schreiben, in welchem du die von dir gefundene Antwort an den Anfang setzt.

(4) Dann publizierst du dein «Paper» und ermöglichst damit #Kritik.
- Du gibst also deine Semesterarbeit ab und bekommst eine Note von deinem Prof. (Oder deiner Professorin.)

Wenn deine Arbeit eine Bestnote erhalten hat – und nur dann! -, wird diese (vielleicht) in eure hausinterne Bibliothek gestellt.

Würde deine Professorin – oder dein Professor – selbst ein «Paper» machen, würde diese einem für eure Disziplin wichtigen «Journal» eingereicht, von Kollegen rezensiert und danach intensiv in der «Scientific-Community» – eurer Kongregation der Wissenschaftsgläubigen – verteilt. Und wenn wieder einmal jemand an der gleichen oder ähnlichen Frage arbeitete, würde die Person das machen, womit auch du bei Punkt (1) angefangen hast: Eine Literaturrecherche.

Das Prinzip ist also wirklich super einfach.

(Das war ja auch der Clou: Die exzellente, gedankliche Durchtriebenheit der klösterlichen Intellektuellen war unpulverisierbar! – Wissenschaft war – und ist! – eine Provokation: Sie vertrieb den Teufel aus jedem detaillierten Detail. Kurzum: Radikale Einfachheit war der Clou.)

Das wissenschaftliche Prinzip ist im Prinzip einfach. Aber du hast ja selbst erlebt, wie aufwändig, mühevoll, anspruchsvoll die Umsetzung ist. Du brauchst viel Ruhe, Konzentration und jede Menge Erfahrung im Suchen, Bewerten und Einordnen von anderen Schriften. Darum arbeitest du ja Zuhause oder im stillen Lesesaal der Bibliothek. Und wenn am Nachbartisch laut geredet, gelacht und getratsch wird, forderst du deine Kollegenden auf, den Studiensaal zu verlassen – und etwa in die Mensa zu wechseln. Und: Mit etwas «googeln» kommst du da auch nicht wirklich weit. Zusammengefasst – und noch einmal das genau Gleiche als Prinzip formuliert – beinhaltet der der Workflow folgendes:

  • Implizites wird expliziert. Damit wird
  • Nachvollziehbarkeit und Transparenz ermöglicht. Dabei gilt, dass
  • radikale Inklusion von Kritik dein Job als Aussagenurheber*In ist – und nicht der von Anderen.

Schnell weiter: «Kritik» hat also kein Eingabeformular. Kritik muss nicht «anständig» oder «höflich» formuliert sein.

Kritik erkennst du daran, dass ein zentraler Punkt deiner Argumentation – oder deines Vorgehens – widerlegt – also «begründet» abgelehnt – wird.

Wenn du eine Frage beantwortest und du hast eine (irgendwo, meinetwegen eine im Internetz versteckte) Kritik nicht integriert, dann bist du diskreditiert.

Wenn du eine Aussage machst und du erhälst als Antwort «Du bist ein Arschloch», ist das zwar noch keine Kritik, aber immerhin ein Zuspruch in bezug auf deine Aussage: Offensichtlich löst deine Aussage ungehemmte Emotion aus. (Kein Mensch, welcher glücklich ist, nennt einen anderen Menschen «Arschloch».) Will sagen: Du hast grad einen Hinweis geschenkt bekommen, dass die Frage welche dich beschäftigt, auch für dieses Gegenüber von gewisser Dringlichkeit zu sein scheint.

Die Frage für dich ist dann: «Was hat die Person gesehen, was ich nicht gesehen habe?» Und du musst dich auf die Suche machen, nach jenem Argument. Und – falls es ein Argument, und nicht bloss ein dummer Trick war – musst du dieses Argument abarbeiten. Logo: «Nachvollziehbar und transparent». Ja:

«Wissenschaft ist wunderschön. Macht aber viel Arbeit.» (So?)

Nein. Wenn du herausgefunden hast, was das Argument des «Arschloch-Rufers» war, kannst du darauf einen Link setzen und sagen: «Das habe ich hier beantwortet», oder: «Das wurde dort von Anderen beantwortet» etc. Damit wird deutlich, dass Wissenschaft insbesondere ein bestimmtes Notationssystem in Anspruch nimmt. Es heisst Bibliothek. (Aber das ist ein anderes Thema. Unten im Abschnitt #DataLiteracy werde ich noch darauf eingehen.) Für hier und jetzt:

  • Religion hat JHWH, Allah, Gott als heilig verehrt.
  • Wisenschaft huldigt hemmungslos Dissens, Widerspruch, Kritik.

Der Unterschied zwischen der Kulturform «Religion» und «Wissenschaft» ist aus der Perspektive des Sozialarbeiters unendlich klein. – Wir benennen diese Beobachtung in Anlehnung an Dirk Baecker #Medienwechsel. (Das wäre gar nicht so ein anderes Thema. Wie auch immer:) Aber ich will hier nun mit dem nächsten Punkt weiter machen:

Was ist ein Heuchler?

Heucheln ist etwas anderes, als Lügen.

Wenn ich dich nach dem Weg zum Bahnhof frage, und du mich absichtlich in die falsche Richtung schickst – etwa weil du mir sofort ansiehst, dass ich ein «Arschloch» bin – dann lügst du mich an. Das ist doof, lästig, dumm, aber in der Regel nicht tragisch. Noch mehr: Lügen kann durchaus wichtig sein und ist juristisch in speziellen Situationen klar geschützt: Bei einem Anstellungsgespräch darfst du – musst du, sollst du – bei bestimmten Fragen Lügen. (Aber das wäre ein anderes Thema.) Kurzum:

Lügen tust du, wenn du auf eine Frage, welche «digital» beantwortbar ist – also eindeutig, ein bisschen schwanger geht nicht! – «absichtlich» die falsche Antwort gibst.

Hier könnte an #FakeNews angeschlossen werden. (Aber das wäre ein anderes Thema.) – Wenigstens so viel: «Fake» ist für den Kontext der zeitgenössischen Kunst ein ausserordentlich wichtiger Begriff und positiv besetzt. «News» (und Infotainment) war für Journalismus bis vor Weh!Weh!Weh! – also 1989 – ein Schimpfwort. Heute ist News und Infotainment das Kerngeschäft von Tagesschau & Co, also etwas was Gutes und wer nicht daran «angeschlossen» ist, gilt als «News-Deprivierter» und #FakeNews erscheint als Grundübel. Kurzum: DIE GEDANKEN SIND BREI. Hier geht es anders weiter. (So?)

Heucheln ist etwas völlig anderes:

Heucheln ist – wie Lügen auch – ein Begriff, welcher von den (monotheistischen) Religionen geprägt worden ist und in unserem Kulturraum seit hunderten von Jahren sehr erfolgreich genutzt wird.

Die christliche Tradition – im sog. «Neuen Testament», eine Absetzung von den heiligen Schriften der jüdischen Tradition – prangert insbesondere «die Pharisäer» als Heuchler an:

Diese «Schriftgelehrten» kennen die «alten» Schriften genauer, besser, differenzierter und das zeigen sie auch lauthals allen herum, ob sie es hören mögen oder nicht:

Die Heuchler beten so laut, dass alle es hören. Sie werfen Geld so in die Opferstöcke, dass es möglichst laut klimpert und ihre Grosszügig von der ganzen Grmeinde gehört wird. Wenn sie helfen, tun sie es so, dass ihre Mildtätigkeit möglichst Viele mitbekommen. Sie machen das Richtige richtig. Nein: Vorbildlich. Nein: Vorbildlichst! Und immer so weiter ;-)

Dem Profeten Jesus – ein Rebell gegen die Besatzermacht der gewaltig gewaltbereiten Römer und eben diese heuchlerischen Pharisäern – wird ein berühmten Ratschlag zugeschrieben, wie diese Heuchler rasch erkannt werden können: «An Ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.» (Math. 7,16)

Es ist aber doch noch etwas komplizierter: Heuchler nutzen eben durchaus «die richtigen Worte». Sie machen ja eben genau das Richtige richtig. Und noch viel mehr: Sie sind damit ausserordentlich wirkungsmächtig, sie können Wunder tun, Kranke heilen, «Dämonen austreiben», um in den Beispielen des Profeten zu bleiben. (Math. 7,22) Kurzum:

Heuchler lügen nicht. Wenn du mit einem Heuchler sprichst, kannst du zum Eindruck gelangen, dass dieser Mensch «mit Kopf, Hand und Herz» bei der Sache ist. Aber – eben gerade in dieser offensichtlichen, zur Schau gestellten, übertriebenen Richtigkeit – zerfällt die ganze Wirkung in ihr präziseses Gegenteil…

Was ist ein Wissenschaftsheuchler?

Zunächst ist der Begriff «Wissenschaftsheuchler» eine strategische, moralische Diskreditierung.

Möglicherweise als Reaktion auf den Begriff: Wissenschaftsleugner. Es ist der Versuch, einen sozialen Wandel (2. Ordnung) herbeizuführen. (Aber das wäre ein gar nicht so anderes Thema.) Jedenfalls geht es um die Strategie, einen Vorwurf in seiner Konstruiertheit erkennbar zu machen. Genau in dieser jahrhunderten alten Unterscheidung aus einem religiösen Sprachgebrauch von «Lüge» und «Heucheln».

Es werden «die Schriftgelehrten» – das wären also heute die universitären Wissenschafter – angeprangert:

An den Pranger gestellt. So angeklagt, dass es gut sichtbar wird. Für möglichst Viele.

Um damit die Frage zu provozieren, was denn Wissenschaft im Kern ausmache.

Damit eben jene Möglichkeit entsteht, nach «den Früchten» ihrer Arbeit Ausschau zu halten, Wissenschaft beobachtbar zu machen, einen Ausgang aus einer kommunikativ verzwickten Situation zu finden: «Shut up, it’s Science!»

Vielleicht – zum Abschluss von diesem Abschnitt – noch diese Feststellung:

Wissenschaft hat zunächst nichts mit Universität zu tun.

Wissenschaft ist ein Praxis, eine Art und Weise des Umgangs, wie du «Daten» zu «Information» zu «Wissen» zusammenstellst.

Wenn du Wissen schaffst nach dem Workflow von Wissenschaft, bist du Wissenschafter. Auch wenn du erst 12-jährig bist, keinen Doktortitel hast, aber eben in der Oberstufe eine Projektarbeit machst, oder bei Wikipedia einen Eintrag bearbeitest.

Lass dich von den Heuchlern nicht blenden. Sie sind laut. Sie haben recht. Sie wissen alles besser als du. (Das war schon zu den Zeiten des Profeten Jesus so. So What?)

Was ist eine Kulturform?

Den Begriff Kulturform kennt Wikipedia noch nicht. Der Begriff kann damit als ein Neologismus aufgefasst werden. Jedenfalls ist es ein zusammengesetztes Nomen: Kultur und Form. Und dann eben ein drittes: #Kulturform. Der Reihe nach:

Was ist Kultur?

Kultur ist das soziale Verhalten, was dir selbst als Normal erscheint und als solches dir selbst in der Regel gar nicht auffällt. Eben: Weil es «Normal» für dich ist. Jenen aber, welche dich mit etwas Distanz beobachten, ganz «typisch» für dich sei…

Zum Beispiel: Wie informierst du dich?
- Holst du als erstes die Zeitung aus dem Briefkasten und liest sie während dem Frühstück?
- Triffst du dich auf dem Marktplatz zu einem Espresso und steckst deinen Kopf mit Freunden zusammen. Und ihr erzählt euch dann, was los ist und für dich televsnt für deinen Arbeitstag ist?
- Checkst du am Morgen die Kommentare auf deinen Social Media Channels und erfährst so alles, was heute für dich wichtig wird?

Oder: Wie begrüsst du jemand?
- Du streckst deinem Gegenüber die Hand entgegen?
- Du verneigst dich vor deinem Gast?

Oder: Was isst du?
- Pizza und Spaghetti?
- Döner und Kebab?
- Fish and Chips?
- Schokolade zum Frühstück und Fondue zum Nachtessen?

Weisst du was ich meine? – Das ist Kultur.

(Ok. Das ginge sicher noch präziser, aber lass mich mit dieser allgemeinen «Definition» weiter machen…)

Was meint Form?

Oft wird «Form + Inhalt» unterschieden. Ich bevorzuge die Unterscheidung «Form + Struktur». (Aber das wäre ein anderes Thema.) Egal:

«Form» soll hier – im Kontext des Sozialen – als ein einigermassen unerschütterliches Prinzip «einer Gesellschaft der Gesellschaft» beschrieben werden kann und die Struktur dieser «Gruppe von Menschen» fasst.

All das, was sich innerhalb dieser Form abspielt, mag sich vielgestaltig «wandeln», aber nicht «wechseln»… (Aber das wäre ein gar nicht so anderes Thema.)

Der noch zu definierende Neologismus «Kulturform» will ein Hinweis dafür sein, dass Kultur an eine Form gebunden ist und damit verweist der Begriff auf die Vermutung, dass:

  • Wenn sich die Form ändert, sich Kultur verändern «muss»,
  • während sich in der gleich bleibenden Form, Kultur sich ändern «kann».

Du willst ein Beispiel?

Seit vielen hundert Jahren schreiben Menschen ihre Gedanken auf. Sie haben mit Steinen andere Steine beschriftet, mit Federn Tierhäute, mit Kugelschreiber oder Schreibmaschinen Papier, mit Notebooks ihre Texte von einem Drucker ausspucken lassen oder mit Smartphones Homepages und Social Media Accounts gepflegt. Der Vorgang ist immer der gleiche: Ein Mensch, ein Werkzeug – eine Publikation. Diese werden dann Anderen anguckt, gelesen, verteilt. Die Werkzeuge haben sich ein bisschen geändert. Die Kultur des Schreibens auf den ersten Blick auch nicht. Und dann wäre da noch die Form.

Du siehst was ich mache?

Ich nutze Kultur, Form und Kulturform um etwas zu beobachten, was auf den ersten Blick über hunderte von Jahren hinweg sehr ähnlich ausschauen mag: Schreibende und lesende Menschen. Aber dann provozieren diese 3 Worte, einen Unterschied, welche einen praktischen Unterschied machen.

Das will ich entwickeln. So:

(…)

Monotheistische Religionen als Treiber für die Präkarisierung monotheistischer Religionen

Monotheisitsche Religion – die jüdische, christliche, muslimische Tradition – haben weniger die Idee, dass es nicht viele Götter gäbe, als vielmehr die Idee, dass Menschen – jeder einzelne Mensch, heute sogar Frauen, Kinder, Sklaven (sic!) – eine direkten, unvermittelten, eigenen Zugang zu diesem allgegenwärtig, allumfassenden, nicht fassbaren haben.

Das was wir heute als Individualismus beschreiben, kann in direkter Tradition dieser Tradition gezeigt werden. #ZwingliFilm

(…)

Vor 500 Jahren: Sola Scriptura – Keine Vermittlung. KEINE

Vor 200 Jahren: Sapere Aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Vor 100 Jahren: «Die Würde des Menschen ist unantastbar

(…)

Wissenschaft als Treiber für die Präkarisierung von Wissenschaft

Wenn Wissenschaft – wie oben gezeigt – einen Workflow von «Trennen – Teilen – Häufchen bilden – Kritisieren» favorisiert, dann differenzieren sich «Daten – Information – Wissen» notwendigerweise unaufhörlich aus.

Das generiert eine unfassbare Detailreichheit – ein Information-Overkill – welche Wissenschaft in ihrer eigenen «Form» gar nicht mehr abarbeiten kann.

Die grosse Unruhe, lodert in der universitären Bibliothek. Das was wir bis heute #Internetz nennen, wird damit nicht als Teil von Problem sichtbar, sondern als Teil einer Lösung.

Das wäre jetzt der Überganz zu:

+ ≠ #medienlǝsɥɔǝʍ ¯\_(ツ)_/¯

welche die Kultur der «Alphabetisierung» prekarisiert und eine nächste Literalität erzwingt… eben:

#DataLiteracy – Elemente einer Kulturform der Digitalisierung

Aktuell trage ich «Elemente einer Kulturform der Digitalisierung» in einem Blog im Carl Auer Verlag, Heidelberg zusammen. Wir nennen es: #DataLiteracy und definieren den Begriff aus der Perspektive der transdisziplinären Handlungswissenschaft Sozialarbeit.

Sozialarbeit ist Arbeit am Sozialen.
- Nicht an Körpern.
- Nicht an Psychen.

Vernissage: Ende Oktober 2020 im Rahmen des #PaulWatzlawick-Festivals.

Definition #Wissenschaftsheuchler

(…)

Links, Hinweise, Verzettelung

Zum aktuellen Schreibprozess im Carl Auer Verlag, Heidelberg
Vernissage der Publikation innerhalb des #PaulWatzlawick-Festivals – in der Zusammenarbeit u.v.a. mit dem C.G. Jung-Institut – Ende Oktober 2020.

In meinem Text für die NZZ habe ich Wissenschaft zur Gruppe der «Dickhäuter» gezählt, welche Teil von Problem, nicht Teil von Lösung sind:

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019):
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Stefan M. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Sozialarbeiter, Künstler.

Ausstellungen und Performances in der Royal Academy of Arts in London (Frieze/Swiss Cultural Fund UK), im Deutsches Historisches Museum Berlin (Kuration Bazon Brock), in der Crypta Cabaret Voltaire Zürich (Kuration Philipp Meier) uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Diverse Ehrungen mit rocketboom.com durch Webby Award (2006–2009). Jury-Mitglied “Next Idea” Prix Ars Electronica 2010. Pendelte bis 2010 als Macher von rebell.tv zwölf Jahre zwischen Bodensee und Berlin. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Ruhendes Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Ende 2018 entwickelte er in Zürich-Hottingen in vielen Live-Streams – u.a. in Zusammenarbeit mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz – den Workflow WikiDienstag.ch, publizierte während der Corona-Krise in der NZZ einen Text über Wikipedia und schreibt aktuell an: #DataLiteracy – Elemente einer Kulturform der Digitalisierung im Carl Auer Verlag, Heidelberg. Im Juli 2020 kehrt er mit seinem 1997 gegründeten Unternehmen (Spin-Off mit Aufträgen der FH St. Gallen, Gesundheitsdirektion Kanton St. Gallen, Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der EU aus einer Anstellung als Leiter Impuls- und Pilotinterventionen für die Aids-Hilfe St. Gallen/Appenzell) zurück nach Dissent.is/Muster, mitten in die Schweizer Alpen.


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