#SozialDigital – Warum #Digitalisierung bezeichnet, wovon #Sozialarbeit schon immer geträumt hat? (Stefan M. Seydel/sms ;-)

WORK IN PROGRESS

Vloggendes Schreiben: Reload für den aktuellen Schreibstand

Metatags:
Textsorte: Drama
Arbeitsform: Live-Blogging, Work in Progress. Danach: Dokumentation
Anlass: Input (30min): 16. und 17. September 2020, Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung, Arlt Symposium
TL;DR: #PaulWatzlawick hätte unter dem Tagungstitel «SozialDigital» spontan eine Faschismuskonferenz erwartet (so?)
Bildquelle:  #DataLiteracy – Elemente einer Kulturform der Digitalisierung
URL/Hahstag: dissent.is/SozialDigital #SozialDigital @fh_stpoelten

Mein Schlussfeedback an das Symposium | Alle Tweets auf Twitter unter #SozialDigital und dem offiziellen Hashtag: #ArltSymposium2020 | Offizielle TwitterWall: https://walls.io/p5jsd

Zur Homepage der Tagung an der FH St. Pölten

DAS INTRO

(Wenn ich am 16. September 2020 das Wort im Stream erhalten werde, sage ich folgendes:)

  • Vielen Dank.
  • Mein Input will ich verstanden haben als eine Wiederholung des Aufrufs von Silvia Staub-Bernasconi: Abschied zu nehmen von der Bescheidenheit.
  • Den Text habe ich in meinem Blog dissent.is entwickelt: dissent.is Schrägstrich SozialDigital
  • Auf Grund meines Workflows beim Schreiben und meinem Arbeitssetting hier, werde ich den Input als 10-Minuten Video abspielen lassen.
  • Ich freue mich auf die anschliessende Q&A‑Session.
  • Darf ich die Moderation bitten, das Video abspielen zu lassen?
  • Herzlichen Dank.

DER INPUT – Panel 1/3

(Dieser Text vorgetragen – Text ohne Recht- und Richtigschreibkorrektur und nicht zur Übernahme in distribuierende Medien freigegeben. Danke für allfällige Verlinkungen in anderen Blogs.)

«Welcome to the german-speaking Part of Europe»

Danke, Alois Huber, für das Abspielen des Videos.

dissent.is/SozialDigital

Das 4. Axiom von Paul Watzlawick machte 1967 die Setzung:

«Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten.»

«Digitale Kommunikation» hat in der Denktradition des «Radikalen Konstruktivismus» und den darauf aufbauen Systemtheorien unterschiedlicher Ausformulierungen zunächst nichts mit «Kabeln, Tastaturen und Bildschirmen» zu tun.

Paul Watzlawick hat 1967 mit Freaks & Nerds zusammengearbeitet, welche an dem Mitwirkten was später – und bis heute – «Internetz» genannt wird.

Er wusste um «Kabeln, Tastaturen, Bildschirme».

Als junger Student – zuerst in St. Gallen und später bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin – habe ich meine Seminararbeiten am Computer geschrieben. Aber es wäre mir nie in den Sinn gekommen, dass «Digitale Kommunikation» etwas mit «Kabeln, Tastaturen, Bildschirme» zu tun haben könnte.

«Digitale Kommunikation» ist eine Kommunikation welche präzise Präzision erzwingt.

«Analoge Kommunikation» ist alles Andere.

Digital meint: Ja/Nein. Ein/Aus. Null/Eins. «Ein bisschen schwanger geht nicht.»

(Pause)

Wenn ich den Hashtag #SozialDigital sehe, werde ich unruhig. (Das sage ich jetzt schon seit 3 Jahren diesem hier mitorganisierenden Team. – Schön, dass ich doch immer noch eingeladen werde ;-)

Wenn das Soziale Digital wird, dann denke ich an C. Wolfgang Müller, wie er in der Pflichtliteratur für das Studium der Sozialen Arbeit erzählt «Wie Helfen zum Beruf wurde».

Wenn das Soziale Digital wird, nennen wir das «Faschismus». Dann wird so präzis wie maschinell

  1. definiert und diagnostiziert,
  2. ausgegrenzt und ausgesondert,
  3. ausgemerzt und eingeschläfert.

Wenn das Soziale Digital wird, ist das Gegenteil der Ziele von Sozialer Arbeit eingetroffen.

Wenn wir Unterscheiden, Beobachten, Handeln: Wir halten uns unser Wissen über unseren eigenen «Blinden Fleck» vor Augen. Wir bemühen uns um die Einholung von anderen Perspektiven. Wir befragen andere Disziplinen, welche das angeblich gleiche Problem, noch ganz anders erklären. Wir üben uns in Ambiguitätstoleranz, Allparteilichkeit, beharren auf unser Triple-Mandat und immer so weiter.

Die letzten Monaten waren auch vor diesem Hintergrund ausserordentlich belastend:

  • Der Staat machte schwerwiegenste Eingriffe in die Grundrechte.
  • Wissenschaft war entweder ganz still oder befeuerte die politischen Entscheide.
  • Massen leitende Medien missbrauchten die Technik des «Framings» um knallharte Grenzen zu Verschwörungstheorie, Covidioten und Wissenschaftsleugern einzuziehen.

Bist du dafür? Oder bist du dagegen?

Schon ein Zögern, ist Beweis: «Du bist ein Arschloch» und du kannst weg gemacht werden.

Das Löschen von Accounts, ist kein Löschen von Menschen.
Hass im Netz, ist nicht Hass am Körper.
Gewisse Problemlösungen, sind das Problem selbst.

Wäre Soziale Arbeit eine Menschenrechtsprofession, hätten wir es in den letzten Monaten lauthals gehört: Wer Eingriffe in die Grundrechte macht, hat sich selbst auf die Anklagebank gesetzt. Meldet sich sofort im Team mit dem Zwischenfall. Schreibt sofort ein Protokoll. Bucht zusätzliche Einzelsupervision. Wird freigestellt, bis der Sachverhalt geklärt wird. Das ist für Professionelle Soziale Arbeit Standard. (Oder es ist keine professionelle Soziale Arbeit.)

Hätte es kein Internet gegeben in den letzten Monaten, wären abweichende Meinungen, Hinweise, Argumente völlig ausgeblieben. Ein gesellschaftlicher SuperGAU.

Das lauthalse Verstummen Sozialer Arbeit, beschäftigte mich seit 30 Jahren. Ein Höhepunkt war sicher die Formulierung der ICH AG um die Jahrtausendwende: Wie leiden an gesellschaftlichen Verhältnissen als ein individueller Fehler im eigenen Businessmodell «geframed» wurde. Eine totale Ökonomisierung aller menschlichen Bereiche, konnte vor 20 Jahren an den irritationsfrei gewählten Worten der Sozialdemokratischen Partei von Deutschland abgelesen werden. Es gab kaum Widerstand. Soziale Arbeit erhielt gerade Fachhochschulehrgänge und universitäre Masterlehrgänge und war grad recht beschäftigt.

Das ist empörend.
Das ist verwirrend.
Das ist deprimierend.

Silvia Staub-Bernasconi nutzte immer wieder die Formel vom «Abschied von der Bescheidenheit». Mir scheint, die Zeit wäre günstig, dieses Anliegen noch einmal in den Blick zu nehmen.

«Digitalisierung» – so wie es Politik, drittmittelfixierte und damit auch Feuilleton-orientierte Wissenshaft und Massen leitende Medien nutzen, tut so, als ginge es um «Kabeln, Tastaturen, Bildschirme». Tatsäschlich beschreibt Digitalisierung aber lediglich das, was Professionelle Soziale Arbeit seit 500 Jahren praktiziert und theoretisiert.

Für uns in der Schweiz beginnt professionelle, staatlich zwangsfinanzierte, Soziale Arbeit am Hochfest Mariä Empfängis vom 8. Dezember 1524: Die Äbtissin Katharina von Zimmern gibt dem innerstädtischen Frieden zu Liebe ihre gewaltige Macht über Zürich auf. Spätere Namen muss ich hier nicht erwähnen: Jane Addams (1860−1935), Mary Parker Follet (1868−1933), Alice Salomon (1872−1948) und natürlich «unsere» Ilse Arlt (1876−1960).

Der Grundgedanke ist sehr einfach und es gibt dazu ein Narrativ, was quer durch unsere Gesellschaft und über weite Teile des Globus aufgerufen werden kann. Es heisst:

«Die Vier Industriellen Revolutionen»

Während (1) «Mechanisierung» und (2) «Motorisierung» die Dominanz von linear-kausalen-deterministischen Beziehungen favorisiert und damit unglaublich wirkungsmächtig geworden ist, kommt es mit (3) «Automatisierung» und (4) «Digitalisierung» zu dem, was unsere Altvorderen «Paradigmenwechsel» genannt haben: Die Favorisierung der Beobachtung von prozessual-systemischen-dynamischen Beziehungen.

Noch bis in unsere Tage hinein, konnten die Ingenieure, Techniker und die Geld-sprechende Politik Sozialer Arbeit ein «Technologie-Defizit» (Marianne Meinhold) vorwerfen. Heute hat sich das vollständig gedreht. Ingenieure, Techniker, selbst die Politik – arbeitet in «Agilen Settings» und verweigert selbst dann «Wasserfallprojekte», wenn es angemessen wäre, zum Beispiel beim Bau eines Flughafens.

Es ist eine hervorragende Zeit, neue Qualitionen einzugehen.

In einem Text für die NZZ habe ich kürzlich von «Dickhäutern» gesprochen, welche die Zeit von Corona-Virus nutzten, um noch einmal ihre gewaltig Macht auszuspielen.

Aber es haben sich längst andere Strukturen herausgebildet, welche auf der Ebene agieren, welche wir in der Sozialen Arbeit unter dem Stichwort «Weltgesellschaft» verhandelt haben.

Es sind ganze Rechtssysteme – zum Beispiel Creative Commons – in kollaborativen Schreibsystemen auf globalem Level herausbebildet worden. Computersysteme – zum Beispiel Linux – lassen sich beobachten unter dem Aspekt von #Open. Wikipedia/Wikidata unter dem Aspekt von #Free, was heute eine Aufgabe von Öffentlich-Rechtlich oder #ServicePublic sein müsste und uralte Konzepte der «Allmende» erinnert. Und so weiter:

Ich will damit nur andeuten: Das Feld ist längst offen und bereit. Und noch einmal: Digitalisierung hat zunächst nichts mit «Kabeln, Tastaturen, Bildschirme» zu schaffen, sondern mit den Kernkompetenz von Sozialer Arbeit: Umgang mit Prozessen und Dynamiken, mit Beziehungen und Konstellationen, es geht weiterhin um Fragen der Macht. Die problematisierung von Behinderungs- und das Ringen um Begrenzungsmacht.

Wir stehen Mitten in einem Sozialen Wandel, welche so dramatische Folgen hat, wie zuvor nur die Einführung von Sprache, Schrift, Buchdruck und Computer (Dirk Baecker #SznG). Was die «Alphabetisierung» und die «Demokratie» für die 2. industrielle Revolution war – die Motorisierung – ist #DataLiteracy und «Anarchie» (nicht Anomie!) – vermutlich in der Form von Xerokratie – wie diese bei TicToc leicht zu zeigen wäre und von den Kindern selbstverständlichst in unterschiedlichsten Kontexten gelebt wird.

Wozu bemühte sich Soziale Arbeit vor 30 Jahren um Zugang zu Fachhochschulen und universitäre Lehrgänge?

Weil wir uns noch nie als Beruf verstanden haben, sondern immer auch als Profession und Disziplin.

Darum will ich hier schliessen mit: DIGITALISIERT EUCH.

Und im Übrigen: Julien Assange gehört seit 10 Jahren nicht ins Gefängnis.

Notierung und Lesung des 3. Versuch direkt im Anschluss an den Live-Stream mit Gunnar Kaiser, mitten in der Nacht:

DER INPUT – 2. Versuch

Ausgespielte Fassung inkl. allen Tipp-Fehlern… Vielleicht mache ich später eine Korrekturphase. Jetzt kann ich leider nicht mehr am Text arbeiten :-( Danke für alle Feedbacks. sms@dfdu.org (oder via Social Media, vergl. am Ende dieses Eintrags.)

«Welcome to the german-speaking Part of Europe»

(Das ist ein Meme. Es ist die Begrüssungsformel – seit über 15 Jahren – in meinen täglichen Vlogs. Damals unter rebell.tv – heute bei WikiDienstag.ch) Es geht los: Der Text, das Making of, viele Links unter:

dissent.is/SozialDigital

Danke Alois Huber.

Den Text würde ich so in kein Buch übergeben wollen. Ich bin am leiden. Ihr merkt auch gleich woran… Ich freue mich, wenn ihr mich kollegial-wohlwollend in meiner Not begleiten wollt.

Woran hätte Paul Watzlawick gedacht, wenn er den Hashtag #SozialDigital gesehen hätte?

Ich will aus strategischen Gründen unterstellen, Paul Watzlawick hätte selbstverständlichst an sein 4. Axiom gedacht:

«Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten.»

Wenn das Soziale – was auch immer das sein mag – sich «digitalisiert» – sich digital zur Darstellung bringt – als Digital beschrieben werden kann, dann ist das die Bezeichnung – ein Synonym – für «Faschismus».

Unter Faschismus will ich in Anlehnung an C. Wolfgang Müller – «Wie Helfen zum Beruf wurde» – als ein sozialer Vorgang verstehen, in welchem

  1. definiert und diagnostiziert
  2. ausgegrenzt und ausgesondert
  3. ausgemerzt und eingeschläfert wird.

Jeder einzelne Punkt in diesem symetrischen Prozessverlauf verweist auf das Gegenteil der Ziele von Sozialer Arbeit.

Und zwar bereits vom seinem Punkt an: definieren und diagsnotizieren. Es gab Zeiten, da hat Kritische Soziale Arbeit jedwede Verschriftlichung ihrer Arbeit verweigert. Von solch radikalen Positionen höre ich heute erschütternd wenig. Bin aber umsomehr an Links und Hinweisen interessiert ;-)

Kurzum: Mir scheint es attraktiv zu sein, den Begriff «Digitale Soziale Arbeit» zu skandalisieren, weil damit sehr einfach, auf die Ziele von Sozialer Arbeit verwiesen werden kann und um den Abstand zu aktueller Praxis zu vermessen. Darum werde ich zum Schluss dieses Inputs einen Vorschlag machen, wie wir mit dem Begriff «Digitalisierung» so umgehen können, dass für Suchbewegungen und die «Arbeit am Sozialen» wiederum ein angemessener Raum verspunden ist.

Lasst mich mit dem Anfang beginnen. (Hans Ulrich Obrist)

Ok. Ich bin ein alter Mann. 55, ist das alt? Ok: Für 25-jährige Studierende der Sozialen Arbeit natürlich schon. Nadenn: So erzähle ich halt als Opa von meiner Studienzeit:

Ich wurde von Dozierenden – teilweise noch ganz nah an Tränen ihres Traumas – in Beruf, Profession und Disziplin Sozialer Arbeit eingeführt.

In den ganzen Jahren, wie ich meine Grundausbildung an der heutigen Fachhochschule St. Gallen und den Masterlehrgang bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin machte, war für uns in unseren Fachgesprächen zu jedem Zeitpunkt klar, was wir bezeichnen, wenn wir von «Digitaler Kommunikation» sprechen.

Daran anschliessend konnten wir auch die Definition aus dem 5. Axiom nutzen und irritationslos von «symmetrischer Kommunikation» sprechen und erklären, wie es zu «kommunikativen Eskalationen» kommt. Aus sich heraus erklärten sich so viele tragende Grundkonzepte für Soziale Arbeit. Diese «Arbeit am Sozialen» – und eben nicht an Körpern – und eben nicht an Psychen:

  • Multiperspektive
  • Allparteilichkeit
  • Ambigutitätstoleranz
  • Transdisziplinarität
  • Triple-Mandat
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Empowerment
  • Anleitung zum mächtig-sein
  • und immer so weiter…

Dass «Digitale Kommunikation» irgend etwas mit Kabeln, Tastaturen, Bildschirmen zu tun haben könnte, wäre uns in keiner Millisekunde in die Sinne geschossen. Obwohl auch ich schon an Computern (Atari ST) meine Seminararbeiten geschrieben habe. Und selbst Paul Watzlawick 1967 eng mit Freaks und Neards seiner Zeit zusammen gearbeitet hat, welche grad das entwickelt haben, was wir bis heute Inter-Netz nennen.

Ich will meinen Beitrag hier als Wiederholung des Aufrufs von Silvia Staub-Beransconi verstanden wissen, dass es darum geht «Abschied von der Bescheidenheit» zu nehmen.

Und darum mache ich hier einen Vorschlag, dem Begriff Digitalisierung einen Ort zu erfinden, in welchem dieser keinen weiteren Schaden anrichtet und wir Sozialarbeitende – wenigstens wenn wir unter einander in Fachgesprächen sind – wiederum «Analoge und Digitale Kommunikation» so unterscheiden können, wie es uns eben einen praktischen Unterschied an unserer spezifischen Arbeit am Sozialen macht.

Die Axiome von Paul Watzlawick müssen – und können – nach 50 Jahren überarbeitet werden. Zusammen mit Tina Piazzi haben wir im Band «Paul Watzlawick 4.0″ (Herausgegeben von unserem Moderator in Panel 1, Alois Huber) einen Versuch zur Diskussion gestellt. Hier nun aber wie versprochen die Entwicklung von einem anderen Aspekt.

Noch einmal: «Digital» meint: eindeutig, klar, Null oder Eins. Ein oder Aus. Strom oder nicht Strom: «Ein bisschen schwanger geht nicht.» – Anlaog meint: alles andere. Zum Beispiel: Non-verbale Kommunikation.

VOR Paul Watzlawick kommunzierten Menschen, damit sie sich verstehen können.

NACH Paul Watzlawick kommunzieren Menschen, weil sie sich nicht verstehen können.

Verstehen ist ein Missverständnis: Menschen müssen sich VERSTÄNDIGEN, weil sie sich nicht VERSTEHEN können. Sich NICHT verstehen können. Sich nicht verstehen KÖNNEN.

Das hat biologische Gründe. Das hat psychische Gründe. Und darum fokussiert Soziale Arbeit radikal auf die Arbeit AM SOZIALEN. Das heisst, wie beobachten Austausch- und Legitimierungsprozesse. Wir problematisieren Machtverhältnisse. Wir gestalten Interventionen. Die Bio-Psycho-Soziale Denkfigur, gibt uns dazu ein Set von Unterscheidungen, welche uns praktische Unterscheidungen generieren.

Wer im Kontext Sozialer Arbeit im Jahr 2020 hinter diese «radikalen» Erkenntnisse geht, kann dies gerne tun. Hat sich aber begründet zu erklären.

Es ist nicht so, dass Soziale Arbeit diesen Paul Watzlawick für diese Setzung gebraucht hätte. GANZ IM GEGENTEIL.

Viel mehr treffen wir hier auf das Problem, wofür Silvia Staub-Bernasconi ihr ganzes Leben hingegeben hat: Diese unsägliche Verweigerung, Abschied von der Bescheidenheit zu nehmen und die 500-jährige Professionalisierungsgeschichte Sozialer Arbeit zu kennen und darauf selbstbewusst und explizit zu referenzieren. Ich will wenigsten die historischen Top-Shots genannt haben: Jane Addams (1860−1935), Mary Parker Follet (1868−1933), Alice Salomon (1872−1948) und natürlich «unsere» Ilse Arlt (1876−1960).

Der Clou ist, dass was heute Massen leitende Medien und auch einige Drittmittelfixierte und darum auch feuilleton-fokussierte Professorenden so gerne «Digitalisierung» nennen, als das gezeigt werden kann, was Soziale Arbeit seit 500 Jahren verlangt:

Ich entwickle dieses einfache Chart so:

Wir zeichnen zwei horizontale Linien. Die obere Linie beschriften wir mit «Komplex». Die untere Linie beschriften wir mit «Kompliziert».

Und nun ein schwungvolles «Just-Do-It».

Jetzt rufe ich ein Narrativ auf, was weit herum – in Wirtschaft und Politik, in Natur- und Geisteswissenschaften, in Massen leitenden Medien und selbst am Stammtisch verstanden wird:

«Die 4 Industriellen Revolutionen.»

Die erste Revolution nennen wir «Mechanisierung».

Schon Affen haben gelernt, dass sie eine Kokosnuss besser mit einem Stein öffnen, als mit blosser Hand…

Die zweite – jetzt wird deutlich, warum von «industriellen» Revolutionen gesprochen wird – nennen wir «Motorisierung»:

Die Kraft von Bach und Wind für das Mühlrad – der Esel, das Ross, die Ochsen für Pflug und Kutsche – werden durch Maschinen ersetzt: Es dampft, zuckelt und zischt.

Die Kleinfamilie entsteht. Die Lohnabhängkeit. Die Massenhafte Erwerbslosgkeit. Dramatische Kriege. Zunächst weiterhin Mann gegen Mann, Sohn gegen Sohn, jetzt aber auch unter Wasser und hoch droben in den Lüften. (Das ist die Welt, in welche Paul Watzlawick als 17-jähriger Junge geworfen worden ist.)

Zusätzlich setzt sich ein nächster «Neologismus» durch: Der Begriff der «Umwelt». Es wird maschinell realisiert, dass es auch möglich ist, «Menschliche Bedürfnisse» – Ilse Arlt lässt freundlich Grüssen – zu entziehen, um «Überflüssige Menschen» so zum «verduften» zu bringen, dass sie nicht einmal berührt werden müssen: Die Gas-Kammern sind das schauerliche Symbol für diese Praxis unter dem Faschismus.

Ob die Geschichte in hundert Jahren damit einverstanden sein wird, dass jene Zeit – in welcher Soziale Arbeit zu einem Beruf geworden ist – gleichzeitig auch der Tiefststand unseres Berufsstandes war, muss sich erst noch weisen.

Jedenfalls – um eng in unserem Kulturraum zu bleiben – elegantisierte die DDR diesen Umwelt-Ansatz: Sie nannten es «Zersetzung». In der BRD wurde es später möglich, dass die Sozialdemokratische Partei Bürgerinnen und Bürger – grosse Teile unserer Adressatengruppen – als ICH AG bezeichnen konnte: Leiden an gesellschaftlichen Verhältnisse wird damit als ein «individueller, suboptimaler Businessplan» geframt.

#Framing und ist das neue #Umwelt

Die Rolle von Sozialarbeit in dieser Zeit? Gibt es Forschung dazu? Das braucht es gar nicht. Es ist fotografierbar.

Und: Wie «die Gesellschaft der Gesellschaft» in den letzten Monaten mit sogenannten Wissenschafts- und Coronaleugnern, Covidioten, Verschwörungstheoretikern umgegangen ist, darauf will ich jetzt hier nicht eingehen. Obwohl: Staaten realisierten massive Grundrechtseingriffe, Wissenschaft haben geschwiegen oder befeuert und Massen leitende Medien leisteten massives Framing. Und Soziale Arbeit?

Rechtsstaatlicher Fakt bleibt – wenigstens solange wie gültig ist: DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTABR: Wer Grundrechtseingriffe durchführt, hat sich selbst auf die Anklagebank gesetzt und hat detailliertest Rechenschaft abzulegen. Das gilt auch für Soziale Arbeit, wo diese die «Notverordnungen» als engagierte, willige Helferin umgesetzt haben. Der Spruch: «Wir haben von allem nichts gewusst», gilt nicht. Der Vergleich ist illegitim? – Bist du sicher? – Ach :-( Schnell weiter.

Die dritte industrielle Revolution nennen wir «Automatisierung»:

Die Motoren erhalten nun Sensoren und es sieht von Aussen betrachtet so aus, als würden diese Maschinen selbst «entscheiden», wann sie den Sonnenschutz aus- und einfahren, die Heizung ab- und anstellen.

Jetzt aber die Vierte Industrielle Revolution. Wir nennen diese «Digitalisierung».

Warum? Weil diese Rechner und Computer und vernetzten Datenbanken alles in kühlen, kalten, präzisesten Nullen und Einsen verrechnen.

Menschen arbeiten mit solchen Systemen seit vielen Jahrzehnten selbstverständlichst – viel länger als die 30 Jahre des Weh!Weh!Weh! – zusammen. Menschen kommunzieren mit ihren Maschinen, als wären sie ganz normale, kommunikationsfähige Menschen. Und sie regen sich auch genau gleich über sie auf, wie über ärgerliche Nachbarn oder ignorante Vorgesetzte.

Der alte Männertraum, mit allem rechnen zu können – Rosse, Länderein, Soldaten, Mehlsäcken, Sklaven und Weibern (wohl auch in dieser Reihenfolge) – hat sich erfüllt. «Mit allem rechnen» (Maren Lehmann). Und auch wir rechnen mit allem. Soziale Arbeit – aus Erfahrung und aus Gründen – mit dem Schlimmsten.

Während die ersten zwei Revolutionen noch ganz ihre Energie und Inspiration aus linear-kausal-deterministisch mechanischen, analytischen Verfahren bezogen haben, änderte sich das bereits mit der «Automatisierung»: Nicht mehr die Kompliziertheit, sondern das Komplexe ist jetzt der dominante Ausgangspunkt: Das Prozessuale, Systemische, Dynamische. Ingenieure und Techniker reden heute von «Agilen Settings». Ja, Männer mit schön gestutzen Bärten und nackten Füssen in kurzen Hosen!

Das aber war für unsere handlungswissenschaftlichen Frauen schon immer der Normalfall. Weil wir es eben NIE mit trivialen, komplizierten Maschinen, sondern eben IMMER mit komplexen, Maschinen – Menschen und Gruppen von Menschen – zu tun hatten.

Arme, Wittwen und Waisen, Säufer und Krüppel, Kriegsversehrte und Vagabunden konnten schon vor 500 Jahren – zur Zeit wie Katharina von Zimmer für uns in Zürich, staatlich zwangsfinanzierte, «professionelle Soziale Arbeit» angeschoben hat – nicht ab- und angestellt werden wie Wassermühlen. Oder später Dampflokomotiven.

Jede mildtätige Sozialarbeiterin in den Ghettos der Erwerbslosen vor 150 Jahren wusste, was später Paul Watzlawick selbstbewusster und lustiger zu erzählen wusste:

Übermässiger Alkoholkonsum – zum Beispiel – kann eine sehr erfolgreiche Problemlösung sein, welche das soziale Zusammenleben von Familien und grossen Gruppen von Menschen sehr erfolgreich stabilisiert. Die Erreichung individueller Abstinenz von psycho-aktiven Substanzen konnte nie irritationsfrei das Ziel von Sozialer Arbeit sein. Aber kollektive, strukturelle, wirtschaftliche, staatliche, internationale, globale Interventionen sehr wohl. Etwa die Einführung von Sozialversicherungen. Oder heute möglicherweise ein globales Grundeinkommen. Und immer so weiter. Zusammenfassend:

Soziale Arbeit hat zunächst rein gar nichts gegen diese 4. industrielle Revolution, welche wir lauthals «Digitalisierung» nennen. GANZ IM GEGENTEIL.

Unter der Bedingung der 4. Industriellen Revolution – der «Digitalisierung» – hat sich der ewige Vorwurf eines «technologie-defizites» (Marianne Meinhold) an Soziale Arbeit in ihr Gegenteil gewendet: Wer auch immer heute NICHT aus dynamischen, prozessualen Systemlogiken heraus «unterscheidet, beobachtet, handelt», ist umstandlos diskreditiert.

Digitalisierung» ermöglicht Sozialer Arbeit die Zusammenhänge und Konstellationen auf Maso‑, Meso- & Mikroebenen – so haben wir noch vor wenigen Jahren geredet! – zu beschreiben. Du findest unter dem Stichwort: «Weltgesellschaft» in der Fachbibliothek kilometerweise Literatur. Leider nur wenig in der Wikipedia. (Aber das wäre ein anderes Lieblingsthema von mir.) Jedenfalls: Dass Menschen sich hören und sehen – live, computer-vermittelt, telepräsent – und sogar mit ihrem Lieblingsbaum kommunzieren können – Das ist nicht die Kritik, welche Soziale Arbeit vorbringen kann. GANZ IM GEGENTEIL.

Die aktuellen Herausforderungen – die ökologische, die ökonomische, die kommunikative – sind globale Herausforderungen, welche Soziale Arbeit traditionell thematisiert hat – lange vor Internet – jetzt aber unüersehbar und breit akzeptiert sind.

Dass unser Berufstand, unsere Profession, unsere Disziplin Sozialer Arbeit jetzt so hilflos tut ob all den Kabeln, Tastaturen und Bildschirmen, das ist ein Phänomen, welche wir gerne unseren Adressategruppen zuschreiben:

Es kann sehr erfolgreich sein, lauthals zu jammern, Hilflosigkeit zu demonstrieren. Es ist an uns «Abschied zu nehmen von der Bescheidenheit».

Um uns herum, wird gerade #TheGreatReset-Button gedrückt, wie es das WEF in Davos eindrücklich in Studien, Bildern und Videos umsetzt.

Und Soziale Arbeit tut mit all ihrem Personal an Fachhochschulen und Universitäten überfordert, als gäbe es keine Vorstellung davon, wie «Gerechtigkeit und Fairness» auf globalem Level – jenseits von nationalstaatlichen oder gewinnmaximierenden Konstrukten – umgesetzt werden könnte?

Und um auf Sebastian Sierra-Barra zu reagieren: Demokratie war eine Reaktion auf die 2. industrielle Revolution. Die Reaktion auf die 4. industrielle Revolution wird näher an Anarchie sein. Nicht Anomie. Anarchie: die Abwesenheit von Herrschaft. Die akzpetanz der Kinder von xerokratischen Strategien können bei TikTok leicht gezeigt werden. Und der Erfolg von kollaborativen Schreibprojekten sind endlos. Wie könnten wir telepräsent kommunizieren, ohne dasss irgendwo ein Linux-Rechner läuft. Und von Wikipedia und Wikidata will ich jetzt nicht mehr anfangen. Zum Schluss eine schlechte Nachricht für Drittmittelsucher an Fachhochschulen und Universitäten: Für Soziale Arbeit hat «Digitalisierung» nichts zu schaffen mit Kabeln, Tastaturen und Bildschirmen:

DIGITALISIERT EUCH (so?)

Im Namen des Ärgers, der Wut und des heiligen Zorns, geht hin in Unruhe.

Im Übrigen: Julian Assange gehört seit 10 Jahren nicht ins Gefängnis.

Ich hoffe auf Streit. d!a!n!k!e :-)

Technik- & Ton-Test

1. Lesung (Making of) vom 13. September 2020 ) – 1. Entwurf

«Welcome to the german-speaking Part of Europe»

Hier noch einmal der Link zum Paul Watzlawick-Festival

Folie 1 (dissent.is/SozialDigital)

dissent.is/PaulWatzlawick

Und der Link zum Text und «Making Of» von dem was ich jetzt in aller gebotenen Kürze vortrage:

dissent.is/SozialDigital

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen

Wenn wir Sozialarbeitende die Unterscheidung «Analog:Digital» nutzen, berufen wir uns dabei seit 1967 auf das 4. Axiom von Paul Watzlawick:

Folie 2

4. Axiom: «Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten.»

Dass «Digitale Kommunikation» irgendetwas mit Kabeln, Strom, Bildschirmen, Tastaturen zu tun haben könnte, das macht dem Hauselektriker einen praktischen Unterschied. Uns Sozialarbeitenden nicht.

Wenn «Menschliche Kommunikation» dominant «Digital» verlaufen würde, verstünden wir darunter, dass wir in endlosen Multiple-Choice-Formularen redeten:

Willst du
a) Kaffee, oder
c) Tee

Willst du deinen Tee
a) heiss, oder
b) kalt

Willst du in deinen Tee
a) Honig, oder
b) kalorienarmer, künstlicher Zucker

Und immer so weiter.

Folie weg

«Digital» meint: eindeutig, klar, Null/Eins. «Ein bisschen schwanger geht nicht.» – Anlaog meint: alles andere. Zum Beispiel: Non-verbale Kommunikation.

VOR Paul Watzlawick kommunzierten Menschen, damit sie sich verstehen können. NACH Paul Watzlawick kommunzieren Menschen, weil sie sich nicht verstehen können.

Verstehen ist ein Missverständnis.

Menschen müssen sich verständigen, weil sie sich nicht VERSTEHEN können.
- NICHT verstehen können.
- Nicht verstehen KÖNNEN.

Wer im Kontext Sozialer Arbeit im Jahr 2020 hinter diese Erkenntnisse geht, kann dies gerne tun. Hat sich aber zu erklären.

Es ist nicht so, dass Soziale Arbeit diesen Paul Watzlawick gebraucht hätte. GANZ IM GEGENTEIL.

Viel mehr treffen wir hier auf das Problem, wofür Silvia Staub-Bernasconi ihr ganzen Leben hingegeben hat: Diese unsägliche Verweigerung, Abschied von der Bescheidenheit zu nehmen und die 500-jährige Professionalisierungsgeschichte Sozialer Arbeit – für uns in der Schweiz beginnt diese aller spätestens mit Katharina von Zimmern – zu kennen und darauf zu referenzieren. Ich will wenigsten die historischen Top-Shot-Namen genannt haben: Ilse Arlt, Jane Addams, Mary Parker Follet, Alice Salamon.

Der Clou ist, dass was heute Massen leitende Medien und auch einige Drittmittelfixierte Professorenden so gerne «Digitalisierung» nennen, ist das, was Soziale Arbeit seit 500 Jahren verlangt. Ich entwickle es Ihnen in diesem einfachen Chart.

Folie 3

Wir zeichnen zwei horizontale Linien.

Folie 4

Die obere Beschriften wir mit Komplexität.

Folie 5

Die untere mit Kompliziertheit. Und zeichnen schwungvoll einen Just-Do-It Hacken ein.

Und nun bedienen wir uns einem Narrativ, was weit herum, bei Natur- und Geisteswissenschaften, in Wirtschaft und Politik und sogar bei Massen leitenden Medien und am Stammtisch verstanden wird:

Die 4 Industriellen Revolutionen.

Folie 6

Die ersten Revolution nennen wir «Mechanisierung».

Schon Affen haben gelernt, dass sie eine Kokosnuss besser mit einem Stein öffnen, als mit blosser Hand. Das entwickelte sich dann vor rund 500 Jahren rasant weiter.

Folie 7

Die zweite – nun eben «industrielle» – Revolution nennen wir «Motorisierung»: Die Kraft von Bach und Wind für das Mühlrad, der Esel, das Ross, die Ochsen für Pflug und Kutsche, werden ersetzt. Es dampft und zischt. Die Kleinfamilie entsteht. Die Lohnabhängkeit. Massenhafte Erwerbslosgkeit. Ich muss ihnen das nicht ausformulieren. Schnell weiter. die dritte industrielle Revolution nennen wir «Automatisierung»:

Folie 8

Die Motoren erhalten Sensoren und können nun selbst entscheiden, wann sie den Sonnenschutz aus- und einfahren, die Heizung ab- und anstellen.

Und nun also diese vierte industrielle Revolution.

Folie 9

Wir nennen es – gerne – «Digitalisierung».

Während die ersten zwei Revolutionen noch ganz ihre Energie und Inspiration aus linear-kausal-deterministisch mechanischen, analytischen Verfahren bezogen haben, änderte es sich bereits mit der Automatisierung, dass prozessuale, systemische, dynamische – heute reden selbst die Ingenieure und Techniker – jetzt jetzt auch die Männer! – von «agilen» Settings – in den Fokus geraten sind.

Das war aber für unsere handlungswissenschaftlichen Frauen schon immer der Normalfall. Weil sie es NIE mit Maschinen zu tun hatten, sondern eben IMMER mit Menschen.

Soziale Arbeit, arbeitet am Sozialen.
- nicht an Körpern.
- nicht an Psychen.

Arme, Wittwen und Waisen, Säufer und Krüppel, Kriegsversehrte und Vagabunden konnten schon vor 500 Jahren nicht ab- und angestellt werden wie eine Wassermühle oder später eine Dampflokomotive.

Und jede mildtätige Sozialarbeiterin in den Ghettos der Erwerbslosen vor 150 Jahren wusste, dass der übermässige Alkoholkonsum der Familienväter durchaus Teil von Lösung sein konnte. Und das Problem eher nicht mit der erreichung individueller Abstinenz, sondern mit kollektiven, strukturellen, wirtschaftlichen, staatlichen Interventionen gelindert werden konnte. Etwa mit der Einführung von Sozialversicherungen. Und immer so weiter.

Soziale Arbeit hat zunächst rein gar nichts gegen Digitalisierung einzuwenden. GANZ IM GEGENTEIL.

Digitalisierung realisiert das, was Soziale Arbeit unter dem Stichwort «Weltgesellschaft» verhandelt. Die Not der Kaffeebauern in Südamerika hat seit den Alt68igern ganz direkt etwas mit uns hier in Zentraleuropa zu tun. Und immer so weiter.

Die aktuellen Herausforderungen – die ökologische, die ökonomische, die kommunikative – sind Herausforderungen, welche Soziale Arbeit schon sehr lange in ihrer Handlungswisschaft nachweisen konnte.

Dass unser Berufstand, unsere Profession, unsere Disziplin Sozialer Arbeit jetzt so hilflos tut ob all den Kabeln, Tastaturen und Bildschirmen, scheint mir typisch zu sein: Es ist einfach besser zu jammern, als – «Abschied zu nehmen von der Bescheidenheit».

Um uns herum, wird gerade #TheGreatReset-Button gedrückt. Wie es das WEF in Davos eindrücklich in Bildern und Videos umsetzt. Und wir tun überfordert, als hätten wir keine Vorstellung davon, wie Gerechtigkeit und Fairness auf globalem Level – jenseits von nationalstaatlichen Konstrukten – umgesetzt werden könnte?

Ich freue mich auf ihre spontanen Reaktionen. Danke.

DIE DISKUSSION

Meine Fragen um Teilgabe an die Teilnehmenden im Stream:

  • Wie erklärt ihr euch, dass das 4. Axiom von #PaulWatzlawick vergessen gegangen werden konnte?

Anhänge, Links, Entwicklungsgeschichte

Zum aktuellen Schreibprojekt: #DataLiteracy – Elemente einer Kulturform der Digitalisierung, im Blog von Carl Auer Verlag, Heidelberg

Archiv – M/Eine Geschichte mit dem Hashtag #SozialDigital (so?)

24. Mai 2019 – Erster Input für die Gruppe #SozialDigital

25. Mai 2018 #SozialDigital

#PaulWatzlawick #NiklasLuhmann – Oder: Die von Frauen kultivierte Tradition von 500 Jahren handlungswissenschaftlich beründeter Sozialarbeit. (So?)

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019):
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Stefan M. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Sozialarbeiter, Künstler.

Ausstellungen und Performances in der Royal Academy of Arts in London (Frieze/Swiss Cultural Fund UK), im Deutsches Historisches Museum Berlin (Kuration Bazon Brock), in der Crypta Cabaret Voltaire Zürich (Kuration Philipp Meier) uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Diverse Ehrungen mit rocketboom.com durch Webby Award (2006–2009). Jury-Mitglied “Next Idea” Prix Ars Electronica 2010. Pendelte bis 2010 als Macher von rebell.tv zwölf Jahre zwischen Bodensee und Berlin. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Ruhendes Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Ende 2018 entwickelte er in Zürich-Hottingen in vielen Live-Streams – u.a. in Zusammenarbeit mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz – den Workflow WikiDienstag.ch, publizierte während der Corona-Krise in der NZZ einen Text über Wikipedia und schreibt aktuell an: #DataLiteracy – Elemente einer Kulturform der Digitalisierung im Carl Auer Verlag, Heidelberg. Im Juli 2020 kehrt er mit seinem 1997 gegründeten Unternehmen (Spin-Off mit Aufträgen der FH St. Gallen, Gesundheitsdirektion Kanton St. Gallen, Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der EU aus einer Anstellung als Leiter Impuls- und Pilotinterventionen für die Aids-Hilfe St. Gallen/Appenzell) zurück nach Dissent.is/Muster, mitten in die Schweizer Alpen.


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