Die Grosse Offenbarung #KaiserTV 4.10.20, 19h LIVE

Textsorte: Dra­ma
Arbeits­form: Doku­men­ta­tion, Work in Progress
Anlass:  Gun­nar Kaiser und Milosz Matuschek haben einen Appell für Freie Gedanken­räume ini­ti­iert, welch­er innert kurz­er Zeit über 15’000 Men­schen unterze­ich­net haben. Es kommt zu einem Live-Stream, in welchem einige der Erstun­terze­ich­n­er ihre Unter­schrift begrün­den.
TL;DR: (…)
Bildquelle: https://idw-europe.org/
URL/Hashtag: (…)

“Die Grosse Offenbarung”

Son­ntag, den 4.10.2020, ab 19 Uhr LIVE 

Work in Progress

(Ohne Recht- und Richtigschrei­bung, es gilt das gesproch­ene Wort.)

Vielen Dank Gunnar, Vielen Dank Milosz

- Hier mein Text, welchen ich heute mor­gen in meinem Blog dissent.is entwick­elt habe:

Spoil­er: Ich wün­sche euch bei­den, dass Eric Gujer eure Astro­turf­ing Kam­pagne für den Auf­bau von NZZ.de als unser gemein­sames Geschenk an unsere geliebte alte Tante bald annehmen wird.

Ja, ich habe den “Appell für Freie Debaten­räume” sofort unter­schrieben, wie ich davon gehört habe.
Ja, ohne den Inhalt vorher studiert und ohne darüber nachgedacht zu haben.

Freilich wäre ich nie auf die Idee gekom­men, unter einem freien Debat­ten­raum stun­den­lange Live-Streams von Stre­it­ge­sprächen zwis­chen Men­schen mit Büch­ern auf der Spiegel-Best­seller-Liste zu verstehen.

Freilich wäre ich nie frei­willig auf die Idee gekom­men, die schnö­den Busi­ness­pläne von Lisa Eck­hart oder Dieter Nuhr zu verteidigen.

Für mich ist die Unter­schei­dung von Offen/Frei “Die grosse Offenbarung”. 

Kurzum: Ich bin nicht ein­ver­standen mit euch.

Selb­stver­ständlichst: Ich würde sofort den Appell wiederum unterschreiben. 

#agree2disagree ist für mich kein #nice2have.

#agree2disagree ist für mich als Sozialar­beit­er eine tra­gende Grun­dan­nahme in mein­er Arbeit am Sozialen:

  • Ich weiss, dass ich nicht weiss.
  • Ich weiss, dass ich nicht sehe, was ich nicht sehe.
  • Soziale Arbeit denkt tra­di­tionell von unten her.

Das heisst, wir stellen uns ein postal­is­che Adresse vor:

Ste­fan M. Sey­del
Casa Paz­zo­la
Via Cavardi­ras 10
7180 Dissent.is/Muster
Schweiz
Europa
Welt­ge­sellschaft

Soziale Arbeit denkt tra­di­tionell von unten her: Umstand­los aus der Kom­plex­ität von “Welt­ge­sellschaft” heraus.

1989 ist der real existierende Sozial­is­mus implodiert. Und damit auch diese Art und Weise möglichst radikal “von unten her zu denken”.

Der Aus­gangspunkt, dass es bess­er für das Indi­vidu­um sei, wenn die Grundbedürfnisse von der Gemein­schaft gesichert wird, ist ver­meintlich dem Aus­gangspunkt unter­legen, dass es bess­er für die Gemein­schaft sei, wenn das Indi­vidu­um nach seinem eige­nen Glück möglichst uneingeschränkt streben könne.

Wenn in ein­er dig­i­tal­en Unter­schei­dung — ein­er ein­deuti­gen Unter­schei­dung, entweder:oder, ein biss­chen schwanger geht nicht — die eine Seite implodiert, hat damit aber eben GERADE NICHT die andere Seite der Unter­schei­dung gewon­nen und kann jet­zt nach Belieben dominieren. 

Ganz im Gegenteil.

Gemein­sam war dem Aus­gangspunkt von “einem Denken von Oben” und “einem Denken von Unten”, dass akzep­tiert wurde: 

“Die Würde des Men­schen ist unantastbar.”

Wenn sich vorher die Gesellschaft der Gesellschaft dig­i­tal, ganz ein­deutig, mit ein­er dick­en Mauer dazwis­chen, in Ost und West unter­schieden hat, in: Linke und Rechte, in “von Unten her denk­ende” und in “von Oben her denk­ende”, — müssen, mögen, kön­nen, dür­fen, sollen, mögen, wollen … ach… lassen wir nun zu, dass sich “Welt­ge­sellschaft” ganz anders zu unter­schei­den vermag: 

Dass dieser “Grosse Fil­ter” über­wun­den wer­den kon­nte, haben wir dem Jahr 1989 und tausenden von muti­gen Men­schen zu ver­danken, welche sich ver­ab­schiedet haben von ein­er unzulänglichen, bru­tal­en, gewaltig verkomme­nen Denke: Seit vie­len Jahrzehn­ten hat sich der Irrsinn in heis­sen und kalten Kriegen gröss­er offen­bart, als wir stolz darauf sein wollten. 

Think Glob­al — Act Local

Unsere Altvorderen nan­nten es “Par­a­dig­men­wech­sel” und haben die Her­aus­forderun­gen detail­liertest aus unter­schiedlich­sten Per­spek­tiv­en entfaltet.

Wenn heute das World Eco­nom­ic Forum in Davos den Hash­tag #The­GreatRe­set nutzt, dann wird offen­bar davon aus­ge­gan­gen, dass es ihrem gewaltig mächti­gen, losen, schwach ver­bun­den­em Ver­bund von drama­tisch reichen und ein­flussre­ichen Verbindun­gen ger­ade gelingt, eine Ref­or­ma­tion zu real­isieren.

Es klärt sich ger­ade auf, es däm­mert die Trag­weite dieses Green­field-Projects, als wärs eine grosse Offenbarung…

Elon Musk ste­ht so sym­bol­isch für diesen grossen Neustart, wie Julian Assange für die hoff­nungsvollen Träumer ein­er alten, ver­gan­genen, unterge­gan­gen Welt.

“Nicht Julian Assange braucht unser Hil­fe.” Er, welch­er seit 10 Jahren gejagt, einges­per­rt und gefoltert wird, weil er jenen geholfen hat, welche es nicht mehr aus­ge­hal­ten haben, am schreien­den Unrecht beteiligt zu sein, welche unsere demokratis­chen Staat­en im Namen des Volkes, im Namen der Frei­heit, im Namen der Men­schen­rechte auf glob­alem Lev­el an Gewalt, Schreck­en und Elend zu verbreiten.

Was Julian Assange mit den Leak­ings ermöglicht hat, ist ins Gespräch zu kom­men darüber, dass sub­ver­siv tiefe Tun­nels in die Erde getrieben und tausende von Satel­liten in den Orbit gejagt wer­den und damit Zeichen für eine gän­zlich andere Möglichkeit geset­zt wer­den, wie Men­schen zusam­men mit ihren Maschi­nen eine näch­ste Gesellschaft der Gesellschaft begründen.

Wir brauchen freie Debat­ten­räume so drin­gend, weil wir wed­er Julian Assange noch Elon Musk alleine Zuhause lassen können.

Wir brauchen freie Debattenräume.

Wir brauchen freie Debat­ten­räume, welche eben nicht nur “offen zugänglich” im Inter­netz ver­füg­bar sind, son­dern umstand­los “frei”.

Was “frei” meint, zeigt die Wiki­me­dia-Foun­da­tion seit 2001:

“Wikipedia Is Not Paper”, haben wir als soge­nan­nte “Inklu­sion­is­ten” damals gerufen und darauf ver­wiesen, dass “Com­put­er Ver­mit­telte Kom­mu­nika­tion” (CvK, CmC) nicht mehr an serielle, lin­eare Pub­lika­tion und Dis­tri­b­u­tion gebun­den ist. Die Geis­terge­spräche in der uni­ver­sitären Bib­lio­thek haben sich aus­geweite ins “Wel­tumspan­nende Weite Web”.

Wir haben genü­gend Platz, das Vielfältig­ste zu ent­fal­ten. Und wie wir das tun wollen, das hat der wis­senschaftliche Work­flow des Wis­sen schaf­fens in ein­er 200-jähri­gen Tra­di­tion glob­al etabliert: “Implizites wird Expliziert und radikal der Kri­tik ausgesetzt.”

Was kom­mun­zieren kann, kom­mu­niziert. Men­sch und/oder Mas­chine. Egal. Wikipedia und Wiki­da­ta kön­nen so als glob­ale Pilot- und & Impul­spro­jek­te gezeigt wer­den, von welchen es jede Menge zu ler­nen gibt. Auch, wie freie Debat­ten­räume auf offene Debat­ten­räume reduziert wer­den und zer­stört wer­den können.

Wir haben das Glück — und daraus entste­ht eine Pflicht — unter sich völ­lig verän­derten sozialen, kom­mu­nika­tiv­en Bedin­gun­gen, an dem mitzuwirken, was wir seit vie­len Jahrzehn­ten “Welt­ge­sellschaft” nen­nen.

SOLA SCRIPTURA — SAPERE AUDE — SEI MUTIG

Zum Schluss: Danke Milosz und Gun­nar für das Engage­ment, uns Vie­len radikal sozial lib­eralen Inklu­sion­is­ten zu ermöglichen, in einem kol­lab­o­ra­tiv­en Prozess im Inter­netz für freie Debat­ten­räume zu stre­it­en. Das war einst übri­gens das Ide­al und die Stärke der NZZ. Mit lieben Grüssen an Eric Gujer:

“Auf in die Kon­tro­verse.” (@imTun­nel in Band 1, von #dfdu 2009)

/sms ;-)
4. Okto­ber 2020, Dissent.is/Muster

Doku 1. Lesung (Sonntag Morgen 9h)

Aktuelle Text in der NZZ

Archiv (Podcast/Live-Streams mit Gunnar, bzw Milosz)

Ste­fan M. Sey­del, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Fest­spiel 1901″ (2019):
Twit­terWikipediaYoutube (aktuell), Sound­cloudInsta­gramSnapchatTik­TokTwitch

Stefan M. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studi­um der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Sozialar­beit­er, Künstler.

Ausstel­lun­gen und Per­for­mances in der Roy­al Acad­e­my of Arts in Lon­don (Frieze/Swiss Cul­tur­al Fund UK), im Deutsches His­torisches Muse­um Berlin (Kura­tion Bazon Brock), in der Cryp­ta Cabaret Voltaire Zürich (Kura­tion Philipp Meier) uam. Gewin­ner Migros Jubilée Award, Kat­e­gorie Wis­sensver­mit­tlung. Diverse Ehrun­gen mit rocketboom.com durch Web­by Award (2006–2009). Jury-Mit­glied “Next Idea” Prix Ars Elec­tron­i­ca 2010. Pen­delte bis 2010 als Mach­er von rebell.tv zwölf Jahre zwis­chen Bodensee und Berlin. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Infor­ma­tion auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Ver­lag Ham­burg. Ruhen­des Mit­glied im P.E.N.-Club Liecht­en­stein. Er war drei Jahre Mit­glied der Schulleitung Gym­na­si­um Kloster Dis­en­tis. Seit Ende 2018 entwick­elte er in Zürich-Hot­tin­gen in vie­len Live-Streams – u.a. in Zusam­me­nar­beit mit Sta­tis­tik Stadt Zürich und Wiki­me­dia Schweiz – den Work­flow WikiDienstag.ch, pub­lizierte während der Coro­na-Krise in der NZZ einen Text über Wikipedia, ini­ti­ierte das #PaulWat­zlaw­ick-Fes­ti­val 2020 und schreibt aktuell an: #DataL­it­er­a­cy – Ele­mente ein­er Kul­tur­form der Dig­i­tal­isierung im Carl Auer Ver­lag, Hei­del­berg. Im Juli 2020 kehrt er mit seinem 1997 gegrün­de­ten Unternehmen (Spin-Off mit Aufträ­gen der FH St. Gallen, Gesund­heits­di­rek­tion Kan­ton St. Gallen, Bun­de­samt für Gesund­heit (BAG) und der EU aus ein­er Anstel­lung als Leit­er Impuls- und Pilot­in­ter­ven­tio­nen für die Aids-Hil­fe St. Gallen/Appenzell) zurück nach Dissent.is/Muster, mit­ten in die Schweiz­er Alpen.


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