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die @blackrock-festspiele #WEF26 | Über den Unterschied zwischen einer weissen Fahne und dem letzten Hemd. (so?)

#WEF26 das @blackrock-festival (so?)

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Dass Klaus Schwab ging, habe ich mit­bekom­men. Dass aber Peter Brabeck auch ger­ade wieder aus­gewech­selt wurde, ver­passte ich. Erst wie es los­ging in Davos, habe ich André Hoff­mann und Lar­ry Fink in der neuen Posi­tion gese­hen. Das verän­derte freilich alles in meinen Beobach­tun­gen und war Wass­er auf meine Mühlen… So änderte ich schnell meinen vorschnellen Slo­gen:

#WEF26? @blackrock-Festival ist das neue Konzil des Libertären Katholizismus

Wozu sollte das @Blackrock-Festival von #TechnoFeudalism selbst bezahlt werden, wenn es doch weltweit genug Standortmarketing-Fans gibt, welche sofort 40 Millionen freistellen können?

Der Schweiz­er Staat — ob Kan­ton oder auf Bun­de­sebene — im glob­alen Stan­dortwet­tbe­werb. Während der Mit­te­lal­ter­liche Feu­dal­is­mus mit drei Stän­den beschrieben wor­den ist, scheint dies heute ähn­liche Über­sichtlich zu sein. Ziem­lich viele sitzen mit ziem­lich vie­len im gle­ichen Boot. Aber einige hof­fen, dass es ihren Pen­sion­skas­sen­geldern bess­er geht, wenn sie zu #Aladdin beten. (so?)

Ver­fas­sung­sprinzip (1848)Bedeu­tung#WEF26 / Tech­nofeu­dal­is­mus
Rechtsstaat – „Die Stärke des Rechts vor die Rechte der Stärk­eren“Macht wird durch Recht begren­ztStärke der Infra­struk­tur vor dem Recht
Demokratie – „Machtablö­sung ohne Blutvergiessen“Macht ist wider­ruf­barMacht ist investiert und tech­nisch ver­fes­tigt
Föder­al­is­mus – „Dort entschei­den, wo umge­set­zt wird“Nähe von Entschei­dung und Betrof­fen­heitDort umset­zen, wo investiert wird
Sozial­staat – „Befähi­gung zur Teil­habe an sozialen Errun­gen­schaften“ (aka Bil­dung)Teil­habe als öffentlich­es RechtZugang als Plat­tform­funk­tion

Warum Häfelin/Haller heute bloss noch zeigt, dass es nicht mehr so weiter gehen kann?

Ver­fas­sung­sprinzip (1848, Häfelin/Haller)His­torische Ermöglichung (Macht als Möglichkeit)Warum diese Form heute Möglichkeit­en begren­zt
Rechtsstaat – „Die Stärke des Rechts vor die Rechte der Stärk­eren“Kom­mu­nika­tion wird von Gewalt auf Recht umgestellt. Möglichkeit: Kon­flik­te anschlussfähig zu lösen.Recht bleibt ter­ri­to­r­i­al, Kom­mu­nika­tion ist ent­ter­ri­to­ri­al­isiert. Cloud‑, Plat­tform- und Infra­struk­tur­op­er­a­tio­nen entziehen sich rechtlich­er Anschlussfähigkeit. Die Form begren­zt Anord­nung und Durch­set­zung.
Demokratie – „Machtablö­sung ohne Blutvergiessen“Kom­mu­nika­tion über Herrschaft wird in Wahl über­set­zt. Möglichkeit: Machtwech­sel ohne Zer­störung.Entschei­dungszen­tren sind nicht mehr per­son­al gebun­den. Infra­struk­tur ist nicht abwählbar. Die Form begren­zt Legit­i­ma­tion, weil Anschluss nicht mehr über Per­so­n­en läuft.
Föder­al­is­mus – „Dort entschei­den, wo umge­set­zt wird“Nähe von Entschei­dung und Betrof­fen­heit. Möglichkeit: lokale Anschlussfähigkeit.Abhängigkeit­en sind glob­al und kap­i­tal­in­ten­siv. Entschei­dun­gen entste­hen dort, wo investiert wird. Die Form begren­zt Zugang und Anord­nung.
Sozial­staat – „Befähi­gung zur Teil­habe an sozialen Errun­gen­schaften“ (aka Bil­dung)Kom­mu­nika­tion wird von Herkun­ft auf Befähi­gung umgestellt. Möglichkeit: Teil­habe durch Ler­nen.Wis­sen ist ent­gren­zt, Teil­habe läuft über Plat­tfor­men, Accounts, Lizen­zen. Insti­tu­tionelle Bil­dung erzeugt keinen Anschluss mehr. Die Form begren­zt Zugang.

#NoKings

„No Kings“ ist ein schönes, sauberes Sym­bol – aber es adressiert eine Macht­form, die bere­its his­torisch erledigt ist. Es richtet sich gegen per­son­ale Herrschaft:

  • Könige
  • Tyran­nen
  • Autokrat­en.

#WEF26 zeigt jedoch eine andere Ord­nung: Nicht mehr Macht als Per­son, son­dern Möglichkeit als Infra­struk­tur.

  • Es gibt dort keine Könige. Es gibt Architek­turen.
  • Nicht Befehle, son­dern Designs.
  • Nicht Herrsch­er, son­dern Sys­teme, die fes­tle­gen, was möglich ist und was nicht.

„No Kings“ bleibt in der Seman­tik der Mod­erne: gegen oben, gegen Fig­uren, gegen Gesichter. Die neue Ord­nung funk­tion­iert gesicht­s­los. Sie braucht keine Kro­ne. Sie braucht Rechen­zen­tren, Kap­i­talflüsse, Plat­tfor­men, Energie.

Darum ist das Bild nicht falsch, son­dern kul­tur­for­mge­bun­den: Es ver­sucht, die Kul­tur­form der Mod­erne zu repari­eren – mit ihren eige­nen Sym­bol­en, ihrem eige­nen Frei­heitsver­sprechen. (Genau das, was mit #The­GreatRe­set sug­geriert wurde. ;-)

  1. 1848 – Die Idee (Häfelin/Haller)
    Rechtsstaat – „Die Stärke des Rechts vor die Rechte der Stärk­eren“
    Demokratie – „Machtablö­sung ohne Blutvergiessen“
    Föder­al­is­mus – „Dort entschei­den, wo umge­set­zt wird“
    Sozial­staat – „Befähi­gung zur Teil­habe an sozialen Errun­gen­schaften“
    → Kom­mu­nika­tion wird anschlussfähig gemacht.
    → Macht als Möglichkeit im Sozialen.
  2. 1989 – Implo­sion von ((links)rechts)
    #Sozial­is­mus war Sol­i­dar­ität aus Grün­den des eige­nen Vorteils.
    #Lib­er­al­is­mus war Indi­vid­u­al­is­mus aus Grün­den kollek­tiv­er Vorteile.
    Bei­de lebten von der­sel­ben Ver­heis­sung: Der Men­sch kann und will selb­st ste­hen.
    Der eine über das Kollek­tiv, der andere über das Indi­vidu­um. Mit 1989 fällt diese Span­nung weg, welche Lib­er­al­is­mus und Sozial­is­mus gegen­seit­ig begren­zte. Das Ver­sprechen „Der Men­sch wagt den aufrecht­en Gang” und find­et einen Weg aus der selb­stver­schulde­ten Unmündigkeit (Immanuel Kant) ver­liert seine Gegen­seite. Andere Nota­tio­nen der gle­ichen Spal­tung:
    → links: Staat | rechts: Markt
    → links: par­la­men­tarisch gesicherte Begren­zungs­macht | rechts: Suche nach “Wahrheit”, Wis­senschaft (weil Men­schen Wis­sen schaf­fen und diese nicht “offen­bart” wird.)
    Der blinde Fleck der Kul­tur­form der Mod­erne bleibt unsicht­bar.
  3. 1990er – #Neolib­er­al­is­mus
    Neu ist nicht „mehr Markt – weniger Staat“, son­dern: die Total­be­freiung des Geldes. Nicht der Men­sch wird befre­it, son­dern das Kap­i­tal. Ver­gl. dazu: Was War #NeoLib­er­al­ism?
    – Kan­ton Graubün­den: Der Staat pri­vatisiert sich selb­st unter dem Nar­ra­tiv „Ohne Touris­mus keine Daseins­berech­ti­gung.“
    – Deutsch­land: „Ich-AG“.
    – Gle­ichzeit­ig: Wer legt sich tat­säch­lich in “Die Soziale Hänge­mat­te”? Swis­sair, Banken, Auto­bauer
    → „too big to fail“.
    Die soziale Frage wird moral­isiert. Sys­temträger wer­den sakral­isiert.
  4. 2001 – Patri­ot Act nach 9/11
    Der Nation­al­staat ver­schiebt seine Seman­tik: Es ist nicht mehr Konkur­renz zwis­chen Nation­al­staat­en und der Nation­al­staat hat ein “Geschlechter­prob­lem”, ein „Ras­sis­mus­prob­lem“, ein “Aus­län­der­prob­lem” etc. etc. son­dern: Jed­er Men­sch, jed­er Bürg­er! — ist poten­zieller Feind.
    → Der Aus­nah­mezu­s­tand wird zum eigentlichen Betrieb­smodus.
    Sicher­heit erset­zt Frei­heit als Primär­code.
    Und die Unter­schei­dung ((Theorie)Praxis) — das Elix­i­er der Kul­tur­form der Mod­erne — ist gelöscht wor­den.
  5. 2018 – Schweiz als Labor
    Öffentliche Kop­plung von Staat · Infra­struk­tur · Plat­tform · Kap­i­tal · Nar­ra­tiv.
    Palan­tir, Google, Roche, UBS, SBB, Swiss­com, Bun­desrat, Medi­en schliessen sich am #wef18 zusam­men unter dem Titel #Dig­i­tal­Switzer­land
    → Die Kop­pelung mit Palan­tir wird nicht the­ma­tisiert.
  6. 2020 – #WEF20 / #The­GreatRe­set
    Schwab ver­sucht, die Mod­erne moralisch zu repari­eren. Die Welt ist aus den Fugen, aber keine Sorge: Wir kön­nen es repari­eren…
  7. 2026 – #WEF26
    Klaus Schwab tritt 2025 zurück. Nach­fol­ger Peter Brabeck (ex Nestlé) verkör­pert moralisch aufge­ladene, pater­nal­is­tis­che Mod­er­a­tion der glob­alen Eliten und wird sofort wieder abgelöst. André Hoff­mann (Rocheerbe) + Lar­ry Fink (Black­rock, Aladdin) machen sicht­bar, was längst etabliert ist:
    – Zukun­ft entste­ht nicht mehr poli­tisch, son­dern tech­nisch, finanziell, infra­struk­turell.
    – Kein Reset, son­dern ein Green­field wird bespielt.
    – Keine Sinnsuche, son­dern tech­nokratis­che Umset­zung des Möglichen.
    – Oper­a­tive Zukun­ft­spro­duk­tion.
  8. FAZIT: #WEF26 ist kein Bruch. Es ist die Offen­le­gung der etablierten näch­sten Kul­tur­form. Die kann dir gefall­en oder nicht. Oder wie es Don­ald Trump am Beispiel Grön­land gesagt hat: “Ich werde keine Gewalt anwen­den. Ihr gebt mir das Stück Eis, oder ich werde es nie vergessen…”
    → “Die Blanke Waffe”, Dirk Baeck­er, NZZ 2016

Elon Musk kichert über FRIEDEN so lächerlich wie über #FreeSpeech

#BonusMaterial

Während dem #wef26 ha!ha!habe ich mir viele Kom­mentare reinge­zo­gen.

  1. Auswer­tung des Auftritts von Elon Musk
  2. Noti­zen: Wer ist Lar­ry Fink?
  3. Noti­zen: André Hoff­mann
  4. Ein Video von Sahra Wagenknecht. Auss­er, dass ich keine “Sol­i­dar­ität” zur Idee #Nation­al­staat und Partein­poli­tik pflege, bin ich in sehr vie­len Punk­ten mit ihr ein­ver­standen… darum habe ich #chat­G­PT gebeten, mir den Vor­trag abzu­tip­pen… das Orig­i­nalscript bietet der Chan­nel selb­st an. Ich will am (sen­sa­tionellen) Text weit­er arbeit­en…

(1) Auftritt von Elon Musk

Quelle | Wichtig­ste Punk­te aus „Elon Musk at Davos 2026: why tech­nol­o­gy could shape a more abun­dant future“:

  1. Ziel sein­er Unternehmen
    Musk sieht alle seine Fir­men als Teil eines gemein­samen Ziels: die Wahrschein­lichkeit zu max­imieren, dass die Zivil­i­sa­tion eine gute Zukun­ft hat. SpaceX soll das Fortbeste­hen von Bewusst­sein sich­ern, Tes­la die Energiewende tra­gen, KI und Robotik den Weg zu glob­aler Fülle eröff­nen.
  2. KI und Robotik als „Pfad zur Fülle“
    Ubiq­ui­täre, nahezu kosten­lose KI und all­ge­gen­wär­tige Robotik wür­den eine ökonomis­che Explo­sion aus­lösen, „jen­seits aller his­torischen Ver­gle­ich­swerte“. Humanoide Robot­er kön­nten Pro­duk­tiv­ität neu definieren, Arbeit­skräfte­man­gel aus­gle­ichen und Kosten mas­siv senken.
  3. Abkehr von Knap­pheit
    Musk argu­men­tiert, dass eine Welt mit bre­it­er tech­nol­o­gis­ch­er Fülle nicht mit struk­tureller Knap­pheit vere­in­bar ist. Es könne nicht sein, dass wenige arbeit­en müssen, während alle anderen in Über­fluss leben. Inklu­sion set­ze Abun­dance voraus.
  4. Energie als Eng­pass
    Nicht Rechen­leis­tung, son­dern Strom wird zum lim­i­tieren­den Fak­tor für KI. Es werde bald mehr Chips geben, als man über­haupt ein­schal­ten kann. Die Skalierung von KI, Robotik und Indus­trie scheit­ert ohne mas­sive Elek­tri­fizierung.
  5. Solaren­ergie als Schlüs­sel
    Musk betont, dass eine erstaunlich kleine Fläche aus­re­icht, um ganze Volk­swirtschaften zu ver­sor­gen: etwa 100 Meilen mal 100 Meilen Solarfläche für die gesamten USA. Ähn­lich­es gelte für Europa.
  6. Raum­fahrt und neue Energiefor­men
    Durch voll­ständi­ge Wiederver­wend­barkeit von Raketen könne der Zugang zum All um den Fak­tor 100 bil­liger wer­den. Das eröffne Per­spek­tiv­en für solare Rechen­zen­tren im All, wo Sonnenen­ergie per­ma­nent ver­füg­bar ist.
  7. Expo­nen­tielle KI-Entwick­lung
    Musk hält es für möglich, dass KI noch dieses Jahr intel­li­gen­ter wird als jed­er einzelne Men­sch und inner­halb von fünf Jahren die kollek­tive Intel­li­genz der Men­schheit über­trifft.
  8. Grund­hal­tung: radikaler Opti­mis­mus
    Seine Schluss­botschaft: Es sei bess­er, opti­mistisch und falsch zu sein als pes­simistisch und recht zu behal­ten. Fortschritt entste­he aus Neugi­er, nicht aus Angst.

(2) Wer ist Larry Fink?

Hier sind die wichtig­sten Infor­ma­tio­nen zu Lar­ry Fink, sein­er KI-Soft­ware (bzw. Tech­nolo­gie), und sein­er Beziehung zu Don­ald Trump – in Deutsch und präzise:

  1. Wer ist Lar­ry Fink
    Lar­ry Fink ist der Grün­der, Chair­man und CEO der US-Invest­ment­ge­sellschaft Black­Rock, Inc., dem grössten Ver­mö­gensver­wal­ter der Welt mit über 12 Bil­lio­nen USD ver­wal­teten Ver­mö­genswerten. Sein Unternehmen beliefert insti­tu­tionelle Kun­den, Pen­sion­skassen, Staat­en, Ver­sicherun­gen und Pri­vatan­leger. (Wikipedia)
  2. Welche KI-Soft­ware oder Tech­nolo­gie ste­ht mit ihm in Zusam­men­hang?
    Black­Rock betreibt ein internes Risiko- und Invest­ment-Sys­tem namens Aladdin (ste­ht für Asset, Lia­bil­i­ty and Debt and Deriv­a­tive Invest­ment Net­work). Dieses Sys­tem ver­wal­tet Risiken, Dat­en und Finanzprozesse auf ein­er hochkom­plex­en Plat­tform und ist kein klas­sis­ches KI-Pro­dukt im Sinne eines gen­er­a­tiv­en KI-Mod­ells, son­dern eine finanztech­nis­che Risiko­man­age­ment-Plat­tform. (Wikipedia)
  3. Hat Black­Rock eine eigene „KI-Soft­ware“ im Sinne von Sprach-KI oder Large Lan­guage Mod­els?
    Black­Rock nutzt Dat­en- und Analy­setech­nolo­gien, auch für AI-rel­e­vante Infra­struk­tur-Investi­tio­nen (z. B. Rechen­zen­tren für Daten­ver­ar­beitung), aber es gibt keine bekan­nte öffentlich erk­lärte Black­Rock-KI-Soft­ware mit Marken­name oder Mod­ell­name ähn­lich zu Chat­G­PT oder xAI (Stand: ver­füg­bare Quellen). Wenn du eine andere Inter­pre­ta­tion von „seine KI-Soft­ware“ meinst (z. B. Beteili­gun­gen oder Part­ner­schaften im KI-Bere­ich), kann ich das geziel­ter recher­chieren.
  4. Beziehung zu Don­ald Trump – his­torisch und aktuell
    a. Fink hat eine lange Verknüp­fung mit US-Poli­tik­ern, war jedoch tra­di­tionell Demokrat und hat frühere demokratis­che Präsi­den­ten und Admin­is­tra­toren berat­en oder unter­stützt. (Wikipedia)
    b. Durch strate­gis­che Investi­tio­nen (z. B. Über­nahme von Häfen am Pana­makanal) kon­nte Black­Rock Trump-poli­tis­che Ziele unter­stützen, was Finks Ver­hält­nis zur Trump-Admin­is­tra­tion verbessert hat und ihm Zugang zu Trump-Kreisen ver­schaffte. (climateandcapitalmedia.com)
    c. Fink wird aktuell als jemand beschrieben, der seine Beziehun­gen zu Repub­likan­ern und zu Trump stärkt, obwohl er früher von eini­gen kon­ser­v­a­tiv­en Grup­pen kri­tisiert wor­den war. (Bilanz)
    d. Fink hat für ver­schiedene wirtschaft­spoli­tis­che Anliegen mit Trump-Regierungsvertretern ver­han­delt; sein Unternehmen war Teil wirtschaftlich­er Del­e­ga­tio­nen zu offiziellen Trump-Ter­mi­nen (z. B. bei Staats­be­suchen). (Reuters)
  5. Wie war seine Hal­tung gegenüber Trump?
    Fink hat öffentlich aus­ge­sagt, dass es für die Finanzmärk­te irrel­e­vant sein kann, wer die Wahl gewin­nt, was als prag­ma­tis­che, weniger parteipoli­tis­che Hal­tung inter­pretiert wird. (Wikipedia)

#CoronaVirus als Verstärker:

Hier ist die Ergänzung zur Rolle von Black­Rock bei der Ver­wal­tung staatlich­er Gelder während der Coro­n­avirus-Pan­demie in ver­ständlich­er, kurz­er deutsch­er Form:

  1. Ver­trag mit der US-Noten­bank (Fed­er­al Reserve)
    Im März 2020 beauf­tragte die Fed­er­al Reserve Bank of New York Black­Rock als exter­nen Invest­ment Man­ag­er, um mehrere Not-Kauf­pro­gramme für Anlei­hen und andere Wert­pa­piere durchzuführen, die Teil der Pan­demie-Kon­junk­turhil­fen waren. Black­Rock war damit ver­ant­wortlich, im Auf­trag der Fed Unternehmen­san­lei­hen, ETFs und kom­merzielle hypotheken­basierte Wert­pa­piere zu kaufen. (Wikipedia)
  2. Zweck dieser Pro­gramme
    Ziel war es, Liq­uid­ität in die Märk­te zu brin­gen, Kred­itkosten für Unternehmen zu senken und dadurch die wirtschaftliche Aktiv­ität zu sta­bil­isieren, nach­dem sie durch Coro­na-Lock­downs stark einge­brochen war. Die Fed-Pro­gramme soll­ten damit die Kred­itver­gabe erle­ichtern und die gesamtwirtschaftliche Nach­frage stützen. (Fed­er­al Reserve Bank of New York)
  3. Keine staatliche Kap­i­tal­beteili­gung von Black­Rock
    Black­Rock ver­wal­tete das Pro­gramm nicht mit eige­nen staatlichen Geldern im Sinne eines Bailouts, son­dern führte im Auf­trag der Fed Käufe aus, gemäss strik­ten Richtlin­ien der Fed. Für diese Dien­stleis­tung durfte Black­Rock bes­timmte Gebühren erheben, in vie­len Fällen wurde aber verpflich­t­end auf Man­age­ment-Gebühren verzichtet, die bei ETF-Käufen für das Pro­gramm hät­ten anfall­en kön­nen. (Wikipedia)
  4. Kon­tro­ver­sen und Kri­tikpunk­te
    a. Einige Stim­men kri­tisierten, dass eine pri­vate Fir­ma sehr grosse Geld­men­gen und Mark­tzugänge für die öffentliche Finanzsta­bil­isierung ver­wal­tet, was Inter­essenkon­flik­te oder man­gel­nde Trans­parenz schaf­fen kön­nte. (Forbes)
    b. Andere Kom­men­ta­toren sahen Risiken darin, dass Black­Rock Infor­ma­tio­nen, Erfahrung und Mark­tken­nt­nisse aus dieser Rolle in andere Geschäfts­bere­iche tra­gen kön­nte, auch wenn ver­traglich Sicher­heits- und Com­pli­ance-Regeln vere­in­bart wur­den. (Amer­i­cans for Finan­cial Reform)
  5. Bre­it­er Kon­text
    Das Engage­ment von Black­Rock spiegelte die his­torisch gewach­sene Ver­flech­tung zwis­chen Gross­in­ve­storen und staatlichen Insti­tu­tio­nen im Krisen­fall wider. Black­Rock hat­te bere­its ähn­liche Rollen bei früheren Inter­ven­tio­nen, etwa nach der Finanzkrise 2008, über­nom­men. (Wikipedia)

Quellen: Wikipedia: Black­Rock; Fed Ven­dor Agree­ments; ETF Report zur Sec­ondary Mar­ket Cor­po­rate Cred­it Facil­i­ty. (Wikipedia)

Aladdin

  1. Was ist Aladdin?
    Aladdin ste­ht für Asset, Lia­bil­i­ty, Debt and Deriv­a­tive Invest­ment Net­work und ist eine umfassende Finanz- und Invest­ment­man­age­ment-Plat­tform, entwick­elt von Black­Rock Solu­tions. Ursprünglich ein internes Risiko­analyse-Tool, ist Aladdin heute ein zen­trales Risiko- und Port­fo­lioman­age­ment-Sys­tem, das von Black­Rock und über 200 exter­nen Finanzin­sti­tu­tio­nen genutzt wird. (Wikipedia)
  2. Ana­lytis­che Kern­funk­tion: Risiko­analyse und Sim­u­la­tion
    Aladdin ver­ar­beit­et grosse Daten­men­gen und nutzt sta­tis­tis­che Mod­elle, Sim­u­la­tio­nen und Risikoberech­nun­gen, um zu bew­erten, wie sich Anla­gen in ver­schiede­nen Szenar­ien entwick­eln kön­nten. Dazu gehören Stress-Tests, Val­ue-at-Risk-Berech­nun­gen und mehrfache Mark­t­szenar­ien. (Wikipedia)
  3. Inte­gra­tion über den gesamten Invest­ment­prozess
    Die Plat­tform verbindet:
    1. Risiko­analyse
    2. Port­fo­lioman­age­ment und Asset-Zuteilung
    3. Han­del und Order­aus­führung
    4. Com­pli­ance und Report­ing
    5. Oper­a­tive Abläufe wie Abwick­lung und Rech­nungsle­gung
      All diese Prozesse nutzen eine ein­heitliche Daten­ba­sis, was schnellere, kon­sis­tente Entschei­dun­gen ermöglicht. (ReinsuranceNe.ws)
  4. Automa­tisierung vs. Entschei­dung­shil­fe
    Aladdin rech­net aus, wie Risiken und Chan­cen unter vielfälti­gen Bedin­gun­gen ausse­hen kön­nten und zeigt auf, welche Posi­tio­nen wie bee­in­flusst wer­den kön­nten (auch mit his­torischen Dat­en und Sim­u­la­tio­nen).
    • Aladdin gibt keine autonomen Entschei­dun­gen oder Hand­lun­gen wie ein men­schlich­er Trad­er aus; vielmehr liefert es Analy­sen, Risiko-Scores, Sim­u­la­tion­sergeb­nisse und Empfehlun­gen als Entschei­dung­shil­fe. (Wikipedia)
    • Die Tat­säch­lichen Invest­ment-Entschei­dun­gen und Trades erfol­gen weit­er­hin durch Men­schen oder insti­tu­tionelle Regeln, nicht automa­tisch von Aladdin. (Wikipedia)
  5. Ein­satz gross­er Daten­men­gen und KI-Ele­mente
    Das Sys­tem nutzt his­torische Dat­en, Mark­t­dat­en und zunehmend Machine-Learn­ing-Ver­fahren, um Muster und Trends zu erken­nen. So kann es Risiken und poten­zielle Mark­ten­twick­lun­gen bess­er quan­tifizieren und in Analy­sen ein­beziehen. (netfed.de)
  6. Gemein­same Daten­ba­sis und Effizienz
    Durch eine ein­heitliche Dat­en- und Analy­se­plat­tform wird ver­mieden, dass ver­schiedene Teams oder Sys­teme unter­schiedlich abrech­nen, was Kon­sis­tenz, Effizienz und Trans­parenz im Invest­ment­prozess erhöht. (blackrock.com)

Zusam­menge­fasst:
Aladdin ist kein autonom han­del­nder Super-Com­put­er, der allein entschei­det und direkt umset­zt. Es ist vielmehr eine hochen­twick­elte Risiko- und Port­fo­lio-Analy­se­plat­tform, die Dat­en zusam­men­führt, Risiken simuliert, Szenar­ien berech­net und damit Entschei­dung­shil­fen und Werkzeuge für Invest­ment­man­ag­er bere­it­stellt, welche diese Ergeb­nisse nutzen, um Trades auszuführen oder Strate­gien anzu­passen. (Wikipedia)

#NextSociety (so?)

Ja. Es ist eine struk­turelle Ver­schiebung – nicht nur tech­nisch, son­dern kul­turell.

  1. Vorher
    Entschei­dun­gen wur­den mit Ver­weis auf
    – „den Markt“
    – „die Wis­senschaft“
    – „ökonomis­che Mod­elle“
    – „Exper­tise“
    legit­imiert.
    Auch das war intrans­par­ent. Aber es blieb nar­ra­tiv ver­mit­tel­bar: Men­schen erk­lärten, warum etwas „notwendig“ sei.
  2. Jet­zt
    Mit Sys­te­men wie Aladdin wird diese Intrans­parenz oper­a­tiv verdichtet:
    – Mod­elle laufen per­ma­nent
    – Risiken wer­den in Echtzeit simuliert
    – Szenar­ien wer­den maschinell bew­ertet
    – Empfehlun­gen entste­hen aus Black-Box-Berech­nun­genDie Begrün­dung ver­schiebt sich von:
    „Ein Experte sagt …“
    zu:
    „Das Sys­tem zeigt …“
  3. Der qual­i­ta­tive Sprung
    Neu ist nicht Intrans­parenz an sich, son­dern:
    1. Die Geschwindigkeit (per­ma­nent, nicht episodisch)
    2. Die Skala (Bil­lio­nen­ver­mö­gen gle­ichzeit­ig)
    3. Die Autorität (Rech­nung statt Argu­ment)
    4. Die Entkop­plung von Sprache (Out­put ohne Erzäh­lung)
    Damit wird „der Markt“ nicht mehr beschrieben, son­dern gerech­net.
  4. Kul­tur­bruch
    Wo früher noch gestrit­ten wer­den kon­nte –
    „Ist dieses Mod­ell sin­nvoll?“
    „Ist diese Prog­nose plau­si­bel?“ –
    heisst es nun:„Das Sys­tem hat es so berechnet.“Das ist keine tech­nis­che, son­dern eine epis­temis­che Machtver­schiebung.

Für diese Deu­tung gibt es keine direk­te Quelle. Sie ist eine ana­lytis­che Ableitung aus:

– Funk­tions­beschrei­bung von Aladdin (Black­Rock)
https://www.blackrock.com/aladdin
– Kri­tiken zur „algo­rith­mis­chen Gov­er­nance“
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0740624X20300687
– Shoshana Zuboff: The Age of Sur­veil­lance Cap­i­tal­ism
– Cathy O’Neil: Weapons of Math Destruc­tion

Diese Quellen bele­gen die Struk­tur. Die Zus­pitzung ist meine For­mulierung.

Elon Musk + Larry Fink = ?

Genau hier liegt die innere Span­nung seines Auftritts.

Musk spricht in Davos nicht als Mark­t­an­a­lytik­er, son­dern als Prophet tech­nis­ch­er Möglichkeit­sräume. Seine Aus­sagen zu KI und humanoiden Robot­ern sind keine Prog­nosen im sta­tis­tis­chen Sinn, son­dern Set­zun­gen eines Möglichkeit­srah­mens:

  1. KI wird „schlauer als jed­er Men­sch“ – sehr bald
    – noch dieses Jahr intel­li­gen­ter als jed­er einzelne Men­sch
    – in weni­gen Jahren intel­li­gen­ter als die kollek­tive Men­schheit
  2. Humanoide Robot­er als ökonomis­che Basi­sein­heit
    – Pro­duk­tiv­ität = Durch­schnittsleis­tung eines Robot­ers × Anzahl Robot­er
    – Robot­er übernehmen Indus­trie, Pflege, All­t­ag
    – Arbeit­skräfte­man­gel ver­schwindet struk­turell
  3. Ergeb­nis: Abun­dance
    – Armut wird tech­nisch über­wind­bar
    – Knap­pheit ist kein Naturge­setz mehr
    – Wirtschaft explodiert jen­seits his­torisch­er Ver­gle­ich­barkeit

Das ist struk­turell das Gegen­bild zu Aladdin:

Black­Rock / AladdinElon Musk
rech­net Knap­pheitentwirft Über­fluss
opti­miert Risikenent­gren­zt Möglichkeit­en
sta­bil­isiert Märk­tedesta­bil­isiert Ord­nun­gen
legit­imiert durch Berech­nunglegit­imiert durch Vision

Bei­de Seit­en sind nicht gegen­sät­zlich, son­dern kom­ple­men­tär:

– Fink denkt in Steuer­barkeit kom­plex­er Sys­teme.
– Musk denkt in Durch­brüchen jen­seits beste­hen­der Sys­teme.

Der entschei­dende Punkt:
Musk erset­zt das ökonomis­che Nar­ra­tiv der Knap­pheit durch ein tech­nis­ches Nar­ra­tiv der Fülle.
Aber: Diese Fülle entste­ht nicht sozial, son­dern infra­struk­turell.

Er beant­wortet nicht:

– Wer definiert Zugang?
– Wer besitzt die Robot­er?
– Wer kon­trol­liert die Energie?
– Wer set­zt die Regeln für KI?

Seine Vision ist tech­nisch radikal – aber sozial unterbes­timmt.

Damit ste­ht Musk genau zwis­chen zwei Polen:

  1. Aladdin: „Das Sys­tem hat es berech­net.“
  2. Musk: „Die Zukun­ft wird gren­zen­los.“

Bei­de entziehen sich demokratis­ch­er Aushand­lung –
der eine durch Reche­nau­torität,
der andere durch Zukun­ftsver­heis­sung.

Zwischenfazit

Elon Musk + Lar­ry Fink = Tech­nis­che Ver­heis­sung + finanzielle Durch­set­zung.

Oder präzis­er:

  1. Musk entwirft die Zukun­ft
    – KI, humanoide Robotik, Solaren­ergie
    – Abun­dance statt Knap­pheit
    – „Es ist tech­nisch möglich“
  2. Fink oper­a­tional­isiert die Gegen­wart
    – Kap­i­ta­lal­loka­tion
    – Risiko­mod­elle (Aladdin)
    – „Es ist investier­bar, steuer­bar, skalier­bar“

Gemein­sam bilden sie die voll­ständi­ge Mas­chine der kom­menden Ord­nung:

MuskFink
VisionImple­men­ta­tion
Möglichkeit­sraumKap­i­talfluss
Zukun­ftsver­sprechenGegen­wartss­teuerung
„Es geht“„Es lohnt sich“

Das Paar ste­ht für eine neue Form von Macht:

Nicht mehr:
„Der Markt entschei­det.“

Son­dern:
„Die Zukun­ft wird gebaut – und gerech­net.“

Das ist kein Zufalls­ge­spräch in Davos.
Das ist die Kop­plung von
tech­nis­ch­er Utopie
mit
algo­rith­mis­ch­er Finanz­macht.

(3) Notizen: André Hoffmann

(Past chat)(Past chat)(Past chat)(Past chat)(Past chat)

Ja. Wir haben dazu bere­its gear­beit­et, und ich habe Zugriff auf diese Zusam­men­hänge.

Konkret haben wir fest­ge­hal­ten:

  1. Wer André Hoff­mann ist
    – Vizepräsi­dent von Roche
    – Unternehmer aus Basel
    – Autor von Die neue Natur des Wirtschaftens / The New Nature of Busi­ness (2024/25)
    – Keine Verbindung zu Albert Hof­mann (LSD)
  2. Sein zen­traler Dreik­lang
    Hoff­mann for­muliert Wirtschaft neu ent­lang von:
    1. Men­schlich – Würde, Sinn, Ver­ant­wor­tung, Men­sch nicht als Ressource
    2. Sozial – Beziehun­gen, Insti­tu­tio­nen, Gemein­wohl, Gerechtigkeit
    3. Natur – ökol­o­gis­che Gren­zen, Mitwelt statt Rohstoff
    Dieser Dreik­lang ist eine moralisch verdichtete Vari­ante der „Triple Bot­tom Line“ und markiert den Über­gang von „Wirtschaft als Mas­chine“ zu „Wirtschaft als Teil eines lebendi­gen Gefüges“.
  3. Unser dama­liger Abgle­ich
    – Hoff­mann beant­wortet: Was soll berück­sichtigt wer­den?
    – Deine Map & Matrix beant­worten: Wie sind Bedin­gun­gen gemacht?
    (Anord­nung, Zugang, Legit­i­ma­tion, Durchsetzung)Der Dreik­lang benen­nt Werte und Ebe­nen.
    Map & Matrix machen sicht­bar, wo diese Werte struk­turell block­iert oder ermöglicht wer­den.
  4. Poli­tis­ch­er Kon­text, den wir damals gese­hen haben
    – „Links“: moralis­che Kri­tik an Impe­ri­al­is­mus und #Tech­noFeu­dal­is­mus
    – „Rechts“: iden­titär­er Rück­zug, z. B. „lib­ertär­er Katholizis­mus“
    – Dein Ansatz: ein drit­ter Raum, der nicht moral­isiert und nicht iden­ti­fiziert, son­dern Bedin­gun­gen gestal­tet

In dieser Lin­ie ste­ht auch die heutige Kon­stel­la­tion:

Musk + Fink = tech­nis­che Vision + finanzielle Durch­set­zung
Hoff­mann = moralisch-ökol­o­gis­che Re-Ori­en­tierung des Wirtschaftens

Die offene Frage bleibt:

Ob Hoff­manns Dreik­lang
men­schlich – sozial – Natur

struk­turell mit Musk/Fink kom­pat­i­bel gemacht wird
oder ob er nur als human­is­tis­ch­er Kom­men­tar am Rand ein­er tech­nisch-finanziellen Macht­mas­chine verbleibt.

Mit Map und Matrix lässt sich Hoff­mann nicht inhaltlich, son­dern struk­turell kri­tisieren.

Sein Dreik­lang bleibt in der Logik der Mod­erne (≠):
Er benen­nt Werte, nicht Bedin­gun­gen.

  1. Mit #TheLuh­man­n­Map

Hoff­mann operiert voll­ständig im Modus ≠:

  • Er spricht nor­ma­tiv: „Wirtschaft soll men­schlich, sozial, naturver­bun­den sein.“
  • Er bleibt im moralis­chen Diskurs.
  • Er set­zt auf Bewusst­sein­swan­del, nicht auf Formwan­del.

In der Map heisst das:

EbeneHoff­mann
psyAppell an Hal­tung, Sinn, Ver­ant­wor­tung
#SOCReform beste­hen­der Insti­tu­tio­nen
bioNatur als Gren­ze
cybprak­tisch unberührt

Er ver­schiebt keine Kul­tur­form.
Er human­isiert ≠, statt den Über­gang zu # zu markieren.

Er bleibt im Par­a­dig­ma:
„Wenn Men­schen anders denken, wird Wirtschaft anders.“

Die Map fragt dage­gen:
„Welche For­men von Kom­mu­nika­tion, Organ­i­sa­tion und Macht machen anderes Han­deln über­haupt möglich?“

  1. Mit #TheS­taub­Ber­nascon­i­Ma­trix

Hoff­mann benen­nt Ziele, aber keine Machtver­hält­nisse.

Sein Dreik­lang sagt nichts dazu:

  1. Anord­nung
    Wer ord­net? Wer entschei­det?
    – Unternehmen? Staat­en? Inve­storen?
  2. Zugang
    Wer hat Zugang zu Ressourcen, Energie, Infra­struk­tur?
    – Bleibt Eigen­tum pri­vat?
    – Wer­den Com­mons möglich?
  3. Legit­i­ma­tion
    Wer darf fes­tle­gen, was „men­schlich“ oder „sozial“ ist?
    – Ethikkom­mis­sio­nen? Eliten? CEOs?
  4. Durch­set­zung
    Wie wer­den diese Werte real?
    – Durch Mark­tan­reize?
    – Durch Staat?
    – Durch frei­willige Ein­sicht?

Hoff­mann erset­zt Macht­fra­gen durch Moral­be­griffe.

Die Matrix zeigt:
Ohne Ein­griff in Anord­nung, Zugang, Legit­i­ma­tion und Durch­set­zung bleibt „men­schlich – sozial – Natur“ ein ethis­ch­er Über­bau über densel­ben Struk­turen.

Kurz­form der Kri­tik:

Hoff­mann beschreibt, wie Wirtschaft sein soll.
Map & Matrix fra­gen, unter welchen Bedin­gun­gen sie anders wer­den kann.

Er moral­isiert die Mod­erne.
Du analysierst ihren Form­bruch.

(4) Sahra Wagenknecht Wochenschau: Trump, US-Aussenpolitik und die Konsequenzen fuer Europa

Spoil­er:

  1. Trump unter­schei­det sich nicht in den Zie­len der US-Aussen­poli­tik, son­dern in der Offen­heit, mit der er Inter­essen benen­nt.
  2. US-Aussen­poli­tik war auch vor Trump macht- und inter­es­sen­geleit­et, nicht wer­te­basiert.
  3. Seit 1991 führten die USA über 250 mil­itärische Inter­ven­tio­nen – meist ohne UN-Man­dat.
  4. Die NATO wurde nach 1990 nicht aufgelöst, son­dern bewusst aus­gedehnt, um US-Ein­fluss zu sich­ern.
  5. Die NATO-Oster­weiterung war wesentlich ein Pro­jekt der US-Rüs­tungsin­dus­trie.
  6. Der Ukrainekrieg ist Resul­tat dieser Strate­gie und kein his­torisch­er Unfall.
  7. Trumps zen­trales geopoli­tis­ches Ziel ist nicht Rus­s­land, son­dern Chi­na.
  8. Der Ukrainekrieg hat für die USA seine strate­gis­che Funk­tion erfüllt und ist nun hin­der­lich.
  9. Die geplante Sta­tion­ierung US-Mit­tel­streck­en­raketen in Deutsch­land dient US-Inter­essen, nicht europäis­ch­er Sicher­heit.
  10. Diese Raketen machen Deutsch­land zum Primärziel und sind das reale Sicher­heit­srisiko.
  11. Die moralis­che Empörung über Trump verdeckt die eigentlichen struk­turellen Gefahren.
  12. Europas eigentliche Auf­gabe wäre Sou­veränität: mil­itärisch, dig­i­tal, ener­getisch, finanziell.

EINLEITUNG

Just die Poli­tik­er, Jour­nal­is­ten und ver­meintlichen Experten, deren Ver­laut­barun­gen bish­er immer so klan­gen, als funk­ten sie direkt aus dem Aller­w­ertesten führen­der US-Poli­tik­er, prügeln nun beson­ders auf den US-Präsi­den­ten ein.

Der Unter­schied zwis­chen Trump und seinen Vorgängern beste­ht eher darin, dass vor Trump die wahren Beweg­gründe und Ziele der US-Aussen­poli­tik hin­ter einem Nebel aus schein­heiliger Moral und wer­tigem Säuseln ver­steckt wur­den – während Trump sich diese Mühe weit­ge­hend erspart.

Und wenn all die, die sich jet­zt so wortre­ich über Trump empören, es auch nur ein ganz kleines biss­chen ehrlich meinen wür­den, dann wäre doch das Erste, woge­gen sie sich auflehnen und was sie um jeden Preis ver­hin­dern müssten, die Sta­tion­ierung von Raketen auf deutschem Boden, über deren Ein­satz auss­chliesslich eben jen­er Don­ald Trump entschei­den wird.

Das und viel mehr in der heuti­gen Wochen­schau.


EIN UNFRIEDLICHER ANFANG

Das Jahr 2026 hat denkbar unfriedlich begonnen.

Ein vene­zolanis­ch­er Staatschef und seine Frau wer­den vom amerikanis­chen Mil­itär in Wild­west­manier gekid­nappt, auss­er Lan­des gebracht und ins Gefäng­nis gesteckt. Gle­ichzeit­ig dro­ht der US-Präsi­dent einem europäis­chen Land mit der Annex­ion eines Teils seines Ter­ri­to­ri­ums, sollte sich der Anschluss nicht auf kom­merziellem Wege regeln lassen.

Auch im Iran, wo sich Men­schen mutig gegen das Mul­lah-Regime wehren und sich Frei­heit und bessere Lebensver­hält­nisse wün­schen – aber ganz sich­er nicht Krieg und US-Bomben –, ist die Gefahr eines erneuten Mil­itärschlags nicht geban­nt.

Nicht zu vergessen: die US-Bomben auf Nige­ria über Wei­h­nacht­en. Trumps Wei­h­nachts­geschenk.

Ausser­dem ein gross angelegter Luftan­griff auf 35 Ziele in Syrien am 10. Jan­u­ar und US-Mil­itärschläge gegen Soma­lia am 12. des gle­ichen Monats.

Und während noch vor einem Jahr die meis­ten davon aus­gin­gen, dass der Ukrainekrieg bald ein Ende find­en würde, glauben das derzeit nur noch wenige.

Auch wenn es ein Zeichen der Hoff­nung ist, dass Trump dem deutschen Kan­zler bei ihrem let­zten Tele­fonat offen­bar erk­lären kon­nte, dass Rus­s­land zu Europa gehört.

Bleibt noch der von Trump ver­mit­telte Waf­fen­still­stand in Gaza. Aber auch der ist insta­bil, wird von Israel immer wieder gebrochen, und die dem Kon­flikt zugrunde liegen­den Prob­leme sind voll­ständig ungelöst.

Dass Trump das US-Vertei­di­gungsmin­is­teri­um vor­sor­glich wieder in Kriegsmin­is­teri­um umbe­nan­nt hat, ist im Lichte all dieser Ereignisse ein Akt poli­tis­ch­er Ehrlichkeit.

Und nach­dem der US-Präsi­dent auch noch angekündigt hat, die schon heute irrsin­ni­gen mil­itärischen Aus­gaben der USA im näch­sten Jahr noch ein­mal um zwei Drit­tel auf schwindel­er­re­gende 1’500 Mil­liar­den Dol­lar zu steigern, spricht wenig dafür, dass die näch­sten Jahre friedlich­er wer­den [1].

Zum Ver­gle­ich: Der chi­ne­sis­che Mil­itärhaushalt liegt aktuell bei rund 300 Mil­liar­den, der rus­sis­che bei etwa 150 Mil­liar­den Dol­lar.

Die 1’500 Mil­liar­den seien nötig, um ein „Traum­mil­itär“ aufzubauen, hat Trump die Welt wis­sen lassen. Nun ja: Schon die Kom­bi­na­tion von Traum und Mil­itär in einem Wort wäre den meis­ten Men­schen wohl nie in den Sinn gekom­men.

Und dabei war Don­ald Trump doch ursprünglich erk­lärter­massen ange­treten, der Welt Frieden zu brin­gen und mil­itärische Aben­teuer im Aus­land zu been­den. Also eine andere Aussen­poli­tik zu machen als Biden oder Oba­ma. So jeden­falls das Cre­do der MAGA-Bewe­gung.

Und genau das will ich heute näher beleucht­en:

  1. Wodurch unter­schei­det sich Trumps Aussen­poli­tik von der sein­er Vorgänger?
  2. Was sind Trumps Motive und Ziele?
  3. Und was fol­gt daraus für Deutsch­land und Europa?

DAS MEDIENMÄRCHEN

Das Märchen, das uns der aktuelle medi­ale und poli­tis­che Main­stream in Deutsch­land zur Frage der Unter­schiede zwis­chen Trump und Präsi­den­ten wie Biden, Oba­ma, Bush oder Clin­ton auftis­cht, ist schlicht. Es geht so:

Vor Trump stand die amerikanis­che Aussen­poli­tik auf der Seite des Guten, der Moral und der west­lichen Werte und hat selb­st­los, aufrecht und helden­haft das Völk­er­recht und die regel­basierte Ord­nung gegen die Schurken und Autokrat­en dieser Welt vertei­digt.

Mit dieser Eigen­schaft standen die Vere­inigten Staat­en natür­lich auch an der Seite Europas und haben mit all ihren Mil­itärstützpunk­ten, Atom­sprengköpfen und Sol­dat­en für unseren Schutz gesorgt.

Seit Trump ist alles anders. Mit ihm hat die amerikanis­che Aussen­poli­tik die Seite gewech­selt. Jet­zt ste­ht auch der amerikanis­che Präsi­dent auf der dun­klen Seite der Macht.

Statt hoher Werte ver­fol­gt er ego­is­tis­che Ziele und kum­melt mit den Schurken. Ja, er sei sel­ber ein­er von ihnen. Kaum bess­er als Putin.

So erschien der Spiegel schon im Dezem­ber mit dem Cov­er „Zwei Schurken, ein Ziel“ und düsteren Porträts von Trump und Putin [3]. Im Jan­u­ar legte das Mag­a­zin mit „Wie uns Trumps Impe­ri­al­is­mus bedro­ht“ nach [1].

Also: Impe­ri­al­is­mus und Völk­er­rechts­bruch – das ist jet­zt nicht mehr nur Rus­s­land, son­dern erst seit Trump auch Ameri­ka.

Ger­adezu aktivis­tisch ruft die FAZ ihre Leser auf: „Trump und das Völk­er­recht. Wer gegen selb­s­ther­rliche Gewalt ist, muss auf­ste­hen“ [2].

Und es fällt auf: Just die Poli­tik­er, Jour­nal­is­ten und ver­meintlichen Experten, deren Ver­laut­barun­gen bish­er immer so klan­gen, als funk­ten sie direkt aus dem Aller­w­ertesten führen­der US-Poli­tik­er, prügeln beson­ders auf den US-Präsi­den­ten ein.

„Mit Trump zer­bröselt die regel­basierte inter­na­tionale Ord­nung“, klagt der frühere Grü­nen-Chef Omid Nouripour.

„Die USA ver­lassen mit Präsi­dent Trump endgültig die regel­basierte Ord­nung, die uns seit 1945 geprägt hat“, empört sich Roderich Kiesewet­ter [5].

Und selb­st Marie-Agnes Strack-Zim­mer­mann ver­gle­icht Trump mit Putin.

Friedrich Merz find­et eine poli­tis­che Bew­er­tung der Ent­führung Maduros zwar zu kom­plex, belehrt uns aber: Statt sich am Völk­er­recht zu ori­en­tieren, gehe die US-Poli­tik nun hin zu ein­er reinen Macht- und inter­es­sen­geleit­eten Poli­tik [5].

Klar. Macht und Inter­essen. Vor Trump wäre doch nie ein Poli­tik­er unseres Wertewest­ens auf die Idee gekom­men, daran seine Poli­tik auszuricht­en.

Der ange­bliche Mil­itär­ex­perte Car­lo Masala ver­sucht bei Ill­ner sog­ar, das Pub­likum mit der These zu verblö­den, es gehe Trump noch nicht ein­mal um wirtschaftliche oder sicher­heit­spoli­tis­che Inter­essen, son­dern schlicht darum, das Ter­ri­to­ri­um der USA zu erweit­ern [6].

Klar doch. Für Trumps Ego ist sein Land ein­fach zu klein.


DIE HISTORISCHE REALITÄT

Es ist eine unglaubliche Schmieren­groteske.

Denn es stimmt zwar: Trumps Grössen­wahn und impe­ri­ales Gehabe sind beson­ders dreist, seine Ansagen ungewöhn­lich offen und bru­tal.

Einen unlieb­samen aus­ländis­chen Staatschef mal eben zu kid­nap­pen, gehörte bish­er tat­säch­lich nicht zum üblichen Instru­men­tar­i­um der US-Aussen­poli­tik. Früher hat man jene, die man loswer­den wollte, im Zuge mil­itärisch­er Ein­griffe meist gle­ich umge­bracht.

Aber das Märchen von der US-Aussen­poli­tik vor Trump als Vertei­di­gerin von Völk­er­recht und Werten im Rah­men ein­er regel­basierten Wel­tord­nung – und dann kommt plöt­zlich ein Rüpel ins Weisse Haus, der das alles umwirft – dieses Märchen ist so ver­logen, dass man sich ern­sthaft fragt, ob es denen, die uns diesen Hum­bug jeden Tag erzählen, nicht wenig­stens ein biss­chen pein­lich ist.

Der amerikanis­che Kongress zählt allein für die Jahre 1991 bis 2022 weltweit 251 amerikanis­che Mil­itärin­ter­ven­tio­nen [7].

Für die wenig­sten davon gab es einen UN-Beschluss oder ein UN-Man­dat. Und sie erfol­gten auch nicht auf Wun­sch der betr­e­f­fend­en Staat­en. Das heisst: Sie waren klar völk­er­rechtswidrig.

Der erste Krieg in Europa nach dem Zweit­en Weltkrieg war übri­gens nicht der Ukrainekrieg, son­dern der völk­er­rechtswidrige Jugoslaw­ien- oder Koso­vokrieg, an dem damals sog­ar die Bun­deswehr beteiligt war und der über 10’000 Men­schen das Leben gekostet hat.

Noch unendlich viel blutiger und grauen­voller waren der Afghanistankrieg, der Irakkrieg, der Libyenkrieg und der Syrienkrieg. Also die soge­nan­nten Antiter­rorkriege, denen sehr wahrschein­lich über eine Mil­lion Men­schen zum Opfer gefall­en sind.

Kein­er dieser Kriege war völk­er­rechtlich legit­imiert. In keinem dieser Kriege ging es um Werte und Moral.

Stattdessen ging es um Geopoli­tik, um inter­na­tionale Ein­flusssphären und meist auch um den Zugang zu wichti­gen Rohstof­fen und lukra­tiv­en Geschäftsmöglichkeit­en.

Also um genau das, worum es Trump in Venezuela und Grön­land auch geht.

Nicht zufäl­lig waren viele der Machthaber, gegen die sich die US-geführten Kriege der let­zten drei Jahrzehnte richteten, Ver­bün­dete Rus­s­lands. Das galt min­destens für Milo­se­vic, Sad­dam, Gaddafi und Assad.

Ihr Sturz sollte nicht Demokratie schaf­fen, son­dern Ver­bün­dete Wash­ing­tons an die Macht brin­gen und die betr­e­f­fend­en Län­der unter amerikanis­chen Ein­fluss brin­gen.

Wirk­lich gelun­gen ist das oft nicht. Denn im Zuge des Regime Change ver­schwan­den zwar die alten Machthaber, an ihre Stelle trat­en aber Chaos, Sys­temz­er­fall und Dauer­bürg­erkrieg – oder Islamis­ten wur­den an die Macht gespült.

Aber unab­hängig vom let­ztlichen Erfolg ging es, genau wie bei Trump, auch schon bei den Kriegen von Clin­ton, Bush, Oba­ma und Biden um den Sturz unlieb­samer Regime.

Das war naturgemäss nur unter Mis­sach­tung des UN-Sicher­heit­srates möglich, denn Rus­s­land hätte dem nie zuges­timmt.

Und wie bei Trump ging es meist auch um Rohstoffe: im Irak, in Syrien und in Libyen, so wie jet­zt in Venezuela zum Beispiel ums Öl.

Seit eini­gen Jahren ste­ht zusät­zlich der Zugriff auf Kobalt, Lithi­um, Sel­tene Erden und strate­gis­che Min­er­alien ganz oben auf der Agen­da.

Im Hin­blick auf den Ein­satz mil­itärisch­er Mit­tel und die dahin­ter ste­hen­den Ziele gibt es also über­haupt keinen Unter­schied zwis­chen Trump und seinen Vorgängern.

Wenn US-Bomben fie­len, ging es nie um Werte, son­dern immer um Inter­essen.

Der Unter­schied beste­ht darin, dass diese Inter­essen früher hin­ter Moral­rhetorik ver­steckt wur­den – und Trump sich diese Mühe erspart.


GRÖNLAND UND DIE „EHRLICHKEIT“

Nehmen wir Grön­land.

Die Vorgänger Trumps hät­ten ganz sich­er nicht gesagt: Wir wollen Grön­land haben, weil dort wichtige Rohstoffe lagern.

Sie hät­ten stattdessen erk­lärt, man müsse die von den Dänen unter­drück­ten Inu­it schützen, die sich schon lange eine Unab­hängigkeit von Däne­mark wün­scht­en.

In sein­er Bru­tal­ität und Rüpel­haftigkeit ist Trump insofern schlicht ehrlich­er als seine Vorgänger.

Und genau das gefällt unseren Transat­lantik­ern nicht. Denn Trumps Vorge­hen macht es fast unmöglich, uns weit­er­hin das Märchen von der wer­te­basierten Ord­nung und der selb­st­losen Schutz­macht USA zu erzählen.

Wobei auch Trump von seinen Beratern offen­bar immer wieder nahegelegt bekommt, auf die Lüge hero­is­ch­er Ziele nicht ganz zu verzicht­en.

In Venezuela wurde zunächst behauptet, man habe lediglich ein Dro­genkartell bekämpft, und Maduro sei als Boss eines Dro­gen­schmug­gler­rings festgenom­men wor­den [4].

Oder in Zen­tralafri­ka bom­bardiert Trump ange­blich nur wegen der „fiesen Islamis­ten“, die es dort tat­säch­lich gibt.

Nur: Das ist nicht der Grund.

Denn fiese Islamis­ten gibt es auch in Katar und Sau­di-Ara­bi­en. Dem saud­is­chen König würde man trotz­dem keine Rakete in den Palast schiessen, egal wie viele Men­schen er köpfen lässt.

Kon­se­quent ehrlich ist also auch Trump nicht.

Aber im Grossen und Ganzen spricht er klar­er aus, was er will und worum es geht.

Und das ärg­ert die Transat­lantik­er, weil es die Forderung, Europa müsse sich endlich aus sein­er hündis­chen Unter­wür­figkeit unter die US-Poli­tik lösen und auch dig­i­tal und finanziell sou­verän wer­den, mas­siv ver­stärkt.


NATO, RUSSLAND UND DER WEG IN DEN UKRAINEKRIEG

Damit komme ich zur näch­sten Frage, die in der Trump-Erzäh­lung eine zen­trale Rolle spielt:

Waren die USA vor Trump, zumin­d­est gegenüber ihren europäis­chen Ver­bün­de­ten, tat­säch­lich eine uneigen­nützige mil­itärische Schutz­macht – während der böse Trump das aufgekündigt hat?
Und müssen wir deshalb so stark aufrüsten, weil wir plöt­zlich ganz alleine daste­hen?

Um es kurz zu machen: Auch das ist Quatsch.

Ich lasse die Zeit der Sys­temkon­fronta­tion und des Kalten Krieges bei­seite, in der sich zwei hochgerüstete Blöcke gegenüber­standen. Ich schaue mir auss­chliesslich die Sit­u­a­tion ab Beginn der 1990er Jahre an.

Gor­batschow hat­te den Kalten Krieg been­det, die rus­sis­chen Trup­pen aus ganz Osteu­ropa zurück­ge­zo­gen und den Weg für die deutsche Wiedervere­ini­gung freigemacht. Den Warschauer Pakt gab es nicht mehr.

Nicht nur in Moskau, son­dern auch in vie­len europäis­chen Haupt­städten wurde daraus der Schluss gezo­gen, dass es an der Zeit sei, auch die NATO aufzulösen, die amerikanis­chen GIs nach Hause zu schick­en und eine neue europäis­che Frieden­sor­d­nung aufzubauen.

Ein gemein­sames Haus Europa, wie Gor­batschow das nan­nte – mit Rus­s­land als Teil.

Diese neue Ord­nung sollte sich durch gemein­same Sicher­heit, inten­sive wirtschaftliche Zusam­me­nar­beit – Stich­wort rus­sis­che Rohstoffe und europäis­che Tech­nolo­gie – und ein Ende mil­itärisch­er Kon­fronta­tion ausze­ich­nen.

Es war eine schöne und richtige Idee. Und man möchte gar nicht darüber nach­denken, wo wir heute stün­den, wenn sich diese Idee durchge­set­zt hätte und die Europäer den Mut gehabt hät­ten, diesen Weg zu gehen.

Woran scheit­erte dieses Pro­jekt?

Nicht am Kreml, son­dern an den Vere­inigten Staat­en.

Wash­ing­ton hat­te auf­fäl­lig wenig Inter­esse daran, sich das Geld zu sparen und Europa nicht mehr „beschützen“ zu müssen. Im Gegen­teil: Die USA tat­en alles, um genau diese Entwick­lung zu ver­hin­dern.

Fest­ge­hal­ten ist das in den US-Vertei­di­gungsrichtlin­ien von 1992 [8]. Dort heisst es sin­ngemäss, man müsse ver­hin­dern, dass sich auf Europa zen­tri­erte Sicher­heitsvere­in­barun­gen entwick­eln, die die NATO unter­graben kön­nten.

Also: Kein Haus Europa. Keine neue europäis­che Sicher­heit­sar­chitek­tur. Stattdessen Aufrechter­hal­tung der NATO und der amerikanis­chen Mil­itär­basen in Europa.

Diese Strate­gie ist als Wol­fowitz-Dok­trin bekan­nt, benan­nt nach Paul Wol­fowitz, einem neokon­ser­v­a­tiv­en US-Strate­gen, der sie mit­for­muliert hat­te.

Die NATO wurde auf­grund dieser amerikanis­chen Bemühun­gen nicht nur in die neue Zeit hinüberg­erettet, sie wurde sog­ar Schritt für Schritt aus­gedehnt – um die ehe­ma­li­gen Mit­glieder des Warschauer Pak­tes.

Und sie rück­te damit immer näher an die rus­sis­che Gren­ze her­an.

Warum woll­ten die Amerikan­er die NATO unbe­d­ingt erhal­ten, obwohl der Kalte Krieg been­det war?

Auch dahin­ter standen geostrate­gis­che – und übri­gens auch wirtschaftliche – Inter­essen.

Geostrate­gis­che, weil die Exis­tenz von Mil­itär­basen und mil­itärisch­er Infra­struk­tur poli­tis­chen Ein­fluss sichert. NATO-Gebi­et ist US-Ein­flusszone. Und je gröss­er die NATO, desto mächtiger ihre Führungs­macht.

Genau deshalb musste Rus­s­land draussen bleiben. Denn die Inte­gra­tion ein­er zweit­en grossen Mil­itär- und Atom­macht in das Bünd­nis hätte die Kräftev­er­hält­nisse verän­dert und die amerikanis­che Führungsrolle zumin­d­est rel­a­tiviert.

Deshalb blieb auch der von Rus­s­land tat­säch­lich ein­mal ins Gespräch gebrachte Gedanke, selb­st Mit­glied der NATO zu wer­den, ohne Erfolg.

Die NATO war immer auch gegen Rus­s­land gerichtet. Und deshalb reagierte der Kreml mit wach­sender Aver­sion, ab 2007 mit immer wüten­derem Protest und mit Dro­hun­gen.

Am Ende dieser Entwick­lung stand der Krieg in der Ukraine – eine Kon­fronta­tion, vor der viele kluge amerikanis­che Diplo­mat­en ein­dringlich gewarnt hat­ten. Vom Strate­gen George Ken­nan bis zu William Burns, der bis vor Kurzem noch CIA-Chef war.


DIE RÜSTUNGSINDUSTRIE UND DIE NATO-OSTERWEITERUNG

Was wenige wis­sen: Die NATO-Oster­weiterung war zunächst vor allem ein Pro­jekt der amerikanis­chen Rüs­tungsin­dus­trie.

Es war ihr gelun­gen, die zunächst kri­tis­che Stim­mung in der amerikanis­chen Poli­tik pro Erweiterung zu drehen – und zwar aus hand­festen Geschäftsin­ter­essen.

Mitte der 1990er Jahre waren die Rüs­tungsaus­gaben in den USA deut­lich zurück­ge­gan­gen. Die Waf­fen­schmieden hat­ten Prob­leme, ihre Auf­trags­büch­er zu füllen.

Um die Umsätze wieder auf Wach­s­tum­skurs zu brin­gen, mussten neue Kun­den her. Und genau die sollte die Oster­weiterung der NATO liefern.

Es war ein Rüs­tungslob­by­ist von Lock­heed Mar­tin, Bruce Jack­son, der das „US Com­mit­tee to Expand NATO“ grün­dete [9].

Jack­son brüstete sich später, dass in der ersten Hälfte der 1990er Jahre in den USA rund 70 Prozent der Zeitung­sher­aus­ge­ber und 80 Prozent der Denk­fab­riken gegen eine NATO-Erweiterung gewe­sen seien – auch aus Sorge vor der Reak­tion Moskaus. Und dass es ein erhe­blich­er Arbeit­saufwand gewe­sen sei, diese Stim­mung zu drehen.

„Wir organ­isierten über tausend Tre­f­fen mit Sen­a­toren und Par­la­men­tari­ern“, erzählte er freimütig.

Allein 1996 und 1997 gaben die sechs grössten Waf­fen­her­steller der USA 51 Mil­lio­nen Dol­lar aus, um die Poli­tik in diesem Sinne zu bee­in­flussen [10].

Und 51 Mil­lio­nen Dol­lar waren damals sehr viel mehr Geld als heute.

Aber es war eine lohnende Investi­tion.

„Waf­fen­her­steller sehen eine Gold­grube im Vorantreiben der NATO-Erweiterung“, titelte die New York Times im Som­mer 1997 [11] – eine Woche bevor die NATO-Mit­glied­staat­en der Erweiterung endgültig zus­timmten.

Eine Gold­grube war das deshalb, weil jedes Neu­mit­glied sich an die Regeln der NATO hal­ten musste, die west­liche Waf­fen und Aus­rüs­tung vorschreiben. Die osteu­ropäis­chen Län­der hat­ten diese Aus­rüs­tung damals noch nicht.

Deshalb fol­gte jedem Erweiterungss­chritt ein mas­siv­er Waf­fenkauf – vor allem in den Vere­inigten Staat­en.

Und damit diese Län­der das über­haupt bezahlen kon­nten, wur­den sie vom Pen­ta­gon mit Mil­liar­denkred­iten ver­sorgt, die der amerikanis­che Steuerzahler absicherte.

So wuch­sen im Gle­ich­schritt mit der NATO auch die Umsätze der amerikanis­chen Rüs­tungskonz­erne.

Und je anges­pan­nter dadurch das Ver­hält­nis zu Rus­s­land wurde, desto stärk­er wurde das selb­st zu einem eigen­ständi­gen Grund für weit­ere Aufrüs­tung.

Am Ende dieses Prozess­es ste­hen wir heute:

Mit einem wah­n­witzi­gen NATO-Rüs­tungsziel von fünf Prozent der Wirtschaft­sleis­tung.
Mit einem seit fast vier Jahren toben­den bluti­gen Krieg in der Ukraine.
Und mit ein­er real wach­senden Kriegs­ge­fahr für ganz Europa.

Also von wegen Schutz­macht.

Danke für nichts.


ZIEHT SICH TRUMP AUS EUROPA ZURÜCK?

Stimmt es also über­haupt, dass Trump sich nun auch noch aus Europa zurückziehen und uns mit dem grim­mi­gen Russen und all seinen Atom­raketen allein lassen will?

Tat­säch­lich beruft sich Trump zuweilen auf die soge­nan­nte Mon­roe-Dok­trin, die zwei Maxi­men hat­te:
Die USA wer­den nicht dulden, dass Europa sich in die Angele­gen­heit­en jen­seits des Atlantiks ein­mis­cht.
Und die US-Poli­tik wird sich zugle­ich aus allen europäis­chen Stre­it­igkeit­en her­aushal­ten.

Aber ist das wirk­lich das Leit­prinzip der neuen US-Sicher­heitsstrate­gie?

Nicht wirk­lich.

Dort wird vielmehr als Ziel for­muliert, die amerikanis­che Vorherrschaft in der west­lichen Hemis­phäre wieder­herzustellen und das Heimat­land sowie den Zugang zu Schlüs­sel­re­gio­nen in der gesamten Welt zu schützen [12].

Und es gibt die Ansage: Man werde hemis­phärischen Konkur­renten die Möglichkeit ver­weigern, Stre­itkräfte in der eige­nen Hemis­phäre zu sta­tion­ieren.

Das heisst ganz klar: Fin­ger weg von Mit­tel- und Lateinameri­ka.

Man kann diese Vehe­menz als Rück­griff auf die Mon­roe-Dok­trin deuten. Doch der Hin­weis gilt nicht so sehr den EU-Europäern, son­dern vor allem Rus­s­land und Chi­na.

Auch bei der Ent­führung Maduros ging es nicht nur ums Öl. Drin­gen­den Hand­lungs­be­darf sah Trump wohl vor allem deshalb, weil Rus­s­land im Mai 2025 eine strate­gis­che Part­ner­schaft mit Venezuela einge­gan­gen war, die sich auch auf Sicher­heits­fra­gen erstreck­te.

Kurz vor sein­er Fes­t­nahme hat­te sich Maduro zudem mit ein­er chi­ne­sis­chen Del­e­ga­tion getrof­fen, um eine ver­tiefte Part­ner­schaft zu disku­tieren.

Dass ein gross­er Teil der vene­zolanis­chen Ölex­porte nach Chi­na ging, mag Trump geärg­ert haben.
Dass sich dort eine mil­itärische Zusam­me­nar­beit anbah­nte, war für ihn das eigentliche No-Go.

Aber besagt die neue Sicher­heitsstrate­gie nun, dass die USA sich frei­willig aus Europa zurückziehen?

Nein, natür­lich nicht.

Make Amer­i­ca Great Again heisst, den amerikanis­chen Ein­fluss in der Welt wieder auszubauen – nicht, sich auf den eige­nen Kon­ti­nent zu beschränken.

Das Einzige, was Trump been­den will, sind Kriege, die ihm nichts brin­gen, die nur Geld kosten und sich für die USA nicht mehr gewin­nen lassen.

Deshalb hat­te er in sein­er ersten Amt­szeit die Weichen für einen Abzug aus Afghanistan gestellt.

Für Trump war auch der Irakkrieg ein gross­er Fehlschlag – nicht wegen der vie­len Opfer, son­dern weil die USA enorme Sum­men investiert und Sol­dat­en geopfert haben, ohne ihre Ziele zu erre­ichen.

Heute ste­ht mehr als die Hälfte der irakischen Ölpro­duk­tion direkt oder indi­rekt unter dem Ein­fluss chi­ne­sis­ch­er Ölfir­men.

Und genau diese Art Kriege will Trump nicht mehr führen.

Deshalb will er auch den Ukrainekrieg been­den.
Nicht aus Men­schen­liebe oder Empathie mit den täglich getöteten Sol­dat­en und der geschun­de­nen Zivil­bevölkerung, son­dern weil sich dieser Krieg für die USA nicht mehr gewin­nen lässt.

Die Russen rück­en vor, langsam, aber stetig.
Und das Einzige, was sie noch aufhal­ten kön­nte, wäre ein direk­tes Ein­greifen der NATO.

Doch das würde die Gefahr eines ver­heeren­den Welt­brands und eines atom­aren Grosskon­flik­ts her­auf­beschwören – eines Kon­flik­ts, der auch die USA aus­löschen kön­nte.

Und ganz davon abge­se­hen hat dieser Stel­lvertreterkrieg für die USA seinen Zweck längst erfüllt.

Rus­s­land ist geschwächt – wenn auch nicht so isoliert, wie man gehofft hat­te.

Das Ver­hält­nis zwis­chen EU-Europa und Rus­s­land ist zer­rüt­tet und wird sich auf abse­hbare Zeit nicht repari­eren lassen. Die Wirtschafts­beziehun­gen sind weit­ge­hend gekappt.

Die europäis­che Wirtschaft wurde von bil­liger Energie abgeschnit­ten.
Vor allem die deutsche Wirtschaft, die Trump in sein­er ersten Amt­szeit noch mit ihren Exportüber­schüssen geärg­ert hat­te, liegt am Boden.

Mil­liar­den­schwere Liefer­verträge für sünd­haft teures amerikanis­ches Frack­ing-Gas sind unter Dach und Fach.

Europa befind­et sich in einem beispiel­losen Aufrüs­tungs­fieber, das die Auf­trags­büch­er amerikanis­ch­er Rüs­tungss­chmieden füllt – und das nicht enden wird, wenn am Dnipro die Waf­fen schweigen.

Also: Mis­sion accom­plished.

Jet­zt bringt dieser Krieg nichts mehr.
Im Gegen­teil: Er hat einen höchst uner­wün­scht­en Neben­ef­fekt.

Er stärkt Chi­na, indem er Rus­s­land wirtschaftlich und sicher­heit­spoli­tisch an dessen Seite zwingt.

Aber nicht Rus­s­land, son­dern Chi­na ist heute der Haupt­geg­n­er der Vere­inigten Staat­en.


CHINA ALS HAUPTGEGNER

Im Unter­schied zu seinen Vorgängern hat Trump aus dieser Sit­u­a­tion alle Kon­se­quen­zen gezo­gen.

Make Amer­i­ca Great Again heisst vor allem: den glob­alen Ein­fluss Chi­nas zurück­drän­gen.

In den Jahren nach dem Ende des Kalten Krieges war die US-Aussen­poli­tik primär gegen Rus­s­land gerichtet.
Die NATO-Oster­weiterung und die Inter­ven­tion­skriege haben den glob­alen Ein­fluss Rus­s­lands immer weit­er zurückge­drängt und den der Vere­inigten Staat­en im Gegen­zug aus­geweit­et.

Tat­säch­lich beschränkt sich Rus­s­land heute weit­ge­hend darauf, seinen Ein­fluss an sein­er unmit­tel­baren Periph­erie zu vertei­di­gen. Das tut es vehe­ment und auch unter Ein­satz mil­itärisch­er Mit­tel – wie in der Ukraine.

Aber Rus­s­land kon­nte oder wollte wed­er Assad noch Maduro schützen. Jen­seits angren­zen­der Län­der hat es kaum noch inter­na­tionale Ein­flusszo­nen oder Mil­itärstützpunk­te. Selb­st der Fortbe­stand der syrischen Basen, der let­zten grösseren, ist seit dem Sturz Assads ungewiss.

In der Auseinan­der­set­zung mit Rus­s­land sind die USA fak­tisch als Sieger vom Platz gegan­gen.

Aber das war nicht das Ende der Geschichte.

Dann kam der wirtschaftliche Auf­stieg Chi­nas zur neuen glob­alen Macht – in ein­er Form und Geschwindigkeit, die noch vor zwanzig Jahren kaum jemand für möglich gehal­ten hätte.

Chi­na hat seinen glob­alen Ein­fluss vor allem mit ökonomis­chen, nicht mit mil­itärischen Mit­teln aus­geweit­et.

Und es war auch deshalb so ausseror­dentlich erfol­gre­ich, weil die USA und der gesamte selb­ster­nan­nte Wertewest­en in vie­len Teilen der Welt mas­siv Ver­trauen ver­spielt hat­ten:

durch völk­er­rechtswidrige Inter­ven­tion­skriege,
durch Dop­pel­moral,
durch die Rück­sicht­slosigkeit ihrer auf kurzfristi­gen Gewinn getrimmten Konz­erne,
und seit einiger Zeit auch durch immer weit­er ausufer­nde Wirtschaftssank­tio­nen.

Genau in diese Lücke ist Chi­na hineingestossen – und das mit grossem Erfolg.

Das Beispiel Irak zeigt es beson­ders deut­lich:
Selb­st dort, wo die USA ihren Ein­fluss expliz­it mit­tels mil­itärisch­er Regime-Change-Oper­a­tio­nen ausweit­en woll­ten, sind am Ende die Chi­ne­sen präsent.

Die Vere­inigten Staat­en haben auch unter Trump nichts weniger im Sinn, als sich auf den amerikanis­chen Kon­ti­nent zurück­zuziehen.

Sie unter­hal­ten heute rund 750 Mil­itärstützpunk­te quer über den Globus.
Sie investieren Mil­liar­den in gigan­tis­che Rechen­zen­tren für mil­itärische KI-Pro­jek­te und in ihre Infra­struk­tur im All.

Sie wollen ihren glob­alen Ein­fluss zurück­holen und Chi­na zurück­drän­gen.

Das ist Trumps zen­trales Ziel.

Und dieses Ziel – nicht Trumps man­gel­hafte Moral oder sein dur­chaus unter­stützenswert­er Ver­such, den Ukrainekrieg zu been­den – ist das eigentlich Gefährliche.

Denn es geht nicht um Rück­zug, son­dern um eine neue Phase glob­aler Mach­taus­dehnung.


RAKETEN IN DEUTSCHLAND

Trump hält deshalb auch an dem unter Biden begonnenen strate­gis­chen Grosspro­jekt fest, amerikanis­che Mit­tel­streck­en­raketen an fünf glob­alen Stan­dorten zu sta­tion­ieren [12].

Zwei in Ostasien mit Blick auf Chi­na.
Eine in der Ark­tis.
Eine in den USA.
Und eine – aus­gerech­net – in Deutsch­land.

Diese Raketen sollen 2026 kom­men.

Olaf Scholz hat damals seine Zus­tim­mung gegeben.
Der Bun­destag wurde nie gefragt.
Die deutsche Bevölkerung schon gar nicht.

Und diese Raketen wer­den nicht zu unserem Schutz sta­tion­iert, son­dern erk­lärter­massen zur Vertei­di­gung der Sicher­heit der Vere­inigten Staat­en.

Und wenn all jene, die sich jet­zt so wortre­ich über Trump empören, es auch nur ein ganz kleines biss­chen ehrlich meinen wür­den, dann wäre doch das Erste, woge­gen sie sich auflehnen und was sie um jeden Preis ver­hin­dern müssten, genau diese Sta­tion­ierung von Raketen auf deutschem Boden.

Raketen, über deren Ein­satz auss­chliesslich eben jen­er Don­ald Trump entschei­den wird.

Raketen, die Deutsch­land zum bevorzugten Angriff­sziel machen.

Raketen, deren Ein­satz einen Gegen­schlag aus­lösen würde – nach dem es möglicher­weise kein Deutsch­land mehr gibt.

Und doch ist es bemerkenswert:

Kein­er dieser transat­lantis­chen Trump-Kri­tik­er redet über diese Raketen.

Obwohl sie das Sicher­heit­srisiko Num­mer eins für dieses Land darstellen.

Und obwohl man sie – noch – ver­hin­dern kön­nte.

Also soll­ten wenig­stens wir darüber reden.

Denn die Sta­tion­ierung dieser Raketen zu ver­hin­dern, wäre ungle­ich wichtiger als jede wohlfeile moralis­che Empörung über Trumps Rüpeleien.

Sie wäre vielle­icht über­lebenswichtig für Deutsch­land.

Genau­so notwendig wäre es,

an ein­er sou­verä­nen dig­i­tal­en Infra­struk­tur Europas zu arbeit­en,
ein eigenes europäis­ches Zahlungssys­tem aufzubauen,
und alles zu tun, um uns nicht noch tiefer in eine gnaden­lose Energieab­hängigkeit von den Vere­inigten Staat­en zu begeben.

Das wären die richti­gen Schlussfol­gerun­gen.

Die deutsche Poli­tik hätte sie längst ziehen müssen.


Soweit für heute.
Ich bin ges­pan­nt, wie ihr das seht. Schreibt mir eure Mei­n­ung in die Kom­mentare.


QUELLEN

[1] Spiegel: „Trump will seine ‚Traum-Armee‘ – für 1,5 Bil­lio­nen Dol­lar“
[2] FAZ: „Trump und das Völk­er­recht: Wer gegen selb­s­ther­rliche Gewalt ist, muss auf­ste­hen“
[3] Spiegel: „Von ‚Putsch‘ bis ‚Sig­nal der Hoff­nung‘“
[4] Focus: „Venezuela: Bun­desregierung besorgt – Kri­tik aber auch Zus­pruch für USA“
[5] WELT: „Merz kri­tisiert US-Kurs Rich­tung ‚rein­er Macht- und inter­es­sen­geleit­eten Poli­tik‘“
[6] ZDF heute: „Baer­bock bei Ill­ner: ‚Char­ta der UN ist kein Wun­schkonz­ert‘“
[7] Nach­Denk­Seit­en: „Forschungs­di­enst des Kon­gress­es: USA haben seit 1991 weltweit 251 mil­itärische Inter­ven­tio­nen durchge­führt …“
[8] Unit­ed States Depart­ment of Defense: „Defense Plan­ning: Guid­ance FY 1994–1999“
[9] Glob­al Dash­board: „Bruce Jack­son: the man who took NATO east“
[10] New York Times: „Arms Con­trac­tors Spend To Pro­mote An Expand­ed NATO“
[11] New York Times: „Arms Mak­ers See Bonan­za In Sell­ing NATO Expan­sion“
[12] Nach­Denk­Seit­en: „Wenn der West­en plöt­zlich von ‚Trump-Regime‘ spricht: Die neue Nationale Sicher­heitsstrate­gie der USA“

Mir fehlt:

Aby War­burg revis­it­ed: Das Schlangen­ritu­al, aus­for­muliert am Bodensee bei Prof. Bin­swanger (so?)

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Ste­fan M. Sey­del, Junius-Ver­lag Ham­burg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

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