#Luhmann100 | was bleibt, wenn alles zu.de? (so?)

– Der Men­sch im Zen­trum, @DGSoziologie?
– Kom­mu­nika­tive Ver­nun­ft?
#Holo­caust als Zer­falls­form der Mod­erne? (fragt #Zyg­munt­Bau­man!)

#Frank­furt#Haber­mas hält nor­ma­tiv am Men­schen und am vernün­fti­gen Diskurs fest.
#Biele­feld#Luh­mann ver­schiebt die Oper­a­tion: Kom­mu­nika­tion kom­mu­niziert. Der Men­sch? Umwelt des Sozialen!

Ger­ade diese Ver­schiebung ermöglicht es, mod­erne Gesellschaft ohne moralis­che Selb­st­beruhi­gung zu beobacht­en: Sys­teme funk­tion­ieren auch dann, wenn Men­schen lei­den oder ster­ben.

Die haber­masian­is­che Beto­nung des vernün­fti­gen Diskurs­es dage­gen sta­bil­isiert bis heute Insti­tu­tio­nen, die sich selb­st als Hüter der #Öffentlichkeit ver­ste­hen – #Uni­ver­sitäten#Par­la­mente#Gerichte#Medi­en. Und genau deshalb kann sich der aktuelle Betrieb des #Staats­funks so selb­stver­ständlich auf #Haber­mas berufen: Wer Öffentlichkeit als Diskursraum ver­ste­ht, legit­imiert automa­tisch jene Insti­tu­tio­nen, die behaupten, diesen Raum zu organ­isieren.

DAS GANZE DESASTER DER KULTURFORM DER MODERNE reloaded :-/

ZUR GEGENWART DER #SOZIOLOGIE

❌ #The­BlindSpot of #NiklasLuh­mann
⭕ wo? nicht @unibielefeld #biele­feld, son­dern dort, wo alles zu.de (so?) #Luhmann100

BONUS: guck mal, welche namen fehlen 🫣🤐🤪@DGSoziologie

  • 2000: fal­si­fika­tion funk­tionale dif­feren­zierung @vorinstanz
  • 2020: empirische ver­i­fika­tion: “der gle­ichk­lang der sys­teme” @HeikoKleve @uniwitten

#Luh­mann ist tot? ja, aber quitschlebendig (so?)

Niklas Luhmann, was bleibt unter all den Trümmern und verlassenen Schlachtfeldern?

Niklas Luh­mann begann nicht mit Funk­tion­ssys­te­men. Auch ich beginne mit Axiomen:

Radikaler Kon­struk­tivis­mus set­zt nicht bei Insti­tu­tio­nen an, nicht bei Men­schen, nicht bei Moral.

Die Axiome nach Paul Wat­zlaw­ick und nach Niklas Luh­mann laut­en:

  1. Man kann nicht nicht unter­schei­den.
  2. Man kann nicht nicht beobacht­en.
  3. Man kann nicht nicht han­deln.

Der Hand­lungs­be­griff ist zum Re-Entry der Dif­ferenz von ((Unterscheiden)Beobachten) völ­lig neu (auf der Höhe der Zeit) gefasst wor­den. Oder umgangssprach­lich­er for­muliert:

  • Die Gesellschaft der Gesellschaft beste­ht aus Kom­mu­nika­tion.
  • Kom­mu­nika­tion ist die Ein­heit von Infor­ma­tion, Mit­teilung und Ver­ste­hen.
  • Han­deln ist der ewige Kreis­lauf von Beobach­tung und Unter­schei­dung.
  • Form erzeugt Struk­tur: Andere Form, andere Struk­tur.

Das sind nicht starke Sätze.
Das sind Set­zun­gen.
Funk­tionaler Dif­feren­zierung? Keine Ahnung: Diese schön verzierte Keule hat halt eine gewisse Zeit lang funk­tion­iert. (so?)


Wie kam es zur kurzfristig sehr erfolgreichen “Funktionalen Differenzierungsthese”?

Aus den Axiomen entwick­elte Luh­mann und seine Kinder eine auf- & anre­gende Diag­nose der Mod­erne:

  • Autonome Funk­tion­ssys­teme.
  • Eigen­l­o­gis­che Codes.
  • Kein Zen­trum.

Recht operiert mit ((recht)unrecht).
Wis­senschaft mit ((wahr)unwahr).
Wirtschaft mit ((zahlen)nicht zahlen).
Poli­tik mit ((Macht(Ohnmacht).

Und wer irgend­wie dazuge­hören wollte, wies für seinen Job, seinen Beruf, seine Pro­fes­sion, seine Diszi­plin einen huch!binären Code aus. Very Hipp­ster! Sozial­wis­senschaften so knall hart wie harte Natur­wis­senschaften. ENDLICH ;-)

Soziale Arbeit zog mit dem etwas hil­f­los wirk­enden Code vo ((helfen)nicht helfen) nach.. Und Reto Eug­ster zeigte mit “Die Genese des Klien­ten” (2000) die ganze Per­ver­sion dieser Idee.

Es war eine ele­gante Beschrei­bung, ins­beson­dere dann, wenn du Öl egit­imierende Busi­ness­pläne schreiben musstest. Nicht nur Sil­via Staub-Bernasconi nan­nte es #Macht­blind­heit…

Aber — und das ist für uns hier nun wichtig — “Funk­tionale Dif­feren­zierung” war eine Beschrei­bung. Und kein Axiom.

Der Bruch? “Der Gleichklang der Systeme” (Heiko Kleve)

Spätestens unter #Coro­n­aVirus haben dann selb­st die Blind­en gese­hen:

Es gibt keinen sta­bilen Gle­ichrang autonomer Sys­teme.

  • Poli­tik koor­dinierte.
  • Wis­senschaft pro­duzierte Entschei­dungswis­sen.
  • Recht imple­men­tierte.
  • Medi­en rahmten.
  • Wirtschaft wurde sta­bil­isiert.

Heiko Kleve sprach es desil­lu­sion­iert aus: „Der Gle­ichk­lang der Sys­teme“. In einem “Alter­na­tiv­en Medi­um”. Doku­men­tiert auf Youtube. Dort wo alle akademisch und fak­tengeprüften Ver­schwörungs­the­o­rien abgelegt wer­den.

Wenn aber Sys­teme im Belas­tungs­fall syn­chro­nisiert funk­tion­ieren, dann ist oper­a­tive Geschlossen­heit kein dom­i­nantes Struk­tur­prinzip.

Eine Struk­tur­the­o­rie, die im Ern­st­fall sus­pendier­bar ist, ist fal­si­fiziert.

  • Nicht irri­tiert.
  • Nicht mod­i­fiziert.
  • Fal­si­fiziert.

Die These funk­tionaler Dif­feren­zierung gehört damit auf das his­torische Schlacht­feld der Mod­erne. Mit dieser These ging auch die ganze Kri­tik und der wohl pro­duk­tivste intellek­tuelle Stre­it zwis­chen #Biele­feld und #Frank­furt zu Ende… (Und damit auch der Stre­it zwis­chen #Biele­feld und #Zürich… | Aber auch das wäre ein anderes The­ma.)

Was bleibt?

Nicht die Epoche.
Nicht die Sys­temar­chitek­tur.

Was bleibt, sind die Axiome.

  • Gesellschaft beste­ht aus Kom­mu­nika­tion.
  • Beobach­tung, Unter­schei­dung, Han­deln.
  • Die Form ist die Möglichkeit der Struk­tur.

Von hier aus: #TheLuhmannMap

Die Map hat in der Lit­er­atur von Niklas Luh­mann nach den Axiomen gesucht und diese grafisch dargestellt:

Wir tra­gen auf ein­er Achse die für vier für Men­schen rel­e­van­ten autopoi­etis­chen Sys­teme auf:

#BIO → Stof­fwech­sel
Operiert bio­chemisch.
Leben repro­duziert sich über metabolis­che Prozesse.

#PSY → Bewusst­sein
Operiert über Wahrnehmen, Denken, Fühlen.
Bewusst­sein repro­duziert sich über Gedanken.

#SOC → Kom­mu­nika­tion
Operiert über Infor­ma­tion, Mit­teilung, Ver­ste­hen.
Gesellschaft repro­duziert sich über Kom­mu­nika­tion.

#CYB → algo­rith­mis­che Oper­a­tion
Operiert über Code, Berech­nung, Aus­führung.
Maschinelle Sys­teme repro­duzieren sich über Pro­gramme.

Das sind keine Bere­iche.
Das sind unter­schiedliche Oper­a­tionstypen.

Der Sozi­ologe Niklas Luh­mann fokussiert auf #SOC. Der Sozialar­beit­er, der Arbeit am Sozialen auch. Dieser Arbeit­et nicht an Kör­pern, nicht an Psy­chen, nicht an “Sachen”, “Din­gen”, “Maschi­nen” oder “Com­put­ern”.

Die zweite Achse unter­schei­det Struk­tur­for­men.


+

Struk­tur
= sta­bile Erwartung­sor­d­nung.
= Muster, die Anschluss­wahrschein­lichkeit reg­ulieren.

Kul­tur
= gelebte Selb­stver­ständlichkeit inner­halb ein­er Struk­tur.

Kul­tur­form
= das dom­i­nante Struk­tur­prinzip, das diese Selb­stver­ständlichkeit­en organ­isiert.

  • Struk­tur ist for­mal.
  • Kul­tur ist erlebt.
  • Kul­tur­form ist die for­male Architek­tur des Erlebten.

Kul­tur = ((Wandel)Wechsel)

Wan­del = Vari­a­tion inner­halb der­sel­ben Struk­tur­form.
Wech­sel = Trans­for­ma­tion der Struk­tur­form.

Die Map ist: Oper­a­tionsart × Struk­tur­form.

Nicht Funk­tion­ssys­teme. Son­dern Form­logik.

Orientierung im kontingenten Raum: #TheStaubBernasconiMatrix

Ori­en­tierung im kontin­gen­ten Raum von #SOC

Aus­gangspunkt:

Kom­mu­nika­tion ist kontin­gent.
Sie kön­nte immer auch anders ver­laufen.

Das Soziale ist daher kein fix­es Gefüge,
son­dern ein Möglichkeit­sraum.

Macht bedeutet Möglichkeit.

Nicht Unter­drück­ung.
Nicht bös­er Wille.

Son­dern die Fähigkeit, Bedin­gun­gen so zu gestal­ten,
dass bes­timmte Möglichkeit­en real­isier­bar wer­den –
und andere nicht.

Die Matrix analysiert die Verteilung dieser Möglichkeit ent­lang von vier Dimen­sio­nen.


1. Anordnung

Frage:
Wie sind Posi­tio­nen struk­turi­ert?

Hier­ar­chie?
Net­zw­erk?
Zen­tral­isierung?
Pro­tokol­lar­chitek­tur?

Anord­nung bes­timmt,
wer struk­turell entschei­den kann
und wer struk­turell aus­geschlossen ist.

Ziel­hor­i­zont:
Min­imierung irre­versibler struk­tureller Herrschaft.

Nicht: Keine Struk­tur.
Son­dern: Rev­i­dier­bare Struk­tur.


2. Zugang

Frage:
Wer kommt hinein?
Wer darf teil­nehmen?
Wer ver­fügt über Ressourcen?

Ressourcen sind heute:

Infor­ma­tion
Infra­struk­tur
Dat­en
Aufmerk­samkeit
Rechen­leis­tung

Zugang bes­timmt Anschlussfähigkeit.

Ziel­hor­i­zont:
Max­imierung offen­er Teil­nah­mebe­din­gun­gen.
Com­mons als Struk­tur­prinzip.


3. Legitimation

Frage:
Wer darf entschei­den, was gilt?

Wahrheit?
Norm?
Algo­rith­mis­che Bew­er­tung?
Mehrheit­sentschei­dung?

Legit­i­ma­tion struk­turi­ert Gel­tung.

Ziel­hor­i­zont:
Inklu­sion und Nachvol­lziehbarkeit.
Entschei­dun­gen müssen kom­mu­nika­tiv bear­beit­bar bleiben.


4. Durchsetzung

Frage:
Wie wer­den Entschei­dun­gen wirk­sam?

Physis­che Gewalt?
Rechtliche Sank­tion?
Algo­rith­mis­che Sperre?
Rank­ing?

Durch­set­zung entschei­det,
ob Alter­na­tiv­en offen bleiben.

Ziel­hor­i­zont:
Min­imierung irre­versibler Kontin­gen­zschlies­sung.
Erhal­tung von Reversibil­ität.


Zusammengefasst

Map → Was operiert?
Kontin­genz → Es kön­nte anders sein.
Matrix → Wie sind Möglichkeit­en verteilt?

Die Matrix ist keine Moralthe­o­rie.
Sie ist ein Instru­ment zur Analyse von Möglichkeitsverteilung im Sozialen.

Soziale Arbeit arbeit­et am Sozialen,
indem sie diese vier Dimen­sio­nen beobachtet
und Block­aden von Möglichkeit sicht­bar macht.


Schluss

Niklas Luh­mann hin­ter­lässt kein geschlossenes The­o­riepro­gramm.

Er hin­ter­lässt zunächst ein Set von Axiomen.

Die Dif­feren­zierungs­these war eine his­torische Form. Die Form­logik bleibt.

Unter den Trüm­mern bleibt:

  • Kom­mu­nika­tion kom­mu­niziert.
  • Beobach­tung unter­schei­det.
  • Form erzeugt Struk­tur.

Darauf lässt sich weit­er­bauen.

Und vielle­icht begin­nt hier erst das eigentliche Wei­t­er­denken.

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