– Der Mensch im Zentrum, @DGSoziologie?
– Kommunikative Vernunft?
– #Holocaust als Zerfallsform der Moderne? (fragt #ZygmuntBauman!)
#Frankfurt#Habermas hält normativ am Menschen und am vernünftigen Diskurs fest.
#Bielefeld#Luhmann verschiebt die Operation: Kommunikation kommuniziert. Der Mensch? Umwelt des Sozialen!
Gerade diese Verschiebung ermöglicht es, moderne Gesellschaft ohne moralische Selbstberuhigung zu beobachten: Systeme funktionieren auch dann, wenn Menschen leiden oder sterben.
Die habermasianische Betonung des vernünftigen Diskurses dagegen stabilisiert bis heute Institutionen, die sich selbst als Hüter der #Öffentlichkeit verstehen – #Universitäten#Parlamente#Gerichte#Medien. Und genau deshalb kann sich der aktuelle Betrieb des #Staatsfunks so selbstverständlich auf #Habermas berufen: Wer Öffentlichkeit als Diskursraum versteht, legitimiert automatisch jene Institutionen, die behaupten, diesen Raum zu organisieren.
– Der Mensch im Zentrum, @DGSoziologie?
— dissent.is/███████ (@sms2sms) March 15, 2026
– Kommunikative Vernunft?
– #Holocaust als Zerfallsform der Moderne? (fragt #ZygmuntBauman!)#Frankfurt #Habermas hält normativ am Menschen und am vernünftigen Diskurs fest.#Bielefeld #Luhmann verschiebt die Operation: Kommunikation… pic.twitter.com/feRKEks0uC
Mit #JürgenHabermas ist eine der prägenden Figuren der Nachkriegssoziologie gestorben. Der zentrale Streit seiner Zeit verlief zwischen #Frankfurt und #Bielefeld.#Habermas stellte den Menschen und den Diskurs ins Zentrum: Gesellschaft soll durch vernünftige Verständigung…
— dissent.is/███████ (@sms2sms) March 14, 2026
ZUR GEGENWART DER #SOZIOLOGIE
❌ #TheBlindSpot of #NiklasLuhmann
⭕ wo? nicht @unibielefeld #bielefeld, sondern dort, wo alles zu.de (so?) #Luhmann100
BONUS: guck mal, welche namen fehlen 🫣🤐🤪@DGSoziologie
- 2000: falsifikation funktionale differenzierung @vorinstanz
- 2020: empirische verifikation: “der gleichklang der systeme” @HeikoKleve @uniwitten
#Luhmann ist tot? ja, aber quitschlebendig (so?)
Niklas Luhmann, was bleibt unter all den Trümmern und verlassenen Schlachtfeldern?
Niklas Luhmann begann nicht mit Funktionssystemen. Auch ich beginne mit Axiomen:
Radikaler Konstruktivismus setzt nicht bei Institutionen an, nicht bei Menschen, nicht bei Moral.
Die Axiome nach Paul Watzlawick und nach Niklas Luhmann lauten:
- Man kann nicht nicht unterscheiden.
- Man kann nicht nicht beobachten.
- Man kann nicht nicht handeln.
Der Handlungsbegriff ist zum Re-Entry der Differenz von ((Unterscheiden)Beobachten) völlig neu (auf der Höhe der Zeit) gefasst worden. Oder umgangssprachlicher formuliert:
- Die Gesellschaft der Gesellschaft besteht aus Kommunikation.
- Kommunikation ist die Einheit von Information, Mitteilung und Verstehen.
- Handeln ist der ewige Kreislauf von Beobachtung und Unterscheidung.
- Form erzeugt Struktur: Andere Form, andere Struktur.
Das sind nicht starke Sätze.
Das sind Setzungen.
Funktionaler Differenzierung? Keine Ahnung: Diese schön verzierte Keule hat halt eine gewisse Zeit lang funktioniert. (so?)
Wie kam es zur kurzfristig sehr erfolgreichen “Funktionalen Differenzierungsthese”?
Aus den Axiomen entwickelte Luhmann und seine Kinder eine auf- & anregende Diagnose der Moderne:
- Autonome Funktionssysteme.
- Eigenlogische Codes.
- Kein Zentrum.
Recht operiert mit ((recht)unrecht).
Wissenschaft mit ((wahr)unwahr).
Wirtschaft mit ((zahlen)nicht zahlen).
Politik mit ((Macht(Ohnmacht).
Und wer irgendwie dazugehören wollte, wies für seinen Job, seinen Beruf, seine Profession, seine Disziplin einen huch!binären Code aus. Very Hippster! Sozialwissenschaften so knall hart wie harte Naturwissenschaften. ENDLICH ;-)
Soziale Arbeit zog mit dem etwas hilflos wirkenden Code vo ((helfen)nicht helfen) nach.. Und Reto Eugster zeigte mit “Die Genese des Klienten” (2000) die ganze Perversion dieser Idee.
Es war eine elegante Beschreibung, insbesondere dann, wenn du Öl egitimierende Businesspläne schreiben musstest. Nicht nur Silvia Staub-Bernasconi nannte es #Machtblindheit…
Aber — und das ist für uns hier nun wichtig — “Funktionale Differenzierung” war eine Beschreibung. Und kein Axiom.
Der Bruch? “Der Gleichklang der Systeme” (Heiko Kleve)
Spätestens unter #CoronaVirus haben dann selbst die Blinden gesehen:
Es gibt keinen stabilen Gleichrang autonomer Systeme.
- Politik koordinierte.
- Wissenschaft produzierte Entscheidungswissen.
- Recht implementierte.
- Medien rahmten.
- Wirtschaft wurde stabilisiert.
Heiko Kleve sprach es desillusioniert aus: „Der Gleichklang der Systeme“. In einem “Alternativen Medium”. Dokumentiert auf Youtube. Dort wo alle akademisch und faktengeprüften Verschwörungstheorien abgelegt werden.
Wenn aber Systeme im Belastungsfall synchronisiert funktionieren, dann ist operative Geschlossenheit kein dominantes Strukturprinzip.
Eine Strukturtheorie, die im Ernstfall suspendierbar ist, ist falsifiziert.
- Nicht irritiert.
- Nicht modifiziert.
- Falsifiziert.
Die These funktionaler Differenzierung gehört damit auf das historische Schlachtfeld der Moderne. Mit dieser These ging auch die ganze Kritik und der wohl produktivste intellektuelle Streit zwischen #Bielefeld und #Frankfurt zu Ende… (Und damit auch der Streit zwischen #Bielefeld und #Zürich… | Aber auch das wäre ein anderes Thema.)
Was bleibt?
Nicht die Epoche.
Nicht die Systemarchitektur.
Was bleibt, sind die Axiome.
- Gesellschaft besteht aus Kommunikation.
- Beobachtung, Unterscheidung, Handeln.
- Die Form ist die Möglichkeit der Struktur.
Von hier aus: #TheLuhmannMap
Die Map hat in der Literatur von Niklas Luhmann nach den Axiomen gesucht und diese grafisch dargestellt:

Wir tragen auf einer Achse die für vier für Menschen relevanten autopoietischen Systeme auf:
#BIO → Stoffwechsel
Operiert biochemisch.
Leben reproduziert sich über metabolische Prozesse.
#PSY → Bewusstsein
Operiert über Wahrnehmen, Denken, Fühlen.
Bewusstsein reproduziert sich über Gedanken.
#SOC → Kommunikation
Operiert über Information, Mitteilung, Verstehen.
Gesellschaft reproduziert sich über Kommunikation.
#CYB → algorithmische Operation
Operiert über Code, Berechnung, Ausführung.
Maschinelle Systeme reproduzieren sich über Programme.
Das sind keine Bereiche.
Das sind unterschiedliche Operationstypen.
Der Soziologe Niklas Luhmann fokussiert auf #SOC. Der Sozialarbeiter, der Arbeit am Sozialen auch. Dieser Arbeitet nicht an Körpern, nicht an Psychen, nicht an “Sachen”, “Dingen”, “Maschinen” oder “Computern”.
Die zweite Achse unterscheidet Strukturformen.
—
+
≠
Struktur
= stabile Erwartungsordnung.
= Muster, die Anschlusswahrscheinlichkeit regulieren.
Kultur
= gelebte Selbstverständlichkeit innerhalb einer Struktur.
Kulturform
= das dominante Strukturprinzip, das diese Selbstverständlichkeiten organisiert.
- Struktur ist formal.
- Kultur ist erlebt.
- Kulturform ist die formale Architektur des Erlebten.
Kultur = ((Wandel)Wechsel)
Wandel = Variation innerhalb derselben Strukturform.
Wechsel = Transformation der Strukturform.
Die Map ist: Operationsart × Strukturform.
Nicht Funktionssysteme. Sondern Formlogik.

Orientierung im kontingenten Raum: #TheStaubBernasconiMatrix
Orientierung im kontingenten Raum von #SOC
Ausgangspunkt:
Kommunikation ist kontingent.
Sie könnte immer auch anders verlaufen.
Das Soziale ist daher kein fixes Gefüge,
sondern ein Möglichkeitsraum.
Macht bedeutet Möglichkeit.
Nicht Unterdrückung.
Nicht böser Wille.
Sondern die Fähigkeit, Bedingungen so zu gestalten,
dass bestimmte Möglichkeiten realisierbar werden –
und andere nicht.
Die Matrix analysiert die Verteilung dieser Möglichkeit entlang von vier Dimensionen.
1. Anordnung
Frage:
Wie sind Positionen strukturiert?
Hierarchie?
Netzwerk?
Zentralisierung?
Protokollarchitektur?
Anordnung bestimmt,
wer strukturell entscheiden kann
und wer strukturell ausgeschlossen ist.
Zielhorizont:
Minimierung irreversibler struktureller Herrschaft.
Nicht: Keine Struktur.
Sondern: Revidierbare Struktur.
2. Zugang
Frage:
Wer kommt hinein?
Wer darf teilnehmen?
Wer verfügt über Ressourcen?
Ressourcen sind heute:
Information
Infrastruktur
Daten
Aufmerksamkeit
Rechenleistung
Zugang bestimmt Anschlussfähigkeit.
Zielhorizont:
Maximierung offener Teilnahmebedingungen.
Commons als Strukturprinzip.
3. Legitimation
Frage:
Wer darf entscheiden, was gilt?
Wahrheit?
Norm?
Algorithmische Bewertung?
Mehrheitsentscheidung?
Legitimation strukturiert Geltung.
Zielhorizont:
Inklusion und Nachvollziehbarkeit.
Entscheidungen müssen kommunikativ bearbeitbar bleiben.
4. Durchsetzung
Frage:
Wie werden Entscheidungen wirksam?
Physische Gewalt?
Rechtliche Sanktion?
Algorithmische Sperre?
Ranking?
Durchsetzung entscheidet,
ob Alternativen offen bleiben.
Zielhorizont:
Minimierung irreversibler Kontingenzschliessung.
Erhaltung von Reversibilität.
Zusammengefasst
Map → Was operiert?
Kontingenz → Es könnte anders sein.
Matrix → Wie sind Möglichkeiten verteilt?
Die Matrix ist keine Moraltheorie.
Sie ist ein Instrument zur Analyse von Möglichkeitsverteilung im Sozialen.
Soziale Arbeit arbeitet am Sozialen,
indem sie diese vier Dimensionen beobachtet
und Blockaden von Möglichkeit sichtbar macht.
Schluss
Niklas Luhmann hinterlässt kein geschlossenes Theorieprogramm.
Er hinterlässt zunächst ein Set von Axiomen.
Die Differenzierungsthese war eine historische Form. Die Formlogik bleibt.
Unter den Trümmern bleibt:
- Kommunikation kommuniziert.
- Beobachtung unterscheidet.
- Form erzeugt Struktur.
Darauf lässt sich weiterbauen.
Und vielleicht beginnt hier erst das eigentliche Weiterdenken.

M/ein Blog ist m/ein Kartenraum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.
- wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
- wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
- wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
- wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an expertisen.
die ganze playlist auf WikiDienstag.ch | abonniere kostenlos den WhatsApp-channel #LavinaNera treis
ANHANG | die genese des eintrages (so?9
schade, schade… (so?)

WORK IN PROGRESS
