Der Iran-Krieg greift immer tiefer in Energiepreise, Schifffahrt, Staatsfinanzen und amerikanische Innenpolitik ein. Parallel bleibt die angekündigte Entschärfung zwischen Russland und der Ukraine vorerst eine Ankündigung: Beide Seiten greifen weiter Energieanlagen an. Fast ausserhalb dieser geopolitischen Schlagzeilen wächst im Kongo eine der schwersten Ebola-Epidemien der Geschichte.…
#accents beobachtet täglich, was unterschiedliche Medienräume wichtig machen – und was dabei unsichtbar bleibt. Wenige Akzente statt vollständiger Weltlage. Nachrichten vorne, Verfahren dahinter.
Verfahren
Westliche, russische, chinesische, arabische und weitere Perspektiven werden verglichen. Im Hintergrund arbeitet ein einfaches Raster: Dominanz – was wird wichtig gemacht?…
Heute führen erstaunlich viele Nachrichten an dieselben Orte: zu wenigen Häfen, Meerengen, Leitungen und Zahlungssystemen, von denen sehr viel abhängt. Gleichzeitig versucht BRICS, Abhängigkeiten vom Westen zu verringern – ohne sich darüber einig zu sein, was an ihre Stelle treten soll.…
#NoCringe | M/ein Blog ist m/ein Kartenraum und k/eine Bühne. Ich weiss, wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen Schreibstand | Warum ich nicht publiziere? Weil ich es kann. Weil es geht. Weil ich es für angemessen halte. (so?)
wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an expertisen.
«Wozu Intellektuelle?» ist ein Work-in-Progress-Eintrag zur Figur des Intellektuellen als charakteristischer Form der Moderne. Ausgangspunkt ist ein Gespräch von Richard David Precht und Juli Zeh über die Frage «Gesellschaft ohne Visionen – wer gibt uns Orientierung?». Der Eintrag verbindet Jean-Paul Sartres Definition des Intellektuellen als jemand, «der sich in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen», mit Bazon Brocks Unterscheidung ((kunst)wissenschaft), Peter Sloterdijks ((kynik)zynik) und Zygmunt Baumans Analyse der Moderne.
Intellektualität wird dabei nicht als Ausweg aus der Kulturform der Moderne verstanden, sondern als eine ihrer zentralen Irritationsformen. Die Moderne erzeugt Differenzierung, Spezialisierung, Professionen, Disziplinen und Zuständigkeiten – und zugleich Kunst, Intellektualität, Avantgarde, Dissidenz, Parasitismus und Kynismus als Formen der Überschreitung ihrer eigenen Grenzen.
Der blinde Fleck liegt demnach nicht in einem Mangel an Kritik. Kritik, Reflexion und Irritation gehören vielmehr zum Kernprogramm der Moderne. Unbeobachtet bleibt die Kulturform, welche diese Kritik selbst hervorbringt.
Summary/Spoiler/TL;DR
Precht und Zeh fragen, wo die Intellektuellen, Visionen und «klugen Köpfe» geblieben sind, welche gesellschaftliche Orientierung geben könnten.
Vielleicht liegt genau darin das Problem.
Die Moderne diagnostiziert ihre Krise mit den Mitteln, die zu ihrem eigenen Kernprogramm gehören: mehr Reflexion, mehr Kritik, mehr Öffentlichkeit, mehr Intellektualität.
Sartres Intellektueller überschreitet Zuständigkeitsgrenzen. Brocks Künstler überschreitet den «State of the Art». Sloterdijks Kyniker irritiert die herrschende Ordnung. Diese Figuren stehen nicht ausserhalb der Moderne. Sie gehören zu ihr.
Bauman verschärft die Frage: Die Katastrophe entsteht nicht notwendig dort, wo Rationalität, Differenzierung und Reflexion ausfallen. Sie kann gerade durch deren konsequentes Funktionieren ermöglicht werden.
Der blinde Fleck der Moderne ist deshalb nicht, dass sie zu wenig reflektiert.
Sie reflektiert alles – ausser die Form ihrer Reflexion.
Darum lautet die Frage aus einer nächsten Kulturform heraus nicht:
Wer gibt uns Orientierung?
Sondern:
Welche Kulturform hat uns beigebracht, diese Frage zu stellen?
bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)
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wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an expertisen.
Was verändert sich, wenn sich das Ereignis selbst nicht mehr verändern kann? 25 Jahre nach 9/11 wird daraus Erinnerung, Geschichte und Kritik – aber auch wieder Gegenwart. Alte Frames verschwinden nicht. Sie können jederzeit reaktiviert werden.
bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)
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wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
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achtung: die folgende audio-“zusammenfassung” von notebook.google.com wurde von uns nicht redigiert… es ist lediglich eine nächste iteration (so?)
Ein hermeneutischer Zugang bezeichnet ein Verfahren des Verstehens und Auslegens. Im Zentrum steht nicht primär die Frage nach Ursache, Messbarkeit oder Gesetzmässigkeit, sondern nach dem Sinn von Texten, Äusserungen, Handlungen, Bildern, Symbolen oder sozialen Praktiken.
Hermeneutik entwickelte sich ursprünglich als Kunst und Lehre der Auslegung von Texten, insbesondere in Theologie und Rechtswissenschaft. Im 19. Jahrhundert wurde sie unter anderem durch Friedrich Schleiermacher und Wilhelm Dilthey zu einer allgemeinen Theorie des Verstehens erweitert. Im 20. Jahrhundert prägten insbesondere Martin Heidegger, Hans-Georg Gadamer und Paul Ricoeur die philosophische Hermeneutik.
bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)
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Identität bezeichnet die Vorstellung, dass etwas oder jemand mit sich selbst übereinstimmt und als Einheit bestimmbar ist.
Historisch war diese Vorstellung produktiv. Begriffe wie Individuum, Identität, Original, Autor, Autonomie, Eigentum und Besitz gehören zu einer kulturellen Bewegung, mit der sich die Moderne von älteren Formen gesellschaftlicher Bindung absetzte.
Menschen waren zuvor in weit stärkerem Mass über Herkunft, Stand, Familie, Religion, Korporation, lokale Gemeinschaft und überlieferte Rollen bestimmt. Diese Ordnungen konnten tragen, schützen und Zugehörigkeit ermöglichen. Sie konnten aber auch eng, bindend und kaum verlassbar sein.
Die Kulturform der Moderne setzte dieser Bindung das Individuum entgegen.
instagram | zum zoom-gottesdienst vom 30. August 2026, 20h | Stefan M. Seydel/sms ;-) Sozialarbeiter, Künstler & Unternehmer. Er lebt und arbeitet seit 1995 im Netz. Er war auf dem Weg in die Architektur, studierte Soziale Arbeit in St. Gallen und Berlin und arbeitet seit 2011 in dissent.is/muster am Sozialen. | Ich baue eine Brücke von dissent.is/LaPendenta zu #RerumNovarum (so?)
M/Eine Geschichte für den Sonntag, 30. August 2026:
es gilt das gesprochene wort. der text ist nur für das zoom-meeting bestimmt. nachdrucke sind explizit nicht erwünscht. verlinkung aber gerne schon. gerne füge ich hier einen link zu deiner verlinkung ein: sms@dissent.is ;-)
Vorstellungsrunde:
Buna sera ensemen. Engraziel fetg per la cordiala invitaziun. Grüsse aus dem rätoromanischen Disentis/Mustér, einem weit über 1000 Jahren durchgängig belebten, benediktinischen Klosterdorf. Ich freue mich auf diese gemeinsame Feier.
sms Wink (so hat mich jeweils rocketboom.com vorgestellt.)
Ich lebe und schreibe seit 1995 im Internetz und bin seit der Dominanz von Social Media als @sms2sms unterwegs. Hannah Arendt hätte das sofort interpretieren können. Aber sie ist tot.
2011 habe ich – oder besser: wir! – unseren physischen Ausgangspunkt weg von Bodensee und Berlin nach Disentis/Mustér verlegt, an die Rheinquellen in Graubünden.
Als Sozialarbeiter arbeite ich – wie das Wort sagt – am Sozialen:
nicht an Menschen,
nicht an Körpern,
nicht an Psychen.
Ich bewege mich fast ausschliesslich in Kontexten, in denen Getrenntes nicht mehr als Verbundes erlebt wird oder erlebt werden kann. Und darum ist Brücken zu bauen, ein ganz wichtiges Thema, nicht nur bei uns im Dorf, sondern im ganzen Alpenraum.
Wenn ich nun eine Brücke benennen soll, die mir in meinem Leben besonders Wichtig ist, dann wäre es wohl — - — der Regenbogen.