(0) GRUNDFORMEN SOZIALER PROBLEME
dissent.is/Grundformen
(1) DIE AXIOME: #TheLuhmannMap
dissent.is/TheLuhmannMap
(1.5) DIE TEXTQUELLEN: #TheLuhmannReader
dissent.is/TheLuhmannReader
(2) VIER MACHTDIMENSIONEN: #TheStaubBernasconiMatrix
dissent.is/TheStaubBernasconiMatrix
(2.5) Job, Beruf, Profession, Disziplin: #SozialeArbeit
dissent.is/SozialeArbeit
| Zeichen | Kulturform | «Arbeit am Sozialen» | Leitform |
|---|---|---|---|
| — | Sprache | Beziehungen, Versammlung, Aushandlung, Ritual, gegenseitige Hilfe | Kreis |
| + | Schrift | Regeln, Verträge, Satzungen, Register, Klosterordnung, Allmende | Ordnung |
| ≠ | Buchdruck | Profession, Institution, Sozialstaat, Fall, Diagnose, Verwaltung | Organisation |
| # | Computer | Protokoll, Commons, verteilte Infrastruktur, Smart Setting, Xerokratie | Konstellation |



Soziale Arbeit als Arbeit am Sozialen
Wer über Soziale Arbeit spricht, landet oft sehr schnell in vertrauten Schubladen. Die einen denken vor allem an Hilfe und Kontrolle. Die anderen denken an Befähigung zur Selbsthilfe: Menschen helfen sich selbst, organisieren sich lokal, finden eigene Formen. Wenige denken an eine Transdisziplin im Kontext der Universität: Theorie, Forschung, Begriffe, Professionalisierung. Aber irgendwo dazwischen oder darüber erscheint dann Soziale Arbeit als eigenes Feld ;-)
Genau hier hilft ein einfaches Quadrat.
Unten links steht Selbstorganisation. Oben links Politik. Unten rechts Universität. Oben rechts Soziale Arbeit.
Dieses kleine Schema verortete Soziale Arbeit im Kontext der (seit #Zivilisationsbruch untergegangen) Kulturform der Moderne. Es macht sichtbar: Soziale Arbeit hat ((Theorie)Praxis) schon immer in ihrem professionellen Tun integrieren müssen und wollen. Sie ist nicht einfach Politikvollzug und auch nicht Bezügerin von akademischen Wissen. Sie entsteht vielmehr im Spannungsfeld zwischen diesen Feldern.
Jede Praxis enthält Theorie, und jede Theorie greift in Praxis ein. Entscheidend ist, wie diese Spannung organisiert wird und was sie bewirkt. Oder wie es Maren Lehmann einmal sagte: “Theorie ist auch Praxis. Bloss nicht so verschwitzt.”
Selbstorganisation kann man dabei als Kultur lesen. Dort geschieht etwas unmittelbar. Menschen koordinieren sich, reagieren aufeinander, entwickeln Gewohnheiten, Regeln, Routinen, Erwartungen. Kultur ist hier nicht zuerst Museum, Bildungsgut oder Symbolbestand. Kultur ist das, was sich im Vollzug bildet und Menschen und Gruppen von Menschen “als Normal” erscheint.
Politik und Universität kann man dagegen als “Kulturformen” lesen. In ihnen stabilisiert sich Kultur. Politik formt Verbindlichkeit, Zuständigkeit, Recht und Entscheidung. Universität formt Begriffe, Wissen, Reflexion und methodische Sicherung. Beide sind nicht Kultur an sich, sondern bestimmte Formen, in denen Kultur sich verfestigt.
Und Soziale Arbeit?
Soziale Arbeit ist in diesem Bild nicht einfach ein weiteres Feld neben den anderen. Sie ist Arbeit am Sozialen. (Nicht an Körpern. Nicht an Psychen. Nicht an Dingen.) Das heisst: Sie arbeitet an den Bedingungen, unter denen Menschen überhaupt in tragfähigen Austausch kommen können. Sie steht im Schnittpunkt von Selbstorganisation, Politik und Universität, aber sie geht in keinem dieser Felder auf.
Gerade deshalb ist die Machtfrage zentral. Macht ist für uns nicht etwas “negatives”. Wir fassen das Wort ganz nah am Wortstamm auf: Macht kommt von Umsetzen von Möglichkeiten. Silvia Staub-Bernasconi hat hier eine präzise Unterscheidung vorgeschlagen: Begrenzungsmacht und Behinderungsmacht.
- Begrenzungsmacht schützt Möglichkeiten.
- Behinderungsmacht blockiert Möglichkeiten.
Dieser Unterschied ist für Soziale Arbeit entscheidend. Denn nicht jede Macht ist schon schlecht, und nicht jede Begrenzung ist Unterdrückung. Wo Macht andere daran hindert, ihre Möglichkeiten zu entfalten, wo sie Zugänge blockiert, Abhängigkeiten festschreibt oder Menschen klein hält, haben wir es mit Behinderungsmacht zu tun. Wo Macht dagegen Schutzräume schafft, Übergriffe begrenzt, Zugänge öffnet und Bedingungen sichert, damit Menschen handeln können, haben wir es mit Begrenzungsmacht zu tun. Darum lässt sich der Ort der Sozialen Arbeit in einem Satz zuspitzen:
Soziale Arbeit ist nur dann Soziale Arbeit, wenn sie im Schnittpunkt dieser Felder Behinderungsmacht zurückdrängt und Begrenzungsmacht im Dienst von Möglichkeiten organisiert.
Damit ist auch klar, warum Soziale Arbeit nie einfach mit Politik identisch sein kann. Politik braucht Macht, und sie braucht Begrenzungen. Aber politische Ordnung kann sehr leicht in Behinderungsmacht kippen: durch Bürokratie, Ausschluss, Sanktion, Zuständigkeitslogik. Ebenso darf Soziale Arbeit nicht einfach in der Universität aufgehen. Wissenschaftliche Reflexion ist wichtig, aber sie kann sich abschliessen, verabsolutieren oder zur Expertensprache werden, die über Menschen spricht, statt Bedingungen zu verändern. Und sie darf auch nicht romantisch in Selbstorganisation aufgelöst werden. Denn Selbstorganisation kann zwar Kultur tragen, aber sie kann auch überfordern, privatisieren und Menschen mit ihren Problemen allein lassen.
Soziale Arbeit steht genau in dieser Spannung. Sie muss mit Politik zu tun haben, ohne zur blossen Verwaltung sozialer Probleme zu werden. Sie muss mit Universität zu tun haben, ohne sich in Theorie zu verlieren. Sie muss mit Selbstorganisation zu tun haben, ohne strukturelle Verantwortung nach unten abzuschieben. Beobachtet wird das Ganze durch die #TheStaubBernasconiMatrix.
Sie fragt in vier Dimensionen:
| Dimension | Leitfrage |
|---|---|
| Anordnung | Wird Herrschaft reduziert oder reproduziert? |
| Zugang | Werden Möglichkeiten geöffnet oder verknappt? |
| Legitimation | Ist Teilnahme inklusiv oder exklusiv organisiert? |
| Durchsetzung | Erfolgt Sicherung gewaltfrei oder durch Zwang? |
Diese Matrix bewertet nicht moralisch von aussen. Sie hilft, in jedem Feld genauer hinzusehen. Auch Selbstorganisation ist nicht automatisch gut. Auch Politik ist nicht automatisch schlecht. Auch Universität ist nicht automatisch elitär. Und auch Soziale Arbeit ist nicht automatisch emanzipatorisch. Entscheidend ist immer, welche Form von Macht in welcher Weise wirkt.
Das Quadrat zeigt also Felder. Die Matrix zeigt, wie in diesen Feldern Macht operiert.
Genau darin liegt der Gewinn dieses kleinen Modells. Es macht sichtbar, dass Soziale Arbeit weder eine bloss praktische Hilfeleistung noch eine akademische Disziplin noch ein verlängerter Arm der Politik ist. Sie ist Arbeit am Sozialen. Und das heisst: Arbeit an den Bedingungen von Möglichkeit.
Dort, wo Möglichkeiten geschützt werden, entsteht tragfähige soziale Ordnung. Dort, wo Möglichkeiten blockiert werden, verengt sich das Soziale. Oder noch einmal in der kürzesten Form:
- Begrenzungsmacht schützt Möglichkeiten.
- Behinderungsmacht blockiert Möglichkeiten.
Und Soziale Arbeit hat ihren Sinn nur dort, wo sie den Unterschied zwischen beidem praktisch wirksam macht. So weit die (vergangene) Idee… (so?)


Axiome setzen das Setting.
II. CLUSTER
Spielregeln halten den Cluster offen.
III. RESONANZ
Fallbeispiele beobachten Resonanz.

LIVE BLOGGING 31. Mai 2022
LIVE BLOGGING 17. +18. März 2022
Memos & Links zum #MedienTheater vom 17.03.2022
Die ganze Playliste: WikiDienstag.ch ProdUsing #DataLiteracy
Memos & Links zum #MedienTheater vom 18.03.2022
Die ganze Playliste: WikiDienstag.ch ProdUsing #DataLiteracy
WORK IN PROGRESS
Memos & Links zum #MedienTheater vom 17.+18.03.2022
- Was ist das Soziale?
- Was ist Kommunikation?
- Was ist Gesellschaft?
Mein Name ist Stefan M. Seydel
sms
Ich lege auf SocialMedia offen zugänglich Notizen an mich selbst ab. Darum heissen diese nervigen Accounts, welche auch immer mal wieder gesperrt und von den hippsten Algorithmen von Google, Meta, Twitter & Co ge-shadow-banned werden:
Diese Notizen, drüben auf den Sozial platten Formen — vielfach und barock umspühlt von Tweets aus anderen Accounts — verarbeite ich dann Mitten in den Schweizer Bergen — in dissent.is/mustér, 1133 Meter über Meer — in mein Blog:
Woraus ich hier gerade am vorlesen bin
- was ich eben erst geschrieben hab und
- jetzt auch selbst, hier & etzt zum ersten Mal zu hören bekomme…
Der Text wird nicht fertig sein
- so könnte der Text nie und nimmer “publiziert” werden
- würde ich den Text — schon wieder — der NZZ abgeben: müsste dieser massiv umgeschrieben werden. (so?)

Diesen Workflow — diese Art und Weise zu arbeiten, meine Gedanken zu entfalten und zu entwickeln, “Wissen zu schaffen” — habe nicht ich erfunden, sondern… — keine Ahnung. Lineare Kausalität in dynamischen Prozessen zu erfinden und dort auch wieder zu reflektieren ist eine uralte Praxis. Und diese transparent und nachvollziehbar zur Darstellung zu bringen, ein Anspruch von klassicher Wissenschaftlichkeit.
Besonders schön hat Aby Warburg diese Arbeitsweise gemacht. Vor hundert Jahren. In der psychiatrischen Klinik Kreuzlingen am Bodensee bei Prof. Binswanger. Im Exil in London. In seiner Heimatstadt Hamburg hat sich der Bankerssohn dafür gar einen bis heute besuchbaren Raum gebaut — eine Privatbibliothek. Er konnte sich in seinem “Merzbau” körperlich bewegen…
In unserem Band 2 von “Die Form der Unruhe” (pdf), Junius Verlag Hamburg, haben wir — Tina Piazzi und der hier vortragende — solches zum Abschluss unserer Zeit mit ((( rebell.tv ))) 2010 beschrieben. Heute arbeite ich jeden Dienstag mit WikiDienstag.ch in dieser Pendelbewegung von “Sophrosyne & Orgiastik” wie es Warburg nannte — oder mit aktueller tönenden Worten — zwischen “Sprints & Feedlogs”. Aber:
Darum geht es hier
heute
nicht
- Was ist das Soziale?
- Was ist Kommunikation?
- Was ist Gesellschaft?
Mein Name ist Stefan M. Seydel
An meinen Wänden hängen insbesondere Zertifikate von Soziale Arbeit. “Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession.” Ich bin ein Kind der sogenannten “Zürcher-Schule”, in welcher der Name Prof. Dr. Silvia Staub-Bernasconi der leuchtende Fixstern ist. Sie wurde an der TU-Berlin emeritiert und erzählt über locker 150 Jahre hinweg die Geschichte professioneller Sozialer Arbeit, in welcher kein einziger Name eines weissen, priviliegierten Mannes relevant wird. Ich habe bei Mutter Silvia schon meine — heute würden wir sagen — “Bachelor-Arbeit” geschrieben. Und während meiner 12 Jahren in Berlin, machte ich bei ihr den Master: Der erste Masterlehrgang für Soziale Arbeit im deutschsprachigen Raum. Ich sass — nach einem auffordernden Telefonat von Mutti, mich endlich anzumelden — in der zweiten Durchführungsklasse und habe mich dort mit Typen wie dem dem heutigen Mitglied des Ethikrates Andreas Lob-Hüdepohl herumstreiten müssen. Und: Dass ich Silvia liebevoll Mutti nenne — natürlich nur hier im Internetz, wo sie selbst es gar nie hören wird — hat mit meinen damaligen Studienkolleg:nnen zu tun: Sie wussten jeweils, wann es wieder deftig werden wird im Vorlesungssaal und meinten: “Ihr habt einen typischen Mutter:Sohn-Konflikt.” Wie auch immer:
Es gab zu jener Zeit zum Glück noch noch die Volksbühne, ab und an ein Bier mit C. Wolfgang Müller und Heiko Kleve hat mich während der Studienzeit mindestens 2x für grosse 50-Minuten Vorträge ins Auditorium der Alice Salomon Fachhochschule geholt. Kleve gehörte zum Lieblingsfeind der Zürcher-Schule. Kleve gehörte selbst zur “Bielefelder”-Schule. Das waren fruchtbare Streitereien. Und sie wurden ziemlich furchtbar, verletzend, beleidigend umgesetzt. Aber: Offener Streit, ist für die Tradition der alt-68er ja erst mit dem Aufkommen von Social Media zu Teil von Problem geworden. Vorher waren wüste, grobe, wilde Auseinandersetzung Zeichen für Wichtigkeit, Dringlichkeit, Notwendigkeit und als Teil von Lösung interpretiert worden. Ich war damals bereits selbstständig mit intervention gmbh und arbeitete in EU-Programmen, für das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz (HIV/Aids & so), Kantone (“Bundesländer”), auch für Private und hatte grosse Lehraufträge an meiner Alma Mater der Fachhochschule Ost-(schweiz)… Aber:
Die Hinweise erklären aber vermutlich in einer ersten Annäherung, wie es dazu kommt, dass die 3 Fragen, welche ich hier beantworten will, für mich ganz zentral sein müssen:
- Was ist das Soziale?
- Was ist Kommunikation?
- Was ist Gesellschaft?
Für “Menschliche Kommunikation” (Paul Watzlawick) ist es nicht nötig, dass wir “Miteinander reden” (Friedemann Schulz von Thun), Sprache benutzen, Wörter definieren, dass sich Menschen und Gruppen von Menschen sich auf Begriffe streiten und einigen.
GANZ IM GEGENTEIL
Der Profet Jesus soll gesagt haben: “An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.” (1. Johannes 2, 1–6) oder vielleicht noch ätzender: “An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.” (Matthäus 7, 15–23).
Ich will hier & jetzt damit nur sagen:
Dass Worte,
dass Reden,
dass “Miteinander Reden” nicht der Königsweg “Menschlicher Kommunikation” ist: Dieses Wissen — dieses “Alltagswissen”, dieses Praxiswissen — ist so alt, wie davon erzählt wird, dass sich Menschen darüber verständigen, wie sich Menschen zu miss- und verstehen meinen. (so?)

DIE KULTURFORM DER MODERNE
Um endlich einen Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit zu finden, hat die die Perspektive der Perspektive, die Gesellschaft der Gesellschaft so beschreiben:
Was ist das Soziale?
- nicht das Biologische AND
- nicht das Psychische.
Und positiv formuliert?
- Kommunikation.
Was ist Kommunikation?
- das, was für das biologische “Leben” und für das psychische “Bewusstsein” ist.
Und positiv formuliert?
- Kommunikation ist eine dreifache Selektion:
1. Die Selektion einer Information AND
2. Die Selektion einer Mitteilung AND
3. Die Selektion von Verstehen. GO TO 1
Achtung: Die drei Begriffe für die jeweiligen Selektionen sind Homonyme. Die dürfen also inhaltlich nicht zu schnell “verstanden” werden. Dazu hilft die berühmt gewordene Aussage von Niklas Luhmann im Frühling 1986 in Heidelberg:
Kommunikation kommunziert.
Nicht Menschen.
Was ist Gesellschaft?
- Keine Summe von Körpern, Menschen, Individuuen. AND
- Keine regionalen, territorialen, staatlichen Einheiten. AND
- Und schon grad gar nichts, dass “Irgendwie von Aussen” beobachtet werden kann.
Und positiv formuliert?
- Gute Frage…
- durchgesetzt hat sich für ein paar wenige Jahre der Begriff der “Weltgesellschaft”. Aber selbst die gewichtigsten Stimmen dieses Vorschlags, sind spätesens während #CoronaVirus von dieser Idee abgfallen.
Als ein “schönes” Beispiel: Prof. Dr. Rudolf Stichweh, 49. Römerberggespräche, 22. Mai 2021: “Die Repulik auf allen Viren”.
Aber auch Prof. Dr. Heiko Kleve, ist in einem Vortrag vom 9. Juni 2021 direkt auf Johann Heinrich Pestalozzi zurückgefallen: “Mit Kopf, Hand und Herz.” Es liessen sich leicht weitere Beispiele zeigen. - … will sagen: Das Wort Gesellschaft — das Konzept, die Idee, die Vorstellung von “Gesellschaft” — kann als Türe gezeigt werden, durch welche den Ausgang aus der so lange propagierten “selbstverschuldeten Unmündigkeit” gefunden werden kann. So jedenfalls erschliesst sich mir der Grundgedanke des 72-jährigen Niklas Luhmann in seinem als “Hauptwerk” beschriebenen Schrift. (Seite 24, Die Geselleschaft der Gesellschaft, Suhrkamp, 1999). Das ist ein Ansatz, an welchen meine Überlegungen noch einmal frisch ansetzen wollen.
SAPERE AUDE — SEI MUTIG.

Niklas Luhmann, Frühling 1986, Heidelberg (pdf, audio). In Reihe 1 vor ihm sassen: Francisco J. Varela (aka “Philosophischer Biologe”) und Heinz von Foerster (aka “Philosophischer Mathematiker”)
Im Hauptteil meines Vortrag möchte ich nun versuchen, einen entsprechenden Begriff von Gesellschaft vorzustellen — und zwar einen Begriff, der jede Bezugnahme auf Bewusstsein oder Leben — also auf andere Ebenen der Realisation autopoietischer Systeme, streng vermeidet. Nur vorsoglich sei angemerkt, dass dies natürlich nicht besagen will, dass Gesellschaft ohne Leben und ohne Bewusstsein möglich wäre. Sie ist auch ohne Kohlenstoff, ohne gemässigte Temperaturen, ohne Erdmagnetismus, ohne atomare Festigung der Materie nicht möglich. Man kann angesichts der Komplexität der Welt nicht alle Bedingungen der Möglichkeit eines Sachverhaltes in den Begriff des Sachverhalts aufnehmen; denn damit würde der Begriff jede Kontur und jede theoriebautschnische Verwendbarkeit verlieren.
Die Landkarte ist nicht das Land.
Alfred Korzybski, 1933 (Wikipedia, Dokument)
Alle Modelle sind falsch.
- Einige nützlich.
George Box, 1976 (Wikipedia, Dokument)
End of Theory
@chr1sa, 2008 (Wired, Dirk Baecker kommentiert 2018, Versuch einer Kontaktvermittlung 2022)

Fadengitter, Vorrichtung zum perspektivischen Zeichnen (1710)
“Die Perspektive der Perspektive” legt nahe, dass der Begriff der Gesellschaft auf die Kultur im Umgang mit der Machtfrage verweist, während der Begriff der Kommunikation, eine neue Ebene der Realisation eines nächsten autopoietischen Systems thematisiert.

(…)
(…)
(…)
(…)
- Was ist das Soziale?
- Was ist Kommunikation?
- Was ist Gesellschaft?
(…)
(…)
(…)
muss morgen, freitag 18. märz weiter machen…
(…)
(…)
(…)
(…)
(…)
(…)
(…)
(…)
WIR SCHREIBEN EINE ZEILE

dann hacken wir sie klein

dann würfeln wir die teile

in bunt gemischte reihn

die folge der aspekte braucht

uns keine sorge sein.

frei nach #LewisCaroll (1832–1898), Alice im Wunderland | Bildcredit: https://lem.pl/ | #StanisławLem-Festival 2021
(…)
(…)
(…)

(…)
(…)
ZUM MAKING OF dieses Textes
(Zu überarbeitende & andere) Bilder










Threads auf Twitter während dem Schreibprozess

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019, Fotocredit: Charles Schnyder): Twitter, Wikipedia (Lemma), Youtube (aktuell), Soundcloud, Mastodon, Instagram (gesperrt), Snapchat, TikTok, Twitch, t.me/WikiDienstag
Stefan M. Seydel/sms ;-)
(*1965), M.A., Studium der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Sozialarbeiter, Künstler.
Ausstellungen und Performances in der Royal Academy of Arts in London (Frieze/Swiss Cultural Fund UK), im Deutsches Historisches Museum Berlin (Kuration Bazon Brock), in der Crypta Cabaret Voltaire Zürich (Kuration Philipp Meier) uam. Gewinner Migros Jubilée Award, Kategorie Wissensvermittlung. Diverse Ehrungen mit rocketboom.com durch Webby Award (2006–2009). Jury-Mitglied “Next Idea” Prix Ars Electronica 2010. Pendelte bis 2010 als Macher von rebell.tv zwölf Jahre zwischen Bodensee und Berlin. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Verlag Hamburg. Ruhendes Mitglied im P.E.N.-Club Liechtenstein. Er war drei Jahre Mitglied der Schulleitung Gymnasium Kloster Disentis. Seit Ende 2018 entwickelte er in Zürich-Hottingen in vielen Live-Streams – u.a. in Zusammenarbeit mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz – den Workflow WikiDienstag.ch, publizierte während der Corona-Krise in der NZZ einen Text über Wikipedia, initiierte das #PaulWatzlawick-Festival 2020 mit und sammelt im Blog von Carl Auer Verlag, Heidelberg, «Elemente einer nächsten Kulturform». Im Juli 2020 kehrt er mit seinem 1997 gegründeten Unternehmen (Spin-Off mit Aufträgen der FH St. Gallen, Gesundheitsdirektion Kanton St. Gallen, Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der EU aus einer Anstellung als Leiter Impuls- und Pilotinterventionen für die Aids-Hilfe St. Gallen/Appenzell) zurück nach Dissent.is/Muster, mitten in die Schweizer Alpen.
Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Bekenntnis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Drama, (7) Tabu
Arbeitsform: Dokumentation, Listenbildung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)
Work in Progess
M/ein Blog ist m/ein Kartenraum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.
- wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
- wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
- wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
- wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an expertisen.
die ganze playlist auf WikiDienstag.ch | abonniere kostenlos den WhatsApp-channel #LavinaNera treis
(…)
bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)
Nächster Titel
Soziale Arbeit als Arbeit am Sozialen
- nicht an Körpern
- nicht an Psychen
- nicht an Maschinen

SPOILER: Wo Soziale Arbeit systematisch scheitert
Verwechslung von sozial und psychisch
– Soziale Probleme werden individualisiert.
– Kommunikation, Macht, Zugang und Legitimation werden zu „Befindlichkeiten“.
– Ergebnis: Therapie statt Strukturarbeit.
Hilfe statt Gestaltung
– Fokus auf Fallarbeit, Betreuung, Intervention.
– Kaum Arbeit an Regeln, Infrastrukturen, Settings.
– Das Soziale wird repariert, nicht neu gebaut.
Moralische Ueberladung
– Soziale Arbeit tritt als gute Instanz auf.
– Kritik wird normativ, nicht strukturell.
– Dissens wird pädagogisiert statt gehalten.
Angst vor Technik
– Digitale Infrastrukturen gelten als fremd oder neoliberal.
– Kommunikationstechnologien werden den Plattformen ueberlassen.
– Das Soziale im Netz bleibt ungestaltet.
Angst vor Macht
– Macht wird als etwas Fremdes oder Gefaehrliches behandelt.
– Statt Macht zu analysieren und neu zu verteilen, wird sie vermieden.
– Damit bleibt Soziale Arbeit machtlos.
Kurzfristlogik
– Projekte, Programme, Massnahmen.
– Kaum langfristige soziale Architekturen.
– Keine Orte, Medien oder Systeme, die Zeit aushalten.
Verengter Freiheitsbegriff
– Freiheit als Schutz des Schwachen.
– Nicht als Ermöglichung von Konflikt, Dissens und Risiko.
– Agree to Disagree wird selten aktiv organisiert.
Missverstandene Professionalitaet
– Professionelles Handeln = richtig handeln.
– Nicht: Bedingungen schaffen, unter denen Unterschiedliches tragfaehig bleibt.
– Das Soziale wird normiert, nicht offen gehalten.
Soziale Arbeit erkennt menschliche Zerbrechlichkeit, aber sie organisiert sie nicht sozial, sondern versucht, sie individuell abzufedern.
Map und Matrix
- #TheLuhmannMap beschreibt das Soziale als Kommunikation.
Kommunikation ist kontingent. Alles könnte auch anders sein. - #TheStaubBernasconiMatrix eröffnet den Möglichkeitsraum, in dieser Kontingenz die vier Machtachsen zu sehen: Jede Frage. Jede Intervention. Entlang von
- Anordnung → Anarchie
- Zugang → Commons
- Legitimation → Inklusion
- Durchsetzung → Pazifismus
Bruch mit der Moderne
Die klassischen Schulen – Staub-Bernasconi, Thiersch, Dewe & Otto, Herriger, Hinte, Kleve, Salomon – alle blieben Kinder der Moderne.
Sie wollten Disziplin werden. Sich als Profession profilieren. Den Beruf sichern. Viele Jobs ermöglichen.
Dazu brauchen sie Adressaten, Klienten, Hilfebedürftige. Und konnten diese notfalls gleich auch selbst herstellen (Reto Eugster, Die Genese des Klienten, 2000).
C. Wolfgang Müller schrieb einst: “Wie Helfen zum Beruf wurde.“
Ich schrieb später, in vielen Gespräche mit ihm: “Wie Helfen zum Kommerz wurde.“
Heute sehen wir Soziale Arbeit als Industriezweig.
Sozialraum als Standortmarketing.
Empowerment als lokales Beruhigungsmanagement.
The Next Organization Will Not Be Organized
What if Uber did Social Work?
Und wer fällt in Panik, wenn die Idee des Grundeinkommens ausgesprochen wird?
Soziale Arbeit als Arbeit am Sozialen heisst:
- Formen bauen, die Strukturen ermöglichen.
- Strukturen, die den vier Zielen der Matrix folgen.
- Zusammenleben transformieren.

WORK IN PROGRESS
- „Wenn du nicht mit deinem Bein im Gefängnis stehst, machst du keine soziale Arbeit.“
- „Wenn du nach deinem Einsatz als Sozialarbeiter nicht mehr überflüssig bist, hast du keine soziale Arbeit gemacht.“
- „Soziale Arbeit arbeitet am Sozialen – nicht an Körpern, nicht an Psychen, nicht an Maschinen.“
Im Grundstudium haben sich mir diese drei Sätze in “Kopf, Hand und Herz” gebrannt. Im Masterstudium in Berlin bei Silvia Staub-Bernasconi und vielen persönlichen Gesprächen (über einem Bier!) mit C. Wolfgang Müller kam eine viel fürchterlichere Erkenntnis hinzu:
Soziale Arbeit kann nach Auschwitz nicht mehr naiv tun…
- Wer helfen will, kann stabilisieren, was hinterfragt, kritisiert, offensiv abgelehnt werden muss…
- Wer verwaltet, kann zum Funktionieren eines Systems beitragen, das Menschen ausgrenzt und alles ermöglicht, wogegen sich Soziale Arbeit richtet…
- Wer es gut meint…
- ach…
- ufff…
du sms, was machst du eigentlich bei den mönchen in mustér?
das werde ich immer wieder gefragt: “du als sozialarbeiter. als kritischer mensch. was machst du da oben in den bergen… ich verstehe das nicht…”
ich beginne dann jeweils meine vier zeichen zu malen…
— + ≠ #
… und meine freunde vermuten zunächst, dass es mir peinlich sei, dass ich ausweichen wolle, dass ich… ;-)))
schau, sage ich: soziale arbeit hat sich im deutschsprachigen raum erst nach dem am ende der kulturform der moderne als akademische disziplin durchgesetzt. silvia staub-bernasconi — die wohl wichtigste vertreterin der sogenannten “Zürcher Schule” — hat als professorin der TU berlin einen universitären masterlehrgang in sozialer arbeit etablieren können. mit ihrer emeritierung wurde der lehrstuhl — begründet von ihrem vorgänger c. wolfgang müller — auch gleich wieder abgewickelt. und jener, welcher staub-beernasconi einen dicken sammelband zur ehrung ihres schaffens zusammengetragen hat, hat unter #CoronaVirus die übelsten texte und gedanken vorgetragen, welche c. wolfgang müller ins grab getrieben haben: ein desaster.
meine freund:innen sind etzt sicher: “er will ausweichen…”
professionelle soziale arbeit verbindet sehr viel mit der christlichen religion. tatsächlich haben viele aufgaben, welche vorher — vor der reformation, vor der etablierung der nationalstaaten — klöster — nein, nicht nur frauenklöster, sondern auf viele der sogenannten #Bettelorden — geleistet haben. und auch von der herangehensweise gibt es ähnlichkeiten:
die christliche religion denkt gesellschaft radikal “von unten” her: die verlierer, die armen, die kranken…
(die vier macht-dimensionen nach staub-bernasconi)
(…)
(…)
(…)
Die sogenannte “Züricher Schule”…
wenn die #mennoniten nach zürich reisen, um ihre gründungsmütter und ‑väter zu feiern, wäre die religionsspezialistin von @SRF, frau dr. #JudithWipfler, die ideale person, um die grundanliegen der sogenannten SCHWEIZER BRÜDER (#wikipedia hilft ;-) in ihren 4 dimensionen der macht… pic.twitter.com/4ZVe5dzarA
— dissent.is/███████ (@sms2sms) June 5, 2025
Ja, ich riskiere, dass meine Arbeit als eine bestimmte “Praxis” funktionalisiert wird – als „System Soziale Arbeit“. Aber: Ich akzeptiere das nicht als analytisches Ende, sondern als Widerstandspunkt. Ich sage: Soziale Arbeit arbeitet am Sozialen – nicht als System, sondern als Verspundung eines Möglichkeitsraumes. (Vergl. dazu Kap. 6 in: Piazzzi/Seydel, DIE FORM DER UNRUHE, Band 2, 2010, Junius-Verlag Hamburg.) Ja: Das ist nicht neutral, sondern eine radikale Setzung. Und genau darin liegt der Bruch mit der Moderne. Daran arbeite ich: An der Bestimmung von Elementen einer nächsten Kulturform. (so?)
@sms2sms

Willkommen in meinem Blog und m/einer Darstellung von dem, wie ich Soziale Arbeit gestalte und wie ich an Problemen arbeite welche prinzipiell unlösbar sind ;-)
Aufgrund von Spam, musste ich die Kommentare abstellen. Aber du findest leicht Kontakt zu mir. Versprochen ;-)))
Meta-Überblick:
- Radikaler Konstruktivismus löst den Referenzialismus auf: Es gibt keine objektive Bezugnahme auf eine Aussenwelt – Beobachtung basiert auf selbstgesetzten Axiomen.
- #TheLuhmannMap bringt die Kontingenz des Sozialen und die Idee der Konstellation von Kulturformen.
- Kulturformen entstehen als Transformationen von ((Wandel)Wechsel) – sie sind Antworten auf die Kontingenz des Sozialen.
- Soziale Arbeit fragt nach der Form sozialer Räume, die soziale Probleme zum Verschwinden bringen können (vgl. Wittgenstein: „Form ist Möglichkeit der Struktur“ und „Lösungen erkennt man am Verschwinden des Problems“).
- #TheStaubBernasconiMatrix benennt zur Gestaltung der Form vier Parameter: Anordnung, Zugang, Legitimation, Durchsetzung.

Langsam: Mein Blog ist mein Kartenraum und keine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte. | This Blog in Englisch | هذه المدونة باللغة العربية | 这个博客是中文的 | Ce blog en français | Questo blog in italiano | Tgi èn ils inimis da la translaziun automatica? — Ils medems che #Wikipedia/#Wikidata han odià sco il diavel l’aua benedida.





























































































































































