Die Funktion des Museums in der Kulturform der Moderne? #TheBilbaoEffect

„Kul­tur ist das neue Schnee“ meint mehr als einen Strate­giewech­sel im Touris­mus. Es beschreibt den Moment, in dem die Spät­mod­erne begin­nt, ihre eigene Ver­gan­gen­heit, Sprache, Reli­gion, Land­schaft und Gemein­schaft muse­al zu bewirtschaften. Das Muse­um wird dabei zur Schlüs­sel­mas­chine der Mod­erne: Es kuratiert, kon­serviert und präsen­tiert. Es erzeugt Dis­tanz. Aus Reli­gion wird Kul­turerbe. Aus Rit­u­al wird Brauch­tum. Aus Kon­flikt wird Erin­nerung. Aus All­t­ag wird Ausstel­lung. Und schliesslich: aus Geschichte wird Con­tent.

Doch genau darin liegt die eigentliche Frage: Was ist die Funk­tion des Muse­ums? Aus der Per­spek­tive ein­er näch­sten Kul­tur­form lautet die Antwort radikaler, als viele Kul­turstrate­gien wahrhaben wollen: Das Muse­um war die Mas­chine, mit der die Mod­erne ihre Vorgänger stillgestellt hat. Die näch­ste Kul­tur­form fragt deshalb nicht mehr primär, was bewahrt wer­den soll — son­dern was wieder oper­a­tiv, gemein­sam und gegen­wär­tig anschlussfähig wer­den muss.