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— dissent.is/███████ (@sms2sms) May 9, 2026

Anlass zu diesem Eintrag:
| Kulturform | Verhältnis zur Vergangenheit | Funktion des Museums |
|---|---|---|
| Rhätisch | Vergangenheit bleibt Teil des gegenwärtigen Vollzugs. | Kein Museum notwendig. Dinge bleiben eingebunden in Gebrauch, Ritual, Landschaft und Erinnerung. |
| Alpinbarock | Vergangenheit wird liturgisch, genealogisch und sakral weitergeführt. | Musealisierung wäre kaum verständlich. Wahrheit soll wirken, nicht betrachtet werden. |
| Spätmoderne | Vergangenheit wird gesammelt, konserviert, erklärt und präsentiert. | Das Museum wird zur Leitinstitution kultureller Selbstbeobachtung und Selbstüberhöhung. |
| #commoroque | Vergangenheit wird wieder operativ, kollaborativ und situativ anschlussfähig. | Nicht mehr primär konservieren, sondern reaktivieren, remixen, weiterführen. |
Religion → Kulturerbe → Content
Werkzeug → Technikgeschichte → Innovation
Ritual → Brauchtum → Event
Konflikt → Erinnerung → Storytelling
Alltag → Ausstellung → Experience
Macht → Geschichte → Governance
Oder noch schärfer:
Religion → Kulturerbe → Standortfaktor
Sprache → Identität → Marke
Landschaft → Heimat → Kulisse
Gemeinschaft → Tradition → Experience
Erinnerung → Geschichte → Wertschöpfung
Summary/Spoiler/TL;DR
Die Funktion des Museums in der Moderne? Das Museum erzeugt Distanz.
Es trennt Praxis von Betrachtung, Gegenwart von Vergangenheit, Gebrauch von Bedeutung. Dadurch kann die Moderne frühere Kulturformen ordnen, besitzen, erklären und verwerten.
Aus der Perspektive der nächsten Kulturform lautet die Diagnose: Das Museum war die Maschine, mit der die Moderne ihre Vorgänger stillgestellt hat.
| Operation | Funktion | Was ermöglicht das? |
|---|---|---|
| Kuratieren | auswählen | Aus gelebter Wirklichkeit wird kulturelle Relevanz. |
| Konservieren | stillstellen | Aus Vollzug wird bewahrbare Vergangenheit. |
| Präsentieren | zeigen | Aus Praxis wird betrachtbare, legitimierbare, verwertbare Kultur. |
Die nächste Kulturform fragt nicht mehr: Was soll bewahrt werden? Sondern: Was muss wieder anschlussfähig werden?
| Moderne | Nächste Kulturform |
|---|---|
| sammeln | verbinden |
| konservieren | reaktivieren |
| präsentieren | zugänglich machen |
| erklären | gemeinsam weiterführen |
| besitzen | teilen |
| Geschichte zeigen | Handlung ermöglichen |
Kurzform:
Das Museum der Moderne macht aus lebendiger Kultur ökonomisch verwertbare Vergangenheit. Die nächste Kulturform fragt, wie aus musealisierter Vergangenheit wieder gemeinsame Praxis werden kann.
bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)
Kuratieren — Konservieren — Präsentieren
| Operation | Was ermöglicht das? |
|---|---|
| Kuratieren | Aus unendlicher Wirklichkeit werden kulturell verwertbare Unterschiede ausgewählt. |
| Konservieren | Diese Unterschiede werden stabilisiert, historisiert und von ihrem ursprünglichen Vollzug getrennt. |
| Präsentieren | Die stabilisierten Unterschiede werden öffentlich sichtbar, emotional konsumierbar und ökonomisch verwertbar gemacht. |
Das würde ich gerne Peter Zumthor (noch einmal) fragen:
Was ist die Funktion von einem Museum?
Architektonisch arbeitet er oft gerade gegen die Logik des blossen „Content-Containers“. Seine Museen versuchen:
- Atmosphäre zu erzeugen,
- Aufmerksamkeit zu verdichten,
- Wahrnehmung zu verlangsamen,
- Materialität spürbar zu machen,
- Präsenz statt Information herzustellen.
Aber genau darin wird die Frage spannend: Wird dadurch Musealisierung überwunden — oder ästhetisch perfektioniert? Denn auch die radikalste Architektur bleibt innerhalb derselben Operation:
- auswählen,
- stabilisieren,
- präsentieren.
Eine kurze Geschichte des Museums:
Das Museum entsteht nicht einfach aus Sammelleidenschaft.
Es entsteht, als eine Kultur beginnt, sich selbst historisch zu beobachten.
In rhätischen und alpinbarocken Kontexten wäre ein Museum kaum verständlich gewesen. Religion, Werkzeug, Ritual, Macht und Erinnerung waren nicht ausgestellt, sondern Teil des Vollzugs. Dinge hatten Funktion, nicht Bedeutung. Ein Kruzifix war keine „Kunst“. Eine Prozession kein „Brauchtum“. Eine Stube kein „Kulturerbe“.
Erst die Moderne trennt:
- Objekt und Gebrauch,
- Vergangenheit und Gegenwart,
- Betrachter und Vollzug.
Damit entsteht das Museum.
Das Museum kuratiert, konserviert und präsentiert. Es löst Dinge aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang heraus, stabilisiert sie gegen Zerfall und macht sie öffentlich sichtbar. Dadurch wird aus Religion Kulturerbe, aus Ritual Brauchtum, aus Konflikt Erinnerung und aus Macht Geschichte.
In der Spätmoderne verschiebt sich die Funktion erneut. Museen bewahren nicht nur Kultur — sie setzen Kultur ökonomisch in Wert. Geschichte wird Content. Ritual wird Event. Landschaft wird Kulisse. Erinnerung wird Wertschöpfung. „Kultur ist das neue Schnee.“
Und genau deshalb ist das Museum eine Schlüssel-Institution der Moderne:
Es erlaubt einer Gesellschaft, sich von ihrer Vergangenheit zu distanzieren, sie gleichzeitig zu besitzen — und aus dieser Distanz kulturelle, politische und ökonomische Gegenwart zu erzeugen.
Eine kleine Timeline:
ca. 3000 v. Chr. — Tempel, Gräber, Heiligtümer
Dinge bleiben eingebunden in Ritual, Macht und Kosmologie.
Antike — Schatzkammern, Reliquien, Beute
Sammlungen existieren, aber nicht als öffentliche Selbstbeobachtung einer Kultur.
Mittelalter / Alpinbarock — operative Welt
Religion, Werkzeug, Ritual und Erinnerung werden gelebt und vollzogen, nicht ausgestellt.
15.–17. Jahrhundert — Wunderkammern & Humanismus
Die Welt beginnt gesammelt, geordnet und vergleichbar zu werden.
18.–19. Jahrhundert — Geburt des modernen Museums
Nationalstaat, Aufklärung und Bürgertum machen Geschichte sichtbar, klassifizierbar und präsentierbar.
20. Jahrhundert — Museum als Bildungs- und Identitätsmaschine
Kultur wird konserviert, erklärt und öffentlich legitimiert.
Spätmoderne — Kultur wird ökonomisch in Wert gesetzt
Geschichte wird Content. Ritual wird Event. Erinnerung wird Wertschöpfung. „Kultur ist das neue Schnee.“
#commoroque (?) — Reaktivierung statt Musealisierung
Nicht mehr nur konservieren und präsentieren, sondern wieder gemeinsam erzeugen, benutzen und weiterentwickeln.
flache treppen im westen. hyperaffirmative kunst von koons. spinnige brücken. meine interpretation steht ;-) #twauto pic.twitter.com/j17iXjO5Kl
— dissent.is/███████ (@sms2sms) January 11, 2015
The Bilbao-Effect
Ja. Guggenheim Museum Bilbao wurde zum globalen Symbol dafür, dass Kultur nicht mehr bloss bewahrt, sondern infrastrukturell zur Stadt- und Standortentwicklung eingesetzt wird.
Der sogenannte „Bilbao-Effekt“ bedeutete:
Ein Museum sollte nicht mehr nur sammeln und präsentieren —
sondern:
- Tourismus erzeugen,
- Kapital anziehen,
- internationale Aufmerksamkeit bündeln,
- Immobilienwerte steigern,
- regionale Identität neu codieren,
- und ökonomische Transformation auslösen.
Damit verschob sich die Funktion des Museums fundamental.
Vorher:
Museum = kulturelle Gedächtnisinstitution.
Nach Bilbao:
Museum = Motor für Sichtbarkeit, Experience und Wertschöpfung.
Oder in deiner Logik:
Geschichte → Content
Landschaft → Kulisse
Gemeinschaft → Experience
Kultur → Standortfaktor
Und genau deshalb wurde Architektur plötzlich zentral:
Nicht nur die Sammlung zählt,
sondern das Museum selbst wird zum Bild, zur Marke, zum Event.
Nächster Titel
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Peter Brabeck: «Wenn wir Wasser keinen Wert einräumen, dann verschwenden wir es.»
Albert Lutz: «Wenn wir den Tönen im Tal keinen Wert einräumen, dann verschallen wir es.»
(so?)
Provokation ist nicht das Mittel der Wahl der #GenerationX, sondern jener davor (so?)
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Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?
Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…
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Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…
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Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Bekenntnis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Drama, (7) Tabu
Arbeitsform: Dokumentation, Listenbildung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019, Fotocredit: Charles Schnyder): Twitter, Wikipedia (Lemma), Youtube (aktuell), Soundcloud, Mastodon, Instagram (gesperrt), Snapchat, TikTok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exklusiv: speakerbooking.ch/sms2sms
About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)
Stefan M. Seydel, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialarbeiter und Künstler. Er machte nach einer Berufslehre als Hochbauzeichner einen Bachelor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Master in der gleichen Disziplin bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin. Seine überwiegend selbstständige Tätigkeit kreist um das Thema der Entwicklung und Realisierung von Pilot- und Impulsprojekten für renommierte Auftraggeberinnen.
Als Künstler hat er Ausstellungen und Performances auf internationaler Ebene präsentiert, darunter in der Royal Academy of Arts in London, dem Deutschen Historischen Museum in Berlin oder einer Einzelausstellung “Kunst Macht Probleme” in der Crypta Cabaret Voltaire, Birthplace of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kategorie Wissensvermittlung ausgezeichnet und hat diverse Ehrungen durch Webby Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhalten.
Stefan war Jury-Mitglied des Next Idea Prix Ars Electronica 2010 und war drei Jahre Mitglied der Schulleitung des Gymnasiums Kloster Disentis. Sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich der Information und Technologie haben ihm auch dabei geholfen, mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusammenzuarbeiten.
Sein Engagement im Bereich der freiwilligen Arbeit führte ihn in das Präsidium Internationaler Bodensee Club (Leitung Fachgruppe Wissenschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsident des von Paul Watzlawick initiierten P.E.N.-Club Liechtenstein. Seydel hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Bücher zusammen mit seiner Partnerin Tina Piazzi veröffentlicht, viele Kolumnen, Fachtexte und journalistische Texte publiziert.
Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblogging. In seinem Blog verarbeitet er seine Themen. Einige davon werden auf Anfragen zu lesbaren Texten vertieft, andere werden zu Vorträgen ausgebaut. Bei Carl Auer Verlag in Heidelberg, sammelt er “Elemente einer nächsten Kulturform”. Seine Entwicklungen im Kontext der sozialräumlichen Intervention (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beantwortung der Sozialen Frage.
Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in seiner zweiten Lebenshälfte vom Bodensee der Rheinquelle entgegen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr sogenannte Passadis und #Feedlogs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeetings an intentionalen Fragen in einem Lifestream. (so?) Text supported by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Stefan M. Seydel, Junius-Verlag Hamburg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

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