Die Funktion des Museums in der Kulturform der Moderne? #TheBilbaoEffect

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Anlass zu diesem Eintrag:

Kul­tur­formVer­hält­nis zur Ver­gan­gen­heitFunk­tion des Muse­ums
RhätischVer­gan­gen­heit bleibt Teil des gegen­wär­ti­gen Vol­lzugs.Kein Muse­um notwendig. Dinge bleiben einge­bun­den in Gebrauch, Rit­u­al, Land­schaft und Erin­nerung.
Alpin­barockVer­gan­gen­heit wird litur­gisch, geneal­o­gisch und sakral weit­erge­führt.Muse­al­isierung wäre kaum ver­ständlich. Wahrheit soll wirken, nicht betra­chtet wer­den.
Spät­mod­erneVer­gan­gen­heit wird gesam­melt, kon­serviert, erk­lärt und präsen­tiert.Das Muse­um wird zur Leitin­sti­tu­tion kul­tureller Selb­st­beobach­tung und Selb­stüber­höhung.
#com­moroqueVer­gan­gen­heit wird wieder oper­a­tiv, kol­lab­o­ra­tiv und sit­u­a­tiv anschlussfähig.Nicht mehr primär kon­servieren, son­dern reak­tivieren, remix­en, weit­er­führen.

Reli­gion → Kul­turerbe → Con­tent
Werkzeug → Tech­nikgeschichte → Inno­va­tion
Rit­u­al → Brauch­tum → Event
Kon­flikt → Erin­nerung → Sto­ry­telling
All­t­ag → Ausstel­lung → Expe­ri­ence
Macht → Geschichte → Gov­er­nance

Oder noch schär­fer:

Reli­gion → Kul­turerbe → Stan­dort­fak­tor
Sprache → Iden­tität → Marke
Land­schaft → Heimat → Kulisse
Gemein­schaft → Tra­di­tion → Expe­ri­ence
Erin­nerung → Geschichte → Wertschöp­fung

Summary/Spoiler/TL;DR

Die Funk­tion des Muse­ums in der Mod­erne? Das Muse­um erzeugt Dis­tanz.

Es tren­nt Prax­is von Betra­ch­tung, Gegen­wart von Ver­gan­gen­heit, Gebrauch von Bedeu­tung. Dadurch kann die Mod­erne frühere Kul­tur­for­men ord­nen, besitzen, erk­lären und ver­w­erten.

Aus der Per­spek­tive der näch­sten Kul­tur­form lautet die Diag­nose: Das Muse­um war die Mas­chine, mit der die Mod­erne ihre Vorgänger stillgestellt hat.

Oper­a­tionFunk­tionWas ermöglicht das?
KuratierenauswählenAus gelebter Wirk­lichkeit wird kul­turelle Rel­e­vanz.
Kon­servierenstill­stellenAus Vol­lzug wird bewahrbare Ver­gan­gen­heit.
Präsen­tierenzeigenAus Prax­is wird betra­cht­bare, legit­imier­bare, ver­w­ert­bare Kul­tur.

Die näch­ste Kul­tur­form fragt nicht mehr: Was soll bewahrt wer­den? Son­dern: Was muss wieder anschlussfähig wer­den?

Mod­erneNäch­ste Kul­tur­form
sam­melnverbinden
kon­servierenreak­tivieren
präsen­tierenzugänglich machen
erk­lärengemein­sam weit­er­führen
besitzenteilen
Geschichte zeigenHand­lung ermöglichen

Kurz­form:

Das Muse­um der Mod­erne macht aus lebendi­ger Kul­tur ökonomisch ver­w­ert­bare Ver­gan­gen­heit. Die näch­ste Kul­tur­form fragt, wie aus muse­al­isiert­er Ver­gan­gen­heit wieder gemein­same Prax­is wer­den kann.

bitte ver­ste­he diesen ein­trag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)

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Kuratieren — Konservieren — Präsentieren

Oper­a­tionWas ermöglicht das?
KuratierenAus unendlich­er Wirk­lichkeit wer­den kul­turell ver­w­ert­bare Unter­schiede aus­gewählt.
Kon­servierenDiese Unter­schiede wer­den sta­bil­isiert, his­torisiert und von ihrem ursprünglichen Vol­lzug getren­nt.
Präsen­tierenDie sta­bil­isierten Unter­schiede wer­den öffentlich sicht­bar, emo­tion­al kon­sum­ier­bar und ökonomisch ver­w­ert­bar gemacht.

Das würde ich gerne Peter Zumthor (noch einmal) fragen:

Was ist die Funk­tion von einem Muse­um?

Architek­tonisch arbeit­et er oft ger­ade gegen die Logik des blossen „Con­tent-Con­tain­ers“. Seine Museen ver­suchen:

  • Atmo­sphäre zu erzeu­gen,
  • Aufmerk­samkeit zu verdicht­en,
  • Wahrnehmung zu ver­langsamen,
  • Mate­ri­al­ität spür­bar zu machen,
  • Präsenz statt Infor­ma­tion herzustellen.

Aber genau darin wird die Frage span­nend: Wird dadurch Muse­al­isierung über­wun­den — oder ästhetisch per­fek­tion­iert? Denn auch die radikalste Architek­tur bleibt inner­halb der­sel­ben Oper­a­tion:

  • auswählen,
  • sta­bil­isieren,
  • präsen­tieren.

Eine kurze Geschichte des Museums:

Das Muse­um entste­ht nicht ein­fach aus Sam­mellei­den­schaft.
Es entste­ht, als eine Kul­tur begin­nt, sich selb­st his­torisch zu beobacht­en.

In rhätis­chen und alpin­barock­en Kon­tex­ten wäre ein Muse­um kaum ver­ständlich gewe­sen. Reli­gion, Werkzeug, Rit­u­al, Macht und Erin­nerung waren nicht aus­gestellt, son­dern Teil des Vol­lzugs. Dinge hat­ten Funk­tion, nicht Bedeu­tung. Ein Kruz­i­fix war keine „Kun­st“. Eine Prozes­sion kein „Brauch­tum“. Eine Stube kein „Kul­turerbe“.

Erst die Mod­erne tren­nt:

  • Objekt und Gebrauch,
  • Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart,
  • Betra­chter und Vol­lzug.

Damit entste­ht das Muse­um.

Das Muse­um kuratiert, kon­serviert und präsen­tiert. Es löst Dinge aus ihrem ursprünglichen Zusam­men­hang her­aus, sta­bil­isiert sie gegen Zer­fall und macht sie öffentlich sicht­bar. Dadurch wird aus Reli­gion Kul­turerbe, aus Rit­u­al Brauch­tum, aus Kon­flikt Erin­nerung und aus Macht Geschichte.

In der Spät­mod­erne ver­schiebt sich die Funk­tion erneut. Museen bewahren nicht nur Kul­tur — sie set­zen Kul­tur ökonomisch in Wert. Geschichte wird Con­tent. Rit­u­al wird Event. Land­schaft wird Kulisse. Erin­nerung wird Wertschöp­fung. „Kul­tur ist das neue Schnee.“

Und genau deshalb ist das Muse­um eine Schlüs­sel-Insti­tu­tion der Mod­erne:
Es erlaubt ein­er Gesellschaft, sich von ihrer Ver­gan­gen­heit zu dis­tanzieren, sie gle­ichzeit­ig zu besitzen — und aus dieser Dis­tanz kul­turelle, poli­tis­che und ökonomis­che Gegen­wart zu erzeu­gen.

Eine kleine Time­line:

ca. 3000 v. Chr. — Tem­pel, Gräber, Heiligtümer
Dinge bleiben einge­bun­den in Rit­u­al, Macht und Kos­molo­gie.

Antike — Schatzkam­mern, Reliquien, Beute
Samm­lun­gen existieren, aber nicht als öffentliche Selb­st­beobach­tung ein­er Kul­tur.

Mit­te­lal­ter / Alpin­barock — oper­a­tive Welt
Reli­gion, Werkzeug, Rit­u­al und Erin­nerung wer­den gelebt und vol­l­zo­gen, nicht aus­gestellt.

15.–17. Jahrhun­dert — Wun­derkam­mern & Human­is­mus
Die Welt begin­nt gesam­melt, geord­net und ver­gle­ich­bar zu wer­den.

18.–19. Jahrhun­dert — Geburt des mod­er­nen Muse­ums
Nation­al­staat, Aufk­lärung und Bürg­er­tum machen Geschichte sicht­bar, klas­si­fizier­bar und präsen­tier­bar.

20. Jahrhun­dert — Muse­um als Bil­dungs- und Iden­titäts­mas­chine
Kul­tur wird kon­serviert, erk­lärt und öffentlich legit­imiert.

Spät­mod­erne — Kul­tur wird ökonomisch in Wert geset­zt
Geschichte wird Con­tent. Rit­u­al wird Event. Erin­nerung wird Wertschöp­fung. „Kul­tur ist das neue Schnee.“

#com­moroque (?) — Reak­tivierung statt Muse­al­isierung
Nicht mehr nur kon­servieren und präsen­tieren, son­dern wieder gemein­sam erzeu­gen, benutzen und weit­er­en­twick­eln.

The Bilbao-Effect

Ja. Guggen­heim Muse­um Bil­bao wurde zum glob­alen Sym­bol dafür, dass Kul­tur nicht mehr bloss bewahrt, son­dern infra­struk­turell zur Stadt- und Stan­dor­ten­twick­lung einge­set­zt wird.

Der soge­nan­nte „Bil­bao-Effekt“ bedeutete:
Ein Muse­um sollte nicht mehr nur sam­meln und präsen­tieren —
son­dern:

  • Touris­mus erzeu­gen,
  • Kap­i­tal anziehen,
  • inter­na­tionale Aufmerk­samkeit bün­deln,
  • Immo­bilien­werte steigern,
  • regionale Iden­tität neu codieren,
  • und ökonomis­che Trans­for­ma­tion aus­lösen.

Damit ver­schob sich die Funk­tion des Muse­ums fun­da­men­tal.

Vorher:
Muse­um = kul­turelle Gedächt­nisin­sti­tu­tion.

Nach Bil­bao:
Muse­um = Motor für Sicht­barkeit, Expe­ri­ence und Wertschöp­fung.

Oder in dein­er Logik:

Geschichte → Con­tent
Land­schaft → Kulisse
Gemein­schaft → Expe­ri­ence
Kul­tur → Stan­dort­fak­tor

Und genau deshalb wurde Architek­tur plöt­zlich zen­tral:
Nicht nur die Samm­lung zählt,
son­dern das Muse­um selb­st wird zum Bild, zur Marke, zum Event.

Nächster Titel

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Peter Brabeck: «Wenn wir Wass­er keinen Wert ein­räu­men, dann ver­schwen­den wir es.»

Albert Lutz: «Wenn wir den Tönen im Tal keinen Wert ein­räu­men, dann ver­schallen wir es.»

(so?)

Provokation ist nicht das Mittel der Wahl der #GenerationX, sondern jener davor (so?)

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Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?

Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…

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Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…

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Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Beken­nt­nis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Dra­ma, (7) Tabu
Arbeits­form: Doku­men­ta­tion, Lis­ten­bil­dung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Ste­fan M. Sey­del, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Fest­spiel 1901″ (2019, Foto­cre­d­it: Charles Schny­der):  Twit­ter, Wikipedia (Lem­ma), Youtube (aktuell), Sound­cloud, Mastodon, Insta­gram (ges­per­rt), Snapchat, Tik­Tok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exk­lu­siv: speakerbooking.ch/sms2sms

About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)

Ste­fan M. Sey­del, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialar­beit­er und Kün­stler. Er machte nach ein­er Beruf­slehre als Hochbauze­ich­n­er einen Bach­e­lor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Mas­ter in der gle­ichen Diszi­plin bei Sil­via Staub-Bernasconi in Berlin. Seine über­wiegend selb­st­ständi­ge Tätigkeit kreist um das The­ma der Entwick­lung und Real­isierung von Pilot- und Impul­spro­jek­ten für renom­mierte Auf­tragge­berin­nen.

Als Kün­stler hat er Ausstel­lun­gen und Per­for­mances auf inter­na­tionaler Ebene präsen­tiert, darunter in der Roy­al Acad­e­my of Arts in Lon­don, dem Deutschen His­torischen Muse­um in Berlin oder ein­er Einze­lausstel­lung “Kun­st Macht Prob­leme” in der Cryp­ta Cabaret Voltaire, Birth­place of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kat­e­gorie Wis­sensver­mit­tlung aus­geze­ich­net und hat diverse Ehrun­gen durch Web­by Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhal­ten.

Ste­fan war Jury-Mit­glied des Next Idea Prix Ars Elec­tron­i­ca 2010 und war drei Jahre Mit­glied der Schulleitung des Gym­na­si­ums Kloster Dis­en­tis. Sein Wis­sen und seine Erfahrung im Bere­ich der Infor­ma­tion und Tech­nolo­gie haben ihm auch dabei geholfen, mit Sta­tis­tik Stadt Zürich und Wiki­me­dia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusam­men­zuar­beit­en.

Sein Engage­ment im Bere­ich der frei­willi­gen Arbeit führte ihn in das Prä­sid­i­um Inter­na­tionaler Bodensee Club (Leitung Fach­gruppe Wis­senschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsi­dent des von Paul Wat­zlaw­ick ini­ti­ierten P.E.N.-Club Liecht­en­stein. Sey­del hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Büch­er zusam­men mit sein­er Part­ner­in Tina Piazzi veröf­fentlicht, viele Kolum­nen, Fach­texte und jour­nal­is­tis­che Texte pub­liziert.

Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblog­ging. In seinem Blog ver­ar­beit­et er seine The­men. Einige davon wer­den auf Anfra­gen zu les­baren Tex­ten ver­tieft, andere wer­den zu Vorträ­gen aus­ge­baut. Bei Carl Auer Ver­lag in Hei­del­berg, sam­melt er “Ele­mente ein­er näch­sten Kul­tur­form”. Seine Entwick­lun­gen im Kon­text der sozial­räum­lichen Inter­ven­tion (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beant­wor­tung der Sozialen Frage.

Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in sein­er zweit­en Leben­shälfte vom Bodensee der Rhein­quelle ent­ge­gen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr soge­nan­nte Pas­sadis und #Feed­logs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeet­ings an inten­tionalen Fra­gen in einem Lifestream. (so?) Text sup­port­ed by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Ste­fan M. Sey­del, Junius-Ver­lag Ham­burg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

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