The #EndOfTheory is just the beginning of something else ;-)

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21. Juli 2026, zusam­men mit #chat­G­PT ent­stand fol­gen­des update:

END OF THEORY

Das «End of Theory» bestärkt das seit hundert Jahren gezeigte Ende der Kulturform der Moderne. Endlich.

Seit mehr als hun­dert Jahren arbeit­et die Mod­erne an ihrem eige­nen Ende.

Dada zer­legte 1916 in Zürich eine Ver­nun­ft, die sich im Ersten Weltkrieg als organ­isiert­er Wahnsinn vorge­führt hat­te. Wal­ter Sern­er schrieb nicht gegen die Mod­erne, als kön­nte man ihr von aussen eine bessere Ord­nung ent­ge­gen­hal­ten. Seine «Let­zte Lockerung» vol­l­zog ihre Auflö­sung bere­its in Sprache, Geste und Hal­tung. Die Avant­gar­den ver­war­fen Werk, Autor, Schön­heit, Fortschritt und bürg­er­liche Ern­sthaftigkeit. Später beschrieben die Kri­tis­che The­o­rie, der Post­struk­tu­ral­is­mus und die Post­mod­erne den Zusam­men­bruch des sou­verä­nen Sub­jek­ts, der grossen Erzäh­lun­gen und der Vorstel­lung ein­er einzi­gen, verbindlichen Ord­nung der Welt.

Spätestens Auschwitz ent­zog dem mod­er­nen Ver­sprechen von Ver­nun­ft, Wis­senschaft, Organ­i­sa­tion und Fortschritt jede Unschuld.

Zyg­munt Bau­man zeigte, dass der Holo­caust nicht als Rück­fall der mod­er­nen Zivil­i­sa­tion in vor­mod­erne Bar­barei ver­standen wer­den kann. Er wurde nicht bloss trotz Bürokratie, Arbeit­steilung, Wis­senschaft, Tech­nik und instru­menteller Ratio­nal­ität möglich. Er wurde auch durch sie möglich.

Auschwitz beze­ich­nete damit nicht ein­fach das Scheit­ern der Mod­erne.

Es beze­ich­nete einen Zivil­i­sa­tions­bruch inner­halb ihrer erfol­gre­ich­sten Ver­fahren.

Und den­noch blieb das Ende der Mod­erne The­o­rie.

Es wurde in Man­i­festen verkün­det, in Büch­ern begrün­det, in Uni­ver­sitäten disku­tiert und in immer neuen Begrif­f­en expliziert. Noch die radikalsten Kri­tiken erfüll­ten die zen­trale Forderung jen­er Kul­tur­form, deren Ende sie beschrieben: Sie mussten unter­schei­den, beobacht­en, argu­men­tieren, bele­gen und pub­lizieren.

Das Ende der Mod­erne blieb eine The­o­rie der Mod­erne.

Erst der Com­put­er verän­dert diese Lage.

Eine wissenschaftlich zweifelhafte, kulturtheoretisch treffende These

Im Juni 2008 veröf­fentlichte Chris Ander­son, damals Chefredak­tor des Mag­a­zins Wired, den Essay «The End of The­o­ry».

Die wach­senden Daten­men­gen, so seine These, kön­nten den wis­senschaftlichen Umweg über Hypothe­sen, Mod­elle und kausale Erk­lärun­gen über­flüs­sig machen. Kor­re­la­tio­nen wür­den genü­gen. Wis­senschaft könne voran­schre­it­en, ohne die beobachteten Zusam­men­hänge the­o­retisch erk­lären zu müssen.

Als wis­senschaft­s­the­o­retis­che Behaup­tung war das leicht angreif­bar.

Dat­en wer­den nicht ohne Voraus­set­zun­gen erhoben. Kor­re­la­tio­nen wer­den nicht ohne Mod­elle erkan­nt. Schon die Entschei­dung, was über­haupt als Dat­en gilt, set­zt eine Unter­schei­dung voraus. Ander­son hat­te das Ende der The­o­rie verkün­det und dafür eine The­o­rie for­muliert.

Ger­ade diese Naiv­ität kön­nte jedoch den Blick auf die kul­tur­the­o­retis­che Bedeu­tung seines Textes ver­stellt haben.

Ander­son hat­te nicht das Ende aller The­o­rien ent­deckt.

Er hat­te beobachtet, dass the­o­retis­che Erk­lärung keine notwendi­ge Voraus­set­zung mehr dafür ist, dass Daten­ver­ar­beitung oper­a­tiv wirk­sam wird.

Das ist etwas anderes.

Und es ist weit radikaler.

The­o­rie war nicht die natür­liche Form des Wis­sens.

The­o­rie war eine his­torisch spez­i­fis­che Form im Umgang mit Dat­en, Infor­ma­tio­nen und Wis­sen.

Die Kulturform der Explikation

Die Mod­erne lässt sich als Kul­tur­form der Exp­lika­tion beschreiben.

Nichts soll gel­ten, nur weil es über­liefert wurde. Nichts soll wahr sein, weil eine Autorität es verkün­det. Nichts soll sich der Beobach­tung entziehen, indem es sich auf Geheimwis­sen, göt­tliche Offen­barung, gesellschaftlichen Rang oder per­sön­liche Herkun­ft beruft.

Was gel­ten will, muss expliziert wer­den.

Es muss beze­ich­net, unter­schieden, beschrieben, begrün­det, über­prüft, kri­tisiert und rev­i­diert wer­den kön­nen.

Die mod­erne Wis­senschaft, der mod­erne Rechtsstaat, die mod­erne Uni­ver­sität und die mod­er­nen Pro­fes­sio­nen sind Insti­tu­tion­al­isierun­gen dieser Forderung.

Dat­en, Infor­ma­tio­nen und Wis­sen wer­den dabei zunehmend von bes­timmten Kör­pern und Per­so­n­en abgelöst. Eine Aus­sage soll nicht wahr sein, weil Aris­tote­les, der Papst oder ein Pro­fes­sor sie aus­ge­sprochen hat. Sie soll unab­hängig von Rang und Namen nachvol­l­zo­gen wer­den kön­nen.

Die Aufre­gung akademis­ch­er Insti­tu­tio­nen über das Wiki war deshalb von Beginn weg unfrei­willig komisch.

Ward Cun­ning­ham hat­te 1995 eine Infra­struk­tur geschaf­fen, in der Texte gemein­schaftlich geschrieben, verän­dert, verknüpft und kor­rigiert wer­den kon­nten. Autorschaft ver­lor an Bedeu­tung. Die Oper­a­tio­nen am Text wur­den sicht­bar. Wis­sen wurde nicht mehr zwin­gend ein­er aus­geze­ich­neten Per­son zugerech­net, son­dern einem offe­nen Prozess.

Wer aber hat­te die Ablö­sung des Wis­sens von Kör­p­er, Herkun­ft und Autorität ver­langt?

Wer hat­te Trans­parenz, Nach­prüf­barkeit und Kri­tik zum Massstab erhoben?

Das Wiki griff die Uni­ver­sität nicht von aussen an.

Es führte ihre eige­nen Forderun­gen kon­se­quenter aus, als ihre Insti­tu­tio­nen es ertru­gen.

Mit dem Com­put­er geschieht nun das­selbe auf der Ebene der Erken­nt­nis.

Drei Operationen

Die erken­nt­nis­the­o­retis­chen Axiome der Mod­erne lassen sich auf drei ele­mentare Oper­a­tio­nen reduzieren:

  • Men­schen kön­nen nicht nicht unter­schei­den.
  • Men­schen kön­nen nicht nicht beobacht­en.
  • Men­schen kön­nen nicht nicht han­deln.

Unter­schei­den ist bere­its Han­deln, bloss nicht so ver­schwitzt.

Eine Unter­schei­dung erzeugt eine Dif­ferenz. Eine Beobach­tung beze­ich­net eine Seite dieser Dif­ferenz. Eine Hand­lung set­zt eine Auswahl fort und verän­dert damit die Bedin­gun­gen weit­er­er Oper­a­tio­nen.

Diese Axiome beschreiben nicht die Welt.

Sie beschreiben, wie ein men­schlich­er Organ­is­mus für wahr nimmt.

Der Radikale Kon­struk­tivis­mus erhebt damit nicht den Anspruch, die Wirk­lichkeit abzu­bilden. Er expliziert die Bedin­gun­gen, unter denen Men­schen über­haupt etwas als Wirk­lichkeit her­vor­brin­gen kön­nen.

Auch Dat­en sind unter diesen Bedin­gun­gen nicht ein­fach vorhan­den.

Etwas wird als Dat­en unter­schieden. Eine inten­tionale Frage entschei­det, welche Unter­schiede infor­ma­tiv wer­den. Ein Mod­ell ord­net Infor­ma­tio­nen so, dass sie als Wis­sen ver­wen­det wer­den kön­nen.

  • Dat­en sprechen nicht.
  • Zahlen fall­en nicht vom Him­mel.
  • Mod­elle wer­den gemacht.

Die Logik der Disziplinen

Die ver­schiede­nen Diszi­plinen organ­isieren ihren Umgang mit Dat­en, Infor­ma­tio­nen und Wis­sen anhand ihrer inten­tionalen Fra­gen.

Zur Medi­zin kom­men Men­schen mit Beschw­er­den. Die Medi­zin entwick­elt Mod­elle, mit denen sie diese Beschw­er­den beobacht­en, diag­nos­tizieren und behan­deln kann.

An das Recht wen­den sich Men­schen, Grup­pen und Insti­tu­tio­nen, die wis­sen wollen, was gilt. Die Jurispru­denz über­set­zt Kon­flik­te in rechtlich entschei­d­bare Fra­gen.

Math­e­matik, Physik und Chemie erzeu­gen for­male Mod­elle, Messver­fahren und kon­trol­lierte Ver­such­sanord­nun­gen. Sie unter­schei­den ihre Gegen­stände so, dass bes­timmte Rela­tio­nen berechen­bar und bes­timmte Wirkun­gen repro­duzier­bar wer­den.

Keine dieser Diszi­plinen übern­immt ein­fach einen bere­its fer­tig vor­liegen­den Auss­chnitt der Welt.

Jede kon­stru­iert ihren Prob­lemge­gen­stand im Hin­blick auf bes­timmte Fra­gen und mögliche Oper­a­tio­nen.

Auch die Sozi­olo­gie tut dies.

Sie hat sich, wie bere­its ihr Name zeigt, die Logik des Sozialen zum Gegen­stand gemacht.

Niklas Luh­mann fand dafür einen fol­gen­re­ichen the­o­retis­chen Kniff. Er unter­schied Maschi­nen, Organ­is­men, psy­chis­che Sys­teme und soziale Sys­teme. Sie repro­duzieren ihre eige­nen Oper­a­tio­nen und bleiben füreinan­der Umwelt.

Seine The­o­rie konzen­tri­erte sich nicht auf den Men­schen als Ein­heit aus Kör­p­er, Bewusst­sein und Gesellschaft, son­dern auf die Eigen­logik sozialer Kom­mu­nika­tion.

Diese vier Ebe­nen erscheinen bere­its 1984 in «Soziale Sys­teme». Die vierte Ebene beze­ich­nete Luh­mann zunächst als Maschi­nen, später als Com­put­er. Er räumte dabei wieder­holt ein, von Com­put­ern wenig zu ver­ste­hen.

Ger­ade diese vierte Ebene sollte sich als entschei­dend erweisen.

#TheLuhmannMap

#TheLuh­man­n­Map verdichtet die vier Real­i­sa­tio­nen autopoi­etis­ch­er Sys­teme:

  • #bio
  • #psy
  • #soc
  • #cyb

Die Map behauptet nicht, dass die Welt aus vier Abteilun­gen beste­ht.

Sie ermöglicht der Sozi­olo­gie, ihren Prob­lemge­gen­stand klar einzuhe­gen.

Sie fokussiert auf #soc.

Kör­p­er, Bewusst­sein und Com­put­er ver­schwinden dadurch nicht. Sie wer­den aus der Per­spek­tive des Sozialen als Umwelt beobachtet.

Die Sozi­olo­gie muss nicht erk­lären, wie ein Organ­is­mus Stoff wech­selt, wie Bewusst­sein Gedanken erzeugt oder wie ein Com­put­er seine Oper­a­tio­nen aus­führt. Sie kann beobacht­en, wie soziale Kom­mu­nika­tion Kör­p­er, Per­so­n­en, Insti­tu­tio­nen, Maschi­nen und Ereignisse beze­ich­net und an sie anschliesst.

Damit kann sie zugle­ich eine entschei­dende Behaup­tung for­mulieren:

Das Soziale ist kontin­gent.

Es ist, wie es ist.

Aber es kön­nte auch anders sein.

Das letzte Selbstporträt der Moderne

#TheLuh­man­n­Map ist nicht ewig wahr.

Sie ist die kon­se­quenteste Exp­lika­tion der Erken­nt­nis­ar­chitek­tur der Buch­druck­mod­erne.

Ger­ade deshalb wird sie im Über­gang zur Com­put­erkul­tur wertvoll.

Sie unter­schei­det nicht nur vier Real­i­sa­tio­nen autopoi­etis­ch­er Sys­teme. Sie kon­stel­liert diese zugle­ich in vier Kul­tur­for­men:

  • Sprachkul­tur.
  • Schriftkul­tur.
  • Buch­druck­kul­tur.
  • Com­put­erkul­tur.

Jede dieser Kul­tur­for­men erzeugt andere Bedin­gun­gen dafür, wie unter­schieden, beobachtet und gehan­delt wer­den kann. Sie verän­dert, wie Dat­en erzeugt, Infor­ma­tio­nen ver­bre­it­et, Wis­sen legit­imiert und Entschei­dun­gen zugerech­net wer­den. #TheLuh­man­n­Map beschreibt deshalb nicht bloss ver­schiedene Sys­teme. Sie kon­stel­liert ver­schiedene Erken­nt­n­is­for­men.

Was inner­halb der Buch­druck­mod­erne als uni­verselle Bedin­gung vernün­ftiger Erken­nt­nis erscheint, kann aus der näch­sten Kul­tur­form als beson­dere Lösung eines ver­gan­genen Medi­en­prob­lems sicht­bar wer­den.

Damit wird selb­st Erken­nt­nis­the­o­rie his­torisch.

Die Maschinen der Moderne

Ein klas­sis­ch­er Com­put­er operiert weit­er­hin binär. Er unter­schei­det 0 und 1. Aber acht Bits kön­nen bere­its 256 unter­schiedliche Zustände codieren. 64 Bits ermöglichen 2⁶⁴ Kon­stel­la­tio­nen. Der kul­tur­the­o­retis­che Bruch beste­ht nicht darin, dass der Com­put­er das Binäre ver­lassen hätte. Er beste­ht darin, dass die Her­stel­lung, Kom­bi­na­tion und Ver­ar­beitung von Unter­schei­dun­gen nicht länger an die Wahrnehmungs- und Ver­ar­beitungska­paz­ität eines men­schlichen Organ­is­mus gebun­den ist.

  • Com­put­er kön­nen mehr Unter­schei­dun­gen schneller miteinan­der ver­schal­ten, als ein Men­sch beobacht­en kann.
  • Sie kön­nen Muster selek­tieren, Sim­u­la­tio­nen durch­führen, Prog­nosen erzeu­gen und weit­ere Oper­a­tio­nen aus­lösen, ohne dass ein men­schlich­es Bewusst­sein jeden einzel­nen Schritt nachvol­lzieht.
  • Sie müssen dafür nicht ver­ste­hen.

Ger­ade darin liegt der Punkt.

Die Mod­erne hat­te voraus­ge­set­zt, dass eine ratio­nale Oper­a­tion in eine für Men­schen nachvol­lziehbare Form über­führt wer­den müsse. Sie entwick­elte dafür The­o­rie, Math­e­matik, Mod­elle, Beweise, Büch­er, Diszi­plinen und Uni­ver­sitäten. Der Com­put­er kann oper­a­tiv wirk­sam wer­den, ohne seine Oper­a­tio­nen zuvor als men­schlich nachvol­lziehbares Wis­sen zu for­mulieren.

Damit wird nicht bloss die The­o­rie kontin­gent. Kontin­gent wird das Wis­sen als notwendi­ge Zwis­chen­stufe zwis­chen Dat­en und Wirkung.

Auch Mathematik war bloss eine Form

Das gilt eben­so für die Math­e­matik.

Math­e­matik ist selb­stver­ständlich älter als die Mod­erne. His­torisch spez­i­fisch ist jedoch die mod­erne Erhe­bung der Math­e­matik zur priv­i­legierten Sprache ver­lässlich­er Wel­terken­nt­nis.

  • Zahlen liegen nicht in der Natur herum.
  • Formeln fall­en nicht vom Him­mel.

Math­e­matik ist ein erzeugtes Zeichen­sys­tem, mit dem Rela­tio­nen for­mal­isiert und Oper­a­tio­nen repro­duzier­bar gemacht wer­den kön­nen. Ihre ausseror­dentliche Leis­tungs­fähigkeit beweist nicht, dass die Welt math­e­ma­tisch ist. Sie beweist, dass sich Welt mit math­e­ma­tis­chen Zeichen ausseror­dentlich wirk­sam bear­beit­en lässt.

Eine Brücke hält nicht, weil die Zahl der Wirk­lichkeit näher wäre als andere Zeichen.

Sie hält, weil Las­ten, Mate­ri­alien, Geome­trien, Tem­per­a­turen und Bau­ver­fahren in ein Mod­ell über­führt wur­den, das bes­timmte Oper­a­tio­nen ermöglicht und andere auss­chliesst. Die Mod­erne ver­wech­selte die Wirk­samkeit ihrer Ver­fahren zunehmend mit deren ontol­o­gis­ch­er Wahrheit.

Sie sagte nicht nur:

  • Mit Math­e­matik kön­nen wir bes­timmte Rela­tio­nen erfol­gre­ich bear­beit­en. Sie war ver­sucht zu sagen: Die Welt ist math­e­ma­tisch.

Sie sagte nicht nur:

  • Wis­senschaft ist ein leis­tungs­fähiges Ver­fahren zur Erzeu­gung über­prüf­bar­er Aus­sagen. Sie war ver­sucht zu sagen: Wis­senschaft ist der priv­i­legierte Zugang zur Wirk­lichkeit.

Sie sagte nicht nur:

  • The­o­rie ist eine Form, Infor­ma­tio­nen zu ord­nen. Sie war ver­sucht zu sagen: Ohne The­o­rie gibt es kein vernün­ftiges Wis­sen.

Die Com­put­erkul­tur macht diese Ver­wech­slun­gen sicht­bar.

Auschwitz und die Rationalität der Moderne

Der Holo­caust hat­te den Fortschritts­glauben der Mod­erne bere­its moralisch und his­torisch zer­stört. Zyg­munts Bau­mans Analyse radikalisierte diesen Befund:

Die Ver­nich­tung wurde nicht von ein­er vor­mod­er­nen Horde gegen die Insti­tu­tio­nen der Zivil­i­sa­tion vol­l­zo­gen. Sie wurde bürokratisch organ­isiert, arbeit­steilig durchge­führt, tech­nisch opti­miert, wis­senschaftlich legit­imiert und admin­is­tra­tiv ver­wal­tet.

Die mod­erne Ratio­nal­ität ver­hin­derte das Ver­brechen nicht. Sie stellte ihm Ver­fahren zur Ver­fü­gung. Damit kon­nte Auschwitz nicht länger als Aus­nahme ausser­halb der Mod­erne behan­delt wer­den. Es musste als eine ihrer Möglichkeit­en begrif­f­en wer­den.

Der von Dan Din­er geprägte Begriff des #Zivil­i­sa­tions­bruchs beze­ich­net genau diese Unmöglichkeit, nach Auschwitz die Voraus­set­zun­gen von Ver­nun­ft, Fortschritt, Wis­senschaft und gesellschaftlich­er Ord­nung unge­brochen weit­erzuführen.

Und doch blieb auch diese Diag­nose an The­o­rie gebun­den. Sie musste argu­men­tiert, geschrieben, pub­liziert, disku­tiert und tradiert wer­den. Die Mod­erne kon­nte noch ihren Zivil­i­sa­tions­bruch in ihre eigene Form zurück­über­set­zen.

Sie machte ihn zum Gegen­stand ein­er The­o­rie.

Walter Serner und die letzte Lockerung

Wal­ter Sern­er hat­te die Lockerung dieser Kul­tur­form bere­its früher vol­l­zo­gen.

Seine Texte liefer­ten keine sys­tem­a­tis­che The­o­rie des Endes der Mod­erne. Ger­ade darin lag ihre Präzi­sion. Sie lösten Hal­tung, Wahrheit, Autorschaft, Moral und bürg­er­liche Iden­tität in Stil, Pose, Regel, Täuschung und Zirku­la­tion auf. Sern­er erk­lärte nicht, warum die mod­erne Ord­nung zer­fiel. Er schrieb bere­its aus ihrer Lockerung her­aus. Dada war deshalb nicht bloss eine Kri­tik an der Mod­erne. Es war eine frühe Oper­a­tion ihrer Auflö­sung. Doch auch Dada blieb auf Man­i­fest, Druck, Öffentlichkeit, Autor und Skan­dal angewiesen. Es kon­nte die Buch­druck­kul­tur ver­w­er­fen. Es kon­nte sie nicht ver­lassen.

Nicht das Ende des Denkens

«End of The­o­ry» bedeutet nicht, dass keine The­o­rien mehr geschrieben wer­den. Auch Büch­er, Uni­ver­sitäten, Math­e­matik und Wis­senschaft wer­den nicht ver­schwinden. Kul­tur­for­men ver­schwinden nicht, wenn eine näch­ste Kul­tur­form entste­ht.

  • Sprache ver­schwand nicht durch die Schrift.
  • Schrift ver­schwand nicht durch den Buch­druck.
  • Büch­er ver­schwinden nicht durch Com­put­er.

Aber die jew­eils ältere Form ver­liert ihre gesellschaftliche Zen­tral­stel­lung. Sie wird von der selb­stver­ständlichen Voraus­set­zung zu ein­er Möglichkeit unter anderen. The­o­rie war eine spez­i­fis­che Form der Buch­druck­kul­tur, Dat­en, Infor­ma­tio­nen und Wis­sen in eine für Men­schen nachvol­lziehbare Ord­nung zu brin­gen.

  • Math­e­matik war eine spez­i­fis­che Form, Rela­tio­nen mit erfun­de­nen Zeichen oper­a­tiv zu sta­bil­isieren.
  • Wis­senschaft war eine spez­i­fis­che insti­tu­tionelle Form, Beobach­tun­gen zu prüfen, zu legit­imieren und zu pub­lizieren.
  • Diszi­plinen waren eine spez­i­fis­che Form, inten­tionale Fra­gen, Meth­o­d­en und Zuständigkeit­en zu organ­isieren.
  • Autorschaft war eine spez­i­fis­che Form, Wis­sen einzel­nen Per­so­n­en zuzurech­nen.
  • Erk­lärung war eine spez­i­fis­che Form, Wirk­samkeit als ratio­nal auszuweisen.

Keine dieser For­men war beliebig. Keine war unnütz. Keine war ein Irrtum.

Aber keine war ewig.

Das Ende, endlich

Seit hun­dert Jahren zeigt die Mod­erne ihr Ende: Dada, Auschwitz, Kri­tis­che The­o­rie, Post­struk­tu­ral­is­mus und Post­mod­erne haben ihre Wider­sprüche, Auss­chlüsse und Selb­st­täuschun­gen offen­gelegt.

Doch sie tat­en es in der Form der Kri­tik. Sie blieben damit Oper­a­tio­nen jen­er Kul­tur­form, deren Ende sie verkün­de­ten. Sie liefer­ten der Mod­erne immer neue Möglichkeit­en, sich selb­st zu explizieren. Der Com­put­er wider­legt die Mod­erne nicht.

  • Er kri­tisiert sie nicht.
  • Er ver­fasst kein Man­i­fest gegen sie.
  • Er operiert.

Darin liegt der Unter­schied.

Die Kul­tur­form der Mod­erne wird nicht durch ihre Geg­n­er been­det. Sie wird von ihren eige­nen Meth­o­d­en und ihren eige­nen Maschi­nen unter­laufen. Sie ver­langte die Exp­lika­tion des Impliziten. Sie machte Beobach­tun­gen über­prüf­bar, Wis­sen über­trag­bar und Oper­a­tio­nen repro­duzier­bar. Schliesslich entwick­elte sie Maschi­nen, die diese Oper­a­tio­nen aus­führen kön­nen, ohne auf jene Erken­nt­n­is­for­men angewiesen zu sein, mit denen Men­schen sie bish­er begrün­det haben.

Das «End of The­o­ry» bestärkt deshalb das seit hun­dert Jahren gezeigte Ende der Kul­tur­form der Mod­erne.

Endlich ist dieses Ende nicht mehr bloss eine weit­ere The­o­rie.

Die drei Ebenen der Axiome

Unsere drei Ebe­nen gehören noch voll­ständig zur Kul­tur­form der Mod­erne.

Auf der ersten Ebene expliziert der Radikale Kon­struk­tivis­mus, wie men­schliche Organ­is­men für wahr nehmen:

  • Sie kön­nen nicht nicht unter­schei­den, beobacht­en und han­deln.

Auf der zweit­en Ebene expliziert #TheLuh­man­n­Map die Erken­nt­nis­ar­chitek­tur, mit der die Sozi­olo­gie ihren Gegen­stand ein­gren­zt:

vier Real­i­sa­tio­nen autopoi­etis­ch­er Sys­teme und vier Kul­tur­for­men, die einan­der kon­stel­lieren.

Auf der drit­ten Ebene expliziert #TheS­taub­Ber­nascon­i­Ma­trix, wie die Kontin­genz des Sozialen bear­beit­et wer­den kann:

  • durch die Beobach­tung von Anord­nung, Zugang, Legit­i­ma­tion und Durch­set­zung.

Diese Axiome begrün­den keine ewige The­o­rie der Welt. Sie führen die Forderung der Mod­erne nach Exp­lika­tion so kon­se­quent durch, dass deren eigene Voraus­set­zun­gen sicht­bar wer­den. Darin liegt ihre Bedeu­tung für die näch­ste Kul­tur­form:

  • The­o­rie war nicht die natür­liche Form der Wahrheit.
  • Math­e­matik war nicht die Mut­ter­sprache der Welt.
  • Wis­senschaft war nicht die Ver­nun­ft selb­st.

Sie waren grossar­tige Erfind­un­gen ein­er Kul­tur­form, die alles explizieren musste.

Die Com­put­erkul­tur begin­nt dort, wo Wirkung nicht mehr auf Exp­lika­tion wartet.

#End­OfThe­o­ry

https://dissent.is/EndOfTheory

Quellen und Anschlussstellen

Chris Ander­son: The End of The­o­ry. Wired, 23. Juni 2008.

https://www.wired.com/2008/06/pb-theory/

Niklas Luh­mann: Soziale Sys­teme. Grun­driss ein­er all­ge­meinen The­o­rie. Suhrkamp, Frank­furt am Main 1984.

https://www.suhrkamp.de/buch/niklas-luhmann-soziale-systeme-t-9783518282663

Niklas Luh­mann: Die Gesellschaft der Gesellschaft. Suhrkamp, Frank­furt am Main 1997.

https://www.suhrkamp.de/buch/niklas-luhmann-die-gesellschaft-der-gesellschaft-t-9783518289600

Dirk Baeck­er: Stu­di­en zur näch­sten Gesellschaft. Suhrkamp, Frank­furt am Main 2007.

https://www.suhrkamp.de/buch/dirk-baecker-studien-zur-naechsten-gesellschaft-t-9783518294567

Wal­ter Sern­er: Let­zte Lockerung. man­i­fest dada. Han­nover 1920.

https://sdrc.lib.uiowa.edu/dada/Letzte_Lockerung/index.htm

Wal­ter Sern­er: Let­zte Lockerung. Ein Hand­bre­vi­er für Hochsta­pler und solche, die es wer­den wollen. Berlin 1927.

https://d‑nb.info/109646831X/34

Zyg­munt Bau­man: Moder­ni­ty and the Holo­caust. Poli­ty Press, Cam­bridge 1989.

https://www.wiley.com/en-us/Modernity+and+the+Holocaust-p-9780745606859

Zyg­munt Bau­man: Dialek­tik der Ord­nung. Die Mod­erne und der Holo­caust. Europäis­che Ver­lagsanstalt, Ham­burg 1992.

https://search.worldcat.org/title/75265298

Dan Din­er (Hg.): Zivil­i­sa­tions­bruch. Denken nach Auschwitz. Fis­ch­er Taschen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 1988.

https://search.worldcat.org/de/title/zivilisationsbruch-denken-nach-auschwitz/oclc/20168648

Ward Cun­ning­ham: Wiki­Wiki­Web.

https://wiki.c2.com/

Thread über das neuste Buch von Dirk Baeck­er: Dig­i­tal­isierung M/ein Blog ist m/ein Karten­raum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man pub­liziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreib­stand | warum ich nicht pub­liziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.

  • wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
  • wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
  • wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
  • wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an exper­tisen.

die ganze playlist auf WikiDienstag.ch | abon­niere kosten­los den What­sApp-chan­nel #Lav­inaN­era treis

work in progress

reload für aktuellen arbeits­stand

Anlass zu diesem Eintrag:

dieser wun­der­schöne film (Play­Su­isse) — ok. ich bin erst bei Minute 30 — hat mich dazu angeregt, ein­mal mehr meine verzettel­ten Zetteln zu sortieren… obwohl ich mir so fest vorgenom­men habe, nichts mehr dazu zu machen und mich ganz auf konkrete umset­zung­spro­jek­te zu fokussieren:

2030.AutarikieIndex.org | #The­Jo­han­nRitz­Clus­ter | #Sogn­Valentin | Kartof­feln & Block­hain | dissent.is/muster

2008 hat @chr1sa The End of The­o­ry noch als chefredak­tor von WIRED ver­fasst. nach­her hat er drohnen gebaut. heute ist er ein nerd bezüglich autonom rasenden auto­mat­en… ich kann das mega gut nachvol­lziehen… aber als sozialar­beit­er, ein arbeit­er am sozialen, nicht an kör­pern, nicht an psy­chen und nicht an sachen, ha!ha!habe ich genug ras­ante hob­bies, welche mein leben fröh­lich an aktuellen her­aus­forderun­gen arbeit­en lassen. (so?)

Eine The­o­rie von Allem, fällt mit dem Ende der The­o­rie zusam­men. Das ist für sys­temthe­o­retis­che Zugänge selb­stre­dend.

Die Kom­ple­men­tar­ität von ((Kompliziert)Komplex)

  • Kom­pliziert: lin­ear-kausal-deter­min­is­tisch (Natur­wis­senschaften)
  • Kom­plex: prozes­su­al-sys­temisch-dynamisch (Sozial­wis­senschaften)

Der Film — Eine The­o­rie von Allem — erzählt von der Zeit, wie die Physik (Natur­wis­senschaften) aus dem Traum der Kom­pliziertheit gepurzelt ist. Dirk Baeck­er (Sozial­wis­senschaften) schrieb 1997 in “die Zeit” ein “Ein Schluß­wort zur Debat­te um Alan Sokals Wis­senschaftss­chwindel”:

“Iro­nis­cher­weise mußten wir jedoch abwarten, bis die Natur­wis­senschaften nachge­zo­gen hat­ten, um auch in den Sozial­wis­senschaften von Kom­plex­ität und Chaos reden zu kön­nen.”

Dirk Baeck­er, 1997

Was damit ange­fan­gen hat? Eine drama­tisch grosse QUALi­tion der gewalt­bere­it Mächti­gen in ihrer aggres­siv­en Gegen­wehr vom Machtver­lust… Ich selb­st nan­nte diese Grup­pen in der NZZ vom April 2020: “Die Dick­häuter

  • Warum sollte Poli­tik zugeben, dass es auch noch ganz andere Ideen gibt, wie “der Kon­sens zur Uneinigkeit” (Mani Mat­ter) aus­ge­tra­gen wer­den kön­nte?
  • Warum sollte Wis­senschaft zugeben, dass die Her­stel­lung von Wis­sen, auch ausser­halb der Uni­ver­sität, möglich ist?
  • Warum sollte Wirtschaft zugeben, dass ganz her­vor­ra­gende Pro­duk­te, ganz ohne Geld, hergestellt wer­den kön­nen?
  • Warum soll­ten Massen­me­di­en zugeben, dass robuste, rel­e­vante, infor­ma­tive Infor­ma­tio­nen ganz ohne ihre Ver­mit­tlungstätigkeit zugänglich sind?
  • Warum soll­ten die Kün­ste zugeben, dass im Inter­netz über­raschen­dere, provozieren­dere und faszinierende Kri­tik in den Diskurs getra­gen wird?
  • Warum soll­ten Bil­dungsin­sti­tu­tio­nen aller Stufen zugeben, dass Ler­nen und Lehren jen­seits von Jahrgangsklassen möglich ist?

Summary/Spoiler/TL;DR

End of The­o­ry.

Nicht das Ende von Denken.
Nicht das Ende von The­o­rie.
Son­dern das Ende ein­er bes­timmten Unter­schei­dung.

Die Kul­tur­form der Mod­erne lebte von ((Theorie)Praxis).
Sie kon­nte analysieren, kri­tisieren, erk­lären – und danach han­deln.
The­o­rie oben. Prax­is unten.
Erken­nt­nis hier. Umset­zung dort.

Das funk­tion­ierte, solange die Welt als kom­pliziert galt.
Kom­pliziert heisst: zer­leg­bar, berechen­bar, tech­nisch beherrschbar.
Inge­nieurslogik.

Dann kam die Kom­plex­ität.
Nicht als Mod­e­wort.
Son­dern als Ein­sicht: Sys­teme operieren selb­stre­f­er­en­tiell.
Kom­mu­nika­tion kom­mu­niziert.
Han­deln ist beobachtete Kom­mu­nika­tion.
Zurech­nung ist eine Oper­a­tion im Sozialen.

In diesem Moment kol­la­biert ((Theorie)Praxis).
Warum?

Weil The­o­rie selb­st Prax­is ist.
Weil Beobach­tung Ein­griff ist.
Weil jede Beschrei­bung Anschluss pro­duziert.

Reen­try.

((Unterscheiden)Beobachten)
wird zurück­ge­führt in sich selb­st.
Han­deln ist diese Rück­führung.

The­o­rie ist nicht ausser­halb.
Sie ist Oper­a­tion im Sys­tem.

Wenn nun Baeck­er „Dig­i­tal­isierung“ durch­stre­icht, dann ist das nicht nur feuil­leton­fähig.
Es markiert genau diese Bewe­gung:
Der Begriff beze­ich­net nicht einen Gegen­stand, son­dern eine Oper­a­tion.
Eine struk­turelle Kop­plung.
Ein Medi­en­wech­sel.

Aber:

Solange Macht nicht mit­beobachtet wird, bleibt es halbfer­tig.

Hier kommt die Matrix ins Spiel.
Nicht als Moral, son­dern als Beobach­tungsraster.

Anord­nung.
Zugang.
Legit­i­ma­tion.
Durch­set­zung.

Im kontin­gen­ten Feld des Sozialen.

End of The­o­ry heisst dann:

The­o­rie kann sich nicht mehr als über­ge­ord­netes Reflex­ion­s­medi­um behaupten.
Sie wird zu ein­er Prax­is unter anderen.
Eine Prax­is der Kon­stel­la­tion.

Und genau hier begin­nt #com­moroque.

Nicht als Utopie.
Son­dern als näch­ste Kul­tur­form, die
Kom­plex­ität nicht nur akzep­tiert,
son­dern kom­ple­men­tär organ­isiert.

Nicht Unter­gang.
Trans­for­ma­tion.

Nicht The­o­rie oder Prax­is.
Son­dern:

((Theorie)Praxis))

Reen­try.

bitte ver­ste­he diesen ein­trag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)

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Wie hat es Wittgenstein versucht zu notieren?

so. das fand ich schon immer attrak­tiv…

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Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?

Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…

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Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Beken­nt­nis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Dra­ma, (7) Tabu
Arbeits­form: Doku­men­ta­tion, Lis­ten­bil­dung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Ste­fan M. Sey­del, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Fest­spiel 1901″ (2019, Foto­cre­d­it: Charles Schny­der):  Twit­ter, Wikipedia (Lem­ma), Youtube (aktuell), Sound­cloud, Mastodon, Insta­gram (ges­per­rt), Snapchat, Tik­Tok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exk­lu­siv: speakerbooking.ch/sms2sms

About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)

Ste­fan M. Sey­del, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialar­beit­er und Kün­stler. Er machte nach ein­er Beruf­slehre als Hochbauze­ich­n­er einen Bach­e­lor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Mas­ter in der gle­ichen Diszi­plin bei Sil­via Staub-Bernasconi in Berlin. Seine über­wiegend selb­st­ständi­ge Tätigkeit kreist um das The­ma der Entwick­lung und Real­isierung von Pilot- und Impul­spro­jek­ten für renom­mierte Auf­tragge­berin­nen.

Als Kün­stler hat er Ausstel­lun­gen und Per­for­mances auf inter­na­tionaler Ebene präsen­tiert, darunter in der Roy­al Acad­e­my of Arts in Lon­don, dem Deutschen His­torischen Muse­um in Berlin oder ein­er Einze­lausstel­lung “Kun­st Macht Prob­leme” in der Cryp­ta Cabaret Voltaire, Birth­place of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kat­e­gorie Wis­sensver­mit­tlung aus­geze­ich­net und hat diverse Ehrun­gen durch Web­by Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhal­ten.

Ste­fan war Jury-Mit­glied des Next Idea Prix Ars Elec­tron­i­ca 2010 und war drei Jahre Mit­glied der Schulleitung des Gym­na­si­ums Kloster Dis­en­tis. Sein Wis­sen und seine Erfahrung im Bere­ich der Infor­ma­tion und Tech­nolo­gie haben ihm auch dabei geholfen, mit Sta­tis­tik Stadt Zürich und Wiki­me­dia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusam­men­zuar­beit­en.

Sein Engage­ment im Bere­ich der frei­willi­gen Arbeit führte ihn in das Prä­sid­i­um Inter­na­tionaler Bodensee Club (Leitung Fach­gruppe Wis­senschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsi­dent des von Paul Wat­zlaw­ick ini­ti­ierten P.E.N.-Club Liecht­en­stein. Sey­del hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Büch­er zusam­men mit sein­er Part­ner­in Tina Piazzi veröf­fentlicht, viele Kolum­nen, Fach­texte und jour­nal­is­tis­che Texte pub­liziert.

Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblog­ging. In seinem Blog ver­ar­beit­et er seine The­men. Einige davon wer­den auf Anfra­gen zu les­baren Tex­ten ver­tieft, andere wer­den zu Vorträ­gen aus­ge­baut. Bei Carl Auer Ver­lag in Hei­del­berg, sam­melt er “Ele­mente ein­er näch­sten Kul­tur­form”. Seine Entwick­lun­gen im Kon­text der sozial­räum­lichen Inter­ven­tion (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beant­wor­tung der Sozialen Frage.

Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in sein­er zweit­en Leben­shälfte vom Bodensee der Rhein­quelle ent­ge­gen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr soge­nan­nte Pas­sadis und #Feed­logs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeet­ings an inten­tionalen Fra­gen in einem Lifestream. (so?) Text sup­port­ed by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Ste­fan M. Sey­del, Junius-Ver­lag Ham­burg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

#dfdu = DIE FORM DER UNRUHE | blog: dissent.is | about: dissent.is/sms | dissent.is/muster

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