M/ein Blog ist m/ein Kartenraum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.
- wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
- wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
- wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
- wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an expertisen.
die ganze playlist auf WikiDienstag.ch | abonniere kostenlos den WhatsApp-channel #LavinaNera treis
progress
Anlass zu diesem Eintrag:
(…)
Summary/Spoiler/TL;DR
Fünfzig Jahre nach der Tessiner Tendenza kann Bitcoin in Lugano als Stinkefinger gegen die Totalökonomisierung gelesen werden: damals gegen die Reduktion der Architektur auf Funktion, heute gegen die Reduktion der Gesellschaft auf Geld.
Cinquant’anni dopo la Tendenza ticinese, Bitcoin può essere letto a Lugano come un dito medio contro la total-economizzazione: allora contro la riduzione dell’architettura a funzione, oggi contro la riduzione della società al denaro.
#PlanB
bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)
Spurensuche
Der Titelsatz passt – aber nicht als historisch korrekte Selbstbeschreibung der Tendenza.
Er ist eine Weiterentwicklung.
1. Italienische Tendenza (Rossi etc.)
Die klassische Linie (Aldo Rossi):
- Typologie
- Stadt als Gedächtnis
- Autonomie der Architektur
→ Form ist Träger von Geschichte und Typen
nicht explizit:
- „Möglichkeit der Möglichkeiten“
2. Tessin (Botta, Snozzi etc.)
Hier wird es näher an deinem Satz:
- Form als robuste Struktur
- unabhängig von wechselnden Nutzungen
- gegen Ökonomie und Funktionalismus
→ Form macht verschiedene Nutzungen möglich
Das ist bereits ein Schritt in deine Richtung.
3. Dein Satz
„forms that make the possibility of possibilities possible“
Das geht weiter:
- nicht nur: Form trägt Nutzung
- sondern: Form erzeugt den Möglichkeitsraum selbst
Das ist:
- näher bei Ludwig Wittgenstein
- und über Tendenza hinaus
4. Präzise Einordnung
| Ebene | Aussage |
|---|---|
| Italien (Rossi) | Form = Typ / Gedächtnis |
| Tessin | Form = stabile Struktur für Nutzungen |
| Du | Form = Bedingung der Möglichkeit |
5. Antwort auf deine Frage
- Passt der Satz? → ja, als Fortschreibung
- Ist er historisch Tendenza? → nein
- Gilt er italienweit? → nein
- Am nächsten dran? → Tessin
6. Schärfste Formulierung
Dein Satz ist keine Beschreibung der Tendenza.
Er ist eine Radikalisierung ihres Kerns.
7. Wenn du es historisch sauber machen willst
Dann so:
working in a tendency
means: not following functions,
but operating within forms
that can sustain multiple uses
→ das wäre „korrekt Tendenza“
Und dein Satz bleibt:
→ der nächste Schritt
FORM FOLLOWS FUNCTION?
https://de.wikipedia.org/wiki/Form_follows_function
Ja. Die Abwehr gegen „form follows function“ ist absolut kompatibel mit der Tendenza – italienweit und im Tessin.
Präzise Einordnung
- Italien (Rossi / Neo-Rationalismus)
- explizite Kritik am Funktionalismus
- Architektur nicht als Ableitung von Nutzung
- Fokus auf Typ, Stadt, Dauer
- Tessin (Botta, Snozzi etc.)
- praktische Umsetzung dieser Kritik
- robuste Formen statt Funktionsoptimierung
- Widerstand gegen Kommodifizierung
→ beides klar gegen „form follows function“
Beleg aus deinem PDF
Frampton schreibt, die Tendenza habe sich durchgesetzt, weil sie
- der Reduktion von Architektur auf Ware widersteht
- Architektur als autonome Disziplin mit Typen und Regeln versteht
→ das ist direkt gegen funktionale Ableitung
Wichtige Präzisierung
Die Tendenza sagt nicht einfach:
„Form ist wichtiger als Funktion“
sondern:
Funktion ist nicht der Ursprung der Form
Kurzformel (historisch sauber)
Form is not derived from function.
Form has its own logic.
Dein Satz im Verhältnis
- „not following functions“ → voll kompatibel
- „make the possibility of possibilities possible“ → deine Erweiterung
Härteste, korrekte Fassung
Form follows function?
No.
Architecture operates through forms
that are not reducible to function.
Damit bist du innerhalb der Tradition – aber am Rand, wo sie kippt.
Centre Pompidou
Das Centre Pompidou ist kein naiver Funktionalismus. Es ist eine radikale Sichtbarmachung von Funktion.



1. Was dort passiert
- Funktion wird nach aussen gelegt
- Technik sichtbar (Rohre, Struktur, Zirkulation)
- Farbcodierung (Luft, Wasser, Bewegung)
- Struktur wird Fassade
- Tragwerk = Ausdruck
- Innenraum = frei bespielbar
- Gebäude als Maschine
- maximale Flexibilität
- Nutzung kann wechseln, Struktur bleibt
2. Warum das „form follows function“ ist
Nicht im klassischen Sinn („optimierte Grundrisse“), sondern:
→ Form wird direkt aus technischen und funktionalen Systemen abgeleitet
→ nichts wird „überformt“ oder typologisch gebunden
3. Aber: entscheidende Verschiebung
Das Pompidou übertreibt den Funktionalismus:
- Funktion wird nicht nur umgesetzt
- sondern inszeniert
→ es ist fast schon ein Manifest
4. Kontrast zur Tendenza
| Pompidou | Tendenza |
|---|---|
| Funktion sichtbar | Form autonom |
| Technik bestimmt Erscheinung | Typ bestimmt Struktur |
| Gebäude als System | Gebäude als Form |
| Flexibilität zentral | Dauer zentral |
5. Präziser Satz (brauchbar für dich)
Das Centre Pompidou zeigt die Extremform von „form follows function“:
Funktion wird nicht nur organisiert, sondern zur Form selbst gemacht.
6. Und dein Zugriff (entscheidend)
Hier kannst du drehen:
Während das Pompidou zeigt,
wie Form aus Funktion entsteht,
zeigt die Tendenza,
dass Form die Bedingungen setzt,
unter denen Funktion überhaupt erscheinen kann.
7. Schärfste Version
Pompidou:
function becomes form
Tendenza:
form precedes function
(Form geht der Funktion voraus)
dissent.is/tendenzen
form makes possibility possible
Hinweis
Die Lesart „Extremform von form follows function“ ist eine interpretative Zuspitzung, kein Selbstverständnis der Architekten (Piano/Rogers).
Anschlusslinie
Tessin (1970er):
Abwehr der Reduktion von Architektur auf Funktion und Verwertbarkeit
Lugano (heute):
Abwehr der Reduktion von Gesellschaft auf Geld und Kapital
Verdichtung
Was damals Architektur war,
ist heute Infrastruktur.
Präziser Satz (brauchbar)
Fifty years after Ticino,
in Lugano, Bitcoin can be read
as a middle finger
to total economization.
Schärfung (wichtig)
Nicht:
Bitcoin = Geldrevolution
sondern:
Bitcoin = Angriff auf die Monopolisierung von Ökonomie
→ durch Protokoll
→ durch Verifizierbarkeit
→ durch Dezentralität
Gemeinsame Linie
Tendenza:
Form ist nicht reduzierbar auf Funktion
Bitcoin:
Infrastruktur ist nicht reduzierbar auf Ökonomie
Noch härter
Ticino resisted the reduction of architecture to function.
Lugano exposes the reduction of society to money.
Engste Version
Tendenza: against functional reduction
Bitcoin: against economic reduction
Hinweis
Die Deutung von Bitcoin als „Stinkefinger gegen Totalökonomisierung“ ist eine politisch-analytische Setzung, keine allgemein geteilte Interpretation.
(…)
(…)
(…)
Nächster Titel
(…)
(…)
(…)
Nächster Titel
(…)
(…)
(…)
Nächster Titel
(…)
(…)
(…)
(…)
Nächster Titel
(…)
(…)
Nächster Titel
(…)
(…)
(…)
Nächster Titel
(…)
(…)
(…)
Nächster Titel
(…)
(…)
(…)
Nächster Titel
(…)
(…)
(…)
(…)
Nächster Titel
(…)
(…)
Nächster Titel
(…)
(…)
(…)
Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?
Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…
(…)
(…)
(…)
Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…
(…)
(…)
(…)
Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Bekenntnis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Drama, (7) Tabu
Arbeitsform: Dokumentation, Listenbildung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019, Fotocredit: Charles Schnyder): Twitter, Wikipedia (Lemma), Youtube (aktuell), Soundcloud, Mastodon, Instagram (gesperrt), Snapchat, TikTok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exklusiv: speakerbooking.ch/sms2sms
About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)
Stefan M. Seydel, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialarbeiter und Künstler. Er machte nach einer Berufslehre als Hochbauzeichner einen Bachelor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Master in der gleichen Disziplin bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin. Seine überwiegend selbstständige Tätigkeit kreist um das Thema der Entwicklung und Realisierung von Pilot- und Impulsprojekten für renommierte Auftraggeberinnen.
Als Künstler hat er Ausstellungen und Performances auf internationaler Ebene präsentiert, darunter in der Royal Academy of Arts in London, dem Deutschen Historischen Museum in Berlin oder einer Einzelausstellung “Kunst Macht Probleme” in der Crypta Cabaret Voltaire, Birthplace of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kategorie Wissensvermittlung ausgezeichnet und hat diverse Ehrungen durch Webby Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhalten.
Stefan war Jury-Mitglied des Next Idea Prix Ars Electronica 2010 und war drei Jahre Mitglied der Schulleitung des Gymnasiums Kloster Disentis. Sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich der Information und Technologie haben ihm auch dabei geholfen, mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusammenzuarbeiten.
Sein Engagement im Bereich der freiwilligen Arbeit führte ihn in das Präsidium Internationaler Bodensee Club (Leitung Fachgruppe Wissenschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsident des von Paul Watzlawick initiierten P.E.N.-Club Liechtenstein. Seydel hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Bücher zusammen mit seiner Partnerin Tina Piazzi veröffentlicht, viele Kolumnen, Fachtexte und journalistische Texte publiziert.
Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblogging. In seinem Blog verarbeitet er seine Themen. Einige davon werden auf Anfragen zu lesbaren Texten vertieft, andere werden zu Vorträgen ausgebaut. Bei Carl Auer Verlag in Heidelberg, sammelt er “Elemente einer nächsten Kulturform”. Seine Entwicklungen im Kontext der sozialräumlichen Intervention (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beantwortung der Sozialen Frage.
Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in seiner zweiten Lebenshälfte vom Bodensee der Rheinquelle entgegen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr sogenannte Passadis und #Feedlogs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeetings an intentionalen Fragen in einem Lifestream. (so?) Text supported by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Stefan M. Seydel, Junius-Verlag Hamburg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

#dfdu = DIE FORM DER UNRUHE | blog: dissent.is | about: dissent.is/sms | dissent.is/muster


Indizis locals tras il canal WhatsApp.





































































































































