#Accents012

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«Die Situation hat sich komplett verändert.» Vielleicht. Vielleicht hat sich vor allem die Art verändert, wie sie erzählt wird.

Worum es geht?
Der neue Chef der Armee, Benedikt Roos, begrün­det die mil­itärische Neuori­en­tierung der Schweiz mit ein­er verän­derten Sicher­heit­slage in Europa. Gle­ichzeit­ig greifen ukrainis­che Drohnen regelmäs­sig Ziele tief im rus­sis­chen Hin­ter­land an. Par­al­lel dazu laufen die EU-Beitrittsver­hand­lun­gen mit der Ukraine auf Hoch­touren.

Warum es wichtig ist?
Jede einzelne Beobach­tung ist öffentlich doku­men­tiert. Auf­fäl­lig ist weniger das Ereig­nis selb­st als die Art, wie die Ereignisse voneinan­der getren­nt erzählt wer­den.

Kon­tex­tu­al­isierung
Die Ukraine ist gle­ichzeit­ig:

  • ange­grif­f­enes Land.
  • mil­itärisch aktiv­er Akteur auf rus­sis­chem Ter­ri­to­ri­um.
  • EU-Beitrittskan­di­dat.

Rus­s­land ist gle­ichzeit­ig:

  • Aggres­sor.
  • Ziel regelmäs­siger Angriffe auf Raf­fine­r­ien, Treib­stof­flager und Infra­struk­tur.

Die Schweiz ist gle­ichzeit­ig:

  • neu­traler Staat.
  • Teil ein­er europäis­chen Sicher­heit­sar­chitek­tur.
  • ein Land, das seine Vertei­di­gungs­fähigkeit deut­lich aus­bauen will.

Diese Aus­sagen wider­sprechen sich nicht.

Sie wer­den jedoch sel­ten gemein­sam erzählt.

Stattdessen erscheinen sie in getren­nten Gefässen:

  • Ukrainekrieg.
  • EU-Erweiterung.
  • Drohnenkrieg.
  • Energiein­fra­struk­tur.
  • Schweiz­er Sicher­heit­spoli­tik.
  • Aufrüs­tung.

Ger­ade dadurch entste­ht bei vie­len Men­schen Mis­strauen.

Nicht unbe­d­ingt gegenüber einzel­nen Fak­ten.

Son­dern gegenüber ein­er Kom­mu­nika­tions­form, die Zusam­men­hänge zer­legt und getren­nt ver­wal­tet.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht:

  • «Stimmt das?»

Son­dern:

  • «Welche Entwick­lun­gen wer­den sicht­bar gemacht – und welche ver­schwinden aus der Darstel­lung?»

Je stärk­er die öffentliche Kom­mu­nika­tion frag­men­tiert wird, desto attrak­tiv­er wer­den alter­na­tive Infor­ma­tion­sräume.

Vielle­icht erk­lärt das auch den poli­tis­chen Druck, dig­i­tale Kom­mu­nika­tion­sräume stärk­er zu reg­ulieren, zu mod­erieren und zu kon­trol­lieren.

Für #PlanD entste­ht daraus eine andere Frage:

Wie gelingt es diesem Alpen­tal über Jahrhun­derte hin­weg, die grossen Kon­flik­te sein­er Zeit wahrzunehmen, ohne sich voll­ständig von ihnen bes­tim­men zu lassen?

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