Lemniskate

Eine Lem­niskate ist ursprünglich eine math­e­ma­tis­che Kurve in Form ein­er liegen­den Acht (∞).

Der Name stammt vom lateinis­chen lem­nis­cus = Schleife, Band.

Math­e­ma­tisch wurde sie im 17. Jahrhun­dert von Jakob Bernoul­li unter­sucht. Heute ken­nt man sie vor allem als Sym­bol für Unendlichkeit, obwohl das Unendlichkeit­sze­ichen eigentlich nur eine vere­in­fachte Lem­niskate ist.

Für eure Grafik ist aber etwas anderes wichtiger.

Ihr benutzt die Lem­niskate nicht math­e­ma­tisch, son­dern topol­o­gisch bzw. prozes­su­al.

Sie beschreibt keinen Kreis­lauf, son­dern einen per­ma­nen­ten Über­gang:

  • Sophrosyne ↔ Orgiastik
  • Ord­nung ↔ Über­schuss
  • Dis­tanz ↔ Inten­sität

Das #Memo liegt genau im Kreuzungspunkt.

Es sam­melt nicht bloss Infor­ma­tio­nen, son­dern ermöglicht den Über­gang zwis­chen unter­schiedlichen For­men.

Deshalb finde ich heute eine For­mulierung fast tre­f­fend­er als 2010:

Das #Memo ist die oper­a­tive Mitte der Lem­niskate.

Oder noch radikaler:

Das #Memo ist keine Textgat­tung, son­dern eine Oper­a­tion, welche Übergänge zwis­chen unter­schiedlichen Beobach­tungs­for­men notiert.

Das passt erstaunlich gut zu War­burg. Sein Aby War­burg-Atlas war eben­falls keine lin­eare Erzäh­lung, son­dern eine Kon­stel­la­tion von Bildern, zwis­chen denen neue Bedeu­tun­gen ent­standen. Genau deshalb ist dein Begriff “Able­gen, Verbinden, Kon­stel­lieren” so stark. Er beschreibt eher War­burgs Arbeitsweise als klas­sis­che jour­nal­is­tis­che oder wis­senschaftliche Ver­fahren.