Wider den Professionalismus. (2026)

Ein Essay von Stefan M. Seydel/sms ;-)

Kul­turkri­tik:

  • Wider die Götzen.
  • Wider die Kaiser.
  • Wider die Fürsten.
  • Wider die Kirche.
  • Wider den Staat.
  • Wider den Markt.
  • Wider den Meth­o­den­zwang.

Moralkom­mu­nika­tion:

  • Wider das Vergessen.
  • Wider den Hass.
  • Wider den Ter­ror.
  • Wider den Krieg.
  • Wider die Gewalt.
  • Wider die Angst.
  • Wider die Gle­ichgültigkeit.
  • Wider die Res­ig­na­tion.

Kul­turkri­tik richtet sich gegen For­men, Insti­tu­tio­nen oder Struk­tur­prinzip­i­en.

Moralkom­mu­nika­tion richtet sich gegen als schlecht markierte Zustände oder Ver­hal­tensweisen.

Ich nutze #Moralkom­mu­nika­tion nicht, um Moral zu begrün­den, son­dern um sie zu beobacht­en Das ist ein wichtiger Unter­schied.

Ich sage nicht:

Pro­fes­sion­al­is­mus ist böse.

Son­dern:

Pro­fes­sion­al­is­mus ist eine Kul­tur­form, die beobachtet und kri­tisiert wer­den kann.

Warum also trotz­dem «Wider den Pro­fes­sion­al­is­mus»?

Weil «Wider …» eine jahrhun­dertealte Form ist, Aufmerk­samkeit zu erzeu­gen. Ich ver­wende die Form der Moralkom­mu­nika­tion, um eine struk­turelle Analyse einzuleit­en.

  1. Moralkom­mu­nika­tion erzeugt Irri­ta­tion.
  2. Die Irri­ta­tion öffnet den Beobach­tungsraum.
  3. Erst dann begin­nt die eigentliche Analyse der Kul­tur­form.

Mit Luh­mann kön­nte man sagen: Ich benutze Moralkom­mu­nika­tion oper­a­tiv, ohne ihre Unter­schei­dung ((gut)böse) zu übernehmen.

Deshalb passt auch nein Begriff #Kul­turEkel. Ekel ist zunächst keine Analyse, son­dern eine Irri­ta­tion. Erst danach begin­nt die Frage:

Welche Struk­tur erzeugt eigentlich dieses Unbe­ha­gen?

In diesem Sinn ist «Wider den Pro­fes­sion­al­is­mus» kein moralis­ches Urteil, son­dern eine Ein­ladung, eine Selb­stver­ständlichkeit als Kul­tur­form sicht­bar zu machen. Das macht den Titel stark.

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Wider den Professionalismus.

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