Religion als Opium fürs Volk. Karl Marx hatte Recht…

M/ein Blog ist m/ein Karten­raum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man pub­liziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreib­stand | warum ich nicht pub­liziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.

  • wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
  • wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
  • wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
  • wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an exper­tisen.

die ganze playlist auf WikiDienstag.ch | abon­niere kosten­los den What­sApp-chan­nel #Lav­inaN­era treis

work in progress

Anlass zu diesem Eintrag:

Dieser Ein­trag ist ein Test­fall für die all­t­agsprak­tis­che Anwen­dung von #TheLuh­man­n­Map und #TheS­taub­Ber­nascon­i­Ma­trix: nicht als The­o­rie, son­dern als Werkzeug für die Arbeit am Sozialen. Aus­gangspunkt ist #Lav­inaN­era in, dus, treis, der Kloster­brand von 1877, die Arbeit an dissent.is/rerumnovarum und der Dreis­chritt erin­nern — gedenken — erneuern. Die Frage ist, wie eine Region ihre sozialen Res­o­nanzräume beschreibt, prüft und erneuert, ohne in Nos­tal­gie, Moral­is­mus oder mod­erne Fortschrittsrhetorik zurück­z­u­fall­en.

Summary/Spoiler/TL;DR

Karl Marx hat­te recht: Reli­gion kon­nte Opi­um sein. Aber Marx sah Reli­gion primär als Ide­olo­gie, nicht als Kul­tur­form. Genau hier set­zt der Ein­trag an: Er fragt, warum die Klosterkul­tur in Disentis/Mustér bis heute trägt — ger­ade vor dem Hin­ter­grund des Zer­falls der mod­er­nen Erfol­gsmod­elle ((Liberalismus)Sozialismus). Die Pointe ist nicht Rück­kehr zur Reli­gion, son­dern die Frage, welche soziale Infra­struk­tur durch Kloster, Erin­nerung, Sprache, Rit­uale, Genossen­schaftlichkeit und regionale Res­o­nanz bis heute wirk­sam bleibt — und wie daraus #com­moroque als näch­ste Kul­tur­form les­bar wird.

bitte ver­ste­he diesen ein­trag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)

GPst­Gn-WwAAW1xQ
previous arrow
next arrow

OPIUM FÜRS VOLK

Karl Marx hat­te recht.

Reli­gion kann Leid betäuben. Reli­gion kann Armut erträglich machen, Unterord­nung legit­imieren und Hoff­nung auf ein Jen­seits ver­schieben. Nicht zufäl­lig schrieb Marx 1844 von Reli­gion als „Opi­um des Volkes“. Die soziale Frage sollte nicht im Him­mel gelöst wer­den, son­dern hier — in der Geschichte.

Und Marx hat­te gute Gründe dafür.

Europa befand sich mit­ten in der indus­triellen Mod­erne:
Fab­riken, Ver­städterung, Elend, Klassen­bil­dung, Entwurzelung. Während sich Reich­tum konzen­tri­erte, predigten viele Kirchen weit­er­hin Geduld, Demut und Erlö­sung nach dem Tod. Reli­gion sta­bil­isierte oft genau jene Ver­hält­nisse, die eigentlich verän­dert wer­den mussten.

Aber Marx sah Reli­gion primär als Ide­olo­gie.
Nicht als Kul­tur­form.

Das ist entschei­dend.

Denn Reli­gion war über Jahrhun­derte nicht bloss „Glaube“, son­dern gesellschaftliche Infra­struk­tur:
Kalen­der, Schrift, Gedächt­nis, Armen­ver­sorgung, Rit­uale, Zeitord­nung, Gemein­schaft, Sin­npro­duk­tion. Klöster waren nicht nur Orte der Vertrös­tung, son­dern Spe­ichertech­nolo­gien sozialer Ord­nung.

Marx beobachtete richtig:
Reli­gion kon­nte Betäubung sein.

Was er weniger sah:
Reli­gion war auch Organ­i­sa­tions­form sozialer Res­o­nanz.

Die Mod­erne antwortete darauf mit ein­er gewalti­gen Gegen­be­we­gung.

Nicht mehr:
Erlö­sung im Him­mel.

Son­dern:
Befreiung in der Geschichte.

Dabei ent­standen die bei­den grossen Erfol­gsmod­elle der Mod­erne:

((Liberalismus)Sozialismus)

Bei­de glaubten an Fortschritt.
Bei­de glaubten an Entwick­lung.
Bei­de glaubten, dass Zukun­ft gestalt­bar sei.

Lib­er­al­is­musSozial­is­mus
Frei­heit des Indi­vidu­umsBefreiung der Klasse
MarktPla­nung
Konkur­renzSol­i­dar­ität
AutonomieGle­ich­heit
Fortschritt durch Inno­va­tionFortschritt durch Rev­o­lu­tion

Bei­de woll­ten die soziale Frage lösen — nur mit unter­schiedlichen Mit­teln.

Und bei­de hat­ten his­torische Erfolge.

Der Lib­er­al­is­mus erzeugte:

  • Wis­senschaft,
  • Wohl­stand,
  • tech­nis­che Inno­va­tion,
  • indi­vidu­elle Rechte.

Der Sozial­is­mus:

  • Arbeit­er­rechte,
  • soziale Sicherung,
  • Bil­dung,
  • kollek­tive Infra­struk­tur.

Aber bei­de bewegten sich voll­ständig inner­halb der­sel­ben Kul­tur­form:
der Mod­erne.

Genau dort begin­nt der eigentliche Punkt.

Denn Kul­tur­for­men zer­fall­en nicht ein­fach.
Sie erschöpfen ihre eigene Fasz­i­na­tion­skraft.

Die religiöse Kul­tur­form zer­fiel dort, wo ihre pos­i­tiv­en Werte kippten:

Him­mel wurde zu Welt­flucht.
Hölle wurde zu Zynis­mus.

Die religiöse Kul­tur­form organ­isiert ihre Hoff­nung ent­lang der bei­den pos­i­tiv­en Werte „Him­mel“ und „Hölle“. Him­mel ste­ht für Erlö­sung, Ver­söh­nung und die Hoff­nung auf eine andere Ord­nung; Hölle für Gericht, Kon­se­quenz und den Ernst men­schlichen Han­delns. Ohne die Span­nung zum Gegen­wert kippt „Him­mel“ in Welt­flucht: Real­ität wird ver­drängt, Lei­den vertröstet, alles spir­ituell über­höht. Ohne die Span­nung zum „Him­mel“ kippt „Hölle“ in Zynis­mus: Man sieht nur noch Schuld, Gewalt und Absur­dität — aber ohne jede Hoff­nung auf Trans­for­ma­tion. Zynis­mus meint dabei nicht bloss Ironie, son­dern das von Slo­ter­dijk beschriebene „aufgek­lärte falsche Bewusst­sein“: Man weiss bere­its, dass etwas falsch läuft, glaubt an nichts Höheres mehr — und funk­tion­iert trotz­dem weit­er im Sys­tem.

Das mod­erne Gegen­stück dazu zer­fällt ähn­lich:

Indi­vidu­um wird zu Ego­is­mus.
Fortschritt wird zu Tech­nokratie.

Die Mod­erne organ­isiert ihre Hoff­nung ent­lang der bei­den pos­i­tiv­en Werte „Indi­vidu­um“ und „Fortschritt“. Das Indi­vidu­um ste­ht für Frei­heit, Autonomie und Selb­st­bes­tim­mung; Fortschritt für Entwick­lung, Verbesserung und die gestalt­bare Zukun­ft. Ohne die Span­nung zum Fortschritt kippt das Indi­vidu­um in Ego­is­mus: Frei­heit wird zur Selb­stop­ti­mierung, Autonomie zur Besit­zlogik, das Gemein­same ver­schwindet aus dem Blick. Ohne die Span­nung zum Indi­vidu­um kippt Fortschritt in Tech­nokratie: Entwick­lung wird ver­wal­tet, ges­teuert und opti­miert, bis der Men­sch nur noch als Funk­tion inner­halb eines Sys­tems erscheint. Bei­de Zer­falls­for­men sind heute gle­ichzeit­ig sicht­bar — und genau darin erschöpft sich zunehmend die Fasz­i­na­tion­skraft der Mod­erne.

Der Nation­al­sozial­is­mus zeigte bere­its eine extreme Zer­falls­form der Mod­erne:
nicht Rück­kehr ins Mit­te­lal­ter,
son­dern indus­trielle Ver­nich­tung mit mod­ern­sten Mit­teln:
Tech­nik, Sta­tis­tik, Ver­wal­tung, Wis­senschaft, Medi­en.

1989 markierte dann den Zer­fall des zweit­en grossen Erlö­sungsnar­ra­tivs:
des Sozial­is­mus.

Danach blieb:
Markt ohne Gegenu­topie.
Fortschritt ohne Rich­tung.
Frei­heit ohne gemein­sames Ziel.

Und genau dort wird Zynis­mus zur dom­i­nan­ten Stim­mung der Gegen­wart.

Man glaubt wed­er an Him­mel noch an Rev­o­lu­tion — aber die Mas­chine läuft weit­er.

Ger­ade deshalb wird 1877 inter­es­sant.

Während Europa zwis­chen ((Liberalismus)Sozialismus) polar­isiert wurde, ent­stand in der Sur­sel­va mit Cas­par Decurtins eine andere Antwort auf die soziale Frage.

Nicht primär:

  • Markt,
  • Staat,
  • Rev­o­lu­tion.

Son­dern:

  • Genossen­schaften,
  • katholis­che Soziallehre,
  • regionale Sol­i­dar­ität,
  • Vere­ine,
  • Sprache,
  • gemein­same Erin­nerung,
  • lokale Infra­struk­tur.

Die Geg­n­er nan­nten das:
ultra­mon­tan,
ultra­kon­ser­v­a­tiv,
neokon­ser­v­a­tiv.

Aber vielle­icht war es weniger rück­wärts­ge­wandt als angenom­men.

Vielle­icht war es der Ver­such, soziale Res­o­nanz anders zu organ­isieren.

Der näch­ste Schritt ist deshalb nicht die Frage, welche Seite recht hat­te.

Wed­er Reli­gion noch Mod­erne waren ein­fach Irrtum. Bei­de waren Kul­tur­for­men. Bei­de haben die soziale Frage bear­beit­et. Bei­de haben Leid, Ord­nung, Zuge­hörigkeit, Zukun­ft und Macht auf je eigene Weise organ­isiert.

Mit #TheLuh­man­n­Map lässt sich das Soziale als kontin­gent beobacht­en. Das Soziale ist nicht Natur, nicht Psy­che, nicht Tech­nik, son­dern Kom­mu­nika­tion. Es entste­ht dort, wo Kom­mu­nika­tion an Kom­mu­nika­tion anschliesst. Darum ist keine soziale Ord­nung selb­stver­ständlich. Jede Ord­nung ist gemacht, sta­bil­isiert, wieder­holt — und darum auch anders möglich.

Kul­tur­for­men sind in diesem Sinn keine Geschmacks­fra­gen. Sie sind his­torisch wirk­same For­men, in denen Gesellschaft ihre Kom­mu­nika­tion ord­net. Die religiöse Kul­tur­form ord­nete das Soziale über Him­mel, Hölle, Schuld, Gnade, Gericht, Erlö­sung und Gemein­schaft. Die Mod­erne ord­nete das Soziale über Indi­vidu­um, Fortschritt, Kri­tik, Wis­senschaft, Entwick­lung und Zukun­ft.

Mit #TheS­taub­Ber­nascon­i­Ma­trix lässt sich nun genauer fra­gen, wie diese Kul­tur­for­men Macht organ­isieren. Macht meint hier nicht zuerst Herrschaft, son­dern Möglichkeit: die Fähigkeit, soziale Bedin­gun­gen so zu gestal­ten, dass Men­schen ihre Ziele ver­wirk­lichen kön­nen. Beobachtet wird Macht ent­lang von vier Dimen­sio­nen: Anord­nung, Zugang, Legit­i­ma­tion und Durch­set­zung.

Die religiöse Kul­tur­form beant­wortete die soziale Frage über eine Ord­nung, die auf Tran­szen­denz bezo­gen war. Anord­nung hiess: Ein­bindung in eine gottge­wollte Ord­nung. Zugang hiess: Zuge­hörigkeit zur Gemeinde, zu Sakra­menten, Armen­ver­sorgung, Rit­ualen und gemein­samer Erin­nerung. Legit­i­ma­tion hiess: Wahrheit durch Offen­barung, Schrift, Tra­di­tion und kirch­liche Autorität. Durch­set­zung hiess: Gewis­sen, Sünde, Gericht, Exkom­mu­nika­tion, aber auch Barmherzigkeit, Busse und Ver­söh­nung.

Die Mod­erne beant­wortete dieselbe soziale Frage anders. Anord­nung hiess: Gesellschaft wird gestalt­bar. Zugang hiess: Rechte, Bil­dung, Markt, Arbeit, Eigen­tum, Staat, Öffentlichkeit. Legit­i­ma­tion hiess: Ver­nun­ft, Wis­senschaft, Kri­tik, Ver­fahren, Öffentlichkeit. Durch­set­zung hiess: Gesetz, Ver­wal­tung, Polizei, Bürokratie, Tech­nik, Sta­tis­tik, Pla­nung.

So wer­den Reli­gion und Mod­erne als zwei unter­schiedliche Antworten auf dieselbe soziale Frage les­bar.

Reli­gion fragte:
Wie bleibt eine lei­dende Welt sinnhaft geord­net?

Die Mod­erne fragte:
Wie wird eine ungerechte Welt verän­der­bar?

Bei­de Antworten waren stark. Bei­de erzeugten Hoff­nung. Bei­de erzeugten Insti­tu­tio­nen, Rit­uale, Infra­struk­turen und Macht­for­men. Und bei­de kippten dort, wo ihre eige­nen Werte nicht mehr als Span­nung gehal­ten wur­den.

Reli­gion kippt, wenn Him­mel zur Welt­flucht und Hölle zum Zynis­mus wird.

Mod­erne kippt, wenn Indi­vidu­um zu Ego­is­mus und Fortschritt zu Tech­nokratie wird.

Damit ver­schiebt sich die Frage.

Nicht mehr:
Reli­gion oder Mod­erne?

Son­dern:
Welche Kul­tur­form kann heute soziale Möglichkeit­en so ord­nen, dass Anord­nung, Zugang, Legit­i­ma­tion und Durch­set­zung neu beobacht­bar und neu gestalt­bar wer­den?

Ja. Die Logik liegt fast schon offen:

Macht­di­men­sionReli­gionMod­erne#com­moroque
Anord­nunggöt­tliche Ord­nunggestalt­bare Ord­nungherrschaft­sarme Set­tings
ZugangZuge­hörigkeitRechte / Markt / StaatCom­mons
Legit­i­ma­tionOffen­barung / Tra­di­tionVer­nun­ft / Ver­fahreninkludiertes Argu­ment
Durch­set­zungGericht / Gewis­senGesetz / Ver­wal­tungGewalt­losigkeit

Der entschei­dende Schritt:

#com­moroque übern­immt nicht ein­fach Reli­gion oder Mod­erne, son­dern liest deren Leis­tun­gen anders.

Von Reli­gion übern­immt es:
Sinn, Rit­u­al, Res­o­nanz, Gedächt­nis, gemein­schaftliche Bindung.

Von der Mod­erne übern­immt es:
Kri­tik, Autonomie, Gestalt­barkeit, tech­nis­che Präzi­sion.

Es ver­wirft ihre Zer­falls­for­men:
Welt­flucht, Zynis­mus, Ego­is­mus, Tech­nokratie.

Daraus entste­ht ent­lang der vier Macht­di­men­sio­nen:

Dimen­sionZiel
Anord­nungAnar­chie
ZugangCom­mons
Legit­i­ma­tionInklu­sion
Durch­set­zungPaz­i­fis­mus

Reli­gion fragte:
Wie bleibt die Welt sinnhaft?

Die Mod­erne fragte:
Wie wird die Welt verän­der­bar?

#com­moroque fragt:
Wie wer­den soziale Bedin­gun­gen gemein­sam gestalt­bar, ohne wieder Herrschaft, Auss­chluss, Besit­zlogik oder Gewalt zu erzeu­gen?

(…)

(…)

(…)

Die Kulturform der Antike

Die religiöse Kul­tur­form organ­isiert ihre Hoff­nung ent­lang der bei­den pos­i­tiv­en Werte „Him­mel“ und „Hölle“. Him­mel ste­ht für Erlö­sung, Ver­söh­nung und die Hoff­nung auf eine andere Ord­nung; Hölle für Gericht, Kon­se­quenz und den Ernst men­schlichen Han­delns. Ohne die Span­nung zum Gegen­wert kippt „Him­mel“ in Welt­flucht: Real­ität wird ver­drängt, Lei­den vertröstet, alles spir­ituell über­höht. Ohne die Span­nung zum „Him­mel“ kippt „Hölle“ in Zynis­mus: Man sieht nur noch Schuld, Gewalt und Absur­dität — aber ohne jede Hoff­nung auf Trans­for­ma­tion. Zynis­mus meint dabei nicht bloss Ironie, son­dern das von Slo­ter­dijk beschriebene „aufgek­lärte falsche Bewusst­sein“: Man weiss bere­its, dass etwas falsch läuft, glaubt an nichts Höheres mehr — und funk­tion­iert trotz­dem weit­er im Sys­tem.

(…)

(…)

(…)

(…)

Die Kulturform der Moderne

Die Mod­erne organ­isiert ihre Hoff­nung ent­lang der bei­den pos­i­tiv­en Werte „Indi­vidu­um“ und „Fortschritt“. Das Indi­vidu­um ste­ht für Frei­heit, Autonomie und Selb­st­bes­tim­mung; Fortschritt für Entwick­lung, Verbesserung und die gestalt­bare Zukun­ft. Ohne die Span­nung zum Fortschritt kippt das Indi­vidu­um in Ego­is­mus: Frei­heit wird zur Selb­stop­ti­mierung, Autonomie zur Besit­zlogik, das Gemein­same ver­schwindet aus dem Blick. Ohne die Span­nung zum Indi­vidu­um kippt Fortschritt in Tech­nokratie: Entwick­lung wird ver­wal­tet, ges­teuert und opti­miert, bis der Men­sch nur noch als Funk­tion inner­halb eines Sys­tems erscheint. Bei­de Zer­falls­for­men sind heute gle­ichzeit­ig sicht­bar — und genau darin erschöpft sich zunehmend die Fasz­i­na­tion­skraft der Mod­erne.

(…)

(…)

Nächster Titel

Der näch­ste Schritt ist deshalb nicht die Frage, welche Seite recht hat­te.

Wed­er Reli­gion noch Mod­erne waren ein­fach Irrtum. Bei­de waren Kul­tur­for­men. Bei­de haben die soziale Frage bear­beit­et. Bei­de haben Leid, Ord­nung, Zuge­hörigkeit, Zukun­ft und Macht auf je eigene Weise organ­isiert.

Mit #TheLuh­man­n­Map lässt sich das Soziale als kontin­gent beobacht­en. Das Soziale ist nicht Natur, nicht Psy­che, nicht Tech­nik, son­dern Kom­mu­nika­tion. Es entste­ht dort, wo Kom­mu­nika­tion an Kom­mu­nika­tion anschliesst. Darum ist keine soziale Ord­nung selb­stver­ständlich. Jede Ord­nung ist gemacht, sta­bil­isiert, wieder­holt — und darum auch anders möglich.

Kul­tur­for­men sind in diesem Sinn keine Geschmacks­fra­gen. Sie sind his­torisch wirk­same For­men, in denen Gesellschaft ihre Kom­mu­nika­tion ord­net. Die religiöse Kul­tur­form ord­nete das Soziale über Him­mel, Hölle, Schuld, Gnade, Gericht, Erlö­sung und Gemein­schaft. Die Mod­erne ord­nete das Soziale über Indi­vidu­um, Fortschritt, Kri­tik, Wis­senschaft, Entwick­lung und Zukun­ft.

Mit #TheS­taub­Ber­nascon­i­Ma­trix lässt sich nun genauer fra­gen, wie diese Kul­tur­for­men Macht organ­isieren. Macht meint hier nicht zuerst Herrschaft, son­dern Möglichkeit: die Fähigkeit, soziale Bedin­gun­gen so zu gestal­ten, dass Men­schen ihre Ziele ver­wirk­lichen kön­nen. Beobachtet wird Macht ent­lang von vier Dimen­sio­nen: Anord­nung, Zugang, Legit­i­ma­tion und Durch­set­zung.

Die religiöse Kul­tur­form beant­wortete die soziale Frage über eine Ord­nung, die auf Tran­szen­denz bezo­gen war. Anord­nung hiess: Ein­bindung in eine gottge­wollte Ord­nung. Zugang hiess: Zuge­hörigkeit zur Gemeinde, zu Sakra­menten, Armen­ver­sorgung, Rit­ualen und gemein­samer Erin­nerung. Legit­i­ma­tion hiess: Wahrheit durch Offen­barung, Schrift, Tra­di­tion und kirch­liche Autorität. Durch­set­zung hiess: Gewis­sen, Sünde, Gericht, Exkom­mu­nika­tion, aber auch Barmherzigkeit, Busse und Ver­söh­nung.

Die Mod­erne beant­wortete dieselbe soziale Frage anders. Anord­nung hiess: Gesellschaft wird gestalt­bar. Zugang hiess: Rechte, Bil­dung, Markt, Arbeit, Eigen­tum, Staat, Öffentlichkeit. Legit­i­ma­tion hiess: Ver­nun­ft, Wis­senschaft, Kri­tik, Ver­fahren, Öffentlichkeit. Durch­set­zung hiess: Gesetz, Ver­wal­tung, Polizei, Bürokratie, Tech­nik, Sta­tis­tik, Pla­nung.

So wer­den Reli­gion und Mod­erne als zwei unter­schiedliche Antworten auf dieselbe soziale Frage les­bar.

Reli­gion fragte:
Wie bleibt eine lei­dende Welt sinnhaft geord­net?

Die Mod­erne fragte:
Wie wird eine ungerechte Welt verän­der­bar?

Bei­de Antworten waren stark. Bei­de erzeugten Hoff­nung. Bei­de erzeugten Insti­tu­tio­nen, Rit­uale, Infra­struk­turen und Macht­for­men. Und bei­de kippten dort, wo ihre eige­nen Werte nicht mehr als Span­nung gehal­ten wur­den.

Reli­gion kippt, wenn Him­mel zur Welt­flucht und Hölle zum Zynis­mus wird.

Mod­erne kippt, wenn Indi­vidu­um zu Ego­is­mus und Fortschritt zu Tech­nokratie wird.

Damit ver­schiebt sich die Frage.

Nicht mehr:
Reli­gion oder Mod­erne?

Son­dern:
Welche Kul­tur­form kann heute soziale Möglichkeit­en so ord­nen, dass Anord­nung, Zugang, Legit­i­ma­tion und Durch­set­zung neu beobacht­bar und neu gestalt­bar wer­den?

(…)

(…)

(…)

Die nächste Kulturform #Commoroque

Ja. Die Logik liegt fast schon offen:

Macht­di­men­sionReli­gionMod­erne#com­moroque
Anord­nunggöt­tliche Ord­nunggestalt­bare Ord­nungherrschaft­sarme Set­tings
ZugangZuge­hörigkeitRechte / Markt / StaatCom­mons
Legit­i­ma­tionOffen­barung / Tra­di­tionVer­nun­ft / Ver­fahreninkludiertes Argu­ment
Durch­set­zungGericht / Gewis­senGesetz / Ver­wal­tungGewalt­losigkeit

Der entschei­dende Schritt:

#com­moroque übern­immt nicht ein­fach Reli­gion oder Mod­erne, son­dern liest deren Leis­tun­gen anders.

  1. Von Reli­gion übern­immt es:
    Sinn, Rit­u­al, Res­o­nanz, Gedächt­nis, gemein­schaftliche Bindung.
  2. Von der Mod­erne übern­immt es:
    Kri­tik, Autonomie, Gestalt­barkeit, tech­nis­che Präzi­sion.
  3. Es ver­wirft ihre Zer­falls­for­men:
    Welt­flucht, Zynis­mus, Ego­is­mus, Tech­nokratie.
  4. Daraus entste­ht ent­lang der vier Macht­di­men­sio­nen:
Dimen­sionZiel
Anord­nungAnar­chie
ZugangCom­mons
Legit­i­ma­tionInklu­sion
Durch­set­zungPaz­i­fis­mus

Kurz gesagt:

Reli­gion fragte:
Wie bleibt die Welt sinnhaft?

Mod­erne fragte:
Wie wird die Welt verän­der­bar?

#com­moroque fragt:
Wie wer­den soziale Bedin­gun­gen gemein­sam gestalt­bar, ohne wieder Herrschaft, Auss­chluss, Besit­zlogik oder Gewalt zu erzeu­gen?

Das ist die saubere Anschlussstelle.

(…)

(…)

(…)

Nächster Titel

Für die Kul­tur­form der Mod­erne ist „Himmel/Hölle“ nicht mehr primär jen­seit­ig.

Die Mod­erne über­set­zt sie in Imma­nenz:

ältere FormMod­erne Über­set­zung
Him­melFortschritt
HölleRück­ständigkeit
Erlö­sungEntwick­lung
SündeDefiz­it
GerichtKri­tik
GnadeEmanzi­pa­tion
Ver­damm­nisAuss­chluss aus der Zukun­ft

Der mod­erne Him­mel ist also:

Fortschritt, Ver­nun­ft, Bil­dung, Entwick­lung, Emanzi­pa­tion, Wach­s­tum, Aufk­lärung.

Die mod­erne Hölle ist:

Still­stand, Armut, Unwis­sen, Aber­glaube, Krankheit, Abhängigkeit, Rück­ständigkeit.

Darum kon­nte Marx Reli­gion als „Opi­um“ sehen:

Er stand bere­its in ein­er Kul­tur­form, in der das Jen­seits durch Zukun­ft erset­zt wurde.

Nicht mehr:

Him­mel nach dem Tod.

Son­dern:

befre­ite Gesellschaft nach der Rev­o­lu­tion.

Die Pointe:

Die Mod­erne schafft Him­mel und Hölle nicht ab.
Sie ver­legt sie in die Geschichte.

(…)

(…)

(…)

Nächster Titel

Inner­halb der Kul­tur­form der Mod­erne wäre der „Reiche“ ver­mut­lich nicht primär der Men­sch mit viel Geld.

Son­dern:

Der­jenige, der zu stark an sein­er erre­icht­en Form hängt.

Also:

  • Besitz
  • Sta­tus
  • Wis­sen
  • Ratio­nal­ität
  • Kon­trolle
  • Iden­tität
  • Fortschritt
  • Selb­st­bild

Der mod­erne „Reiche“ ist der­jenige,
der nicht loslassen kann,
weil seine Sicher­heit voll­ständig in der beste­hen­den Struk­tur liegt.

Darum wäre die mod­erne Über­set­zung vielle­icht:

„Eher zer­bricht das Sys­tem,
als dass der sat­uri­erte Gewin­ner der Mod­erne frei­willig auf Kon­trolle verzichtet.“

Oder noch präzis­er:

Im Chris­ten­tum:

  • Reich­tum block­iert den Him­mel.

In der Mod­erne:

  • Struk­turgewinn block­iert Trans­for­ma­tion.

Der „Reiche“ der Mod­erne ist also:
der erfol­gre­ich Angepasste.

Darum wer­den Kul­tur­wech­sel fast immer:

  • von Rän­dern,
  • Krisen,
  • Außen­seit­ern,
  • Über­set­zern,
  • Dis­si­den­ten,
  • spir­ituellen Bewe­gun­gen,
  • tech­nis­chen Störun­gen,
  • neuen Medi­en­for­men
    getra­gen.

Nicht vom Zen­trum der beste­hen­den Ord­nung.

(…)

(…)

(…)

(…)

Nächster Titel

(…)

(…)

Die Kulturformen in der Surselva

Macht­di­men­sionrhätis­che Kul­tur­formreligiöse Kul­tur­formMod­erne#com­moroque
Anord­nunglokale Bünd­nissegöt­tliche Ord­nunggestalt­bare Ord­nungherrschaft­sarme Set­tings
ZugangAll­menden / gemein­same NutzungZuge­hörigkeitRechte / Markt / StaatCom­mons
Legit­i­ma­tionGewohn­heit / Nähe / RatOffen­barung / Tra­di­tionVer­nun­ft / Ver­fahreninkludiertes Argu­ment
Durch­set­zungEhre / Aus­gle­ich / FehdeGericht / Gewis­senGesetz / Ver­wal­tungGewalt­losigkeit

Und darunter vielle­icht die kul­turellen Hoff­nun­gen:

Kul­tur­formpos­i­tiv­er Wert 1pos­i­tiv­er Wert 2
rhätischNäheAutarkie
religiösHim­melHölle
mod­ernIndi­vidu­umFortschritt
#com­moroqueRes­o­nanzCom­mons

Oder noch präzis­er für die rhätis­che Kul­tur­form:

pos­i­tiv­er WertZer­fall
NäheClan­logik
AutarkieAbschot­tung

Das eigentlich Span­nende wäre dann:

Die religiöse Kul­tur­form über­schreibt die rhätis­che nicht voll­ständig.
Die Mod­erne über­schreibt die religiöse nicht voll­ständig.
Und #com­moroque erscheint plöt­zlich nicht als „Zukun­ft­side­olo­gie“, son­dern als neue Kon­stel­la­tion älter­er Res­o­nanz­for­men unter dig­i­tal­en Bedin­gun­gen.

Dann wird die Sur­sel­va fast wie ein Sed­i­ment ver­schieden­er Kul­tur­for­men les­bar.

(…)

(…)

(…)

Woran arbeitete Caspar Decurtins 1877

1877 arbeit­ete Cas­par Decurtins im Kern genau an der­sel­ben sozialen Frage wie Marx — aber mit völ­lig ander­er kul­tureller Antwort.

Nicht:

  • Rev­o­lu­tion,
  • Klassenkampf,
  • Auflö­sung religiös­er Ord­nung,

son­dern:

  • katholis­che Gegenöf­fentlichkeit,
  • regionale Selb­stor­gan­i­sa­tion,
  • Genossen­schaftlichkeit,
  • sprach­liche Selb­st­be­haup­tung,
  • soziale Infra­struk­tur,
  • poli­tis­che Verdich­tung der Cadi.

Und genau 1877 ist sym­bol­isch stark:

Marx veröf­fentlicht bere­its seit Jahrzehn­ten.
Der indus­trielle Kap­i­tal­is­mus explodiert.
Die Mod­erne polar­isiert sich ent­lang ((Liberalismus)Sozialismus).

Und gle­ichzeit­ig entste­ht in der Sur­sel­va:
La Ligia Grischa mod­er­na als kul­tureller Res­o­nanzraum.

Decurtins arbeit­et:

  • an Vere­inen,
  • Zeitun­gen,
  • Net­zw­erken,
  • Bil­dung,
  • Sprache,
  • katholis­ch­er Sozialor­gan­i­sa­tion,
  • regionaler Kohärenz.

Also:
nicht primär an Ide­olo­gie,
son­dern an sozialer Anschlussfähigkeit.

Das macht ihn aus eurem Zugriff so inter­es­sant.

Denn:
Er ver­sucht nicht ein­fach „die Ver­gan­gen­heit zu ret­ten“.

Er ver­sucht:
die soziale Frage der Mod­erne mit ein­er anderen Kul­turtech­nik zu beant­worten.

Darum passt „ultra­mon­tan“ his­torisch nur ober­fläch­lich.

Tiefer betra­chtet arbeit­ete Decurtins:

  • an Gegen­macht,
  • an kul­tureller Resilienz,
  • an verteil­ten Res­o­nanzräu­men,
  • an sozialer Kohärenz unter den Bedin­gun­gen der Mod­erne.

Fast kön­nte man sagen:

Marx suchte die Befreiung durch Geschichte.
Decurtins suchte die Sta­bil­isierung sozialer Res­o­nanz inner­halb der Geschichte.

(…)

(…)

(…)

das nadelöhr und die reichen

Die Stelle lautet sin­ngemäss:

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reich­er in das Reich Gottes gelangt.“

Sie ste­ht u. a. in:

  • Evan­geli­um nach Markus 10,25
  • Evan­geli­um nach Matthäus 19,24
  • Evan­geli­um nach Lukas 18,25

Der Kon­text ist wichtig:
Ein reich­er Mann fragt Jesus, was er tun müsse, um „ewiges Leben“ zu erhal­ten. Jesus fordert ihn auf, seinen Besitz zu verkaufen und den Armen zu geben. Der Mann geht trau­rig weg, „denn er hat­te viele Güter“.

Es ist also weniger:

  • „Reich­tum = böse“

son­dern eher:

  • Besitz bindet.
  • Eigen­tum erzeugt Abhängigkeit.
  • Reich­tum erschw­ert Loslö­sung, Ver­trauen und Gle­ich­heit.

His­torisch wurde das sehr unter­schiedlich gele­sen:

  1. Asketisch
    Frühchristlich oft radikal:
    Reich­tum wider­spricht dem Evan­geli­um.
  2. Moralisch
    Nicht Reich­tum selb­st sei das Prob­lem, son­dern die „Anhänglichkeit“.
  3. Struk­turell
    Reich­tum bedeutet Macht über Zugang, Ord­nung, Legit­i­ma­tion und Durch­set­zung.
    Dann wird die Stelle sozialpoli­tisch explo­siv.
  4. Lib­er­al-the­ol­o­gisch
    Die Stelle wird oft entschärft:
    „Mit Gott ist alles möglich.“
    (direk­ter Folge­satz der Bibel­stelle)

Inter­es­sant ist:
Jesus sagt nicht:

  • „Reiche sind schlechte Men­schen.“

Son­dern:

  • Die Form des Reich­tums erzeugt ein Prob­lem für das Reich Gottes.

Und genau dort wird die Stelle bis heute poli­tisch.

(…)

(…)

(…)

Wer sind “die reichen” der kulturform der antike in der kulturform der moderne?

Inner­halb der Kul­tur­form der Mod­erne sind „die Reichen“ der religiösen Kul­tur­form ver­mut­lich jene gewor­den,

  • die zu viel Sinn besitzen,
  • zu viel Gewis­sheit,
  • zu viel Wahrheit,
  • zu viel Erlö­sung,
  • zu viel moralis­che Sicher­heit.

Also:
diejeni­gen,
die sich noch voll­ständig inner­halb ein­er geschlosse­nen religiösen Ord­nung bewe­gen kön­nen.

Für die Mod­erne erscheint das dann wie:

  • Dog­ma,
  • Still­stand,
  • Unfrei­heit,
  • Vor­mod­erne,
  • man­gel­nde Autonomie.

Darum wurde die Kirche in der Mod­erne oft genau so beobachtet wie früher der Gel­dadel:
als Besitz­s­tandswahrung.

Inter­es­sant ist aber:
Die Mod­erne erzeugt sofort ihre eige­nen „Reichen“:

  • Bil­dungsre­iche,
  • Besitzre­iche,
  • Daten­re­iche,
  • Tech­nolo­giere­iche,
  • Aufmerk­samkeit­sre­iche.

Also Men­schen oder Sys­teme,
die so stark in der beste­hen­den Struk­tur investiert sind,
dass echter Kul­tur­wech­sel für sie fast unmöglich wird.

Darum ist der „Reiche“ kul­tur­formthe­o­retisch vielle­icht all­ge­mein­er:

Der Reiche ist der­jenige,
dessen Exis­tenz von der Sta­bil­ität der aktuellen Kul­tur­form prof­i­tiert.

(…)

(…)

(…)

(…)

Nächster Titel

(…)

(…)

Nächster Titel

(…)

(…)

(…)

Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?

Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…

(…)

(…)

(…)

Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…

(…)

(…)

(…)



Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Beken­nt­nis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Dra­ma, (7) Tabu
Arbeits­form: Doku­men­ta­tion, Lis­ten­bil­dung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Screenshot-2025-07-29-03.55.40-1024x1024.png

Ste­fan M. Sey­del, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Fest­spiel 1901″ (2019, Foto­cre­d­it: Charles Schny­der):  Twit­ter, Wikipedia (Lem­ma), Youtube (aktuell), Sound­cloud, Mastodon, Insta­gram (ges­per­rt), Snapchat, Tik­Tok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) |

Exk­lu­siv: speakerbooking.ch/sms2sms

About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)

Ste­fan M. Sey­del, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialar­beit­er und Kün­stler. Er machte nach ein­er Beruf­slehre als Hochbauze­ich­n­er einen Bach­e­lor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Mas­ter in der gle­ichen Diszi­plin bei Sil­via Staub-Bernasconi in Berlin. Seine über­wiegend selb­st­ständi­ge Tätigkeit kreist um das The­ma der Entwick­lung und Real­isierung von Pilot- und Impul­spro­jek­ten für renom­mierte Auf­tragge­berin­nen.

Als Kün­stler hat er Ausstel­lun­gen und Per­for­mances auf inter­na­tionaler Ebene präsen­tiert, darunter in der Roy­al Acad­e­my of Arts in Lon­don, dem Deutschen His­torischen Muse­um in Berlin oder ein­er Einze­lausstel­lung “Kun­st Macht Prob­leme” in der Cryp­ta Cabaret Voltaire, Birth­place of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kat­e­gorie Wis­sensver­mit­tlung aus­geze­ich­net und hat diverse Ehrun­gen durch Web­by Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhal­ten.

Ste­fan war Jury-Mit­glied des Next Idea Prix Ars Elec­tron­i­ca 2010 und war drei Jahre Mit­glied der Schulleitung des Gym­na­si­ums Kloster Dis­en­tis. Sein Wis­sen und seine Erfahrung im Bere­ich der Infor­ma­tion und Tech­nolo­gie haben ihm auch dabei geholfen, mit Sta­tis­tik Stadt Zürich und Wiki­me­dia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusam­men­zuar­beit­en.

Sein Engage­ment im Bere­ich der frei­willi­gen Arbeit führte ihn in das Prä­sid­i­um Inter­na­tionaler Bodensee Club (Leitung Fach­gruppe Wis­senschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsi­dent des von Paul Wat­zlaw­ick ini­ti­ierten P.E.N.-Club Liecht­en­stein. Sey­del hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Büch­er zusam­men mit sein­er Part­ner­in Tina Piazzi veröf­fentlicht, viele Kolum­nen, Fach­texte und jour­nal­is­tis­che Texte pub­liziert.

Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblog­ging. In seinem Blog ver­ar­beit­et er seine The­men. Einige davon wer­den auf Anfra­gen zu les­baren Tex­ten ver­tieft, andere wer­den zu Vorträ­gen aus­ge­baut. Bei Carl Auer Ver­lag in Hei­del­berg, sam­melt er “Ele­mente ein­er näch­sten Kul­tur­form”. Seine Entwick­lun­gen im Kon­text der sozial­räum­lichen Inter­ven­tion (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beant­wor­tung der Sozialen Frage.

Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in sein­er zweit­en Leben­shälfte vom Bodensee der Rhein­quelle ent­ge­gen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr soge­nan­nte Pas­sadis und #Feed­logs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeet­ings an inten­tionalen Fra­gen in einem Lifestream. (so?) Text sup­port­ed by #TaaS

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Screenshot-2022-11-03-10.43.39-1536x967.png

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Ste­fan M. Sey­del, Junius-Ver­lag Ham­burg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist FeDpKuEXgAAQM2E.jpeg

#dfdu = DIE FORM DER UNRUHE | blog: dissent.is | about: dissent.is/sms | dissent.is/muster

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Screenshot-2025-04-10-16.01.49-1024x281.png
Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Screenshot-2025-07-20-17.25.09.png

Indizis locals tras il canal What­sApp.