#TheBlindSpot | Was die Kulturform der Moderne nicht sieht? nicht sehen kann? — Ihre eigene Form. Do not be stupid ;-)

Sieh dir Abb. 1 mit Zielscheibe und Kamel aus etwa 20–30cm Abstand an. Halte dein linkes Auge zu und fix­iere mit dem recht­en Auge

M/ein Blog ist m/ein Karten­raum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man pub­liziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreib­stand | warum ich nicht pub­liziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.

  • wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
  • wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
  • wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
  • wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an exper­tisen.

woche 5/2026: aus­gerech­net der #staats­funk the­ma­tisiert: fakt oder fake? span­nend ist, diese woche zu beobacht­en, wer aus dem kon­text der uni­ver­sität aufgerufen wird, und diesen schräg geset­zten frame mith­il­ft zu set­zen, zu legit­imieren und zu kon­trol­lieren, also unsicht­bar zu hal­ten. dissent.is/blindspot (so?)

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Anlass zu diesem Eintrag:

#The­BlindSpot: du siehst nicht — NIE! — was du nicht siehst… aber immer­hin: das kann beobachtet wer­den (so?)

dissent.is/Blindspot

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Summary/Spoiler/TL;DR

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bitte ver­ste­he diesen ein­trag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)

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Das entpsychologisierte #Johari-Fenster

https://de.wikipedia.org/wiki/Johari-Fenster

Die entschei­dende Ver­schiebung lautet:

nicht Selb­st­wahrnehmung ver­sus Fremd­wahrnehmung ein­er Per­son, son­dern Selb­st­beschrei­bung ver­sus Fremdbeschrei­bung eines sozialen Sys­tems.

im Sys­tem kom­mu­nizier­barim Sys­tem nicht kom­mu­nizier­bar
ausser­halb eben­falls beobacht­bar1. öffentlich­er Bere­ich2. struk­tureller Blindspot
ausser­halb nicht beobacht­bar3. internes Wis­sen / Geheim­nis4. unbeobachteter Bere­ich
  1. Öffentlich­er Bere­ich

Das Sys­tem beschreibt sich so, wie es auch von aussen beobachtet wird.

Beispiel: Eine Hochschule beze­ich­net sich als Bil­dungsin­sti­tu­tion, und ihre Umwelt erken­nt sie eben­falls als solche.

  1. Struk­tureller Blindspot

Andere beobacht­en etwas, das inner­halb des Sys­tems nicht anschlussfähig ist.

Beispiel: Mitar­bei­t­ende und Öffentlichkeit erken­nen Machtkonzen­tra­tion; die Organ­i­sa­tion kom­mu­niziert darüber nur als «effiziente Führung».

Das wäre nicht ein­fach fehlen­des Feed­back. Die Organ­i­sa­tion besitzt möglicher­weise gar keine Sprache, in der sie die Beobach­tung ver­ar­beit­en kön­nte.

  1. Internes Wis­sen oder Geheim­nis

Inner­halb des Sys­tems ist etwas bekan­nt, wird nach aussen aber nicht kom­mu­niziert.

Beispiele: informelle Entschei­dungswege, interne Kon­flik­te, reale Machtzen­tren, stillschweigend geduldete Regelver­stösse.

  1. Unbeobachteter Bere­ich

Wed­er Selb­st­beschrei­bung noch Fremdbeschrei­bung erfassen die wirk­same Struk­tur.

Dieser Bere­ich wird erst durch Krisen, neue Ver­gle­ichsmöglichkeit­en oder einen Wech­sel der Beobach­tungs­form sicht­bar.

Der Gewinn wäre erhe­blich:

  1. Die Per­son ver­schwindet als ver­meintlich­er Behäl­ter von Eigen­schaften.
  2. Der blinde Fleck wird als Pro­dukt von Kom­mu­nika­tion ver­standen.
  3. Feed­back wird durch Fremdbeschrei­bung erset­zt.
  4. Man kann Organ­i­sa­tio­nen, Pro­fes­sio­nen, Insti­tu­tio­nen und Kul­tur­for­men analysieren.
  5. Man erken­nt, dass Blindspots nicht bloss Fehler sind, son­dern Sys­teme sta­bil­isieren kön­nen.

Die Gren­ze bleibt: Ein soziales Sys­tem «weiss» nichts wie ein Bewusst­sein. Es kom­mu­niziert, erin­nert, ver­schweigt, markiert oder ent­the­ma­tisiert. Darum müssten die Achsen präzis­er laut­en:

inner­halb des Sys­tems kom­mu­nika­tiv anschlussfähig
ver­sus
inner­halb des Sys­tems kom­mu­nika­tiv nicht anschlussfähig.

Die zuge­spitzte Form wäre:

Das Johari-Fen­ster fragt: Was weiss ich nicht über mich?
Das sozi­ol­o­gis­che Fen­ster fragt: Was kann ein soziales Sys­tem über sich selb­st nicht kom­mu­nizieren?

Und für deinen Blindspot:

Der Blindspot ist nicht das, was wir noch nicht gese­hen haben.
Er ist das, was unsere Form des Sehens uns nicht sehen lässt.

Die Matrix ist meine sozi­ol­o­gis­che Rekon­struk­tion, kein etabliertes Stan­dard­mod­ell. The­o­retisch anschlussfähig ist sie vor allem an Niklas Luh­manns Unter­schei­dung von Selb­st­beschrei­bung, Fremd­beobach­tung und Beobach­tung zweit­er Ord­nung.

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Archiv: Stand des Eintrages

Das Man­i­fest zur Über­win­dung des blind­en Flecks der Kul­tur­form der Mod­erne

1. Die Form ist die Möglichkeit der Struk­tur.
Struk­tur ist das, was sich zeigt. Form ist das, was ermöglicht, dass über­haupt etwas als Struk­tur erscheinen kann.

2. Die eigene Form bleibt unsicht­bar.
Was als nor­mal gilt, bleibt ver­bor­gen – weil wir mit dieser Form sehen. Wir erken­nen unsere Form nicht, wir erken­nen durch sie.

3. Analyse, Reflex­ion, Kri­tik verän­dern Struk­turen – aber nicht ihre Form.
Der blinde Fleck liegt nicht in den Inhal­ten, son­dern im Rah­men des Möglichen. Die Mod­erne kann nicht erken­nen, was sie selb­st her­vor­bringt.

4. Kul­tur ist das, was als nor­mal erscheint.
Nicht das Wahre, nicht das Richtige – son­dern das, was in einem sozialen Raum plau­si­bel gilt. Kul­tur ist kontin­gente Ord­nung im Vol­lzug.

5. Kul­tur wan­delt sich ständig.
Struk­turen verän­dern sich laufend – in Sprache, Tech­nik, All­t­ag. Doch dieser Wan­del geschieht inner­halb ein­er sta­bilen Form.

6. Ein Wech­sel ist etwas anderes als Wan­del.
Ein Formwech­sel verän­dert nicht nur, was geschieht – son­dern, was geschehen kann. Er ver­schiebt den Möglichkeit­sraum des Sozialen.

7. Struk­tur fol­gt Form.
Was nicht mehr passt, kann nicht reformiert, son­dern muss neu formiert wer­den. Alte Struk­turen brechen, wenn die Form nicht mehr trägt.

8. Form lässt sich nicht direkt beobacht­en – aber kon­stel­lieren.
Eine Kul­tur­form sieht sich selb­st nicht. Am ehesten erken­nt sie sich, wenn sie ins Muse­um geht – oder auf Reisen. Doch auch dort begeg­net sie meist nur sich selb­st, bestätigt im Unter­schied.

9. #TheLuh­man­n­Map kon­stel­liert Kul­tur­for­men.
Sie stellt sie nicht gegenüber, son­dern in Beziehung – ent­lang inten­tionaler Fra­gen. Auch die Kul­tur­form der Mod­erne wird dabei zur Fig­ur auf der Karte. Erst mit dieser Dis­tanz wird der blinde Fleck sicht­bar.

10. Dif­ferenz macht sicht­bar, nicht Tiefe.
Die Map operiert nicht mit Wahrheit, son­dern mit Unter­schei­dung: — + ≠ #
Was als selb­stver­ständlich galt, wird les­bar – nicht durch Analyse, son­dern durch Kon­stel­la­tion. Der blinde Fleck lässt sich nicht aufdeck­en, aber umstellen.