“Wenn die regelbasierten Koordinationsleistungen einer Organisation hinreichend präzise formulierbar sind, können diese via Blockchain und Smart Contracts weitgehend aus der Organisation herausgelöst und infrastrukturell organisiert werden.”
#TVRCM
MAKING OF…
ACHTUNG: das projekt “Kartoffeln & Blockchain” ist KEIN projekt des klosters disentis. aber das projekt ist dort bekannt. immerhin ;-) auf der jagt nach den krypto-milliardären im tessin, gibts halt auch “kollateral schäden”. aber daruf nehmen ja nicht einmal mehr demokratische staaten rücksicht. (so?)
SPRACHE
Eine Mutter wiegt in ihrem tief eingeschneiten Holzhaus ihr Baby in seligen Schlaf und beruhigt damit auch gleich sich selbst…
SCHRIFT
Die eindrücklichsten Bilder werden in die Wände geritzt, berührendsten Gedichte und schönsten Melodien werden der Flüchtigkeit der Zeit entrissen und der nächsten Generationen zur Auswahl überlassen…
BUCHDRUCK
Jedes noch so geheimste Wissen wird auf die Strassen gepresst. “Aus Literatur wird Littering” mit dem grandiosen Mehrwert, dass nun die #Kritik den “Spreu vom Weizen” trennt…
COMPUTER
Alles, was an Daten, Informationen & Wissen verfügbar ist, kann künstlich mit anderen Daten, Informationen & Wissen verbunden werden und wirkt mind-blowing… Das ist natürlich intelligent. Aber auch das ist lediglich ein nächster Anfang:
So wie vorher SPRACHE, SCHRIFT, BUCHDRUCK, COMPUTER auch bloss auf den dramatischen Zerfall ihres Möglichkeitsraums reagiert haben:
- SPRACHE
reagiert auf die rohe Durchsetzung der Gewalt des Stärkeren und formulierte völlig andere Empfindungen und Gefühle aus…
+ SCHRIFT
löst die Menschen aus der Klebrigkeit sozialer Rituale und weitete im Studium der heiligen Schriften den Blick über “Blut und Boden” hinaus ins göttliche Weite…
≠ BUCHDRUCK
reiht “die heilige Schrift” in der universitären Bibliothek neben alle anderen Büchern und zeigte ihre Optionalität…
# COMPUTER
verbindet das weit Verzettelte und zwischen Buchdeckeln Abgeschlossene und unter Eigentumsrechten Verwaltete…
Jeder Medienwechsel öffnete den Raum der sozialen Struktur und streute “Sand ins Getriebe”. Nicht, dass ein Medienwechsel “die Gesellschaft der Gesellschaft” vom Kopf auf die Füsse gestellt hätte. (Auch wenn dieses Potenzial durchaus da wäre. Darum ja auch der “Stress im System” ;-) Worauf aber geachtet werden kann, das Leben von Menschen ein bisschen besser zu machen?
ANORDNUNG
Ziel ist Anarchie: eine soziale Struktur, die Herrschaft rigoros ablehnt, Macht als Möglichkeit erkennt, Zentren ignoriert, keine Peripherie kennt und Ordnung nicht durch Befehl, sondern durch freie Vereinbarungen erzeugt.
ZUGANG
Ziel ist Commons: ein sozialer Raum, in dem Ressourcen, Infrastrukturen und Möglichkeiten nicht exklusiv verknappt, sondern gemeinsam zugänglich, nutzbar und pflegbar werden.
LEGITIMATION
Ziel ist Inklusion: eine soziale Ordnung, die ihre Kriterien offenlegt, Widerspruch und nach einen musterhaften Umgang mit Dissens sucht und Entscheidungen so gestaltet, dass Gerechtigkeit & Fürsoglichkeit sich komplementäre ergänzen können.
DURCHSETZUNG
Ziel ist Pazifismus: rigorose Gewaltfreiheit, diktatorische und paternalistische Zwang erkennt, benennt und ablehnt und alltagspraktisch deeskalativ wirkt.
Wie in diesem Zusammenhang eine Blockchain unterstützen wirken könnte?
Genau darum geht es in diesem Papier.
M/ein Blog ist m/ein Kartenraum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.
- wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
- wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
- wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
- wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an expertisen.
#TheVeryRealCryptoMovement #TVRCM
— dissent.is/███████ (@sms2sms) March 15, 2026
„From #Commons to #NFTs“ ist eine (erweiterte) Essayreihe, initiiert von Shu Lea Cheang, #FelixStalder und Ewen Chardronnet. Angesichts der spekulativen Blase (und ihres Platzens) rund um NFTs bringt die Reihe den Begriff der Commons aus der… https://t.co/8C24hP5M98 pic.twitter.com/fLkKWwIwQc
die ganze playlist auf WikiDienstag.ch | abonniere kostenlos den WhatsApp-channel #LavinaNera treis
Anlass zu diesem Eintrag:
Jaromil hat mir seinen Text gezeigt. (Übersetzung weiter unten.) Diesen hat mir nun #chatGPT übersetzt. Ich will auf diesen Text reagieren… i dedicate this text to my grandson Lui Elio ;-)

Summary/Spoiler/TL;DR
“From Commons to NFTs” is an (expanded) essay series initiated by Shu Lea Cheang, Felix Stalder and Ewen Chardronnet. In light of the speculative bubble around NFTs (and its bursting), the series brings back the notion of the commons from around the turn of the millennium in order to reflect on — and intervene in — the transformation of the collective imagination and its divergent futures. On the last day of each month, Makery publishes a new contribution to this chain of essays.
Stefan M. Seydel, aka @sms2sms, has so far not been invited by the gatekeepers of value. Here is his proposed text. NotebookLM discussed the text in detail:
Stefan M. Seydel/sms ;-) works at the intersection of art, technology and social infrastructure. His projects move between media art, network theory and practical commons experiments. His work has been shown at the Royal Academy of Arts London, the Deutsches Historisches Museum Berlin and the Cabaret Voltaire Zurich. He was a jury member for #NextSociety at Ars Electronica and was invited to work at the Vilém Flusser Archive in Berlin. He is co-author of the two books “Die Form der Unruhe”, #dfdu (Junius Verlag, Hamburg). His main practice has been writing in the net (@sms2sms — a handle Hannah Arendt might have appreciated) since the early days of the internet — vlogging at WikiDienstag.ch and blogging at dissent.is. | notebooklm produzierte diese diskussion:
The series “From Commons to NFTs” has brought together seven very different voices. Together they opened a question: What happens to commons when technical infrastructures such as blockchain appear?
Dieser Text von Stefan M. Seydel hinterfragt die Entwicklung von digitalen Gemeingütern hin zu spekulativen NFTs und plädiert stattdessen für eine Rückbesinnung auf reale Infrastrukturen. Er analysiert verschiedene Beiträge einer Essayreihe und kritisiert, dass der aktuelle Fokus zu stark auf digitalem Eigentum und künstlicher Knappheit liegt. Anstatt Blockchain lediglich als Finanzinstrument zu betrachten, sieht der Autor darin eine technopolitische Möglichkeit, soziale Regeln transparent und dezentral zu organisieren. Als praktisches Beispiel für diesen „Stresstest“ dient die gemeinschaftliche Versorgung mit Kartoffeln im Umfeld des Klosters Disentis. Historische Parallelen zur Reformation und medientheoretische Ansätze von Niklas Luhmann untermauern dabei die Forderung nach neuen, funktionierenden Netzwerken. Letztlich versteht die Bewegung #TheVeryRealCryptoMovement Technologie als Werkzeug für eine moderne, gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen wie Energie, Wissen und Nahrung.
Und jetzt diskutierte #NotebookLM noch in deutsch (und velwechsert) ziemlich viel. egal: Der letzte Punkt werde ich nach meinem Text als Kritik transkribieren und darauf reagieren ;-)
bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)
#TheVeryRealCryptoMovement, by Stefan M. Seydel/sms ;-)
„From Commons to NFTs“ ist eine (erweiterte) Essayreihe, initiiert von Shu Lea Cheang, Felix Stalder und Ewen Chardronnet. Angesichts der spekulativen Blase (und ihres Platzens) rund um NFTs bringt die Reihe den Begriff der Commons aus der Zeit um die Jahrtausendwende zurück, um über die Transformation der kollektiven Vorstellungskraft und ihre divergierenden Zukünfte nachzudenken und in sie einzugreifen. Am letzten Tag jedes Monats veröffentlicht Makery einen neuen Beitrag dieser „chain essays“.
Stefan M. Seydel, aka @sms2sms, wurde bisher von den Gatekeepern des Wertvollen nicht gefragt. Hier sein Textvorschlag. (so?)
Original: Deutsch, automatisch Übersetzt in Englisch nachfolgend.
Die Serie „From Commons to NFTs“ versammelte bisher 7 kluge Stimmen aus Kunst, Theorie und Kryptokultur. Sie untersucht die Transformation digitaler Kultur von Commons hin zu tokenisierten Eigentumsformen. Nach der Lektüre bleibt ein seltsamer Eindruck zurück: Die Debatte bewegt sich überwiegend im Raum der Symbole: Kunstwerke, Tokens, Märkte, Eigentumstitel. Doch die ursprüngliche Idee der Commons bezog sich nie auf digitale Bilder, sondern auf reale Infrastrukturen gemeinsamer Nutzung: Wasser, Land, Wissen, Netze, Produktionsmittel.
Der NFT-Boom erscheint in diesem Licht weniger als Fortsetzung der Commons-Tradition, sondern eher als deren Verkehrung: Er markiert eine nächste Phase der Einhegung des Sozialen Raumes mit anderen Mitteln.
Die eigentliche Frage lautet daher nicht, wie Commons zu NFTs wurden, sondern ob Blockchain-Technologien überhaupt geeignet sind, die traditionelle Commons-Infrastrukturen auf der Höhe der Zeit zu unterstützen – jenseits von Spekulation, Kunstmarkt und künstlicher Knappheit.
Oder zusammengefasst, was ich bisher gehört habe:
- Commons sind Infrastruktur
NFTs sind Eigentumstitel. - Digitale Kultur war Überfluss
NFTs simulieren Knappheit. - Blockchain ist Infrastruktur
NFTs sind Marktprodukte. - Der Kunstmarkt testet Token
Commons entstehen anderswo. - Die offene Frage ist nicht NFT
Die offene Frage ist Infrastruktur.
Das ist ein auf- und anregender Ansatz, an welchem ich gerne ansetzen möchte:
LASST UNS MIT DEM ANFANG BEGINNEN. bitte #34C3 pic.twitter.com/LSrRRWu7jB
— dissent.is/███████ (@sms2sms) December 28, 2017
Lasst uns mit dem Anfang beginnen!
Die Spur, der wir folgen werden, ist einfach: Commons sind Infrastrukturen gemeinsamer Nutzung.
Frage
Was sind Commons?
Antwort
Commons sind Infrastrukturen gemeinsamer Nutzung.
Nicht Ideen.
Nicht Ideologien.
Praktiken.
Wasser wird gemeinsam genutzt.
Land wird gemeinsam bewirtschaftet.
Wissen wird gemeinsam weitergegeben.
Netze werden gemeinsam betrieben.
Commons entstehen dort, wo Menschen Regeln für geteilte Nutzung entwickeln.
Nicht als Theorie.
Als Praxis.
Folget der Spur
Ein Kind krabbelt auf allen vieren durch einen Raum.
Es folgt einer Linie auf dem Boden.
Folget der Spur.
Spuren sind selten gerade Linien.
Sie verbinden Zeiten, Orte und Experimente.
Die Spur, der dieser Text folgt, beginnt bei frühen Commons-Praktiken.
Sie führt über die radikalen Kräfte der Reformation in Zürich.
Sie berührt die grossen Debatten der Soziologie über Öffentlichkeit und Kommunikation.
Und sie erreicht schliesslich die Experimente von Künstlerinnen, Hackerinnen und Cyberfeministinnen im Raum von Code und Infrastruktur.
Die Spur verläuft ungefähr so:
| Station | Frage |
|---|---|
| Commons | Wie organisieren Menschen gemeinsame Nutzung? |
| Reformation | Wie lässt sich der soziale Raum neu ordnen? |
| Soziologie | Kommunizieren Menschen – oder kommuniziert Kommunikation? |
| Cyberfeminismus | Können Probleme im Code verschwinden, statt im Diskurs zu bleiben? |
| Blockchain | Welche Infrastruktur ermöglicht neue Commons? |
Der Weg dieses Textes folgt genau dieser Spur.
Und sie führt – vielleicht überraschend – zu einem sehr einfachen Ort:
zu Kartoffeln.
Und zu der Frage, ob neue Infrastruktur helfen kann, Commons wieder praktisch zu organisieren.
Die radikalen Kräfte der Reformation in Zürich als Commons-Labor
Die radikalen Kräfte der Reformation in Zürich als Commons-Labor
Wenn Commons Infrastrukturen gemeinsamer Nutzung sind, dann waren die radikalen Kräfte der Reformation eines der frühesten grossen Experimente, den sozialen Raum entlang solcher Prinzipien neu zu organisieren.
Im Zürich des 16. Jahrhunderts entstand eine Bewegung, die nicht nur Theologie diskutierte, sondern konkrete Formen gemeinsamer Praxis entwickelte. Gemeinden wurden neu organisiert, Besitz neu geregelt, Autorität neu begründet. Die Frage war immer dieselbe: Wie kann gemeinsames Leben organisiert werden?
Die verschiedenen Strömungen der radikalen Reformation lassen sich als unterschiedliche Experimente entlang zentraler Dimensionen sozialer Organisation lesen.
| Bewegung | Historische Vertreter | Zentrale Praxis | Dominante Dimension |
|---|---|---|---|
| Täufer (Zürich) / später Quäker | Felix Manz, Conrad Grebel / George Fox | persönliche Autorität des Glaubens | Legitimation |
| Hutterer | Jakob Hutter | radikale Gütergemeinschaft | Zugang |
| Mennoniten | Menno Simons | Gewaltfreiheit | Durchsetzung |
| Amische | Jakob Ammann | strenge Gemeinschaftsordnung | Anordnung |
Diese Bewegungen experimentierten mit neuen Formen sozialer Infrastruktur: Gemeinschaften ohne staatliche Gewalt, Besitzformen ohne individuelle Akkumulation, Autorität ohne zentrale Institution.
Sie stellten praktische Fragen:
Wie ordnen wir unser Zusammenleben?
Wer hat Zugang zu Ressourcen?
Was gilt als legitim?
Wie setzen wir gemeinsame Regeln durch?
Commons entstehen genau in diesem Feld praktischer Antworten.

Krise als Chance: Der stets prekäre Wechsel des dominanten Kommunikationsmedium
Geschichte bewegt sich selten gleichmässig.
Sie bewegt sich sprunghaft.
Immer dann, wenn ein neues dominantes Kommunikationsmedium auftaucht, geraten bestehende Ordnungen in eine Krise. Institutionen verlieren ihre Selbstverständlichkeit. Neue Praktiken entstehen an den Rändern.
Der Soziologe Niklas Luhmann beschrieb diese grossen Verschiebungen als Medienwechsel:
Sprache.
Schrift.
Buchdruck.
Computer.
Der entscheidende Schritt seiner Theorie ist eine radikale Verschiebung der Perspektive.
Nicht Menschen kommunizieren.
Kommunikation kommuniziert.
Der Mensch ist nicht der Operator des Sozialen.
Er gehört zur Umwelt der Kommunikation.
Diese Verschiebung ermöglicht es, das Soziale als kontingenten Raum zu beobachten. Kommunikation entsteht nur dort, wo Information, Mitteilung und Verstehen zu einer Einheit zusammenfallen – und anschlussfähig werden.
Dominante Kommunikationsmedien erweitern dabei jeweils die Möglichkeiten solcher Anschlüsse. Sie ersetzen die früheren Medien nicht, sondern erweitern und überlagern sie.
| Symbol | Dominantes Kommunikationsmedium | Stärke des Mediums | Neue Möglichkeit |
|---|---|---|---|
| — | Sprache | unmittelbare Ko-Präsenz | gemeinsames Handeln im Moment |
| + | Schrift | Speicherung | Kommunikation über Zeit |
| ≠ | Buchdruck | Vervielfältigung | Kommunikation über grosse Räume |
| # | Computer | Vernetzung / Programmierbarkeit | Kommunikation als Infrastruktur |
Jeder Medienwechsel eröffnet neue Möglichkeitsräume – und erzeugt gleichzeitig Krisen der bestehenden Ordnung.
Der Buchdruck erschütterte im 16. Jahrhundert die religiöse und politische Ordnung Europas. Pamphlete, Bibelübersetzungen und Flugschriften zirkulierten plötzlich ausserhalb kirchlicher Kontrolle.
In dieser Situation entstanden radikale Experimente gemeinschaftlicher Praxis.
Die Täuferbewegung in Zürich war eines davon.
Krisen sind deshalb nicht nur Zusammenbrüche.
Sie sind Laborräume.
Neue Kommunikationsmedien öffnen Möglichkeitsräume, in denen Menschen beginnen, soziale Praxis neu zu organisieren: Zugang, Legitimation, Anordnung und Durchsetzung werden neu verhandelt.
In Zeiten stabiler Medien bleibt diese Struktur meist unsichtbar.
In Zeiten des Medienwechsels wird sie sichtbar.
Und genau in solchen Momenten entstehen neue Formen von Commons.
Die Form ist die Möglichkeit der Struktur.
Nein, ihr müsst nicht beide Kapitel neu schreiben.
„Krise als Chance“ funktioniert bereits als historische und medientheoretische Erklärung.
Der fehlende Schritt ist nur dieser:
Was beobachten wir in diesem kontingenten Raum?
Das lässt sich elegant im Kapitel „Die Form ist die Möglichkeit der Struktur“ ergänzen.
So könnte das Kapitel aussehen:
Die Form ist die Möglichkeit der Struktur
„Die Form ist die Möglichkeit der Struktur.“
(Tractatus Logico-Philosophicus, TLP 2.033)
Form ist nicht Inhalt.
Form ist Möglichkeit.
Eine Form bestimmt, welche Strukturen überhaupt entstehen können.
Die Form der Sprache ermöglicht Gespräch.
Die Form der Schrift ermöglicht Speicherung.
Die Form des Buchdrucks ermöglicht Vervielfältigung.
Die Form des Computers ermöglicht programmierbare Vernetzung.
Der Soziologe Niklas Luhmann hat gezeigt, dass das Soziale selbst kein Ding ist, sondern ein Prozess: Kommunikation.
Nicht Menschen kommunizieren.
Kommunikation kommuniziert.
Das Soziale entsteht dort, wo Kommunikation anschlussfähig wird.
Und weil Kommunikation immer auch anders möglich wäre, ist der soziale Raum kontingent.
Wenn wir in diesem kontingenten Raum nach Strukturen suchen, richten wir den Blick auf vier grundlegende Fragen sozialer Organisation:
| Dimension | Frage |
|---|---|
| Anordnung | Wie organisieren wir Zusammenleben? |
| Zugang | Wer kann Ressourcen nutzen? |
| Legitimation | Was gilt als gültig? |
| Durchsetzung | Wie werden Regeln wirksam? |
Diese vier Dimensionen bilden den Beobachtungsrahmen für soziale Experimente.
Sie zeigen, wo neue Strukturen entstehen können.
Und genau hier werden Medienwechsel entscheidend.
Neue Kommunikationsmedien verändern die Formen, in denen solche Strukturen überhaupt möglich werden.
Hyperlink was the Message.
Blockchain is the Infrastructure.
Hyperlink was the Message: Blockchain is the Infrastructure
Blockchain ist eine konkrete Ausprägung dieses Mediums.
Der Computer hat Kommunikation nicht nur beschleunigt.
Er hat ihre Form verändert.
Mit dem Web entstand ein neues Grundelement der Kommunikation:
der Hyperlink.
Der Hyperlink verbindet Dokumente.
Blockchain verbindet Regeln.
Damit verschiebt sich erneut die Form der Infrastruktur.
Nicht mehr Institutionen garantieren Regeln.
Netzwerke tun es.
Drei Eigenschaften beschreiben diese neue Form besonders präzise:
| Prinzip | Bedeutung |
|---|---|
| Anyone can verify | Jede Transaktion ist öffentlich überprüfbar |
| Sovereignty is local-first | Kontrolle beginnt beim einzelnen Knoten |
| If a network cannot stand alone, it cannot scale | Nur autonome Netzwerke können wachsen |
Diese Prinzipien beschreiben keine Ideologie.
Sie beschreiben eine Infrastrukturform.
Damit wird eine alte Frage neu gestellt:
Wie organisieren Menschen gemeinsame Nutzung ohne zentrale Kontrolle?
Diese Frage ist älter als das Internet.
Sie steht im Zentrum der Commons-Forschung von Elinor Ostrom, die gezeigt hat, dass gemeinschaftlich genutzte Ressourcen weder Markt noch Staat zwingend benötigen, sondern stabile Regeln lokaler Selbstorganisation entwickeln können.
Ostrom beschrieb diese Ressourcen als Common-Pool-Resources.
| Eigenschaft | Bedeutung |
|---|---|
| Rival | Nutzung durch eine Person reduziert Nutzung für andere |
| Non-excludable | Ausschluss ist schwierig oder teuer |
Commons entstehen dort, wo Gemeinschaften solche Ressourcen dauerhaft organisieren.
Blockchain erweitert genau diese Möglichkeit.
Nicht weil sie Menschen ersetzt.
Sondern weil sie Regeln infrastrukturell stabilisieren kann.
Hier beginnt eine zweite Spur im Denken über Technik.
Seit den 1980er-Jahren weisen feministische Technologietheorien darauf hin, dass technische Systeme nicht neutral sind, sondern neue Formen von Subjektivität und Organisation hervorbringen.
Die vielleicht einflussreichste Figur dieser Diskussion ist Donna Haraway.
Ihr berühmtes Cyborg Manifesto beschrieb bereits 1985 eine Welt, in der die klare Trennung zwischen Mensch, Maschine und Netzwerk zerfällt. Posthumanistische Theorie verschiebt damit den Fokus:
Nicht mehr das autonome Individuum steht im Zentrum. Sondern Netzwerke von Menschen, Maschinen und Infrastrukturen. Genau hier beginnt die politische Bedeutung digitaler Infrastrukturen:
Wenn Kommunikation selbst infrastrukturell organisiert werden kann, dann verändert sich auch die Frage sozialer Organisation. Nicht mehr nur Institutionen strukturieren Zusammenarbeit. Netzwerke können es ebenfalls.
Und genau deshalb ist Blockchain keine Währung.
Sie ist eine Infrastruktur für Regeln.
Der Hyperlink war die Form. — Blockchain ist die Infrastruktur.
Wo weiter lesen?
- Sadie Plant – Nullen + Einsen: Digitale Frauen und die neue Technokultur (1997)
https://mitpress.mit.edu/9780262661133/zeros-and-ones/ - Elinor Ostrom – Governing the Commons (1990)
https://press.princeton.edu/books/paperback/9780521405997/governing-the-commons - Nobelpreis Wirtschaft 2009 – Elinor Ostrom
https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/2009/ostrom/facts/ - Donna Haraway – A Cyborg Manifesto (1985)
https://monoskop.org/images/4/4c/Haraway_Donna_1985_A_Cyborg_Manifesto.pdf - Tim Berners-Lee – Weaving the Web (1999)
https://www.w3.org/People/Berners-Lee/Weaving/
#Commons reloaded
Commons entstehen dort, wo Menschen beginnen, Infrastruktur neu zu organisieren.
- Energie
- Wissen
- Produktion
- Versorgung
Die klassische Commons-Forschung hat gezeigt, dass gemeinschaftlich genutzte Ressourcen weder zwingend Markt noch Staat benötigen. Gemeinschaften können stabile Regeln entwickeln, um gemeinsame Güter dauerhaft zu organisieren.
Mit neuen Kommunikationsmedien verändert sich jedoch die Form, in der solche Regeln entstehen.
In der Kulturform der Moderne wurden solche Fragen vor allem theoretisch verhandelt: in Universitäten, Programmen, Manifesten und politischen Diskursen: Mit dem Computer verschiebt sich diese Logik.
Regeln müssen nicht mehr nur argumentiert werden.
Sie können implementiert werden.
Darum bedeutet #EndOfTheory nicht das Ende von Denken.
Es markiert das Ende einer Kulturform, in der Theorie selbst als primäre Strukturform galt.
Die neue Frage lautet:
Welche Infrastrukturen ermöglichen gemeinsame Nutzung?
#TheVeryRealCryptoMovement
Commons erscheinen damit nicht mehr nur als historische Institutionen. Sie werden zu einer praktischen Gestaltungsaufgabe der Gegenwart. Und genau hier beginnt ein scheinbar unspektakuläres Beispiel interessant zu werden:

Unser Beispiel im Kontext des benediktinischen Klosters Disentis: Kartoffeln & Blockchain
Kartoffeln.
Ein einfaches Gut.
Ein alltägliches Lebensmittel.
Und genau deshalb ein gutes Beispiel.
Nicht weil Kartoffeln spektakulär wären.
Sondern weil an ihnen sichtbar wird, wie komplex reale Versorgungssysteme tatsächlich sind.
Vom Saatgut über Anbau, Lagerung, Transport, Verarbeitung bis zur Küche entsteht eine lange Kette von Regeln, Absprachen und gemeinsamer Nutzung.
Ein reales Netzwerk.
| Ebene | Praxis |
|---|---|
| Landwirtschaft | Anbau, Saatgut, Boden |
| Infrastruktur | Lager, Transport, Energie |
| Verarbeitung | Küche, Handwerk |
| Gemeinschaft | Versorgung, Alltag |
Kartoffeln sind deshalb kein Symbol.
Sie sind ein Asset.
Ein reales Gut innerhalb eines realen Commons-Systems.
Gerade weil Kartoffeln banal erscheinen, eignen sie sich als Stresstest.
Wenn es gelingt, ein Versorgungssystem rund um ein so einfaches Gut transparent, lokal und gemeinschaftlich zu organisieren, dann lässt sich dieses Modell auch auf andere Bereiche übertragen.
Das Ziel ist nicht Tokenisierung.
Das Ziel ist Infrastruktur.
Ein Netzwerk, das Produktion, Wissen, Logistik und Versorgung miteinander verbindet.
Ein Mashup-Network aus realen Orten, lokalen Akteuren und digital überprüfbarer Infrastruktur.
Bauern.
Köche.
Kinder.
Gebaut nicht für Spekulation, sondern für Versorgung.
Der Kontext dafür ist kein Silicon Valley. Der Kontext ist ein Ort mit einer langen Tradition gemeinschaftlicher Organisation: das Umfeld des benediktinischen Kloster Disentis.
Klöster waren über Jahrhunderte Laborräume funktionierender Commons-Systeme: Landwirtschaft, Bildung, Handwerk, Wissenstransfer.
Heute stellt sich eine neue Frage: Kann Blockchain helfen, solche Systeme transparent, lokal und gemeinschaftlich zu organisieren? Nicht als Ersatz für soziale Praxis. Sondern als Infrastruktur, die Vertrauen überprüfbar macht.
Kartoffeln sind dafür nur der Anfang. Ein Stresstest. Ein kleines Asset in einem sehr realen Netzwerk.
Das ist für mich #TheVeryRealCryptoMovement
Der Weg nach oben
Die Reihe „From Commons to NFTs“ hat sieben sehr unterschiedliche Stimmen zusammengebracht. Gemeinsam haben sie eine Frage geöffnet: Was geschieht mit Commons, wenn technische Infrastrukturen wie Blockchain auftreten?
Die Antworten fallen unterschiedlich aus.
Ein Teil der Texte bewegt sich im Raum der digitalen Objekte: Tokens, Kunstwerke, Eigentumstitel, Märkte. Andere Texte verschieben den Blick stärker auf Infrastruktur, Netzwerke und gemeinschaftliche Organisation.
Gerade dieser Unterschied macht die Serie interessant.
Felix Stalder zeigt, dass digitale Objekte immer auch kulturelle Konstruktionen sind. Yukiko Shikata erweitert den Blick in Richtung posthumaner Gemeinschaften. Michelle Kasprzak fragt nach der ethischen Möglichkeit von NFTs. Cornelia Sollfrank und Jaya Klara Brekke markieren die sozialen und ökonomischen Spannungen rund um Eigentum, Kunst und Ungleichheit.
Der Text von Denis „Jaromil“ Roio verschiebt die Perspektive noch einmal deutlich.
Er denkt nicht vom Kunstmarkt her.
Er denkt von Infrastruktur.
Krypto erscheint bei ihm nicht als Spekulationsmaschine, sondern als technopolitisches Instrument: Peer-to-Peer-Netzwerke, kryptographische Verifikation und dezentrale Organisation als neue Form sozialer Koordination.
Genau hier beginnt auch meine eigene Perspektive.
Die eigentliche Frage lautet nicht:
Wie wurden Commons zu NFTs?
Die eigentliche Frage lautet:
Welche Infrastrukturen können Commons heute tragen?
Der Hyperlink hat Wissen vernetzt.
Blockchain kann Regeln vernetzen.
Damit entsteht die Möglichkeit, gemeinschaftliche Systeme transparent und überprüfbar zu organisieren.
Commons erscheinen dann nicht mehr nur als historische Institutionen.
Sie werden zu einer praktischen Infrastrukturfrage.
Energie
Wissen
Produktion
Versorgung
Das Beispiel „Kartoffeln & Blockchain“ ist deshalb kein technischer Gag.
Es ist ein Stresstest.
Wenn ein reales Versorgungssystem – vom Feld bis zur Küche – transparent und gemeinschaftlich organisiert werden kann, dann entsteht ein Modell für viele andere Commons-Infrastrukturen.
Der Weg nach oben beginnt nicht mit grossen Plattformen.
Er beginnt mit kleinen funktionierenden Netzwerken.
Bauern.
Köche.
Kinder.
Lokale Infrastruktur.
Verifizierbare Regeln.
Gemeinschaftliche Nutzung.
Hier beginnt für mich der nächste Schritt.
#TheVeryRealCryptoMovement
Hyperlink → vernetzt Wissen
#TheVeryRealCryptoMovement
Blockchain → vernetzt Regeln

Das ganze Dokument als PDF (work within a tendency)
Q&A nach der Auswertung durch notebookLM:
Frage 1 | Zwingen kryptographische Systeme die komplexe menschliche Realität nicht in ein starres mathematisches Raster?
Kryptographische Systeme sind tatsächlich deterministisch. Genau darin liegt ihre Stärke. Sie definieren klare Regeln und ermöglichen überprüfbare Abläufe.
Aber sie ersetzen nicht die soziale Praxis, in der diese Regeln angewendet werden.
Ein Versorgungssystem – etwa der Weg einer Kartoffel vom Feld auf den Teller – bleibt ein Netzwerk aus Menschen, Beziehungen, Vertrauen und situativen Entscheidungen.
Die technische Infrastruktur bildet nicht das Leben ab.
Sie stabilisiert die Koordination.
Frage 2 | Kann technologische Verifikation soziales Vertrauen überhaupt ersetzen?
Nein.
Technische Verifikation kann Vertrauen nicht ersetzen. Sie kann aber Bedingungen schaffen, unter denen Vertrauen weniger anfällig für Missbrauch wird.
Commons funktionieren historisch genau so:
soziale Praxis plus nachvollziehbare Regeln.
Blockchain verschiebt lediglich einen Teil dieser Regeln in eine überprüfbare Infrastruktur.
Frage 3 | Entsteht nicht eine neue Machtstruktur – nämlich die Herrschaft der Code-Autoren?
Jede Infrastruktur enthält Macht.
Auch traditionelle Commons haben Regeln, Hüter, Institutionen und Verfahren zur Konfliktlösung.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Macht existiert, sondern ob sie sichtbar und überprüfbar ist.
In offenen Protokollen können Regeln gelesen, diskutiert und verändert werden.
Plattformen dagegen verstecken ihre Regeln hinter proprietären Systemen.
Frage 4 | Ist ein reales Versorgungssystem nicht zu komplex, um in Code übersetzt zu werden?
Ja. Und genau deshalb ist das Beispiel der Kartoffel interessant.
Die Kartoffel ist kein digitales Objekt.
Sie ist Teil eines komplexen sozialen Netzwerks aus Landwirtschaft, Logistik, Küche und Alltag.
Gerade deshalb eignet sie sich als Stresstest.
Wenn ein reales Versorgungssystem transparent organisiert werden kann, ohne seine soziale Praxis zu zerstören, dann entsteht ein Modell für neue Commons-Infrastrukturen.
Der entscheidende Punkt bleibt jedoch ein anderer.
Code kann soziale Praxis nicht vollständig abbilden.
- Das ist richtig. Aber genau hier liegt der philosophische Fehler der Kritik.
Sie setzt stillschweigend voraus, dass das Ziel wäre, soziale Praxis vollständig zu codieren.
Das ist aber doch gar nicht das Ziel: Die soziale Praxis bleibt was sie ist: Sozial.
Was sich verändert, ist die Infrastruktur, auf der sie organisiert wird. Wem das Schnappatmung auslöst, ist ja leicht zu erahnen. 2020 nannte ich jene in der NZZ “Dickhäuter” ;-)
NotebookLM denkt:
- Technik bedroht soziale Praxis.Dein Text sagt:
- Technik kann Infrastruktur für soziale Praxis sein.Das sind zwei völlig verschiedene Ausgangspunkte.
#TheVeryRealCryptoMovement
Nächster Titel
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Nächster Titel
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DER BLINDE FLECK
Der Text „Der Anwalt des Teufels“ von #PeterSloterdijk richtet sich gegen eine bestimmte Rolle der Intellektuellen im Deutschland nach 1945. Nach #Auschwitz entstand eine Situation, in der moralische Autorität zum zentralen Bezugspunkt vieler Debatten wurde. Wer argumentierte,…
— dissent.is/███████ (@sms2sms) March 15, 2026
Die Serie ist potentiell interessant, gerade weil sie nicht einfach NFT-Hype reproduziert, sondern die Spannung sauber aufzieht:
- Commons
- digitale Objekte
- Eigentum
- Infrastruktur
- Gemeinschaft
- Krypto als soziale Form
Für mich sind darin mindestens drei Fäden spannend:
- Felix Stalder:
Wahrscheinlich der stärkste Einstieg, weil er die Frage nach digitalen Objekten nicht nur technisch, sondern imaginationspolitisch aufzieht. - Jaromil:
Für dich vermutlich der wichtigste Text, weil er von Infrastruktur her denkt und nicht bloss von Spekulation, Kunstmarkt oder Besitzphantasien. - Cornelia Sollfrank / Jaya Klara Brekke:
Wichtig als Gegengewicht, damit das Ganze nicht in technologischer Selbstverzauberung endet.
Mein knapper Verdacht:
Die Serie wird dann gut, wenn sie nicht fragt, ob NFTs cool sind, sondern was an ihnen als Symptom sichtbar wird:
- der Zerfall klassischer Eigentumsordnungen
- die Simulation von Knappheit
- der Wunsch nach neuen Zugehörigkeitsformen
- und die Verwechslung von Commons mit tokenisiertem Zugriff
Gerade der Titel “From Commons to NFTs” ist stark und gefährlich zugleich:
Er könnte einen Entwicklungsweg behaupten, wo vielleicht eher ein Bruch, eine Perversion oder bestenfalls ein missglückter Übersetzungsversuch vorliegt.
Wenn du willst, lese ich die Serie mit dir Text für Text und gebe dir jeweils:
- die Hauptthese
- den blinden Fleck
- den Ertrag für deine Arbeit an Versorgungssystemen, Commons und Infrastruktur.
Die Essayreihe „From Commons to NFTs“ versammelt sieben Stimmen aus Kunst, Theorie und Kryptopraxis, die untersuchen, wie sich die digitale Kultur vom Ideal gemeinsamer Commons hin zu tokenisierten Eigentumsformen verschiebt – und ob Blockchain zugleich neue Formen von Infrastruktur, Gemeinschaft und politischer Imagination eröffnen kann.
https://www.makery.info/en/category/from-commons-to-nfts/
Die Serie bei MAKERY media for labs
- Shu Lea Cheang (Initiatorin?)
Taiwanesisch-amerikanische Medienkünstlerin. Arbeitet seit den 1990er-Jahren zu Netzkunst, Cyberfeminismus, queerer Politik und Blockchain-Kunst. Bekannt für frühe internetbasierte Kunstprojekte und für Filme wie „Fresh Kill“.
Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Shu_Lea_Cheang
https://shu-lea-cheang.com - Felix Stalder
Schweizer Medien- und Kulturtheoretiker, Professor an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Arbeitet zu digitaler Kultur, Commons, Plattformökonomie und „digital condition“. Autor des Buchs „The Digital Condition“.
Quellen
https://felix.openflows.com
https://zhdk.ch/person/felix-stalder
https://en.wikipedia.org/wiki/Felix_Stalder - Ewen Chardronnet
Französischer Journalist, Kurator und Autor im Bereich Medienkunst, Science-Fiction-Kultur und Netzkunst. War lange mit dem Medienkunst-Magazin „Makery“ verbunden und arbeitet an Schnittstellen von Kunst, Technologie und Open Culture.
Quellen
https://makery.info/en/author/ewen-chardronnet
https://ewenchardronnet.com - Yukiko Shikata
Japanische Kuratorin und Medienkunst-Theoretikerin. Arbeitet zu digitaler Kunst, Netzwerken, KI und technologischer Kultur in Japan. Kuratierte u. a. Ausstellungen am ICC Tokyo und anderen internationalen Medienkunstplattformen.
Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Yukiko_Shikata
https://www.ntticc.or.jp/en/archive/curator/yukiko-shikata/ - Michelle Kasprzak
Kuratorin und Kulturmanagerin im Bereich digitale Kunst und Blockchain-Kunst. War u. a. Direktorin der Kunstinstitution „V2_ Lab for the Unstable Media“ in Rotterdam und arbeitet zu NFT-Kunst, digitaler Kultur und Plattformökonomie im Kunstfeld.
Quellen
https://v2.nl/people/michelle-kasprzak
https://www.linkedin.com/in/michelle-kasprzak - Denis „Jaromil“ Roio
Italienischer Hacker, Künstler und Aktivist. Gründer des Dyne.org-Netzwerks. Bekannt für Arbeiten zu freier Software, Kryptographie, Peer-to-Peer-Infrastruktur und digitaler Autonomie. Entwickelte u. a. Dyne:bolic und beteiligt sich an Projekten rund um Krypto-Infrastruktur.
Quellen
https://jaromil.dyne.org
https://dyne.org
https://en.wikipedia.org/wiki/Jaromil - Cornelia Sollfrank
Deutsche Künstlerin und Medienaktivistin. Arbeitet seit den 1990er-Jahren zu Netzkunst, Urheberrecht, Hacking, Feminismus und digitaler Kultur. Bekannt für Projekte wie „Female Extension“ und für kritische Auseinandersetzungen mit Kunstmarkt und digitalen Eigentumsformen.
Quellen
https://artwarez.org
https://en.wikipedia.org/wiki/Cornelia_Sollfrank - Jaya Klara Brekke
Norwegische Forscherin und Autorin zu Blockchain-Politik, Kryptowährungen und digitalen Infrastrukturen. Arbeitet an der Schnittstelle von politischer Theorie, Technologie und Ökonomie. Autorin von „Disrupting the Ledger“.
Quellen
https://jayabrekke.info
https://www.coindesk.com/author/jaya-klara-brekke
https://www.routledge.com/Disrupting-the-Ledger/Brekke/p/book/9781138619842 - Lee Tzu Tung Taiwanesische Künstlerin und politische Aktivistin. Arbeitet zu Blockchain, Eigentum, Commons und Dekolonisierung. Ihre Projekte untersuchen, wie digitale Technologien (z. B. Smart Contracts oder NFTs) bestehende Eigentumsordnungen sichtbar machen oder unterlaufen können. Beteiligt an dem Kunst- und Forschungsprojekt „Forkonomy()“, das Fragen von Eigentum, Commons und digitaler Governance experimentell untersucht.
Quellen
https://www.makery.info/en/2022/07/31/english-sailing-in-the-pirate-sea-of-art/
https://forkonomy.org
https://www.makery.info/en/category/from-commons-to-nfts/
kurze Zusammenfassung der Serie
- Ausgangspunkt
Die Reihe untersucht den kulturellen Übergang von digitalen Commons (Sharing, Kopie, Überfluss) zu NFT-Eigentumslogiken (Knappheit, Tokenisierung, Markt).
Quelle
https://www.makery.info/en/2022/01/31/english-from-commons-to-nfts/
- Historischer Hintergrund
Die Serie knüpft an die Netzkultur-Debatten der frühen 2000er an, insbesondere an das Kunst- und Forschungsprojekt Kingdom of Piracy.
Damals ging es um:
| frühe Internetkultur | Bedeutung |
|---|---|
| Piraterie | Kopieren als kulturelle Praxis |
| Commons | gemeinsames Wissen |
| freie Zirkulation | keine künstliche Knappheit |
Quelle
https://www.makery.info/en/2022/01/31/english-from-commons-to-nfts/
- Die neue Situation
Mit NFTs wird eine neue Logik eingeführt:
| alte Logik | neue Logik |
|---|---|
| Kopie | Besitz |
| Commons | Token |
| Überfluss | künstliche Knappheit |
Das Internet wird damit teilweise wieder in Eigentumsräume übersetzt.
- Perspektiven der Autor:innen
| Autor | Perspektive |
|---|---|
| Felix Stalder | digitale Objekte und Eigentumsformen |
| Yukiko Shikata | mehr-als-menschliche Commons |
| Michelle Kasprzak | ethische Fragen von NFTs |
| Denis „Jaromil“ Roio | Infrastruktur der Crypto-Bewegung |
| Cornelia Sollfrank | Kunstmarkt und NFT-Hype |
| Jaya Klara Brekke | politische Ökonomie von Crypto |
| Lee Tzu Tung | Eigentum, Piraterie und Dekolonisierung |
Quelle
https://www.makery.info/en/category/from-commons-to-nfts/
- Der eigentliche Konflikt der Serie
Die Texte kreisen um eine zentrale Frage:
Digitale Technologie kann zwei völlig unterschiedliche Richtungen nehmen:
| Richtung | Logik |
|---|---|
| Commons | gemeinschaftliche Infrastruktur |
| NFTs | neue Eigentums- und Spekulationsformen |
- Warum Jaromil in der Serie heraussticht
Jaromil verschiebt die Diskussion:
| typische NFT-Debatte | Jaromil |
|---|---|
| Kunstmarkt | Infrastruktur |
| Token | Protokolle |
| Eigentum | Versorgungssysteme |
Darum passt sein Text strukturell zu deinem Ansatz Kartoffeln & Blockchain:
Blockchain wird dort nicht als Geldsystem gedacht, sondern als Infrastruktur für reale Commons.
Quelle
https://www.makery.info/en/2022/04/30/english-the-real-crypto-movement/
The Real Crypto Movement, Published 30 April 2022 by Denis “Jaromil” Roio (englisch | französisch) | deutsch: (unautorisiert, #chatGPT)
Anmerkung beim automatischen Übersetzen:
*) Link defekt: sms hat einen anderen, hoffentlich passenden Link gewählt

The Real Crypto Movement
Veröffentlicht am 30. April 2022 von Denis „Jaromil“ Roio
„From Commons to NFTs“ ist eine (erweiterte) Essayreihe, initiiert von Shu Lea Cheang, Felix Stalder und Ewen Chardronnet. Angesichts der spekulativen Blase (und ihres Platzens) rund um NFTs bringt die Reihe den Begriff der Commons aus der Zeit um die Jahrtausendwende zurück, um über die Transformation der kollektiven Vorstellungskraft und ihre divergierenden Zukünfte nachzudenken und in sie einzugreifen. Am letzten Tag jedes Monats veröffentlicht Makery einen neuen Beitrag dieser „chain essays“. Vierter Text von Denis „Jaromil“ Roio.
„Die mächtigsten Kräfte, jene, die uns am meisten interessieren, stehen nicht in einer spiegelnden und negativen Beziehung zur Moderne; im Gegenteil, sie bewegen sich auf transversalen Bahnen. Daraus sollten wir nicht schliessen, dass sie sich allem Modernen und Rationalen widersetzen, sondern dass sie daran arbeiten, neue Formen von Rationalität und neue Formen von Befreiung zu schaffen.“
– Negri und Hardt, 2010, „Commonwealth“
Seit Bitcoin vor etwa zehn Jahren das Tabu rund um Geld gebrochen hat, ist im Krypto-Raum sehr viel geschehen. In diesem kurzen Essay werde ich einige techno-politische Instrumente und Versprechen untersuchen, die heute inszeniert werden. Meine Einsichten und Intuitionen stammen aus einer frühen Beteiligung an der cypherpunk-Untergrundsubkultur. In diesem Zusammenhang habe ich Code für Bitcoin Core geschrieben und beraten, ich habe beinahe zufällig das geschrieben, was später als Bitcoin Manifesto bekannt wurde, und ich habe frühe Forks des Bitcoin-Codes veröffentlicht. Es war erst der Beginn des Erfolgs von Bitcoin, als einige von uns vorhersagten, dass bald „Alt-Coins“ erscheinen würden. Ich gehörte damals zu den ersten, die den Begriff „blockchain“ verwendeten, um den technischen Stack zu bezeichnen, der das Wachstum von Bitcoin als dezentralem Netzwerk auf planetarischer Ebene ermöglichte, und ich stellte mir seine Weiterentwicklung in nicht-finanziellen Anwendungsfällen vor, etwa in den Bereichen Energie, Kunst und Notarisierung.
Statt einer historischen Darstellung ist es mein Anliegen, Einsichten in die Zukunft dessen zu teilen, was gemeinhin als „crypto“ bezeichnet wird und dessen Hype 2022 mit dem Markt für Non-Fungible Tokens (NFTs) digitaler Sammlerstücke möglicherweise seinen surrealen Höhepunkt erreicht hat.
Ich werde auch einen Hoffnungsschimmer in der Ethik einer globalen Bewegung aufzeigen, deren Ideologie grossen Einfluss auf die Zukunft der Technologie haben wird: In diesem Text möchte ich zeigen, dass die wirkliche Krypto-Bewegung keine Messe von Soziopathen in Las Vegas ist, sondern eine zeitgenössische Fortsetzung der Commons-Bewegung im Zeitalter der Kryptographie.
Ich werde mich durch umkämpftes Gelände bewegen, um vorzuschlagen, dass die Entstehung dessen, was heute als hyper-finanzielle Ausbeutung des Tauschwerts virtueller Vermögenswerte vermarktet wird, auf einer Technologie beruht, die weiterhin Gebrauchswert für eine Widerstandsbewegung gegen die globale Korruption von Regierungen und Mega-Konzernen besitzt.
From underground rebellion to global currency
Die Geburt der „crypto movement“ ist in ein eklatantes Ereignis finanzieller Ungerechtigkeit eingeschrieben: die Wikileaks-Blockade. Hier ein Zitat aus der historischen Mitteilung, die auf ihrer Website veröffentlicht wurde:
Seit dem 7. Dezember 2010 wurde von Bank of America, VISA, MasterCard, PayPal und Western Union eine willkürliche und rechtswidrige Finanzblockade verhängt. Der Angriff hat 95 % unserer Einnahmen zerstört. […] Die Blockade findet ausserhalb jedes rechenschaftspflichtigen öffentlichen Verfahrens statt. Es gibt weder demokratische Kontrolle noch Transparenz. Die US-Regierung selbst stellte fest, dass es keine rechtlichen Gründe gab, WikiLeaks in eine US-Finanzblockade aufzunehmen. […] Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte hat die Finanzblockade gegen WikiLeaks offen kritisiert. […] Die Blockade errichtet eine Mauer zwischen uns und unseren Unterstützern und hindert sie daran, sich mit der Sache ihrer Wahl zu verbinden und sie zu verteidigen. Sie verletzt die Wettbewerbs- und Handelsgesetze zahlreicher Staaten. Sie richtet sich willkürlich gegen eine Organisation, die in keinem Land eine illegale Handlung begangen hat, und kappt ihre finanzielle Lebensader in jedem Land. […] In den USA ist unsere Veröffentlichung durch den First Amendment geschützt, wie eine Vielzahl angesehener Verfassungsexperten wiederholt gezeigt hat. Im Januar 2011 erklärte der US-Finanzminister Timothy C. Geithner, dass es keinen Grund gebe, WikiLeaks auf eine schwarze Liste zu setzen. Gegen WikiLeaks oder seine Mitarbeiter gibt es nirgendwo auf der Welt Urteile oder auch nur Anklagen.
Die Blockade war eine unmittelbare Reaktion auf die Veröffentlichung der „Cablegate“-Dokumente, bei der eine enorme Menge klassifizierter diplomatischer Dokumente der USA durch WikiLeaks veröffentlicht wurde. Dieses Ereignis gefiel vielen mächtigen Personen in den USA nicht (man kann argumentieren, dass WikiLeaks den militärisch-industriellen Komplex in vielerlei Hinsicht getroffen hat). Gleichzeitig erhielt die Organisation weltweit grosse Unterstützung, auch in Form finanzieller Spenden. Während die mediale Welle von Cablegate über die Bildschirme der Welt lief, blockierten internationale Transaktionsmonopole wie Maestro und Visa ohne rechtliche Grundlage oder gerichtliche Anordnung den Empfang von Spenden für WikiLeaks. Auch die registrierten Internet-Domains von WikiLeaks wurden verborgen – mit Ausnahme der Domain, die in der Schweiz registriert war.

Dieses Ereignis war ein disruptiver Moment (καιρός) für das Wachstum von Bitcoin: Mehrere Hacker begannen gerade in diesen Tagen damit, Bitcoin zu nutzen. Das Wachstum von Bitcoin begann, wie in der obenstehenden Grafik sichtbar wird, nur fünf Monate bevor der erste Forbes-Artikel dieses Projekt auf die Bühne der Mainstream-Finanzwelt brachte.

Heute können wir sehen, wie profitorientierte Interessen diese Bewegung fragmentieren: Ein Teil widmet sich Betrug und Spekulation, ein Teil transformativer Politik, und ein weiterer Teil verfolgt langfristige Ziele des Finanzkapitals. Letzterer hat im vergangenen Jahrzehnt erheblich an Dynamik gewonnen, da immer mehr Investitionen des Finanzkapitals über Kryptowährungen als globale kapitalistische Vermögenswerte organisiert werden. In der Art und Weise, wie die Finanzwelt diese Technologie ausnutzt, liegt nichts Rebellisches. Währenddessen wird die Geschichte sorgfältig neu geschrieben, in einer Weise, die keines der realen Ereignisse erinnert, die zum Erfolg von Bitcoin geführt haben. Durch einen endlosen Strom von Messen simuliert die Finanzindustrie die Präsenz ihrer synthetischen Führung, während sie die öffentliche Person von Julian Assange, der das WikiLeaks-Projekt leitete, ausgrenzt.
Das technische Instrument der Crypto-Commons-Bewegung wird in den Dienst jener Kräfte gestellt, die sie eigentlich zerstören wollte. Im von Marketing getriebenen Mainstream-Raum kann man beispielsweise die „Tesla Token“-Operation beobachten, die über Social-Media-Werbung verbreitet wird: ein blosses Angebot hochriskanter Krypto-Investitionen, das spiegelbildlich zu dem ist, was bereits an der Wall Street geschieht. Dies könnte nur die Spitze eines Eisbergs sein, während immer mehr GAMAM-Megakonzerne beginnen, Regulierungen herauszufordern und Krypto-Investment-Token zu schaffen, deren wichtigste Funktion möglicherweise einfach darin besteht, den Einsatz von Kapital für globale Finanzspekulation zu erleichtern.
Was jedoch geschehen ist: Die Crypto-Commons-Bewegung wurde im Untergrund geboren und konnte ihre ethischen Grundlagen mit einer grossen Zahl von Menschen auf der ganzen Welt teilen: der Crypto Commons movement.
Disintermediation und P2P-Ideologie
„Ein Hauptproblem des Anarchismus als soziales System sind die Transaktionskosten. Doch die digitale Revolution verändert zwei Aspekte der politischen Ökonomie, die sonst über die gesamte Menschheitsgeschichte hinweg invariant geblieben sind. Jede Software hat im Netz eine marginale Kostenrate von Null, während die Kosten sozialer Koordination inzwischen so weit gesunken sind, dass sich grosse und hoch diverse soziale Gruppen rasch bilden und wieder auflösen können – völlig ohne geografische Begrenzung.“
– Eben Moglen, 1999
Bis vor etwa einem Jahrzehnt glaubte man, dass Disintermediation durch die Verbreitung des „World Wide Web“ und der Internet-Technologie vorangetrieben würde. Heute wird eine aktualisierte Strategie für diese Bewegung durch den Einsatz von Kryptographie bereitgestellt.
Ein zentrales Ziel vieler Free-Software-Entwickler und Aktivisten, die sich an Peer-to-Peer-Ideologien orientieren, besteht darin, Intermediäre zu eliminieren, indem sie Netzwerkarchitekturen nach Peer-to-Peer-Mustern aufbauen. Dieses Phänomen wird in verschiedenen ökonomischen und politischen Erzählungen als „Disintermediation“ bezeichnet, die eine solche Transformation in ganzen Gesellschaften vorhersagen. Die meisten Kommunikationsprozesse finden heute in digitaler Form statt, während gleichzeitig die dafür benötigte Infrastruktur allgegenwärtig und zunehmend generisch geworden ist, sodass sie Menschen miteinander verbinden kann. Dass die meisten privaten Interaktionen von Plattformanbietern vermittelt werden, wird als unnötige Kostenbelastung in Bezug auf Effizienz und Haftung betrachtet. Zudem entsteht eine unfaire Beziehung zwischen den Beteiligten und der Governance, der sie sich unterwerfen, wenn Intermediäre nach verborgenen Regeln (Algorithmen) operieren – wie in einer „Black-Box-Society“ –, oft verborgen hinter Geschäftsgeheimnissen und erzwungenen „Nutzungsbedingungen“.
Mit dem Fortschritt und der zunehmenden Komplexität der Technologie wurde jedoch die Praxis der Intermediation notwendig, um mit dieser Komplexität umgehen zu können. Das Peer-to-Peer-Potenzial, das durch die allgegenwärtige Nutzung persönlicher Informationsgeräte entstanden ist, wird durch die wachsende technische Komplexität untergraben, die Menschen in Schwierigkeiten bringt – es sei denn, die zunehmende Raffinesse ihrer Bedürfnisse wird durch ein globales Oligopol von Plattformen bedient. Auf diese Weise sind eine oder mehrere Anwendungsschichten entstanden, die dem Modell einer „Startup-Ökonomie“ folgen: Dienstleistungen werden gegen Geld und private Informationen bereitgestellt.
In der heutigen Grössenordnung könnte diese Situation durchaus irreversibel sein. Was die Crypto-Commons-Bewegung heute tun kann, ist Kryptographie einzusetzen, um kommunizierenden Peers eine autonome Datenschicht auf den zentralisierten Ebenen bereitzustellen – möglicherweise sogar unabhängig von den Übertragungsinfrastrukturen.
Die Anwendung von Ende-zu-Ende-Kryptographie wurde bereits im grossen Massstab auf zentralisierten Infrastrukturen eingesetzt, ebenso auf Plattformen, die nach dem Prinzip „Privacy by Design“ entwickelt wurden, um weit verbreitete und sogar mission-kritische Dienste wie WhatsApp oder Signal bereitzustellen. Dabei werden Informationen so kodiert oder kapsuliert, dass die Übermittler selbst niemals Zugriff auf sie haben, sondern sie lediglich weiterleiten. Dadurch verringert sich auch die Haftung der Übermittler, weil ihre Rolle gegenüber dem übermittelten Inhalt „neutral“ wird.
Der industrielle Drang, durch die Vermarktung der Aufmerksamkeit von Menschen Profit zu erzielen, führt jedoch meist zu ganz anderen Konfigurationen der Online-Kommunikation. Plattformanbieter setzen Werbestrategien ein und nutzen „Content-Targeting“-Techniken, die auf der Kenntnis privater Informationen über die Nutzer beruhen. Regulatorische Eingriffe haben Plattformanbieter bisher eher mit zusätzlichen Haftungen belastet – etwa durch Verpflichtungen zur Inhaltsmoderation –, statt ihre Rolle zu disintermediieren und ihren Zugang zu Inhalten zu neutralisieren.
Disintermediation ist daher heute nur noch eine naive Herausforderung für die Crypto-Commons-Bewegung: Ein solch idealistisches Konzept muss sorgfältig angepasst werden, um Kommunikationsplattformen neu zu gestalten, indem unterschiedliche Modelle von Eigentum und Haftung auf verschiedenen Ebenen der Infrastruktur berücksichtigt werden. Aus dieser Perspektive ist eine „Blockchain-Plattform“, auch Distributed Ledger Technology (DLT) genannt, eine Infrastruktur, die gegenüber ihren Inhalten neutral sein will und allen teilnehmenden Peers unveränderliche Speicherung sowie überprüfbare verteilte Berechnung bereitstellt.
Distributed Autonomous Organization
„Token Engineering und DAOs zertrümmern die grundlegende Struktur der alten Welt. Die alte Welt ist korporativ, hierarchisch und starr. Diese neue Welt ist reich, intensiv und kreativ.“
– Dark Finance Manifesto
Die sogenannte Distributed Autonomous Organization (DAO) wurde in der frühen Phase der Crypto-Commons-Bewegung als ein Governance-Instrument entworfen, das einer dezentralen und pseudonymen Gruppe von Anteilseignern dienen sollte. Die Organisation wird als autonom gedacht, weil sie vollständig unabhängig von einer zentralisierten Infrastruktur ist: Der Zugang zu Entscheidungsprozessen wird durch Kryptographie versiegelt und nur legitimen Teilnehmern gewährt (nicht durch eine von Plattformen erzwungene Konvention) und kann auf einer Blockchain-Plattform (DLT) gehostet werden.
In der Praxis ist eine DAO wie eine Crowdfunding-Plattform, die Investoren erlaubt, an der Governance der Mittel teilzunehmen.
Das DAO-Konzept setzt voraus, dass allen Anteilseignern Zugang zu einer DLT zur Verfügung steht, sodass Mitglieder über kollektive Entscheidungen und Transaktionen in verteilter und asynchroner Weise abstimmen können. Abstimmungen können in bestimmten Zeitfenstern stattfinden, und komplexere Governance-Regeln können eingeführt werden – zum Beispiel, dass jeder Wähler ein Stimmgewicht ausüben kann, das proportional zu seiner Investition oder seinem Engagement im Projekt ist. Dieses Engagement kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden und nicht nur durch einen finanziellen Einsatz: etwa durch eine einfache Zeitbank, durch verschiedene Reputations- und Delegationssysteme oder durch komplexere Governance-Modelle wie „Conviction Voting“.

Betrachten wir eine sichtbare Spur des historischen Ethos der Crypto-Commons-Bewegung: Es ist kein Zufall, dass die bisher reichste DAO die „Assange DAO“ ist, eine Initiative, die in Koordination mit Julians Familie und der Wau-Holland-Stiftung gefördert wurde, um Mittel für die rechtliche Verteidigung von Julian Assange zu sammeln.
Die Governance-Dynamik dieser speziellen DAO zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Essays sprengen, und ihre FAQ sollte als letztgültige Informationsquelle zu diesem Thema gelten. Kurz gesagt bestand die Mission der Assange DAO darin, Mittel für Assanges Rechtskosten zu sammeln, und sie plante, dies zu tun, indem sie den Preis eines „benefit NFT sale“ durch Crowdfunding des höchsten Gebots der Auktion „hochtrieb“. Die DAO akzeptierte ETH als Kryptowährung über einen Treuhanddienst eines Drittanbieters (Juicebox, aufgebaut auf Ethereum und von einer zentralisierten Organisation verwaltet), der den Spendern eine Gewähr für gutes Funktionieren und technische Zuverlässigkeit der Smart Contracts der DAO gab. Als Zeichen des Dankes erhielten die Spender eine frisch geschaffene Währung ($JUSTICE), die nur zu diesem Anlass und in einem festen Betrag proportional zu den DAO-Mitteln geschaffen wurde. Jene, die $JUSTICE hielten, wurden dann eingeladen, über ein Online-Forum sowie über auf Discord gehostete Text- und Sprachkanäle zu interagieren, um über die Governance des Tokens und einiger verbleibender Mittel zu entscheiden, die es als Reserve deckten; diese Governance wurde durch ein Gremium erleichtert, dem einige der Förderer der DAO und neu gewählte Mitglieder der Community angehörten; es waren auch sehr stark besuchte Treffen, vielleicht sogar über das hinaus, was das Gremium oder das technische Design der Plattform wirklich als inklusive Interaktion ermöglichen konnte.
Bemerkenswert als Ergebnis dieser und anderer grosser DAOs ist, dass die Technologie an sich (sei sie vollständig oder teilweise dezentralisiert) keine Lösung für die vielen Herausforderungen bereitgestellt hat, die grosse und verteilte Governance-Modelle aufwerfen.
Die meisten DAO-Plattformen greifen heute auf semi-zentralisierte Plattformen und Treuhanddienste zurück, die Verwahrungsdienste für ihre Vermögenswerte anbieten und helfen, die wachsende Komplexität der benötigten kryptographischen Setups zu überwinden. Die Governance-Funktionen von DAOs werden durch komplexe Sammlungen von „smart-contracts“ definiert, die in Programmiersprachen geschrieben sind, die nur von einer technischen Elite verstanden werden. Der Kommunikationskanal, der in DAOs am häufigsten verwendet wird, ist eine proprietäre und zentralisierte Plattform namens „Discord“, die ursprünglich in Gamer-Communities populär wurde, und sie beherbergt, zum Nachteil der Peer-to-Peer-Aspirationen der Crypto-Commons-Bewegung, die meisten Debatten und menschlichen Kommunikationsprozesse, die für die Formulierung abgestimmter Entscheidungen grundlegend sind.
Für die Crypto-Commons-Bewegung ist es wichtig, eine Phase der Ernüchterung zu durchlaufen und aus den gegenwärtigen Fehlern zu lernen. Das DAO-Modell verlangt nach mehr Forschung und Entwicklung in Richtung Governmentality für grosse und verteilte Netzwerke, die kulturell gemischt und mehrsprachig sind, da die bestehenden Modelle sozialer Netzwerke schlecht darin sind, willige Teilnehmer dabei zu unterstützen, Entscheidungen zu steuern, und weit davon entfernt sind, ein Instrument bereitzustellen, das den Teilnehmern hilft, diese Herausforderung im grossen Massstab zu lösen.
Was hinter einem Smart Contract liegt
„Smart“ ist ein Euphemismus für Magie / verzaubert / verflucht (leider bedeutet es meistens: verflucht)
– Caleb James DeLisle
Die Mehrdeutigkeit des Begriffs „smart“ entsteht durch seinen semantischen Missbrauch in einer endlosen Menge technologischer Hypes. Deshalb kommt es oft vor, dass jemand eine einfache logische Frage stellt: Was bedeutet „smart“ eigentlich?
Schauen wir uns die Definition von „smart contract“ an, wie sie von den gängigen Blockchain-Technologien verwendet wird. Die „smart“-Eigenschaft hat wenig mit der verwendeten Sprache zu tun: Es geht nicht um Intuitivität oder besondere Leistungsfähigkeit in der Ausführung. Man könnte vermuten, dass „smart“ die Fähigkeit eines Vertrags bezeichnet, verschiedene Bedingungen zu berücksichtigen und sich an sie anzupassen, oder vielleicht die Nähe der Vertragssprache zur Syntax menschlicher Sprache. Stattdessen scheint der Euphemismus „smart“ hier unpassend verwendet zu werden, da er weder Eigenschaften wie Witz, Intuitivität, Anpassungsfähigkeit noch leichte Zugänglichkeit bezeichnet.
Um diese hinreichend fortgeschrittene Technologie von Magie zu unterscheiden, formuliere ich hier eine Definition dessen, was meistens mit „smart contract“ gemeint ist: Es handelt sich um Bytecode, der deterministisch auf einem dezentralen Rechennetzwerk ausgeführt werden kann, das gegenüber bösartigen Instruktionen resistent ist und dessen Ausführungsergebnisse durch Reproduzierbarkeit und Peer-to-Peer-Konsens überprüfbar sind.
Ich werde kurz erläutern, wie ich die Begriffe in diesem Satz verwende.
Determinismus: Unbekannte Zufallswerte werden während des Rechenprozesses niemals einbezogen, sodass bei gleichen Eingabedaten immer exakt dieselben Ausgaben entstehen – unabhängig von den Ausführungsbedingungen oder der Maschinenarchitektur. Das bedeutet auch, dass die Ausführung ein „duplizierbarer“ Prozess ist (man könnte auch sagen: reproduzierbar oder reversibel) und daher überprüft werden kann.
Dezentralisiert: Es gibt keinen zentralen Ausführungspunkt, sodass jede Maschine, die den Code ausführt, die gleiche Autorität besitzt wie jede andere, wenn es darum geht, das Ergebnis der Ausführung festzustellen. Konsensalgorithmen gewichten Ergebnisse durch deterministische Berechnungen und überwinden schliesslich Abweichungen und schliessen Ausreisser aus.
Bösartiger Code: Dem Code wird keine erklärte Absicht für seine Ausführung zugeschrieben; er kann sogar darauf abzielen, die Ressourcen eines gesamten Netzwerks von Maschinen zu verbrauchen. Jeder Code muss ausgeführt werden: Es liegt an den Maschinen, sich gegen bösartige Absichten zu schützen, indem sie die Bedingungen der Codeausführung begrenzen, zum Beispiel durch eine Begrenzung der Rechenzyklen.
Man kann dieses Design als eine kleine Reihe von Formen und Funktionen darstellen.
| Execution / Function | Infrastructure / Form |
|---|---|
| Dezentralisiert | (Virtuelle) Maschine |
| Resistent gegen Bösartigkeit | Begrenzte Ausführung |
| Deterministisch | Reproduzierbar |
Diese Konfiguration hat wichtige wirtschaftliche und politische Konsequenzen, vor allem die Trennung zwischen Infrastruktur (Produktionsmittel) und Anwendung (ausgeführte Logik) durch Virtualisierung und Portabilität. In marxistischen Begriffen ist das Eigentum an der Infrastruktur, die notwendig ist, um „Arbeit“ auszuführen, die Voraussetzung dafür, Mehrwert aus Arbeitern zu extrahieren. Diese Beziehung zwischen Eigentum und Macht wird nun – zumindest theoretisch – dadurch verändert, dass die Ausführung vollständig interoperabel über verschiedene Infrastrukturen hinweg möglich wird. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Anforderungen an die Recheninfrastruktur gering sind: Bitcoin-Mining ist ein gutes Beispiel dafür, wie steigende Infrastrukturanforderungen zu Zentralisierung führen und mit Eigentum an externen Produktionsketten verbunden sind, etwa der Herstellung von Hardware.
Die Innovation hinter dem Begriff „smart contract“ konzentriert sich auf die Vertragssprache und die virtuelle Maschine als Bausteine, um Plattform-Infrastrukturen auf grosse Grössenordnungen zu skalieren und gleichzeitig Zugang zu fortgeschrittenen kryptographischen Berechnungen bereitzustellen, die Inhalte auf programmierbare Weise versiegeln.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie langsam die breite Öffentlichkeit die Möglichkeiten der Kryptotechnologie aufgreift. Non-Fungible Tokens (NFTs) haben die Kunstwelt im Sturm erobert, indem sie eine künstliche Vorstellung von Eigentum implementieren, die aus einfachen kryptographischen Notarisierungsverträgen abgeleitet ist.
Für die Crypto-Commons-Bewegung ist eine Debatte über NFTs nicht wirklich interessant; vielleicht führt eine solche Debatte zu einer kritischen Reflexion über die Funktionsweise der Mainstream-Kunstwelt als kommerzialisierten Markt für Geldwäsche oder über die Macht der Unterhaltungsindustrie, digitale Waren zu erzeugen, während ihre Grenzkosten der Produktion immer weiter sinken. Ich glaube, es wird lange dauern, bis mehr der grundlegenden Krypto-Innovationen in Mainstream-Märkte und industrielle Anwendungsfelder vordringen: Die kollektive Vorstellungskraft scheint durch die Roadshows der Finanzindustrie betäubt zu sein, und das NFT-Phänomen hat seine soziopathische Logik in die Kunstwelt getragen – mit dem einzigen Verdienst, einigen zuvor unbekannten Künstlern und Entertainern Zugang zu neuen Märkten eröffnet zu haben.
Web3 and the development challenge
„Zencode ist ein Projekt, das durch den Diskurs über Daten-Commons und technologische Souveränität inspiriert wurde. Das erklärte Ziel besteht darin, das Bewusstsein der Menschen dafür zu stärken, wie ihre Daten von Algorithmen verarbeitet werden, und gleichzeitig die Arbeit von Entwicklern zu erleichtern, Anwendungen zu schaffen, die den Prinzipien von Privacy by Design folgen.“
– Zencode Whitepaper (* pdf
Bisher habe ich den sozialpolitischen Hintergrund und einige zentrale Herausforderungen und Eigenschaften beschrieben, die die Ziele der Crypto-Commons-Bewegung definieren. Nun werde ich eine Definition der sogenannten „web3“-Plattform geben, indem ich die einzelnen Teile des Puzzles zusammenfüge.
Ich lasse dabei ausdrücklich eine Abschweifung über eine etymologische Definition des Begriffs „web3“ aus, wie sie aus Interpretationen hervorgeht, die verschiedene Internet-Jahrzehnte mit unterschiedlichen Versionen des „Web“ verbinden.
Die eigentliche Bedeutung der Marketingbezeichnung „web3“ für Softwarearchitektur wird für alle offensichtlich, die verstehen, wie DLTs funktionieren: Sie bezeichnet eine dezentrale Infrastruktur für verteilte Berechnung, die vollständig von teilnehmenden Peers betrieben wird und ohne Reibung skaliert.
Die Kernkomponenten einer Blockchain beziehungsweise DLT im Sinne von „web3“ sind vier:
- Die Peer-to-Peer-Netzwerkschicht
- Der Konsensalgorithmus
- Die virtuelle Maschine
- Das unveränderliche Ledger
Daneben gibt es zwei optionale Komponenten, die hauptsächlich mit der Persistenz von Zuständen zusammenhängen:
- (optional) ein Peer-to-Peer-verteiltes Dateisystem
- (optional) Oracle-Notarisierung für bestehende Datenbanken
Auf dieser Infrastruktur laufen dann „smart contracts“-Skripte, die relativ einfache Funktionen ausführen. Die am häufigsten vorkommenden grundlegenden Bausteine sind:
– Authentifizierung: Signieren (einfach oder mehrfach) und Verifizieren
– Zugriff: Zugriffskontrolllisten und Eigentum
– Governance: Abstimmungen und Time-Locks
– Cross-Chain: Atomic Swaps und Kommunikation zwischen mehreren Blockchains
– Finanzfunktionen: Token-Transaktionen, Vesting, Split-Pay, Lend/Loan, Royalties usw.
Das sogenannte „web3“ schafft eine neue Bedingung für die Erstellung und Ausführung von Anwendungen: Es trennt die Haftung der Plattform von dem, was auf ihr ausgeführt wird, und ermöglicht es ihr dadurch, ihre Rechenkapazität zu skalieren, indem unbekannte und nicht vertrauenswürdige Peers eingeladen werden, ihre Ausführungen zu betreiben. Im Einklang mit der finanzialisierten Dimension von Krypto-Plattformen werden diese Peers durch „Transaktionsgebühren“ motiviert, die ihnen im Austausch für ihre Rechenzyklen gezahlt werden.
Doch all dies hat seinen Preis: eine sehr schwierige Entwicklung, da eine zusätzliche kryptographische Komplexitätsschicht zu normalen Skripten hinzugefügt werden muss. Für den durchschnittlichen Entwickler mit grundlegenden Kenntnissen der Kryptographie wird dies mit dem Aufkommen fortgeschrittener kryptographischer Techniken wie Zero-Knowledge-Proofs und Multi-Party-Computation noch schwieriger. Der eigentliche Wettlauf in der Entwicklung von DLT kann nicht nur quantitativ anhand der „Transaktionsgeschwindigkeit“ gemessen werden: Entwicklererfahrung und Unterstützung müssen berücksichtigt werden, denn erneut bleibt die menschliche Rolle entscheidend. Der Aufstieg von Web3-Anwendungen hebt die Rolle der virtuellen Maschine hervor und zeigt die Komplexität der Sprachen, die verteilte Berechnung ermöglichen.
Um beispielsweise die Privatsphäre von Teilnehmern oder die Vertraulichkeit einer Abstimmung zu schützen, kann man nicht einfach einen Zähler erhöhen oder Identifikatoren in einer Datenbank vergleichen, sondern muss verteilte und vollständig deterministische Berechnungen in einer „kryptographischen Dimension“ durchführen und etwa folgendes anwenden:
– homomorphe Verschlüsselung, um den Status einer Abstimmung bis zur Auszählung zu verbergen
– Zero-Knowledge-Proofs, um die Identität der Wähler zu verbergen und sie gleichzeitig zu authentifizieren
– simpliciale Homologie, um jedem Wähler nur eine Stimme zu gewähren
– schnelles Rainbow-Table-Hashing zur Auszählung des Abstimmungsergebnisses
Jeder Unternehmer im ICT-Sektor weiss heute, dass es schwieriger ist, erfahrene Entwickler zu finden als Kunden. Selbst bei einem ständig wachsenden Angebot an technischer Ausbildung ist schwer vorstellbar, dass die Big-Tech-Industrie mit der steigenden technischen Komplexität Schritt halten kann.
Die derzeitige Grenze von Web3 ist daher doppelt: die relative Einfachheit der Anwendungen, die entwickelt werden können, und gleichzeitig die qualitativ höhere Komplexität ihrer Entwicklung. Diese Grenze – zusammen mit dem hypegetriebenen Markt für Rechentoken – hält die Kosten zumindest derzeit relativ hoch.
Livin la vida crypto
Vorschläge (von #chatGPT, den spanischen Titel im englischen Original belassen, Anm.: sms ;-):
- Krypto als neues Vertrauensmodell
- Vertrauen durch Code
- Die neue Vertrauensarchitektur von Krypto
- Wenn Vertrauen berechenbar wird
- Krypto als Infrastruktur des Vertrauens
- Anwendungen ohne Vertrauen – Vertrauen durch Berechnung
- Das neue Vertrauensmodell der Kryptosysteme
Was ich bisher geschrieben habe, sollte deutlich machen, dass – aufgrund der Designmuster von Kryptosystemen – die Integrität einer Anwendung und ihrer Ergebnisse vollständig von der Blockchain/DLT-Infrastruktur getrennt werden kann, auf der sie ausgeführt wird, während alle Teilnehmer sich über die Korrektheit der Eingaben, der Prozesse und der Ergebnisse vergewissern können.
Im Krypto-Bereich zu arbeiten bedeutet jedoch nicht „Freiheit“, verzeihe mir, wenn ich hier die Begeisterung mancher dämpfe, sondern eine Verschiebung hin zu einem neuen Vertrauensmodell der nachweisbaren Berechnung, das Infrastruktur in Code entmaterialisiert. Die Qualität des Codes wird wichtiger als die der Infrastruktur, und aus arbeitsökonomischer Perspektive gewinnen Entwicklerrollen gegenüber den Rollen von Systemadministratoren an Bedeutung.
Alles in allem glaube ich, dass „Freiheit“ für diese Technologie die Möglichkeit bedeutet, die virtuelle Maschine, auf der die Berechnungen laufen, zu abstrahieren und sie leicht auf verschiedene DLT-Infrastrukturen zu migrieren, wodurch Silos aufgebrochen werden, die die Industrie bereits aktiv aus ihren früheren Konfigurationen reproduziert, während sie auf den Krypto-Zug aufspringt.
Der Vorteil von Krypto liegt nicht in Geschwindigkeit oder Effizienz, sondern in einer neuen und im Allgemeinen weniger riskanten sowie besser skalierbaren Form von Interdependenz, Vertrauen und Haftung zwischen Infrastruktur und Anwendungen. Ist dies die „Zukunft des Web“?
Ich würde das nicht sagen, aber es ist eine neue Möglichkeit, die sich anbietet und weiterentwickelt werden sollte für Anwendungsfälle, in denen Vertrauen zwischen Peers schwer herzustellen ist, die dennoch zusammenarbeiten wollen, um eine skalierbare Infrastruktur bereitzustellen. Zum Beispiel in der Logistik beim Nachverfolgen von Waren durch Prozesse, die von verschiedenen Unternehmen betrieben werden; bei digitalen Produktpässen zur Rückverfolgung von Komponenten durch komplexe Netzwerke der Wiederverwendung in Szenarien der Kreislaufwirtschaft; oder bei der Unveränderlichkeit, Zeitstempelung und Auditierbarkeit nuklearer Sicherheitskontrollen, wenn die Werte von Dosimetern, die von Kraftwerksinspektoren getragen werden, von jenen abweichen können, die von Arbeitern vor Ort getragen werden.
Das kollektive Eigentum an Basisinfrastrukturen und die geringere Haftung, die durch ihre Abstraktion von Anwendungen entsteht, stellen eine politische Chance für Plattform-Kooperativismus dar. Allerdings sind die Funktionen, die eine solche Konfiguration bietet, noch weit davon entfernt, komplexe Anwendungen mit der Leistungsfähigkeit heutiger Systeme wie Uber, Airbnb oder Deliveroo zu berechnen.
Auf der anderen Seite macht eine solche Plattformarchitektur es schwierig, im Bedarfsfall Verantwortlichkeiten zuzuweisen, und auch illegale Dienste können möglicherweise nicht daran gehindert werden, zu laufen: Der Anspruch der „Decentralized Finance“ (DeFi) besteht gerade darin, Finanztransaktionen vollständig dezentral zu betreiben, sodass ihre Operationen nicht abgeschaltet werden können.
In jedem Fall liegt die Zukunft der Crypto-Commons-Bewegung jenseits finanzieller Anwendungen: Diese sind lediglich die ersten Anwendungsfälle innerhalb eines breiteren Spektrums zukünftiger Möglichkeiten für die Entwicklung dezentraler Dienste. Wie schon bei Bitcoin kommen die ersten Innovatoren stets aus den Rändern bestehender Rechtsrahmen, und dies könnte Regulierungsbehörden bald zu einem gefährlichen Schritt verleiten, von dem ich abrate: die Haftung bereits im Akt der Softwareentwicklung zu verorten, statt in ihrer Ausführung und ihrem Betrieb als Dienst.
Unchain my blocks (Löst meine Blöcke aus der Kette)
„Lunarpunk ist eher wie ein Wald. Ein dichtes Dach aus Verschlüsselung schützt Stämme und bietet den Verfolgten Zuflucht. Bewaldete Lichtungen bilden eine entscheidende Verteidigungslinie. Mondlandschaften sind dunkel. Sie sind auch voller Leben.“
– eGirl Capital (*
In einer bestimmten dystopischen Zukunft könnte der Begriff „Softwarepiraterie“ eine ganz neue Bedeutung erhalten, und es wird an der Crypto-Commons-Bewegung liegen, die Freiheit dezentraler Systementwickler zu verteidigen – so wie Satoshi Nakamoto, der Schöpfer von Bitcoin, der sich entschieden hat, seine reale Identität zu verbergen, wie in seinem berühmten letzten Satz:
„WikiLeaks hat in ein Wespennest gestochen, und der Schwarm ist auf dem Weg zu uns.“
– Satoshi Nakamoto, 11. Dezember 2010
Sollte jemals ein Zensurkrieg gegen Entwickler beginnen, dann könnten ganz neue Arten von „lunar“-Softwarelizenzen nötig werden, oder vielleicht gar keine Lizenzen mehr: einfach Public-Domain-Software, gepflegt von anonymen Entwicklerkollektiven.
Doch dieses negative Szenario ist nicht das einzige, das uns interessieren sollte. Der Begriff „infrastructure as code“, der unter DevOps-Rollen der Tech-Industrie verbreitet ist, deutet auf die wachsende Bedeutung sprachlicher Kreativität hin, verglichen mit der klassischen Rolle der Systemadministration beim Betrieb von Plattforminfrastruktur.
Ich glaube, die Crypto-Commons-Bewegung hat eine klare Mission: die techno-politische Entwicklung von Informationstechnologie-Plattformen ausserhalb der Logik des Eigentums zu gestalten und zu verteidigen. Die neuen Bedingungen für anonymes kollektives Eigentum an dezentralen Informationsarchitekturen verlangen von uns, einen neuen ethischen Sinn für computational democracy zu verstehen.
Der uneingeschränkte Zugang zu Programmiersprachen und ihre Governmentality werden immer wichtiger werden, sogar noch mehr, als freie und offene Softwarepraktiken es bereits heute für die Crypto-Commons-Bewegung sind.
„[…] die besondere Herausforderung, die die Virtualisierung einer wachsenden Zahl wirtschaftlicher Aktivitäten nicht nur für die bestehenden staatlichen Regulierungsapparate darstellt, sondern auch für privatwirtschaftliche Institutionen, die zunehmend von neuen Technologien abhängig sind. In ihrer extremen Form könnte dies auf eine entstehende Kontrollkrise hinweisen, für die uns ein analytisches Vokabular fehlt.“
– Saskia Sassen, 1996
Dieses „analytische Vokabular“ sollte dazu dienen, Menschen verstehen zu lassen, wie Maschinen in zunehmend komplexen Konfigurationen funktionieren. Leider bewegen sich die meisten industriellen und öffentlichen Forschungsanstrengungen in die entgegengesetzte Richtung: Maschinen sollen Menschen verstehen, in einem endlosen Strom sogenannter „künstlicher Intelligenz“-Technologien, deren Grundlage häufig die Unterordnung menschlicher Arbeit ist, um maschinelles Lernen zu füttern.
Als positive Schlussfolgerung möchte ich einige Wege aufzeigen, wie die Crypto-Commons-Bewegung über die blosse Anwendung von finanziellem Glücksspiel oder digitaler Eigentumszuweisung hinausgehen kann.
Das Ideal der Crypto-Commons-Bewegung wird darin bestehen, dass Menschen Maschinen verstehen: neue Vertrauensmodelle in der Kybernetik zu entwerfen und der Vorherrschaft zentralisierter Black-Box-Governance entgegenzutreten. Die Herausforderung der Crypto-Commons-Bewegung besteht darin, deterministische Bedingungen für reproduzierbare Berechnung zu schaffen, Algorithmen zu implementieren, deren Funktionsweise wissenschaftlich überprüft werden kann, sie einfach zu erklären und demokratisch zu diskutieren. Algorithmen des Dissenses.
Nach mehr als einem Jahrzehnt Forschung in diesem Feld sind meine eigenen Beiträge zu dieser Mission und zur Welt der Krypto-Entwicklung eng mit dieser Vision einer Crypto-Commons-Bewegung verbunden.
Ein Beitrag ist die Arbeit der Dyne.org Foundation in Koordination mit DECIDIM und Platoniq, um kollektive Governance-Methoden zu verbessern, indem ein techno-politischer Ansatz für Praktiken entwickelt wird, die grosse Menschenmengen einbeziehen und ihnen helfen, eine Konstituenz zu bilden, die bewusste Entscheidungen trifft, um ihre Lebensbedingungen sowie Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Gesellschaft zu verbessern. In diesem Rahmen haben wir uns der Herausforderung gestellt, die landesweite Plattform „Agorà Democratiche“(* für die italienische Demokratische Partei zu betreiben, was uns umfangreiche Online- und Vor-Ort-Erfahrung verschafft hat und eine Gelegenheit bot, unsere Ansätze zu verfeinern und neue Herausforderungen zuverlässig zu begleiten.
Ein weiterer Beitrag ist die Entwicklung von Zenroom.org als freie und offene Software-virtuelle Maschine, die mit handwerklicher Leidenschaft für Details geschrieben wurde. Diese kleine VM kann sehr effizient auf jeder Maschine, auf stromsparenden Chips oder im Browser laufen und wird mit einer menschenähnlichen Sprache namens Zencode programmiert, die bisher nur ins Englische übersetzt wurde. Zencode ist eine Smart-Contract-Sprache, die von Menschen verstanden werden soll und fortgeschrittene kryptographische Funktionen wie Zero-Knowledge-Proofs und Multi-Party-Computation berechnen kann, kompatibel mit Bitcoin und Ethereum 2.0.
Ein weiterer Beitrag ist die Entwicklung eines digitalen Produktpasses, um Materialflüsse und digitale Zwillinge auf sichere, portable und dezentrale Weise nachzuverfolgen. Die Bedeutung dieses Projekts wird besonders durch seine Anwendungsfälle deutlich, die weit über einfache Finanzanwendungen hinausgehen, etwa in der Kreislaufwirtschaft oder im verteilten Design(*.
Jetzt, da wir uns eine Form finanzieller Autonomie verschafft haben, brauchen wir eine Crypto-Commons-Bewegung, die weit über finanzielle Anwendungen hinausgeht und sich auf Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit konzentriert, neue Wege entwickelt, um mit Vertrauen und Komplexität in sozialen Organisationen und Institutionen umzugehen. Wie bereits bei der Entstehung des modernen liberalen Denkens erkannt wurde, müssen wir uns selbst und künftigen Generationen die Freiheit sichern, Fortschritt zu machen, und jedem das Recht zugestehen, kreativ zu sein und Umgebungen zu entwickeln, die Menschen nicht mit Dogmen und Lügen täuschen.
„Es kann keine Freiheit für eine Gemeinschaft geben, der die Mittel fehlen, Lügen zu erkennen.“
– Walter Lippman
Zusammenfassung by #chatGPT
- Einleitung – Crypto als Commons-Bewegung
Der gegenwärtige Crypto-Hype (NFTs, Spekulation) verdeckt die eigentliche historische Bedeutung von Crypto. Die reale Bewegung stammt aus der Cypherpunk-Kultur und gehört in die Tradition der Commons-Bewegung. - Ursprung der Crypto-Bewegung – Wikileaks-Blockade
Die Finanzblockade gegen Wikileaks (2010) zeigt die Macht zentralisierter Zahlungsinfrastrukturen. Bitcoin wurde in diesem Moment zu einem praktischen Werkzeug gegen politische Zensur im Finanzsystem. - Fragmentierung der Bewegung
Die Crypto-Bewegung zerfällt in drei Stränge:
– Betrug und Spekulation
– politische Transformation
– Integration in das globale Finanzkapital - Vereinnahmung durch Finanzindustrie
Finanzakteure versuchen, die Geschichte von Bitcoin umzuschreiben und Crypto als Investmentinstrument zu normalisieren. Der ursprüngliche politische Kontext wird verdrängt. - Disintermediation als politisches Ziel
Die Cypherpunk- und Free-Software-Kultur wollte Intermediäre eliminieren und Peer-to-Peer-Strukturen schaffen. Die digitale Kommunikation ermöglicht erstmals massive Selbstorganisation ohne zentrale Institutionen. - Plattformkapitalismus als Gegenbewegung
Trotz Internet dominieren Plattformen (Big Tech) als neue Intermediäre. Sie kontrollieren Kommunikation durch Infrastruktur, Algorithmen und Datenmonopole. - Kryptographie als neue Strategie
End-to-end-Verschlüsselung und kryptographische Protokolle schaffen eine autonome Ebene innerhalb zentralisierter Systeme. Dadurch können Kommunikation und Koordination teilweise von Plattformen entkoppelt werden. - Blockchain als Infrastruktur
Blockchain/DLT stellt eine Infrastruktur bereit, die gegenüber Inhalten neutral ist und verteilte, überprüfbare Berechnungen ermöglicht. - DAO – Governance-Experiment
Distributed Autonomous Organizations sollten kollektive Entscheidungsprozesse ohne zentrale Institution ermöglichen. In der Praxis entstehen jedoch neue Abhängigkeiten von Plattformen und technischer Elite. - Assange DAO als Beispiel
Die größte DAO entstand zur Unterstützung der juristischen Verteidigung von Julian Assange. Sie zeigt das politische Ethos der Crypto-Commons-Bewegung, aber auch ihre organisatorischen Grenzen. - Grenzen der DAO-Technologie
Governance großer dezentraler Gruppen bleibt ungelöst. Kommunikation und Entscheidungsprozesse laufen weiterhin über zentralisierte Plattformen wie Discord. - Smart Contracts – technische Realität
Ein Smart Contract ist deterministischer Bytecode auf einem dezentralen Netzwerk. Die „Smartness“ liegt nicht in Intelligenz, sondern in reproduzierbarer, überprüfbarer Berechnung. - Ökonomische Bedeutung
Die Virtualisierung von Infrastruktur trennt Produktionsmittel von Anwendungen. Theoretisch kann dadurch Macht über Infrastruktur reduziert werden, praktisch entstehen jedoch neue Zentralisierungstendenzen. - NFTs als Ablenkung
Der NFT-Boom reduziert Kryptotechnologie auf digitale Eigentumstitel und Spekulation. Die grundlegenden technischen Innovationen bleiben dabei weitgehend unbeachtet. - Web3 als Infrastrukturmodell
Web3 bezeichnet eine Architektur aus P2P-Netzwerk, Konsensalgorithmus, virtueller Maschine und unveränderlichem Ledger, auf der Anwendungen unabhängig von zentralen Plattformen laufen sollen. - Entwicklungsproblem
Die kryptographische Komplexität macht Web3-Systeme schwer zu entwickeln. Fortschritte hängen stärker von Entwicklerwerkzeugen als von Transaktionsgeschwindigkeit ab. - Crypto als neues Vertrauensmodell
Crypto ersetzt institutionelles Vertrauen durch nachweisbare Berechnung. Vertrauen wird in Code und mathematische Verifikation verlagert. - Praktische Anwendungsfelder
Sinnvolle Anwendungen liegen weniger im Finanzsektor als in Bereichen wie Lieferketten, Produktpässen, Audit-Systemen oder kollaborativen Infrastrukturen. - Politische Chance
Dezentrale Infrastrukturen könnten Plattform-Kooperativismus ermöglichen, also kollektive Eigentumsformen digitaler Infrastruktur. - Risiko regulatorischer Reaktion
Staaten könnten versuchen, Softwareentwickler selbst für Systeme haftbar zu machen, statt nur deren Nutzung zu regulieren. - Lunarpunk-Vision
Eine mögliche Zukunft ist eine verschlüsselte, schwer kontrollierbare digitale Infrastruktur, die Schutz für dissidente Netzwerke bietet. - Mission der Crypto-Commons-Bewegung
Die Bewegung soll technologische Infrastruktur außerhalb der Logik von Eigentum entwickeln und verteidigen. - Demokratisierung von Technologie
Menschen müssen verstehen können, wie Maschinen funktionieren. Algorithmen müssen überprüfbar, erklärbar und demokratisch diskutierbar sein. - Zentrale Herausforderung
Nicht Maschinen sollen Menschen verstehen (KI-Logik), sondern Menschen sollen die Funktionsweise von Maschinen verstehen. - Schlussgedanke
Eine freie Gesellschaft braucht technische Mittel, um Lügen zu erkennen und Machtstrukturen sichtbar zu machen.
2. Zusammenfassung
Ebene 1 – Historischer Kontext
Die Crypto-Bewegung entsteht aus der Cypherpunk-Kultur und aus Konflikten um Zensur digitaler Infrastruktur (z. B. Wikileaks-Blockade). Sie versteht sich ursprünglich als Teil einer Commons-Tradition.
Ebene 2 – Technische Infrastruktur
Die eigentliche Innovation liegt in kryptographischer Infrastruktur:
Peer-to-Peer-Netzwerke, Blockchain/DLT, deterministische Berechnung, Smart Contracts und DAO-Experimente als neue Formen koordinierter Zusammenarbeit.
Ebene 3 – Politische Konsequenz
Diese Technologien verschieben das Vertrauensmodell von Institutionen zu überprüfbarer Berechnung und eröffnen die Möglichkeit neuer Commons-basierter digitaler Infrastrukturen.
Mehr Struktur hat der Text im Kern nicht:
Geschichte → Technologie → politische Bedeutung.
Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?
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Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Bekenntnis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Drama, (7) Tabu
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Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019, Fotocredit: Charles Schnyder): Twitter, Wikipedia (Lemma), Youtube (aktuell), Soundcloud, Mastodon, Instagram (gesperrt), Snapchat, TikTok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exklusiv: speakerbooking.ch/sms2sms
About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)
Stefan M. Seydel, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialarbeiter und Künstler. Er machte nach einer Berufslehre als Hochbauzeichner einen Bachelor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Master in der gleichen Disziplin bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin. Seine überwiegend selbstständige Tätigkeit kreist um das Thema der Entwicklung und Realisierung von Pilot- und Impulsprojekten für renommierte Auftraggeberinnen.
Als Künstler hat er Ausstellungen und Performances auf internationaler Ebene präsentiert, darunter in der Royal Academy of Arts in London, dem Deutschen Historischen Museum in Berlin oder einer Einzelausstellung “Kunst Macht Probleme” in der Crypta Cabaret Voltaire, Birthplace of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kategorie Wissensvermittlung ausgezeichnet und hat diverse Ehrungen durch Webby Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhalten.
Stefan war Jury-Mitglied des Next Idea Prix Ars Electronica 2010 und war drei Jahre Mitglied der Schulleitung des Gymnasiums Kloster Disentis. Sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich der Information und Technologie haben ihm auch dabei geholfen, mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusammenzuarbeiten.
Sein Engagement im Bereich der freiwilligen Arbeit führte ihn in das Präsidium Internationaler Bodensee Club (Leitung Fachgruppe Wissenschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsident des von Paul Watzlawick initiierten P.E.N.-Club Liechtenstein. Seydel hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Bücher zusammen mit seiner Partnerin Tina Piazzi veröffentlicht, viele Kolumnen, Fachtexte und journalistische Texte publiziert.
Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblogging. In seinem Blog verarbeitet er seine Themen. Einige davon werden auf Anfragen zu lesbaren Texten vertieft, andere werden zu Vorträgen ausgebaut. Bei Carl Auer Verlag in Heidelberg, sammelt er “Elemente einer nächsten Kulturform”. Seine Entwicklungen im Kontext der sozialräumlichen Intervention (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beantwortung der Sozialen Frage.
Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in seiner zweiten Lebenshälfte vom Bodensee der Rheinquelle entgegen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr sogenannte Passadis und #Feedlogs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeetings an intentionalen Fragen in einem Lifestream. (so?) Text supported by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Stefan M. Seydel, Junius-Verlag Hamburg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

#dfdu = DIE FORM DER UNRUHE | blog: dissent.is | about: dissent.is/sms | dissent.is/muster


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