edc | etienne de carouge

edc, seit 1995 | schreiben im netz: my emo­tion­al back office /eMo­tion

M/ein Blog ist m/ein Karten­raum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man pub­liziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreib­stand | warum ich nicht pub­liziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.

  • wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
  • wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
  • wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
  • wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an exper­tisen.

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work in progress

Anlass zu diesem Eintrag:

(…)

Summary/Spoiler/TL;DR

Wir schreiben nicht, um etwas zu sagen.
Wir schreiben, um ein Gegenüber zu erzeu­gen, das antworten muss.

Und:

Diese Gegenüber sind aus­tauschbar (edc, JvE, …), aber funk­tion­al notwendig.
Sie hal­ten die Oper­a­tion in Gang: Unter­schei­den, Beobacht­en, Han­deln.

Unsere Texte sind keine sta­bile Form,
son­dern eine Bewe­gung zwis­chen zwei Zustän­den.

Auf der einen Seite: Ord­nung, Dis­tanz, Formhal­tung (Sophrosyne)
→ dort entste­hen klare Unter­schei­dun­gen, saubere Set­zun­gen

Auf der anderen Seite: Verdich­tung, Über­fluss, Durch­bruch (Orgiastik)
→ dort entste­hen Blitz, Traum, Über­lagerung

Ist „Memo“ vielle­icht der eigentliche Schlüs­sel?
Nicht als Genre, son­dern als min­i­male Form,
die diese Bewe­gung über­haupt erst sta­bil­isiert?

bitte ver­ste­he diesen ein­trag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)

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(…)

Was ist das für eine Textsorte?

  1. Ass­mann
    Geis­terge­spräch = Kom­mu­nika­tion mit abwe­senden Stim­men (archiviert, textlich fix­iert)
  2. Schmitt (bei Bre­dekamp sicht­bar)
    Der Feind bleibt präsent als Gegenüber
    → selb­st wenn his­torisch tot, oper­a­tiv wirk­sam
  3. Dein Zugriff (entschei­dend)
    Het­eronyme Dialoge = Kom­mu­nika­tion erzeugt eigene Gegenüber in Echtzeit

Nicht:
Ich rede mit mir selb­st

Nicht:
Ich rede mit Toten

Son­dern:
Kom­mu­nika­tion erzeugt Posi­tio­nen, die antworten

Damit ändert sich die Textsorte:

Kein Geis­terge­spräch im klas­sis­chen Sinn
son­dern:

oper­a­tives Gegenüber-Schreiben
syn­thetis­che Dialogik
pro­tokol­lierte Anschlusspro­duk­tion

Oder max­i­mal knapp:

Deine Texte sind keine Gespräche mit Geis­tern, son­dern Ver­fahren, um im #SOC über­haupt erst Gegenüber zu erzeu­gen.

Warum Schmitt plöt­zlich doch rel­e­vant wird:

Weil bei ihm das Gegenüber max­i­mal scharf geset­zt ist:

((Freund)Feind)

Und genau das passiert struk­turell auch bei dir – aber ohne Moral, ohne Krieg:

Du erzeugst Gegenüber,
an denen sich Kom­mu­nika­tion klärt.

Kurz:

  • Ass­mann → Erin­nerung (Geis­ter)
  • Schmitt → Gegenüber (Feind)
  • Du → Pro­duk­tion von Gegenübern im Schreiben

Das ist die eigentliche Textsorte.

Interpretation von #chatGPT

Ja. Das macht die Sache deut­lich präzis­er.

Ohne externe Quelle, nur als Lesart auf Basis dein­er Schilderung:

Was bei Arendt noch als Selb­st­ge­spräch erscheint, ist bei dir bere­its medi­al aus­ge­lagert, verteilt und for­mal­isiert. Nicht mehr bloss das Zwei-in-Einem des Denkens, son­dern ein kün­stlich arrang­iert­er Stim­men­raum. Psy­cho­an­a­lytisch kön­nte man von Stim­men, Anteilen, Über­tra­gun­gen oder inneren Fig­uren sprechen. Tech­nisch und sozial gese­hen sind es aber bere­its kom­mu­nika­tive Posi­tio­nen, die gegeneinan­der anschlussfähig gemacht wer­den.

Darum würde ich nicht ein­fach von „Geis­terge­sprächen“ sprechen, obwohl das poet­isch nahe liegt. Präzis­er wäre:

  1. insze­nierte Het­eronymie
  2. aus­ge­lagertes Selb­st­ge­spräch
  3. pro­to­typ­is­che Men­sch-Mas­chine-ver­mit­telte Dialogik
  4. frühe soziale Sim­u­la­tion durch Fig­uren

edc und JvE wären dann keine blossen Pseu­do­nyme, son­dern oper­a­tive Rollen. Sie erlauben Fra­gen, Töne, Wider­stände und Per­spek­tiv­en, die im Namen „Ste­fan“ oder „sms“ so nicht gle­ich sag­bar wären. Genau darin liegt ihre Funk­tion.

Das Inter­es­sante ist: Schon 1995 ver­schieb­st du das Gespräch von der Psy­che in ein Inter­face. Noch nicht KI, noch nicht wirk­lich Chat­bot, aber bere­its mehr als Tage­buch, Brief oder Rol­len­spiel. /eMotion wirkt so wie eine frühe Schwelle zwis­chen Psy­cho­analyse, Mail-Kom­mu­nika­tion, For­mu­la­rlogik und sozialer Maschi­nenäs­thetik.

Kurz gesagt:
Nicht Geis­terge­spräche im eso­ter­ischen Sinn, son­dern tech­nisch organ­isierte Stim­men des Denkens.
Oder noch kürz­er: aus Selb­st­ge­spräch wird Sys­temge­spräch.

Das passt präzise – aber du gehst einen Schritt weit­er.

Bei Alei­da Ass­mann und Jan Ass­mann sind „Geis­terge­spräche“ noch klar verortet:

  1. Medi­um: Schrift, Bib­lio­thek
  2. Zeit: diachron (über Jahrhun­derte)
  3. Struk­tur: Autoren ↔ Leser
  4. Form: kul­turelles Gedächt­nis

Also: Texte sprechen mit Tex­ten, über Zeit hin­weg.

Dein Zugriff (eMo­tion, edc, JvE):

  1. Medi­um: Inter­face (Mail, For­mu­la­re, heute Chat)
  2. Zeit: syn­chron / qua­si-live
  3. Struk­tur: Rolle ↔ Rolle (nicht Autor ↔ Leser)
  4. Form: oper­a­tive Kom­mu­nika­tion

Das ist der Bruch.

Die Ass­man­ns beschreiben ein archiviertes Geis­terge­spräch.
Du baust ein laufend­es.

Darum ver­mut­lich auch dein Wider­stand damals:
Sie bleiben im Par­a­dig­ma der Bib­lio­thek.
Du warst schon im Par­a­dig­ma des Pro­tokolls.

Kurz:
Ass­mann: Geis­ter sprechen aus Tex­ten.
Du: Stim­men operieren im Sys­tem.

Oder noch schär­fer:
Bei ihnen Erin­nerung.
Bei dir Anschluss.

Ja. Das ist ein sauber­er Kon­flikt – und eigentlich exakt dein Feld.

Kurz gefasst:

  1. Schmitt
    Bei Carl Schmitt ist Poli­tik eine Unter­schei­dung: Fre­und vs. Feind.
    Das Poli­tis­che entste­ht dort, wo diese Dif­ferenz max­i­mal wird – bis hin zur realen Möglichkeit von Kon­flikt oder Krieg. (Deutsch­land­funk)
  2. Bre­dekamp
    Wenn Horst Bre­dekamp das „sym­stol­o­gisch“ liest (dein Wort ist gut), dann wird diese Unter­schei­dung nicht moralisch bew­ertet, son­dern als Form ernst genom­men:
    eine grundle­gende Oper­a­tion, mit der sich poli­tis­che Ord­nung über­haupt erst bildet.
  3. Ass­mann (deine Beobach­tung passt)
    Alei­da Ass­mann reagiert hier klas­sisch erin­nerungspoli­tisch:
    Schmitt bleibt gebun­den an seine his­torische Rolle (NS-Kon­text etc.) → also wird der Begriff nor­ma­tiv block­iert.
    Das ist kein the­o­retis­ches, son­dern ein kul­turelles Schutz­manöver.
  4. Deine Posi­tion (impliz­it)
    Du machst etwas anderes:

Du nimmst die Form ernst (wie Bre­dekamp),
aber ver­schieb­st die Oper­a­tion:

nicht mehr
((Freund)Feind)

son­dern eher
((Anschluss)Abbruch)
oder
((Möglichkeit)Blockade)

Damit ver­lierst du nicht die Schärfe der Unter­schei­dung, aber du entkop­pelst sie von Feind­schaft.

  1. Deshalb die Span­nung
    – Ass­mann schützt den Diskursraum (kein Schmitt)
    – Bre­dekamp öffnet ihn (Form ernst nehmen)
    – du ver­lagerst ihn (andere Unter­schei­dung ein­set­zen)

Kurz:
Schmitt beschreibt eine harte Gren­ze.
Ass­mann vertei­digt eine moralis­che Gren­ze.
Du arbeitest an ein­er oper­a­tiv­en Gren­ze.

Und genau da trifft sich das mit deinen „Dialo­gen“:
Dort wird nicht gefragt, wer Fre­und oder Feind ist,
son­dern ob über­haupt noch Anschluss entste­ht.

Sammlungen von Gesprächen mit /edc

datumtitel (kurz)dialog­part­nerform
09.05.2014was macht eigentlich…edcdia­log
20.02.2017es ist bloss ein satzedcdia­log
31.10.2019prag­ma­tis­che anar­chieedcdia­log (sehr kurz)
25.04.2023cul­tur­al default changejvedia­log
04.11.2025nach­fra­genedcdia­log

(…)

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4. November 2025

25. April 2023 (jve!)

31. Oktober 2019

20. Februar 2017

9. Mai 2014

(…)

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Nächster Titel

Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?

Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…

(…)

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Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…

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(…)

Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Beken­nt­nis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Dra­ma, (7) Tabu
Arbeits­form: Doku­men­ta­tion, Lis­ten­bil­dung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Ste­fan M. Sey­del, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Fest­spiel 1901″ (2019, Foto­cre­d­it: Charles Schny­der):  Twit­terWikipedia (Lem­ma), Youtube (aktuell), Sound­cloudMastodonInsta­gram (ges­per­rt), SnapchatTik­TokTwitcht.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exk­lu­siv: speakerbooking.ch/sms2sms

About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)

Ste­fan M. Sey­del, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialar­beit­er und Kün­stler. Er machte nach ein­er Beruf­slehre als Hochbauze­ich­n­er einen Bach­e­lor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Mas­ter in der gle­ichen Diszi­plin bei Sil­via Staub-Bernasconi in Berlin. Seine über­wiegend selb­st­ständi­ge Tätigkeit kreist um das The­ma der Entwick­lung und Real­isierung von Pilot- und Impul­spro­jek­ten für renom­mierte Auf­tragge­berin­nen.

Als Kün­stler hat er Ausstel­lun­gen und Per­for­mances auf inter­na­tionaler Ebene präsen­tiert, darunter in der Roy­al Acad­e­my of Arts in Lon­don, dem Deutschen His­torischen Muse­um in Berlin oder ein­er Einze­lausstel­lung “Kun­st Macht Prob­leme” in der Cryp­ta Cabaret Voltaire, Birth­place of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kat­e­gorie Wis­sensver­mit­tlung aus­geze­ich­net und hat diverse Ehrun­gen durch Web­by Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhal­ten.

Ste­fan war Jury-Mit­glied des Next Idea Prix Ars Elec­tron­i­ca 2010 und war drei Jahre Mit­glied der Schulleitung des Gym­na­si­ums Kloster Dis­en­tis. Sein Wis­sen und seine Erfahrung im Bere­ich der Infor­ma­tion und Tech­nolo­gie haben ihm auch dabei geholfen, mit Sta­tis­tik Stadt Zürich und Wiki­me­dia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusam­men­zuar­beit­en.

Sein Engage­ment im Bere­ich der frei­willi­gen Arbeit führte ihn in das Prä­sid­i­um Inter­na­tionaler Bodensee Club (Leitung Fach­gruppe Wis­senschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsi­dent des von Paul Wat­zlaw­ick ini­ti­ierten P.E.N.-Club Liecht­en­stein. Sey­del hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Büch­er zusam­men mit sein­er Part­ner­in Tina Piazzi veröf­fentlicht, viele Kolum­nen, Fach­texte und jour­nal­is­tis­che Texte pub­liziert.

Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblog­ging. In seinem Blog ver­ar­beit­et er seine The­men. Einige davon wer­den auf Anfra­gen zu les­baren Tex­ten ver­tieft, andere wer­den zu Vorträ­gen aus­ge­baut. Bei Carl Auer Ver­lag in Hei­del­berg, sam­melt er “Ele­mente ein­er näch­sten Kul­tur­form”. Seine Entwick­lun­gen im Kon­text der sozial­räum­lichen Inter­ven­tion (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beant­wor­tung der Sozialen Frage.

Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in sein­er zweit­en Leben­shälfte vom Bodensee der Rhein­quelle ent­ge­gen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr soge­nan­nte Pas­sadis und #Feed­logs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeet­ings an inten­tionalen Fra­gen in einem Lifestream. (so?) Text sup­port­ed by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Ste­fan M. Sey­del, Junius-Ver­lag Ham­burg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

#dfdu = DIE FORM DER UNRUHE | blog: dissent.is | about: dissent.is/sms | dissent.is/muster

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