#HomoSapiens

Homo sapi­ens entste­ht nicht plöt­zlich. Der Name beze­ich­net keinen klaren Moment, son­dern eine nachträgliche wis­senschaftliche Unter­schei­dung. Prak­tisch entschei­dend war nicht ein­fach ein grösseres Gehirn oder ein ander­er Kör­p­er, son­dern eine neue Dichte sozialer Koor­di­na­tion: Zeichen, Regeln, Rit­uale, Werkzeuge und Erzäh­lun­gen wur­den sta­bil genug, um über die unmit­tel­bare Sit­u­a­tion hin­aus zu wirken.

Damit kon­nte Wis­sen weit­ergegeben, verbessert und über Gen­er­a­tio­nen gestapelt wer­den. Grup­pen mussten nicht mehr nur durch Ver­wandtschaft ver­bun­den sein, son­dern kon­nten über geteilte Bedeu­tun­gen, gemein­same Zeichen und wieder­erkennbare Prak­tiken kooperieren. Der Unter­schied, der einen prak­tis­chen Unter­schied machte, war also: Kom­mu­nika­tion wurde tragfähig genug, um Kul­tur kumu­la­tiv zu machen.