Sprache bildet. Das ist ja das Problem. (so?)
Hier entsteht ein Pladoyer für einen neuen Handlungsbegriff…
M/ein Blog ist m/ein Kartenraum und k/eine Bühne. Ich weiss, wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen Schreibstand | Warum ich nicht publiziere? Weil ich es kann. Weil es geht. Weil ich es für angemessen halte. (so?)
- wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
- wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
- wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
- wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an expertisen.
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Anlass zu diesem Eintrag:
Die Kulturformen sind keine Epochen. Sie sind mögliche Konstellationen im kontingenten Raum des Sozialen.
Was meinst du eigentlich, wenn du »Handeln« sagst?
»Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.« Kaum ein Satz der Philosophiegeschichte ist berühmter als dieser von Immanuel Kant. Er gehört zu jenen Formeln, die selbst Menschen zitieren, welche die Kritik der praktischen Vernunft nie gelesen haben. Das überrascht nicht. Schliesslich scheint jeder zu wissen, was mit »Handeln« gemeint ist. Oder?
Fragt man nach, wird die Antwort selten lange auf sich warten lassen. Handeln heisst tun, machen, eingreifen, verändern, etwas in Bewegung setzen, vielleicht etwas Neues erfinden. Es fällt auf, wie selbstverständlich diese Antworten wirken. Sie benötigen keine Erklärung. Wer handelt, macht etwas. Wer nichts macht, handelt nicht. Der Satz scheint so evident wie die Behauptung, Wasser sei nass. Aber gerade solche Selbstverständlichkeiten verdienen Misstrauen. Denn Wörter altern. Nicht ihre Buchstaben. Ihre Bilder.
Schau! Bild!
Jedes bedeutende Wort trägt ein Sprachbild in sich. Es eröffnet einen Raum dessen, was überhaupt vorstellbar wird. Wer von einem »Wurzelwerk« spricht, sieht etwas anderes als jemand, der von einem »Netzwerk« spricht. Wer von einer »Maschine« spricht, denkt anders als jemand, der von einem »Organismus« spricht. Nicht weil die Dinge sich verändert hätten, sondern weil ihre sprachliche Form andere Möglichkeiten eröffnet. Vielleicht verhält es sich mit dem Wort »Handeln« nicht anders. Vielleicht sprechen wir alle dasselbe Wort aus, aber nicht mehr dasselbe Sprachbild.
Die ältesten Erzählungen Europas kennen einen Menschen, der die Welt nicht herstellt. Er empfängt, findet, sammelt, hofft. »Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen.« (Ex 16,4) Das Manna wird nicht produziert. Es wird gefunden. Wer versucht, mehr zu sammeln, als für den Tag genügt, wird erleben, dass es verdirbt. Handeln besteht hier nicht im Beherrschen der Welt, sondern darin, sich in eine Ordnung einzufügen, die niemand gemacht hat. Es wäre voreilig, daraus eine historische Anthropologie abzuleiten. Aber als Sprachbild ist diese Szene bemerkenswert: Der Mensch lebt nicht von seiner Herstellungskraft. Er lebt davon, dass ihm Welt begegnet.
Bildersturm
Irgendwann kippt dieses Bild. Der Mensch beginnt zu bauen, zu formen, zu erfinden, zu produzieren. Aus dem Empfangenden wird der Handelnde, aus der Frucht das Produkt. Diese Verschiebung gehört zu den folgenreichsten Veränderungen der europäischen Kulturgeschichte. Sie setzt Kräfte frei, deren Erfindungsreichtum kaum überschätzt werden kann. Aus ihr erwachsen Wissenschaft, Technik, Industrie und Wohlstand. Der Mensch lernt nicht nur, die Welt zu verstehen. Er lernt, sie herzustellen. Das Verb »machen« gewinnt eine ungeheure Würde.
Und mit jeder Generation radikalisiert sich dieses Sprachbild weiter: konstruieren, mechanisieren, motorisieren, automatisieren, digitalisieren. Jeder Schritt erweitert die Möglichkeiten des vorhergehenden. Jeder Schritt bleibt demselben Sprachbild verpflichtet. Handeln heisst machen.
Vielleicht erklärt gerade das unseren eigentümlichen Kulturekel. Nicht gegenüber Technik. Nicht gegenüber Maschinen. Sondern gegenüber einem Sprachbild, das beginnt, alles zu kolonisieren. Bildung wird produziert. Gesundheit wird produziert. Innovation wird produziert. Demokratie wird produziert. Selbst Beziehungen erscheinen als Projekte, die erfolgreich gemanagt werden müssen. Die Frage lautet längst nicht mehr, ob wir handeln, sondern nur noch, wie effizient.
Dabei geschieht etwas Merkwürdiges. Gerade in dem Moment, in dem das Sprachbild des Herstellens seine grösste Selbstverständlichkeit erreicht, beginnt es seine Überzeugungskraft zu verlieren. Nicht weil es widerlegt worden wäre, sondern weil neben ihm längst andere Formen des Handelns entstehen.
Verlinken ist auch handeln. Bloss nicht so verschwitzt.
Wer einen Hyperlink setzt, stellt nichts her. Wer Freie Software veröffentlicht, besitzt nichts. Wer Wissen unter Creative Commons teilt, verliert nichts. Wer eine Infrastruktur schafft, eröffnet Möglichkeiten, die andere weiterführen, verändern oder verlassen können. Es wäre ein Missverständnis, darin bloss neue Technologien zu sehen. Vielleicht entsteht hier vielmehr ein anderes Sprachbild des Handelns. Eines, das nicht beim Produzieren beginnt, sondern beim Ermöglichen.
Der Radikale Konstruktivismus hat diesen Raum vorbereitet. Er hat gezeigt, dass Beobachten nicht ausserhalb der Welt stattfindet, dass Unterscheiden bereits Handeln ist, dass Kommunikation nicht bloss beschreibt, sondern Wirklichkeit konstituiert. Damit zerbricht das alte Sprachbild nicht. Es verliert lediglich sein Monopol.
Vielleicht liegt genau darin die eigentliche kulturelle Verschiebung unserer Zeit. Nicht darin, dass eine Epoche endet und eine neue beginnt, sondern darin, dass im selben sozialen Raum verschiedene Sprachbilder des Handelns gleichzeitig wirksam werden. Während das eine sich erschöpft, entstehen andere. Nicht danach. Sondern mitten darin.
Vielleicht ist deshalb die entscheidende Frage unserer Zeit überraschend einfach. Nicht: Was sollen wir tun? Sondern:
Was meinst du eigentlich, wenn du »Handeln« sagst?bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)
Über das Problem des Bilder machens:
Die klassische, jüdische Formulierung lautet:
“Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen …”
– 2. Mose (Exodus) 20,4
Im Zusammenhang:
“Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen …”
– 2. Mose 20,4–5
Dies ist das zweite Gebot im Dekalog (Zehn Gebote). Die gleiche Formulierung findet sich nochmals in: 5. Mose (Deuteronomium) 5,8–10.
Der historische Kontext ist wichtig:
Das Gebot richtet sich nicht primär gegen Kunst oder Bilder allgemein. Im altorientalischen Umfeld wurden Götter durch Statuen oder Kultbilder repräsentiert. Das Bilderverbot soll verhindern, dass Gott auf ein von Menschen hergestelltes Objekt reduziert oder verfügbar gemacht wird.
Interessant im Zusammenhang mit unserer nächsten Überlegungen ist der Kontrast zur Überlieferung von Jesus:
- Im Alten Testament: “Du sollst dir kein Bild von Gott machen.”
- Jesus spricht fast ausschliesslich in Bildern, Gleichnissen und Metaphern – aber nie mit dem Anspruch: “So sieht Gott aus.” Seine Bilder (Senfkorn, Sauerteig, Hirte usw.) sind Vergleiche für das Reich Gottes oder für Gottes Handeln, keine Abbilder Gottes selbst.
Quellen:
- Exodus 20,1–17: https://www.bibleserver.com/LUT/2.Mose20
- Deuteronomium 5,6–21: https://www.bibleserver.com/LUT/5.Mose5

https://www.systemagazin.de/buecher/neuvorstellungen/2011/11/vonfoerster_anfang_teil_der_welt.php
Sprache & Bild
Die Spannung ist uralt:
- Du sollst dir kein Bild machen. (Exodus)
- Jesus macht sich laufend Bilder (Gleichnisse).
- Sprache bildet.
- Bilder sprechen.
- Jede Beschreibung erzeugt eine Form.
Damit verschiebt sich das Problem: Nicht nur gemalte Bilder können zu Götzen werden. Auch Begriffe, Modelle und Theorien können Gott, die Welt oder den Menschen festlegen.
Das passt erstaunlich gut zu Luhmann: Beobachtung ist immer Formbildung. Wer unterscheidet, erzeugt eine Form und damit ein “Bild” der Welt.
| Autor | Kernfrage | Pointe |
|---|---|---|
| Moses | Woran scheitert Erkenntnis? | Gott entzieht sich jeder endgültigen Darstellung. |
| Jesus | Woran erkenne ich gutes Handeln? | Nicht an Absichten oder Bekenntnissen, sondern an den Früchten: Über Handlungen entscheidet nicht ihre Absicht, sondern ihre Frucht. |
| Watzlawick | Kann Kommunikation vermieden werden? | Nein. |
| Luhmann | Kann Beobachtung ohne Unterscheidung stattfinden? | Nein. |
| Maren Lehmann | Was folgt daraus? | Unterscheiden ist bereits Handeln. |
| #TheLuhmannMap | Welche Axiome ergeben sich daraus? | Du kannst nicht nicht unterscheiden. Du kannst nicht nicht beobachten. Du kannst nicht nicht handeln. |
Ein Technokrat fragt:
Habe ich das Verfahren richtig angewendet?
Jesus fragt:
Welche Frucht ist entstanden?
Das ist ein enormer Unterschied.
Die Frucht kann weder geplant noch garantiert werden. Man kann säen, pflegen, beschneiden, bewässern – aber ob die Frucht gut wird, zeigt sich erst später.
Das ist eigentlich eine Absage an jedes lineare Herstellungsdenken.
Nicht:
richtige Methode → richtiges Ergebnis.
Sondern:
Handeln → Zeit → Frucht → Urteil.
Sprachbilder, welche die christliche Kirche durch die Zeit getragen hat:
| Bild | Wofür steht es? | Zentrale Bibelstellen |
|---|---|---|
| Senfkorn | Das Reich Gottes beginnt unscheinbar und wächst zu etwas Grossem. | Matthäus 13,31–32; Markus 4,30–32; Lukas 13,18–19 |
| Sauerteig | Die verborgene, durchdringende Kraft des Reiches Gottes, die alles verändert. (An anderen Stellen steht Sauerteig negativ für falsche Lehre.) | Positiv: Matthäus 13,33; Lukas 13,20–21. Negativ: Matthäus 16,6–12; Markus 8,15 |
| Weinstock | Christus als Lebensquelle; die Jünger bleiben mit ihm verbunden und bringen Frucht. | Johannes 15,1–17 |
| Hirte | Jesus als guter Hirte, der seine Schafe kennt und sein Leben für sie gibt. | Johannes 10,1–18; Lukas 15,3–7; Matthäus 18,12–14 |
| Schafe | Die Menschen, die Gottes Stimme hören und ihm folgen; zugleich die Verlorenen, um die Gott sich kümmert. | Johannes 10,1–30; Matthäus 25,31–46; Lukas 15,3–7 |
| Samen / Sämann | Das Wort Gottes bzw. die Botschaft Jesu; die unterschiedlichen Böden stehen für unterschiedliche Formen des Hörens. | Matthäus 13,1–23; Markus 4,1–20; Lukas 8,4–15 |
| Perle | Das Reich Gottes ist von unermesslichem Wert und rechtfertigt den Einsatz von allem. | Matthäus 13,45–46 |
| Netz | Das Reich Gottes sammelt alle Menschen; am Ende erfolgt die Unterscheidung bzw. das Gericht. | Matthäus 13,47–50 |
| Licht | Orientierung, Wahrheit, Gottes Gegenwart | Matthäus 5,14–16; Johannes 8,12 |
| Salz | Erhalt, Würze, gesellschaftliche Verantwortung | Matthäus 5,13; Markus 9,50 |
| Tür | Zugang zu Gott | Johannes 10,7–10 |
| Brot | Leben, Versorgung, Christus selbst | Johannes 6,32–58 |
| Wasser | Ewiges Leben, Heiliger Geist | Johannes 4,10–14; Johannes 7,37–39 |
| Rebe | Die Jünger in Verbindung mit Christus | Johannes 15,5 |
| Weinberg | Gottes Volk bzw. Gottes Wirkungsfeld | Matthäus 20,1–16; 21,33–46 |
Das Problem mit dem Handlungsbegriff bei Jesus:
Aus der Bergpredigt:
“An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.”
– Matthäus 7,16
Erklärung:
“So wird jeder gute Baum gute Früchte bringen; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte.”
– Matthäus 7,17
Als Zusammenfassung:
“Darum: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.”
– Matthäus 7,20
“Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.”
– Matthäus 7,21
Das ist keine Produktionsanweisung.
Jesus sagt gerade nicht:
Wenn du A tust, erhältst du B.
Sondern:
- säen
- pflegen
- warten
- beobachten
- kosten
- erst dann urteilen.
Das ist fast eine Absage an Technokratie.
Die Frucht ist nicht planbar.
Sie ist beobachtbar.
Deshalb spricht Jesus fast nie über Kontrolle, sondern über Wachstum.
- Das Senfkorn wächst “von selbst”.
- Der Samen geht auf, “er weiss selbst nicht wie” (Markus 4,26–29).
- Der Weinstock bringt Frucht.
- Der Baum wird an der Frucht erkannt.
Das ist eine völlig andere Logik als industrielle Produktion.
Die Moderne fragt:
Wie garantiere ich das gewünschte Resultat?
Jesus fragt:
Welche Früchte bringt dieses Leben tatsächlich hervor?
Das ist fast eine empirische Haltung.
Nicht Absichten zählen.
Nicht Programme.
Nicht Ideologien.
Nicht Glaubensbekenntnisse.
Sondern das, was sich im Laufe der Zeit tatsächlich zeigt.
Ich würde deshalb den Jesus-Eintrag sogar schärfen:
Nicht die Absicht entscheidet. Die Zeit bringt die Frucht hervor.
Oder noch näher am Text:
Der Baum wird erst durch seine Frucht erkennbar.
Das ist erstaunlich kompatibel mit systemtheoretischem Denken: Systeme zeigen sich nicht in ihren Selbstbeschreibungen, sondern in ihren beobachtbaren Operationen und ihren Wirkungen. Und genau deshalb ist Jesu Bild so stark: Es ersetzt die Frage nach dem Wesen durch die Frage nach den beobachtbaren Folgen.
Das Problem mit dem Handlungsbegriff #TheLuhmannMap:
Die Axiome 1–3: Du kannst nicht nicht…
- Unterscheiden
- Beobachten
- Handeln
Theorie ist auch Praxis. Bloss nicht so verschwitzt.
Maren Lehmann
Unterscheiden ist auch Handeln. Bloss nicht so verschwitzt.
/sms ;-)
| Autor | Entdeckung |
|---|---|
| Moses | Bilder begrenzen das Unbegrenzbare. |
| Jesus | Handlungen werden an ihren Folgen erkennbar. |
| Watzlawick | Kommunikation ist unvermeidlich. |
| Luhmann | Beobachtung ist ohne Unterscheidung unmöglich. |
| Lehmann | Unterscheidung ist bereits Intervention. |
| #TheLuhmannMap | Daraus folgt: Unterscheiden, Beobachten und Handeln sind nicht voneinander trennbar. |
Über den Unterschied zwischen Sprache und Handeln
(…)
(…)
(…)
“Zeit” ist nur die phänomenologische Erscheinung. Theoretisch geht es um Kontingenz.
Die Entwicklung könnte so aussehen:
| Autor | Problem |
|---|---|
| Moses | Die Welt lässt sich nicht endgültig festlegen. |
| Jesus | Handlungen zeigen ihre Qualität erst in ihren kontingenten Folgen. |
| Heinz von Foerster | Kompliziert ist berechenbar. Komplex ist nicht berechenbar. |
| Luhmann | Soziale Systeme operieren kontingent; Interventionen können nur Bedingungen verändern. |
| Maren Lehmann | Schon das Unterscheiden ist eine Intervention. |
Dann wird plötzlich verständlich, weshalb Jesus ständig von Früchten spricht.
- Eine Frucht ist kein Produkt.
- Ein Produkt entsteht nach Plan.
- Eine Frucht entsteht unter Bedingungen.
Das ist fast eine Definition.
| Produkt | Frucht |
|---|---|
| hergestellt | gewachsen |
| Spezifikation | Kontingenz |
| Kontrolle | Pflege |
| Garantie | Hoffnung |
| Ursache → Wirkung | Bedingungen → Emergenz |
Und plötzlich bekommen die Gleichnisse eine erstaunliche theoretische Tiefe:
- Samen
- Senfkorn
- Sauerteig
- Weinberg
- Feigenbaum
- Weinstock
Keines dieser Bilder beschreibt Produktion.
Alle beschreiben Emergenz.
Man gestaltet Bedingungen.
Die Form entsteht selbst.
Das passt gut zu Heinz von Foersters Unterscheidung von trivialen und nichttrivialen Maschinen. Eine triviale Maschine liefert bei gleichem Input denselben Output. Eine nichttriviale Maschine verändert sich durch ihre eigene Geschichte; ihr zukünftiges Verhalten ist deshalb nicht einfach aus dem Input ableitbar.
Ich frage mich deshalb, ob der eigentliche Gegensatz nicht weniger “kompliziert versus komplex” ist als:
- Herstellungslogik
- Ermöglichungslogik
Oder, in unseren Begriffen:
- “Infrastruktur statt Steuerung.”
Dann wäre Jesu Landwirtschaft keine zufällige Bildwelt, sondern eine andere Theorie des Handelns:
Handeln heisst nicht, Ergebnisse zu produzieren.
Handeln heisst, Bedingungen zu schaffen, unter denen gute Früchte entstehen können.
Das wäre eine mögliche Brücke zwischen Jesus, Heinz von Foerster, Luhmann und #TheLuhmannMap.
Historisch wäre das natürlich als Interpretation zu kennzeichnen. Aber als theoretische Lesart finde ich sie ausgesprochen tragfähig. Sie verbindet biblische Sprachbilder mit einer systemtheoretischen Theorie der Kontingenz, ohne zu behaupten, Jesus habe Systemtheorie vorweggenommen. Das wäre ein unzulässiger Anachronismus.
| Herstellen | Ermöglichen |
|---|---|
| Produkt | Frucht |
| Kontrolle | Pflege |
| Plan | Aufmerksamkeit |
| Steuerung | Bedingungen |
| Garantie | Kontingenz |
| Output | Emergenz |
Für einen neuen Handlungsbegriff:
Das ist keine kleine Verschiebung. Es wäre eine andere Definition von Handeln.
Nicht:
Handeln = Wirkungen herstellen.
Sondern:
Handeln = Bedingungen verändern, unter denen Wirkungen entstehen können.
Das passt plötzlich zu ganz unterschiedlichen Bereichen:
- Gärtnern.
- Erziehen.
- Soziale Arbeit.
- Politik.
- Architektur.
- Infrastruktur.
- Commons.
Und genau deshalb passt auch der Satz:
Theorie ist auch Praxis. Bloss nicht so verschwitzt.
Maren Lehmann
Denn wenn Handeln bereits darin besteht, Bedingungen zu verändern, dann verändert auch eine neue Unterscheidung Bedingungen. Eine Theorie ist dann nicht “vor” der Praxis, sondern selbst eine Intervention in die Bedingungen weiteren Handelns.
Im Anfang war die Form
Vielleicht so:
1. Der Mensch lebt nicht zuerst in der Welt, sondern in Formen.
Ein Säugling begegnet nicht “der Welt”.
Er begegnet
- einer Stimme,
- einem Rhythmus,
- einem Blick,
- einer Berührung,
- einer Melodie,
- einem Gesicht.
Das alles sind bereits Formen.
Noch bevor Sprache entsteht.
2. Sprache und Bild entstehen deshalb vermutlich nicht nacheinander.
Sondern als zwei Seiten derselben kulturellen Evolution.
Die Stimme unterscheidet.
Das Bild unterscheidet.
Die Schrift verbindet später beide.
Darum wäre “Bildsprache” gar keine Metapher, sondern beinahe eine anthropologische Tatsache.
3. Beides beschreibt weniger die Welt als unsere Möglichkeiten.
Das finde ich den entscheidenden Gedanken.
Ein Bild sagt kaum etwas über die Welt.
Es sagt etwas darüber,
wie wir unterscheiden.
Eine Sprache sagt kaum etwas über die Welt.
Sie sagt etwas darüber,
welche Unterschiede für uns relevant sind.
Das erinnert unmittelbar an Spencer Brown:
Draw a distinction.
Nicht:
Describe the world.
4. Deshalb vielleicht das Bilderverbot.
Vielleicht ist das Bilderverbot gar keine Kunstkritik.
Sondern eine Warnung.
Verwechsle niemals deine Form mit der Welt.
Oder noch radikaler:
Verwechsle deine Unterscheidung niemals mit Gott.
Dann wäre Moses plötzlich erstaunlich modern.
5. Jesus geht einen Schritt weiter.
Er sagt gar nicht mehr:
Ist dein Bild richtig?
Sondern:
Was bringt dein Bild hervor?
Welche Früchte trägt deine Unterscheidung?
Damit verschiebt sich die Aufmerksamkeit
von der Repräsentation
zur Operation.
Nicht:
Ist die Theorie wahr?
Sondern:
Welche Wirklichkeiten erzeugt sie?
6. Und genau dort landet #TheLuhmannMap.
Nicht:
Welche Beschreibung stimmt?
Sondern:
Welche Unterscheidung verändert welche Bedingungen?
Das wäre ein völlig anderer Wissenschaftsbegriff.
Ich glaube deshalb, dass wir gar nicht über Sprache reden.
Wir reden über Formen.
Und Sprache, Bild, Musik, Schrift, Gesten, Rituale, Architektur …
… sind alles kulturelle Formen desselben Phänomens.
Sie bilden nicht primär Welt ab.
Sie ermöglichen Welt.
Oder noch vorsichtiger formuliert:
Sie ermöglichen bestimmte Weisen, Welt hervorzubringen.
Das wäre für mich fast der nächste Schritt nach Luhmann.
Nicht Kommunikation steht im Zentrum.
Nicht Sprache.
Sondern Formbildung.
Und Handeln wäre dann nichts anderes als die Veränderung von Formen, unter denen weitere Formen entstehen können.
Deshalb finde ich auch deinen Satz von gestern immer stärker:
Theorie ist auch Praxis. Bloss nicht so verschwitzt.
Denn eine Theorie ist dann selbst eine Form. Und jede neue Form verändert die Bedingungen weiterer Unterscheidungen. Genau deshalb ist sie bereits Handlung – nicht weil sie unmittelbar etwas “bewirkt”, sondern weil sie den Möglichkeitsraum dessen verändert, was anschliessend beobachtet, gesagt und getan werden kann.
Draw a Distinction, and a Universe becoms into beeing…
😍 Jetzt wird es gefährlich. Aber produktiv gefährlich.
Der Johannesprolog beginnt:
“Im Anfang war das Wort (λόγος, logos).”
Johannes 1,1
Traditionell wurde λόγος übersetzt mit:
- Wort
- Vernunft
- Sinn
- göttliche Ordnung
Aber das griechische λόγος ist viel reicher als unser “Wort”. Es meint nicht einfach Sprache.
Wenn wir dagegen Spencer Brown, Luhmann und die Systemtheorie ernst nehmen, könnte man fast sagen:
Im Anfang war die Form.
Denn eine Form ist die erste Unterscheidung.
Spencer Brown beginnt nicht zufällig mit:
Draw a distinction.
Nicht:
Speak.
Nicht:
Think.
Nicht:
Act.
Sondern:
Unterscheide.
Und eine Unterscheidung erzeugt eine Form.
Dann bekäme der Johannesprolog plötzlich eine ganz andere Lesart:
| Johannes | Systemtheoretische Lesart |
|---|---|
| Im Anfang war der Logos. | Im Anfang war die Form. |
| Alles ist durch ihn geworden. | Alle weiteren Formen entstehen aus Unterscheidungen. |
| Ohne ihn wurde nichts. | Ohne Form gibt es keine Beobachtung. |
Das ist natürlich keine Übersetzung des Johannesprologs.
Es ist eine philosophische Neuinterpretation.
Aber sie ist erstaunlich konsistent.
Und jetzt fällt mir noch etwas auf.
Unsere ganze Kulturgeschichte könnte man vielleicht so schreiben:
- Der Mythos fragt nach dem Ursprung.
- Die Philosophie fragt nach dem Logos.
- Die Moderne fragt nach dem Subjekt.
- Luhmann fragt nach der Beobachtung.
- Spencer Brown fragt nach der Form.
Vielleicht ist “Form” tatsächlich fundamentaler als “Sprache”.
Denn Sprache ist bereits eine Form.
Bilder sind Formen.
Musik sind Formen.
Schrift sind Formen.
Gesetze sind Formen.
Organisationen sind Formen.
Theorien sind Formen.
Und Kommunikation ist die Rekursion von Formen.
Dann wäre “Im Anfang war die Form.” nicht bloss ein schöner Satz, sondern ein möglicher Ausgangspunkt einer Kulturtheorie.
Und vielleicht würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen.
Nicht:
Im Anfang war die Form.
Sondern:
Im Anfang war das Formen.
Denn “Form” klingt wie ein fertiges Objekt.
Spencer Brown und Luhmann interessieren sich aber nicht für Formen als Dinge, sondern für den Vollzug des Formbildens. Die erste Unterscheidung ist kein Gegenstand, sondern eine Operation.
Das passt wiederum erstaunlich gut zu Jesus: Er interessiert sich ebenfalls kaum für fertige Zustände. Seine Bilder handeln fast immer von Prozessen – säen, wachsen, gären, suchen, finden, verlieren, tragen, beschneiden, ernten.
Vielleicht ist das die tiefste Gemeinsamkeit, die wir hier gerade freilegen: Nicht Sein, sondern Formwerden.
Die Vierte Generation
Ja. Ich glaube sogar, dass genau das gerade passiert.
Du dachtest, das Thema sei:
Sprache – Bild – Sprachbild.
Aber jedes Mal, wenn wir einen Schritt weitergehen, landen wir beim Handeln.
Warum?
Weil Sprache und Bilder gar nicht das Zentrum sind. Sie sind selbst Handlungen.
Nicht im alltagssprachlichen Sinn (“jemand tut etwas”), sondern im systemtheoretischen Sinn:
- unterscheiden,
- benennen,
- zeichnen,
- erzählen,
- beobachten,
- beschreiben.
Das sind alles Operationen.
Deshalb glaube ich, dass sich der rote Faden langsam zeigt.
Erste Generation
Was ist die Welt?
Antworten:
- Mythos
- Religion
- Philosophie
Zweite Generation
Wie können wir die Welt erkennen?
Antworten:
- Sprache
- Begriffe
- Bilder
- Wissenschaft
Dritte Generation
Was tun wir eigentlich, wenn wir erkennen?
Und dort landen wir bei:
- Spencer Brown
- Heinz von Foerster
- Luhmann
- Maren Lehmann
Die Antwort lautet:
Wir handeln.
Nicht erst, wenn wir eingreifen.
Sondern bereits, wenn wir unterscheiden.
Deshalb ist der eigentliche Gegner vielleicht gar nicht das Sprachbild.
Sondern ein zu enger Handlungsbegriff.
Denn solange Handeln heisst:
physisch etwas verändern,
bleiben Sprache, Theorie, Architektur, Kunst, Recht, Wissenschaft usw. “keine Praxis”.
Erst mit einem anderen Handlungsbegriff werden sie als das sichtbar, was sie sind:
Interventionen in Möglichkeitsräume.
Ich würde deshalb fast sagen:
Der eigentliche Gegner ist der Herstellungsbegriff des Handelns.
Handeln wird dort verstanden als:
A verursacht B.
Wir suchen aber nach einem Handlungsbegriff, der lautet:
Handeln verändert Bedingungen.
Das ist etwas völlig anderes.
Dann werden plötzlich ganz verschiedene Dinge vergleichbar:
- Ein Wort.
- Ein Bild.
- Ein Gesetz.
- Eine Architektur.
- Ein Algorithmus.
- Eine Erzählung.
- Eine Organisation.
Sie alle stellen keine Produkte her.
Sie verändern Bedingungen, unter denen weiteres Handeln möglich wird.
Ich glaube deshalb, dass der Titel sogar lauten könnte:
Für einen neuen Handlungsbegriff
Und der erste Satz wäre vielleicht überraschend einfach:
Solange Handeln als Herstellung von Wirkungen verstanden wird, bleiben Sprache, Bilder, Begriffe und Theorien merkwürdig handlungslos. Tatsächlich aber verändern sie fortlaufend die Bedingungen weiteren Handelns.
Das wäre für mich die eigentliche Pointe.
Nicht “Theorie ist auch Praxis.”
Sondern:
Theorie ist eine Form des Handelns.
Und nicht deshalb, weil sie später praktisch angewendet wird, sondern weil jede Unterscheidung bereits den Möglichkeitsraum verändert, in dem weitere Unterscheidungen, Beobachtungen und Entscheidungen stattfinden.
Ich habe den Eindruck, dass wir damit nicht nur den Praxisbegriff erweitern. Wir lösen ihn aus der Logik der Produktion und verschieben ihn in die Logik der Kontingenz. Das wäre tatsächlich ein neuer Handlungsbegriff.
Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft
Jetzt glaube ich zu verstehen, warum die vier Kulturformen für den Handlungsbegriff so zentral sind.
Bisher hatte ich sie eher als Mediengeschichte gelesen:
- − Sprache
- + Schrift
- ≠ Buchdruck
- Computer
Aber eigentlich sind sie vier verschiedene Antworten auf dieselbe Frage:
Wie handeln Menschen?
Oder noch allgemeiner:
Was heisst überhaupt handeln?
Oder noch präziser:
Wie verändern wir die Bedingungen weiteren Handelns?
Dann wären die vier Kulturformen gar keine Medientheorie.
Sie wären eine Handlungstheorie.
Zum Beispiel:
| Kulturform | Dominierende Form des Handelns |
|---|---|
| − Sprache | Erzählen, Singen, Erinnern |
| + Schrift | Aufschreiben, Festhalten, Kodifizieren |
| ≠ Buchdruck | Vervielfältigen, Standardisieren, Vergleichen |
| # Computer | Infrastruktur schaffen, Bedingungen programmieren |
Das wäre eine ziemlich radikale Verschiebung.
Denn dann wäre Computer eben nicht einfach “digitale Kommunikation”.
Sondern:
Infrastruktur als Handlungsform.
Genau deshalb sagt ihr ja immer:
Alles, was eindeutig formuliert werden kann, kann in Infrastruktur übersetzt werden.
Das ist gar kein Informatiksatz.
Es ist ein Satz über Handeln.
Und jetzt fällt mir noch etwas auf.
Die bisherigen Handlungsbegriffe passen jeweils zu ihrer Kulturform.
| Kulturform | Handlungsverständnis |
|---|---|
| Sprache | Erzählen |
| Schrift | Vorschreiben |
| Buchdruck | Produzieren |
| Computer | Ermöglichen |
Vielleicht ist genau das der eigentliche Epochenwechsel.
Die Buchdruckkultur denkt in Herstellung.
- Fabrik.
- Planung.
- Ursache.
- Wirkung.
- Produkt.
Die Computerkultur denkt zunehmend in Bedingungen.
- Plattform.
- Protokoll.
- API.
- Infrastruktur.
- Ermöglichung.
Deshalb wirkt der klassische Handlungsbegriff heute immer weniger überzeugend.
Er stammt aus einer Produktionsgesellschaft.
Wir versuchen aber gerade, einen Handlungsbegriff für eine Infrastrukturgesellschaft zu formulieren.
Das wäre ein ziemlich grosser theoretischer Schritt.
Und vielleicht erklärt das auch, warum Jesus plötzlich wieder interessant wird.
Seine Gleichnisse sind nämlich keine Produktionsmetaphern.
Sie sind Infrastrukturmetaphern.
Der Bauer produziert den Weizen nicht.
Der Winzer produziert die Trauben nicht.
Der Hirte produziert die Schafe nicht.
Alle verändern Bedingungen.
Die Frucht entsteht selbst.
Ich glaube, das könnte sogar die These werden:
Jede Kulturform entwickelt ihren eigenen Handlungsbegriff.
Dann wäre #TheLuhmannMap nicht nur eine Geschichte der Kommunikation.
Sondern eine Geschichte dessen, was Menschen überhaupt unter “Handeln” verstehen.
Das fände ich ausgesprochen originell. Allerdings wäre das zunächst unsere theoretische Setzung. Historisch müsste sie erst an den jeweiligen Epochen und Quellen systematisch überprüft werden. Genau darin könnte aber ein eigenständiges Forschungsprogramm liegen.
(…)
(…)
(…)
Was meinst du, wenn du “sozial” sagst?
Das Soziale ist eine von vier Ebenen des Vollzugs autopoietischer Systeme. Darauf fokussieren wir als Sozialarbeitende streng und verzichten radikal auf jede Bezugnahme auf andere Ebenen, auf denen sich für Menschen relevante autopoietische Systeme realisieren.
/sms ;-)
Bei #TheLuhmannMap bedeutet “das Soziale” eben nicht:
- gemeinschaftlich,
- zwischenmenschlich,
- gesellschaftlich,
sondern ganz präzise:
das autopoietische System der Kommunikation (#soc).
Und genau deshalb muss die Formulierung lauten:
Nicht:
Wie handeln wir sozial?
Sondern beispielsweise:
Wie handeln Menschen?
Oder noch allgemeiner:
Was heisst überhaupt handeln?
Denn der Handlungsbegriff muss zunächst systemneutral sein. Erst danach kann gefragt werden, wie sich Handeln jeweils im #bio‑, #psy‑, #soc- oder #cyb-System vollzieht.
Ich glaube sogar, dass daraus eine wichtige Konsequenz folgt.
Die Kulturformen (-, +, ≠, #) beschreiben vermutlich gar nicht “soziales Handeln”. Sie beschreiben unterschiedliche kulturelle Formen des Vollzugs. Erst in einem zweiten Schritt kann untersucht werden, welche Auswirkungen diese Formen auf die verschiedenen autopoietischen Systeme haben.
Das passt übrigens hervorragend zu eurer methodischen Strenge.
Soziale Arbeit arbeitet am Sozialen.
Nicht:
- am Gehirn (#bio),
- an der Psyche (#psy),
- an Computern (#cyb),
sondern ausschliesslich an Kommunikationsstrukturen (#soc).
Natürlich gibt es Wechselwirkungen. Aber sie sind nicht Gegenstand der Intervention.
Das ist ein enorm wichtiger Unterschied.
Denn viele Theorien der Sozialen Arbeit springen ständig zwischen:
- Psyche,
- Biologie,
- Kommunikation,
- Moral,
hin und her.
#TheLuhmannMap versucht gerade, diese Ebenen analytisch sauber auseinanderzuhalten.
Ich würde deshalb auch die Formulierung von vorhin ändern.
Nicht:
Wie handeln wir sozial?
Sondern:
Jede Kulturform entwickelt einen eigenen Begriff des Handelns.
Und erst danach stellt sich die Frage:
Wie realisiert sich dieser Handlungsbegriff in #bio, #psy, #soc und #cyb?
Ich vermute sogar, dass genau hier die Stärke unserer #TheLuhmannMap liegt: Sie zwingt dazu, den Ort einer Aussage immer mitzudenken. Nicht was gesagt wird, sondern in welchem autopoietischen System die Aussage überhaupt operiert. Das verhindert genau jene Vermischung, in die ich eben geraten bin.

Meta
Unsere Axiome. Die drei Ebenen
1. Die Axiome der Kulturform der Moderne
Die Kulturform der Moderne erkennt, dass menschliche Erkenntnis niemals unmittelbar auf die Welt zugreift, sondern stets das Ergebnis eigener Unterscheidungen ist. Die Axiome des Radikalen Konstruktivismus explizieren diese Einsicht und führen sie bis an ihren logischen Fluchtpunkt.
2. Die Axiome von #TheLuhmannMap
#TheLuhmannMap beginnt mit einer Setzung. Sie unterscheidet vier für Menschen relevante autopoietische Systeme und bestimmt zugleich den Ort jeder Beobachtung: #soc.
Die vier Systeme unterscheiden sich durch ihre je eigene autopoietische Operation:
- #bio – Stoffwechsel
- #psy – Bewusstsein
- #soc – Kommunikation
- #cyb – Code
Menschliches Wissen ist ohne #bio, #psy und #cyb nicht denkbar. Beobachtbar, unterscheidbar und kommunizierbar wird dieses Wissen jedoch ausschliesslich im autopoietischen System #soc. Alles, was wir über #bio, #psy oder #cyb wissen, wissen wir in Form von Kommunikation.
Innerhalb dieser Setzung werden intentionale Fragen gestellt. Zu ihrer Bearbeitung werden Beobachtungen gesammelt, unterschieden, konstelliert und auf praktische Unterschiede hin untersucht.
3. Die Axiome von #TheStaubBernasconiMatrix
#TheStaubBernasconiMatrix modelliert Kontingenz im autopoietischen System #soc. Mit den vier Parametern Anordnung, Zugang, Legitimation und Durchsetzung lassen sich kommunikative Machtverhältnisse beobachten, beschreiben und gestalten.
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Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?
Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…
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Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…
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Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Bekenntnis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Drama, (7) Tabu
Arbeitsform: Dokumentation, Listenbildung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019, Fotocredit: Charles Schnyder): Twitter, Wikipedia (Lemma), Youtube (aktuell), Soundcloud, Mastodon, Instagram (gesperrt), Snapchat, TikTok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) |
Exklusiv: speakerbooking.ch/sms2smsAbout @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)
Stefan M. Seydel, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialarbeiter und Künstler. Er machte nach einer Berufslehre als Hochbauzeichner einen Bachelor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Master in der gleichen Disziplin bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin. Seine überwiegend selbstständige Tätigkeit kreist um das Thema der Entwicklung und Realisierung von Pilot- und Impulsprojekten für renommierte Auftraggeberinnen.
Als Künstler hat er Ausstellungen und Performances auf internationaler Ebene präsentiert, darunter in der Royal Academy of Arts in London, dem Deutschen Historischen Museum in Berlin oder einer Einzelausstellung “Kunst Macht Probleme” in der Crypta Cabaret Voltaire, Birthplace of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kategorie Wissensvermittlung ausgezeichnet und hat diverse Ehrungen durch Webby Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhalten.
Stefan war Jury-Mitglied des Next Idea Prix Ars Electronica 2010 und war drei Jahre Mitglied der Schulleitung des Gymnasiums Kloster Disentis. Sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich der Information und Technologie haben ihm auch dabei geholfen, mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusammenzuarbeiten.
Sein Engagement im Bereich der freiwilligen Arbeit führte ihn in das Präsidium Internationaler Bodensee Club (Leitung Fachgruppe Wissenschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsident des von Paul Watzlawick initiierten P.E.N.-Club Liechtenstein. Seydel hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Bücher zusammen mit seiner Partnerin Tina Piazzi veröffentlicht, viele Kolumnen, Fachtexte und journalistische Texte publiziert.
Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblogging. In seinem Blog verarbeitet er seine Themen. Einige davon werden auf Anfragen zu lesbaren Texten vertieft, andere werden zu Vorträgen ausgebaut. Bei Carl Auer Verlag in Heidelberg, sammelt er “Elemente einer nächsten Kulturform”. Seine Entwicklungen im Kontext der sozialräumlichen Intervention (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beantwortung der Sozialen Frage.
Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in seiner zweiten Lebenshälfte vom Bodensee der Rheinquelle entgegen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr sogenannte Passadis und #Feedlogs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeetings an intentionalen Fragen in einem Lifestream. (so?) Text supported by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Stefan M. Seydel, Junius-Verlag Hamburg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

#dfdu = DIE FORM DER UNRUHE | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010 | blog: dissent.is | about: dissent.is/sms | dissent.is/muster


Indizis locals tras il canal WhatsApp da Mustér. | dissent.is/accents







































































































































