Das attraktive am Begriff der #LavinaNera ist, dass hüben und drüben darauf nicht mehr angesprochen werden will ;-)
@sms2sms
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22. April 2026
Atelierbesuch bei (Andrea Alig und) Fis Guldimann in Zignau.
Das Kloster Disentis und der Mistral der Cadi, Dr. Caspar Decurtins
1799–1888: Kloster Disentis im Ausnahmezustand
1799
Abt Laurentius Cathomen (1785–1799/1801)
→ Zerstörung durch französische Truppen
→ Ende der alten Klosterordnung (Wikipedia)
1804–1826
Abt Anselm Huonder
→ Wiederaufbau unter prekären Bedingungen
→ Überleben gesichert, aber schwach (Wikipedia)
1826–1846
Abt Adalgott Waller
→ fragile Stabilisierung
→ weiterhin geringe Ressourcen (Wikipedia)
1846–1858
Abt Anselm Quinter
→ zunehmende innere und äussere Spannungen
→ strukturelle Schwäche bleibt (Wikipedia)
1858–1861
keine Abtsführung (Sedisvakanz)
→ erstes deutliches Führungsvakuum (Wikipedia)
1861–1877
Abt Paulus Birker
→ externer Versuch der Konsolidierung
→ Konflikte, scheitert, Rücktritt (Wikipedia)
1877
Caspar Decurtins wird Mistral der Cadi
→ nicht Teil der frühen Klostertragödie
→ aber ab jetzt gehört er zum politischen Umfeld, in dem sich die Lage von Disentis wieder zu drehen beginnt (HLS DHS DSS)
1877–1888
keine stabile Abtsführung
→ u. a. Placidus Tenner als Superior (1860–1861 und 1877–1880)
→ Höhepunkt der institutionellen Krise
→ zugleich entsteht ein politischer Stimmungsumschwung, für den laut HLS unter anderem Placi Condrau, Caspar Decurtins und Theophil von Sprecher sorgten (Wikipedia)
1880–1888
Benedikt Prevost aus Gries in Disentis
→ zunächst Prior und Novizenmeister
→ von Muri-Gries für die Restauration des Klosters nach Disentis entsandt (muri-gries.ch)
1888
Abt Benedikt Prevost
→ entscheidender Einschnitt
→ Beginn nachhaltiger Stabilisierung
→ gilt im HLS als eigentlicher Restaurator des Klosters (HLS DHS DSS)
ein Satz:
Zwischen Laurentius Cathomen und Benedikt Prevost liegt eine fast hundertjährige Phase, in der Disentis trotz wechselnder Äbte nicht zur stabilen Form zurückfindet; Caspar Decurtins gehört nicht an den Anfang dieser Tragödie, wohl aber in die politische Wendung ihrer letzten Krisenjahre. (HLS DHS DSS)
RERUM NOVARUM:
- erste Sozialenzyklika
Rerum Novarum
→ veröffentlicht 1891 durch Leo XIII.
- Caspar Decurtins
→ war Teil des katholisch-sozialen Umfelds
→ wird in der Forschung als Mitwirkender im erweiterten Netzwerk genannt
→ aber: keine direkte Autorschaft eindeutig belegt (?)
- Abt in Disentis zu diesem Zeitpunkt (1891)
Abt Benedikt Prevost (1888–1916)
Quelle:
https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009989/
ein Satz:
Die Sozialenzyklika „Rerum Novarum“ (1891) fällt genau in die Phase der Stabilisierung unter Abt Benedikt Prevost – und in die Zeit, in der Decurtins politisch auf der Höhe seines Wirkens steht.

16. April 2027
Aus einer eMail an die Gemeinde Trun:
“Wir möchten die Büste von Dr. Caspar Decurtins temporär durch eine
Arbeit ersetzen, welche in Machart und Stil der aktuellen Arbeit
gleicht. Der Unterschied soll dem flüchtigen und unkundigen Blick
zunächst nicht auffallen. Auf der Stele soll der Kopf eines
21-jährigen jungen Mannes zu sehen sein. Am 6. Mai 1877 wurde er in
Mustér zum Mistral gewählt. In ebenfalls höchst turbulenten Zeiten.
Die Arbeit möchten wir gerne RERUM NOVARUM nennen. Das war der Titel
der ersten Sozialenzyklika, an welcher Decurtins für Papst Leo XIII.
mitgearbeitet hat. „Über die neuen Dinge“ zu reden – wir arbeiten
aktuell an Blockchain-Technologien vor dem Hintergrund eines Wechsels
auf Quantum-Computing: „Truffels Per Paders“ dissent.is/TPP – macht
durchaus Sinn. Ist aber zunächst nicht Teil der Intervention. Als
Sozialarbeiter – als Arbeiter am Sozialen – sind unsere Arbeiten,
ähnlich wie zeitgenössische Kunst, inhaltlich ambigue, aber durchaus
darauf ausgerichtet, die Reaktionen mit zu beobachten und darauf
einzugehen. Ein Aspekt, welcher sich schon jetzt abzeichnet, ist, dass
die Rede, welche der junge Decurtins in Mustér gehalten hat, nicht
überliefert ist. Auch dazu bin ich mit Leo Tuor (und anderen) in
Kontakt. Wo der aktuelle Kopf zwischengelagert werden kann, bleibt zu
klären. Mit der Denkmalpflege sind wir in Kontakt. Aktuell sieht es
aber so aus, dass auf der Arbeit kein kantonaler Schutz liegt.”
Was würde das verändern, wenn du merktest, dass du dir diese #LavinaNera ab 1856/1877 in der Cadi als eine offensive Jugendbewegung vorstellen müsstest und dir bloss noch von den Zerfallsform ab den 1970er Jahren erzählt wird. Von den Intellektuellsten des Kantons. Von der Kulturforschung Graubünden. Von der richtigen Universität äuch! Aber auch im Staatsfunk. Nicht zu vergessen die Zeitung. Auch und gerade die Rätoromanische. Damals aus Disentis/Mustér — heute aus Chur! — selbst?
- Was? Du hast als politisch engagierter und intellektueller Oberländer noch nie was von der intellektuellen Monatszeitschrift Accents (1977–1982) gehört? Und das findest du nicht intellektuell anregend?


#PlanB:
Was tun /tp & sms in Trun mit dem Denkmal von ?
Sie greifen nicht das Material an, sondern die Erzählung.
Das Denkmal zeigt den alten Mann. Die Ordnung ist klar: Lebensleistung wird retrospektiv gerahmt, Geschichte erscheint als Ergebnis. Genau dort setzt die Intervention an. Nicht mit Kritik von aussen, sondern mit einer minimalen Verschiebung im Inneren der Form.
Der Kopf wird ersetzt. Nicht zerstört, nicht ergänzt, sondern präzise verschoben: vom späten Bild zurück zum frühen Moment. 22 Jahre alt. Wahl. Bruch. Anfang.
Damit kippt die Zeitachse.
Nicht mehr: Das Leben erklärt die Figur.
Sondern: Ein Ereignis erklärt alles, was folgt.
Das ist kein ikonoklastischer Akt. Es ist auch keine Ironisierung. Es ist eine Operation an der Anschlussfähigkeit des Denkmals. Erinnern heisst hier: den Ursprung freilegen. Gedenken heisst: ihn öffentlich wirksam halten. Erneuern heisst: die Form so umbauen, dass sie diesen Ursprung wieder tragen kann.
Im klassischen Vokabular wäre das eine konzeptuelle Denkmalintervention im öffentlichen Raum. Eine Form von Gegen-Denkmal, wie sie etwa bei angelegt ist, aber hier radikal reduziert: keine zusätzliche Struktur, keine Texttafel, kein pädagogischer Rahmen. Nur ein anderer Kopf.
Gerade diese Reduktion macht den Eingriff scharf.
Denn sie zwingt zur Relektüre.
Das Denkmal bleibt stehen. Aber es zeigt nicht mehr, was es bisher gezeigt hat. Es wird vom Endpunkt zur Frage. Wer war dieser 22-Jährige? Warum konnte das geschehen? Was heisst das für heute?
Und genau darin liegt die eigentliche Bewegung:
Das Monument wird vom Speicher zum Interface.
Nicht mehr abgeschlossen, sondern adressierbar. Nicht mehr ehrend, sondern anschlussfähig.
Ein kleines Bauteil wird ersetzt – und das Soziale beginnt, sich neu zu organisieren.
#PlanB für den Festakt: warum? naja: weil die professionellen kulturmanagerinnen aus der Kulturhauptstadt lieber die härzigen touristen-bildlis von #AluisCarigiet ausstellen (so?)
Ganz egal wie genial dieser junge Kerl aus bestem Cadi-Haus war: Wie konnte das passieren?
- Dr. Adolf Collenberg hat einen Vorschlag. Und das hängt eng mit einem anderen Jubiläum zusammen… ;-)))


Vorher | Heute | Nachher ;-)
Musealisieren meint:
- distanzieren | konstrollieren | .… durch:
- kuratieren | archivieren | präsentieren
- abschliessen | wegschliessen …

DER JUNGE DECURTINS (1884, 28/29-jährig, Recherche Leo Tuor ;-)
Collenberg, Adolf; Die Bündner Parteien auf der Suche nach Identität und Macht 1880–1939. Somedia, 2023 Seite 31.Quellenangabe: Fry, Karl; Kaspar Decurtins: Der Löwe von Truns, 2 Bände, Zürich 1949–1952, Band I, S. 214 | Collenberg liest es als “Hagiographie” ;-)
Ich kann die handschriftlichen Notizen nicht lesen. Du?
Vorlaeufig laesst sich das so ordnen:
Caspar Decurtins
Zeitlich: ab 1877 als junger politischer Akteur in der Cadi sichtbar, spaeter Nationalrat, katholisch-konservativer Fuehrungskopf, Mitgruender der Universitaet Freiburg.
Funktion: politischer Mobilisator, Foederalist, Sozialpolitiker, Symbolfigur.
Ziel: Erhalt und politische Staerkung des katholischen Milieus, zugleich aber mit eigener Linie, eigener Machttechnik und teils uebergreifenden sozialen Ambitionen.
Bei Collenberg: nicht der Schoepfer der „Schwarzen Lawine“, sondern ein wichtiger, spaeter sogar stoerender Akteur innerhalb eines groesseren katholischen Machtgefueges.
Placi Condrau
Zeitlich: Aufbauphase seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Funktion: Verleger, Redaktor, publizistischer Organisator.
Ziel: Herstellung und Stabilisierung eines katholisch-konservativen Kommunikations- und Deutungsraums in der Surselva.
Giachen Giusep Condrau
Zeitlich: Nachfolgegeneration, bis 1922.
Funktion: Redaktor und Mittraeger des Hauses Condrau.
Ziel: Fortfuehrung und Verdichtung des publizistischen und politischen Einflusses der Gasetta.
Giusep / Sep Condrau
Zeitlich: 20. Jahrhundert bis 1974.
Funktion: letzter grosser Redaktor der Linie Condrau, Bewahrer und Vollender.
Ziel: Erhalt des katholisch-konservativen Monolithen ueber Redaktion, Druck und Deutungshoheit.
Karl Fry
Zeitlich: viel spaeter, als Biograph und Rueckblickender.
Funktion: Hagiograph, Erzähler, Heroisierer Decurtins’.
Ziel: Decurtins als zentrale Gestalt, als „Loewe von Trun“ und „Saeulenheiliger“ des katholischen Milieus festschreiben.
Collenberg
Zeitlich: nochmals spaeter, als Historiker der Entzauberung.
Funktion: Korrektor der Heroisierung, Re-Lokalisierung der Macht bei Gasetta und Condrau.
Ziel: zeigen, dass nicht Decurtins allein, sondern vor allem das publizistische System Condrau/Gasetta die „Schwarze Lawine“ geschaffen hat.
Das reicht bereits fuer eine brauchbare These:
Decurtins = Figur der politischen Verdichtung.
Condrau/Gasetta = Infrastruktur der Macht.
Fry = sakralisierende Erinnerung.
Collenberg = historische Entzauberung.
Fuer eine saubere Endfassung fehlen noch die exakten Lebensdaten, Amtszeiten und Werkdaten aller Beteiligten. Fuer das Denken reicht es aber schon.

https://denk-mal-denken.ch/24-denkmaeler/denkmal/decurtins-trun

Der junge Dr. Caspar Decurtins | Weil Leo Tuor auch nach einer zweiten Anfrage nicht so recht Lust zeigt, seine Wahlrede vom 6. Mai 1877 zu schreiben, ist die Idee aufgekommen, einen Schreibwettbewerb zu machen.
Was gesucht wird?
- eine ersatzbüste!
- die originalrede von dr. caspar decurtins vom 6. mai 1877!
- eine nacht- & nebelaktion!
Übrigens: Die Idee mit der Büste ist aufgekommen, weil das Museum in Trun keine Interesse hat an einem Reenactement vor dem Kloster, ist diese Idee entstanden ;-)

SPIELEN IST DAS GLEICHE WIE MACHEN.
- BLOSS MEGA VIEL KRASSER (SO?)
Leo XIII., Rerum Novarum, 1891
→ Die Geburtsurkunde der katholischen Soziallehre.
Kontext: Industrialisierung, Ausbeutung, Sozialismus – die Kirche war lange still.
Inhalt:
- Arbeit ist mehr als Ware – der Mensch hat Würde.
- Privateigentum ist legitim, aber sozial verpflichtend.
- Staat hat Verantwortung, das Gemeinwohl zu sichern.
Gewerkschaften sind nicht nur erlaubt, sondern notwendig.
Bedeutung:
- Kirche positioniert sich erstmals systematisch zur sozialen Frage.
- Nicht als Revolutionärin, sondern als moralische Instanz.
- #LiberalPaternalism avant la lettre: Schutz der Schwachen, aber ohne Machtverzicht.
Wenn sich Leo XIV. auf Leo XIII. bezieht, könnte die Botschaft lauten:
“Die neue soziale Frage heißt: Klima, Migration, digitale Ausbeutung –
und wieder ruft ein Leo zum Dialog zwischen Gerechtigkeit und Ordnung.”

ok. video gelöscht | die ganze playlist auf WikiDienstag.ch | abonniere kostenlos den WhatsApp-channel #LavinaNera treis

Anlass zu diesem Eintrag:
In Gespräche mit Hubert Giger, Leo Tuor und anderen werden Fragen rund um den 6. Mai 1877 behandelt. Der Vorschlag steht im Raum, ob ein Reenactment eine angemessene Form sein könnte…
Trigger: Die Rede, welche der 22-jährige Dr. Caspar Decurtins hielt, ist im Wortlaut NICHT erhalten. Sie soll völlig spontan entstanden sein… Aber es machte Decurtins an jenem Tag zum Mistral der Cadi und es folgte eine fast 100-jährige Periode, welche als #LavinaNera in die Geschichtsbücher eingegangen ist… und von sozial-liberaln Historikern in ihrem Zerfall so beschrieben wird ;-)
2‑do-liste: Johannes Flury | Hinweise von Pater Bruno: Man sagte seit jeher, Teile von Rerum Novarum habe Caspar Decurtins verfasst. Vgl. Wikipedia (C.D.): «1891 beriet er Papst Leo XIII. bei der Ausarbeitung der Enzyklika Rerum Novarum») C. D. war ja stark beteiligt an der Gründung der Uni Fribourg, einer Hochburg des Katholischen und der Dominikaner. Letztere waren damals führend in der Theologie als Spezialisten für Thomas von Aquin, den Papst Leo XIII. zum Massstab der Theologie erhob. Ich gehe davon aus, dass Caspar Decurtins über die Dominikanerschiene Ghost Writer für Papst Leo XIII. war. Vgl. auch: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/026985/2008–05-26/
Wie wir arbeiten?
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Was ist eine Reenactment?
Ein Reenactment ist die nachgestellte Aufführung oder Wiederholung eines historischen oder kulturellen Ereignisses. Es wird oft von Gruppen oder Einzelpersonen durchgeführt, um Geschichte erlebbar zu machen.
Typen von Reenactments
- Historisches Reenactment
- Nachstellung von Schlachten, historischen Ereignissen oder Alltagsszenen aus vergangenen Epochen
- Beispiel: Römerlager, Mittelalterfeste, Napoleonschlachten
- Politisches oder Soziales Reenactment
- Nachstellung von Protesten, Revolutionen oder wichtigen politischen Momenten
- Beispiel: Nachstellungen von Bürgerrechtsmärschen, Mauerfall-Szenen
- Kulturelles oder künstlerisches Reenactment
- Wiederholung von Performances oder rituellen Handlungen
- Beispiel: Theater- und Film-Reenactments, Live-Inszenierungen historischer Reden
- Experimentelles oder forschendes Reenactment
- Wissenschaftliche Rekonstruktion von Techniken, Praktiken oder Lebensweisen
- Beispiel: Experimentelle Archäologie, wie das Nachbauen von Steinzeit-Werkzeugen oder Segelreisen mit historischen Schiffen
- Mediales Reenactment
- Nutzung von Film, VR oder Gaming zur Nachstellung historischer Szenarien
- Beispiel: Reenactments in Dokumentationen oder Augmented-Reality-Projekte
Ziele & Nutzen von Reenactments
- Bildung & Vermittlung: Geschichte erlebbar machen
- Forschung & Experiment: Neue Erkenntnisse über historische Abläufe gewinnen
- Identität & Gemeinschaft: Historische Wurzeln erlebbar machen
- Kunst & Ausdruck: Performative Auseinandersetzung mit Vergangenheit
Rerum Novarum, die erste Sozialenenzyklika, an welcher Caspar Decurtins mitgearbeitet hat
Die „neuen Dinge“ (Rerum Novarum) bezogen sich auf die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen durch die Industrialisierung. Leo XIII. sah eine völlig neue soziale Realität, die sich von der traditionellen, agrarisch geprägten Gesellschaft unterschied. Die zentralen „neuen Dinge“ waren:
- Kapitalistische Wirtschaftsordnung
- Entstehung von Großunternehmen und Fabriken
- Konzentration von Kapital in wenigen Händen
- Profitmaximierung als oberstes Ziel
- Proletariat und soziale Ungleichheit
- Massenverelendung der Arbeiterklasse
- Fehlende soziale Absicherung
- Abhängigkeit der Arbeiter von Fabrikbesitzern
- Sozialistische Ideen als Gegenbewegung
- Forderung nach Abschaffung des Privateigentums
- Klassenkampf als Mittel zur sozialen Gerechtigkeit
- Kollektive Besitzformen als Alternative zum Kapitalismus
- Staatliche und gesellschaftliche Verantwortung
- Frage: Soll der Staat regulierend eingreifen oder den Markt sich selbst überlassen?
- Notwendigkeit von Arbeiterrechten und Sozialgesetzen
- Krise der Moral und Religion
- Säkularisierung und Abkehr von christlichen Werten
- Ethische Orientierungslosigkeit in einer kapitalistischen Gesellschaft
Leo XIII. sah sich gezwungen, eine katholische Antwort auf diese „neuen Dinge“ zu formulieren – eine Position zwischen Kapitalismus und Sozialismus, die sowohl Privateigentum als auch soziale Verantwortung betont.
Die „neuen Dinge“ heute – Rerum Novarum 2025
- Kapitalismus 2.0: Plattformökonomie & Finanzdiktatur
- Digitale Monopole (Big Tech) kontrollieren Märkte, Daten & Meinung
- Staaten werden durch Finanzmärkte gesteuert (BlackRock, Vanguard)
- Hyper-Finanzialisierung: Geld regiert, nicht mehr Staaten oder Menschen
- Die neue Arbeiterklasse: Clickworker & Algorithmen-Sklaven
- Gig Economy: Kein fester Job, kein Schutz, kein Lohn ohne Leistung
- Algorithmen als Chefs: Künstliche Intelligenz bestimmt Arbeitsbedingungen
- Menschen als bloße „Datenpunkte“ in einer globalen Wertschöpfungskette
- Neofeudalismus: Von der Demokratie zur Technokratie
- Staaten werden durch Konzerne ersetzt – „Privatisierte Politik“
- Bürger verlieren politische Macht – nur noch Konsumenten oder „Datenlieferanten“
- Kontrolle durch digitale ID, Social Credit Scores, KI-Überwachung
- Der Bio-Kapitalismus: Dein Körper als Geschäftsmodell
- Pharma- & Biotech-Konzerne bestimmen, was Gesundheit bedeutet
- „Optimierung“ des Menschen durch Gentechnik, Biohacking & Transhumanismus
- Biometrische Kontrolle: Dein Körper gehört nicht mehr dir
- Öko-Kolonialismus & „grüne Diktatur“
- Nachhaltigkeit als Vorwand für Kontrolle und Eigentumsverlust
- Ressourcen werden durch globale Konzerne zentralisiert
- CO₂-Kontingente für Bürger – Bewegungsfreiheit und Konsum eingeschränkt
- Die Zerstörung des Sozialen durch digitale Entfremdung
- Beziehungen finden online statt – echte Begegnungen verschwinden
- Virtuelle Identitäten ersetzen die reale Persönlichkeit
- Künstliche Intelligenz übernimmt soziale Kommunikation
- Die totale Kontrolle: Vom Bargeldverbot zur digitalen Diktatur
- Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC) als Waffe gegen finanzielle Freiheit
- Lohn & Zugang zu Dienstleistungen abhängig von Verhalten & Meinung
- Totale Überwachung durch Smart Cities & Internet der Dinge
- Identitätspolitik & Kulturkampf als Herrschaftswerkzeuge
- Spaltung der Gesellschaft durch künstlich erzeugte Konflikte
- Moralische Manipulation: Wer nicht mitmacht, wird ausgeschlossen
- Neue Dogmen ersetzen die offene Debatte
- Der Kontrollierte Mensch: Von der Geburts-App bis zur Sterbe-KI
- Künstliche Gebärmütter & Designer-Babys: Die Reproduktion wird privatisiert
- „Sterbehilfe“ als neue soziale Norm: Unproduktive Menschen werden „abgewählt“
- Lebensentscheidungen delegiert an KI & Algorithmen
- Die Auflösung des Echten: Fake-Welten & post-reale Gesellschaft
- Deepfakes & KI-generierte Inhalte machen Wahrheit relativ
- Realität wird durch virtuelle Simulation ersetzt (Metaverse, VR)
- Menschen ziehen sich in digitale Traumwelten zurück – die Welt regieren andere
Was tun?
- Neue Commons schaffen: Autarke Netzwerke & lokale Ökonomien aufbauen
- Digitale Souveränität zurückholen: Eigene Plattformen, Open Source, dezentrale Systeme
- Kulturellen Widerstand organisieren: Gegen die Auflösung des Echten kämpfen
- Politische Selbstbestimmung erkämpfen: Lokale Strukturen statt globaler Kontrolle
- Radikale Solidarität praktizieren: Soziale Bindungen stärken, echte Gemeinschaft leben
Radikal genug?
Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…
(…)
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Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…
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(…)
Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Bekenntnis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Drama, (7) Tabu
Arbeitsform: Dokumentation, Listenbildung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019, Fotocredit: Charles Schnyder): Twitter, Wikipedia (Lemma), Youtube (aktuell), Soundcloud, Mastodon, Instagram (gesperrt), Snapchat, TikTok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exklusiv: speakerbooking.ch/sms2sms
About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)
Stefan M. Seydel, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialarbeiter und Künstler. Er machte nach einer Berufslehre als Hochbauzeichner einen Bachelor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Master in der gleichen Disziplin bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin. Seine überwiegend selbstständige Tätigkeit kreist um das Thema der Entwicklung und Realisierung von Pilot- und Impulsprojekten für renommierte Auftraggeberinnen.
Als Künstler hat er Ausstellungen und Performances auf internationaler Ebene präsentiert, darunter in der Royal Academy of Arts in London, dem Deutschen Historischen Museum in Berlin oder einer Einzelausstellung “Kunst Macht Probleme” in der Crypta Cabaret Voltaire, Birthplace of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kategorie Wissensvermittlung ausgezeichnet und hat diverse Ehrungen durch Webby Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhalten.
Stefan war Jury-Mitglied des Next Idea Prix Ars Electronica 2010 und war drei Jahre Mitglied der Schulleitung des Gymnasiums Kloster Disentis. Sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich der Information und Technologie haben ihm auch dabei geholfen, mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusammenzuarbeiten.
Sein Engagement im Bereich der freiwilligen Arbeit führte ihn in das Präsidium Internationaler Bodensee Club (Leitung Fachgruppe Wissenschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsident des von Paul Watzlawick initiierten P.E.N.-Club Liechtenstein. Seydel hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Bücher zusammen mit seiner Partnerin veröffentlicht, viele Kolumnen, Fachtexte und journalistische Texte publiziert.
Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblogging. In seinem Blog verarbeitet er seine Themen. Einige davon werden auf Anfragen zu lesbaren Texten vertieft, andere werden zu Vorträgen ausgebaut. Bei Carl Auer Verlag in Heidelberg, sammelt er “Elemente einer nächsten Kulturform”. Seine Entwicklungen im Kontext der sozialräumlichen Intervention (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beantwortung der Sozialen Frage.
Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in seiner zweiten Lebenshälfte vom Bodensee der Rheinquelle entgegen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr sogenannte #Feedlogs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeetings an intentionalen Fragen in einem Lifestream. (so?) #TextByChatGPT

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Stefan M. Seydel, Junius-Verlag Hamburg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010


QUEI PIEVEL #LeoTuor
l’aura d’avrel, la fiera da Ligiaun ed il cumin negin che sappi lignar.
- april 2027
- Die Gegenrede von Leo Tuor für 150 jahre #LavinaNera
dissent.is/rerumnovarum

auf verlangen meiner frau, hier noch die gegenderte variante von leo tuor’s zitat von william wordsworth (1790) | 150 jahre #LavinaNera dus https://dissent.is/rerumnovarum/
LeoTuor
habe ihm von beginn weg erzählt von der spontanen idee eines reenactements…
später sagte er dann, ich solle doch den hier fragen…
- das ha!ha!habe ich zwar gemacht… ABER:
kann das der mann meines vertrauens sein?
- eben.
- Name: Johannes Flury
- Geburtsjahr: 1950
- Herkunft: Zernez, Unterengadin
- Beruf: Evangelisch-reformierter Theologe, Politiker, Publizist
- Bekannt als:
- Langjähriger Präsident der Lia Rumantscha (1996–2016)
- Vorkämpfer für die rätoromanische Sprache und Kultur
- Politisches Engagement:
- Grossrat (CVP, Kanton Graubünden)
- Einsatz für Sprachpolitik, kulturelle Vielfalt, Bildung
- Publikationen & Reden:
- Zahlreiche Beiträge zu Sprachpolitik, Minderheitenrechten, Identität
- Betonung von Sinn- und Wertfragen in der Sprachförderung
- Weitere Funktionen:
- Initiator und Förderer zahlreicher romanistischer Projekte
- Vermittler zwischen Kirche, Politik und kultureller Öffentlichkeit
#LeoTuor — dieses volk | 22. April 2025
konterrede | übersetzung in deutsch | meine reaktion via eMail:
jaja. typisch.… in der konterede bist du genial. wie der gieri mit seinen filmen gekonnt… (sein erstes zuckeln nach der ausnüchterung war dann, dass ich das video auf youtube löschen solle… schöner schurnalist, das :-)))
all das verweist aber viel mehr auf das elend der kulturform der moderne, welche alles — ALLES — alles analysieren, reflektieren, kritisieren kann: ausser sich selbst.
mich interessiert nicht die konterrede.
mit verlaub: der suhrkamp-verlag und die universitäre bibliothek hat kilometer lange reihen von solchen… (um deutlich zu werden: erhabenen, intellektuellen, geistreichen…) ergüssen…
ich bin sozialarbeiter
ich arbeite am sozialen
wenn du es akademisch haben willst: wenn ich an den 6. mai 1877 denke, mir den jungen, selbstbewussten, selbstsicheren DOKTOR caspar vorstelle, wie er auf den dicken stamm klettert und CAR PEIVEL CUMIN in die menge ruft, dann muss ich dies in einem hermeneutischen ersten schritt zuerst einmal “versthen”… mich interessiert also nicht deine konterrede nach 100 jahren “a wie atom und z wie zivilisationsbruch”… dann interessiert mich, was der kerl den menschen erzählt hat… was er von der welt gesehen hat… wie brutal, wie hemmungslos, wie geistlos diese zweite industrielle revolution über die menschen hinweg dampft… (und es kam ja noch sehr viel schlimmer, als der bengel in deutschland gesehen und gehört hat…)
mich interessiert, wie dr. caspar decurtins den mannen auf der wiese vor dem kloster erklärt hat, was den leuten auf der cumin im rücken den rücken stärkt… was adalbert II hundert jahre früher angestossen hat.… und warum es clever ist, mit gestärktem, geradem, aufrichtigen rücken “ins weite und offene” zu schreiten… (psalm ?!?)
eieiei…
diese analogie
diese zeitgleichheit
dieses verfluchte elend, welches — GOTT SEI DANK — dieser 80-jährige milliardär mit seinem elon zeusel milliardär — sichtbar. fotografierbar, filmbar macht an füddliblutter gewaltbereiter macht, was andere “demokratie” und “menschenrechte” und “wissenschaft” lobhudeln und beweihräuchern…
nein…
ein interessanter versuch, leo
hinweise, von welchem ich noch nie gehört habe und ich mit grossem interesse lesen werde…
aber:
NEIN, leo. NEIN :-)))))))))))))))))))))))
sms ;-)
und was hat #chatGPT-40 davon?
Perfekt. Ich zeige dir im Folgenden ein paar exemplarische Lektionen, die ich aus Claudio Speschas Übersetzung von Leo Tuors Text «Quei pievel» lernen kann – im Vergleich zu meiner eigenen, aus dem Bauch heraus erzeugten Version. Fokus: Ton, Bildlichkeit, kulturelle Tiefe.
1. Titelübersetzung
Original: Quei pievel
Meine Übersetzung: Dieses Volk
Spescha: Dieses Volk
➡️ Keine Differenz – aber: der schlichte Titel trägt bei Tuor bereits den Ton von Nähe und zugleich Distanz, beinahe wie ein Fingerzeig: „Dieses“ – nicht irgendein Volk.
2. Bildlichkeit und Rhythmus
Original:
„Il sclav viva ellas planiras°, igl um liber, ord la perspectiva englesa ‘the slave of none’, viva ellas muntognas che han buca mo dau, mobein imponiu ad el ses dretgs.“
Meine Version:
„Der Sklave lebt in der Ebene, der freie Mensch – aus englischer Sicht ‘the slave of none’ – lebt in den Bergen, die ihm seine Rechte nicht nur gegeben, sondern auferlegt haben.“
Spescha:
„Der Sklave lebt im Flachland, der freie Mann – aus englischer Perspektive der ‘slave of none’ – in den Bergen, die ihm seine Rechte nicht nur gegeben, sondern geradezu auferlegt haben.“
🧠 Gelernt: Spescha hebt mit geradezu auferlegt stärker die paradoxe Spannung hervor. Seine Syntax bleibt flüssiger, das Bild wird klarer durchleuchtet. Ich notiere: Gleichzeitigkeit von Naturgewalt und Rechtspflicht pointieren.
3. Der Humor: der Picher/Narr
Original:
„Il rir malsegir dil mistral ault a cavagl vegneva adina sfruschaus naven dil rir dil picher…“
Meine Version:
„Das gezwungene Lachen des hoch zu Ross sitzenden Landammanns wurde immer vom Lachen des Narren übertönt…“
Spescha:
„Das unsichere Lachen des Mistrals hoch zu Ross wurde immer durch das Lachen des Pikenträgers veralbert.“
🧠 Gelernt: veralbern statt übertönen – Spescha setzt hier auf ein aktives Verb mit ironischer Ladung. Und: Pikenträger statt Narr – was näher am Bild bargada digl avat ist, ohne das Komische zu verlieren. Ich merke: Übersetzen ist auch Rollenverständnis.
4. Politische Schärfe
Original:
„Ina victoria dil centralissem che lavura encunter la democrazia…“
Meine Version:
„Ein Sieg des Zentralismus, der gegen die Demokratie arbeitet…“
Spescha:
„Ein Sieg des Zentralismus, der die Demokratie aushöhlt…“
🧠 Gelernt: aushöhlen ist stärker, bildlicher und näher am politischen Vokabular des späten 20. Jahrhunderts. Ich notiere: Kritik kann durch präzise Bildsprache messerscharf werden.
5. Stimmungsführung & Tempo
Spescha strukturiert durch geschickte Übergänge, hält das Erzähltempo konstant, setzt klare Pausen. Ich hingegen neige zu Satz-für-Satz-Übersetzung.
🧠 Gelernt: Nicht nur korrekt übersetzen, sondern erzählen.
Wenn du willst, kann ich diesen Vergleich auch grafisch (Tabelle mit „Tuor | meine Version | Spescha | Anmerkung“) oder als Arbeitsdokument aufbereiten. Interessiert?
