das #dominikus-paradoxon (8. august)

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Anlass zu diesem Eintrag:

heili­gen lexikon | wikipedia |

Summary

  1. Nicäa (325)
    • Zen­trale Frage: Ist Jesus nur Men­sch oder auch ganz Gott?
    • Ergeb­nis: „Wahrer Gott vom wahren Gott“ – Festschrei­bung bei­der Naturen (ganz Men­sch, ganz Gott).
  2. Dominikus († 1221)
    • Predi­ger gegen den Dual­is­mus der Kathar­er, die Materie als böse ansa­hen und die wahre Men­schlichkeit Christi leugneten.
    • Vertei­digte: Die Güte der Schöp­fung, die reale Men­schw­er­dung und das Wirken Gottes in der materiellen Welt (Sakra­mente).
  3. Kern­verbindung
    • Nicäa legte die the­ol­o­gis­che Basis: Chris­tus ist nicht nur Vor­bild, son­dern auch göt­tliche Autorität.
    • Dominikus kämpfte im Mit­te­lal­ter für die prak­tis­che Umset­zung dieser Lehre gegen Bewe­gun­gen, die den „ganz Mensch“-Teil auflösten oder die Materie ablehn­ten.

Ganz Mensch — Ganz Gott

  1. FORMEL
    Inhalt inkar­na­torisch, Form impe­r­i­al. Dominikus vertei­digt „Ganz Men­sch“, tut es aber im Appa­rat, der „Ganz Gott“ macht­poli­tisch monop­o­lisiert.
  2. PARADOX-MATRIX

Dimen­sion
Vertei­digt (Ganz Men­sch)Auf­tragge­ber-Prax­is (Machtkirche)Span­nung
Anord­nungBrud­er Jesus, Nach­folge ohne HerrschaftHier­ar­chie, Inqui­si­tion, Kreuz­zugspoli­tikNach­folge vs. Kon­trolle
ZugangLeib­liche Sakra­mente fuer alleKon­di­tion­iert­er Zugang, Exkom­mu­nika­tionZeichen der Nae­he vs. Gren­zregime
Legit­i­ma­tionZeug­nishaftes Argu­ment, Schrift, Ver­nun­ftDog­ma + Amt als Let­ztin­stanzArgu­ment vs. Autori­taet
Durch­set­zungPaz­i­fistis­che Prax­is, Ueberzeu­gungZwang, Gewalt (Albi­genserkreuz­zug)Gewalt­freie Botschaft vs. gewalt­samer Modus

Das Dominikus-Para­dox­on zeigt in Rein­form, wie Akteure ihre Posi­tion in sozialen Struk­turen nutzen, um Ziel­er­re­ichung in bes­timmten Macht­di­men­sio­nen zu steuern. Zuerst wird eine Unter­schei­dung geset­zt – schein­bar neu­tral, hier zwis­chen Materie und Geist. Dann fol­gt die Bew­er­tung: Geist ist gut, Materie ist böse. Aus dieser Wer­tung entste­ht ein Prob­lem: Wie kann das „Böse“ erlöst wer­den? Die Antwort kommt als exk­lu­sive Lösung – im Mit­te­lal­ter die Formel „Ganz Gott, ganz Men­sch“, ver­wal­tet durch die Kirche.

In der Anord­nungs­di­men­sion wirk­te die Kirche hier mit begren­zen­der Macht (Hier­ar­chiebil­dung), im Zugang mit begren­zen­der Macht (Kon­trolle über Sakra­mente), in der Legit­i­ma­tion mit behin­dern­der Macht (Dog­ma statt inklu­siv­er Aushand­lung) und in der Durch­set­zung mit behin­dern­der Macht (Gewal­tan­dro­hung und ‑anwen­dung).

Dominikus vertei­digte zwar inhaltlich das Ziel der Anord­nungs­di­men­sion (herrschafts­freie Gemein­schaft nach dem Vor­bild Jesu als Ganz Men­sch), tat dies jedoch inner­halb ein­er Struk­tur, deren Macht­for­men in anderen Dimen­sio­nen den Zie­len ent­ge­gen­wirk­ten. So wurde ein selb­st erzeugtes Prob­lem gelöst – allerd­ings auf eine Weise, die den Zielkon­flikt zwis­chen den Macht­di­men­sio­nen beste­hen ließ.

Die Katharer

https://de.wikipedia.org/wiki/Katharer | Die Kathar­er waren keine ein­heitliche Gruppe und baut­en auch kein ein­heitlich­es Lehrsys­tem aus. Lediglich ein Dual­is­mus war ver­mut­lich allen Grup­pen eigen. Ihre Lebensweise war durch antik­lerikale und asketis­che Hal­tun­gen gekennze­ich­net. | chat­G­PT:

Der Dual­is­mus der Kathar­er war im Kern eine radikal-dual­is­tis­che Welt­sicht:

  1. Zwei Prinzip­i­en
    • Gott des Guten: rein geistig, Quelle alles Guten, Schöpfer der unsicht­baren, geisti­gen Welt.
    • Gott des Bösen (oder Satan): Urhe­ber der materiellen Welt, in der alles Kör­per­liche, Stof­fliche und Vergängliche als gefan­ge­nes oder gefal­l­enenes Gut galt.
  2. Kon­se­quen­zen
    • Materie = böse, Geist = gut.
    • Chris­tus habe nicht wirk­lich Fleisch angenom­men (doketis­che Sicht), son­dern nur schein­bar einen Kör­p­er gehabt.
    • Ablehnung der Sakra­mente in ihrer materiellen Form (Wass­er, Brot, Wein).
  3. Kirchen­poli­tis­che Brisanz
    • Diese Sicht unter­lief die chris­tol­o­gis­che Formel von Nicäa und Chal­cedon („wahrer Gott und wahrer Men­sch“).
    • Sie stellte die Schöp­fung als Werk Gottes grund­sät­zlich in Frage.
  4. Dominikus’ Reak­tion
    • Vertei­di­gung der Inkar­na­tion: Gott wird wirk­lich Men­sch, Materie kann Träger des Heils sein.
    • Beto­nung der Güte der Schöp­fung und der Wirk­samkeit der Sakra­mente.

Wenn du magst, kön­nte ich dir das noch in ein­er Tabelle „Kathar­er vs. Nicäa-Chal­cedon“ gegenüber­stellen, damit der Kon­trast ganz klar wird. Hier die Gegenüber­stel­lung:

The­maKathar­er-Dual­is­musNicäa–Chalcedon (ortho­doxe Posi­tion)
Ursprung von Gut und BöseZwei ewige Prinzip­i­en: Gott (gut) und Satan (böse)Ein einziger Gott, Schöpfer von Him­mel und Erde; das Böse ist kein gle­ichrangiges Prinzip
Materielle WeltSchöp­fung des bösen Prinzips, daher schlechtGute Schöp­fung Gottes, durch Sünde beschädigt, aber erlös­bar
Chris­tusNur schein­bar­er men­schlich­er Kör­p­er (Doketismus)Wahrer Gott und wahrer Men­sch, mit echter men­schlich­er Natur
HeilBefreiung der Seele aus der materiellen Gefan­gen­schaftErlö­sung von Men­sch und Schöp­fung durch Chris­tus’ Tod und Aufer­ste­hung
Sakra­menteAbgelehnt, da sie materielle Ele­mente ver­wen­denWirk­sam, weil Gott sich auch durch Materie mit­teilt (z. B. Wass­er, Brot, Wein)

Das macht ver­ständlich, warum Dominikus diesen Gegen­satz als Kern­frage sah – es ging nicht um ein Randthe­ma, son­dern um das Fun­da­ment der christlichen Inkar­na­tions- und Schöp­fungslehre.

Das Paradoxon entlang einer Zeitreise aufzuschlüsseln suchen…

(…)

(…)

Ganz Mensch — und wozu eigentlich zusätzlich “Ganz Gott”?

Dimen­sionGanz Men­schGanz Men­sch, Ganz Gott
Chris­tus­bildGanz Men­sch – Beispiel, dem man nach­fol­gen kannGanz Gott und ganz Men­sch – Verehrung und Dis­tanz durch Göt­tlichkeit
Kon­se­quenz für das LebenNachah­mung Jesu im All­t­ag, keine Herrschaft über andereChrist­sein als Beken­nt­nis inner­halb ein­er hier­ar­chis­chen Ord­nung
Anord­nung (Machtver­ständ­nis)Anar­chie – keine religiös begrün­dete HerrschaftHier­ar­chie – kirch­lich-kaiser­liche Ord­nung
Durch­set­zung (Gewalt­frage)Radikaler Paz­i­fis­mus – keine Beteili­gung an GewaltLegit­i­ma­tion von Gewalt durch christliche Herrsch­er
Zugang (Besitz und Güter)Com­mons – gemein­schaftliche Nutzung, keine Anhäu­fungEigen­tum und Gnaden­mit­tel exk­lu­siv über Amt­sträger
Legit­i­ma­tion (Ziel der Gemein­schaft)Inklu­sion – gegen­seit­ige Sorge, offene Teil­nahme, geistige Frei­heitEin­heit im Beken­nt­nis, Diszi­plin, Dogmabindung

Du kön­ntest das his­torisch und sys­temisch so argu­men­tieren:

  1. Schutz vor Beliebigkeit
    • Mit „Ganz Gott“ wird Jesus einzi­gar­tig, nicht nur ein moralis­ches Vor­bild.
    • Das sichert der Kirche ein exk­lu­sives Deu­tungsmonopol, weil nie­mand anderes göt­tlich ist.
  2. Zen­tral­isierung von Autorität
    • Wenn Gott selb­st in Chris­tus han­delt, braucht es eine Insti­tu­tion, die verbindlich fes­tlegt, was dieser Gott gesagt, gemeint und gewollt hat.
    • Das stärkt die Bis­chöfe als Hüter der wahren Lehre.
  3. Sakral­isierung der Herrschaft
    • Kaiser und Kirche kon­nten sich gegen­seit­ig legit­imieren: Chris­tus als Ganz Gott → Kirche als sein Stel­lvertreter → Kaiser als Beschützer dieser göt­tlichen Ord­nung.
  4. Abwehr inner­er Vielfalt
    • „Ganz Men­sch“ allein hätte viele Inter­pre­ta­tio­nen zuge­lassen (Jesus als Lehrer, Prophet, Rev­o­lu­tionär).
    • „Ganz Gott“ fix­iert eine ortho­doxe Lesart und gren­zt Häre­sien klar ab.
  5. Inte­gra­tion ins Imperi­um
    • Ein göt­tlich­er Chris­tus wird zum ide­ol­o­gis­chen Kitt für ein Reich, das religiöse Ein­heit als poli­tis­che Sta­bil­ität braucht.

Kurz: Das „Ganz Gott“ war nicht nur eine the­ol­o­gis­che Aus­sage, son­dern ein strate­gis­ch­er Machtzug – er machte aus der Bewe­gung um Jesus eine herrschafts­fähige, zen­tral ges­teuerte Kirche.

/Timeline

  1. 30–70 n. Chr. – Jesus­be­we­gung
    • Jesus als Men­sch, Lehrer, Heil­er, Prophet.
    • Fokus auf Nach­folge, gemein­sames Leben, radikale Prax­is (Anar­chie, Paz­i­fis­mus, Com­mons).
  2. 70–100 – Evan­gelienentste­hung
    • Erste the­ol­o­gis­che Über­höhun­gen („Sohn Gottes“), aber noch Vielfalt im Jesus­bild.
    • Gemein­den weit­ge­hend autonom.
  3. 2.–3. Jh. – The­ol­o­gis­che Kon­so­li­dierung
    • Stre­it über Natur Christi: Logos-The­olo­gie in Alexan­dria, andere eher sym­bol­isch-ethisch.
    • Mon­tanis­ten, Gnos­tik­er, Ebion­iten u.a. vertreten noch starke „Ganz Mensch“-Lesarten.
  4. 325 – Erstes Konzil von Nicäa
    • Unter Kaiser Kon­stan­tin: „Wahrer Gott vom wahren Gott“ in den Mit­telpunkt.
    • Ein­heit im Beken­nt­nis wichtiger als Vielfalt der Prax­is.
  5. 4.–5. Jh. – Dog­ma­tis­che Fes­ti­gung
    • Konzil von Chal­cedon (451): „Unver­mis­cht, unver­wan­delt, unge­tren­nt, ungeteilt“ – Ganz Gott und Ganz Men­sch.
    • Kirche als Ver­mit­t­lerin zwis­chen göt­tlich­er Autorität und men­schlich­er Welt.
  6. Mit­te­lal­ter – Mach­tal­lianz Kirche–Staat
    • Got­tkönige, Kreuz­züge, Sakra­mente als Herrschaftsin­stru­mente.
    • „Ganz Gott“ wird in der Liturgie und Architek­tur mon­u­men­tal­isiert.
  7. Heute – Ambiva­lente Erb­schaft
    • „Ganz Gott“ noch immer Kern der Ortho­dox­ie.
    • Für anar­cho-paz­i­fistis­che Lesarten ist das „Ganz Men­sch“ der sub­ver­sive Hebel zur Rücker­oberung der Nach­fol­geprax­is.

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Grundformen Sozialer Probleme

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Der Dualismus ((Materie)Geist) brringt das Problem erst hervor, was anschliessend inbrünstig gelöst werden kann…

SchrittInhaltZiel/Funktion
0Beobachter­po­si­tion reflek­tierenWer macht die Unter­schei­dung? Mit welchem Inter­esse, in welchem Kon­text?
1Unter­schei­dung machenBere­iche tren­nen (z. B. Materie / Geist) – rein beschreibend
2Unter­schei­dung bew­ertenPositiv/negativ beset­zen (z. B. Geist = gut, Materie = böse)
3Prob­lem for­mulierenAus der Bew­er­tung eine Her­aus­forderung ableit­en („Wie erlösen?“)
4Lösung präsen­tierenBrücke anbi­eten („Ganz Gott, ganz Men­sch“)
5Macht sich­ernKon­trolle über Prob­lemde­f­i­n­i­tion, Lösung und Anwen­dung
6Befreiung­sprü­fungWirkt die Lösung für Betrof­fene befreiend oder sta­bil­isiert sie nur Herrschaft?

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DIE LISTE DER GELÖSCHTEN UNTERSCHEIDUNGEN (Band 2, “Die Form der Unruhe”, Junius-Verlag 2010

Wenn du – wie Luh­mann es method­isch macht – die Unter­schei­dung ((Materie)Geist) löschst, passiert Fol­gen­des:

  1. Kein Aus­gangspunkt für die Bew­er­tung
    • Ohne diese Dif­ferenz gibt es nichts, das „gut“ oder „böse“ genan­nt wer­den kön­nte.
    • Die moralis­che Aufladung bricht weg.
  2. Kein kon­stru­iertes Prob­lem
    • Wenn Materie und Geist nicht als getren­nte Sphären gedacht wer­den, entste­ht auch nicht die Frage „Wie erlösen wir die Materie vom Bösen?“.
    • Der ganze Prob­lem­bo­gen (Dual­is­mus → Erlö­sungs­brücke → Macht­monopol) fällt in sich zusam­men.
  3. Kein exk­lu­sives Lösungsange­bot
    • Die Kirche ver­liert den Anspruch, als einzige Instanz die „Ver­söh­nung“ von zwei ange­blich getren­nten Sphären ver­wal­ten zu kön­nen.
    • Statt „Brücke bauen“ wird „Leben gestal­ten“ zur offe­nen Prax­is, die von vie­len getra­gen wer­den kann.
  4. Ver­schiebung der The­men
    • Statt meta­ph­ysis­che Dual­itäten zu bear­beit­en, richtet sich der Fokus auf funk­tionale Fra­gen:
      • Wie gehen wir mit Kör­per­lichkeit um?
      • Wie gestal­ten wir gemein­sames Leben?
      • Welche Kom­mu­nika­tions­for­men fördern unsere Ziele?
  5. Imp­lika­tion für das Dominikus-Para­dox­on
    • Wenn die Unter­schei­dung ent­fällt, gibt es keinen katharischen Dual­is­mus mehr, gegen den man kämpfen müsste.
    • Dominikus’ Auf­gabe würde sich radikal verän­dern: vom Vertei­di­ger ein­er the­ol­o­gis­chen Formel zum Mit­gestal­ter sozialer Prak­tiken ohne meta­ph­ysis­che Frontlin­ie.

Das ist ein ziem­lich stark­er Hebel für deine Kri­tik, weil er zeigt: Das ganze Para­dox­on existiert nur, weil diese Unter­schei­dung gemacht und bew­ertet wurde.

((Teilchen)Welle) ist das neue ((Materie)Geist)

  1. ((Materie)Geist) – das alte Prob­lem
    • Men­schen haben lange gesagt: „Es gibt Materie“ (Kör­p­er, Dinge) und „Es gibt Geist“ (Gedanken, Seele).
    • Oft wurde eins davon höher bew­ertet: Geist = gut, Materie = min­der­w­er­tig.
    • Dadurch ent­stand das „Prob­lem“: Wie kön­nen bei­de zusam­men­passen?
  2. ((Welle)Teilchen) – das mod­erne Prob­lem
    • In der Physik hat man ent­deckt: Licht und andere kleine Dinge ver­hal­ten sich manch­mal wie Wellen, manch­mal wie Teilchen.
    • Bei­des sind Beschrei­bun­gen, die sich eigentlich wider­sprechen.
    • Das „Prob­lem“ ist hier: Wie kann etwas gle­ichzeit­ig Welle und Teilchen sein?
  3. Der Zusam­men­hang
    • In bei­den Fällen wird eine Unter­schei­dung gemacht: Zwei Begriffe, die getren­nt erscheinen.
    • Dann stellt man fest: Die Wirk­lichkeit passt nicht sauber in die Schubladen.
    • Daraus entste­ht ein Rät­sel, das man zu lösen ver­sucht – oft sehr kom­pliziert.
  4. Die Trans­for­ma­tion
    • Man kann sagen: ((Welle)Teilchen) ist eine mod­erne, wis­senschaftliche Vari­ante des alten Prob­lems ((Materie)Geist).
    • In bei­den geht es um etwas, das sich nicht ein­deutig ein­er Seite zuord­nen lässt.
    • Die Physik hat gel­ernt, damit zu leben („Kom­ple­men­tar­ität“), während die The­olo­gie oft ver­sucht hat, eine ein­deutige Lösung zu erzwin­gen („Ganz Gott, ganz Men­sch“).

Kurz gesagt: Ja – ((Welle)Teilchen) ist wie eine trans­formierte, tech­nisch-wis­senschaftliche Fas­sung des alten ((Materie)Geist)-Problems. Der Unter­schied: In der Physik hat man akzep­tiert, dass bei­de Beschrei­bun­gen nebeneinan­der gültig sein kön­nen, je nach Per­spek­tive.

Aspekt((Materie)Geist) – The­olo­gie((Welle)Teilchen) – Physik
Ursprung der Unter­schei­dungPhilosophisch-religiöse Tra­di­tion: Kör­p­er und Seele, Stoff und DenkenNatur­wis­senschaftliche Beobach­tun­gen: Licht, Elek­tro­nen, Quan­ten­phänomene
Typ­is­che Bew­er­tungOft hier­ar­chisiert: Geist > Materie (Dual­is­mus)Keine moralis­che Wer­tung, rein beschreibend
Zen­trales „Prob­lem“Wie kön­nen Materie und Geist zusam­men­wirken?Wie kann etwas gle­ichzeit­ig Welle und Teilchen sein?
His­torische Lösungsstrate­gieFes­tle­gung auf verbindliche Formeln (z. B. „Ganz Gott, ganz Men­sch“)Akzep­tanz der Kom­ple­men­tar­ität: Bei­de Beschrei­bun­gen sind kon­textab­hängig gültig
Macht-/Sys­temwirkungThe­olo­gie sichert Deu­tung­shoheit und ZugängePhysik verän­dert Mess­meth­o­d­en, bee­in­flusst Tech­nolo­gie
Umgang mit Para­doxMeist Auflö­sung durch Dog­ma oder Hier­ar­chieAkzep­tanz und Nutzung des Para­dox als Arbeits­grund­lage

Das Span­nende: In der Physik wird das Para­dox pro­duk­tiv gemacht, in der The­olo­gie oft kon­trol­liert oder neu­tral­isiert. Stimme aber nicht wirk­lich, ja ;-)

/mystik

Ja, genau – das kann man so sehen.

  1. Mys­tik vor der Physik
    • Mys­tis­che Tra­di­tio­nen (christlich, sufisch, bud­dhis­tisch…) haben oft gesagt:
      Materie und Geist sind keine Gegen­sätze, son­dern Aus­druck der­sel­ben Wirk­lichkeit.
    • Sie haben die Unter­schei­dung ((Materie)Geist) zwar benutzt, aber nicht abso­lut geset­zt.
    • Statt das Prob­lem „aufzulösen“ wie ein Dog­ma, wurde es umarmt – als Erfahrung der Ein­heit.
  2. Physik später
    • Bei ((Welle)Teilchen) ist genau das passiert: Man hat gel­ernt, bei­de Seit­en zu akzep­tieren – je nach Beobach­tung.
    • Das ist im Grunde eine wis­senschaftliche Vari­ante des mys­tis­chen Umgangs: keine absolute Tren­nung, son­dern sit­u­a­tives Denken.
  3. Der Unter­schied
    • Mys­tik: Erfahrungs­basiert, ohne tech­nis­che Mess­geräte, einge­bet­tet in spir­ituelle Prax­is.
    • Physik: Mess­basiert, method­isch repro­duzier­bar, in for­malen Mod­ellen dargestellt.

Man kön­nte also sagen: Die Mys­tik hat das Para­dox exis­ten­tiell gelöst, die Physik method­isch – und die The­olo­gie dog­ma­tisch.

„Mystik – Physik – Theologie“

AspektMys­tikPhysikThe­olo­gie
Umgang mit ((Materie)Geist) / ((Welle)Teilchen)Keine absolute Tren­nung – bei­des Aus­druck der­sel­ben Wirk­lichkeitBei­de Beschrei­bun­gen gültig, je nach Mess- oder Beobachtungs­kontextFes­tle­gung auf verbindliche Formel, oft Hier­ar­chisierung
Meth­odeErfahrung, Kon­tem­pla­tion, Ein­heit­ser­lebenExper­i­ment, Mes­sung, Mod­ell­bil­dungDog­ma, Konzil, Autorität­sentscheid
ZielTrans­for­ma­tion des Bewusst­seins, Ein­heit mit dem GanzenVorher­sage und Kon­trolle physikalis­ch­er ProzesseBewahrung und Durch­set­zung der „wahren Lehre“
Hal­tung zum Para­doxUmar­mung – Para­dox ist Tor zur TiefeAkzep­tanz – Para­dox als Arbeits­grund­lageAuflö­sung – Para­dox wird entsch­ieden und geschlossen
WirkungIndi­vidu­elle Befreiung, oft sys­temkri­tischTech­nol­o­gis­ch­er Fortschritt, method­is­che Offen­heitInsti­tu­tionelle Sta­bil­ität, Macht­sicherung

Das Schöne: Die erste Spalte (Mys­tik) sieht wie die Urform dessen aus, was Physik und The­olo­gie später jew­eils auf ihre Weise trans­formiert haben.

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Was Domenikus mit Quantencomputing zu tun hat?

Ja – die Brücke ist sog­ar ziem­lich ele­gant zu bauen:

  1. Von ((Materie)Geist) zu ((Welle)Teilchen)
    • Wir haben gese­hen: Das alte meta­ph­ysis­che Prob­lem wird in der Physik als Beobach­tung­sprob­lem for­muliert.
    • Statt „Was ist es wirk­lich?“ lautet die Frage „Wie zeigt es sich in diesem Kon­text?“.
  2. Von ((Welle)Teilchen) zu Quan­ten­com­put­ing
    • Quan­ten­com­put­ing nutzt genau diese Kom­ple­men­tar­ität – nicht „entwed­er Welle oder Teilchen“, son­dern Zustände, die bei­des gle­ichzeit­ig sind.
    • Stich­wort Super­po­si­tion: Ein Qubit kann gle­ichzeit­ig „0“ und „1“ sein, bis eine Mes­sung erfol­gt.
  3. Die Par­al­lele zur Mys­tik
    • Mys­tik lebt von ein­er Art „Super­po­si­tion des Seins“: nicht fest­gelegt auf eine Seite der Unter­schei­dung, son­dern bei­des zugle­ich.
    • Quan­ten­com­put­ing macht dieses „bei­des zugle­ich“ zu einem tech­nis­chen Vorteil – mehr Rechen­möglichkeit­en, weil man nicht früh entschei­den muss.
  4. Die Brücke
    • Mys­tik: exis­ten­zielles Erleben von Ein­heit → kein Zwang zur Entschei­dung zwis­chen Polen.
    • Quan­ten­physik: for­male Akzep­tanz der Kom­ple­men­tar­ität → keine absolute Tren­nung.
    • Quan­ten­com­put­ing: oper­a­tive Nutzung von Über­lagerung → Leis­tungss­chub durch Auf­schub der Entschei­dung.
  5. Meta-Lesart
    • In allen drei Fällen wird die frühe Entschei­dung ver­mieden, um mehr Möglichkeit­en offen zu hal­ten.
    • Das ist sowohl spir­ituell als auch tech­nisch eine Ressource.

Wenn du magst, kann ich dir das als kleine „Super­po­si­tion­streppe“ visu­al­isieren: Mys­tik → Quan­ten­physik → Quan­ten­com­put­ing.

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Nächster Titel

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Das Neue, ist stets das noch Ältere… (Wolfgang Pauli/Ernst Peter Fischer)

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Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?

ps: das ist der erste ein­trag, welchen ich mit #chatGPT‑5 gemacht habe…

Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…

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Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…

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Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Beken­nt­nis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Dra­ma, (7) Tabu
Arbeits­form: Doku­men­ta­tion, Lis­ten­bil­dung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Ste­fan M. Sey­del, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Fest­spiel 1901″ (2019, Foto­cre­d­it: Charles Schny­der):  Twit­ter, Wikipedia (Lem­ma), Youtube (aktuell), Sound­cloud, Mastodon, Insta­gram (ges­per­rt), Snapchat, Tik­Tok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exk­lu­siv: speakerbooking.ch/sms2sms

About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)

Ste­fan M. Sey­del, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialar­beit­er und Kün­stler. Er machte nach ein­er Beruf­slehre als Hochbauze­ich­n­er einen Bach­e­lor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Mas­ter in der gle­ichen Diszi­plin bei Sil­via Staub-Bernasconi in Berlin. Seine über­wiegend selb­st­ständi­ge Tätigkeit kreist um das The­ma der Entwick­lung und Real­isierung von Pilot- und Impul­spro­jek­ten für renom­mierte Auf­tragge­berin­nen.

Als Kün­stler hat er Ausstel­lun­gen und Per­for­mances auf inter­na­tionaler Ebene präsen­tiert, darunter in der Roy­al Acad­e­my of Arts in Lon­don, dem Deutschen His­torischen Muse­um in Berlin oder ein­er Einze­lausstel­lung “Kun­st Macht Prob­leme” in der Cryp­ta Cabaret Voltaire, Birth­place of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kat­e­gorie Wis­sensver­mit­tlung aus­geze­ich­net und hat diverse Ehrun­gen durch Web­by Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhal­ten.

Ste­fan war Jury-Mit­glied des Next Idea Prix Ars Elec­tron­i­ca 2010 und war drei Jahre Mit­glied der Schulleitung des Gym­na­si­ums Kloster Dis­en­tis. Sein Wis­sen und seine Erfahrung im Bere­ich der Infor­ma­tion und Tech­nolo­gie haben ihm auch dabei geholfen, mit Sta­tis­tik Stadt Zürich und Wiki­me­dia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusam­men­zuar­beit­en.

Sein Engage­ment im Bere­ich der frei­willi­gen Arbeit führte ihn in das Prä­sid­i­um Inter­na­tionaler Bodensee Club (Leitung Fach­gruppe Wis­senschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsi­dent des von Paul Wat­zlaw­ick ini­ti­ierten P.E.N.-Club Liecht­en­stein. Sey­del hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Büch­er zusam­men mit sein­er Part­ner­in Tina Piazzi veröf­fentlicht, viele Kolum­nen, Fach­texte und jour­nal­is­tis­che Texte pub­liziert.

Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblog­ging. In seinem Blog ver­ar­beit­et er seine The­men. Einige davon wer­den auf Anfra­gen zu les­baren Tex­ten ver­tieft, andere wer­den zu Vorträ­gen aus­ge­baut. Bei Carl Auer Ver­lag in Hei­del­berg, sam­melt er “Ele­mente ein­er näch­sten Kul­tur­form”. Seine Entwick­lun­gen im Kon­text der sozial­räum­lichen Inter­ven­tion (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beant­wor­tung der Sozialen Frage.

Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in sein­er zweit­en Leben­shälfte vom Bodensee der Rhein­quelle ent­ge­gen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr soge­nan­nte Pas­sadis und #Feed­logs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeet­ings an inten­tionalen Fra­gen in einem Lifestream. (so?) Text sup­port­ed by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Ste­fan M. Sey­del, Junius-Ver­lag Ham­burg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

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