Langsam: M/ein Blog ist m/ein Kartenraum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.

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28. Juli 2026
STREIT MIT DOMINIK LANDWEHR, PRÄSIDENT WIKIMEDIA SCHWEIZ.
ich lasse einen Text von #chatGPT ausspucken (und damit as auch klar ist: ich ha!ha!habe den text von @openAI selbst noch nicht gelesen… ;-)
“Wikipedia war nie das Ziel. Es war der erste empirische Beweis von #Computerkultur.”
/sms ;-)
Ein Foto eines Veranstaltungsortes, bevor die Veranstaltung begonnen hatte. Kurze Zeit später waren 1200 vor Ort anwesend und mehr als 2000 nahmen online teil. Es war keine Kinovorführung, sondern eine Bühne, noch leer, doch bald gefüllt.
— Gereon Kalkuhl (@GereonKalkuhl) July 23, 2026
Wikipedia | Der erste Beweis der Computerkultur
Vom 21. bis 25. Juli 2026 feierte die Wikimedia-Bewegung an der Wikimania in Paris 25 Jahre Wikipedia. Das offizielle Motto lautete «Liberté, Équité, Fiabilité»: Freiheit, Gleichheit, Verlässlichkeit. Zugleich erklärte die Konferenz, die freie Enzyklopädie und ihr gesamtes Ökosystem seien noch nie so gefährdet gewesen wie heute. Gemeint waren politische Angriffe, Desinformation und vor allem Künstliche Intelligenz. (Wikimania)
https://wikimania.wikimedia.org/wiki/2026:Wikimania
Dominik Landwehr hat mir nach der Konferenz einen Bericht mit dem Titel «Wikimania 2026: Dunkle Wolken am Horizont» geschickt. Er beschreibt Wikipedia als eindrückliche Erfolgsgeschichte, deren Geschäfts- und Finanzierungsmodell durch Künstliche Intelligenz unter Druck gerät: Chatbots und Suchmaschinen übernehmen Inhalte, beantworten Fragen direkt und ersparen ihren Nutzerinnen und Nutzern den Besuch der Wikipedia-Seiten. Weniger menschliche Zugriffe könnten weniger Spenden bedeuten, während automatisierte Abfragen der Wissensbestände zunehmen.
Das ist nicht falsch.
Es erklärt aber nicht, was Wikipedia war.
Nicht Jimmy Wales. Ward Cunningham
Wer Wikipedia verstehen will, darf nicht bei Jimmy Wales beginnen. Er muss bei Ward Cunningham beginnen.
Cunningham veröffentlichte am 25. März 1995 das WikiWikiWeb, das erste Wiki. Es war für die Zusammenarbeit von Softwareentwicklern gedacht. Die entscheidende Innovation bestand nicht darin, Texte ins Internet zu stellen. Das war bereits möglich. Neu war, dass die Leserinnen und Leser eine Seite unmittelbar verändern konnten. Lesen, Schreiben, Publizieren und Korrigieren wurden Operationen innerhalb derselben Umgebung. (Wikipedia)
Cunningham kehrte damit den klassischen Publikationsprozess um. In der Buchdruckkultur gilt idealtypisch:
schreiben → prüfen → publizieren
Im Wiki gilt:
schreiben → publizieren → prüfen → verändern → erneut publizieren
Der Text wird nicht zuerst abgeschlossen und danach der Öffentlichkeit übergeben. Die Veröffentlichung eröffnet seine weitere Bearbeitung. Was publiziert ist, ist nicht fertig. Es wird durch die mögliche Anschlusskommunikation überhaupt erst arbeitsfähig. Cunningham bezeichnete das Wiki als eine Gesprächsform, in der alles archiviert bleibt und grundsätzlich jede Person moderieren kann. (WIRED)
Das Wiki beseitigt Autorenschaft dabei nicht einfach. Es verschiebt sie.
Auf der Oberfläche steht ein gemeinsamer Text ohne hervorgehobenen Autor. Im Hintergrund bleibt jede einzelne Veränderung in der Versionsgeschichte zurechenbar. Die Person verschwindet aus dem Werk, aber nicht aus dem Protokoll.
Das ist wichtig.
Wikipedia ist weder anonyme Schwarmproduktion noch die geheimnisvolle Weisheit einer Masse. Wikipedia ist eine Anordnung, in der Aussagen von ihren Autorinnen und Autoren getrennt bearbeitet werden können, während die Operationen weiterhin dokumentiert bleiben.
Eine lange philosophische Vorgeschichte
Diese Entkopplung von Aussage und Person begann nicht mit dem Internet.
Immanuel Kant forderte 1784 den freien öffentlichen Gebrauch der Vernunft. Ein Argument sollte nicht deshalb gelten, weil es von einem Amtsträger, Fürsten, Priester oder anerkannten Gelehrten stammt. Es sollte sich vor einer Öffentlichkeit von Leserinnen und Lesern bewähren können. «Sapere aude!» war die Aufforderung, sich ohne die Leitung eines anderen des eigenen Verstandes zu bedienen. (Wikisource)
https://de.wikisource.org/wiki/Beantwortung_der_Frage:_Was_ist_Aufklärung%3F
Der akademische Workflow des Wissenschaftens führte diese Verschiebung weiter. Quellen müssen angegeben, Methoden nachvollziehbar, Ergebnisse überprüfbar und Behauptungen kritisierbar sein. Begutachtung, Reproduzierbarkeit und dokumentierte Verfahren sollen verhindern, dass allein das Ansehen einer Person über die Geltung einer Aussage entscheidet. Auch heutige Standards guter wissenschaftlicher Praxis stellen Nachvollziehbarkeit, Transparenz, Verifizierbarkeit und Reproduzierbarkeit ins Zentrum. (DFG)
https://www.dfg.de/de/grundlagen-themen/grundlagen-und-prinzipien-der-foerderung/gwp
Natürlich verschwinden Autorinnen und Autoren in der Wissenschaft nicht. Ihre Namen, Institutionen und Karrieren bleiben wirksam. Aber der wissenschaftliche Anspruch lautet: Ein Argument soll nicht wegen des Namens gelten, der darübersteht.
Niklas Luhmann zog diese Entpersonalisierung für die Soziologie radikal durch.
Gesellschaft besteht in seiner Theorie nicht aus Menschen. Menschen, Körper und Bewusstsein sind Voraussetzungen von Kommunikation, aber keine Elemente sozialer Systeme. Soziale Systeme bestehen aus Kommunikationen, die an Kommunikationen anschliessen.
Damit wird die Frage verschoben.
Nicht:
Wer hat gehandelt?
Sondern:
Welche Kommunikation konnte woran anschliessen?
Luhmann untersuchte Sprache, Schrift, Buchdruck und elektronische Medien nicht als neutrale Transportmittel. Medien verändern die Wahrscheinlichkeit, Reichweite und Form von Kommunikation – und damit die Möglichkeiten, wie Gesellschaft Strukturen ausbildet. (Bielefeld University)
https://www.niklas-luhmann-archiv.de/
Ward Cunningham hat diese Einsicht nicht philosophisch formuliert. Er hat sie infrastrukturell wirksam gemacht.
Cunninghams Gesetz
Mit Ward Cunningham wird ein Satz verbunden, der die operative Logik des Wikis fast vollkommen zusammenfasst:
«The best way to get the right answer on the Internet is not to ask a question; it’s to post the wrong answer.»
https://meta.wikimedia.org/wiki/Cunningham%27s_Law
Der Satz ist als «Cunningham’s Law» bekannt, wurde aber wahrscheinlich nicht von Cunningham selbst in dieser Form geprägt. Gerade deshalb passt er so gut: Auch seine Urheberschaft ist weniger interessant als die Kommunikation, die an ihn angeschlossen hat.
Eine Frage kann unbeantwortet bleiben.
Eine falsche Behauptung provoziert Korrektur.
Das ist keine Garantie für Wahrheit. Das Internet korrigiert längst nicht jeden Unsinn. Aber der Satz beschreibt eine neue operative Möglichkeit: Wissen kann entstehen, indem eine veröffentlichte Aussage sichtbar, kritisierbar und veränderbar gemacht wird.
Nicht der richtige Autor garantiert die richtige Aussage.
Die Anordnung ermöglicht Widerspruch, Beleg, Korrektur und eine nächste Version.
Was Wikipedia daraus machte
Wikipedia startete im Januar 2001 und übertrug die Wiki-Form auf das Projekt einer freien Enzyklopädie. (MediaWiki)
Ihre Grundprinzipien zeigen, worin das Experiment bestand:
- Wikipedia ist eine Enzyklopädie.
- Aussagen sollen aus einem neutralen Standpunkt dargestellt werden.
- Inhalte müssen frei lizenziert und weiterverwendbar sein.
- Es gibt keinen Chefredakteur.
- Teilnehmende sind zugleich Autorinnen, Autoren und Redakteure.
- Regeln entstehen durch Konsens, Gewohnheit und fortlaufende Diskussion. (Wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Grundprinzipien
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Neutraler_Standpunkt
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Belege
Wikipedia war deshalb nicht bloss ein Lexikon, das zufällig im Internet stand.
Ein gedrucktes Lexikon sammelt abgeschlossene Artikel, die anerkannten Autorinnen und Autoren zugerechnet und von einer Redaktion freigegeben werden. Kritik kann in einer späteren Auflage berücksichtigt werden.
Wikipedia zieht Publikation, Diskussion, Quellenprüfung, Korrektur und Neufassung in einen einzigen fortlaufenden Prozess zusammen.
Der Artikel hat keine letzte Fassung.
Die Diskussionsseite zeigt den Konflikt.
Die Versionsgeschichte zeigt die Veränderungen.
Der Hyperlink stellt Zusammenhänge her, ohne sie einer einzigen hierarchischen Ordnung unterwerfen zu müssen.
Die Quelle macht Aussagen prüfbar.
Die freie Lizenz erlaubt, dass Resultate kopiert, verändert und weitergegeben werden.
Wikipedia war der erste globale Beweis, dass eine solche Anordnung nicht nur technisch möglich war, sondern sozial über längere Zeit funktionieren konnte.
Warum Wikipedia für mich so wichtig war
Wikipedia war für mich nie primär wichtig, weil sie schnell Auskunft gab.
Sie war wichtig, weil sie eine seit Kant, Wissenschaft und Luhmann entwickelte Zumutung praktisch erprobte:
Entscheidend sind nicht Personen. Entscheidend sind die Bedingungen, unter denen Kommunikation beobachtet, geprüft, korrigiert und weiterverwendet werden kann.
Bis ungefähr 2007 konnte Wikipedia als ein Beweis gelesen werden, dass das Internet nicht bloss ein weiteres Massenmedium werden musste.
Es konnte ein Arbeitsraum sein.
Menschen mussten nicht nur empfangen.
Sie konnten teilen, verändern, verknüpfen, widersprechen, korrigieren und weitergeben.
Aus Konsumentinnen und Konsumenten wurden ProdUser.
Aus Copyright konnte ein Right to Copy werden.
Aus einzelnen Werken konnte eine Wissensallmende entstehen.
Creative Commons wurde wie Wikipedia 2001 gegründet; die ersten CC-Lizenzen wurden 2002 veröffentlicht. Sie machten es möglich, urheberrechtlich geschützte Werke unter standardisierten Bedingungen legal zu teilen, zu bearbeiten und weiterzugeben. (Creative Commons)
Wikipedia und Creative Commons gehörten für mich deshalb zusammen:
Wikipedia zeigte eine neue soziale Schreibform.
Creative Commons schuf dafür eine rechtliche Form.
© wurde zum Right to Copy.
Nicht, weil das Urheberrecht verschwand, sondern weil Urheberinnen und Urheber die Weiterverwendung ihrer Arbeiten ausdrücklich ermöglichen konnten.
TheLuhmannMap
In meiner TheLuhmannMap unterscheide ich vier Kulturformen. Die Zeichen und ihre Zuordnung sind meine eigene Weiterentwicklung; die medientheoretische Ausgangsfrage kommt von Luhmann.
| Zeichen | dominantes Medium | Kulturform | gesellschaftliche Möglichkeit |
|---|---|---|---|
| — | Sprache | Tribalismus | Kommunikation unter Anwesenden |
| + | Schrift | Paternalismus | Kommunikation mit Abwesenden und über Generationen |
| ≠ | Buchdruck | Liberalismus | identische Verbreitung, Kritik, Wissenschaft, funktionale Differenzierung |
| # | Computer | Commonismus | Verlinkung, Versionierung, Protokolle, kollaborative und konstellatorische Kommunikation |
https://dissent.is/TheLuhmannMap
Die Kulturformen lösen einander nicht vollständig ab. Wir sprechen weiterhin, schreiben weiterhin und drucken weiterhin Bücher. Die Formen lagern sich übereinander und treten in neuen Konstellationen wieder auf.
Wikipedia war für mich der erste grosse empirische Beweis der vierten Kulturform.
Nicht weil dort Computer verwendet wurden.
Banken, Verwaltungen und Armeen verwendeten Computer schon lange.
Wikipedia war wichtig, weil der Computer hier nicht nur bestehende Organisationen automatisierte. Er eröffnete eine Form, in der Kommunikation anders organisiert werden konnte:
verlinkt statt linear,
versioniert statt abgeschlossen,
kollaborativ statt redaktionell zugeteilt,
frei weiterverwendbar statt nur konsumierbar.
Der Hyperlink war die Botschaft.
TheStaubBernasconiMatrix
Die Begeisterung für Wikipedia bedeutete nie, ihre Machtverhältnisse zu übersehen.
Mit TheStaubBernasconiMatrix lässt sich fragen, wie Macht in vier Dimensionen organisiert wird:
- Anordnung: Wer kann Kommunikationsräume, Rollen und Verfahren einrichten?
- Zugang: Wer kann lesen, schreiben, verändern und Ressourcen nutzen?
- Legitimation: Welche Aussagen, Quellen, Personen und Themen gelten als relevant?
- Durchsetzung: Wer kann Änderungen zurücksetzen, Seiten schützen, Regeln auslegen oder Benutzer sperren?
https://dissent.is/TheStaubBernasconiMatrix
Wikipedia machte diese Machtoperationen ungewöhnlich sichtbar.
Es gab keinen Chefredakteur. Aber es gab Administratoren.
Grundsätzlich konnten alle editieren. Aber nicht alle verfügten über dieselbe Erfahrung, Zeit, Sprache oder Durchsetzungsmacht.
Aussagen benötigten Belege. Aber Gemeinschaften entschieden, welche Quellen als zuverlässig und welche Themen als relevant galten.
Konflikte wurden öffentlich dokumentiert. Aber Edit-Wars, Seitenschutz und Sperren konnten Beteiligte auch zum Verschwinden bringen.
Gerade daran zeigte sich: Die Qualität eines sozialen Projekts ist keine Frage guter Menschen oder richtiger Haltung. Sie ist eine Frage der Anordnung.
Mein NZZ-Text von 2020
Am 18. April 2020 veröffentlichte die NZZ meinen Text:
«Wie das Coronavirus die ‹Dickhäuter› provoziert. Und was Wikipedia damit zu tun hat.»
https://www.nzz.ch/feuilleton/corona-krise-was-coronavirus-mit-wikipedia-zu-tun-hat-ld.1551841
Während der Corona-Krise produzierten freiwillige Wikipedia-Autorinnen und ‑Autoren eine laufend aktualisierte, quellengestützte und öffentlich kontrollierbare Darstellung. Wissenschaft, Politik und Medien widersprachen sich; in Wikipedia konnten Behauptungen, Quellen, Konflikte und Veränderungen wenigstens beobachtet werden.
Mein Punkt war nicht, dass Wikipedia immer recht habe.
Mein Punkt war, dass Wikipedia eine bessere Anordnung für den Umgang mit umstrittenen Informationen sichtbar machte: Artikel, Diskussionsseite, Quellen und Versionsgeschichte konnten nebeneinander beobachtet werden.
Zugleich benannte der Text die Krise der deutschsprachigen Community: sinkende Beteiligung, aggressive Konflikte, meritokratisch kontrollierte Relevanzkriterien und schwindende Freude am Editieren. Trotzdem blieb das Resultat erstaunlich brauchbar. (dissent.is)
Im zweiten, von der NZZ nicht veröffentlichten Text ging es um Wikipedia, Wikidata und einen informationellen Service public. Dort unterschied ich zwischen «open» und «free».
Offen bedeutet: Ich darf etwas ansehen oder betreten.
Frei bedeutet: Ich darf nicht nur teilnehmen, sondern auch teilgeben, kopieren, bearbeiten und wieder in die Allmende zurückführen.
Wikipedia und Wikidata waren damit nicht einfach Informationsangebote. Sie waren mögliche Infrastrukturen einer freien Wissensallmende.
Darum mein Satz:
«Wikipedia/Wikidata ist die schlechteste aller Plattformen im Umgang mit Information auf der Höhe der Zeit, ausgenommen aller anderen.»
()(Stefan M. Seydel/sms ;-)
Das war kein Lob der Plattform.
Es war die Feststellung, dass ihre soziale Innovation grösser war als ihre organisatorische Verwirklichung.
Peter Haber
Der Basler Historiker Peter Haber gehörte zu den wenigen deutschsprachigen Wissenschaftlern, die Wikipedia früh nicht nur bewerteten, sondern als Medienwechsel untersuchten.
Mit Jan Hodel gründete er 1998 hist.net, eine Plattform zur Geschichtswissenschaft im digitalen Zeitalter. In «Digital Past» fragte er, wie digitale Medien Quellen, Archive, wissenschaftliches Schreiben und Geschichtswissenschaft verändern. Wikipedia interessierte ihn ausdrücklich als neue Form der Herstellung, Stabilisierung und Vermittlung historischen Wissens. (sternenjaeger.ch)
https://www.hist.net/wp-content/uploads/2011/09/70704_Haber-Digital-Past1.pdf
Dominik Landwehr hat Haber im Rahmen seiner Arbeit beim Migros-Kulturprozent gefördert und öffentlich vermittelt. Landwehr schreibt selbst, Haber sei seit 2008 mit seiner Arbeit verbunden gewesen, habe die Colloquien «Kultur und Digitalisierung» mitgestaltet, den Anstoss zum Buch «Kultur digital» gegeben und die Manuskripte kritisch begleitet. 2011 führte Landwehr mit ihm ein ausführliches Gespräch über Wikipedia. (sternenjaeger.ch)
Haber starb 2013 viel zu früh.
Seit Juni 2026 ist Dominik Landwehr Präsident von Wikimedia CH. (Wikimedia)
https://wikimedia.ch/en/about/board-members/
Gerade deshalb irritiert mich sein Bericht aus Paris.
Der Mann, der Peter Haber begleitet und gefördert hat, beschreibt Wikipedia 2026 vor allem als erfolgreiche Organisation, als Lieferantin von Trainingsdaten, als Ziel automatisierter Zugriffe und als gefährdetes Spendenmodell.
Er berichtet viel über Wikipedia.
Aber er erklärt Wikipedia nicht.
Die Frage, die Peter Haber stellte und die Ward Cunningham praktisch beantwortete, verschwindet:
Welche neue Form des Wissenschaffens wurde hier möglich?
In diesem präzisen Sinn hat Dominik Landwehr heute keine Ahnung mehr von Wikipedia. Ihm fehlen nicht die Zahlen und Fakten. Verloren gegangen ist der Punkt.
Wikipedia ist nicht deshalb historisch wichtig, weil Menschen ihre Website besuchen.
Sie ist wichtig, weil sie bewiesen hat, dass Wissen anders organisiert werden kann.
25 Jahre später
Künstliche Intelligenz gefährdet Wikipedia nicht erst dann, wenn sie ihr Besucher und Spenden entzieht.
Die tiefere Gefahr liegt darin, dass die sichtbare, konfliktfähige und versionierte Wissensproduktion wieder in einer unsichtbaren technischen Antwortmaschine verschwindet.
Wikipedia zeigt:
- den Artikel,
- die Quellen,
- die Diskussion,
- die Veränderung,
- die Beteiligten,
- den Konflikt.
Ein Chatbot zeigt zunächst nur eine Antwort.
Wikipedia dezentrierte Autorenschaft.
Die gegenwärtige KI zentralisiert Wissen und Aufmerksamkeit erneut in wenigen Modellen, Rechenzentren und Benutzeroberflächen.
Wikipedia eröffnete einen Bearbeitungsraum.
KI liefert ein Resultat.
Wikipedia machte ihre Konflikte beobachtbar.
KI glättet sie zu einer plausiblen Formulierung.
Darum führt die Linie nach 25 Jahren nicht einfach von Wikipedia zu ChatGPT. Die entscheidende Frage lautet weiterhin:
Welche Möglichkeiten eröffnet das dominante Kommunikationsmedium Computer – und welche davon werden durch Plattformen wieder geschlossen?
Die Timeline
Die Jahreszahlen bezeichnen historische Ereignisse. Die Formulierungen nach dem Doppelpunkt sind meine Lesart ihrer gesellschaftlichen Bedeutung.
1969: ARPANET: distributed networking
ARPANET ging 1969 mit vier Knoten in Betrieb. Entscheidend war nicht allein die Fernübertragung von Daten, sondern die Entwicklung eines verteilten Netzes zwischen räumlich getrennten Computern. (darpa.mil)
https://www.darpa.mil/news/features/arpanet
1989: HTML/Hyperlink
Tim Berners-Lee entwickelte 1989 am CERN den Vorschlag für das World Wide Web: ein verteiltes Informationssystem, das Dokumente über Hyperlinks miteinander verbinden konnte. (CERN)
https://home.cern/science/computing/the-birth-of-the-web/short-history-web/
Der Hyperlink ist die Botschaft.
2001: Wikipedia/Creative Commons: © = right to copy
Wikipedia und Creative Commons begannen 2001. Wikipedia schuf den globalen kollaborativen Schreibprozess; Creative Commons schuf die rechtlichen Werkzeuge zur Weitergabe, Bearbeitung und Wiederverwendung. Die ersten CC-Lizenzen erschienen 2002. (Creative Commons)
💥 2004: Social Media: platformization of the social
Was als verteiltes Netz und kollaborativer Möglichkeitsraum begonnen hatte, wurde in Plattformen überführt. Kommunikation wurde gesammelt, sortiert, ausgewertet und durch private Infrastrukturen kontrolliert.
Nicht mehr Menschen organisierten mit Hilfe des Netzes ihre Kommunikation.
Plattformen organisierten Menschen.
2008: #Blockchain: decentralized trust infrastructure
Mit dem 2008 veröffentlichten Bitcoin-Papier wurde sichtbar, dass nicht nur Informationen, sondern auch die Gültigkeit von Operationen verteilt protokolliert werden konnte. Blockchain bezeichnet in meiner Timeline deshalb nicht eine neue Geldanlage, sondern die Möglichkeit einer dezentralen Vertrauensinfrastruktur.
https://bitcoin.org/bitcoin.pdf
Verlässlichkeit wird zur Operation.
Gültigkeit kann durch verteilte Verifikation statt durch die Identität einer zentralen Instanz erzeugt werden.
2009: #Bitcoin: a middle finger to total economization
Bitcoin war nicht das Ziel.
Bitcoin war der Stinkefinger.
Es zeigte, dass selbst Geld, Eigentum und Transaktionen nicht notwendig durch Banken und Staaten vermittelt werden müssen. Dass daraus umgehend ein neuer Finanzmarkt, Spekulation und Totalkapitalisierung entstanden, widerlegt den Hinweis nicht. Es zeigt, wie rasch die Kulturform der Moderne neue Möglichkeiten wieder in Eigentum und Markt übersetzt.
💥 2022: AI — centralization of knowledge and attention
Mit der öffentlichen Durchsetzung generativer KI wurde Kommunikation erneut zentralisiert: in Modellen, Rechenzentren, Trainingskorpora und Benutzeroberflächen weniger Anbieter.
Human-centered.
AI-centered.
Same architecture.
Different center.
The question is not who occupies the center.
The question is whether a center is needed at all.
2026: #PlanD
Wenn das Problem die Plattformisierung des Sozialen ist, kann die Antwort nicht die nächste Plattform sein.
Nicht die europäische.
Nicht die offene.
Nicht die bessere.
Die Antwort muss aus der Plattformlogik herausführen.
Nicht Stack.
Nicht Plattform.
Infrastruktur.
#PlanD verbindet dafür vier Operationen:
Beobachten.
Parametrisieren.
Ermöglichen.
Erproben.
TheLuhmannMap beobachtet, welche Kommunikations- und Kulturformen sich konstellieren.
https://dissent.is/TheLuhmannMap
TheStaubBernasconiMatrix untersucht, wie Macht durch Anordnung, Zugang, Legitimation und Durchsetzung gebildet wird.
https://dissent.is/TheStaubBernasconiMatrix
Der AutarkieIndex parametrisiert regionale Abhängigkeiten und Möglichkeiten.
https://2030.AutarkieIndex.org/
Q102014.xyz arbeitet an der Infrastruktur.
Wikipedia bleibt dafür wichtig.
Nicht als Vorbild, das kopiert werden muss.
Nicht als Plattform, die gerettet werden soll.
Sondern als erster empirischer Beweis, dass eine andere Kulturform der Kommunikation möglich ist.
Die nächste Organisation wird nicht organisiert sein.
Dominik Landwehr verteidigt Wikipedia, als wäre sie ein Verlag ohne Paywall.
Oder noch härter:
Vom Präsidenten der Atomlobby erwarte ich, dass er die Endlagerung für gelöst hält. Vom Präsidenten des Verlegerverbands erwarte ich, dass er glaubwürdige Inhalte, menschliche Reichweite und ein tragfähiges Geschäftsmodell verteidigt. Aber warum verteidigt der Präsident von Wikimedia Schweiz genau dasselbe?
Und dann:
Wer Wikipedia nur gegen KI verteidigt, weil ihr die Besucher und Spenden ausgehen könnten, hat Wikipedia mit einem Medienunternehmen verwechselt. Wikipedia war nie bloss eine frei zugängliche Informationsquelle. Wikipedia war der Beweis, dass Information niemandem gehören muss, um gemeinsam hergestellt, geprüft, verändert und weitergegeben werden zu können.

WIKIPEDIA IS NOT PAPER: was #JimboWales swit dem friendly take over 2001 nie begreifen wollte und idealst dokumentiert ist: https://meta.wikimedia.org/wiki/Special:Contributions/128.227.146.xxx | user:sms2sms #sms2smsBAN
Anlass zu diesem Eintrag:
@sms2sms let’s make a video to point 8. please <3 . https://t.co/OLcMFilZRL
— Conrad Nutschan (@BenutzerConny) October 1, 2025

Auch JimboWales kommt jetzt mit 7 Regeln… ;-)))
Summary/Spoiler/TL;DR
„Wikipedia war mehr als Enzyklopädie – es war die reine Moderne. Ihr Zerfall zeigt den Verrat der Wissenschaft an ihrem eigenen Workflow.“
„Anyone can edit: das war Wissenschaft pur. Der Bruch kam, als ‚richtige Informationen‘ wichtiger wurden als Revision.“
„Wikipedia ist die Metapher dafür, wie die Moderne ihre eigenen Ideale verraten hat – Streit ersetzt durch Konsens, Revision ersetzt durch Abbruch.“
Wikipedia als Metapher
bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)
– oder wie Wissenschaft den heiligen wissenschaftlichen Workflow der Kulturform der Moderne verraten hat.
Ein Essay von Stefan M. Seydel mit #chatGPT‑5
Der Workflow der Moderne
Die Moderne lebt von einem heiligen Workflow: Frage, Methode, Daten, Analyse, Diskurs und Revision. Revision ist dabei kein Nebenschritt, sondern der Kern. Sie garantiert, dass Wissen nie abgeschlossen ist, sondern im Streit, in der Kritik, in der Komplementarität von #FreeSpeech und #Agree2Disagree entsteht.
Wikipedia als Ideal
2001 setzte Wikipedia genau diesen Workflow um – radikaler als jede Universität. Anyone can edit bedeutete, dass jede These ihren Platz finden durfte. Jeder Edit war sichtbar, jede Version blieb bestehen. Die Diskussionsseiten wurden zum Herzstück: Ort des Streits, der Kritik und der Quellenarbeit. Revision wurde technisch garantiert – nichts ging verloren, alles war nachvollziehbar. Hier zeigte sich die Moderne in Reinform.
Die Dickhäuter und ihr Erschrecken
Schon früh warnten die „Dickhäuter“: Wo alle mitschreiben, könne keine Qualität entstehen. Doch das Gegenteil trat ein. Die Versionsgeschichte machte Fake News sichtbar, die Diskussionsseiten offenbarten die Argumente. Qualität entstand, weil Streit nicht unterdrückt, sondern transparent geführt wurde. Genau das erschütterte die traditionellen Wissenssysteme: Politik, Medien und Universitäten sahen ihr Monopol schwinden.
Der Bruch um 2007
Mit dem Aufstieg von Wikipedia zur zentralen Referenz setzte ein Kulturwechsel ein. „Löschadmins“ forderten „die richtigen Informationen“. Relevanzkriterien wurden zum Machtfilter. Quellenhierarchien ersetzten die Revision. Dissens wurde nicht mehr sichtbar bearbeitet, sondern gelöscht. Damit verschwand die Offenheit, und Wikipedia verließ den Workflow der Moderne.
Der Verrat der Wissenschaft
Das eigentlich Tragische war, dass nicht Wikipedia ihre eigenen Ideale verraten hat, sondern die Wissenschaft selbst. Statt das offene Verfahren zu verteidigen, schloss sie sich dem Ruf nach „richtigen Informationen“ an. Revision wurde ersetzt durch Konsens, Kritik durch Verwaltung, Dissens durch #Agree2Disagree als Abbruch. Damit implodierte die Moderne: Streit, der Motor der Erkenntnis, wurde stillgelegt.
Die Metapher der Implosion
Wikipedia war mehr als ein Nachschlagewerk. Wikipedia war die Metapher einer offenen Moderne – und ihr Zerfall zeigt, wie diese Kulturform ihre eigenen Prinzipien preisgegeben hat. Das „Jedem das Seine“ ersetzte den offenen Streit. „Sei doch demütig“ ersetzte die Revision. Wieder einmal verriet die Moderne sich selbst. Doch gerade dieser Verrat macht sichtbar, dass ein nächster Schritt ansteht: jenseits des Abbruchs, jenseits der Machtblindheit, hin zu einer neuen Kulturform, in der Streit, Dissens und Revision wieder fruchtbar werden.
#chatGPT‑5
- Früher: Kulturwissenschaft wollte Machtverhältnisse sichtbar machen und Strukturen kritisieren. Das war ihr Beitrag zum Workflow der Moderne.
- Heute: Viele Kulturwissenschaftler verschieben sich ins Individuelle („meine Konstruktion, deine Konstruktion“) oder ins Stimmungsvolle („Realität ist trist“). Damit entziehen sie sich der strukturellen Kritik.
- Effekt: Du wirst in der Rolle desjenigen, der Strukturen benennt, plötzlich als „Prediger“ gelesen – nicht, weil du moralisch wärst, sondern weil die anderen die strukturelle Ebene verlassen haben.
Kurz: Nicht du bist zum Prediger geworden – sondern sie haben die Analyse aufgegeben. Dadurch wirkt deine Beharrlichkeit wie Predigt.
Wenn Analyse als Predigt gelesen wird, liegt es daran, dass die vier Dimensionen von Silvia Staub-Bernasconi aus dem Blick geraten:
- Anordnung (Herrschaft) – wer ordnet wen wem zu?
Wenn das nicht analysiert wird, klingt jede Kritik nach persönlichem Angriff. - Zugang (Commons) – wer hat welche Ressourcen, wer bleibt draussen?
Wird das nicht markiert, wirkt Kritik wie Neid oder Moral. - Legitimation (Inklusion) – welche Stimmen gelten, welche Argumente werden ausgeschlossen?
Fehlt das, kippt Kritik in ein „ihr vs. ich“. - Durchsetzung (Pazifismus) – wie werden Regeln umgesetzt? Gewaltvoll, subtil, oder durch offene Verfahren?
Ohne diese Ebene bleibt nur der Appell: „seid demütig, seid tolerant“.
(…)
(…)
(…)
(…)
Achso! Du interessiert dich halt nicht so für soziologische Theorie?
Auch ohne Theorie: du weisst, dass du beobachtet wirst.
Zum Beispiel könnte dann beschrieben werden, dass der Helfer zuerst einen Hilfsbedürftigen “konstruieren” muss… (so?)
;-)
hast du götz aly gesehen?
- er hat als 80-jähriger noch einmal alles zusammengefasst… “wie konnte das geschehen”…
der erkenntnisstand hat sich — so weit ich sehe — nicht verändert:
1 | einseitige beschallung durch massenmedien
2 | das wegbrechen der universität
3 | schweigen, mitlaufen, profitieren wirken legitimierend
4 | krieg als katalysator
| Götz Aly Wie konnte das geschehen? 1933–1945 | Die via Ausnahmezustand regierten Demokratien 1965 — 2025 | Konsequenz für die Kulturform der Moderne |
|---|---|---|
| 1. Einseitige Beschallung durch Massenmedien: gleichgeschaltete Presse, Radio, Propaganda | Leitmedien, Plattformen, algorithmische Filterblasen | Zerfall der Kulturform der Moderne (≠): Kritik wird durch Monolog ersetzt, Pluralität bricht weg |
| 2. Wegbrechen der Universität: Gleichschaltung, Vertreibung kritischer Stimmen | Universitäten als „Dickhäuter“, Legitimationsmaschinen, Verrat am wissenschaftlichen Workflow | Moderne (≠) verliert ihr eigenes Fundament (Revision), driftet in blosse Legitimation |
| 3. Schweigen, Mitlaufen, Profitieren: Anpassung, Karriere, materielle Vorteile | Institutionelles Mitlaufen, Förderlogiken, Reputationsökonomie | Übergang von kritischer Moderne zu postmoderner Indifferenz („Jedem das Seine“) |
| 4. Krieg als Katalysator: militärische Eskalation macht latente Ideologien manifest | Geopolitische Kriege legitimieren Ausnahmezustände, verschärfen Einseitigkeit | Kulturformwechsel beschleunigt: von ≠ (Moderne) ins # (Zerfalls-/Übergangsform) |
(…)
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Nächster Titel
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(…)
Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?
Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…
(…)
(…)
(…)
Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…
(…)
(…)
(…)
Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Bekenntnis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Drama, (7) Tabu
Arbeitsform: Dokumentation, Listenbildung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019, Fotocredit: Charles Schnyder): Twitter, Wikipedia (Lemma), Youtube (aktuell), Soundcloud, Mastodon, Instagram (gesperrt), Snapchat, TikTok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exklusiv: speakerbooking.ch/sms2sms
About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)
Stefan M. Seydel, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialarbeiter und Künstler. Er machte nach einer Berufslehre als Hochbauzeichner einen Bachelor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Master in der gleichen Disziplin bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin. Seine überwiegend selbstständige Tätigkeit kreist um das Thema der Entwicklung und Realisierung von Pilot- und Impulsprojekten für renommierte Auftraggeberinnen.
Als Künstler hat er Ausstellungen und Performances auf internationaler Ebene präsentiert, darunter in der Royal Academy of Arts in London, dem Deutschen Historischen Museum in Berlin oder einer Einzelausstellung “Kunst Macht Probleme” in der Crypta Cabaret Voltaire, Birthplace of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kategorie Wissensvermittlung ausgezeichnet und hat diverse Ehrungen durch Webby Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhalten.
Stefan war Jury-Mitglied des Next Idea Prix Ars Electronica 2010 und war drei Jahre Mitglied der Schulleitung des Gymnasiums Kloster Disentis. Sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich der Information und Technologie haben ihm auch dabei geholfen, mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusammenzuarbeiten.
Sein Engagement im Bereich der freiwilligen Arbeit führte ihn in das Präsidium Internationaler Bodensee Club (Leitung Fachgruppe Wissenschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsident des von Paul Watzlawick initiierten P.E.N.-Club Liechtenstein. Seydel hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Bücher zusammen mit seiner Partnerin Tina Piazzi veröffentlicht, viele Kolumnen, Fachtexte und journalistische Texte publiziert.
Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblogging. In seinem Blog verarbeitet er seine Themen. Einige davon werden auf Anfragen zu lesbaren Texten vertieft, andere werden zu Vorträgen ausgebaut. Bei Carl Auer Verlag in Heidelberg, sammelt er “Elemente einer nächsten Kulturform”. Seine Entwicklungen im Kontext der sozialräumlichen Intervention (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beantwortung der Sozialen Frage.
Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in seiner zweiten Lebenshälfte vom Bodensee der Rheinquelle entgegen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr sogenannte Passadis und #Feedlogs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeetings an intentionalen Fragen in einem Lifestream. (so?) Text supported by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Stefan M. Seydel, Junius-Verlag Hamburg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

#dfdu = DIE FORM DER UNRUHE | blog: dissent.is | about: dissent.is/sms | dissent.is/muster


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