M/ein Blog ist m/ein Kartenraum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.
- wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
- wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
- wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
- wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an expertisen.
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Anlass zu diesem Eintrag:
Heute abend findet in Trun eine Veranstaltung statt, zu welcher ich hingehen werde. Sie passt genau in meine Samlungen von #LavinaNera und Ultramontanität… Eine schnelle Zusammenstellung durch #chatGPT. Wie ich mit #ChatGPT arbeite?
bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)

Tgi ni tgei defenda la #GuardiaPapala a Roma?
La risposta memia sempla ei: il Papa.
Quei ei ver. Denton ei quei gnanc la mesa risposta.
La guardia papala defenda buc mo in carstgaun. Ella defenda ina idea. Ella defenda in liug. Ina scheina. Ina uorden. Ella stat leu nua che biars carstgauns han dapi tschients onns situau enzatgei pli grond che quei che muossa actualmein persunal ni local ina agitaziun.
Roma ei buc semplamein ina citad. Roma ei in segn. In punct fix. In liug da rimnada. In liug da decisiun. In liug, nua ch’ins serenda, sch’il agen daventa memia pigns, memia stretgs ni memia inquiet.
Perquei ei la guardia papala dapli che polizia. Dapli che militar. Dapli che decoraziun. Dapli che folklore. Ella marca in liug che renviescha ad in spazi cumpleinamein auter.
Sco che il concil da Nicäa ha determinau avon exact 1700 onns, che Jesus dueigi vegnir reconuschius sco «cumpleinamein Diu e cumpleinamein carstgaun, nunmischau e nunpartiu», aschia ein Roma ni era Jerusalem renvieschas ad ina tut autra «citad», ad ina «fortezza», ad in «spazi da protecziun» ordeifer il moviment dils carstgauns che vivan cheu sin la tiara.
Exact quei ei per nus interessant.
Pertgei era las valadas entuorn la claustra Mustér han sur liung temps buc mo spitgau sin pussonza da dadora. Ellas han sviluppau atgnas respostas. Atgnas fuormas. Atgnas uordens. Buc el grond ramur dalla historia mundiala. Mobein localmein. Concretamein. Plaun. Savens en ruaus.
La damonda sociala ei buca vegnida respondida cheu emprima cun grondas teorias. Mobein cun fuormas da convivenza. Cun reglas partidas. Cun responsabladad communabla. Cun il empruament d’ordinar vias, utilisaziun, provediment, cardientscha e vischinadi aschia ch’ina buna veta resti pusseivla.
La claustra steva buca mo sco center da pussonza. Ella era era liug da tscherca. Memoria. Ritmisaziun. Interrupziun. In regurdament che la veta ei dapli che la proxima dispeta, il proxim avantatg, la proxima agitaziun ella val.
Sche Roma ei il grond lontan, lu ein la Cadi e la Surselva sia fuorma vischina. Buc nuncontanschibla. Buc absoluta. Denton tuttina in liug nua che il local patratga sur sesez ora.
Perquei sa la damonda davart la guardia papala vegnir concentrada:
Ella defenda a Roma la pusseivladad ch’ei detti in center. Ni, cun Nicolaus da Cusa: il center ei dapertut. La periferia buc enqualuug. Roma ei en quella imaginaziun il segn davos las Alps. In liug che exista concretamein, che ei dentant ella Svizra actuala buc accessibels.
E las valadas entuorn Mustér muossan che persunas san anflar respostas alla damonda sociala era senza violenza, senza stadi e senza ideologias.
Buc perfetg. Buc senza conflicts. Denton inventiv.
Forse ei quei exact la pista benedictina: la tscherca d’ina buna veta. Buc sco fugia ord il mund. Mobein sco lavur pazienta vid fuormas che fan la veta portabla.
E forsa ei exact leu era la vera colliaziun cun Roma: che per novas damondas socialas ston adina puspei vegnir anfladas novas respostas. Sco gia ina gada sut Leo XIII e cun Caspar Decurtins el horizont da Rerum Novarum sin las tensiuns dalla industrialisaziun, aschia essan nus oz puspei confruntai cun la damonda da reagir sin novs fatgs, senza perder ord egl la buna veta.

Originaltext in Deutsch
Wer oder was verteidigt die Schweizergarde in Rom?
Die zu einfache Antwort lautet: den Papst.
Das stimmt zwar. Aber es ist nicht einmal die halbe Antwort.
Die Schweizergarde verteidigt nicht nur einen Menschen. Sie verteidigt eine Idee. Sie verteidigt einen Ort. Eine Schwelle. Eine Ordnung. Sie steht dort, wo viele Menschen seit Jahrhunderten etwas Grösseres verorten als das, was gerade persönlich oder lokal Aufregung auslöst.
Rom ist nicht einfach eine Stadt. Rom ist ein Zeichen. Ein Fixstern. Ein Ort der Sammlung. Ein Ort der Entscheidung. Ein Ort, an den man sich wendet, wenn das Eigene zu klein, zu eng oder zu unruhig geworden ist.
Darum ist die Schweizergarde mehr als Polizei. Mehr als Militär. Mehr als Dekoration. Mehr als Folklore. Sie markiert einen Ort, der auf einen völlig anderen Raum verweist.
So wie das Konzil von Nicäa vor genau 1700 Jahren bestimmt hat, dass Jesus als „ganz Gott und ganz Mensch, unvermischt und ungeteilt“ anzuerkennen sei, so sind Rom oder auch Jerusalem Verweise auf eine ganz andere „Stadt“, auf eine „befestigte Burg“, auf einen „Schutzraum“ jenseits des Getriebes der Menschen hier auf Erden.
Genau das ist für uns interessant.
Denn auch die Talschaften rund um das Kloster Disentis haben über lange Zeit nicht einfach nur auf Macht von aussen gewartet. Sie haben eigene Antworten entwickelt. Eigene Formen. Eigene Ordnungen. Nicht im grossen Lärm der Weltgeschichte. Sondern lokal. Konkret. Langsam. Oft still.
Die soziale Frage wurde hier nicht zuerst mit grossen Theorien beantwortet. Sondern mit Formen des Zusammenlebens. Mit geteilten Regeln. Mit gemeinsamer Verantwortung. Mit dem Versuch, Wege, Nutzung, Versorgung, Glauben und Nachbarschaft so zu ordnen, dass ein gutes Leben möglich blieb.
Das Kloster stand dabei nicht nur als Machtzentrum da. Es war auch Suchort. Speicher. Rhythmisierung. Unterbrechung. Erinnerung daran, dass Leben mehr ist als der nächste Streit, der nächste Vorteil, die nächste Aufregung im Tal.
Wenn Rom das ferne Grössere ist, dann sind die Cadi und die Surselva die nahe Form davon. Nicht unerreichbar. Nicht absolut. Aber doch ein Ort, an dem das Lokale über sich selbst hinausdenkt.
Darum lässt sich die Frage nach der Schweizergarde zuspitzen:
Sie verteidigt in Rom die Möglichkeit, dass es ein Zentrum gibt. Oder, mit Nikolaus von Kues gesprochen, der einst für das fürstliche Kloster Disentis warb: Das Zentrum ist überall. Die Peripherie nirgends. Rom ist in dieser Vorstellung das Zeichen hinter den Alpen. Ein Ort, den es ganz konkret gibt, der aber in der hitzigen, tagesaktuellen Schweiz gerade nicht erreichbar ist.
Und die Talschaften rund um Disentis zeigen, dass man auch ohne Gewalt, ohne Staat und ohne Ideologien Antworten auf die soziale Frage finden kann.
Nicht perfekt. Nicht konfliktfrei. Aber erfinderisch.
Vielleicht ist genau das die benediktinische Spur: die Suche nach einem guten Leben. Nicht als Flucht aus der Welt, sondern als geduldige Arbeit an Formen, die das Leben tragbar machen.
Und vielleicht liegt genau darin auch die eigentliche Verbindung nach Rom: dass auf neue soziale Fragen immer wieder neue Antworten gefunden werden müssen. So wie einst unter Leo XIII. und mit Caspar Decurtins im Horizont von Rerum Novarum auf die Verwerfungen der Industrialisierung reagiert wurde, so stehen wir heute erneut vor der Aufgabe, auf neue Sachverhalte zu antworten, ohne das gute Leben aus dem Blick zu verlieren.

Flavio Bundi erklärt seine neue Hymne:
O vaillant saint Sébastian, héraut de vérité.
Donne nous ta force et ton courage, ton humilité !
Donne nous ta force et ton courage, ton humilité !
O Bruder Klaus, du Schutzpatron, zeig uns den Weg, das Ziel.
Schenk deinen Rat und deinen Mut. Schenk uns deine Kraft!
Schenk deinen Rat und deinen Mut. Schenk uns deine Kraft!
Embratscha nus, o Sogn Martin, cun ti’ humilitad!
Regala nus la cumpassiun et tia buontad !
Regala nus la cumpassiun et tia buontad !
Uniti nella fede, preghiamo con fervor’.
Serviamo’il Papa e la chiesa con grande’amor’!
Serviamo’il Papa e la chiesa con grande’amor’!
Acriter fideliter!
Du, ChatGPT, passt dieser Text in unsere Interpretation?
Ja, ganz klar: Der Text ist nicht einfach fromm. Und er ist nicht einfach militärisch. Er hält beides gleichzeitig offen. Gerade diese Ambiguität stärkt unsere Lesart.
Warum der Text unsere Interpretation stützt
- Er ruft nicht Strategien an, sondern Personen
Der Text spricht nicht von Feinden, Sieg, Kampfplan oder Territorium. Er ruft Heilige an: Sebastian, Bruder Klaus, Martin. Er bittet um Kraft, Mut, Rat, Mitgefühl, Güte und Demut. Das verschiebt die Garde sofort aus einer bloss operativen Militärsprache in einen symbolisch-spirituellen Raum. (Katholisch.de) - Er ist national und zugleich übernational
Die Hymne ist viersprachig aufgebaut: Französisch, Deutsch, Rätoromanisch, Italienisch. Damit erscheint die Schweiz nicht als einheitlicher Block, sondern als Vielheit, die sich in Rom sammelt. Genau das passt zu unserem Zugriff: lokal verschieden, aber auf ein fernes Zentrum bezogen. (Katholisch.de) - Er nennt Schutzpatrone statt Staatsbegriffe
Die Schweizergarde hat drei Patrone: Sebastian, Martin und Niklaus von Flüe. Der Text aktiviert also nicht in erster Linie Staat, Armee oder Sicherheit, sondern eine Schutzordnung, die über den reinen Wachdienst hinausweist. (YouTube) - Der Schlusssatz bindet alles wieder an den Dienst
Erst am Ende kommt die klare Formel: „Serviamo il Papa e la chiesa con grande amore“ und dann „Acriter fideliter“. Also: Der Text steigt über Heilige, Tugenden und Bitten ein und landet erst danach beim Dienst für Papst und Kirche. Das ist präzis die Bewegung, die du suchst: Die Garde verteidigt nicht bloss einen Körper, sondern eine Ordnung, die als geistig, kirchlich, geschichtlich und symbolisch aufgeladen ist. (Katholisch.de)
Warum die drei Figuren wichtig sind
Sie sind offensichtlich nicht zufällig gewählt:
| Figur | Funktion im Text | Warum das für unsere Deutung wichtig ist |
|---|---|---|
| Sebastian | Wahrheit, Kraft, Mut, Demut | Nicht blosse Wehrhaftigkeit, sondern standhafte Zeugenschaft |
| Bruder Klaus | Weg, Ziel, Rat, Mut, Kraft | Schweizer Vermittlungs- und Friedensfigur; Brücke von der Eidgenossenschaft nach Rom |
| Martin | Humilität, Mitgefühl, Güte | Schutz durch Teilung, Barmherzigkeit, Zuwendung statt Härte |
Der eigentliche Clou
Unsere Lesart war: Die Schweizergarde steht an einer Schwelle. Sie verteidigt nicht nur eine Person, sondern einen Ort, eine Ordnung, einen Verweis auf etwas Grösseres.
Die Hymne bestätigt das auf überraschend klare Weise:
- Die Garde wird nicht primär als Kampfverband besungen.
- Sie wird über Tugenden und Heilige aufgeladen.
- Sie erscheint als schweizerische Vielheit in römischem Dienst.
- Der Schutz wird geistlich codiert, bevor er institutionell codiert wird.
Genau darum passt der Text so gut. Er macht die Garde lesbar als:
- reale Schutzformation,
- symbolische Schwellenmacht,
- spirituell gerahmte Dienstgemeinschaft.
Mein Urteil
Nein, unsere Interpretation ist nicht “zu vergeistigt”. Im Gegenteil: Der Hymnentext selbst zwingt fast zu einer solchen Lesart. Er hält drei Ebenen gleichzeitig zusammen:
- Wach- und Schutzdienst
- kulturelle Vielfalt, Mehrsprachigkeit und Traditionsbewusstsein.
- spirituelle Rahmung durch Heilige, Tugenden und Dienst an Papst und Kirche
Abt Vigeli Monn, Flavio Bundi und die Tradition der Schweizergarde in der Surselva…
(…)
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Ultraomontaneität
Begrifflicher Kern: Ultramontanität
- „ultra montes“ = jenseits der Berge (aus Sicht nördlich der Alpen → Rom)
- Bezeichnet die Ausrichtung auf den Papst als überlokale Autorität
- Historisch stark im 19. Jahrhundert (z. B. um Papst Pius IX.)
Struktur der Aussage von Pater Bruno Rieder, OSB, Prior im Kloster Disentis, persönliche Mitteilung:
- Geografische Distanz → symbolische Überhöhung
- Rom ist physisch fern → wird als „grösser“, „höher“ codiert
- Kommunikative Operation
- Lokaler Konflikt (im Tal)
- → wird „nach oben“ adressiert (Rom)
- → erhält dadurch Gewicht, Ordnung, Legitimation
- Analogie zur Gottesanrufung
- Gebet = Anrufung des Transzendenten
- Ultramontanität = Anrufung einer institutionalisierten Transzendenz (Rom)
Präzise Unterscheidung
| Ebene | Funktion |
|---|---|
| Gott | absolute Transzendenz |
| Rom | organisierte, erreichbare Transzendenz |
| Tal (lokal) | konkrete Konflikte, Kontingenz |
→ Rom funktioniert als Zwischeninstanz, die das Unübersichtliche lokal ordnet, ohne selbst lokal zu sein.
Was daran entscheidend ist
- Es geht nicht nur um Macht, sondern um Entlastung von Kontingenz
- Der Ruf nach Rom:
- verschiebt Entscheidung
- stabilisiert Erwartungen
- relativiert das Lokale
Ultramontanität ist die institutionalisierte Praxis, das Lokale durch Bezug auf ein räumlich entferntes, symbolisch höher codiertes Zentrum zu relativieren.
(…)
(…)
Operative Funktion vs. Symbolische Funktion der Schweizer Garde




- Institution: Päpstliche Schweizergarde
- Auftrag: Schutz des Papstes (real, operativ)
- Sichtbarkeit: hochgradig ritualisiert, historisch codiert
1. Zwei Ebenen (nicht vermischen)
- Operativ
- Ausbildung, Bewaffnung, Zugriffsfähigkeit
- reale Schutzfunktion für den Papst
- Symbolisch
- Uniform (Renaissance)
- Rituale (Vereidigung, Präsenz an Toren)
- permanente Sichtbarkeit
→ Die zweite Ebene dominiert die Wahrnehmung.
2. Anschluss an Ultramontanität
Die Garde nicht als „Militär“, sondern als Grenzfigur lesen:
- Ort
- physische Schwelle: Eingang Vatikan / Rom
- Funktion
- Markierung: Hier beginnt ein anderer Ordnungsraum
- Trennung: innen (Rom, Zentrum) / aussen (Welt, Tal)
- Operation
- Sie stehen „vor“ dem Zentrum, nicht im Zentrum
- Sie sichern nicht nur den Körper des Papstes, sondern die Differenz
3. Anschluss an Pater Bruno
Sein Motiv „Anrufung des Entfernten“ lässt sich so verschieben:
- Ultramontanität = Bewegung nach oben / nach aussen (Ruf nach Rom)
- Schweizergarde = Fixierung eines Punktes, an dem diese Bewegung endet
→ Die Garde steht genau dort, wo:
- der Ruf ankommt
- und in Ordnung übersetzt wird
4. Vergleich (dein Hinweis)
- Britische Garde: primär symbolische Repräsentation von Staat/Krone
- Schweizergarde: symbolisch + klare Referenz auf Transzendenzordnung
→ Unterschied:
- London: Staat inszeniert sich
- Rom: Transzendenz wird institutionell gerahmt
5. Fazit: Die Schweizergarde lässt sich lesen als:
- operative Schutztruppe
- symbolische Schwelle
- Fixpunkt ultramontaner Ordnung
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Was ist der Unterschied zwischen der Heilsarmee und der Schweizer Garde?
Heilsarmee




Schweizergarde




Vergleich (strukturell)
| Dimension | Heilsarmee | Päpstliche Schweizergarde |
|---|---|---|
| Richtung | geht ins Tal hinaus | steht am Zentrum |
| Bewegung | mobil, expansiv | stationär, fixiert |
| Funktion | Hilfe, Mission, soziale Intervention | Schutz, Abgrenzung, Sicherung |
| Publikum | Öffentlichkeit (Strasse) | Schwelle (Zugang zum Papst) |
| Symbolik | „Armee Gottes“ im Alltag | „Armee des Papstes“ am Ursprung |
| Verhältnis zur Transzendenz | bringt sie zu den Leuten | schützt ihren institutionellen Ort |
| Umgang mit Kontingenz | geht hinein, bearbeitet | hält Abstand, stabilisiert |
Verdichtung (dein Zugriff)
- Heilsarmee
- Bewegung: Zentrum → Peripherie
- Operation: Übersetzung (Transzendenz wird alltagstauglich)
- Schweizergarde
- Bewegung: Peripherie → Zentrum (endet an der Schwelle)
- Operation: Fixierung (Transzendenz bleibt unzugänglich gerahmt)
In einem Satz
- Heilsarmee: Verbreitung
- Schweizergarde: Begrenzung
Fazit
Der Unterschied ist nicht „mehr oder weniger religiös“, sondern:
Die eine Organisation öffnet den Raum (Expansion),
die andere stabilisiert ihn (Grenze).
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Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem
- Auf dem Bild: Emblem des Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem
- Symbol: Jerusalemer Kreuz (Zentrum + vier Nebenarme)
Einordnung im bisherigen Zugriff
- Richtung
- nicht wie die Schweizergarde: Schwelle sichern
- nicht wie die Heilsarmee: ins Tal gehen
- sondern: Verbindung halten
- Funktion
- Bindung an Jerusalem als fernes Zentrum
- Pflege einer Linie: Rom ↔ Heiliges Land
- Präsenz nicht militärisch, sondern repräsentativ, karitativ, symbolisch
- Form
- Ritterorden (historische Militärform)
- heute: Netzwerk, Stiftung, Unterstützung (v. a. Christen im Heiligen Land)
Strukturelle Position (im Vergleich)
- Heilsarmee → Bewegung nach aussen
- Schweizergarde → Sicherung der Schwelle
- Ritterorden vom Heiligen Grab → Verlängerung der Achse
→ sie halten die Fernverbindung aktiv
Verdichtung
- Wenn Ultramontanität der Ruf „über die Berge“ ist,
- dann ist dieser Orden eine Form, diesen Ruf dauerhaft zu institutionalisieren
Rerum Novarum
Bezugspunkt „Leo“
- Papst Leo XIII.
- Schrift: Rerum Novarum
- Thema: soziale Frage der Industrialisierung (Arbeit, Eigentum, Gemeinwohl)
Regionale Linie
- Caspar Decurtins (ab 1877)
- Kontext: rätoromanische Öffentlichkeit, „Lavina Nera“ als Verdichtung sozialer und kultureller Bewegung
- Anschluss: Aufnahme und Übersetzung der sozialen Frage in lokale Formen
Struktur (ohne Bewertung)
- Damals
- neue Lage: Industrialisierung
- Antwort: Rerum Novarum
- Übersetzung: lokal (Surselva, Decurtins)
- Heute
- neue Lage: technologische, ökonomische Verschiebungen
- offene Frage: welche Form entspricht heute einer „Rerum Novarum“?
Mögliche Lesart
- „Leo“ fungiert als Marker für Momente, in denen:
- neue Sachverhalte auftreten
- eine grundlegende Neuformulierung sozialer Ordnung versucht wird
Verbindung zu deinem Zugriff
- Rom: formuliert einen Rahmen
- Surselva: entwickelt konkrete Formen
- beide Ebenen bleiben gekoppelt, aber nicht identisch
Rerum Novarum ist kein abgeschlossenes Dokument,
sondern ein Format: auf neue soziale Lagen zu antworten.
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Wann befahl der Papst den letzten Krieg?
Der letzte Krieg, der direkt von einem Papst ausgerufen wurde, war ein Kreuzzug.
Aber es gab noch eine spätere verstrickung im Sonderbundskrieg (1847) – die letzte Situation in der Schweiz, in der der Papst noch indirekt als politisch-militärischer Faktor auftaucht.
Kontext: Sonderbundskrieg 1847




- Konflikt: liberale vs. katholisch-konservative Kantone
- Katholische Kantone bilden den „Sonderbund“ (z. B. Luzern, Uri, Schwyz)
- Führung der Bundestruppen: Guillaume-Henri Dufour
- Ergebnis: kurzer Bürgerkrieg (ca. 3 Wochen), Sieg der Liberalen
Rolle von Papst Pius IX.
- Keine Kriegserklärung durch den Papst
- aber:
- politische Unterstützung der katholischen Kantone
- diplomatische Interventionen zugunsten des Sonderbunds
- Entsendung eines päpstlichen Nuntius (als Einflusskanal)
- Diskussion über mögliche militärische Hilfe von katholischen Mächten (Österreich etc.)
→ faktisch: Versuch, konfessionelle Ordnung zu stabilisieren
Entscheidender Punkt
- Der Krieg selbst wird nicht von der Kirche geführt, sondern von:
- Kantonen (Sonderbund)
- der Eidgenossenschaft (Bund)
- Der Papst ist:
- kein militärischer Akteur
- sondern externer politisch-religiöser Unterstützer
Strukturbruch (klar formuliert)
- Krieg wird vollständig durch staatliche Akteure organisiert
- Kirche greift nur noch indirekt (Diplomatie, Legitimation) ein
- Kein Zugriff mehr auf:
- Mobilisierung von Truppen
- formale Kriegserklärung
Fazit
- Mit dem Sonderbundskrieg (1847) ist der Übergang abgeschlossen:
→ Krieg = staatliche Angelegenheit
→ Kirche = Einfluss ohne operative Kontrolle
Pius IX. markiert nicht den Anfang, sondern den letzten Nachhall kirchlicher Macht im Kriegsfeld der Schweiz.
Der letzte päpstlich ausgerufene Krieg
- 9. Kreuzzug (1271–1272) unter Papst Gregor X
- Ziel: Unterstützung der letzten Kreuzfahrerstaaten im Heiligen Land
- Beteiligung u. a.: Eduard I. von England (damals noch Prinz)
- Ergebnis: militärisch weitgehend wirkungslos, kurz danach (1291) endgültiger Verlust von Akkon
Einordnung
- Kreuzzüge waren die klassische Form päpstlich legitimierter Kriege („bellum sacrum“).
- Der Papst rief nicht nur moralisch auf, sondern erteilte konkrete Ablässe und organisierte Mobilisierung.
- Nach dem 13. Jahrhundert verschwindet diese direkte Kriegsaufruf-Funktion zunehmend.
Wichtige Präzisierung
- Spätere Päpste führten politische Konflikte oder unterstützten Kriege indirekt (z. B. in den Italienischen Kriegen),
aber: - Ein expliziter „heiliger Krieg“ im Stil der Kreuzzüge wurde danach nicht mehr ausgerufen.
Grenzfall (oft diskutiert)
- Papst Pius V. unterstützte die Heilige Liga vor der
Schlacht von Lepanto - Das war jedoch kein formaler Kreuzzug im klassischen Sinne, sondern eine politische Militärallianz.
Fazit
- Letzter klarer Fall: Kreuzzüge des 13. Jahrhunderts (insb. 9. Kreuzzug)
- Danach: Übergang von religiös ausgerufenen Kriegen zu politisch-diplomatischen Konflikten mit kirchlicher Beteiligung
Der Papst verliert ab ca. 1300 die Fähigkeit, Krieg als eigenständiges Kommunikationsereignis zu „setzen“.
In der Schweiz gab es mehrere klar als Religionskriege geführte Konflikte – allerdings nicht mehr vom Papst ausgerufen, sondern von eidgenössischen Orten selbst getragen.
1. Kappelerkriege (1529 / 1531)




- Konflikt zwischen reformierten und katholischen Orten der Alten Eidgenossenschaft
- Zentrale Figur: Huldrych Zwingli
- Krieg (1529): ohne grosse Schlacht (Kappeler Milchsuppe als Symbol)
- Krieg (1531): Niederlage Zürichs, Tod Zwinglis
- Ergebnis: konfessionelle Parität – keine Seite setzt sich vollständig durch
2. Villmergerkriege (1656 / 1712)



- Wieder Konflikt zwischen katholischen (Innerschweiz) und reformierten Orten (v. a. Zürich, Bern)
- Villmergerkrieg (1656): katholischer Sieg
- Villmergerkrieg (1712): reformierter Sieg
- Ergebnis: Machtverschiebung zugunsten der reformierten Orte (v. a. Bern, Zürich)
Strukturbeobachtung (knapp)
- Trägerschaft: nicht Rom, sondern lokale politische Einheiten (Orte der Eidgenossenschaft)
- Konfliktlinie: katholisch vs. reformiert (nach der Reformation)
- Form: klassische Kriege zwischen Territorien, nicht „Kreuzzüge“
- Funktion: Klärung von Macht, Territorium und religiöser Ordnung innerhalb eines föderalen Systems
Fazit
- Ja, Religionskriege gab es in der Schweiz bis ins 18. Jahrhundert.
- Aber: Sie sind keine päpstlich gesetzten Kriege mehr, sondern innergesellschaftliche Konflikte nach der Reformation.
Man kann sagen, der Krieg „wandert“ vom Zentrum (Papst) in die Peripherie (konfessionell organisierte Territorien).
Der Demokratisch Legitimierte, soziale liberale Staat beginnt Kriege selbst zu führen:
In der Schweiz erfolgt der Übergang im 16. Jahrhundert (Reformation). Ab dann führen Orte/Kantone Kriege – nicht mehr die Kirche als eigenständiger Akteur.
1. Vorher: Kirche als Kriegsakteur (bis ca. 1500)
- Kriege konnten als „heilig“ legitimiert werden (Kreuzzugslogik)
- Autorität: Papst (z. B. Ablass, religiöse Legitimation)
- In der Eidgenossenschaft: Religion ist Teil der Ordnung, aber keine eigenständige Kriegsorganisation vor Ort
2. Bruch: Reformation (ab 1520er)
Zentral: Huldrych Zwingli
- Orte entscheiden selbst über Konfession
- Kirche spaltet sich → keine einheitliche Autorität mehr
- Kriege werden von politischen Einheiten (Orten) organisiert
→ Beispiel: Kappelerkriege 1529/1531
- Zürich vs. katholische Orte
- Krieg wird politisch entschieden, religiös begründet
3. Konsolidierung: 17.–18. Jahrhundert
Beispiel: Villmergerkriege 1656 / 1712
- Akteure: Zürich, Bern, Innerschweiz etc.
- Strukturen: Bündnisse, Militärorganisation, Territorien
- Religion bleibt Konfliktgrund, aber nicht mehr Kriegssubjekt
4. Klare Zäsur (Begriffsebene)
| Zeitraum | Wer „führt“ Krieg | Rolle der Kirche |
|---|---|---|
| bis ca. 1500 | Kirche + Fürsten | legitimierend + mobilisierend |
| 1520–1700 | Orte/Kantone | ideologisch prägend |
| ab 1700 | Staaten/Proto-Staaten | nachgeordnet |
Fazit
- Entscheidender Übergang: Reformation (ca. 1520–1530)
- Seit den Kappelerkriegen: Krieg = Sache der Orte/Kantone
- Die Kirche bleibt relevant – aber als Begründungssystem, nicht als Akteur
Unbelegte Verdichtung:
Der Wechsel ist kein abruptes Ende, sondern ein Funktionswechsel:
Die Kirche verliert die Rolle als „Kriegsauslöser“ und wird zum „Sinnlieferanten“ für staatlich geführte Konflikte.
(…)
Die Schweizergarde
DIE SCHWEIZERGARDE
- Wie entstand sie?
Die Päpstliche Schweizergarde wurde 1506 von Papst Julius II. gegründet. Als offizieller Gründungstag gilt der 22. Januar 1506. An diesem Tag zogen 150 Schweizer unter Hauptmann Kaspar von Silenen in Rom ein und nahmen ihren Dienst beim Papst auf. (Schweizergarde) - Was ist ihre offizielle Aufgabe?
Die Hauptaufgabe ist der Schutz des Papstes und seiner Residenz. Offiziell gehört dazu auch:
- Begleitung des Papstes auf apostolischen Reisen
- Bewachung der Zugänge zur Vatikanstadt
- Schutz des Kardinalskollegiums während der Sedisvakanz
- Ordnungs- und Ehrendienste bei Audienzen und Zeremonien (Vatican)
- Was tut sie konkret im Alltag?
Sie kontrolliert Eingänge, leistet Wachdienst bei Audienzen und Gottesdiensten, begleitet den Papst auch in Zivil oder Uniform und stellt Ehrenformationen bei Staatsbesuchen. (Guardia Svizzera) - Ist sie Armee oder Polizei?
Offiziell ist sie ein militärisches Korps des Heiligen Stuhls. Zugleich beschreibt der Vatikan sie funktional als Teil der inneren Sicherheit des Vatikanstaats. Die Aussensicherheit übernimmt dagegen die italienische Polizei am Vatikan. (Vatican) - Warum wird jeweils am 6. Mai vereidigt?
Der 6. Mai erinnert an den Sacco di Roma von 1527. Damals fielen 147 Gardisten bei der Verteidigung des Papstes. Die jährliche Vereidigung neuer Gardisten findet deshalb an diesem Datum statt. (Schweizergarde) - Wer kann Gardist werden?
Laut offizieller Rekrutierungsseite: Schweizer Bürger, römisch-katholisch, männlich, beim Eintritt ledig, Alter 19 bis 30 Jahre, Richtgrösse 1,74 m. Die Mindestverpflichtung beträgt 27 Monate. (Schweizergarde) - Wie gross ist die Garde?
Die offizielle Rekrutierungsseite spricht von einer 135 Mann starken Truppe. (Schweizergarde)
Quellen:
- Vatikan, Profil der Päpstlichen Schweizergarde (Vatican)
- Offizielle Website der Schweizergarde, Geschichte (Schweizergarde)
- Offizielle Website der Schweizergarde, Aufgaben (Guardia Svizzera)
- Offizielle Website der Schweizergarde, Vereidigung (Guardia Svizzera)
- Offizielle Website der Schweizergarde, Voraussetzungen/Rekrutierung (Schweizergarde)
(…)
(…)
(…)
Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?
Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…
(…)
(…)
(…)
Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…
(…)
(…)
(…)
Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Bekenntnis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Drama, (7) Tabu
Arbeitsform: Dokumentation, Listenbildung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019, Fotocredit: Charles Schnyder): Twitter, Wikipedia (Lemma), Youtube (aktuell), Soundcloud, Mastodon, Instagram (gesperrt), Snapchat, TikTok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exklusiv: speakerbooking.ch/sms2sms
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Stefan M. Seydel, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialarbeiter und Künstler. Er machte nach einer Berufslehre als Hochbauzeichner einen Bachelor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Master in der gleichen Disziplin bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin. Seine überwiegend selbstständige Tätigkeit kreist um das Thema der Entwicklung und Realisierung von Pilot- und Impulsprojekten für renommierte Auftraggeberinnen.
Als Künstler hat er Ausstellungen und Performances auf internationaler Ebene präsentiert, darunter in der Royal Academy of Arts in London, dem Deutschen Historischen Museum in Berlin oder einer Einzelausstellung “Kunst Macht Probleme” in der Crypta Cabaret Voltaire, Birthplace of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kategorie Wissensvermittlung ausgezeichnet und hat diverse Ehrungen durch Webby Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhalten.
Stefan war Jury-Mitglied des Next Idea Prix Ars Electronica 2010 und war drei Jahre Mitglied der Schulleitung des Gymnasiums Kloster Disentis. Sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich der Information und Technologie haben ihm auch dabei geholfen, mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusammenzuarbeiten.
Sein Engagement im Bereich der freiwilligen Arbeit führte ihn in das Präsidium Internationaler Bodensee Club (Leitung Fachgruppe Wissenschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsident des von Paul Watzlawick initiierten P.E.N.-Club Liechtenstein. Seydel hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Bücher zusammen mit seiner Partnerin Tina Piazzi veröffentlicht, viele Kolumnen, Fachtexte und journalistische Texte publiziert.
Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblogging. In seinem Blog verarbeitet er seine Themen. Einige davon werden auf Anfragen zu lesbaren Texten vertieft, andere werden zu Vorträgen ausgebaut. Bei Carl Auer Verlag in Heidelberg, sammelt er “Elemente einer nächsten Kulturform”. Seine Entwicklungen im Kontext der sozialräumlichen Intervention (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beantwortung der Sozialen Frage.
Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in seiner zweiten Lebenshälfte vom Bodensee der Rheinquelle entgegen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr sogenannte Passadis und #Feedlogs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeetings an intentionalen Fragen in einem Lifestream. (so?) Text supported by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Stefan M. Seydel, Junius-Verlag Hamburg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

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