Diese gelöschten Unterscheidungen markieren das Ende der Kulturform ≠ (Moderne). Was folgt, ist keine neue Gegenseite, sondern eine neue Art der Verknüpfung: Konstellationen, Übergänge, Assemblagen, Netzwerke – ohne binäre Dominanz.
Die Moderne hat durch Unterscheidungen Ordnung geschaffen. Jetzt zeigt sich: Ihre Ordnung war eine Konstellation unter vielen. Die Zukunft beginnt mit dem Löschen von Selbstverständlichkeiten. ((Modern)(Postmodern)) ist bereits gelöscht.
Anwendungshinweis: #TheLuhmannMap als didaktisches Werkzeug
Diese Liste eignet sich für Workshops, Denkformate und Lehrsettings als:
Startpunkt für Verunsicherung: – Welche dieser Unterscheidungen prägt dein Denken? – Welche kannst du selbst schon „nicht mehr ernst“ nehmen?
Kartierung über die Zeit: – Wie ordnen sich diese Unterscheidungen kulturgeschichtlich ein? – Welche sind mit welcher Kulturform (— + ≠ #) verbunden?
Konstellationsarbeit: – Statt binär zu denken: Wie „wirken“ die Pole gleichzeitig? – Was passiert, wenn du beide Seiten loslässt?
Verbindung mit #TheStaubBernasconiMatrix: – Welche Unterscheidungen stabilisieren Anordnung, Zugang, Legitimation, Durchsetzung? – Wie lassen sich gerechtere Strukturen aus dem Nichtfesthalten an binären Strukturen ableiten?
Die Liste der gelöschten Unterscheidungen: Eines der “erfolgreichsten” (weil meistzitiertesten) Kapital in Band 2 von DIE FORM DER UNRUHE (2010):
#dfdu DIE FORM DER UNRUHE Tina Piazzi & Stefan M. Seydel, Junius-Verlag Hamburg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010 | Anfragen und Vermittlungen laufen ausschliesslich über speakerbooking.ch/stefan-m-seydel | mehr über Stefan M. Seydel auf der Unternehmensseite #dfdu AG: dfdu.org/sms
Aus der Liste der gelöschten Unterscheidungen das Beispiel: ((Mensch)Maschine)
wann immer du eine “digitale” unterscheidung hast, entstehen mind. 5 positionen: 1. entweder 2. oder 3. sowohl als auch 4. weder noch 5 nichts von alle dem und auch das nicht.
JA – Mensch und Maschine sind klar unterschieden. Dies entspricht einer traditionellen Sichtweise in der Human-Robot Interaction (#HRI), wo die Rollen und Funktionen beider klar getrennt sind. Hier geht es um die Optimierung der Interaktion zwischen Mensch und Technologie.
NEIN – Unter Einsatz des Human Extension Models (#HEM) wird die Unterscheidung zwischen Mensch und Maschine abgelehnt. Maschinen gelten als nahtlose Erweiterungen menschlicher Fähigkeiten, wodurch die Technologie zu einem unverzichtbaren Bestandteil menschlicher Entwicklung avanciert. Dieses Modell hebt hervor, wie Technik bestehende menschliche Kapazitäten erweitert und neue Interaktions- und Erlebnisformen ermöglicht.
BEIDES – Mensch und Maschine bilden ein integriertes System, das durch Konzepte wie Cyborgs und erweiterte Kognition (Extended Cognition) in der Forschung unterstützt wird. Diese Theorien zeigen auf, wie technologische Geräte als aktive Elemente menschlicher kognitiver Prozesse fungieren und über einfache Werkzeuge hinausgehen.
WEDER NOCH – In einer Ära, in der Maschinen biologische Eigenschaften annehmen und Menschen zunehmend technologisch erweitert werden, verlieren die traditionellen Grenzen zwischen Mensch und Maschine ihre Plausibilität und ihre Relevanz. Hingegen gewinnen funktionale und prozessorientierte Aspekte humanoider Systeme an Attraktivität und Legitimation.
NICHTS VON ALLEDEM – #TheLuhmannMap basiert auf Niklas Luhmanns Systemtheorie, die menschliche Lebensbedingungen durch autopoietische Systeme wie das Biologische (#Bio), das Maschinelle (#Cyb), das Soziale (#Soc) und das Psychische (#Psy) intuitiv leicht zugänglich und nachvollziehbar beschreibt. Luhmanns Ansatz fokussiert vollständig auf das Soziale und damit auf Kommunikation: „Kommunikation kommuniziert, nicht Menschen.” Oder Maschinen, könnte heute sein berühmtes Zitat erläuternd ergänzt werden. Dieser Zugang eröffnet ein Feld von Kontingenz innerhalb des Sozialen und bietet neue Optionen für die Beantwortung der sozialen Frage.
Der technologische Wandel hat mehrere Konzepte und Begriffe in Frage gestellt oder verändert, einige davon könnten zunehmend als überflüssig betrachtet werden, insbesondere im Kontext von KI und Automatisierung. Hier sind ein…
Ein #Schwellenobjekt oder #SchwellenGadget ist ein Werkzeug oder Gerät, das speziell für den Einsatz an Übergängen oder Schwellen zwischen verschiedenen Systemen, Strukturen oder Prozessen entwickelt wurde. Es hilft, diese Grenzbereiche zu erkennen, zu analysieren und zu modifizieren, um Übergänge und Interaktionen effizienter und effektiver zu gestalten.
A #ThresholdObject or #ThresholdGadget is a tool or device designed specifically for use at transitions or thresholds between different systems, structures, or processes. It aids in identifying, analyzing, and modifying these boundary areas to facilitate smoother and more effective transitions and interactions.
profi-tipp: brauchte lange, bis ich es checkte: SCHÜTTLE DEN RABBIT ;-) - JEDEN FREITAG GIBTS 1 SOFTWARE-UPDATE…
WORK IN PROGRESS The Unpack Show in German ;-)
die architektur kennt den begriff der schwelle. damit wird der ort bezeichnet, wo ein übergang in einen nächsten raum gestaltet wird. ein klassicher Un-Ort. eine Verbindung. ein In-Between.
das #voxelnest auf #caschlatsch (von Gramazio Kohler Research) ist auch so ein etwas: “ein ganzes nest von schwellen”… (so?)
Hier ist eine angepasste Version mit einem Hauch von Cyberpunk-Ästhetik und dem Geist des #NoPaternalism-Manifestos:
Anordnung: Ordnung fließt durch vernetzte Knotenpunkte, wo jede Stimme den gleichen Impuls hat. Entscheidungen pulsieren durch dezentrale Systeme, gesteuert von kollektiver Intelligenz, ohne zentrale Autorität. Identitäten verschmelzen in einem dynamischen Netz aus Einfluss und Teilhabe.
Zugang: Wissen, Ressourcen und Technologien sind offen, fließen frei in digitalen und physischen Räumen. Jeder hat Zugriff auf die Werkzeuge, um sich selbst und die Gemeinschaft zu stärken. Die Infrastruktur gehört allen, niemand kontrolliert den Fluss der Möglichkeiten.
Legitimation: Legitimation ist ein ständiger Prozess, verankert in transparenten Algorithmen und öffentlichen Foren. Entscheidungen entstehen in Echtzeit, getragen von einer ständigen Interaktion, wo jede Handlung ihre eigene Berechtigung durch kollektive Akzeptanz findet.
Durchsetzung: Regeln sind flüssig und adaptiv, selbstregulierend durch die Gemeinschaft. Konflikte lösen sich in digitalen Arenen, durch Dialog und gezielte Interventionen. Autonomie und Selbstverantwortung sind die Codes, die das System aufrechterhalten, ohne Zwang, nur durch den kollektiven Willen.
Die Aufklärung endet, wie sie 1789 begonnen hat: Mit endlosen Kriegen, welche als alternativlos, notwendig und “gerecht” hyperventiliert werden. Das Wort “Frieden” ist genauso unmöglich auszusprechen, wie das Wort “Pazifismus”…