Der Star des Schweizer Wissenschaftsjournalismus Beat Glogger bricht das Gespräch ab und erteilt ein striktes „Publikationsverbot”.
Prof. Dr. Vinzenz Wyss verspricht, Advocatus Diaboli zu werden.
Ein gealtertesaltes Video-Bloggerchen aus der oberen Surselva stört die guten Bemühungen um den Weltfrieden auf der grossen Bühne in Altdorf. Wo doch die Organisatoren und Korpskommandant Thomas Süssliso motiviert sind fruchtbare Gespräche mit Microsoft, BlackRock und Palantir zu führen.
SO VIEL ZUM THEMA, WESSEN WELT SICHERHEIT VERLOREN HAT & WER WIE DAS VERLORENE ZU RETTEN GESUCHT WIRD. (so?)
dissent.is/safety360summit
Das neustes Buch von Gerd Gigerenzer: klick | risiko | wikipedia

wer ist WIR?
was meint SICHERHEIT?
welche WELT?
ist VORHERSEHBARKEIT die lösung?
war es früher besser – WANN?
3 fragen an 5 personen | Tagungshomepage: #safety-360-summit | pressemappe | reisen mit schwerem gepäck: twitter, whatsApp & WikiDienstag.ch

M/ein Blog ist m/ein Kartenraum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.
- wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
- wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
- wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
- wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an expertisen.
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Anlass zu diesem Eintrag:
„Was genau ist hier mit ‘less predictable’ gemeint – und für wen war es zuvor berechenbarer?“
„Sicherheit“ ist hier nicht die Beschreibung eines Zustands, sondern die Antwort auf eine zuvor erzeugte Dramaturgie der Unberechenbarkeit.

(…)
Summary/Spoiler/TL;DR
„Wir beobachten keinen Anstieg von Risiken, sondern einen strukturellen Wandel“, sagt Prof. Dr. Annegret Hannawa. „Sicherheit entsteht heute aus der Fähigkeit, unter Unsicherheit, Komplexität und widersprüchlichen Informationen handlungsfähig zu bleiben.“
(aus der pressemappe)

(…)
bitte verstehe diesen eintrag nicht zu schnell… hier gibts nichts zu sehen und nichts zu lesen ;-)
(…)
Womit komme ich nach Hause, wenn die folgenden 5x 3 Fragen beantwortet sind?
- Begriffsklärung „Sicherheit“
Du bekommst sichtbar, ob „Sicherheit“ hier wirklich ein gemeinsamer Begriff ist – oder nur ein Container, unter dem Militär, Journalismus, Gesundheit, Cyber und Risiko ihre je eigenen Interessen koordinieren. Deine Hannawa-Frage trifft genau diesen Punkt.
- Rollenwechsel Journalismus
Du bekommst Aussagen dazu, ob Journalismus noch Beobachter von Macht ist – oder sich neu als Sicherheitsinfrastruktur versteht. Kassaaluk und Glogger sind dafür zentral: Grönland/Vertrauensarbeit einerseits, Schweizer Wissenschaftsjournalismus/SRF/Swissinfo andererseits.
- Sicherheitslogik vs. Autarkielogik
Bei Süssli bekommst du die härteste Probe: Wenn Sicherheit heute Informationsraum, Cyber und Resilienz meint – warum wird sie politisch trotzdem primär als Armee, Kampfjet und #Armee2030 kommuniziert, nicht als #Energie2030 oder #Anbauschlacht2030?
Du kommst nicht mit Antworten nach Hause, sondern mit belegbaren Verschiebungen: Sicherheit wird nicht mehr als Schutz vor Gefahr, sondern als Management von Unsicherheit kommuniziert; Journalismus rückt von Gegenöffentlichkeit zu Infrastruktur; Militär bleibt trotz Informationsraum die sichtbarste Form politischer Sicherheitsorganisation.
Ist das dann Thesenjournalismus?
Du schreibst einen Text, der mit Setzungen beginnt und nicht mit Belegen. Das allein reicht, damit jemand ihn als Thesenjournalismus liest. Die Form ist vertraut: ein prägnanter Einstieg, eine Verschiebung des Blicks, mehrere zugespitzte Gegenüberstellungen. Wer auf Bestätigung aus ist, wird darin eine These erkennen und erwarten, dass sie im Verlauf bewiesen wird.
Nur passiert genau das nicht.
Dein Text arbeitet nicht darauf hin, eine These zu sichern. Er stabilisiert sie nicht durch Beispiele, er unterfüttert sie nicht mit Studien, er führt sie nicht zu einem Schluss. Im Gegenteil: Jede Setzung wird im nächsten Absatz wieder geöffnet. Begriffe wie Sicherheit, Öffentlichkeit oder Infrastruktur werden nicht definiert, sondern in Bewegung gebracht. Was zunächst wie eine klare Aussage wirkt, erweist sich als Übergang in eine andere Perspektive.
Das ist der Punkt, an dem sich dein Zugriff vom klassischen Thesenjournalismus trennt. Dort ist die These ein Ziel. Bei dir ist sie ein Werkzeug. Sie dient dazu, einen Raum aufzuspannen, in dem Widersprüche sichtbar werden. Der Text argumentiert nicht linear, sondern verschiebt ständig die Ebene: von Zustand zu Operation, von Beobachtung zu Kommunikation, von Institution zu Struktur.
Für Leserinnen und Leser, die eine eindeutige Position suchen, kann das irritierend sein. Sie greifen nach der These und finden keinen festen Boden. Für andere entsteht genau daraus der Effekt: Der Text zwingt dazu, die eigenen Begriffe zu prüfen, statt sich an eine vorgegebene Deutung anzuschliessen.
Man kann das also als Thesenjournalismus bezeichnen, wenn man nur die Oberfläche betrachtet. In der Tiefe ist es eher eine Praxis des Denkens im Vollzug. Die These ist nicht das Ergebnis, sondern der Anfang einer Bewegung, die bewusst nicht abgeschlossen wird.
3 Fragen an Annegret Hannawa
https://de.wikipedia.org/wiki/Annegret_Hannawa
→ Gastgeberin / Setzung „Sicherheit durch Kommunikation“
→ Kommunikation als Sicherheitsmechanismus

NICHT DURCHGEFÜHRT
- „Wenn Sie hier von ‚we‘ sprechen: Wer ist dieses Wir?“
- „Wenn Sie von ‚safe communication‘ sprechen: Woran erkennen Sie sichere Kommunikation?“
- „Die Welt sei weniger vorhersehbar geworden: Was hat sich verändert – und für wen?“
3 Fragen an Kassaaluk Kristensen
LinkedIn | → Journalismus als Sicherheitsakteur / Vertrauensarbeit

NICHT DURCHGEFÜHRT
Darf ich mir ein Spiel erlauben? Ich gebe ihnen diesen Zettel und sie lesen die Frage in Kalaallisut vor und beantworten sie in der Muttersprache. Ich lade dann ihre Antworten hoch und warte, bis mir Youtube die untertitel zeigt. Ok?
- „Mich hat auf der Tagungs-Homepage der Satz überrascht: ‚Journalismus tritt erstmals als Sicherheitsakteur auf die Bühne.‘ Auch in der Schweiz sagt das Schweizer Radio und Fernsehen neuerdings ganz offen, dass es sich als Teil der nationalen Infrastruktur versteht. Was hat sich verändert, dass Journalismus dieses neue Selbstverständnis heute so offen ausspricht?“
- „In der Schweiz gibt es das Startup Republik mit dem Claim: ‚Ohne Journalismus – keine Demokratie.‘ Das ist historisch und empirisch nicht eindeutig belegbar – und wirkt dennoch überzeugend. Wie erklären Sie sich diese Wirkung?“
- „Sie kennen vielleicht Cunningham’s Law: Die beste Art, im Internet eine richtige Antwort zu bekommen, ist nicht, eine Frage zu stellen, sondern eine falsche Behauptung zu posten. Wikipedia hat dann tatsächlich gezeigt, dass Korrektur und Verifikation durch vernetzte Öffentlichkeit erstaunlich gut funktionieren können. Das Modell wurde später relativiert – aber es hat funktioniert. Wäre es nicht attraktiver, genau dort weiterzuforschen, statt Journalismus nun als zentrale Sicherheitsinstanz zu definieren?“
3 Questions for Kassaaluk Kristensen
May I suggest a small experiment? I hand you this note, you read the question aloud in Kalaallisut and answer in your native language. I will upload your answers and wait for YouTube to generate the subtitles. OK?
- „I was surprised to read the sentence on the conference website: ‘Journalism is entering the stage as a security actor for the first time.’ In Switzerland, the public broadcaster SRF has also recently stated quite openly that it sees itself as part of the national infrastructure. What has changed that journalism now articulates this new self-understanding so openly?“
- „In Switzerland, there is a startup called Republik with the claim: ‘Without journalism – no democracy.’ This is not clearly supported historically or empirically, yet it seems convincing. How do you explain its persuasive power?“
- „You may know Cunningham’s Law: the best way to get the right answer on the internet is not to ask a question, but to post a wrong statement. Wikipedia actually showed that correction and verification by a networked public can work remarkably well. The model was later qualified, but it did work. Would it not be more promising to continue exploring that path rather than now defining journalism as a central security infrastructure?“
3 apeqqutit Kassaaluk Kristensen-imut
- „Ataatsimeersuarnermi nittartakkami oqaaseq una tupaallaatigaara: ‘Tusagassiuutit siullerpaamik isumannaallisaanermi atuuffittut saqqummersinneqalerput.’ Svizzerimi aamma SRF nutaamik ammasumik oqaatigaa namminneq nunap iluani attaveqaatit pingaarutillit ilagigaat. Sunaluunniit allanngorsimava, tusagassiuutit ullumikkut nammineq paasinninnertik nutaaq taama ammasumik oqaatigilersimammassuk?“
- „Svizzerimi suliffeqarfik nutaaq ‘Republik’ ima oqaasertaqarpoq: ‘Tusagassiuutitanngikkaluarunik – demokraatiaanngilaq.’ Tamanna oqaluttuarisaanikkut aamma uppernarsarneqarsinnaasumik ersarissumik tunngavissaqanngilaq, kisianni persuasiiviuvoq. Taamatut sunniuteqarnera qanoq nassuiarsinnaaviuk?“
- „Immaqa ilisimavat Cunningham’s Law: Internetimi akissut eqqortoq pissarsiariniarlugu apeqqut apeqqutiginagu, kukkusumik oqariartuuteqarneq pitsaanerusarpoq. Wikipedia takutippaa attaveqaatit akornanni innuttaasut akornanni aaqqiissutit aamma uppernarsaanerit pitsaasumik ingerlanneqarsinnaasut. Taanna periuseq kingorna allanngortinneqarsimavoq, kisianni ingerlalluarpoq. Tassunga tunngatillugu misissueqqinneq pitsaanerunnginnerpa, tusagassiuutit maanna isumannaallisaanermi pingaarnerusutut aalajangersarneqarnagit?“
3 Fragen an Thomas Süssli
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_S%C3%BCssli
→ Informationsraum / geopolitische Sicherheit
- „Thomas Süssli, Sie waren von 2020 bis 2025 Chef der Schweizer Armee und haben in dieser Zeit unter #CoronaVirus die grösste Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg verantwortet. In welcher Funktion sind sie jetzt hier?“
- Ich habe Ihre Arbeit aus der Distanz mit grossem Interesse verfolgt. Auffällig war für mich: Sie trafen kaum auf politischen Widerstand – von links bis rechts, selbst aus pazifistischen Kreisen kam breite Unterstützung. Gleichzeitig standen Sie als Informatiker, Banker und Cyber-Spezialist für eine Beschaffung von rund 6 Milliarden für amerikanische Kampfjets. Das wirkte auf mich wie die Reaktivierung der Kavallerie…
- „In der Schweiz hören wir #Armee2030. Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit in zentralen Bereichen hoch – etwa bei Energie oder Ernährung, wo Markt und internationale Verflechtung dominieren. Wie erklären Sie sich, dass Sicherheit so stark militärisch organisiert und kommuniziert wird – und nicht gleichwertig als #Energie2030 oder #Anbauschlacht2030?“
3 Fragen an Beat Glogger
https://de.wikipedia.org/wiki/Beat_Glogger
→ öffentliche Vermittlung / Medienlogik
GESPRÄCHSABBRUCH & PUBLIKATIONSVERBOT
- Beat Glogger – das wissenschaftsjournalistische Aushängeschild der Schweiz. Ich freue mich, dir endlich persönlich zu begegnen.
Du hast den Rollenwandel des Journalismus an vorderster Front miterlebt: vom erklärenden Wissenschaftsjournalismus über Infotainment und Magazinlogik bis zur Plattformöffentlichkeit. Mit higgs hast du nochmals versucht, die Ideale eines unabhängigen, erklärenden Journalismus zu retten – und musstest dieses Modell 2022 aufgeben.
Und jetzt lese ich auf dieser Tagungsseite den Satz: „Journalismus tritt erstmals als Sicherheitsakteur auf die Bühne.“ Gleichzeitig sagt Larissa M. Bieler, Swissinfo sei Teil der nationalen Sicherheitsinfrastruktur.
Journalismus beobachtet Macht nicht mehr nur, kritisch — Stichwort #DieVierteGewalt — sondern beschreibt sich selbst als Teil der Infrastruktur, die gesellschaftliche Stabilität sichern soll.
Lange Einleitung — Kurze Frage, aber präzis am Thema dieser Tagung: Wie gehst du mit diesem Worst Case Szenario um? - „HTML kam aus dem CERN. Wikipedia als kollaborative Praxis. Creative Commons als Right to Copy. Die Universität hätte um 2000 jubeln können, hätte jubeln müssen – sie hat nicht gezögert, sie hat offensiv verhindert. Von Journalismus nicht zu reden. Von Politik bloss noch zu schweigen. Was ist da passiert? Wie erklärst du dir dieses Desaster?“
- “Nun gut: Die Erfindung des Dampfkessels wurde auch nicht an einem Tag abgeschlossen: Woran arbeitst du heute?”
3 Fragen an Gerd Gigerenzer
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Gigerenzer (1947)
→ Risikowahrnehmung vs. reale Risiken
Leicht gestrafft und sauber gesetzt:
- Gerd Gigerenzer, ich muss so einsteigen… Ich wurde massgeblich von der Nachkriegsgeneration in Berlin akademisch sozialisiert. Wenn Ihnen 1989 jemand gesagt hätte, dass Deutschland schon 10 Jahre später wieder in Kriege ausserhalb der deutschen Grenzen involviert sein wird: Wie hätten Sie reagiert?
- Wie hat diese Erfahrung als Kind in Nachkriegsdeutschland Ihren Blick darauf geprägt, wie Institutionen Risiken kommunizieren – und wie leicht Sicherheit zur Angstformel werden kann?“
- „In Risiko haben Sie 2002 eine Art Revival von Vernunft, Aufklärung und rationaler Entscheidungsfähigkeit gesetzt. Hat Sie damals auch die frühe Interneterfahrung ermutigt – HTML, Wikipedia, kollaboratives Schreiben, sharing is caring? Also die Idee, dass vernetzte Öffentlichkeit Risikokompetenz eher stärkt als schwächt?“
- Marianne Meinhold, 1941, https://de.wikipedia.org/wiki/Marianne_Meinhold
- Ernst Peter Fischer, 1947 https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Peter_Fischer
- Hans-Jörg Rheinberger, 1946, https://de.wikipedia.org/wiki/Hans‑J%C3%B6rg_Rheinberger
- Silvia Staub-Beransconi, 1936, https://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Staub-Bernasconi
- Christina Thürmer-Rohr, 1936, https://de.wikipedia.org/wiki/Christina_Th%C3%BCrmer-Rohr
- C. Wolfgang Müller, 1928, https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Wolfgang_M%C3%BCller
- Niklas Luhmann, 1927, https://de.wikipedia.org/wiki/Niklas_Luhmann
ADCOVATUS DIABOLI: Prof. Dr. Vinzenz Wyss
Der Strukturwandel der Unsicherheit
Mich hat dieser Satz nicht losgelassen: „Journalismus tritt erstmals als Sicherheitsakteur auf die Bühne.“ Ich lese ihn und frage mich, wann genau dieses „erstmals“ stattgefunden haben soll. Und für wen. Und unter welchen Bedingungen eine solche Setzung überhaupt plausibel wird. Denn gleichzeitig höre ich in der Schweiz, dass sich das öffentliche Radio und Fernsehen als Teil der nationalen Infrastruktur versteht. Sicherheit scheint sich verschoben zu haben. Nicht als Zustand, sondern als Fähigkeit, unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben. So steht es in der Pressemappe.
Das ist eine kleine Verschiebung, aber sie trägt weit. Wenn Sicherheit nicht mehr Schutz vor etwas ist, sondern Umgang mit etwas, dann verändert sich alles. Dann braucht es keine stabilen Verhältnisse mehr, sondern stabile Operationen. Kommunikation reisst nicht ab, Entscheidungen werden getroffen, Systeme laufen weiter. Sicherheit ist dann nicht mehr das Ende von Risiko, sondern seine Organisation.
Und genau hier tritt Journalismus auf die Bühne. Nicht mehr nur als Beobachter, nicht mehr nur als vierte Gewalt, sondern als Infrastruktur. Als Teil jener Operationen, die dafür sorgen sollen, dass Gesellschaft unter Druck anschlussfähig bleibt. Vertrauen wird zur Ressource, Fakten zur Voraussetzung, Öffentlichkeit zur Voraussetzung von Koordination. „Ohne Journalismus – keine Demokratie“, heisst es bei Republik. Ein Satz, der weder historisch noch empirisch eindeutig belegbar ist und doch wirkt. Vielleicht gerade deshalb.
Gleichzeitig erzählt das Internet eine andere Geschichte. HTML kam aus dem CERN. Wikipedia zeigte, dass kollaboratives Schreiben funktioniert. Creative Commons übersetzte Copyright in ein Recht zu kopieren. Für einen kurzen Moment schien es, als könne sich Wissen ohne klassische Vermittlung organisieren. Öffentlichkeit als Korrekturmaschine, nicht als Bühne der Autorität. Dieses Modell hat funktioniert. Und ist gleichzeitig gescheitert. Oder wurde überholt. Oder absorbiert.
Heute stehen Plattformen zwischen allem. Sie ordnen Sichtbarkeit, priorisieren Aufmerksamkeit, strukturieren Wahrnehmung. Der Intermediär ist nicht verschwunden, er hat nur seine Form gewechselt. Und vielleicht erklärt genau das, warum Journalismus heute nicht mehr als Gegenöffentlichkeit beschrieben wird, sondern als Teil einer Sicherheitsarchitektur. Nicht, weil er es immer war. Sondern weil die Bedingungen sich verändert haben.
Noch deutlicher wird die Verschiebung im Militär. Kryptografie, Funk, Netzwerke – Kommunikation war immer Teil militärischer Entwicklung. Neu ist, dass der Informationsraum selbst als Front beschrieben wird. Wenn das stimmt, dann ist Sicherheit nicht mehr primär territorial, sondern kommunikativ. Und doch investiert die Schweiz Milliarden in Kampfjets. Plattformen der Projektion in einer Zeit, in der Konflikte als vernetzt, fragmentiert, hybrid beschrieben werden.
Das wirkt wie zwei Logiken, die gleichzeitig laufen. Die eine baut auf Systeme, Netze, Resilienz. Die andere auf Plattformen, Präsenz, Abschreckung. Beide nennen sich Sicherheit. Beide beanspruchen Dringlichkeit. Und beide stehen kaum in offenem Widerspruch zueinander. Vielleicht ist genau das der interessanteste Punkt: dass sich diese unterschiedlichen Sicherheitsbegriffe nicht bekämpfen, sondern koexistieren.
Und dann bleibt eine Leerstelle. Wenn Sicherheit heute alles umfasst – Kommunikation, Militär, Gesundheit, Cyber, Öffentlichkeit –, wer definiert sie dann noch? Für wen gilt sie? Und auf wessen Kosten entsteht sie? Diese Fragen werden gestellt, aber selten beantwortet. Vielleicht, weil sie den Rahmen selbst infrage stellen würden.
Ich gehe also nicht mit Antworten in diesen Tag. Ich gehe mit Setzungen. Mit Irritationen. Mit der Vermutung, dass wir nicht primär einen Anstieg von Risiken beobachten, sondern einen strukturellen Wandel. Und dass dieser Wandel weniger mit der Welt zu tun hat als mit den Formen, in denen wir sie beschreiben.
Nächster Titel
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Was meint Sicherheit?
Kurz präzisiert aus deinem Material:
- Klassische Bedeutung
Sicherheit = Zustand ohne Bedrohung oder mit kontrollierbarem Risiko.
→ basiert auf Stabilität, Vorhersagbarkeit, Kontrolle. - Im Kontext deines Materials
Sicherheit = Fähigkeit, unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben.
→ keine Zustandsbeschreibung mehr, sondern operative Kompetenz. - Implizite Verschiebung
- von „Schutz vor etwas“
- zu „Umgang mit etwas“
- Operative Lesart
Sicherheit zeigt sich daran, dass Systeme weiterlaufen:
- Entscheidungen werden getroffen
- Kommunikation reisst nicht ab
- Handlungen bleiben möglich
- Offene Leerstelle (ohne Quelle)
Der Begriff sagt nichts darüber:
- wer Sicherheit definiert
- für wen sie gilt
- auf wessen Kosten sie entsteht
→ „Sicherheit“ ist funktional, aber normativ unterbestimmt.
Quellen:
– Zitate EISCOM / Safety 360° (bereitgestellt)
– allgemeine Begriffsdefinition, z. B. https://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheit

das ist zunächst eine these: vorher war es sicher(er)…
Ja. Die Frage setzt genau das voraus:
- Implizite These
„the world becomes less predictable“
→ früher: berechenbarer
→ jetzt: unberechenbarer
Ohne diese Annahme funktioniert die Frage nicht.
- Verkürzung
Unberechenbarkeit wird gleichgesetzt mit Unsicherheit
→ „weniger vorhersagbar“ = „weniger sicher“
Das ist nicht zwingend identisch.
- Historischer Bruch als Narrativ
Die Formulierung erzeugt:
- Vorher: Ordnung, Stabilität
- Jetzt: Komplexität, Risiko
→ klassisches Krisen-Frame.
- Funktion der These
Sie legitimiert:
- Bedarf an neuen Sicherheitskonzepten
- Aufwertung von „Resilienz“, „Kommunikation“, „Kompetenz“
→ genau das, was die Speaker liefern.
- Gegenprüfung (ohne Quelle)
Die These ist empirisch nicht selbstverständlich:
- viele Risiken sind heute messbar geringer (z. B. Gewalt, Medizin, Technik)
- gleichzeitig steigt Wahrnehmung von Unsicherheit
→ Differenz zwischen realem Risiko und gefühlter Unsicherheit.
Kurz:
Nicht Beschreibung, sondern Setzung eines Problems, das das ganze Event strukturiert.

welches sind die 8 sektoren?
Ja – implizit, nicht explizit benannt. Aus Liste + Pressemappe rekonstruierbar:
- Gesundheit / Patientensicherheit
– Liam Donaldson
– Annegret Hannawa - Luftfahrt / High Reliability
– Markus Jäger - Cyber / Kommunikationstechnologie
– George Michaelides - Militär / Sicherheitspolitik
– Thomas Süssli - Journalismus / Öffentlichkeit
– Kassaaluk Kristensen
– Beat Glogger - Risikoforschung / Verhaltensökonomie
– Gerd Gigerenzer - Staat / Regulierung / Katastrophenschutz
– Daniel Storch (BAG) - Politik / Gesellschaft / lokale Governance
– Sebastian Züst (Poster)
Präzise Beobachtung:
Das sind keine „Sektoren“ im ökonomischen Sinn, sondern Funktionsbereiche von Sicherheit.
Fehlend sind z. B.:
- Wirtschaft als eigenständiger Treiber (nur randständig)
- Technologieentwicklung (nur indirekt über Cyber)
- Zivilgesellschaft ausserhalb Journalismus
→ kuratierte Auswahl, kein vollständiges Abbild.
Die Welt wird unberechenbarer, darum brauchen wir neue Sicherheitskompetenzen.
Bei dir wäre der Punkt härter: Nicht die Welt an sich wird „unsicherer“, sondern der kontingente Raum des Sozialen hat unter den Bedingungen des Computers völlig andere Strukturmöglichkeiten erhalten. Das ist ein anderer Zugriff.
- Bei denen
Unsicherheit erscheint als Problem, auf das mit Resilienz, Kommunikation und Kompetenz reagiert werden muss. - Bei dir
Kontingenz ist kein Defekt, sondern Grundbedingung des Sozialen. Neu ist nicht einfach mehr Risiko, sondern ein Medienwechsel, der andere Formen sozialer Strukturierung ermöglicht. - Mit #TheLuhmannMap
Wenn Form die Möglichkeit der Struktur ist, dann heisst der Wechsel von Buchdruck zu Computer:
andere Kopplungen, andere Öffentlichkeiten, andere Geschwindigkeiten, andere Verifikationsweisen, andere Machtkonstellationen. - Mit #TheStaubBernasconiMatrix
Dann stellt sich nicht zuerst die Frage „Wie bleiben wir sicher?“,
sondern:
Wie verändern sich unter diesen Bedingungen Anordnung, Zugang, Legitimation und Durchsetzung? - Der harte Satz wäre also
Wir beobachten nicht primär einen Anstieg von Unsicherheit, sondern einen kulturellen und strukturellen Wechsel der Bedingungen, unter denen Sicherheit, Unsicherheit und Handlungsfähigkeit überhaupt erst kommuniziert werden.
Oder noch knapper:
Nicht die Risiken allein haben zugenommen. Der Strukturraum des Sozialen ist explodiert.
2030 | berichte aus der KuhZunft
Vorgestellte ReferentInnen
- Gerd Gigerenzer
Funktion: Risikoforscher, Autor
Link: https://www.hardingcenter.de/de/gerd-gigerenzer - Sebastian Züst
Funktion: Politik und Gemeinde
Link: keine verlässliche offizielle Profilseite eindeutig zuordenbar (unsicher) - Annegret Hannawa
Funktion: gesellschaftliche Resilienz
Link: https://www.usi.ch/en/feeds/people-details?personId=1088 - Claus Schramm
Funktion: Cyberresilienz
Link: keine eindeutige Quelle gefunden (unsicher) - Mathias Fürst
Funktion: Journalismus
Link: keine eindeutige Quelle gefunden (unsicher) - Tobias Häfliger
Funktion: Gesundheitswesen
Link: keine eindeutige Quelle gefunden (unsicher) - Erich Megert
Funktion: KMU / Wirtschaft
Link: keine eindeutige Quelle gefunden (unsicher) - Beat Glogger
Funktion: Wissenschaftsjournalist, TV-Moderator
Link: https://www.scitec-media.ch/beat-glogger
Quelle: Veranstaltungsplakat (EISCOM „Safety 360° – Sicherheit in Uri“, 29.04.2026).
Hinweis: Für mehrere regionale Referenten sind ohne zusätzliche Recherche keine eindeutig verifizierbaren Profilseiten verfügbar.


(…)
(…)
(…)
(…)
Zitate der Keynote-Speaker (zur Verwendung in der Berichterstattung)
Sir Liam Donaldson
WHO-Sondergesandter für Patientensicherheit (Vereinigtes Königreich)
„Seit 25 Jahren ist Patientensicherheit ein zentrales Thema im Gesundheitswesen. Trotzdem
werden Patienten jeden Tag verletzt. Müssen wir zu den Grundlagen zurückkehren – oder ist es
Zeit, neu zu denken?“
Markus Jäger
Ausbildungskapitän A330/350/A380, Flight Safety Management, Lufthansa AG, Deutschland
„Auch in einer zunehmend automatisierten Luftfahrt bleibt Sicherheit eine Frage des Menschen.
High Reliability lässt sich nicht an Technologie delegieren.”
George Michaelides
Commissioner of Communications (Zypern)
„Cybersicherheit ist längst kein IT-Thema mehr. Systeme sind dauerhaft Bedrohungen
ausgesetzt, und diese Risiken werden mit weiterer Digitalisierung nur noch zunehmen. Sicherheit
hängt daher heute entscheidend von Cyber-Resilienz ab: der Fähigkeit von Menschen und
Institutionen, kompetent zu reagieren, sich anzupassen und handlungsfähig zu bleiben.“
Korpskommandant Thomas Süssli
Ehemaliger Chef der Schweizer Armee (Schweiz)
„Europa befindet sich bereits in einem Konfliktzustand. Die Front verläuft durch den
Informationsraum, in dem die Integrität unserer Gesellschaften und Institutionen ständig
angegriffen wird – von innen wie von aussen.“
Prof. Dr. Annegret Hannawa
Präsidentin EISCOM; Professorin, Johns Hopkins University & Università della Svizzera italiana
(Schweiz)
„Kommunikation ist eine häufige Schadensursache, aber zugleich unser stärkster
Sicherheitsmechanismus. Diese Stärke entsteht nicht aus Tools, sondern aus uns Menschen.
Gerade in der heutigen Zeit ist sichere Kommunikation daher die entscheidende Kompetenz für
Sicherheit und Resilienz.“
Kassaaluk Kristensen
Digitalredaktorin, Mediehuset Sermitsiaq (Grönland)
„Wenn Weltmächte beginnen, plötzlich über die Zukunft unseres eigenen Landes zu verhandeln,
ist Journalismus nicht mehr nur Berichterstattung. Er wird Teil der Sicherheitsinfrastruktur, die
Vertrauensarbeit leistet und eine gemeinsame Faktenbasis verantwortet.“
Prof. Dr. Gerd Gigerenzer
Leiter, Harding-Zentrum für Risikokompetenz (Deutschland)
„Eine Demokratie braucht Bürgerinnen und Bürger mit Risikokompetenz. Stattdessen haben wir
eine Gesellschaft geschaffen, in der Menschen allzu leicht verängstigt werden – und ihr Geld, ihr
Wohlbefinden und ihre Freiheit aufgeben und das Sicherheit nennen.“
Dr. Daniel Storch
Leiter Sektion Radiologische Risiken, BAG (Schweiz)
„Notfallpläne entstehen über Jahre. Doch Sicherheit entscheidet sich in den Minuten, in denen
Menschen ihnen vertrauen und entsprechend handeln müssen.“
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Wie ich mit den Möglichkeiten von @openAI arbeite?
Links, Threads, zu verarbeitende Hinweise…
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Offene Blogeinträge, welche zu diesem Thema passen…
(…)
(…)
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Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Bekenntnis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Drama, (7) Tabu
Arbeitsform: Dokumentation, Listenbildung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
Bildquelle: (…)
URL/Hashtag: (…)

Stefan M. Seydel, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Festspiel 1901″ (2019, Fotocredit: Charles Schnyder): Twitter, Wikipedia (Lemma), Youtube (aktuell), Soundcloud, Mastodon, Instagram (gesperrt), Snapchat, TikTok, Twitch, t.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb) | Exklusiv: speakerbooking.ch/sms2sms
About @sms2sms, aka Stefan M. Seydel/sms ;-)
Stefan M. Seydel, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialarbeiter und Künstler. Er machte nach einer Berufslehre als Hochbauzeichner einen Bachelor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Master in der gleichen Disziplin bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin. Seine überwiegend selbstständige Tätigkeit kreist um das Thema der Entwicklung und Realisierung von Pilot- und Impulsprojekten für renommierte Auftraggeberinnen.
Als Künstler hat er Ausstellungen und Performances auf internationaler Ebene präsentiert, darunter in der Royal Academy of Arts in London, dem Deutschen Historischen Museum in Berlin oder einer Einzelausstellung “Kunst Macht Probleme” in der Crypta Cabaret Voltaire, Birthplace of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kategorie Wissensvermittlung ausgezeichnet und hat diverse Ehrungen durch Webby Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhalten.
Stefan war Jury-Mitglied des Next Idea Prix Ars Electronica 2010 und war drei Jahre Mitglied der Schulleitung des Gymnasiums Kloster Disentis. Sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich der Information und Technologie haben ihm auch dabei geholfen, mit Statistik Stadt Zürich und Wikimedia Schweiz unter WikiDienstag.ch zusammenzuarbeiten.
Sein Engagement im Bereich der freiwilligen Arbeit führte ihn in das Präsidium Internationaler Bodensee Club (Leitung Fachgruppe Wissenschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsident des von Paul Watzlawick initiierten P.E.N.-Club Liechtenstein. Seydel hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Bücher zusammen mit seiner Partnerin Tina Piazzi veröffentlicht, viele Kolumnen, Fachtexte und journalistische Texte publiziert.
Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblogging. In seinem Blog verarbeitet er seine Themen. Einige davon werden auf Anfragen zu lesbaren Texten vertieft, andere werden zu Vorträgen ausgebaut. Bei Carl Auer Verlag in Heidelberg, sammelt er “Elemente einer nächsten Kulturform”. Seine Entwicklungen im Kontext der sozialräumlichen Intervention (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beantwortung der Sozialen Frage.
Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in seiner zweiten Lebenshälfte vom Bodensee der Rheinquelle entgegen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätigkeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr sogenannte Passadis und #Feedlogs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeetings an intentionalen Fragen in einem Lifestream. (so?) Text supported by #TaaS

Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Stefan M. Seydel, Junius-Verlag Hamburg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010

#dfdu = DIE FORM DER UNRUHE | blog: dissent.is | about: dissent.is/sms | dissent.is/muster


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