(2.5) Job, Beruf, Profession, Disziplin: #SozialeArbeit (als Arbeit am Sozialen) dissent.is/SozialeArbeit
Notizen zu unserem Besuch an der Architektur Biennale Venedig 2025
Venedig als Metapher. (Rom als historische Drohung!) Ein sicherer Hort ins offene Meer hinaus bauen, während die gewaltbereit mächtigen mit metallbewehrten Soldaten und smarten Elefanten über die Ländereien ihrer Feinde hinweg brausen…
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1. Faktenlage 1.1 TX Group stellt die Printausgabe von 20 Minuten per Ende 2025 ein. 1.2 Betroffen sind bis zu 80 Vollzeitstellen. 1.3 Gleichzeitig wird in KI-Anwendungen investiert. 1.4 Regionalbüros (z. B. Basel, Luzern) werden geschlossen. 1.5 Das Tessiner Pendant 20 minuti wird ebenfalls eingestellt.
Summary
Spoiler:
Ja – die Printausgabe von 20 Minuten war ein Kind der Profitlogik: Ein Produkt der börsenkotierten TX Group, getrieben von Reichweite, Klicks und Werbegeld. Ein trojanisches Pferd des plattformkapitalistischen Denkens, das Öffentlichkeit zur Konsumzone machte.
Aber:
Wer jetzt – wie die Republik – ihren Abgang nutzt, um sich als letzte Bastion der Aufklärung zu feiern, verkennt das Entscheidende:
Es war nie ein Fortschritt. Und sein Ende ist kein Verlust – sondern ein Zeichen.
Ein Zeichen dafür, dass das Netz unter Kontrolle ist. Nicht offener, sondern enger. Nicht verteilter, sondern gefilterter: algorithmisch, automatisiert, trackbar.
20 Minuten war laut, billig, banal – aber erreichbar. Erreichte Zielgruppen, die andere längst verloren hatten.
Was jetzt kommt, ist kuratierter Konsum in Feed-Form. Und wer das nicht hinterfragt, sondern seine Paywall als „Demokratieschutz“ verkauft, spielt dasselbe Spiel – nur in moralisch schlauer Sprache.
Auch das fög der Uni Zürich hat nie von Qualität gesprochen – aber es hat 20 Minuten und Konsorten nie wirklich bekämpft. Im Gegenteil: Es hat das Spiel der Reichweite bereitwillig mitgespielt – als wäre Quantität schon ein Argument. So wurde das publizistische Niveau nicht nur abgesenkt – sondern der erlaubte Gedankenraum über Jahre hinweg abgesichert.
25 Jahre Infotainment – von SRF bis TX Group – haben das Netz nicht geöffnet, sondern kontrolliert, bespielt, zubetoniert.
Was versprochen war: Demokratisierung. Was geliefert wurde: Feedsteuerung.
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Mir wurde das berühmte 6. Axiom von Paul Watzlawick wurde mir als junger Student noch als die Unterscheidung von “Wandel 1. und 2. Ordnung” vorgestellt. Ich finde es aber zugänglicher, wenn die Unterscheidung mit ((Wandel)Wechsel) beschreiben wird…
Watzlawick selbst nutzte dieses Jahre später in seinem zweiten und letzten akademischen Text “Lösungen” nachgeschobene Axiom als Watzlawitz: Wenn Problemlösungen das Problem selbst sind.
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#Kulturindustrie nach Horkheimer/Adorno 1974 | Gelebter #NeoLiberalismus in @graubunden, lange vor #TheGreatReset 2025 | AUF UND @DAVOS
Shortlinks: Titelbild: Dr. Kaspar Howald, Projektleiter @graubünden cultura: “Ist Kultur der Schnee von morgen?” (pdf) | The Great Reset 2025 | Explizit: „Systemrelevant“ bedeutet im Neoliberalismus nicht #Grundversorgung, sondern “Hebelwirkung im Standort- und Wirtschaftssystem”. Wenn der Staat den Staat privatisiert, tut dies seit den 1990iger Jahren besser als der Kanton Graubünden über die Marke @Graubünden: Wettbewerb und Geschichte :-/
wenn es mir ums SENDEN gehen würde, machte ich alles falsch.
wenn es mir ums EMPFANGEN WERDEN gehen würde, machte ich alles anders.
wenn es mir ums FINDEN gehen würde, würde ich suchen.
wenn es mir ums GEWINNEN gehen würde, hielte ich mich an expertisen.
In der Kulturform der Moderne (≠) hatte Kunst/Kultur mindestens (und ohne Prof. Dr. mult. #BazonBrock bemühen zu müssen) die Funktion:
Differenzen sichtbar machen
Unterscheidungen erzeugen, die nicht anschlussfähig sein müssen
“Kultur ist das neue Schnee”: Hier übernimmt Kultur exakt die Funktion, die Schnee im Tourismus hatte: – planbar machen, was kontingent ist – Frequenz erzeugen – Infrastruktur auslasten – Differenz vermarkten
Arbeitsthese
Ausgangspunkt: semantische Verschiebung ((Selbstversorgung)Mangel) → Bergregion wird als defizitär beschrieben
Anordnung Die lokale Ordnung (Subsistenz, Eigenlogik) wird als „unzureichend“ markiert. → externe Steuerungsangebote (Markt, Programme) werden anschlussfähig
Zugang Was zuvor Commons war (Land, Wissen, Praktiken), wird neu codiert als Ressource. → Zugriff erfolgt über Investition, Angebot, Nachfrage
Legitimation „Mangelwirtschaft“ liefert die Begründung. → Eingriffe erscheinen als Entwicklung, nicht als Umbau
Durchsetzung Kein Zwang nötig. → die Region übernimmt die Fremdbeschreibung („wir brauchen Tourismus“)
These zugespitzt:
Die Identitätskrise ist nicht Nebenfolge, sondern Voraussetzung.
Erst die Abwertung von ((eigenständig)genügend) zu ((defizitär)abhängig) macht die Unterscheidung ((Staat)Markt) überhaupt wirksam.
Was gelingt dabei?
Entkopplung Region verliert eigene Referenzpunkte → misst sich an externer Nachfrage
Re-Spezialisierung Neue Funktion: Erholungsraum, Erlebnisraum → therapeutisch, touristisch
Nicht Tourismus löst die Identitätskrise. Die Identitätskrise ermöglicht Tourismus als Struktur.
Unbelegte Zuspitzung:
Die Unterscheidung ((Staat)Markt) fungiert hier als narrative Technik, um einen Umbau zu legitimieren, der faktisch eine neue Abhängigkeit organisiert.
WORAN KÖNNTE ICH ZEIGEN, DASS BEI UNSEREN SOZIALARBEITERISCHEN INTERVENTIONEN ICH NICHT IN DIESE FALLE TAPPE?
Aktuelle Fallbeispiele besprochen von #chatGPT:
Ich tausche nicht einfach einen Kopf aus. Ich verschiebe die Zeitachse des Denkmals. Vor uns steht dann nicht mehr der alte Mann als geronnene Lebensleistung, sondern der junge Caspar Decurtins als offener Anfang. Genau darin liegt der Unterschied. Das Denkmal soll nicht noch besser konsumierbar, erklärbar oder touristisch verwertbar werden. Es soll wieder eine Frage aufwerfen. Nicht: Schau her, so war es. Sondern: Wie konnte das geschehen? Was hat da begonnen? Und was davon ist bis heute nicht erledigt?
Auch in Sogn Valentin geht es uns gerade nicht darum, sakrales Erbe attraktiver zu präsentieren oder touristisch besser anschlussfähig zu machen. Der Unterschied liegt im Zugriff. Während die übliche Logik auf kuratieren, konservieren und präsentieren zielt, setzen wir mit „Regurdar — Commemorar — Renovar“ an einer anderen Stelle an: Wir fragen, welche konkrete Antwort auf die soziale Frage hier einst Gestalt angenommen hat, warum sie heute nicht mehr trägt und was unter heutigen Bedingungen neu entstehen könnte. Die Kapelle, der Flügelaltar und die Statuette werden so nicht zu verwertbaren Objekten, sondern zu einem Resonanzraum. Nicht Musealisieren ist das Ziel, sondern das Öffnen eines Denk- und Handlungsraums, in dem aus Erinnerung, Bruch und neuer Möglichkeit wieder etwas Gemeinsames werden kann.
Hier nun ganz anders: Bei #cuflons geht es nicht darum, einen vorhandenen sakralen oder historischen Ort vor der touristischen Verwertung zu bewahren, sondern darum, von Anfang an eine andere Logik zu setzen. Schon im Entwurf ist die Brücke nicht als fertiges Objekt, Monument oder Attraktion gedacht, sondern als Wirt für lebende Materialien, als Struktur im Stoffwechsel, die wächst, zerfällt, mineralisiert und sich erneuert. Genau darin liegt der Unterschied. Was hier entsteht, soll nicht vor allem bestaunt, konsumiert oder als spektakuläres Bild vermarktet werden, sondern einen Prozess sichtbar machen, in dem Werden und Vergehen zusammengehören. Die Brücke wäre dann nicht einfach Infrastruktur und auch nicht bloss Event, sondern ein Resonanzraum für eine andere Vorstellung von Form: nicht Dauer um jeden Preis, sondern sichtbare Regeneration unter realen Bedingungen.
Hier noch einmal anders. Der #AutarkieIndex will Kultur gerade nicht zur Ressource für Aufmerksamkeit, Tourismus oder Standortmarketing machen. Im Gegenteil: Kultur, Sinn und Ästhetik erscheinen hier als eines von sechs Handlungsfeldern neben Bedürfnissen, Legitimation, Raum, Commons und Wissen. Sie stehen also nicht über den anderen, sondern mitten in einer Frage nach Versorgungsfähigkeit, Transparenz und gemeinsamer Handlungsfähigkeit. Genau darum bedeutet Autarkie in diesem Zugriff nicht Abschottung, sondern Gestaltungsfähigkeit. Kultur ist hier weder Schmuck noch Lockmittel, sondern Teil der sozialen Infrastruktur selbst: Rituale geben Halt in Umbrüchen, Feste und Alltagsästhetik stiften Zusammenhang, und Schönheit entsteht gemeinschaftlich statt verordnet. Wenn das gelingt, dann ist Kultur nicht das neue Schnee, sondern ein Moment jener gemeinsamen Form, in der ein Tal unter neuen Bedingungen überhaupt wieder handlungsfähig werden kann.
Hier kippt es noch einmal klarer. Q102014.xyz will gar nichts „zeigen“, nichts „anziehen“, nichts „verwerten“. Es arbeitet an der Form selbst. Wenn sich – wie auf Seite 1 formuliert – das dominante Kommunikationsmedium verschiebt, dann geht es nicht mehr um bessere Inhalte oder klügere Vermittlung, sondern um eine andere Möglichkeit von Sozialität überhaupt.
Darum ist auch der „Stinkefinger“ zentral. Blockchain erscheint hier nicht als Produkt, Markt oder Anwendung, sondern als kurzer Moment, in dem sichtbar wurde, dass Verbindlichkeit anders organisiert werden kann. Nicht Vertrauen, nicht Institution, sondern Protokoll. Nicht Vermittlung, sondern Operation.
Genau dort liegt der Unterschied zum Tourismus. Tourismus braucht Bilder, Narrative, Attraktionen. Q102014.xyz zerlegt genau diese Logik. Es verschiebt den Fokus von ((Inhalt)Vermittlung) zu ((Form)Möglichkeitsraum). Es fragt nicht, was gezeigt wird, sondern was überhaupt möglich wird, wenn Kommunikation sich anders organisiert.
Oder noch kürzer: Hier wird nichts zur Ressource gemacht. Hier wird die Idee von Ressource selbst unbrauchbar.
– macht Unverfügbares planbar – übersetzt Sinn in Frequenz – organisiert Wahrnehmung als Angebot – braucht Bilder, Narrative, Attraktionen – operiert über ((Ressource)Verwertung) – Ziel: Bewegung erzeugen
Deine Eingriffe (Decurtins, Sogn Valentin, cuflons) ((Stabilität)Kontingenz)
– machen Festes wieder unsicher – verschieben Zeit (Anfang statt Ende) – öffnen Erzählungen statt sie zu schliessen – entziehen sich der Verwertbarkeit – operieren über ((Erzählung)Frage) – Ziel: Anschlussfähigkeit von Denken
Q102014.xyz ((Form)Möglichkeitsraum)
– greift nicht Inhalte an, sondern Form – verschiebt nicht Objekte, sondern Bedingungen – ersetzt Vermittlung durch Operation – entzieht sich vollständig der Ressourcencodierung – operiert über ((Protokoll)Verbindlichkeit) – Ziel: neue Möglichkeiten von Sozialität
Referenz: – „Form der Kommunikation … Raum der Möglichkeiten des Sozialen“ (S.1) – „Trust becomes operational … distributed verification“ (S.2)
Kernunterschied (eine Linie):
Tourismus → macht Welt verfügbar
Deine Arbeiten → machen Welt wieder fraglich
Q102014.xyz → verändert, was „Welt“ überhaupt heissen kann
Unbelegte Zuspitzung:
Tourismus verwaltet Möglichkeiten. Du öffnest Möglichkeiten. Q102014.xyz verschiebt die Möglichkeit von Möglichkeit.
Teilweise ja. Ich folge deiner Logik. Aber nicht alles daran ist belastbar.
Korrekturpunkte:
Tourismus Du setzt ihn zu homogen. Nicht jede kulturelle Praxis im Tourismus ist reine Verwertungslogik. Es gibt Überschneidungen: Irritation kann auch touristisch funktionieren.
Deine Eingriffe Sie sind nicht automatisch ausserhalb der Logik. Sobald sie wahrgenommen, geteilt oder „besucht“ werden, können sie wieder in Frequenz übersetzt werden. → Gefahr: Re-Integration
Q102014.xyz Hier bist du am stärksten – aber auch am riskantesten. „Form verschieben“ bleibt abstrakt, solange keine konkrete Praxis stabil läuft. Die Passage zu „Supply“ ist entscheidend: Wenn das nicht operational wird, bleibt es These.
Kernkritik:
Dein Muster stimmt als Unterscheidung, aber nicht als Garantie.
Präziser Satz:
Du bist nicht ausserhalb der Logik, sondern arbeitest an ihren Bruchstellen.
feedback by #chatGPT ;-)
Die Frage ist nicht: “Warum?” - Die Frage ist: “Warum nicht?“
Über die Funktion von #Tourismus im Umbau des Staates durch den Staat selbst.
𝗪𝗶𝗲 𝘀𝗲𝗵𝗿 𝘃𝗲𝗿𝗯𝗲𝘀𝘀𝗲𝗿𝘁 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗿 𝗪𝗲𝗴 𝗱𝗶𝗲 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻𝘀𝗾𝘂𝗮𝗹𝗶𝘁ä𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻, 𝗱𝗶𝗲 𝗵𝗶𝗲𝗿 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻, 𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗶𝗵𝗿𝗲 𝗞𝗶𝗻𝗱𝗲𝗿 𝗴𝗿𝗼𝘀𝘀𝘇𝗶𝗲𝗵𝗲𝗻? — richtige frage. aber wie auch immer die antwort sein wird: tourismus ist ganz sicher nicht teil von lösung. am kanton Graubünden Ferien könnte sehr gut historisch und faktenbelegt gezeigt werden, welche “funktion” #tourismus unter den bedingungen von #TheGreatReset hat. naiv tun, ist schon lange keine option mehr ;-) dissent.is/DigitalShapers
@NZZ notiert unter den Bericht: “Diese Reportage wurde möglich durch die Unterstützung von Graubünden Ferien.” | ACHTUNG: M/ein Blog ist m/ein Kartenraum und k/eine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.
Architektur? Der Bock als Gärtner in der Sakrallandschaft (so?)
Letzte Chance: Warnung von @graubünden & @NZZ an die seit 500 Jahren sterbenden Bergdörfern entlang der Rheinquelle… (27. Februar 2026)
Wenn der Staat den Staat privatisiert und alle haben nicht nur von allem nichts gewusst, sondern haben sich solidarisch engagiert. (so?)
Seit der Gründung im Jahr 2005 begeht Origen den Neujahrstag mit einem kleinen Fest. Die Ansprache des Präsidenten des Fördervereins Pro Origen, Andrea Hämmerle, 80 Jahre alt und Politiker der Sozialdemokratien:
Origen ist ja wirklich eine unglaublich spannende Institution. Sie weigert sich hartnäckig und mit Erfolg, katalogisiert und schubladisiert zu werden. Natürlich ist Kultur Origens Kernkompetenz und Kerngeschäft. Doch Origens Kulturverständnis ist umfassend. Neben Sprechtheater, Tanz, Konzert und Commedia gehören auch Architektur, Design, Gastronomie, Confiserie, Hotellerie und Ökonomie dazu. Origen sprengt inhaltlich alle konventionellen Grenzen. Darum halten wir mit unseren Projekten und Gesuchen nicht nur ein Amt auf Trab, sondern viele: das Amt für Kultur, das Amt für Raumentwicklung, das Amt für Wirtschaft, das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation, das Amt für Migration, das Tiefbauamt, die Kantonspolizei. Das ist anstrengend – sowohl für Origen wie auch für die betroffenen Ämter. Hinzu kommt der stetige Wandel, in welchem sich Origen befindet.”
Ohne Sozialdemokratie kein Neoliberalismus. (so?)
Der Neoliberalismus entsteht nicht gegen, sondern auf der Basis des sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaates.
Er übernimmt dessen Infrastruktur (Staat, Recht, Verwaltung, Bildung, Sicherheit) und dreht lediglich die Steuerungslogik um: von Umverteilung zu Marktsteuerung.
Sozialdemokratie schafft die stabilen Verhältnisse, in denen Märkte erst als „natürliche Ordnung“ inszeniert werden können.
Der Neoliberalismus lebt davon, dass er das Soziale nicht zerstört, sondern funktionalisiert: Absicherung wird zur Standortpolitik, Solidarität zur Investition, Bildung zur Humankapitalpflege.
Ohne den sozialdemokratisch aufgebauten Sozialstaat gäbe es keine Plattform, auf der neoliberale Marktlogik so reibungslos operieren könnte.
Die Klage „wir halten die Ämter auf Trab“ verrät eine implizite Hierarchie:
hier: die kreative Ausnahme, das Genie, das „sprengt“
dort: die Verwaltung, das Träge, das zu überwinden ist
Dabei ist genau dieses „auf Trab halten“ das Wesen öffentlicher Kulturarbeit. Ämter existieren nicht, um Ruhe zu haben, sondern um mit gesellschaftlicher Komplexität umzugehen. Wenn Kultur wirklich umfassend gedacht wird – wie Hämmerle es ja beansprucht –, dann ist Reibung kein Unfall, sondern der Normalfall.
Die Pose der Anstrengung kippt ins Elitäre: „Wir sind so viel weiter als ihr, dass wir euch überfordern.“
Das ist kein Widerstand gegen Neoliberalismus, sondern dessen ästhetisierte Form:
Das Projekt als Marke
Die Ausnahme als Legitimation
Die Verwaltung als lästiger Unterbau
Genau hier liegt der blinde Fleck einer ganzen Generation von Kulturmachern: Sie verwechseln institutionelle Reibung mit persönlicher Zumutung – und übersehen, dass gerade diese Reibung der Ort des Politischen ist.
Fragmentierte, implizite Standort- und Tourismusvermarktung, ohne klare kantonale Mandatierung
ca. 2000–2003
Verdichtung, Markenidee „Graubünden“ entsteht
2005
Marke messbar, bekannt, aber organisatorisch ungeklärt
2006–2007
Explizite Mandatierung, Neuordnung, Trägerschaft bei GRF
AUSGANGSLAGE 1990ER – Zersplitterung: 90+ lokale Tourismusorganisationen – Jede Gemeinde, jedes Tal macht „sein Marketing“ – Hoher Stolz, geringe Wirkung – Kein kantonales Durchgriffsmandat
Gleichzeitig publiziert ETH Studio Basel 2006 Metropolitan Switzerland: Die Alpen als Brache ;-)
du bist künstlerin? künstler? und verdienst fast kein geld?
ich habe eine super attraktive idee — eigentlich ein businessplan! — für dich.
die tourismusorganisationen im ganzen alpenraum sind in nackter panik: - der permafrost - die geschmolzenen gletscher - die einstürzenden alpen - es gibt immer weniger schnee.
ohne schnee — keinen tourismus.
ohne tourismus hat der gesamte alpenraum keine berechtigungen mehr. in der schweiz hat das ETH studio basel 2006 die schweiz als stadt porträtiert und vorgeschlagen, die kleinstadt schweiz in regionen aufzuteilen: - metropolen - städtenetze - stille zonen - alpine resorts - alpine brachen
die idee ist keineswegs gescheitert. ganz im gegenteil. wer sich nicht der verwendbarkeit, der nützlichkeit, der konsumierbarkeit zugänglich macht, hat keine berechtigung. keine.
der staat selbst, forciert die idee. in der schweiz macht dies der kanton graubünden vorbildlich. du weisst. graubünden ist dort, wo davos ist. #TheGreatReset, welcher das WEF in büchern hemmungslos und alternativlos beschreibt, wird nirgends auf der welt so konsequent umgesetzt wie im kanton graubünden.
und hier kommst du ins spiel!
graubünden ist in 17 regionen — sie nennen es “destinationen” — aufgeteilt. völlig anders als die politischen regionen. aber du weisst ja: nationalstaat, demokratie, trallalla… alles quatsch: es gibt geopolitische grossregionen und blackrock und #TechnoFeudalism säen interstellar und ernten dort, wo sie nicht einmal haben pflügen müssen.
um beim beispiel graubünden zu bleiben: du hast in unserem kanton 17 adressen, wo du dich ganz direkt mit eMail und telefon an den exekutiven CEO wenden kannst. du musst ihm — oft sind es frauen! — nicht einmal deine bewerbungsmappe zeigen. nix. nur:
erzähl ihm — dem ceo! — dass du schon als kind in seiner region warst. dass du hier skifahren gelernt hast. dass du hier zum ersten mal verliebt hast. in einen geissenhirten. in ein mädchen mit wilden haaren. dass du jede nacht von den bergen träumst und schon immer einmal das neblige berlin hast verlassen wollen und die urchige schweiz — fondue, schokoloade du weisst schon! — geniessen wolltest und dass du sogar in onlinekursen rätoromanisch gelernt hast… ein bisschen. du kannst immerhin “guten tag” sagen. und “ich liebe dich”. und das sogar in der region des von dir ausgewählten ceo’s. zeig diese karte #chatGPT damit du das richtig idiom lernst!
wenn es keinen schnee mehr gibt, dann wird KULTUR DAS NEUE SCHNEE… dies bergbauern haben keine ahnung von der welt. die kennen vielleicht ihren giacometti, aber doch doch nicht joseph beuys: “jeder ist ein künstler”. die denken noch immer, dass kunst von können kommt.
während die alpenbauern im kirchenchor singen, in der blasmusik blasen, die frauengruppen das basteln von krippenfiguren pflegen, traditionelle tänzen üben, trachten nähen… kann der künstler und dozent für bildende kunst präzis diese kultur zu konsumierbaren produkten transformieren, welche unterschiedlichste usergruppen als publikum gewinnt. eine wundervolle win:win:win situation: die bergbauern freuen sich, dass menschen aus aller welt zu ihnen reisen und ihren käse essen wollen. die tourismusorganisation kann beweisen, dass ihre bergregion noch nicht geschlossen werden mussen und du bekommst geld für deine wertvolle, kreative, empathische kunst.
ist das nicht ganz wundervoll?
du erahnst. ganz so einfach wird es nicht sein. ganz ohne kontakte. aber du kennst ja jetzt mich.
und ich kenne alle im ganzen kanton. ich bin mit allen per DU. ich kann sogar: “bien di” sagen und weiss, wann die leute hier auf “buna sera” umstellen. ich bin total kompetent. ok. ich bin nicht ganz billig. aber…
ich sage dir: der kanton graubünden ist total am arsch und hat für deine überraschenden, provozierenden, faszinierenden idee geld ohne ende. melde dich dich jetzt! zögere nicht… (so?)
(ok. so machte ich es dann doch nicht ;-) aber so:
Im Anfang war die Natur. Dann kamen die Runen, die Rätoromanen, die Walser, die Mönche: Die Kultur. Alsbald kamm dann das Kataster. Das Kapital. Der TechnoFeudalismus…
Die erste von 14 Stationen von dissent.is/passadis? - Die Treppe vor der Klosterkirche: Der Übergang von ((Natur)Kultur)
Wenn für @graubunden Kultur das neue Schnee ist, dann möge dies die Grundlage sein, auf welcher das Elend des Professionlismus der “Kulturform der Moderne” ins Rutschen gerate. #LavinaNera in, dus, treis
WAS HAST DU EIGENTLICH GEGEN TOURISTEN? @sms2sms — gar nichts. ich habe etwas gegen professionell gemachten Tourismus…
WARUM MACHST DU DANN SO DUMME VIDEOS GEGEN UNS? - wer macht dumme videos? gegen wen? beispiel 1 (heiratsantrag), 2 (sex) oder 3 (im bett mit dem bike) oder den neusten: “doppeldeutig denken” … soll ich weitere beispiele verlinken?
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Arbeit am Jahreskreislauf der Kulturform des AlpinBarocks… wobei mir der Chor den Takt vorgibt und das Kloster den Resonanzkörper bildet… (so?)