Was meinst du eigentlich, wenn du #Commons sagst? | sprint woche 46/2026: dissent.is/FuornAviert | @bkstuttgart
Ziel dieses Eintrages ist es, eine Einführung in #Commons zu schreiben. WORK IN PROGRESS
sprint week 46/2026: was meinst du, wenn du #commons sagst?

Anlass: abk-stuttgart.de | Fallstudie: dissent.is/FuornAviert | Wie an #Caschlatsch gearbeitet wurde — bei welcher Petrus das Management leitete, war ein Highligt hier vor Ort, den Fund eines Schlüssels auf dem Baugrund… Das soll mir zum Anlass werden, den jungen Studierenden die Idee der #Commons zu erschliessen (so?)

Es ist für den Sozialarbeiter — einen Arbeiter am Sozialen — eine willkommene Gelegenheit, jungen Studierenden der Architektur einen Schlüssel zu erfinden, welcher vielleicht das für unsere Zeit zum Geheimnis gewordenen #Commens zugänglich machen kann.
Und weil Studierenden aus Stuttgart angereist sind und dort unmittelbar neben der Weissenhofsiedlung arbeiten, wird es noch etwas einfacher. Zur Erinnerung:
- 1909 – Dresden-Hellerau: Gartenstadt, frühes sozialreformerisches Architekturprojekt.
- 1919 – Weimar: Gründung des Bauhauses durch Walter Gropius.
- 1926 – Dessau: Umzug und Eröffnung des berühmten Bauhausgebäudes.
- 1927 – Stuttgart: Weissenhofsiedlung mit Mies van der Rohe, Gropius und Le Corbusier.
«Das Problem der Neuen Wohnung ist im Grunde ein geistiges Problem.»
Ludwig Mies van der Rohe (1927)
Übrigens:
- 1927: Bauhaus! Bau Haus!
- 2027: Do Architecture! #Venezia2027
99 Jahre später würde ich nun gerne an den Satz von Ludwig anschliessen uns sagen:
«Das Problem des Raumes ist im Grunde die Frage, wie Menschen die Bedingungen ihres Zusammenlebens gestalten.»
/sms ;-)
Weil unsere Zeiten ähnlich durchgeknallt sind, wie jene der Zeit von Bauhaus und die fürchterliche Chance gross ist, dass die jungen Studierenden aus Stuttgart ihr Studium nicht beenden weden können, weil sich wiederum Wirtschaft, Universität und Politik entschieden hat, dass es wiederum nötig sei, sich digital — eindeutig! — zwischen ((FREUND)FEIND) zu unterscheiden, scheint es mir sinnvoll, mit dem Anfang zu beginnen:
Offenbar gibt es keine Grundlagen, keine Übereinkünfte, keine Wertebasis mehr, auf welche sich Menschen verlassen können. Der Durcheinander ist total. Was immerhin ermöglicht, dass alles was anders möglich wäre, tatsächlich auch anders gemacht werden kann.
Junge Menschen gehen auf die Strasse und demonstrieren. Die Einen nennen sich Links, die anderen Rechts. Den zerstörten Strassenzügen, siehst du den entflohnen Geist nicht an:
Was meinst du eigentlich, wenn du “Raum” sagst?
- Die Landschaft: Gelände, Natur, gebaute Umgebung.
- Dein Körper, meiner auch: Wahrnehmung, Bewegung, sinnliche Erfahrung, Grenzen.
- Die Sprache (−): Unterscheiden, Benennen, Verständigen.
- Die Schrift (+): Festhalten, Überliefern, Verbindlichmachen.
- Der Buchdruck (≠): Vervielfältigen, Verbreiten, öffentlich Widersprechen.
- Der Computer (#): Vernetzen, Berechnen, Koordinieren.
- Die Kommunikation: Das Anschliessen von Kommunikation an Kommunikation, wodurch soziale Verhältnisse entstehen, stabilisiert und verändert werden.
- Die Kultur: Das, was Menschen und Gruppen von Menschen als «normal» erscheint.
- Die Kulturform: Die Fixierung von Unterscheidungen durch Kommunikationsweisen, Institutionen, Organisationen, Strukturen und Verfahren. In der Kulturform der Moderne können solche Fixierungen durch Gesetze normiert und durch Behörden, Gerichte, Polizei und Militär durchgesetzt werden.
- Der Krieg: Professionelle Gewalt – mit Zielen, Strategien und Budgets.



Who invented #Commons?
- No idea.
Who made them invisible is easier to investigate: a modernity that treats its own distinctions as if there were no alternatives.
- ((Left)Right)
- ((Socialism)Liberalism)
- ((State)Market)
The Ultramontanists of the Union de Fribourg sought a “Third Way”. #LavinaNera reminds us that other ways existed long before. #PlanD asks how we can reconfigure their possibilities under new conditions.
Wer hat #Commons erfunden?
- Keine Ahnung.
Wer sie unsichtbar gemacht hat, lässt sich genauer untersuchen: eine Moderne, die ihre eigenen Unterscheidungen für alternativlos hält.
- ((Links)Rechts)
- ((Sozialismus)Liberalismus)
- ((Staat)Markt).
Die Ultramontanen der Union de Fribourg suchten einen «Dritten Weg». #LavinaNera erinnert daran, dass es schon vorher andere Wege gab. #PlanD fragt, wie wir deren Möglichkeiten unter neuen Bedingungen konstellieren.

Why Blockchain Is a Next Infrastructure for Alpinbarock Commons
am Beispiel der Arbeit an einem Neubau von einem Gemeinschaftsbackofens (auf der Höhe der Zeit) im Museumquartier Disla in Disentis/Mustér | dissent.is/FuornAviert | #PlanD
Unser Gedankengang ist nicht:
- Wir hatten früher Commons. (Annette Kehnel)
- Jetzt gibt es Blockchain.
- Blockchain löst das Problem.
Sondern:
- Alpinbarocke Commons funktionierten bereits ohne die moderne Alternative ((Staat)Markt): Allmenden, Genossenschaften, Gemeinschaftswerke, gemeinsam verwaltete Ressourcen, lokal ausgehandelte Regeln.
- Ihre Infrastruktur bestand aber aus Nähe, Wiederholung, Bekanntschaft, Reputation, Ritual, Erinnerung, Versammlung und gemeinsam kontrollierbaren Verpflichtungen.
- Unter veränderten Kommunikationsbedingungen können genau diese sozialen Mechanismen nicht einfach kopiert werden.
- Die Frage von #PlanD lautet deshalb: Welche Infrastruktur erlaubt es, solche Formen neu zu konstellieren?
- Hier wird Blockchain interessant: nicht als Bitcoin, Spekulation oder «Web3», sondern als technische Möglichkeit, Regeln, Beiträge, Ansprüche, Zugänge, Eigentum beziehungsweise Nutzung und Entscheidungen gemeinsam nachvollziehbar zu machen, ohne zwingend eine zentrale Instanz einzusetzen.


Bedürfnis ↔ #Commons ↔ #Pooling ↔ #Commoning
Der Begriff #Commons ist uralt und bezeichnete all das, was als Gemeinsames anerkannt wurde:
- Wasser. Wald. Weide. Wege. Schutz. Wissen. Arbeit. Infrastruktur.
Konkret: Etwas wird von allen gebraucht, etwas ist notwendig, unumgehbar — ein Bedürfnis, kein Wunsch — und deshalb als etwas Gemeinsames anerkannt und gemeinsam verfügbar gehalten.
Zur Erfüllung eines gemeinsamen Bedürfnisses — eines Commons — finden Ressourcen, Fähigkeiten, Wissen oder Arbeit zusammen. Nennen wir das #Pooling.
Bloss: Wie wird dieses Gemeinsame organisiert? Wer ist teilhabend? Wer ist teilgebend? Wer erhält Zugang? Wer entscheidet? Welche Regeln gelten? Wie werden sie legitimiert, durchgesetzt und verändert?
Nennen wir diese Arbeit am Sozialen #Commoning.
Bedürfnis ↔ #Guiding Question ↔ #Pooling ↔ #Commoning


Literatur & Links
- Bollier, David (2014): Think Like a Commoner. A Short Introduction to the Life of the Commons. Gabriola Island: New Society Publishers.
https://thinklikeacommoner.com/first-edition/ - Bollier, David / Helfrich, Silke (Hg.) (2012): The Wealth of the Commons. A World Beyond Market and State. Amherst: Levellers Press.
https://wealthofthecommons.org/ - Helfrich, Silke / Bollier, David (Hg.) (2015): Patterns of Commoning. Amherst: Off the Common Press.
https://patternsofcommoning.org/ - Helfrich, Silke / Bollier, David (2019): Frei, fair und lebendig. Die Macht der Commons. Bielefeld: transcript.
https://doi.org/10.1515/9783839445303 - Hersche, Peter (2006): Musse und Verschwendung. Europäische Gesellschaft und Kultur im Barockzeitalter. 2 Bände. Freiburg/Basel/Wien: Herder.
https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/50205-musse-und-verschwendung-ebook-pdf/ - Hersche, Peter (2011): Gelassenheit und Lebensfreude. Was wir vom Barock lernen können. Freiburg/Basel/Wien: Herder.
https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/43648-gelassenheit-und-lebensfreude-ebook-epub/ - Hersche, Peter (2013): Agrarische Religiosität. Landbevölkerung und traditioneller Katholizismus in der voralpinen Schweiz 1945–1960. Baden: Hier und Jetzt.
https://www.hierundjetzt.ch/de/catalogue/agrarische-religiositat_13000541/ - Hersche, Peter (2021): Kirchen als Gemeinschaftswerk. Zu den wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen frühneuzeitlichen Sakralbaus. Basel/Berlin: Schwabe.
https://doi.org/10.24894/978–3‑7965–4507‑8 - Hersche, Peter (2023): Katholizismus – schon immer nachhaltiger? Eine historische Spurensuche. München: oekom.
https://www.amazon.de/dp/B0BVWC68GP - Kehnel, Annette (2021): Wir konnten auch anders. Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit. München: Karl Blessing Verlag.
https://www.penguin.de/buecher/annette-kehnel-wir-konnten-auch-anders/buch/9783896676795 - Linebaugh, Peter (2014): Stop, Thief! The Commons, Enclosures, and Resistance. Oakland: PM Press.
https://pmpress.org/index.php?l=product_detail&p=568 - Ostrom, Elinor (1990): Governing the Commons. The Evolution of Institutions for Collective Action. Cambridge: Cambridge University Press.
https://www.cambridge.org/core/books/governing-the-commons/7AB7AE11BADA84409C34815CC288CD79 - Ostrom, Elinor (1999): Die Verfassung der Allmende. Jenseits von Staat und Markt. Tübingen: Mohr Siebeck.
https://www.mohrsiebeck.com/buch/die-verfassung-der-allmende-9783161654022/ - Ostrom, Elinor (2005): Understanding Institutional Diversity. Princeton: Princeton University Press.
https://press.princeton.edu/books/paperback/9780691122380/understanding-institutional-diversity - Piazzi, Tina / Seydel, Stefan M. (2010): Die Form der Unruhe. Band 2: Die Praxis. Vom Buchdruck zum Computer. Handlungsprinzipien zum Umgang mit Informationen auf der Höhe der Zeit. Hamburg: Junius. https://dissent.is/wp-content/uploads/sites/2/2020/11/dfdu_Band_2.pdf
- Schläppi, Daniel (2017): Die Eid-Genossenschaft. In: NZZ Geschichte 9, S. 92–102.
https://drive.google.com/file/d/1ueoK7ZRu1js-qBgfKFYvxNjqnnSE50pB/view?usp=drive_link - Schläppi, Daniel (2018a): Einleitung. In: Schläppi, Daniel / Gruber, Malte-Christian (Hg.): Von der Allmende zur Share Economy. Gemeinbesitz und kollektive Ressourcen in historischer und rechtlicher Perspektive. Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag, S. 9–70.
https://drive.google.com/file/d/1dg-QipfKX-wCEVj2aH7Q-ukwjl3y84W1/view?usp=drive_link - Schläppi, Daniel (2018b): Gastmähler, Geschenke, Gehässigkeiten und Gemeinschaftshandeln. Einblicke in den Verwaltungsalltag des Zuger Stadtrats vor 1800. In: Hoppe, Peter / Schläppi, Daniel / Büsser, Nathalie / Meier, Thomas (Hg.): Universum Kleinstadt. Die Stadt Zug und ihre Untertanen im Spiegel der Protokolle von Stadtrat und Gemeinde (1471–1798). Zürich: Chronos, S. 119–161.
https://www.chronos-verlag.ch/node/26506 - Schläppi, Daniel (2018c): Die Ökonomie des Gemeinwesens. Auskömmliche Haushalte als ökonomisches Fundament und sozialer Kern der Gemeinwirtschaft. In: Hoppe, Peter / Schläppi, Daniel / Büsser, Nathalie / Meier, Thomas (Hg.): Universum Kleinstadt. Die Stadt Zug und ihre Untertanen im Spiegel der Protokolle von Stadtrat und Gemeinde (1471–1798). Zürich: Chronos, S. 61–85.
https://drive.google.com/file/d/18Rm7eO0NhU4rDep2_m-cJNKuM-qgG0ps/view?usp=drive_link - Schläppi, Daniel (2018d): Te Deum laudamus! Die Kirchenpflege als kräftezehrendes Gezerre mit Kirchenvolk und Klerus. In: Hoppe, Peter / Schläppi, Daniel / Büsser, Nathalie / Meier, Thomas (Hg.): Universum Kleinstadt. Die Stadt Zug und ihre Untertanen im Spiegel der Protokolle von Stadtrat und Gemeinde (1471–1798). Zürich: Chronos, S. 277–305.
https://drive.google.com/file/d/1mCyTs_xIGB7I-FfDJ6YAjWLsLpZENQQa/view?usp=drive_link - Schläppi, Daniel (2019): Konzeptionelle Überlegungen zu einem universellen Paradigma anhand der Commons in der frühneuzeitlichen Schweiz. In: Histoire des Alpes – Storia delle Alpi – Geschichte der Alpen 24: Kollektive Weiden und Wälder. Ökonomie, Partizipation, Nachhaltigkeit, S. 215–235.
https://drive.google.com/file/d/13HnPxhtmull0MySI8I9J97Te_KrVyfp8/view?usp=drive_link - Schläppi, Daniel / Gruber, Malte-Christian (Hg.) (2018): Von der Allmende zur Share Economy. Gemeinbesitz und kollektive Ressourcen in historischer und rechtlicher Perspektive. Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag.
https://doi.org/10.35998/9783830529934
«unser täglich Brot gib uns heute»
Bedürfnis
→ Was brauchen wir?#Commons
→ Was davon geht uns gemeinsam an?#Pooling
→ Was bringen wir dafür zusammen?#Commoning
→ Was müssen wir miteinander immer wieder tun?Und die Pointe liegt im «heute»:
→ Commoning ist nie erledigt. Morgen muss wieder Brot gebacken werden.
In der Kulturform des Alpinbarock war das, was Gott einer Talgemeinschaft zum Leben aufgegeben hat, keine Frage der Mangelbewirtschaftung: Kein “Haus”, wie gross es auch sei, verfügte darüber allein.
/sms ;-)
Ist das ein erster Zugang? Bereit für eine nächste Runde?
Im Deutschen wird Commons gerne als Gemeingüter rückübersetzt:
- Gemeingüter sind Güter, die der «Gemeine» gehören und von ihr verwaltet werden.
Aber wer ist die «Gemeine»?
- Wir!
- Alle!
- Die Gemeinschaft!
Genau darin lagen Stärke und Schwäche der Commons.
In den Alpentälern war dieses «Wir» vergleichsweise einfach zu bestimmen. Die Täler waren dünn besiedelt. Man wusste, wer da war. Man wusste, was gebraucht wurde. Und man wusste, dass zu einem gelingenden Leben möglichst alles und alle beitragen mussten, die je nach Fähigkeit etwas beitragen konnten.
Wald, Wasser, Weiden, Alpen, Wege, Bewässerung, Schutzbauten, Wasserkanäle, Arbeit und Wissen wurden als etwas Gemeinsames behandelt. Alle hatten ihren Platz und ihre Aufgabe. Wie gottgegeben.
- Die einen waren stark.
- Die anderen flink.
- Die Nächsten clever.
- Andere waren einfach bloss da und hüteten Schafe.
- Oder gaben den Hühnern zur rechten Zeit Körner.
- Grossvater hütete noch die Kinder. Grossmutter hielt das Feuer am brennen.
Das «Wir» war ganz konkret erlebbar. Trotzdem:
Wer ist wir?
- Alle anderen nicht.
Wer sind alle?
- Alle anderen nicht.
Und wenn etwas niemandem gehört?
- Dann ganz bestimmt und ganz sicher nicht dir ;-)
Dieses Problem der Zugehörigkeit wurde von Gemeinschaften radikal bearbeitet, welche als radikale Kräfte der Reformation grossen Einfluss erreichten und dennoch — oder gerade darum! — aus “der alten Welt” in eine neue, vermeintlich kulturfreie, Welt nach Amerika flüchten mussten.
- Die Mennoniten fokussierten auf den Aspekt: Wir wollen Gewaltfreiheit.
- Die Amischen sagten: Wir wollen flache Hierarchien.
- Die Quäker sagten: Wir wollen die Anerkennung der Subjektivität.
- Die Hutterer sagten: Wir wollen radikale Gütergemeinschaft.
Sie experimentierten jenseits der dominant werdenden Ideen von Individualismus und Eigentum.
Sie experimentierten im Möglichketisraum des Sozialen.
- Mit Anordnung.
- Mit Zugang.
- Mit Legitimation.
- Mit Durchsetzung.
Commons waren damit für sie nie einfach bloss materielle «Güter», rival oder nicht rival — oder wie auch immer ökonomische Nobelpreistragende es luzide ausdifferenzierten.
Commons waren für diese radikalen Kräfte der Reformation eine ganz konkrete soziale Praxis. Es waren soziale Formen, in denen immer wieder neu ausgehandelt wurde — unter Befragungen des für alle gleich unerreichbaren Denkfigur Gottes, wer «wir» ist, wer dazugehört und wer nicht, was «gemeinsam» bedeutet und woran Teilgeben und Teilhaben erkannt werden können.
Du bis noch immer da? Ok… Ich auch… Weiter!
Diese Stärke der Commons ist nie verloren gegangen. Egal wie gewaltig der Einfluss der Unterscheidung von ((Staat)Macht) — ((Sozialismus)Lilberalismus) — ((Links)Rechts) geworden ist… Aber gegen einen Teil ihrer Schwäche haben neue technische Möglichkeiten sensationelle Hinweise und Praktiken einzug gehalten.
Wir nannten es Internetz.
Plötzlich können Zugehörigkeit, Zugang, Beiträge, Regeln, Entscheidungen und Wissen sehr viel genauer adressiert, sichtbar gemacht, verteilt und verändert werden.
Und es sind völlig neue Akteure dazugekommen.
Sagen und Märchen erzählen davon, dass Bären, Wölfe, Füchse oder Vögel Menschen das Leben gerettet haben. Heute arbeiten wir wie selbstverständlich auch mit Maschinen, Automaten und Computern zusammen. Systemtheorien und moderne Kommunikationswissenschaften haben dieses Problem längst elegant gelöst. Aber das würde das Thema noch einmal weit öffnen.
Leicht zugänglich bleibt: Genau deshalb bekamen #Commons zu Beginn dieses Jahrtausends mit den #CreativeCommons nochmals eine völlig neue Aktualität.
Copyright klingt auf Deutsch charmant: right! copy! Als ginge es um ein Recht zu kopieren. Tatsächlich bedeutete es zunächst ja ganz genau das Gegenteil:
- Das gehört mir.
- Du darfst es nicht einfach kopieren.
- Du darfst es nicht einfach verändern.
- Du darfst es nicht einfach weitergeben.
Die Kulturform der Moderne hatte gesiegt. Sie unterschied ((Ich)Gemeinschaft) und feierte diese Befreiung aus der Klebrigkeit des Soziales unter der Fahne der Freiheit.
Creative Commons drehten die Perspektive endlich wieder um.
- Du darfst es nutzen.
- Du darfst es kopieren.
- Du darfst es weitergeben.
- Du darfst es unter bestimmten Bedingungen verändern.
Sharing is caring.
Und damit beginnt auch der Begriff des «Gutes» endlich zu wackeln.
- Wenn ich ein Brot esse, kannst du dasselbe Brot nicht mehr essen.
- Wenn ich dir eine Idee gebe, habe ich sie danach noch immer.
Jetzt hast du sie auch.
Du kannst sie verändern, verbinden, weitergeben. Vielleicht kommt etwas zurück, das vorher weder du noch ich hatten. Unter den Bedingungen von Daten, Informationen und Wissen kann Teilen etwas vermehren, statt es aufzubrauchen.
Jetzt wirst du müde? Spannend. Denn…
… damit verändert sich ja noch sehr viel mehr:
Die Kulturform der Moderne hat sich daran gewöhnt, gesellschaftliche Fragen durch eine sehr helle Brille zu betrachten:
((Staat)Markt)
- Soll der Staat es machen?
- Oder soll es der Markt machen?
#Commons sind vor diesem Hintergrund eben gerade nicht die dritte Antwort neben Staat und Markt.
#Commons stellte schon sehr viel früher eine völlig andere Frage.
- Was brauchen wir?
- Was davon erkennen wir als etwas Gemeinsames an?
- Was soll gemeinsam verfügbar bleiben?
- Was poolen wir?
- Wie commonen wir?
- Wer ist teilgebend?
- Wer ist teilhabend?
- Wie organisieren wir Anordnung, Zugang, Legitimation und Durchsetzung?
Staat und Markt verschwinden damit nicht. Oder so ähnlich wenig wie der Papst unter der Diktatur der Kulturform der Moderne. Gott sei dank ;-)
Aber die Unterscheidung ((Links)Rechts) bestimmen nicht mehr die relevanten Fragen.
Und genau hier beginnt #PlanD.
- Nicht mit der Frage, wie wir historische Commons kopieren können.
- Nicht mit der Sehnsucht nach einer vergangenen Dorfgemeinschaft.
Sondern mit der Würdigung und Wertschätzung jahrhundertealter Erfahrungen der Arbeit am Sozialen — und mit der Frage, wie sie unter völlig neuen Bedingungen neu konstelliert werden können.
- Was brauchen wir für ein gelingendes Leben?
- Was davon ist Bedürfnis und nicht bloss Wunsch?
- Was erkennen wir als Commons an?
- Was können wir poolen?
- Wie wollen wir commonen?
- Und welche sozialen Formen entstehen daraus, wenn wir sie tatsächlich ausprobieren?
#PlanD sucht, findet, erfindet und testet solche Formen.
Ein aktuelles Projekt treibt diese Frage voran: dissent.is/FuornAviert

Bedenke:
Transparenz ist keine Partizipation.
- Transparenz ist eine Bedingung der Möglichkeit von Partizipation.
Intransparenz schliesst Partizipation nicht logisch aus.
- Intransparenz beschränkt aber, woran überhaupt partizipiert werden kann.
Wo relevante Informationen nicht gemeinsam zugänglich sind, kann sich Partizipation nur auf einen Ausschnitt beziehen.
| − Sprache | + Schrift | ≠ Buchdruck | # Computer | |
|---|---|---|---|---|
| Wer ist «wir / alle»? | konkret Anwesende | auch Abwesende und Vergangene | abstrakte Bevölkerung / Öffentlichkeit | adressierbare Beteiligte |
| Was ist gemeinsam? | Lebensnotwendiges | Rechte, Pflichten, Ressourcen | öffentliche Güter / Eigentum | Wissen, Daten, Fähigkeiten, Infrastruktur, Ressourcen |
| Wie wird organisiert? | erzählen, aushandeln, ritualisieren | schreiben, festhalten, zuordnen | repräsentieren, normieren, verwalten | verlinken, poolen, teilen, adressieren |
| soziale Form | Gemeine / Dorf / Gemeinwerk | Gemeinde / Genossenschaft / Allmende | Staat / Markt / Organisation | #Pooling / #Commoning / #Commons |
Danke für die Anfrage, eine kurze Einführung in #Commons zu machen.
Mein Name ist Stefan M. Seydel. Besser bekannt unter meinem Kürzel /sms ;-)
Ich bin zwar Baujahr 1965, aber eben doch schon ein echtes Kind des Internetz. Als Social Media dominant wurde, waren drei Zeichen zu wenig für einen Account. Also wählte ich @sms2sms.
Hannah Arendt hätte mein Handle sofort verstanden. Aber sie ist tot. Und du? — eben ;-)
Ich bin gelernter Hochbauzeichner. Ich habe für mehrer Einfamilienhäuser die Ausführungspläne erstellt und kleinere Baustellen geleitet, bevor ich Soziale Arbeit in St. Gallen studierte und meinen Master in Berlin bei Silvia Staub-Bernasconi geschrieben habe. Und so verstehe ich — das versteht sich nun von selbst — Soziale Arbeit als Arbeit am Sozialen. Seit 2011 bin ich mit Disentis/Mustér eng verbunden. Dies, nachdem ich in Berlin ein Internet-Startup an die Wand gefahren haben und dringend eine Job brauchte. Aber das wäre eine andere Geschichte.
Wenn ich nun erklären darf, was ich meine, wenn ich #Commons sage, muss ich als Kind der Kulturform der Moderne zunächst zeigen, was meine Axiome sind.
Denn mit der Moderne verschiebt sich die Form, in der Wissen Geltung beansprucht. Wahrheit kann nicht mehr einfach durch den Verweis auf eine letzte Autorität garantiert werden. Es gibt keinen Standpunkt ausserhalb aller Beobachtung, von dem aus endgültig entschieden werden könnte, wie die Welt wirklich ist.
Was bleibt, ist Kritik.
Damit Kritik möglich wird, müssen die Voraussetzungen sichtbar werden, von denen aus beobachtet, argumentiert und gehandelt wird. Genau deshalb lege ich meine Axiome offen: nicht als Wahrheiten, sondern als Setzungen, von denen aus meine Beobachtung beginnt und an denen sie kritisiert werden kann.
Welche Annahmen setze ich? Welche intentionale Frage stelle ich? Mit welchen Mitteln entwickle ich Antworten? Und was folgt daraus?
Wovon gehe ich also aus?
Ich gehe von drei Axiomen aus:
- Du kannst nicht nicht unterscheiden.
- Du kannst nicht nicht beobachten.
- Du kannst nicht nicht handeln.
Jetzt bin ich aber nicht Mathematiker, Physiker, Psychologe oder Mediziner. Auch nicht Architekt. Ich bin Sozialarbeiter.
Das erste Set von Axiomen unterscheidet mich davon noch nicht. Auch Mediziner, Physiker oder Architekten können nicht nicht unterscheiden, nicht nicht beobachten und nicht nicht handeln.
Darum brauche ich ein zweites Set von Axiomen. Es klärt, worauf ich meine Beobachtung richte, wenn ich von Sozialer Arbeit als Arbeit am Sozialen spreche.
Dafür nutze ich die Axiome aus #TheLuhmannMap:

https://dissent.is/theluhmannmap/
Die Map ermöglicht mir, «das Soziale» ganz präzis — digital, ((entweder)oder) — zu bestimmen.
Nicht als Sammelbegriff für alles, was “irgendwie mit Menschen” zu tun hat. Nicht als Mischung aus Psyche, Biologie, Technik und Gesellschaft. Sondern als eigene Adresse: #soc.
Damit wird «das Soziale» unterscheidbar, adressierbar und bearbeitbar. Und:
Dieses Soziale wird damit als “kontingent” beschreibbar und zeigbar.
Kontingent heisst: “Alles, was ist, könnte auch ganz anders sein.”
Das Soziale ist damit weder “naturgegeben” noch prinzipiell alternativlos. Das Soziale wird kommunikativ hervorgebracht, aufrechterhalten und verändert. Genau deshalb kann Soziale Arbeit ja auch am Sozialen arbeiten: Weil das Soziale nicht ist, wie es ist.
Damit stellt sich aber eine nächste Herausforderung: Wie soll denn das Soziale sein?
Dazu nutze ich die Axiome aus #TheStaubBernasconiMatrix:

dissent.is/thestaubbernasconimatrix/
Sie fragt nach vier Dimensionen, die über Jahrhunderte immer wieder zu Parametern sozialer Ordnung geworden sind:
- Anordnung
Ziel: möglichst wenig Über- und Unterordnung, möglichst viel Gleichrangigkeit. - Zugang
Ziel: möglichst wenig Ausschluss, möglichst breiter Zugang zu Ressourcen, Wissen, Räumen und Möglichkeiten. - Legitimation
Ziel: Macht muss begründbar, nachvollziehbar und kritisierbar sein. - Durchsetzung
Ziel: Macht darf nicht beliebig ausgeübt werden, sondern muss begrenzt, kontrollierbar und revidierbar bleiben.
Die Matrix beantwortet die Frage «Wie soll das Soziale sein?» nicht endgültig. Sie liefert aber vier Parameter, entlang derer soziale Formen beobachtet, kritisiert und bearbeitet werden können.

Das ganze Dokument als PDF (work in progress, 5. März 2026)

Archiv: Eintrag bis zum 25.09.2026
wer hat die commons erfunden?
- eins ist sicher. die liberalen waren es nicht.
ein beispiel?
- gerne: #copyright heisst bei den liberalen: es ist streng verboten zu kopieren.
copyright als recht zu kopieren?
- #schnappatmung? du wolltest ein beispiel… (so?)
Langsam: Mein Blog ist mein Kartenraum und keine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte. | This Blog in Englisch | هذه المدونة باللغة العربية | 这个博客是中文的 | Ce blog en français | Questo blog in italiano | Tgi èn ils inimis da la translaziun automatica? — Ils medems che #Wikipedia/#Wikidata han odià sco il diavel l’aua benedida.






























































































































































