What do you mean by #Commons?

Was meinst du eigentlich, wenn du #Com­mons sagst? | sprint woche 46/2026: dissent.is/FuornAviert | @bkstuttgart

Ziel dieses Ein­trages ist es, eine Ein­führung in #Com­mons zu schreiben. WORK IN PROGRESS

sprint week 46/2026: was meinst du, wenn du #commons sagst?

Anlass: abk-stuttgart.de | Fall­studie: dissent.is/FuornAviert | Wie an #Caschlatsch gear­beit­et wurde — bei welch­er Petrus das Man­age­ment leit­ete, war ein High­ligt hier vor Ort, den Fund eines Schlüs­sels auf dem Bau­grund… Das soll mir zum Anlass wer­den, den jun­gen Studieren­den die Idee der #Com­mons zu erschliessen (so?)

Es ist für den Sozialar­beit­er — einen Arbeit­er am Sozialen — eine willkommene Gele­gen­heit, jun­gen Studieren­den der Architek­tur einen Schlüs­sel zu erfind­en, welch­er vielle­icht das für unsere Zeit zum Geheim­nis gewor­de­nen #Com­mens zugänglich machen kann.

Und weil Studieren­den aus Stuttgart angereist sind und dort unmit­tel­bar neben der Weis­senhof­sied­lung arbeit­en, wird es noch etwas ein­fach­er. Zur Erin­nerung:

  • 1909 – Dres­den-Heller­au: Garten­stadt, früh­es sozial­re­formerisches Architek­tur­pro­jekt.
  • 1919 – Weimar: Grün­dung des Bauhaus­es durch Wal­ter Gropius.
  • 1926 – Dessau: Umzug und Eröff­nung des berühmten Bauhaus­ge­bäudes.
  • 1927 – Stuttgart: Weis­senhof­sied­lung mit Mies van der Rohe, Gropius und Le Cor­busier.

«Das Prob­lem der Neuen Woh­nung ist im Grunde ein geistiges Prob­lem.»

Lud­wig Mies van der Rohe (1927)

Übri­gens:

  • 1927: Bauhaus! Bau Haus!
  • 2027: Do Archi­tec­ture! #Venezia2027

99 Jahre später würde ich nun gerne an den Satz von Lud­wig anschliessen uns sagen:

«Das Prob­lem des Raumes ist im Grunde die Frage, wie Men­schen die Bedin­gun­gen ihres Zusam­men­lebens gestal­ten.»

/sms ;-)

Weil unsere Zeit­en ähn­lich durchgek­nallt sind, wie jene der Zeit von Bauhaus und die fürchter­liche Chance gross ist, dass die jun­gen Studieren­den aus Stuttgart ihr Studi­um nicht been­den weden kön­nen, weil sich wiederum Wirtschaft, Uni­ver­sität und Poli­tik entsch­ieden hat, dass es wiederum nötig sei, sich dig­i­tal — ein­deutig! — zwis­chen ((FREUND)FEIND) zu unter­schei­den, scheint es mir sin­nvoll, mit dem Anfang zu begin­nen:

Offen­bar gibt es keine Grund­la­gen, keine Übereinkün­fte, keine Wer­te­ba­sis mehr, auf welche sich Men­schen ver­lassen kön­nen. Der Durcheinan­der ist total. Was immer­hin ermöglicht, dass alles was anders möglich wäre, tat­säch­lich auch anders gemacht wer­den kann.

Junge Men­schen gehen auf die Strasse und demon­stri­eren. Die Einen nen­nen sich Links, die anderen Rechts. Den zer­störten Strassen­zü­gen, siehst du den ent­flohnen Geist nicht an:

Lasst uns mit dem Anfang begin­nen:
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Was meinst du eigentlich, wenn du “Raum” sagst?

  1. Die Land­schaft: Gelände, Natur, gebaute Umge­bung.
  2. Dein Kör­p­er, mein­er auch: Wahrnehmung, Bewe­gung, sinnliche Erfahrung, Gren­zen.
  3. Die Sprache (−): Unter­schei­den, Benen­nen, Ver­ständi­gen.
  4. Die Schrift (+): Fes­thal­ten, Über­liefern, Verbindlich­machen.
  5. Der Buch­druck (≠): Vervielfälti­gen, Ver­bre­it­en, öffentlich Wider­sprechen.
  6. Der Com­put­er (#): Ver­net­zen, Berech­nen, Koor­dinieren.
  7. Die Kom­mu­nika­tion: Das Anschliessen von Kom­mu­nika­tion an Kom­mu­nika­tion, wodurch soziale Ver­hält­nisse entste­hen, sta­bil­isiert und verän­dert wer­den.
  8. Die Kul­tur: Das, was Men­schen und Grup­pen von Men­schen als «nor­mal» erscheint.
  9. Die Kul­tur­form: Die Fix­ierung von Unter­schei­dun­gen durch Kom­mu­nika­tion­sweisen, Insti­tu­tio­nen, Organ­i­sa­tio­nen, Struk­turen und Ver­fahren. In der Kul­tur­form der Mod­erne kön­nen solche Fix­ierun­gen durch Geset­ze normiert und durch Behör­den, Gerichte, Polizei und Mil­itär durchge­set­zt wer­den.
  10. Der Krieg: Pro­fes­sionelle Gewalt – mit Zie­len, Strate­gien und Bud­gets.
work in progress
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Who invented #Commons?

- No idea.

Who made them invis­i­ble is eas­i­er to inves­ti­gate: a moder­ni­ty that treats its own dis­tinc­tions as if there were no alter­na­tives.

  • ((Left)Right)
  • ((Socialism)Liberalism)
  • ((State)Market)

The Ultra­mon­tanists of the Union de Fri­bourg sought a “Third Way”. #Lav­inaN­era reminds us that oth­er ways exist­ed long before. #PlanD asks how we can recon­fig­ure their pos­si­bil­i­ties under new con­di­tions.

Wer hat #Commons erfunden?

- Keine Ahnung.

Wer sie unsicht­bar gemacht hat, lässt sich genauer unter­suchen: eine Mod­erne, die ihre eige­nen Unter­schei­dun­gen für alter­na­tiv­los hält.

  • ((Links)Rechts)
  • ((Sozialismus)Liberalismus)
  • ((Staat)Markt).

Die Ultra­mon­ta­nen der Union de Fri­bourg sucht­en einen «Drit­ten Weg». #Lav­inaN­era erin­nert daran, dass es schon vorher andere Wege gab. #PlanD fragt, wie wir deren Möglichkeit­en unter neuen Bedin­gun­gen kon­stel­lieren.

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Why Blockchain Is a Next Infrastructure for Alpinbarock Commons

am Beispiel der Arbeit an einem Neubau von einem Gemeinschaftsbackofens (auf der Höhe der Zeit) im Museumquartier Disla in Disentis/Mustér | dissent.is/FuornAviert | #PlanD

Unser Gedanken­gang ist nicht:

  1. Wir hat­ten früher Com­mons. (Annette Kehnel)
  2. Jet­zt gibt es Blockchain.
  3. Blockchain löst das Prob­lem.

Son­dern:

  1. Alpin­barocke Com­mons funk­tion­ierten bere­its ohne die mod­erne Alter­na­tive ((Staat)Markt): All­menden, Genossen­schaften, Gemein­schaftswerke, gemein­sam ver­wal­tete Ressourcen, lokal aus­ge­han­delte Regeln.
  2. Ihre Infra­struk­tur bestand aber aus Nähe, Wieder­hol­ung, Bekan­ntschaft, Rep­u­ta­tion, Rit­u­al, Erin­nerung, Ver­samm­lung und gemein­sam kon­trol­lier­baren Verpflich­tun­gen.
  3. Unter verän­derten Kom­mu­nika­tions­be­din­gun­gen kön­nen genau diese sozialen Mech­a­nis­men nicht ein­fach kopiert wer­den.
  4. Die Frage von #PlanD lautet deshalb: Welche Infra­struk­tur erlaubt es, solche For­men neu zu kon­stel­lieren?
  5. Hier wird Blockchain inter­es­sant: nicht als Bit­coin, Speku­la­tion oder «Web3», son­dern als tech­nis­che Möglichkeit, Regeln, Beiträge, Ansprüche, Zugänge, Eigen­tum beziehungsweise Nutzung und Entschei­dun­gen gemein­sam nachvol­lziehbar zu machen, ohne zwin­gend eine zen­trale Instanz einzuset­zen.
work in progress
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Bedürfnis ↔ #Commons ↔ #Pooling ↔ #Commoning

Der Begriff #Com­mons ist uralt und beze­ich­nete all das, was als Gemein­sames anerkan­nt wurde:

  • Wass­er. Wald. Wei­de. Wege. Schutz. Wis­sen. Arbeit. Infra­struk­tur.

Konkret: Etwas wird von allen gebraucht, etwas ist notwendig, unumge­hbar — ein Bedürf­nis, kein Wun­sch — und deshalb als etwas Gemein­sames anerkan­nt und gemein­sam ver­füg­bar gehal­ten.

Zur Erfül­lung eines gemein­samen Bedürfniss­es — eines Com­mons — find­en Ressourcen, Fähigkeit­en, Wis­sen oder Arbeit zusam­men. Nen­nen wir das #Pool­ing.

Bloss: Wie wird dieses Gemein­same organ­isiert? Wer ist teil­habend? Wer ist teil­gebend? Wer erhält Zugang? Wer entschei­det? Welche Regeln gel­ten? Wie wer­den sie legit­imiert, durchge­set­zt und verän­dert?

Nen­nen wir diese Arbeit am Sozialen #Com­mon­ing.

Bedürfnis ↔ #Guiding Question ↔ #Pooling ↔ #Commoning

Una Wang 09.08.2026 (pdf)

Literatur & Links

  1. Bol­lier, David (2014): Think Like a Com­mon­er. A Short Intro­duc­tion to the Life of the Com­mons. Gabri­o­la Island: New Soci­ety Pub­lish­ers.
    https://thinklikeacommoner.com/first-edition/
  2. Bol­lier, David / Hel­frich, Silke (Hg.) (2012): The Wealth of the Com­mons. A World Beyond Mar­ket and State. Amherst: Lev­ellers Press.
    https://wealthofthecommons.org/
  3. Hel­frich, Silke / Bol­lier, David (Hg.) (2015): Pat­terns of Com­mon­ing. Amherst: Off the Com­mon Press.
    https://patternsofcommoning.org/
  4. Hel­frich, Silke / Bol­lier, David (2019): Frei, fair und lebendig. Die Macht der Com­mons. Biele­feld: tran­script.
    https://doi.org/10.1515/9783839445303
  5. Her­sche, Peter (2006): Musse und Ver­schwen­dung. Europäis­che Gesellschaft und Kul­tur im Barockzeital­ter. 2 Bände. Freiburg/Basel/Wien: Herder.
    https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/50205-musse-und-verschwendung-ebook-pdf/
  6. Her­sche, Peter (2011): Gelassen­heit und Lebens­freude. Was wir vom Barock ler­nen kön­nen. Freiburg/Basel/Wien: Herder.
    https://www.herder.de/geschichte-politik/shop/p4/43648-gelassenheit-und-lebensfreude-ebook-epub/
  7. Her­sche, Peter (2013): Agrarische Reli­giosität. Land­bevölkerung und tra­di­tioneller Katholizis­mus in der voralpinen Schweiz 1945–1960. Baden: Hier und Jet­zt.
    https://www.hierundjetzt.ch/de/catalogue/agrarische-religiositat_13000541/
  8. Her­sche, Peter (2021): Kirchen als Gemein­schaftswerk. Zu den wirtschaftlichen und sozialen Grund­la­gen früh­neuzeitlichen Sakral­baus. Basel/Berlin: Schwabe.
    https://doi.org/10.24894/978–3‑7965–4507‑8
  9. Her­sche, Peter (2023): Katholizis­mus – schon immer nach­haltiger? Eine his­torische Spuren­suche. München: oekom.
    https://www.amazon.de/dp/B0BVWC68GP
  10. Kehnel, Annette (2021): Wir kon­nten auch anders. Eine kurze Geschichte der Nach­haltigkeit. München: Karl Bless­ing Ver­lag.
    https://www.penguin.de/buecher/annette-kehnel-wir-konnten-auch-anders/buch/9783896676795
  11. Linebaugh, Peter (2014): Stop, Thief! The Com­mons, Enclo­sures, and Resis­tance. Oak­land: PM Press.
    https://pmpress.org/index.php?l=product_detail&p=568
  12. Ostrom, Eli­nor (1990): Gov­ern­ing the Com­mons. The Evo­lu­tion of Insti­tu­tions for Col­lec­tive Action. Cam­bridge: Cam­bridge Uni­ver­si­ty Press.
    https://www.cambridge.org/core/books/governing-the-commons/7AB7AE11BADA84409C34815CC288CD79
  13. Ostrom, Eli­nor (1999): Die Ver­fas­sung der All­mende. Jen­seits von Staat und Markt. Tübin­gen: Mohr Siebeck.
    https://www.mohrsiebeck.com/buch/die-verfassung-der-allmende-9783161654022/
  14. Ostrom, Eli­nor (2005): Under­stand­ing Insti­tu­tion­al Diver­si­ty. Prince­ton: Prince­ton Uni­ver­si­ty Press.
    https://press.princeton.edu/books/paperback/9780691122380/understanding-institutional-diversity
  15. Piazzi, Tina / Sey­del, Ste­fan M. (2010): Die Form der Unruhe. Band 2: Die Prax­is. Vom Buch­druck zum Com­put­er. Hand­lung­sprinzip­i­en zum Umgang mit Infor­ma­tio­nen auf der Höhe der Zeit. Ham­burg: Junius. https://dissent.is/wp-content/uploads/sites/2/2020/11/dfdu_Band_2.pdf
  16. Schläp­pi, Daniel (2017): Die Eid-Genossen­schaft. In: NZZ Geschichte 9, S. 92–102.
    https://drive.google.com/file/d/1ueoK7ZRu1js-qBgfKFYvxNjqnnSE50pB/view?usp=drive_link
  17. Schläp­pi, Daniel (2018a): Ein­leitung. In: Schläp­pi, Daniel / Gru­ber, Malte-Chris­t­ian (Hg.): Von der All­mende zur Share Econ­o­my. Gemeinbe­sitz und kollek­tive Ressourcen in his­torisch­er und rechtlich­er Per­spek­tive. Berlin: Berlin­er Wis­senschafts-Ver­lag, S. 9–70.
    https://drive.google.com/file/d/1dg-QipfKX-wCEVj2aH7Q-ukwjl3y84W1/view?usp=drive_link
  18. Schläp­pi, Daniel (2018b): Gast­mäh­ler, Geschenke, Gehäs­sigkeit­en und Gemein­schaft­shan­deln. Ein­blicke in den Ver­wal­tungsall­t­ag des Zuger Stad­trats vor 1800. In: Hoppe, Peter / Schläp­pi, Daniel / Büss­er, Nathalie / Meier, Thomas (Hg.): Uni­ver­sum Kle­in­stadt. Die Stadt Zug und ihre Unter­ta­nen im Spiegel der Pro­tokolle von Stad­trat und Gemeinde (1471–1798). Zürich: Chronos, S. 119–161.
    https://www.chronos-verlag.ch/node/26506
  19. Schläp­pi, Daniel (2018c): Die Ökonomie des Gemein­we­sens. Auskömm­liche Haushalte als ökonomis­ches Fun­da­ment und sozialer Kern der Gemein­wirtschaft. In: Hoppe, Peter / Schläp­pi, Daniel / Büss­er, Nathalie / Meier, Thomas (Hg.): Uni­ver­sum Kle­in­stadt. Die Stadt Zug und ihre Unter­ta­nen im Spiegel der Pro­tokolle von Stad­trat und Gemeinde (1471–1798). Zürich: Chronos, S. 61–85.
    https://drive.google.com/file/d/18Rm7eO0NhU4rDep2_m-cJNKuM-qgG0ps/view?usp=drive_link
  20. Schläp­pi, Daniel (2018d): Te Deum lau­damus! Die Kirchenpflege als kräftezehren­des Gez­erre mit Kirchen­volk und Klerus. In: Hoppe, Peter / Schläp­pi, Daniel / Büss­er, Nathalie / Meier, Thomas (Hg.): Uni­ver­sum Kle­in­stadt. Die Stadt Zug und ihre Unter­ta­nen im Spiegel der Pro­tokolle von Stad­trat und Gemeinde (1471–1798). Zürich: Chronos, S. 277–305.
    https://drive.google.com/file/d/1mCyTs_xIGB7I-FfDJ6YAjWLsLpZENQQa/view?usp=drive_link
  21. Schläp­pi, Daniel (2019): Konzep­tionelle Über­legun­gen zu einem uni­versellen Par­a­dig­ma anhand der Com­mons in der früh­neuzeitlichen Schweiz. In: His­toire des Alpes – Sto­ria delle Alpi – Geschichte der Alpen 24: Kollek­tive Wei­den und Wälder. Ökonomie, Par­tizipa­tion, Nach­haltigkeit, S. 215–235.
    https://drive.google.com/file/d/13HnPxhtmull0MySI8I9J97Te_KrVyfp8/view?usp=drive_link
  22. Schläp­pi, Daniel / Gru­ber, Malte-Chris­t­ian (Hg.) (2018): Von der All­mende zur Share Econ­o­my. Gemeinbe­sitz und kollek­tive Ressourcen in his­torisch­er und rechtlich­er Per­spek­tive. Berlin: Berlin­er Wis­senschafts-Ver­lag.
    https://doi.org/10.35998/9783830529934

«unser täglich Brot gib uns heute»

Bedürf­nis
→ Was brauchen wir?

#Com­mons
→ Was davon geht uns gemein­sam an?

#Pool­ing
→ Was brin­gen wir dafür zusam­men?

#Com­mon­ing
→ Was müssen wir miteinan­der immer wieder tun?

Und die Pointe liegt im «heute»:
→ Com­mon­ing ist nie erledigt. Mor­gen muss wieder Brot geback­en wer­den.

In der Kul­tur­form des Alpin­barock war das, was Gott ein­er Tal­ge­mein­schaft zum Leben aufgegeben hat, keine Frage der Man­gel­be­wirtschaf­tung: Kein “Haus”, wie gross es auch sei, ver­fügte darüber allein.

/sms ;-)

Ist das ein erster Zugang? Bereit für eine nächste Runde?

Im Deutschen wird Com­mons gerne als Geme­ingüter rück­über­set­zt:

  • Geme­ingüter sind Güter, die der «Gemeine» gehören und von ihr ver­wal­tet wer­den.

Aber wer ist die «Gemeine»?

  • Wir!
  • Alle!
  • Die Gemein­schaft!

Genau darin lagen Stärke und Schwäche der Com­mons.

In den Alpen­tälern war dieses «Wir» ver­gle­ich­sweise ein­fach zu bes­tim­men. Die Täler waren dünn besiedelt. Man wusste, wer da war. Man wusste, was gebraucht wurde. Und man wusste, dass zu einem gelin­gen­den Leben möglichst alles und alle beitra­gen mussten, die je nach Fähigkeit etwas beitra­gen kon­nten.

Wald, Wass­er, Wei­den, Alpen, Wege, Bewässerung, Schutzbaut­en, Wasserkanäle, Arbeit und Wis­sen wur­den als etwas Gemein­sames behan­delt. Alle hat­ten ihren Platz und ihre Auf­gabe. Wie gottgegeben.

  • Die einen waren stark.
  • Die anderen flink.
  • Die Näch­sten clever.
  • Andere waren ein­fach bloss da und hüteten Schafe.
  • Oder gaben den Hüh­n­ern zur recht­en Zeit Körn­er.
  • Gross­vater hütete noch die Kinder. Gross­mut­ter hielt das Feuer am bren­nen.

Das «Wir» war ganz konkret erleb­bar. Trotz­dem:

Wer ist wir?

  • Alle anderen nicht.

Wer sind alle?

  • Alle anderen nicht.

Und wenn etwas nie­man­dem gehört?

  • Dann ganz bes­timmt und ganz sich­er nicht dir ;-)

Dieses Prob­lem der Zuge­hörigkeit wurde von Gemein­schaften radikal bear­beit­et, welche als radikale Kräfte der Ref­or­ma­tion grossen Ein­fluss erre­icht­en und den­noch — oder ger­ade darum! — aus “der alten Welt” in eine neue, ver­meintlich kul­turfreie, Welt nach Ameri­ka flücht­en mussten.

  • Die Men­non­iten fokussierten auf den Aspekt: Wir wollen Gewalt­frei­heit.
  • Die Amis­chen sagten: Wir wollen flache Hier­ar­chien.
  • Die Quäk­er sagten: Wir wollen die Anerken­nung der Sub­jek­tiv­ität.
  • Die Hut­ter­er sagten: Wir wollen radikale Güterge­mein­schaft.

Sie exper­i­men­tierten jen­seits der dom­i­nant wer­den­den Ideen von Indi­vid­u­al­is­mus und Eigen­tum.

Sie exper­i­men­tierten im Möglichketis­raum des Sozialen.

  • Mit Anord­nung.
  • Mit Zugang.
  • Mit Legit­i­ma­tion.
  • Mit Durch­set­zung.

Com­mons waren damit für sie nie ein­fach bloss materielle «Güter», rival oder nicht rival — oder wie auch immer ökonomis­che Nobel­preis­tra­gende es luzide aus­d­if­feren­zierten.

Com­mons waren für diese radikalen Kräfte der Ref­or­ma­tion eine ganz konkrete soziale Prax­is. Es waren soziale For­men, in denen immer wieder neu aus­ge­han­delt wurde — unter Befra­gun­gen des für alle gle­ich unerr­e­ich­baren Denk­fig­ur Gottes, wer «wir» ist, wer dazuge­hört und wer nicht, was «gemein­sam» bedeutet und woran Teil­geben und Teil­haben erkan­nt wer­den kön­nen.

Du bis noch immer da? Ok… Ich auch… Weiter!

Diese Stärke der Com­mons ist nie ver­loren gegan­gen. Egal wie gewaltig der Ein­fluss der Unter­schei­dung von ((Staat)Macht) — ((Sozialismus)Lilberalismus) — ((Links)Rechts) gewor­den ist… Aber gegen einen Teil ihrer Schwäche haben neue tech­nis­che Möglichkeit­en sen­sa­tionelle Hin­weise und Prak­tiken einzug gehal­ten.

Wir nannten es Internetz.

Plöt­zlich kön­nen Zuge­hörigkeit, Zugang, Beiträge, Regeln, Entschei­dun­gen und Wis­sen sehr viel genauer adressiert, sicht­bar gemacht, verteilt und verän­dert wer­den.

Und es sind völ­lig neue Akteure dazugekom­men.

Sagen und Märchen erzählen davon, dass Bären, Wölfe, Füchse oder Vögel Men­schen das Leben gerettet haben. Heute arbeit­en wir wie selb­stver­ständlich auch mit Maschi­nen, Auto­mat­en und Com­put­ern zusam­men. Sys­temthe­o­rien und mod­erne Kom­mu­nika­tion­swis­senschaften haben dieses Prob­lem längst ele­gant gelöst. Aber das würde das The­ma noch ein­mal weit öff­nen.

Leicht zugänglich bleibt: Genau deshalb beka­men #Com­mons zu Beginn dieses Jahrtausends mit den #Cre­ativeCom­mons nochmals eine völ­lig neue Aktu­al­ität.

Copy­right klingt auf Deutsch char­mant: right! copy! Als gin­ge es um ein Recht zu kopieren. Tat­säch­lich bedeutete es zunächst ja ganz genau das Gegen­teil:

  • Das gehört mir.
  • Du darf­st es nicht ein­fach kopieren.
  • Du darf­st es nicht ein­fach verän­dern.
  • Du darf­st es nicht ein­fach weit­ergeben.

Die Kul­tur­form der Mod­erne hat­te gesiegt. Sie unter­schied ((Ich)Gemeinschaft) und feierte diese Befreiung aus der Kle­brigkeit des Soziales unter der Fahne der Frei­heit.

Cre­ative Com­mons dreht­en die Per­spek­tive endlich wieder um.

  • Du darf­st es nutzen.
  • Du darf­st es kopieren.
  • Du darf­st es weit­ergeben.
  • Du darf­st es unter bes­timmten Bedin­gun­gen verän­dern.

Sharing is caring.

Und damit begin­nt auch der Begriff des «Gutes» endlich zu wack­eln.

  • Wenn ich ein Brot esse, kannst du das­selbe Brot nicht mehr essen.
  • Wenn ich dir eine Idee gebe, habe ich sie danach noch immer.

Jet­zt hast du sie auch.

Du kannst sie verän­dern, verbinden, weit­ergeben. Vielle­icht kommt etwas zurück, das vorher wed­er du noch ich hat­ten. Unter den Bedin­gun­gen von Dat­en, Infor­ma­tio­nen und Wis­sen kann Teilen etwas ver­mehren, statt es aufzubrauchen.

Jetzt wirst du müde? Spannend. Denn…

… damit verän­dert sich ja noch sehr viel mehr:

Die Kul­tur­form der Mod­erne hat sich daran gewöh­nt, gesellschaftliche Fra­gen durch eine sehr helle Brille zu betra­cht­en:

((Staat)Markt)

  • Soll der Staat es machen?
  • Oder soll es der Markt machen?

#Com­mons sind vor diesem Hin­ter­grund eben ger­ade nicht die dritte Antwort neben Staat und Markt.

#Com­mons stellte schon sehr viel früher eine völ­lig andere Frage.

  • Was brauchen wir?
  • Was davon erken­nen wir als etwas Gemein­sames an?
  • Was soll gemein­sam ver­füg­bar bleiben?
  • Was poolen wir?
  • Wie com­mo­nen wir?
  • Wer ist teil­gebend?
  • Wer ist teil­habend?
  • Wie organ­isieren wir Anord­nung, Zugang, Legit­i­ma­tion und Durch­set­zung?

Staat und Markt ver­schwinden damit nicht. Oder so ähn­lich wenig wie der Papst unter der Dik­tatur der Kul­tur­form der Mod­erne. Gott sei dank ;-)

Aber die Unter­schei­dung ((Links)Rechts) bes­tim­men nicht mehr die rel­e­van­ten Fra­gen.

Und genau hier begin­nt #PlanD.

  • Nicht mit der Frage, wie wir his­torische Com­mons kopieren kön­nen.
  • Nicht mit der Sehn­sucht nach ein­er ver­gan­genen Dor­fge­mein­schaft.

Son­dern mit der Würdi­gung und Wertschätzung jahrhun­derteal­ter Erfahrun­gen der Arbeit am Sozialen — und mit der Frage, wie sie unter völ­lig neuen Bedin­gun­gen neu kon­stel­liert wer­den kön­nen.

  • Was brauchen wir für ein gelin­gen­des Leben?
  • Was davon ist Bedürf­nis und nicht bloss Wun­sch?
  • Was erken­nen wir als Com­mons an?
  • Was kön­nen wir poolen?
  • Wie wollen wir com­mo­nen?
  • Und welche sozialen For­men entste­hen daraus, wenn wir sie tat­säch­lich aus­pro­bieren?

#PlanD sucht, find­et, erfind­et und testet solche For­men.

https://dissent.is/PlanD

Ein aktuelles Pro­jekt treibt diese Frage voran: dissent.is/FuornAviert

work in progress

Bedenke:

Trans­parenz ist keine Par­tizipa­tion.

  • Trans­parenz ist eine Bedin­gung der Möglichkeit von Par­tizipa­tion.

Intrans­parenz schliesst Par­tizipa­tion nicht logisch aus.

  • Intrans­parenz beschränkt aber, woran über­haupt par­tizip­iert wer­den kann.

Wo rel­e­vante Infor­ma­tio­nen nicht gemein­sam zugänglich sind, kann sich Par­tizipa­tion nur auf einen Auss­chnitt beziehen.

Chat­G­PT Image Sep 25, 2026, 01_22_18 PM
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dissent.is/sozialearbeit

− Sprache+ Schrift≠ Buch­druck# Com­put­er
Wer ist «wir / alle»?konkret Anwe­sendeauch Abwe­sende und Ver­gan­geneabstrak­te Bevölkerung / Öffentlichkeitadressier­bare Beteiligte
Was ist gemein­sam?Leben­snotwendi­gesRechte, Pflicht­en, Ressourcenöffentliche Güter / Eigen­tumWis­sen, Dat­en, Fähigkeit­en, Infra­struk­tur, Ressourcen
Wie wird organ­isiert?erzählen, aushan­deln, rit­u­al­isierenschreiben, fes­thal­ten, zuord­nenrepräsen­tieren, normieren, ver­wal­tenver­linken, poolen, teilen, adressieren
soziale FormGemeine / Dorf / Gemein­werkGemeinde / Genossen­schaft / All­mendeStaat / Markt / Organ­i­sa­tion#Pool­ing / #Com­mon­ing / #Com­mons

Danke für die Anfrage, eine kurze Ein­führung in #Com­mons zu machen.

Mein Name ist Ste­fan M. Sey­del. Bess­er bekan­nt unter meinem Kürzel /sms ;-)

Ich bin zwar Bau­jahr 1965, aber eben doch schon ein echt­es Kind des Inter­netz. Als Social Media dom­i­nant wurde, waren drei Zeichen zu wenig für einen Account. Also wählte ich @sms2sms.

Han­nah Arendt hätte mein Han­dle sofort ver­standen. Aber sie ist tot. Und du? — eben ;-)

Ich bin gel­ern­ter Hochbauze­ich­n­er. Ich habe für mehrer Ein­fam­i­lien­häuser die Aus­führungspläne erstellt und kleinere Baustellen geleit­et, bevor ich Soziale Arbeit in St. Gallen studierte und meinen Mas­ter in Berlin bei Sil­via Staub-Bernasconi geschrieben habe. Und so ver­ste­he ich — das ver­ste­ht sich nun von selb­st — Soziale Arbeit als Arbeit am Sozialen. Seit 2011 bin ich mit Disentis/Mustér eng ver­bun­den. Dies, nach­dem ich in Berlin ein Inter­net-Start­up an die Wand gefahren haben und drin­gend eine Job brauchte. Aber das wäre eine andere Geschichte.

Wenn ich nun erk­lären darf, was ich meine, wenn ich #Com­mons sage, muss ich als Kind der Kul­tur­form der Mod­erne zunächst zeigen, was meine Axiome sind.

Denn mit der Mod­erne ver­schiebt sich die Form, in der Wis­sen Gel­tung beansprucht. Wahrheit kann nicht mehr ein­fach durch den Ver­weis auf eine let­zte Autorität garantiert wer­den. Es gibt keinen Stand­punkt ausser­halb aller Beobach­tung, von dem aus endgültig entsch­ieden wer­den kön­nte, wie die Welt wirk­lich ist.

Was bleibt, ist Kri­tik.

Damit Kri­tik möglich wird, müssen die Voraus­set­zun­gen sicht­bar wer­den, von denen aus beobachtet, argu­men­tiert und gehan­delt wird. Genau deshalb lege ich meine Axiome offen: nicht als Wahrheit­en, son­dern als Set­zun­gen, von denen aus meine Beobach­tung begin­nt und an denen sie kri­tisiert wer­den kann.

Welche Annah­men set­ze ich? Welche inten­tionale Frage stelle ich? Mit welchen Mit­teln entwick­le ich Antworten? Und was fol­gt daraus?

Wovon gehe ich also aus?

Ich gehe von drei Axiomen aus:

  • Du kannst nicht nicht unter­schei­den.
  • Du kannst nicht nicht beobacht­en.
  • Du kannst nicht nicht han­deln.

https://dissent.is/axiome/

Jet­zt bin ich aber nicht Math­e­matik­er, Physik­er, Psy­chologe oder Medi­zin­er. Auch nicht Architekt. Ich bin Sozialar­beit­er.

Das erste Set von Axiomen unter­schei­det mich davon noch nicht. Auch Medi­zin­er, Physik­er oder Architek­ten kön­nen nicht nicht unter­schei­den, nicht nicht beobacht­en und nicht nicht han­deln.

Darum brauche ich ein zweites Set von Axiomen. Es klärt, worauf ich meine Beobach­tung richte, wenn ich von Sozialer Arbeit als Arbeit am Sozialen spreche.

Dafür nutze ich die Axiome aus #TheLuh­man­n­Map:

https://dissent.is/theluhmannmap/

Die Map ermöglicht mir, «das Soziale» ganz präzis — dig­i­tal, ((entweder)oder) — zu bes­tim­men.

Nicht als Sam­mel­be­griff für alles, was “irgend­wie mit Men­schen” zu tun hat. Nicht als Mis­chung aus Psy­che, Biolo­gie, Tech­nik und Gesellschaft. Son­dern als eigene Adresse: #soc.

Damit wird «das Soziale» unter­schei­d­bar, adressier­bar und bear­beit­bar. Und:

Dieses Soziale wird damit als “kontin­gent” beschreib­bar und zeig­bar.

Kontin­gent heisst: “Alles, was ist, kön­nte auch ganz anders sein.”

Das Soziale ist damit wed­er “naturgegeben” noch prinzip­iell alter­na­tiv­los. Das Soziale wird kom­mu­nika­tiv her­vorge­bracht, aufrechter­hal­ten und verän­dert. Genau deshalb kann Soziale Arbeit ja auch am Sozialen arbeit­en: Weil das Soziale nicht ist, wie es ist.

Damit stellt sich aber eine näch­ste Her­aus­forderung: Wie soll denn das Soziale sein?

Dazu nutze ich die Axiome aus #TheS­taub­Ber­nascon­i­Ma­trix:

dissent.is/thestaubbernasconimatrix/

Sie fragt nach vier Dimen­sio­nen, die über Jahrhun­derte immer wieder zu Para­me­tern sozialer Ord­nung gewor­den sind:

  • Anord­nung
    Ziel: möglichst wenig Über- und Unterord­nung, möglichst viel Gle­ichrangigkeit.
  • Zugang
    Ziel: möglichst wenig Auss­chluss, möglichst bre­it­er Zugang zu Ressourcen, Wis­sen, Räu­men und Möglichkeit­en.
  • Legit­i­ma­tion
    Ziel: Macht muss begründ­bar, nachvol­lziehbar und kri­tisier­bar sein.
  • Durch­set­zung
    Ziel: Macht darf nicht beliebig aus­geübt wer­den, son­dern muss begren­zt, kon­trol­lier­bar und rev­i­dier­bar bleiben.

Die Matrix beant­wortet die Frage «Wie soll das Soziale sein?» nicht endgültig. Sie liefert aber vier Para­me­ter, ent­lang der­er soziale For­men beobachtet, kri­tisiert und bear­beit­et wer­den kön­nen.

Das ganze Doku­ment als PDF (work in progress, 5. März 2026)

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Archiv: Eintrag bis zum 25.09.2026

wer hat die com­mons erfun­den?
- eins ist sich­er. die lib­eralen waren es nicht.

ein beispiel?
- gerne: #copy­right heisst bei den lib­eralen: es ist streng ver­boten zu kopieren.

copy­right als recht zu kopieren?
- #schnap­pat­mung? du woll­test ein beispiel… (so?)

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