“Souverän ist, wer über die Wellen des Raumes verfügt.” #CarlSchmitt

die WOZ kommt im märz 2025 mit dieser wer­bung… vor genau 500 jahren haben in zürich die zweit­en dis­pu­ta­tio­nen stattge­fun­den…

((Freund)Feind) – und die Intel­li­genz der Zuflucht

Carl Schmitt definierte Poli­tik als Unter­schei­dung von ((Freund)Feind).
Die @Wochenzeitung will das Gegen­teil:
Antifas­cist Intel­li­gence.

Aber genau darunter:
OHNE ZUFLUCHT.

Ein Wider­spruch, der nicht aufgelöst, son­dern insze­niert wird.
Ein Auss­chluss, der sich als Schutz verkauft.
Ein Reflex, der sich klüger nen­nt, aber keine Fra­gen mehr stellt.

Und damit sind wir beim Presser­at.
Bei den Ver­ant­wortlichen:
– #Susan­Boos
– #AnnikDu­bied
– #Jan­Grüe­bler
– #Ursi­naWey

Sie ver­wal­ten Öffentlichkeit. Aber wie?

Mit welch­er Anord­nung der The­men?
Mit welchem Zugang zu Stim­men jen­seits des Sag­baren?
Mit welch­er Legit­i­ma­tion im Namen der Wahrheit?
Mit welch­er Durch­set­zung gegenüber abwe­ichen­der Kri­tik?

Genau diese vier Dimen­sio­nen –
Anord­nung, Zugang, Legit­i­ma­tion, Durch­set­zung
wur­den vor 500 Jahren zum The­ma:
→ In den Dis­pu­ta­tio­nen.
→ In den Flugschriften.
→ In den innerkirch­lichen Prozessen, die Felix Manz das Leben kosteten.

Heute heisst das nicht mehr Kirche, son­dern Redak­tion.
Nicht mehr Kanzel, son­dern Sendezeit.

Aber die Struk­tur bleibt:
Macht ohne Zuflucht. Wahrheit ohne Zweifel. Kri­tik ohne Wirkung.

Deshalb diese Beschw­erde.
Nicht, um Recht zu haben.
Son­dern um daran zu erin­nern,
dass Öffentlichkeit ein Ort der Zuflucht sein sollte –
nicht ein Instru­ment der Aus­gren­zung.

dissent.is/presserat


“Der spez­i­fis­che poli­tis­che Unter­schied, auf den sich die poli­tis­chen Hand­lun­gen und Motive zurück­führen lassen, ist der Unter­schied von Fre­und und Feind.”

in: Der Begriff des Poli­tis­chen (1927)

Langsam: Mein Blog ist mein Karten­raum und keine Bühne. Ich weiss wie man pub­liziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreib­stand | warum ich nicht pub­liziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte. | This Blog in Englisch | هذه المدونة باللغة العربية | 这个博客是中文的 | Ce blog en français | Questo blog in ital­iano | Tgi èn ils inimis da la translaz­i­un auto­mat­i­ca? — Ils medems che #Wikipedia/#Wikidata han odià sco il diav­el l’aua bene­di­da.

es ist juni 2024 gewor­den. ES IST KRIEG. die landtreter erobern das venedig der meer­schäumer. #Bazon­Brock, erzähl uns vom Krieg. (so?)

Der Feind ist unsere eigene Frage in Gestalt.

#CarlSchmitt

Die ganze Playlist auf ((( WikiDienstag.ch ))) WORK IN PROGRESS

WORK IN PROGRESS

Langsam: In meinem Blog “pub­liziere” ich nicht. Hier arbeite ich und bin an Wirkung nicht inter­essiert. Ich weiss wie pub­lizieren geht. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e

“Papa, erklär mir die Welt. Ich will einschlafen können.”

Carl Schmitt lacht. Er ken­nt das Spiel. Zärtlich nimmt er seine kleine Tochter in die Arme und begin­nt wie er schon so oft begonnen hat: “Der Men­sch ist ein Landwe­sen, ein Landtreter.” Aber wie du weisst, meine süsse Ani­ma — so hauchte er wie die Schlange Ka im Dschun­gel­buch in betören­der Sprache: Alles Leben ist aus dem Wass­er entsprun­gen. Die für uns Men­schen selb­stver­ständliche Vorstel­lung von “Raum und Zeit” ist der Welt der “Meer­schäumer” fremd und unver­ständlich. Das ist das Stich­wort: Das Kind springt auf den Bauch des Vaters und bei­de zeigen sich die lange, bre­ite Zunge des Juden Albert Ein­stein. Bei­de kreis­chen vor lachen, küssen und umar­men sich. Bald schläft das Kind. Und Carl Schmitt liegt im Bett, lauscht dem Atem sein­er Ani­ma und sin­niert am Ende des 1942 erschienen Kinder­buch­es:

“In Wirk­lichkeit erleben wird nur das Ende der bish­eri­gen Ver­hält­nisse von Land und Meer. Doch die men­schliche Angst vor dem Neuen ist oft eben­so gross wie die Angst vor dem Leeren, auch wenn das Neue die Über­win­dung des Leeren ist. Daher sehen jene Vie­len nur sinnlose Unord­nung, wo in Wirk­lichkeit ein neuer Sinn um seine Ord­nung ringt.”

Land und Meer

Ein neuer Sinn ringt um seine Ordnung

Das Ende der Geschichte (1930). Das Ende der grossen Erzäh­lun­gen (1979). Das Ende von Human­is­mus (1997). Das Ende der The­o­rie (2008). In einem ruck­el­freien Livestream überträgt der Human­is­mus unter wech­sel­nden Schlag!worten des Aus­nah­mezu­s­tandes sein eigenes Ende. 500 Jahre sind ver­gan­gen seit jen­em leg­endären Wurstessen vom 9. März 1522 zu Zürich. Split­ter­faser­nackt. Wie ver­langt ide­al Trans­par­ent und in allen Verästelun­gen ide­al auf die Hun­dert­s­telssekunde nachvol­lziehbar, wie in der Ver­sion­s­geschichte der Wikipedia wird bewiesen: Jet­zt geht es anders weit­er. (so?)

(…)

(…)

(…)

(…)

(…)

(…)

“DER FEIND IST UNSERE EIGENE FRAGE ALS GESTALT.”

Und: Was wäre, wenn #CarlSchmitt die Idee der Form von George Spencer Brown gekan­nt hätte? Wenn er also den Juris­ten (und zur Sozi­olo­gie kon­vertierten) Niklas Luh­mann gele­sen hätte…?!?

Ich zäh­le also #CarlSchmitt auch zu jenen “trau­ma­tisierten” jun­gen Män­ner. Er durch den 1. Weltkrieg mit ein­er einzi­gen Not belastet: Die grausame gewalt­bere­itschaft von ent­gren­zten Men­schen im Krieg gegen andere Men­schen… :-/ Darauf müssen sich diese Her­ren einen Reim machen…

Verweise

Horst Bredekamp: Warum ist Carl Schmitt für seine eigenen Feinde attraktiv?

Ein sen­sa­tioneller Vor­trag. Viele Links

gebeten wor­den zu begin­nen ich zeige das war nicht abge­sprochen ich zeige einen titel der in der ich zeige einen titel der in der ein­leitung erwäh­nt wurde wir wur­den 40 minuten gegeben ich hoffe etwas unter dieser zeit­en lagen zu kön­nen steven holmes wie bere­its erwäh­nt beiratsmit­glied des ein­stein forums pro­fes­sor für poli­tis­che the­o­rie an der new york uni­ver­si­ty ein radikaler vertei­di­ger der lib­eralen gemein­schaft hat gemein­sam mit ivan krastev das viel moment viel disku­tierte buch des licht­es los pub­liziert karl schmidt kommt inhaltlich nur an ein­er einzi­gen aber vielle­icht entschei­den­den stelle vor ich zitiere die lib­eralen regime urban cher prä­gung die in osteu­ropa auf dem vor­marsch sind verbinden carl schmitts ver­ständ­nis von poli­tik als ein melo­drama­tis­ches show­down zwis­chen fre­und und feind mit der insti­tu­tionellen fas­sade der lib­eralen demokratie zitat ende es gehe darum die nation zitat wieder vor ihren inneren wie äußeren fein­den zu schützen zitat ende um die poli­tik der post­sow­jetis­chen gesellschaften osteu­ropas zu ver­ste­hen müsse man demzu­folge schmidt ken­nen nicht um ihn zum muster zu nehmen son­dern um diejeni­gen zu begreifen die seine begrün­dung ein­er lib­eralen poli­tik mod­ell­haft umsätzen nicht anders hat marc sail­er vor eini­gen jahren mit blick auf chi­na argu­men­tieren würde argu­men­tiert befremdet darüber dass ich zwei beson­ders begabte chi­ne­sis­che stu­den­ten eines sem­i­nars bei ihm mündlich nicht beteiligt hät­ten sie danach befragt in der sprech­stunde geant­wortet dass sie nicht englisch son­dern latein und deutsch als rel­e­vante sprachen erachteten englisch sei nicht mehr up to date auf die frage nach dem latein hät­ten sie geant­wortet dass es darauf ankomme die sprache eines reich­es im orig­i­nal zu ken­nen das über jahrhun­derte hin­weg die europäis­che welt dominiert habe und auf die frage nach der bedeu­tung des deutschen seit die antwort bekom­men das ist notwendig sei leo strauss und karl schmidt im orig­i­nal zu lesen zitat diese stu­den­ten sind beson­ders inter­essiert an schmidts nachkriegs schriften in denen er vorauss­chauend darüber reflek­tiert dass die glob­al­isierung den inter­na­tionalen kon­flikt eher ver­stärken statt ver­ringern werde das war im jahr 1950 und dass der ter­ror­is­mus sich als wirk­same reak­tion auf die glob­al­isierung aus­bre­it­en werde das war im jahr 1963 zitat ende lei­der nehmen wir bei­de äußerun­gen ernst so scheint karl schmeckt aktuelle denn sie dass ich jedoch für jeden der sich mit schmidt beschäftigt latent die gefahr der miss­bil­li­gung gar der äch­tung stellt die dass ich nicht unbeteiligt lässt berichte ich von mir selb­st aus und ich kann nur hof­fen dass sie das nicht als selb­st­be­spiegelung bew­erten steven holmes dem ich ja ger­ade erwäh­nt hat­te war 1991 92 als fel­low am wis­senschaft­skol­leg durch seine zahlre­ichen kon­tak­te zu oppo­si­tionellen kol­le­gen vor allem in rus­s­land und ungarn vor 1989 hat­te er starke bindung sowie so gut wie in den gesamten ehe­ma­li­gen ost­block und er hat mehrere län­der bei der auf­stel­lung neuer ver­fas­sun­gen berat­en und teils auch die fed­er geführt ich war mit­glied wie sie rechts sehen des­sel­ben jahrgangs und wir haben unendlich viel über poli­tis­che the­o­rie disku­tiert eines tages war für karl schmitz poli­tis­che the­olo­gie mit der bemerkung auf den schreibtisch ließ das aber pass auf mir war kalt mit bekan­nt aber als ein­er der pro­tag­o­nis­ten des drit­ten reich­es galt er als ein autor der so vergiftet war dass er nicht berührt wer­den sollte ihre wahl was mein fach kun­st­geschichte bet­rifft will er im kinder ver­gle­ich­bar ein­er der größten begabun­gen des fach­es der später der kun­sthis­torik­er adolf hitlers genan­nt wer­den kon­nte das bild zeigt hier heilige hier kinder das bild zeigt eine auswahl zeigt binder neben mar­tin hei­deg­ger auf der kundge­bung der intellek­tuellen zum aus­tritt deutsch­lands aus dem völker­bund in leipzig im novem­ber 1933 hin­ter gehörte zu jenen per­so­n­en die zu sehr in die ver­brechen des nazi-regimes ver­wick­elt schien als dass es oppor­tun sein kon­nte sich mit ihm zu beschäfti­gen dabei aber ging ver­loren das kinder- und nur ein beispiel zu nen­nen in seinem buch das prob­lem der gen­er­a­tion in der kun­st­geschichte europas die formel der ungle­ichzeit­igkeit des gle­ichzeit­i­gen geprägt hat karl mannheim hat sich die tiere genial genan­nt und zum aus­gangspunkt zu ein­er wis­sens sozi­olo­gie gemacht und von dort aus wurde und wird diese formel bis heute als zeit­di­ag­nose etwa bei jür­gen haber­mas oder niklas luh­mann genutzt ohne dass der find­er zum ursprung noch bekan­nt wird die ethisch begrün­dete der nation mori führt in diesem punkt zu ein­er verkürzung der begriff­s­geschichte zu den mit­gliedern des jahres am wis­senschaft­skol­leg 91/92 gehörte auch andrei ple­su jen­er kun­st his­torik­er und philosoph aus bukarest der unter george school in die karpat­en ver­ban­nt wor­den war und wenige tage nach der rev­o­lu­tion von 1989 als kul­tus­min­is­ter in die neue regierung berufen wurde später auch außen­min­is­ter wurde nach bukarest zurück­gekehrt begann er die vielle­icht gekränkt kräftig­ste anspruchsvoll­ste ein­rich­tun­gen im gesamten ehe­ma­li­gen ost­block zu grün­den das new europe poli­tisch gemein­sam mit dem wis­senschaft­skol­leg ich würde auch ich wurde in den grün­dungs beirat dieser kost­baren insti­tu­tion berufen bei der auswahl der ersten gen­er­a­tio­nen von fel­lows die sich danach sehn­ten eine welt jen­seits des total­i­taris­mus ken­nen­zuler­nen war die lag die erste über­raschung darin dass du bei so gut wie allen kan­di­dat­en unter­schiedlich­ster diszi­plinen heiliger präsent war mich ver­störte diese aus­rich­tung weil ich meine ich mag das kaum sagen aber es ist so weil ich meine ablehnung hei­de das über lange zeit aus dem grund nicht über­wun­den kon­nte weil mir dessen sprache in ihrer autoren dunkel­heit ger­adezu kör­per­lichen wider­willen erzeugt ja aber nun kommt erst nach län­geren gesprächen ja erst nach län­geren gesprächen begriff ich dass heiliger und schaut fest ein­er großen geschichte intellek­tu­al­ität als ein code ver­standen wurde der alters verkör­perte verdichtete was und der tat ver­boten war die beschäf­ti­gung mit dem philosophen des schwarzwaldes war eine funk­tion der befreiung aus einem total­itären sys­tem aus dieser per­spek­tive her­aus habe ich gel­ernt nicht mit der latenz zu geschäft diaz rumänis­chen als beispiel die es rumänis­chen intellek­tuellen erlaubt hat­te mit hil­fe von heiliger geist ich zu über­leben die drei beispiele zeigen den preis der aus­blendung von kon­t­a­minierten per­so­n­en die welt wird dann ein­fach­er aber auch erken­nt­nis schwäch­er es ist schwieriger die welt in ihrer ver­schränkung zu durch­denken und das scheint mir heute stärk­er denn je geboten gegenübers mit erlebte ich einen anderen prozess soll mich dessen sprache von beginn an ger­adezu mitriss darauf bezog sich die war­nung meines fre­un­des stephen huss ich ver­lange die poli­tis­che the­olo­gie und beschäftigte mich dann beson­ders mit der poli­tis­chen roman­tik und dann auf die nähe von karl schmidt zur kün­st­lerischen avant­garde zu stoßen dann schmidts irreale dich­tung uri banken von 1918 verblüfft zur ken­nt­nis zu nehmen entschei­dend war aber die lek­türe von ham­let oder heco war der ein­bruch der zeit in das spiel ich stieß hier einiger­maßen ver­wirrt auf den namen wal­ter ben­jamin wie kon­nte es sein dass ein jurist ein lit­er­atur geschichtlich­es buch ver­fasst hat­te das erkennbar in ben­jamin einen geisti­gen adres­sat­en besaß und wie war es möglich dass mit einem brief ben­jamins zitieren kon­nte in dem dieser ihm seine tiefe verehrung bekun­det hat­te dieses phänomen habe ich immer wieder mit geld gisler dem her­aus­ge­ber der tage­büch­er schmitz und zahlre­ich­er weit­er­er werte disku­tiert er bat mich das ver­hält­nis zwis­chen ben­jamin und schmidt im wech­sel­seit­i­gen dia­log in ihrem wech­sel­seit­i­gen dia­log zu rekon­stru­ieren und das ergeb­nis habe ich dann 1997 zeit­gle­ich in crit­i­cal in chur solchen zeitschrift für philoso­phie pub­liziert die englis­che aus­gabe habe ich diesen holmes gewid­met mit gior­gio agam­ben habe ich diesen auf­satz sehr lange disku­tiert und er hat diesen dann für sein buch über die aus­nahme sit­u­a­tion benutzt soweit man erst der punkt 21 näherung an karl schmidt ich stieß in diesem zusam­men­hang auf jacob taubes der offenkundig sein­er­seits von der beziehung ben­jamins zu schmidt zugle­ich irri­tiert und fasziniert war diese geschichte habe ich dann im 2017 erschiene­nen durch den zer­störten reich­stag gle­ich­sam apro­pos ps vorgestell­ten oxford ham­burg auf karls mit grob zurück kon­stru­ieren ver­sucht viele punk­te sind bekan­nt und ver­mut­lich wer­den sie heute oder mor­gen detail­liert­er zur sprache kom­men aber vielle­icht lohnt ist die etap­pen zumin­d­est sum­marisch aufzuführen glaube es war von werks mit seit den 1950 er jahren fasziniert er war für ihn wie er 1952 schrieb zitat die kur­siv die die geistige potenz die alles intellek­tuellen geschreib­sel um hauptes­länge über­ragt zitat ende nach eini­gen kon­tak­ten ver­mied er jedoch jeden aus­tausch der anti­semitismus stand dazwis­chen obwohl die ems mit regelmäßig seine pub­lika­tio­nen zusandte bisweilen wurde er auch mit gestoßen das ist ja auch bekan­nt so durch alexan­dra q cells dem gefeierten his­torik­er des endes der geschichte nach einem auftritt an der brodel­nden freien uni­ver­sität in berlin im jahr 1967 dem ver­störten taubes mit­teile mit­teilte er reise jet­zt zu schmidt nach plet­ten­berg dem einzi­gen in deutsch­land mit dem zu reden sich lohne drei jahre danach 1970 kam ein zweit­er schock in form jenes von wal­ter ben­jamin mit gesandten briefes vom dezem­ber 1930 in dem er ihm seinen trauer­spiel buch mit der eloge wid­mete er habe seine wesentlichen kat­e­gorien aus den schriften von schmidt und ins­beson­dere aus dessen über­legun­gen zur dik­tatur über­nom­men schmidt hat­te diesen in seinem shake­speare bei diesen brief in seinem shake­speare buch erwäh­nt aber in der ersten brief aus­gabe war er nicht abge­druckt taubes sprach von zen­sur ob dieser vor­wurf berechtigt ist muss offen bleiben aber kein zweifel beste­ht darin dass alle hin­weise auf carl schmitt in ben­jamins trauer­spiel buch in der gesamten in den gesam­melten schriften bewusst gewählt wur­den das schreiben war ein begleit­brief zu eben dem trauer­spiel buch in dem ben­jamin bekun­det von schmidts über­legun­gen zum sou­veränitäts begriff wie auch von diesen abhand­lung über die dik­tatur wie gesagt zutief­st prof­i­tiert zu haben ben­jamins kun­st philoso­phie sei durch­schnitts staat­sphiloso­phie bestätigt über alle höflichkeits formeln zeug das schreiben von ben­jamins höch­ster wertschätzung gegenüber schmidt unter dem ein­druck der lek­türe dieses schreibens ver­fasste taubes wohl im juli 1970 einen mehr­seit­i­gen brief an schmidt da dieser an den fol­gen eines herzan­falls litt san­tos sein schreiben dass eine erste tief­greifende analyse von ben­jamins brief erhielt jedoch nicht ab unab­hängig von diesem ver­säum­nis stellt taubes brief ein antwort reser­voir auf die frage warum karl schmidt für intellek­tuelle die ihm die ihm in so gut wie jed­er hin­sicht ent­ge­gen pflanzen attrak­tiv sein kon­nte schmidts äußerun­gen am beginn der naz­i­herrschaft sein unverzeih­lich aber er taumelt augus­tine zu seinem eige­nen erschreck­en nicht um sich einzugeste­hen dass er ich zitiere wieder taubes schmidt auch heute noch als den bedeu­tend­sten kopf in deutsch­land anerken­nen trotz aller intel­li­gen­zia in und um die frank­furter schule und ihren die pen­den­zen in han­nover berlin und starn­berg zitat ende es geht so weit­er dann haber­mas vom linken faschis­mus sprechen so dürfe er nicht ver­schweigen dass dieser wiederum zitat bei ben­jamin ein nicht kleines prob­lem darstellt und bei allen ben­jamin eaton ein kreuz bleibt zitat ende möglicher­weise war taubes herr abset­zung von ben­jamin ein akt der selb­st­be­freiung und tauglichkeit als link­er und beze­ich­nete sich als solchen gab aber kurz vor seinem tod in hei­del­berg zu ver­ste­hen dass dies nicht seine überzeu­gung entsprach son­dern vielmehr eine ein­sicht in die notwendigkeit in sprung sei etwas zu verän­dern schmidt gab taube ist das stich­wort eine welt jen­seits der fix­ierten gewis­sheit­en wahrzunehmen in der es um 1930 wieder zitat ganz andere kon­stel­la­tio­nen und fron­ten gab als die die nach­her geschichtlich wur­den zitat ende im sel­ben moment schrieb hans blu­men­berg der war eine beson­ders enge beziehung zu spät einge­gan­gen war das ist hier das sind die anno­ta­tio­nen auf dem titel blick die wird die artikel auf der titel­seite die schmidt das ganze buch ist voll mit diesen bemerkung also eine sehr sehr enge ist er pub­liziert beziehung zwis­chen blu­men­berg und schmidt blum­berg schreibt taubes er solle seine triebe tripo­lis tis­che attitüde aufgeben und per­sön­lich kon­takt mit schmidt aufnehmen bloombergs brief ist entsprechen­des doku­ment dafür dass die beziehung zu schmeckt als ein art als eine art lack­mus test gew­ertet wurde und zwar darf bis zu welchem grad wirk­liche tol­er­anz oder ob schein­heiligkeit vorherrsche zitat blum­berg ein taubes sie brüsten sich den per­sön­lichen kon­tak­ten mit dem falls 90-jähri­gen zu mei­den weil er vor fast einem hal­ben jahrhun­dert wahrlich abscheuliche dinge geschrieben hat aber das intellek­tuelle feeds gehabe des wer noch wer nicht mehr widert mich an zitat ende dies hat gewirkt in einem schreiben vom novem­ber 1977 ver­band taube ist ein gruß an schmidt mit dem sprach­bild würde ihnen seine hand über einen abgrund hin­weg reichen schmidt schmitt antwort dann ab ros­tock hat abmes­sun­gen hat taubes ent­waffnet in den fol­gen­den jahren besuchte es mit ins­ge­samt drei mal in plet­ten­berg diese begeg­nung fast der mit den worten zusam­men wir haben das vorhin schon zitiert gehört in plet­ten­berg hat­te ich die stür­mis­chsten gespräche die je in deutsch­er sprache geführt habe zitat ende nach dem tod karl schmitz im jahr 1987 wurde taubes wegen sein­er nähe zu schmidt von per­so­n­en ange­grif­f­en die ihm den man­gel an ein­deutigkeit vor waf­fen die er im kon­takt mit schritt schmidt ja ger­ade hat­te über­winden wollen die ver­anstal­tung im mai­son hein­rich heine war eine art tri­bunal taubes vertei­digte sich nicht nur mit ben­jamins verehrung zitat von schmidt son­dern mit der anwen­dung von schmidts dik­tum dass dieser sein­er­seits von theodor däubler über­nom­men hat­te der feind ist unser eigen ist unsere der feind ist unsere eigene frage als gestalt der feind ist unsere eigene frage als gestalt das bekan­nte dik­tum im feb­ru­ar 87 wid­met auf es eine sein­er vier vor­lesun­gen zum römer­brief in hei­del­berg von lei­der und jan ass­mann wer­den wir viel zu vielle­icht genaueres höheren unredigiert in sein­er rohen und unver­stell­ten teils zorni­gen und bit­teren klarheit sowohl befrem­dend wie auch anziehen ist dieser vor­trag ein schlüs­sel für das diese vor­lesung ein schlüs­sel für das phänomen ein­er sich steigern­den aktu­al­ität schmitz auch bei diesem anlass bei dem tauffest taubes über seine beziehung zu schmidt eine art rechen­schaft ablegte spielte der ben­jamin brief eine zen­trale rolle im mai des­sel­ben jahres 1987 kam dann das ken­nen sie ja denke ich alle kam posthum taubes pub­lika­tion hat karl schmidt ent­ge­gen­streben führung mot­to dieses sym­po­siums im mehrere ver­lag als samm­lung von reflex­io­nen über sein ver­hält­nis zu schmidt her­aus es war eine vertei­di­gungss­chrift die auf den ver­dacht seit­ens per­so­n­en die er klarheit als an zwis­chen­tö­nen inter­essiert waren reagierte diese kleine schrift hat carl schmitt flog mit dem lateinis­chen dop­pelsinn des alters sowohl zu wie auch gegen darstellen kann spie­lend war und ist dieser text ein­er der meist über­set­zten und wohl auch meist gele­se­nen texte zu carl schmitt den ben­jamin brief nan­nte er in dieser schrift auch ein bekan­ntes zitat eine mine die unsere vorstel­lung von der geis­tes­geschichte der weimar­er repub­lik oder explodieren lässt zitat ende ein drit­ter punkt taubes als mod­ell der attrak­tion von schmidt im ersten satz seines sein­er schrif­tart schmidt hat taubes betont dass dieser ihn als juden zu jenen hätte rech­nen müssen die er als feind beze­ich­net habe den­noch wolle er ihm seine ehrfurcht ehrfurcht zitat bezeu­gen die gründe für diese ungewöhn­lich hohe form der wertschätzung sind auf­schlussre­ich ich ver­suche sie in sieben punk­ten zusam­men zu fassen der erste grund liegt darin dass taub­itz schmidt ohne frage als die bedeu­tend­ste intellek­tuelle kapaz­ität begrif­f­en hat der er in seinem gesamten leben begeg­net ist in anlehnung an q cells hat­te ihn in unter­schiedlichen sendun­gen als klüg­sten men­schen der in deutsch­er sprache anzutr­e­f­fen seit beze­ich­net aber klugheit ist zunächst eine neu­trale kat­e­gorie der zweite qual­i­ta­tiv zu beze­ich­nende grund war die absage die absage an das links-rechts-schema schmitz schritt the­o­rie des par­ti­sa­nen hat viele vertreter der linken die sich auf der gren­ze zwis­chen dem gang durch die insti­tu­tio­nen und dem ter­ror befan­den zutief­st fasziniert und auch sie sind nach plet­ten­berg gepil­gert aber dies war es eben nicht was taubes inter­essierte ihm ging es und hier ähn­lich der zweite grund und die über­win­dung der moralisch einge­frore­nen poli­tis­chen festschrei­bun­gen zugun­sten ein­er kom­plex­ität steigerung die sich zuord­nung dieser art instink­tiv wider­set­zte das rück­grat dieser über­legung bietet die offenkundi­ge verehrung die eben weil der ben­jamin schmid gegenüber in ver­schiede­nen äußerun­gen wie auch in seinem trauer­spiel buch bezeugt hat als wolle es sich von den ubiq­ui­tär zu vernehmenden beken­nt­nis­sen zu ben­jamin wie in einem inter­view wie in einem heute akt befreien hat er verneint und dass er hat verneint aubis hat verneint dass ben­jamin schmid eben­bür­tig sei es schmerzt diese zeilen zu lesen aber sie verdeut­lichen mit welch­er brachial­ge­walt sich taubes von ethis­chen fix­ierun­gen der geschichte zu lösen ver­sucht möglicher­weise spielt in dieses motiv als drit­ter grund auch das anliegen vorhin bere­its ange­sprochen der verge­bung ein verge­bung oder zumin­d­est die dis­tanz gegenüber einem selb­st­gewis­sen rechen des stabes hat­te blu­men­berg von taubes gefordert es gelte sich dem gülti­gen ord­nungs schema zu wider­set­zen wenn der sich selb­st als erz jude beze­ich­nende taubes ver­ständ­nis für schmidt äußert um die frage zu stellen wie er selb­st in den jahren 1933 und 34 regierung reagiert hätte und wenn er sich davon ab wen­det den wieder zitat richter zu spiele ich bin nicht errichtet dann wird dies wie eine stel­lvertre­tende geste ein­er gen­er­a­tion die den kampf mit den vätern unab­hängig davon ob jüdisch oder nicht ihrer­seits in ein­er gnaden­losigkeit geführt hat­te die dem phänomen dass hier an den pranger gestellt wurde nicht gle­ich haben natür­lich nicht aber doch in der entsch­ieden­heit sys­tem­a­tisch ver­wandt war auch kälte per tau bis­mar­ck diese gen­er­a­tio­nen spez­i­fis­che seite hinzugekom­men seien stel­lvertre­tend für seine nichtjüdis­chen zeitgenossen immer wieder ver­wun­dert warum ein geg­n­er des lib­er­al­is­mus für die ver­fechter des sel­ben von bedeu­tung und wert sein kann taubes und tieren licht der vierte grund für die attrak­tiv­ität von schmidt hat dies in die ent­waffnende formel gebracht dass das leben selb­st nicht lib­er­al sei sich als lib­er­al auszugeben und das leben als ein lib­erales zu führen sei kein ver­di­enst son­dern ein luxus der auf kosten ander­er dinge dass abstrak­ten des lib­er­al­is­mus auszu­rufen sei poli­tis­ches zitat bie­der­meier man müsse wis­sen dass es erkauft sei mit dem elend von anderen die nicht in dieses priv­i­leg gelan­gen kon­nten und man müsse auch erken­nen dass das eis auf dem der lib­er­al­is­mus schlim­mere nun sei den lib­er­al­is­mus zu vertei­di­gen heiße daher seine kosten mit zu bedenken zu berech­nen und dieses gebot von nie­man­den so trau­rig und so klar definiert wor­den als von carl schmitt entschei­dend ist und hier in lichte fün­fte grund dass schmidt ein the­o­retik­er des abriss­es war in der formel 1 wo char­ta per­son hat schmidt tages eben in diesem akkusativ als seinen geis­tesver­wandten erk­lärt der die frage der gemein­schaft nicht als fes­ti­gung des kon­tinuier­lich klären­den diskurs son­dern als bewäl­ti­gung des net­zes der kon­ti­nu­ität durch denkt daher taubes abnei­gung gegenüber haber­mas favorisiert schmitz fix­ierung der krise als nor­mal­fall und der aus­nahme als split­ter haften spiegel des all­ge­meinen also all dessen was schmidt als hob­bys des zwanzig­sten jahrhun­derts zu einem hoff­nungslosen vertei­di­ger des leviathan und damit so bis zu einem einzi­gar­ti­gen starts philosophen gemacht habe es mit durch­denkt all jene kräfte welche die neu­tral­isierende kraft des staates wie hob­bys sie konzip­iert habe unter­minieren als ver­nichter eine lib­er­al­ität die allein staatlich und kirch­lich gewährleis­tet sein kann er erken­nt deren unter dank und durch denke die kon­se­quen­zen ein­er auto realen gegen­wert das ist der kat­e­gorie mit dem zwei triste aus­nahme als zen­traler kat­e­gorie ist als sech­ster grund die poli­tis­che ökolo­gie der zeit gegeben für taube es ist schmidt ein unver­gle­ich­lich anre­gen­der starts philosoph der wie nie­mand seit thomas hobbes das prob­lem des erin­nern­den zeit als ein kon­sti­tu­tives ele­ment der poli­tik kann zeit sein frist zitat gal­gen­frist und dies gelte auch für schmidt ihren leader der grund dass die zeit des redens als zeit der ver­gold­e­ten frist zum wun­sch nach die zivilist führe der wenn er ver­passt wird die sich steigernde gren­zen­lose rhetorik zum blutvergießen gelan­gen ließen entschei­dend zur taubes und dieses der siebente und let­zte grund ist die attrak­tion von schmidt darin dass er gegen alle sozi­olo­gen der sta­tis­tik und alle poli­tolo­gen der macht physik die über­ra­gen­den bilder des mythos für real erhielt als die harten fak­ten des pos­i­tivis­mus wenn den mythen vorge­wor­fen werde dass sie inter­es­sen­geleit­et und biegsam sein dann sei dies eine selb­st­täuschung zitat nichts kann fern­er taubes nichts kann fern­er von den wirk­lichen ver­hält­nis­sen sein als die dies als dieses his­torisches his­toris­tis­che vorurteil zitat endet ja soweit mein ver­such die gründe warum sich taubes mit schmidt als einem heubo­den gle­ich­sam ver­brüdert hat zu sys­tem­a­tisieren sie wer­den eine denke ich per­sön­liche stel­lung­nahme erwarten und ich will mich nicht um diese drück­en in der let­zten punk­ten der attrak­tion von schmidt liegt für mich selb­st der anlass ihn für unverzicht­bar zu hal­ten aus all diesen grün­den mit blick auf hob­bys und schmidt habe ich ver­sucht die meta­phern geschichte des leviathan und rechts dann das bj als den bei­den mon­ster ein­er poli­tis­chen ide­olo­gie derzeit zu ver­fol­gen um prozesse der gegen­wart begreifen zu kön­nen mein fre­und steven holmes hat mir erläutert und insofern möchte ich sein ein­gangs zitiertes zitat zum prob­lem machen dass die ablehnung und sendung des fre­und feind schema über­sieht dass dieses der ein­hebung von gewalt dient und nicht etwa zu deren expan­sion die deutsche formel vom feind der die eigene oder unsere eigene frage in gestalt zeit lehrt und das im antag­o­nis­tis­chen gegenüber das selb­st so sehr steckt dass es nicht als ein absolutes neg­a­tivem wahrzunehmen ist die formel dient der ver­mei­dung der gren­zen­losen gewalt von bürg­erkrieg und ter­ror damit eine solche eini­gung gelin­gen kann bedarf es der zeit und des raumes des stars als die entschei­dende kat­e­gorie aus der her­aus einen reflex­ion­s­grad zu gewin­nen ist in dem sich die eige­nen fragestel­lun­gen durch das feindliche so definierte feindliche gegenüber soweit her­auskristallisieren dass sie dialogfähig über­haupt erst wer­den hierin liegt die grund­kon­stel­la­tion aus der her­aus jed­wede gegen­wart zu befra­gen ist im moment geschieht ein umfassender angriff auf den seit 1751 gel­tenden gesellschaftsver­trag der das gewalt­monopol an den start übergibt die pri­vat­bere­ich besitzt und vor der observierung dis­tanziert im moment aber wer­den alle dass räume und die zeitlichen abstände ani­miert raum und zeit fall­en ubiq­ui­tin zusam­men und dies erzeugt nicht das gefühl son­dern ich denke man kann es so for­mulieren dass klare bewusst­sein ein­er umfassenden die indi­vid­u­al­ität stran­gulieren denn gewalt unsere gefan­gen­schaft im takt des augen­blicks im fast voll­ständi­gen des tow­ers ver­lust auch angesichts des phänomens das in dieser sit­u­a­tion eine ethik der diver­sität ent­standen ist die alles um greift aber alles was nicht lupen­rein zu ihr passt mit einem unbe­friedigten hass ver­fol­gt in dieser zeit ist mir franz neu­mann spot ein revi­er als syn­dikus der sozialdemokratis­chen partei musste neu­mann bere­its im märz 1933 fliehen er war ein schüler carl schmitt der sich bei ihm habil­i­tieren wollte im exil pub­lizierte er 1942 im lift buck­ler in lon­don eine abgründi­ge analyse denn der sns in frontstel­lung zu schmidt aber unter ver­wen­dung als sein­er kat­e­gorien neu­mann denkt den ns nicht als keines­falls keines­falls als ein hier­ar­chis­ches sys­tem was für ein irrtum son­dern als einen vierkampf zwis­chen partei staat wirtschaft und mil­itär ein vierkampf der seinen gewalt­poten­zial bp modisch nach unten und nach außen drückt die unüberse­hbar kite dieses des stars losen inneren bürg­erkrieges des ns scheint wie ein menetekel man meinen schluss und damit ende ich in franz neu­manns suche nach der eige­nen frage in gestalt liegt mein eigen­er zugang zu carl schmitt [Applaus] ganz her­zlichen dank das war eigentlich eine glück­liche fügung mit steven holms ich habe ver­sucht ihn zu bewe­gen hier­her zu kom­men aber es ist mit­ten im semes­ter und new york und jet­zt kön­nen wir aber sehr gut mit deinen aus­führun­gen begin­nen gibt es ja noch mal kön­nen sie hier nico bitte und vielle­icht ein biss­chen lichter der jan ass­mann ist da ja ich habe zwei fra­gen das eine also ich habe den begriff des poli­tis­chen auch gele­sen und nicht den ein­druck gehabt dass es hier keine eini­gung gebe ja geht das so ja also ich habe nicht den ein­druck dass es hier wirk­lich um eine ein­hegung geht die steuer zitat geht ja weit­er der feind ist unsere eigene frage als gestalt und er wird uns wir ihn zum tode het­zen das klingt nicht nach ein­hegung und und dann hat mich verblüfft ich hat­te schon bei essen wun­der­bar was war das refer­at in ein­fach jeden fall hat war ich verblüfft zu hören dass thomas hobbes zu carl schmitt fein­den gehört und fühlte mich jet­zt an sich in meinem ein­druck bestätigt dass sie doch carl schmitt als den thomas haupt des zwanzig­sten jahrhun­derts sehen so habe ich das auch immer ver­standen aber was meinen sie jet­zt zu diesem wider­spruch kön­nte man das noch mal auflösen also karl schmidt und thomas haupt wider­spruch zur spin­osa ganz klar aber also diese bei­den also zum ersten karl schmidt hat den nach­satz niemals zitiert es bleibt allein für meinen nach meinem wis­sen er hat auch die quelle über­haupt nicht benan­nt mit taucht allein der begriff aus der feind ist die eigene frage heißt gestalt er ist hein­rich mey­er hat in den glaube ich 80er jahren die voll­ständi­ge fas­sung über­haupt ent­deckt dass dieses dik­tum über­haupt nicht von schmidt stand son­dern von dort aus einem seinem fre­und also insofern näm­lich dieses dik­tum als so geset­zt wie schmid ist allein zitiert nicht und ich glaube dass es an der an dem prinzip der ein­hegung des bürg­erkrieges das ist ja der ganze sinn des fre­und feind schema der krieg soll eingeübt wer­den also also wozu son­st nein ger­ade nicht nein ich aus der aus der inneren logik von schmidt kommt es entschei­dend darauf an im feind nicht das tier zu sehen son­dern das gegenüber dass ich selb­st in feindlich­er posi­tion in das ist ein entschei­den­der ansatz das ist etwas völ­lig anderes als die verzierung des geg­n­ers im bürg­erkrieg wie wir das erleben und ich möchte dass mas­siv beto­nen das ist eine miss­bil­li­gend ich will mit nicht vertei­di­gen ich habe glaube ich habe gesagt dass er meine eigene frage als feind ist es mit ist mein feind aber er ist meine frage das ist mein punkt so ähn­lich wie taubes gesagt hat ich möchte nichts mit vertei­di­gen aber das stimmt für meinen begriff nicht zu der zu der zweit­en seite die the­o­rie dass also der geolo­gie der poli­tik dort war für mich entschei­dend die zeitbes­tim­mung also die aus­nahme und die absolute nähe zu ben­jamin der schock der schock als die wahrheit nicht die kon­ti­nu­ität die tiefe nähe zur avant­garde die bis zu war­nen dann geht die serie know what love is now worüber por­po­ra ja dieses große buch über die plöt­zlichkeit geschrieben hat in die sich schmidt ein­fach ein­fügt mit dieser bes­tim­mung die aus­nahme der schock der is erk­lärt alles das hat mich fasziniert in der nähe zur van­guard zu ihrer platzieren kön­nen sie den zweit­en punkt ist nun haupt­feind ein­fach vor­bild von bei­des erst bei­des also erst bei­des natür­lich ist ob es für ihn der größte über­haupt der einzige der ihm eben­bür­tig ist aber zugle­ich ist er auch der­jenige der den staat preis­gegeben hat das hat er in seinen über­legun­gen zu dem front­ge­bi­et das von abra­ham bosse dur­chaus geführt in dem er sagt hov­es kreiert eine fas­sade hin­ter der sich die sekundär instanzen die gemein­schaften die ver­bände die die die nicht staatlichen insti­tu­tio­nen aus­bre­it­en kön­nen so dass die fas­sade das ver­steck­spiel von instanzen oder per­so­n­en darstellt die visa den start und erholen kön­nen und dann kommt die wah­n­witzige wollte und dass er argu­men­tiert darüber habe ich mein zweites buch also den arbeit­ern dem bj geschrieben dass er argu­men­tiert der bj ist ein land tier nilpferd nilpferd haft kom­pakt angesichts dessen was in bezug auf hop szene verehrt aber was dessen prob­lem ist näm­lich dass er dir öffnet zu per­so­n­en wie espinosa es der bj kom­pakt eine ein­heit und deswe­gen ist das zukun­ft­s­the­ma wollte eine kleine frage zu den abstu­fun­gen und der feind­schaft die wir bei carl schmitt gradu­ell gefasst wird ich glaube es sind vier punk­te man kann die ja auch typol­o­gis­che über­tra­gen auf die feind­schaften der nsdap die in den zwölf jahren the­o­retisch vor­bere­it­et und exeku­tiert wur­den also zb die etwas weniger schlimme feind­schaft zu den angel­sach­sen und die an ila torische feind­schaft zu den juden und zu den bolschewis­ten und dann ange­blich die jüdisch bolschewis­tis­chen kom­mis­sare und so gibt es ja auch mar­co schmidt genau diese folie und das gipfelt in der absoluten feind­schaft und nir­gend­wo kann ich mich zumin­d­est nicht erin­nern bei carl schmitt ste­ht das diesem grund fig­ur die mit dieser mit dieser wen­dung von doppler benan­nt ist dass die nicht all diese ger­ade fassen kann und eben auch die absolute feind­schaft und da man muss man sich doch keine illu­sio­nen machen was ger­ade schmidt damit meinte damit meinte der let­ztlich die ver­nich­tung ich kann nur nochmals antworten das ist für meinen begriff eine ver­ab­so­lu­tierung ein­er kom­po­nente die im extrem vorhan­den sein kön­nen aber sein ganzes par­ti­san buch spricht von der abwehr des eines nicht gehegten krieges also er hat unen­twegt über die möglichkeit nachgedacht wie der feind als als selb­st immer noch behan­delt wird weil der gehegte kriege unter­schied so par­ti­sa­nenkrieg ist die vor­bere­itung jed­er neuen zivil­i­sa­tion und der apoka­lypse und der tech­nolo­gie das ja auch ein­deutige denkt find­et ja natür­lich so ver­ste­he sie argu­men­tieren wie also wenn ich die taube sätze würde eher sagen sie es ihren eine frage und ideen ein entschuldigung beto­nen eine 1 1 sie ord­nen karl schmidt eine deu­tung zu die taubes und blu­men­berg abgelehnt haben und das habe ich sagen ja auch die heißen siebziger und da war ja eine ganze große menge an geheimnis­sen aufzudeck­en aber heute wird die afg und die baut auf auf dem fre­und vere­in­ten prinzip und hat auch absolute feinde rel­a­tive fal­l­ende lieblings­feinde weniger schlimme feinde aber dieser geis­te­shal­tung gemein­sam ist noch genau dieses prinzip die elf ste­ht es das pro­dukt dessen was ich zu beschreiben ver­sucht habe dass die radikale analy­se­fähigkeit sich nie­mand traut das ist der punkt die fdp kamen end­punk­te auf die ver­boten sind das ist das denn das ist der grund ihres erfolges und es gibt eine kaf­feep­ause aber da war jemand hier nicht abse­hbare gese­hen aber hin­ten ist jemand ja sie meinen wenn sie so fre­undlich noch ein wenig zum prob­lem der verän­dern­den zeit zu sagen das habe ich nicht ganz das prob­lem der verbinden­den zeit habe ich nicht ganz ver­standen wer­den so fre­undlich noch kurz was dazu zu sagen es schwierig dass es kurz zu machen aber ich ver­suche das so gut es irgend geht es hängt mit thomas haus­es zusam­men das ist exakt der das ist exakt der punkt den tonne ser­vice ich habe das genan­nt die poli­tis­che ökolo­gie derzeit in die welt gebracht hat in dem tom des haus­es beobachtet wie eine staats eps im inter­net neu aufgestellt wird tod des königs im moment des todes des königs und klar stat­ue die geord­nete zeit der ordo ver­längert habe es geht es um hat ein einziges ziel hat ein einziges ziel das inter­reg­num die zeit der aus­nahme des bürg­erkrieges in eine kon­ti­nu­ität der auto zu brin­gen und dazu braucht er die apps oder das pron­to spitz visuelle pow­er eine verbindung von stat­ue und kon­ti­nu­ität stiften der dauer ist das haup­tan­liegen von holz deswe­gen nen­nt dieses den leviathan das ist eine staats- und dage­gen die zer­rin­nen dezeit die ohne sub­stanz also im sinne der antilib­eralen als pure rede als diskurs nicht die zion­is­tis­che den satan auf­führt und in den bürg­erkrieg führt das ist diese tiefe tiefe frontstel­lung zwis­chen haber­mas diskur­siv­er öffentlichkeit und der repräsen­ta­tiv­en öffentlichkeit die über sym­bole zur kon­ti­nu­ität zu kom­men ver­sucht das ste­ht bei schmidt eben eben­so im zen­trum wie bei wie bei haus und schmidt um das abzuschließen denkt sich nicht die kon­ti­nu­ität als ziel wie die haupt son­dern er denkt den in der zeit als die möglichkeit die struk­tur­los zwar in der zeit zu definieren und in ihr gegen­teil zu über­führen und das ist sein grund­konzept sein­er poli­tis­chen the­olo­gie durch der kt schon entschei­det napoleon vielle­icht hitler jeden­falls 32 die katholis­che kirche das kom­men des antichris­ten zu dis­tanzieren das ist die frist fabel und das und dies hat ben­jamin voll­ständig über­nom­men voll­ständig über­nom­men wenn sie die geschicht­sphilosophis­chen the­sen nehmen dann sind die rein reinisch mit rein­ster schmidt gesagt die ben­jamins geschichts angelus novus die geschicht­sphilosophis­chen the­sen und karl schmidt sind auge in auge stirn an stirn for­muliert ich habe sie nicht gese­hen dann nur ja schon vorher in der ersten debat­te in ver­suchung zu zitieren was jet­zt fast schlag­wort charak­ter anzunehmen dro­ht­en das zitat der feind ist die eigene frage als gestalt um dem seine schärfe und seine wiederzugeben stelle ich ein­fach die frage ist das nicht ein weit­er blick über den eige­nen teller­rand und mit wenn man ihn umschrieben sieht in der schrift der begriff des poli­tis­chen und zwar in der ersten auflage ist das nicht ein weit­er blick über diesen teller­rand hin­aus der ein gespräch feinde wie es für friedensver­hand­lun­gen mit denen man aus bürg­erkriegs zustän­den hin­auskommt notwendig ist ist es nicht dafür ger­adezu der türöffn­er nicht möchte aber ich habe die gar nicht spöt­tisch gemeinte als ich das zuerst gele­sen habe spöt­tisch gemeint nicht spöt­tisch gemeint son­dern anerken­nende frage die vers gstaad gebracht die eigene frage als gewalt wo bleibt die eigene frage als gestalt wo bleibt denn da die staats­ge­walt die let­zte frage kann ich spon­tan nicht bere­it die die die schweiz spricht spricht von der van von dem ster­ben des staates ist das war ja sein sein punkt von denen das leviathan buch von 1938 kann man dur­chaus als kri­tik der mann kann ist man kann ist als kri­tik der gegen­wär­ti­gen ver­hält­nisse lesen also ihre sicht ist meine und ich machen was ihnen zugeste­hen dass es äußerun­gen gibt von schmidt der führer schützt das recht ist ein auf­satz keine äußerung wollte ihnen ger­ade genau das wollte ich ger­ade sagen entschuldigen sie ich wollte ich wollte eben auf diesen auf diese frage antworten dass sich ihr zus­timme dass sie aber die gren­ze in den punk­ten hat die sie ange­sprochen haben und dass man dieses mit bedenken muss diese the­o­retis­che der the­o­retis­che ver­such die bes­tia lisi hrung des geg­n­ers als tier zurück­zunehmen in die möglichkeit eine einge­bung der ewig existieren­den gewalt­bere­itschaft des men­schen darum geht es mit und daneben oder in diesem feld hat der äußerun­gen getan die einen schaud­ern lassen das wollte ich eben auch sagen das sind die damit müssen wir umge­hen und deswe­gen habe ich die ich habe dieses vorge­bracht um zu ver­ste­hen warum ein taubes schmidt als den klüg­sten men­schen der ihm jemals begeg­net beze­ich­net hat und cow­boys verdich­tung und nicht poli­tisch ja das ist eigentlich auch jet­zt schon über­flüs­sig aber es ist natür­lich fre­und feind und dazwis­chen ist der geg­n­er sie hat­ten es sehr vielfältig schon angedeutet wird sie auch der geg­n­er ist jemand mit dem man umge­hen kann den feind kann mann umbrin­gen oder muss man umbrin­gen weil es mein leben mein leben und ich glaube wir müssen das alles aus ein­er abstrak­ten geschichtlichkeit raus­nehmen und müssen bedenken dass das neun­zehnte jahrhun­dert mit der indus­triellen rev­o­lu­tion und erniedri­gung des men­schen durch den men­schen ein eine potenz bei sich führte die sozusagen notwehr möglich machte der name heißt schorsch und man kann die fasz­i­na­tion von ben­jamin schmidt über­haupt nicht richtig ver­ste­hen wenn man nicht die frage der gewalt die vor uns ste­ht und mit einem bein ste­ht der gedanken hin­ter uns lan­ge­nau das genau das und das hat es in seinem vor­wurf von ben­jamin an dass er ein links faschist sein meine frage meine frage an meine frage an sie wäre wie wie sie meinen let­zten punkt bewährten mich ich finde es ein­fach erschüt­tern die begriffs los phänomene wie john­son oder dran behan­delt wer­den abso­lut begriffs los es wird über sie witze gemacht ich kann diese chance ein­fach nicht mehr hören mit sketchen ich glaube sagen zu kön­nen dass man mit schnittchen auch die zeit kat­e­gorien mit schnittchen kat­e­gorien diese phänomene erk­lären kann ben john­son taube sagt er gegenüber schmidt § 48 glaube ich wenn die demokratie an der exis­tenz wenn das par­la­ment nicht mehr funk­tion­iert und die demokratie in gefahr ist dann ste­he ich völ­lig auf der seite von schmidt das im extrem­fall die demokratie durch eine teilzeit dik­tatur gerettet wer­den muss john­son macht nichts anderes nicht kommt zum schluss dass das par­la­ment sich in den wärmeren wider­sprüch­lichen und keinen ausweg führen­den beschlüssen sich selb­st außer kraft geset­zt hat bis zu ein­er weise dass die demokratie fun­da­men­tal­en gefahr ist vielle­icht sog­ar in bürg­erkrieg dro­ht und schickt das par­la­ment auf zeit ins nichts sein berater ist ein bis­mar­ck anhänger der seinen schmidt gele­sen hat trump wie gesagt ich ich habe ich kann die witze über krank nicht ertra­gen was was tut wer­den die karl schmid sou­verän ist wer die aus­nahme sit­u­a­tion beherrscht tram vom ersten sekunde an tut das was ben­jamin beschrieben hat in den geschicht­sphilosophis­chen the­sen was schmidt beschrieben hat als die zeit des bj in dem der sou­verän regiert allein sagt auf­takt auf­takt jede zeitliche dauer zu zer­schnei­den so dass er nach jedem beschluss in dem gegen­teil dass er am näch­sten tag sagt wieder der sou­verän ist dass das irrsin­nig sste nach­dem beschlossen und mor­gen mon­re­al wo er aufdeck­en way den beschluss der 5 also sagten eigentlich zu dieser sind vom gegen­teil überzeugt ver­ste­hen sie ich meine es nur als instru­mentellen zugriff begrif­flich­er art gibt es möglichkeit­en über diese kat­e­gorien bil­dung zu abstrahieren was uns so tief bedrückt und das ist meine frage an an schmidt als geg­n­er den wir aber hil­ft etwas zu ver­ste­hen das ist eine wun­der­bare schlusssatz ich bedanke mich horst [Applaus]

Transkript:

(…) Gebeten wor­den, zu begin­nen, zeige ich – das war nicht abge­sprochen – einen Titel, der in der Ein­leitung erwäh­nt wurde.

Wir wur­den 40 Minuten gegeben. Ich hoffe, etwas unter dieser Zeit bleiben zu kön­nen.

Steven Holmes, wie bere­its erwäh­nt Beiratsmit­glied des Ein­stein Forums, Pro­fes­sor für poli­tis­che The­o­rie an der New York Uni­ver­si­ty, ein radikaler Vertei­di­ger der lib­eralen Gemein­schaft, hat gemein­sam mit Ivan Krastev das im Moment viel disku­tierte Buch „Das Licht, das erlosch“ pub­liziert. Carl Schmitt kommt inhaltlich nur an ein­er einzi­gen, aber vielle­icht entschei­den­den Stelle vor. Ich zitiere:

„Die lib­eralen Regime urbaner Prä­gung, die in Osteu­ropa auf dem Vor­marsch sind, verbinden Carl Schmitts Ver­ständ­nis von Poli­tik als ein melo­drama­tis­ches Show­down zwis­chen Fre­und und Feind mit der insti­tu­tionellen Fas­sade der lib­eralen Demokratie.“

Zitat Ende.

Es gehe darum, die Nation, Zitat wieder, „vor ihren inneren wie äusseren Fein­den zu schützen“, Zitat Ende. Um die Poli­tik der post­sow­jetis­chen Gesellschaften Osteu­ropas zu ver­ste­hen, müsse man demzu­folge Schmitt ken­nen – nicht, um ihn zum Muster zu nehmen, son­dern um diejeni­gen zu begreifen, die seine Begrün­dung ein­er illib­eralen Poli­tik mod­ell­haft umset­zen.

Nicht anders hat Mark Lil­la vor eini­gen Jahren mit Blick auf Chi­na argu­men­tiert. Er zeigte sich befremdet darüber, dass zwei beson­ders begabte chi­ne­sis­che Stu­den­ten eines Sem­i­nars sich bei ihm mündlich nicht beteiligt hät­ten. Sie danach befragt, haben sie in der Sprech­stunde geant­wortet, dass sie nicht Englisch, son­dern Latein und Deutsch als rel­e­vante Sprachen erachteten. Englisch sei nicht mehr up to date. Auf die Frage nach dem Latein hät­ten sie geant­wortet, dass es darauf ankomme, die Sprache eines Reich­es im Orig­i­nal zu ken­nen, das über Jahrhun­derte hin­weg die europäis­che Welt dominiert habe. Und auf die Frage nach der Bedeu­tung des Deutschen sei die Antwort gekom­men, dass es notwendig sei, Leo Strauss und Carl Schmitt im Orig­i­nal zu lesen.

Zitat:

„Diese Stu­den­ten sind beson­ders inter­essiert an Schmitts Nachkriegss­chriften, in denen er vorauss­chauend darüber reflek­tiert, dass die Glob­al­isierung den inter­na­tionalen Kon­flikt eher ver­stärken statt ver­ringern werde – das war im Jahr 1950 – und dass der Ter­ror­is­mus sich als wirk­same Reak­tion auf die Glob­al­isierung aus­bre­it­en werde – das war im Jahr 1963.“

Zitat Ende.

Lei­der nehmen wir bei­de Äusserun­gen ernst. So scheint Carl Schmitt aktueller denn je. Dass sich jedoch für jeden, der sich mit Schmitt beschäftigt, latent die Gefahr der Miss­bil­li­gung, gar der Äch­tung stellt, die […] mich nicht unbeteiligt lässt, berichte ich von mir selb­st aus, und ich kann nur hof­fen, dass Sie das nicht als Selb­st­be­spiegelung bew­erten.

Steven Holmes, den ich ja ger­ade erwäh­nt hat­te, war 1991/92 als Fel­low am Wis­senschaft­skol­leg. Durch seine zahlre­ichen Kon­tak­te zu oppo­si­tionellen Kol­le­gen, vor allem in Rus­s­land und Ungarn vor 1989, hat­te er starke Bindun­gen so gut wie in den gesamten ehe­ma­li­gen Ost­block. Und er hat mehrere Län­der bei der Auf­stel­lung neuer Ver­fas­sun­gen berat­en und teils auch die Fed­er geführt.

Ich war Mit­glied, wie Sie rechts sehen, des­sel­ben Jahrgangs, und wir haben unendlich viel über poli­tis­che The­o­rie disku­tiert. Eines Tages warf er mir Carl Schmitts „Poli­tis­che The­olo­gie“ mit der Bemerkung auf den Schreibtisch: „Lies das, aber pass auf.“

Mir war Carl Schmitt bekan­nt, aber als ein­er der Pro­tag­o­nis­ten des Drit­ten Reich­es galt er als ein Autor, der so vergiftet war, dass er nicht berührt wer­den sollte. Ihre Wahl, was mein Fach Kun­st­geschichte bet­rifft, wäre im Kindler ver­gle­ich­bar ein­er der grössten Begabun­gen des Fach­es, der später der Kun­sthis­torik­er Adolf Hitlers genan­nt wer­den kon­nte: das Bild zeigt hier […] Binder. Das Bild zeigt eine Auswahl, zeigt Binder neben Mar­tin Hei­deg­ger auf der Kundge­bung der Intellek­tuellen zum Aus­tritt Deutsch­lands aus dem Völker­bund in Leipzig im Novem­ber 1933.

[…] gehörte zu jenen Per­so­n­en, die zu sehr in die Ver­brechen des Nazi-Regimes ver­wick­elt schienen, als dass es oppor­tun sein kon­nte, sich mit ihm zu beschäfti­gen. Dabei aber ging ver­loren, dass Kinder – um nur ein Beispiel zu nen­nen – in seinem Buch „Das Prob­lem der Gen­er­a­tion in der Kun­st­geschichte Europas“ die Formel der Ungle­ichzeit­igkeit des Gle­ichzeit­i­gen geprägt hat. Karl Mannheim hat sie genial genan­nt und zum Aus­gangspunkt zu ein­er Wis­senssozi­olo­gie gemacht, und von dort aus wurde und wird diese Formel bis heute als Zeit­di­ag­nose etwa bei Jür­gen Haber­mas oder Niklas Luh­mann genutzt, ohne dass der Find­er zum Ursprung noch bekan­nt wird. Die ethisch begrün­dete damna­tio memo­ri­ae führt in diesem Punkt zu ein­er Verkürzung der Begriff­s­geschichte.

Zu den Mit­gliedern des Jahres am Wis­senschaft­skol­leg 91/92 gehörte auch Andrei Ple­su, jen­er Kun­sthis­torik­er und Philosoph aus Bukarest, der unter Ceaus­es­cu in die Karpat­en ver­ban­nt wor­den war und wenige Tage nach der Rev­o­lu­tion von 1989 als Kul­tus­min­is­ter in die neue Regierung berufen wurde, später auch Aussen­min­is­ter wurde. Nach Bukarest zurück­gekehrt, begann er die vielle­icht kräftig­ste, anspruchsvoll­ste Ein­rich­tung im gesamten ehe­ma­li­gen Ost­block zu grün­den, das New Europe Col­lege, gemein­sam mit dem Wis­senschaft­skol­leg. Ich wurde in den Grün­dungs­beirat dieser kost­baren Insti­tu­tion berufen.

Bei der Auswahl der ersten Gen­er­a­tio­nen von Fel­lows, die sich danach sehn­ten, eine Welt jen­seits des Total­i­taris­mus ken­nen­zuler­nen, lag die erste Über­raschung darin, dass bei so gut wie allen Kan­di­dat­en unter­schiedlich­ster Diszi­plinen Hei­deg­ger präsent war. Mich ver­störte diese Aus­rich­tung, weil ich – ich mag das kaum sagen, aber es ist so – meine Ablehnung Hei­deg­gers über lange Zeit aus dem Grund nicht über­winden kon­nte, weil mir dessen Sprache in ihrer autoritären Dunkel­heit ger­adezu kör­per­lichen Wider­willen erzeugte. Ja, aber nun kommt es: Erst nach län­geren Gesprächen begriff ich, dass Hei­deg­ger und Schmitt ein­er grossen Schicht Intellek­tu­al­ität als ein Code ver­standen wurde, der alles verkör­perte, verdichtete, was unter der Tat ver­boten war. Die Beschäf­ti­gung mit dem Philosophen des Schwarzwaldes war eine Funk­tion der Befreiung aus einem total­itären Sys­tem.

Aus dieser Per­spek­tive her­aus habe ich gel­ernt, nicht mit der […] rumänis­chen Intellek­tuellen zu hadern, die es rumänis­chen Intellek­tuellen erlaubt hat­te, mit Hil­fe von Hei­deg­ger geistig zu über­leben.

Die drei Beispiele zeigen den Preis der Aus­blendung von kon­t­a­minierten Per­so­n­en. Die Welt wird dann ein­fach­er, aber auch erken­nt­niss­chwäch­er. Es ist schwieriger, die Welt in ihrer Ver­schränkung zu durch­denken, und das scheint mir heute stärk­er denn je geboten.

Gegenüber Schmitt erlebte ich einen anderen Prozess. Mich hat dessen Sprache von Beginn an ger­adezu mit­geris­sen. Darauf bezog sich die War­nung meines Fre­un­des Steven Holmes. Ich ver­schlang die „Poli­tis­che The­olo­gie“ und beschäftigte mich dann beson­ders mit der „Poli­tis­chen Roman­tik“. Auf die Nähe von Carl Schmitt zur kün­st­lerischen Avant­garde zu stossen, dann Schmitts irreale Dich­tung „Uri Banken“ von 1918 verblüfft zur Ken­nt­nis zu nehmen – das war entschei­dend. Entschei­dend war aber die Lek­türe von „Ham­let oder Heku­ba oder der Ein­bruch der Zeit in das Spiel“.

Ich stiess hier, einiger­massen ver­wirrt, auf den Namen Wal­ter Ben­jamin. Wie kon­nte es sein, dass ein Jurist ein lit­er­aturgeschichtlich­es Buch ver­fasst hat­te, das erkennbar in Ben­jamin einen geisti­gen Adres­sat­en besass? Und wie war es möglich, dass Schmitt einen Brief Ben­jamins zitieren kon­nte, in dem dieser ihm seine tiefe Verehrung bekun­det hat­te?

Dieses Phänomen habe ich immer wieder mit Hel­mut Giesler, dem Her­aus­ge­ber der Tage­büch­er Schmitts und zahlre­ich­er weit­er­er Werke, disku­tiert. Er bat mich, das Ver­hält­nis zwis­chen Ben­jamin und Schmitt im wech­sel­seit­i­gen Dia­log zu rekon­stru­ieren, und das Ergeb­nis habe ich dann 1997 zeit­gle­ich in „Cri­tique“ und […] „Zeitschrift für Philoso­phie“ pub­liziert. Die englis­che Aus­gabe habe ich Steven Holmes gewid­met. Mit Gior­gio Agam­ben habe ich diesen Auf­satz sehr lange disku­tiert, und er hat diesen dann für sein Buch über die Aus­nahme­si­t­u­a­tion benutzt.

Soweit mein erster Punkt: Annäherung an Carl Schmitt.

Ich stiess in diesem Zusam­men­hang auf Jacob Taubes, der offenkundig sein­er­seits von der Beziehung Ben­jamins zu Schmitt zugle­ich irri­tiert und fasziniert war. Diese Geschichte habe ich dann im 2017 erschiene­nen „Durch den zer­störten Reich­stag“ gle­ich­sam […] auf Carl Schmitt zurück­zukon­stru­ieren ver­sucht. Viele Punk­te sind bekan­nt, und ver­mut­lich wer­den sie heute oder mor­gen detail­liert­er zur Sprache kom­men. Aber vielle­icht lohnt es, die Etap­pen zumin­d­est sum­marisch aufzuführen.

Taubes war von Schmitt seit den 1950er Jahren fasziniert. Er war für ihn, wie er 1952 schrieb, Zitat: „die geistige Potenz, die alles intellek­tuelle Geschreib­sel um Hauptes­länge über­ragt“. Zitat Ende. Nach eini­gen Kon­tak­ten ver­mied er jedoch jeden Aus­tausch. Der Anti­semitismus stand dazwis­chen, obwohl ihm Schmitt regelmäs­sig seine Pub­lika­tio­nen zusandte. Bisweilen wurde er auch mit­gestossen. Das ist ja auch bekan­nt, so durch Alexan­dre Kojeve, dem gefeierten His­torik­er des Endes der Geschichte, nach einem Auftritt an der brodel­nden Freien Uni­ver­sität in Berlin im Jahr 1967, der dem ver­störten Taubes mit­teilte, er reise jet­zt zu Schmitt nach Plet­ten­berg, dem einzi­gen in Deutsch­land, mit dem zu reden sich lohne.

Drei Jahre danach, 1970, kam ein zweit­er Schock in Form jenes von Wal­ter Ben­jamin mit­ge­sandten Briefes vom Dezem­ber 1930, in dem er ihm sein „Trauer­spiel­buch“ mit der Eloge wid­mete, er habe seine wesentlichen Kat­e­gorien aus den Schriften von Schmitt und ins­beson­dere aus dessen Über­legun­gen zur Dik­tatur über­nom­men.

Schmitt hat­te diesen Brief in seinem Shake­speare-Buch erwäh­nt, aber in der ersten Briefaus­gabe war er nicht abge­druckt. Taubes sprach von Zen­sur. Ob dieser Vor­wurf berechtigt ist, muss offen bleiben, aber kein Zweifel beste­ht darin, dass alle Hin­weise auf Carl Schmitt in Ben­jamins „Trauer­spiel­buch“ in den gesam­melten Schriften bewusst getil­gt wur­den. Das Schreiben war ein Begleit­brief zu eben dem „Trauer­spiel­buch“, in dem Ben­jamin bekun­det, von Schmitts Über­legun­gen zum Sou­veränitäts­be­griff wie auch von dessen Abhand­lung über die Dik­tatur, wie gesagt, zutief­st prof­i­tiert zu haben. Ben­jamins Kun­st­philoso­phie sei durch Schmitts Staat­sphiloso­phie […] bestätigt. Über alle Höflichkeits­formeln hin­aus zeugt das Schreiben von Ben­jamins höch­ster Wertschätzung gegenüber Schmitt.

Unter dem Ein­druck der Lek­türe dieses Schreibens ver­fasste Taubes wohl im Juli 1970 einen mehr­seit­i­gen Brief an Schmitt. Da dieser an den Fol­gen eines Herzan­falls litt, sandte Taubes sein Schreiben, das eine erste tief­greifende Analyse von Ben­jamins Brief enthielt, jedoch nicht ab. Unab­hängig von diesem Ver­säum­nis stellt Taubes’ Brief ein Antwortreser­voir auf die Frage dar, warum Carl Schmitt für Intellek­tuelle, die ihm in so gut wie jed­er Hin­sicht ent­ge­gen­standen, attrak­tiv sein kon­nte.

Schmitts Äusserun­gen am Beginn der Naz­i­herrschaft seien unverzeih­lich. Aber Taubes kon­nte zu seinem eige­nen Erschreck­en nicht umhin, sich einzugeste­hen, dass er, ich zitiere wieder Taubes, „Schmitt auch heute noch als den bedeu­tend­sten Kopf in Deutsch­land“ anerkenne, „trotz aller Intel­li­gen­zia in und um die Frank­furter Schule und ihren Depen­dan­cen in Han­nover, Berlin und Starn­berg“. Zitat Ende.

Es geht so weit­er. Dann Haber­mas vom linken Faschis­mus sprechen. So dürfe er nicht ver­schweigen, dass dieser wiederum, Zitat, „bei Ben­jamin ein nicht kleines Prob­lem darstellt und bei allen Ben­jamini­an­ern ein Kreuz bleibt“. Zitat Ende.

Möglicher­weise war Taubes’ Her­ab­set­zung von Ben­jamin ein Akt der Selb­st­be­freiung. Taubes beze­ich­nete sich als Linken, gab aber kurz vor seinem Tod in Hei­del­berg zu ver­ste­hen, dass dies nicht seine Überzeu­gung entsprochen habe, son­dern vielmehr eine Ein­sicht in die Notwendigkeit, in Sprün­gen etwas zu verän­dern.

Schmitt gab Taubes das Stich­wort, eine Welt jen­seits der fix­ierten Gewis­sheit­en wahrzunehmen, in der es um 1930 wieder, Zitat, „ganz andere Kon­stel­la­tio­nen und Fron­ten gab als die, die nach­her geschichtlich wur­den“. Zitat Ende.

Im sel­ben Moment schrieb Hans Blu­men­berg, der eine beson­ders enge Beziehung zu Taubes einge­gan­gen war […] – das sind die Anno­ta­tio­nen auf dem Titel­blick, die Artikel auf der Titel­seite, die Schmitt […], das ganze Buch ist voll mit diesen Bemerkun­gen, also eine sehr, sehr enge pub­lizierte Beziehung zwis­chen Blu­men­berg und Schmitt. Blu­men­berg schreibt Taubes, er solle seine tripoli­tis­che Attitüde aufgeben und per­sön­lichen Kon­takt mit Schmitt aufnehmen. Blu­men­bergs Brief ist ein entsprechen­des Doku­ment dafür, dass die Beziehung zu Schmitt als eine Art Lack­mustest gew­ertet wurde, und zwar dafür, bis zu welchem Grad wirk­liche Tol­er­anz oder ob Schein­heiligkeit vorherrsche.

Zitat Blu­men­berg an Taubes:

„Sie brüsten sich, den per­sön­lichen Kon­takt mit dem bald 90-Jähri­gen zu mei­den, weil er vor fast einem hal­ben Jahrhun­dert wahrlich abscheuliche Dinge geschrieben hat, aber das intellek­tuelle Feinge­habe des Wer-noch, Wer-nicht-mehr widert mich an.“

Zitat Ende.

Dies hat gewirkt. In einem Schreiben vom Novem­ber 1977 ver­band Taubes einen Gruss an Schmitt mit dem Sprach­bild, würde ihm seine Hand über einen Abgrund hin­weg reichen. Schmitts Antwort hat Taubes ent­waffnet. In den fol­gen­den Jahren besuchte Taubes ihn ins­ge­samt dreimal in Plet­ten­berg. Diese Begeg­nun­gen fasste er mit den Worten zusam­men – wir haben das vorhin schon zitiert gehört –: „In Plet­ten­berg hat­te ich die stür­mis­chsten Gespräche, die je in deutsch­er Sprache geführt wur­den.“ Zitat Ende.

Nach dem Tod Carl Schmitts im Jahr 1987 wurde Taubes wegen sein­er Nähe zu Schmitt von Per­so­n­en ange­grif­f­en, die ihm den Man­gel an Ein­deutigkeit vor­war­fen, die er im Kon­takt mit Schmitt ja ger­ade hat­te über­winden wollen. Die Ver­anstal­tung im Mai­son Hein­rich Heine war eine Art Tri­bunal. Taubes vertei­digte sich nicht nur mit Ben­jamins Verehrung […] von Schmitt, son­dern mit der Anwen­dung von Schmitts Dik­tum, das dieser sein­er­seits von Theodor Däubler über­nom­men hat­te: „Der Feind ist unsere eigene Frage als Gestalt.“

Im Feb­ru­ar 1987 wid­mete Taubes eine sein­er vier Vor­lesun­gen zum Römer­brief in Hei­del­berg – von der, von Jan Ass­mann, wer­den wir vielle­icht Genaueres hören – unredigiert, in sein­er rohen und unver­stell­ten, teils zorni­gen und bit­teren Klarheit, sowohl befrem­dend wie auch anziehend, ist diese Vor­lesung ein Schlüs­sel für das Phänomen ein­er sich steigern­den Aktu­al­ität Schmitts. Auch bei diesem Anlass, bei dem Taubes über seine Beziehung zu Schmitt eine Art Rechen­schaft ablegte, spielte der Ben­jamin-Brief eine zen­trale Rolle.

Im Mai des­sel­ben Jahres 1987 kam dann – das ken­nen Sie ja, denke ich, alle – posthum Taubes’ Pub­lika­tion „Ad Carl Schmitt. Gegen­stre­bige Fügung“ im Merve Ver­lag als Samm­lung von Reflex­io­nen über sein Ver­hält­nis zu Schmitt her­aus. Es war eine Vertei­di­gungss­chrift, die auf den Ver­dacht seit­ens Per­so­n­en reagierte, die eher an Klarheit als an Zwis­chen­tö­nen inter­essiert waren. Diese kleine Schrift „Ad Carl Schmitt“ flog mit dem lateinis­chen Dop­pelsinn des „ad“ – sowohl zu wie auch gegen – spie­len war und ist dieser Text ein­er der meistüber­set­zten und wohl auch meist­ge­le­se­nen Texte zu Carl Schmitt. Den Ben­jamin-Brief nan­nte er in dieser Schrift, auch ein bekan­ntes Zitat, „eine Mine, die unsere Vorstel­lung von der Geis­tes­geschichte der Weimar­er Repub­lik explodieren lässt“. Zitat Ende.

Ein drit­ter Punkt: Taubes als Mod­ell der Attrak­tion von Schmitt.

Im ersten Satz sein­er Schrift „Ad Carl Schmitt“ hat Taubes betont, dass dieser ihn als Juden zu jenen hätte rech­nen müssen, die er als Feind beze­ich­net habe. Den­noch wolle er ihm seine Ehrfurcht bezeu­gen. Die Gründe für diese ungewöhn­lich hohe Form der Wertschätzung sind auf­schlussre­ich. Ich ver­suche sie in sieben Punk­ten zusam­men­z­u­fassen.

Der erste Grund liegt darin, dass Taubes Schmitt ohne Frage als die bedeu­tend­ste intellek­tuelle Kapaz­ität begrif­f­en hat, der er in seinem gesamten Leben begeg­net ist. In Anlehnung an Kojeve hat er ihn in unter­schiedlichen Sendun­gen als den klüg­sten Men­schen, der in deutsch­er Sprache anzutr­e­f­fen sei, beze­ich­net. Aber Klugheit ist zunächst eine neu­trale Kat­e­gorie.

Der zweite, qual­i­ta­tiv zu beze­ich­nende Grund war die Absage an das Links-Rechts-Schema. Schmitts „The­o­rie des Par­ti­sa­nen“ hat viele Vertreter der Linken, die sich auf der Gren­ze zwis­chen dem Gang durch die Insti­tu­tio­nen und dem Ter­ror befan­den, zutief­st fasziniert, und auch sie sind nach Plet­ten­berg gepil­gert. Aber dies war es eben nicht, was Taubes inter­essierte. Ihm ging es – und hier ähn­lich der zweite Grund – um die Über­win­dung der moralisch einge­frore­nen poli­tis­chen Festschrei­bun­gen zugun­sten ein­er Kom­plex­itätssteigerung, die sich Zuord­nun­gen dieser Art instink­tiv wider­set­zte.

Das Rück­grat dieser Über­legung bietet die offenkundi­ge Verehrung, die eben Wal­ter Ben­jamin Schmitt gegenüber in ver­schiede­nen Äusserun­gen wie auch in seinem „Trauer­spiel­buch“ bezeugt hat. Als wollte er sich von den ubiq­ui­tär zu vernehmenden Beken­nt­nis­sen zu Ben­jamin wie in einem Inter­view, wie in einem […] befreien, hat Taubes verneint, dass Ben­jamin Schmitt eben­bür­tig sei. Es schmerzt, diese Zeilen zu lesen, aber sie verdeut­lichen, mit welch­er Brachial­ge­walt sich Taubes von ethis­chen Fix­ierun­gen der Geschichte zu lösen ver­sucht.

Möglicher­weise spielt in dieses Motiv als drit­ter Grund auch das Anliegen der Verge­bung hinein, oder zumin­d­est die Dis­tanz gegenüber einem selb­st­gewis­sen Rech­nen. Stabes hat­te Blu­men­berg von Taubes gefordert, es gelte, sich dem gülti­gen Ord­nungss­chema zu wider­set­zen. Wenn der sich selb­st als Erzjude beze­ich­nende Taubes Ver­ständ­nis für Schmitt äussert, um die Frage zu stellen, wie er selb­st in den Jahren 1933 und 1934 reagiert hätte, und wenn er sich davon abwen­det, wieder, Zitat, „Richter zu spie­len – ich bin nicht der Richter“, dann wird dies wie eine stel­lvertre­tende Geste ein­er Gen­er­a­tion, die den Kampf mit den Vätern, unab­hängig davon ob jüdisch oder nicht, ihrer­seits in ein­er Gnaden­losigkeit geführt hat­te, die dem Phänomen, das hier an den Pranger gestellt wurde, nicht gle­ichkam – natür­lich nicht –, aber doch in der Entsch­ieden­heit sys­tem­a­tisch ver­wandt war.

Als vierte, bei Taubes diese gen­er­a­tionsspez­i­fis­che Seite hinzugekommene […] hat er sich stel­lvertre­tend für seine nichtjüdis­chen Zeitgenossen immer wieder ver­wun­dert, warum ein Geg­n­er des Lib­er­al­is­mus für die Ver­fechter des­sel­ben von Bedeu­tung und Wert sein kann. Taubes und […] Licht der vierte Grund für die Attrak­tiv­ität von Schmitt hat dies in die ent­waffnende Formel gebracht, dass das Leben selb­st nicht lib­er­al sei. Sich als lib­er­al auszugeben und das Leben als ein lib­erales zu führen, sei kein Ver­di­enst, son­dern ein Luxus, der auf Kosten ander­er […] des Abstrak­testen des Lib­er­al­is­mus aus­gerufen sei: poli­tis­ches, Zitat, „Bie­der­meier“. Man müsse wis­sen, dass es erkauft sei mit dem Elend von anderen, die nicht in dieses Priv­i­leg gelan­gen kon­nten, und man müsse auch erken­nen, dass das Eis, auf dem der Lib­er­al­is­mus schwimme, dünn sei. Den Lib­er­al­is­mus zu vertei­di­gen heisse daher, seine Kosten mit zu bedenken, zu berech­nen, und dieses Gebot sei von nie­man­dem so trau­rig und so klar definiert wor­den wie von Carl Schmitt.

Entschei­dend ist, und hier im fün­ften Grund, dass Schmitt ein The­o­retik­er des Abriss­es war. In der Formel „Wo […] Per­son hat“ erk­lärt Taubes Schmitt […] in diesem Akzent als seinen Geis­tesver­wandten, der die Frage der Gemein­schaft nicht als Fes­ti­gung des kon­tinuier­lich klären­den Diskurs­es, son­dern als Bewäl­ti­gung des Riss­es der Kon­ti­nu­ität durch­denkt. Daher Taubes’ Abnei­gung gegenüber Haber­mas. Favorisiert wird Schmitts Fix­ierung der Krise als Nor­mal­fall und der Aus­nahme als split­ter­hafter Spiegel des All­ge­meinen. All dessen, was Schmitt als Hobbes’ Ver­such des zwanzig­sten Jahrhun­derts zu einem hoff­nungslosen Vertei­di­ger des Leviathan und damit Taubes zu einem einzi­gar­ti­gen Staat­sphilosophen gemacht habe. Er durch­denkt all jene Kräfte, welche die neu­tral­isierende Kraft des Staates, wie Hobbes sie konzip­iert habe, unter­minieren, als Ver­nichter ein­er Lib­er­al­ität, die allein staatlich und kirch­lich gewährleis­tet sein kann. Er erken­nt deren Unter­gang und durch­denkt die Kon­se­quen­zen ein­er autoref­er­en­tiellen Gegen­wart.

Als sech­ster Grund ist mit der Kat­e­gorie der Zeit die poli­tis­che Ökolo­gie der Zeit gegeben. Für Taubes ist Schmitt ein unver­gle­ich­lich anre­gen­der Staat­sphilosoph, der wie nie­mand seit Thomas Hobbes das Prob­lem der enden­den Zeit als ein kon­sti­tu­tives Ele­ment der Poli­tik kan­nte. Zeit sei Frist, Zitat „Gal­gen­frist“, und dies gelte auch für Schmitt. […] Der Grund, dass die Zeit des Redens als Zeit der ver­gold­e­ten Frist zum Wun­sch nach Deeskala­tion führe, der, wenn er ver­passt wird, die sich steigernde gren­zen­lose Rhetorik zum Blutvergiessen gelan­gen lasse.

Entschei­dend für Taubes, und dies ist der siebente und let­zte Grund, ist die Attrak­tion Schmitts darin, dass er gegen alle Sozi­olo­gen der Sta­tis­tik und alle Poli­tolo­gen der Macht­physik die über­ra­gen­den Bilder des Mythos für real hielt als die harten Fak­ten des Pos­i­tivis­mus. Wenn den Mythen vorge­wor­fen werde, dass sie inter­es­sen­geleit­et und biegsam seien, dann sei dies eine Selb­st­täuschung. Zitat Taubes: „Nichts kann fern­er von den wirk­lichen Ver­hält­nis­sen sein als dieses his­toris­tis­che Vorurteil.“ Zitat Ende.

Ja, soweit mein Ver­such, die Gründe, warum sich Taubes mit Schmitt als einem […] gle­ich­sam ver­brüdert hat, zu sys­tem­a­tisieren.

Sie wer­den, denke ich, eine per­sön­liche Stel­lung­nahme erwarten, und ich will mich nicht um diese drück­en. In den let­zten Punk­ten der Attrak­tion von Schmitt liegt für mich selb­st der Anlass, ihn für unverzicht­bar zu hal­ten. Aus all diesen Grün­den, mit Blick auf Hobbes und Schmitt, habe ich ver­sucht, die Meta­pherngeschichte des Leviathan und […] als den bei­den Mon­ster ein­er poli­tis­chen Ikonolo­gie der Zeit zu ver­fol­gen, um Prozesse der Gegen­wart begreifen zu kön­nen.

Mein Fre­und Steven Holmes hat mir erläutert – und insofern möchte ich sein ein­gangs zitiertes Zitat zum Prob­lem machen –, dass die Ablehnung und […] des Fre­und-Feind-Schemas über­sieht, dass dieses der Ein­hegung von Gewalt dient und nicht etwa zu deren Expan­sion. Die deutsche Formel vom Feind, der die eigene oder unsere eigene Frage in Gestalt sei, lehrt, dass im antag­o­nis­tis­chen Gegenüber das Selb­st so sehr steckt, dass es nicht als ein absolutes Neg­a­tives wahrzunehmen ist. Die Formel dient der Ver­mei­dung der gren­zen­losen Gewalt von Bürg­erkrieg und Ter­ror.

Damit eine solche Ein­hegung gelin­gen kann, bedarf es der Zeit und des Raumes des Staates als die entschei­dende Kat­e­gorie, aus der her­aus ein Reflex­ion­s­grad zu gewin­nen ist, in dem sich die eige­nen Fragestel­lun­gen durch das feindliche, so definierte feindliche Gegenüber soweit her­auskristallisieren, dass sie dialogfähig über­haupt erst wer­den. Hierin liegt die Grund­kon­stel­la­tion, aus der her­aus jed­wede Gegen­wart zu befra­gen ist.

Im Moment geschieht ein umfassender Angriff auf den seit 1651 gel­tenden Gesellschaftsver­trag, der das Gewalt­monopol an den Staat übergibt, die Pri­vat­bere­iche schützt und vor der Observierung dis­tanziert. Im Moment aber wer­den alle Räume und die zeitlichen Abstände anni­hiliert. Raum und Zeit fall­en ubiq­ui­tä rzusam­men, und dies erzeugt nicht das Gefühl, son­dern, ich denke, man kann es so for­mulieren, das klare Bewusst­sein ein­er umfassenden, die Indi­vid­u­al­ität stran­gulieren­den Gewalt, unsere Gefan­gen­schaft im Takt des Augen­blicks, im fast voll­ständi­gen […] Ver­lust.

Auch angesichts des Phänomens, dass in dieser Sit­u­a­tion eine Ethik der Diver­sität ent­standen ist, die alles umgreift, aber alles, was nicht lupen­rein zu ihr passt, mit einem unbe­friedigten Hass ver­fol­gt, ist mir Franz Neu­mann […] wichtig gewor­den. Als Syn­dikus der Sozialdemokratis­chen Partei musste Neu­mann bere­its im März 1933 fliehen. Er war ein Schüler Carl Schmitts, der sich bei ihm habil­i­tieren wollte. Im Exil pub­lizierte er 1942 in Lon­don eine abgründi­ge Analyse des NS in Frontstel­lung zu Schmitt, aber unter Ver­wen­dung all sein­er Kat­e­gorien. Neu­mann denkt den NS keines­falls als ein hier­ar­chis­ches Sys­tem – was für ein Irrtum –, son­dern als einen Vierkampf zwis­chen Partei, Staat, Wirtschaft und Mil­itär, ein Vierkampf, der sein Gewalt­po­ten­tial […] nach unten und nach aussen drückt. Die Unüberse­hbarkeit dieses staat­losen inneren Bürg­erkrieges des NS scheint wie ein Menetekel.

Meinen Schluss, und damit ende ich: In Franz Neu­manns Suche nach der eige­nen Frage in Gestalt liegt mein eigen­er Zugang zu Carl Schmitt.

[Applaus]

Ganz her­zlichen Dank. Das war eigentlich eine glück­liche Fügung mit Steven Holmes. Ich habe ver­sucht, ihn zu bewe­gen, hier­herzukom­men, aber es ist mit­ten im Semes­ter in New York. Und jet­zt kön­nen wir aber sehr gut mit deinen Aus­führun­gen begin­nen.

Gibt es noch Fra­gen? […]

Jan Ass­mann:
Ja, ich habe zwei Fra­gen. Das eine: Ich habe den „Begriff des Poli­tis­chen“ auch gele­sen und nicht den Ein­druck gehabt, dass es hier keine Ein­hegung gebe. Der Satz geht ja weit­er: „Der Feind ist unsere eigene Frage als Gestalt, und er wird uns, wir ihn, zum Tode het­zen.“ Das klingt nicht nach Ein­hegung.

Und dann hat mich verblüfft – ich hat­te schon bei […] –, in jedem Fall war ich verblüfft zu hören, dass Thomas Hobbes zu Carl Schmitts Fein­den gehört, und fühlte mich jet­zt an sich in meinem Ein­druck bestätigt, dass Sie doch Carl Schmitt als den Thomas Hobbes des zwanzig­sten Jahrhun­derts sehen. So habe ich das auch immer ver­standen. Aber was meinen Sie jet­zt zu diesem Wider­spruch? Kön­nte man das noch ein­mal auflösen?

Horst Bre­dekamp:
Also, Carl Schmitt und Thomas Hobbes – Wider­spruch zu Spin­oza ganz klar, aber diese bei­den? Zum ersten: Carl Schmitt hat den Nach­satz niemals zitiert. Es bleibt allein, nach meinem Wis­sen – er hat auch die Quelle über­haupt nicht benan­nt –, allein der Begriff „Der Feind ist die eigene Frage als Gestalt“. Hein­rich Meier hat, glaube ich, in den 80er Jahren die voll­ständi­ge Fas­sung über­haupt ent­deckt, dass dieses Dik­tum über­haupt nicht von Schmitt stammt, son­dern […] von Däubler. Insofern näm­lich: dieses Dik­tum, wie Schmitt es allein zitiert, und ich glaube, dass es an dem Prinzip der Ein­hegung des Bürg­erkrieges – das ist ja der ganze Sinn des Fre­und-Feind-Schemas – fes­thält. Der Krieg soll einge­hegt wer­den.

Jan Ass­mann:
Also wozu son­st?

Horst Bre­dekamp:
Nein, ger­ade nicht. Aus der inneren Logik von Schmitt kommt es entschei­dend darauf an, im Feind nicht das Tier zu sehen, son­dern das Gegenüber, das ich selb­st in feindlich­er Posi­tion bin. Das ist ein entschei­den­der Ansatz. Das ist etwas völ­lig anderes als die Bes­tial­isierung des Geg­n­ers im Bürg­erkrieg, wie wir das erleben. Und ich möchte das mas­siv beto­nen. Das ist […] ich will Schmitt nicht vertei­di­gen. Ich habe, glaube ich, gesagt, dass er meine eigene Frage als Feind ist. Schmitt ist mein Feind, aber er ist meine Frage, das ist mein Punkt. So ähn­lich, wie Taubes gesagt hat: Ich möchte Schmitt nicht vertei­di­gen.

Zu der zweit­en Seite: die poli­tis­che The­olo­gie, die The­olo­gie der Poli­tik, dort war für mich entschei­dend die Zeitbes­tim­mung, also die Aus­nahme und die absolute Nähe zu Ben­jamin, der Schock als die Wahrheit, nicht die Kon­ti­nu­ität, die tiefe Nähe zur Avant­garde […] bis zu Warhol, die Serie „Now what love is now“, worüber […] dieses grosse Buch über die Plöt­zlichkeit geschrieben hat, in die sich Schmitt ein­fach ein­fügt mit dieser Bes­tim­mung: die Aus­nahme, der Schock, der Riss erk­lärt alles. Das hat mich fasziniert, in die Nähe zur Avant­garde ihn platzieren zu kön­nen.

Sie kön­nen den zweit­en Punkt – ist nun Hobbes Feind, Vor­bild, bei­des? Erst bei­des natür­lich. Hobbes ist für ihn der Grösste über­haupt, der Einzige, der ihm eben­bür­tig ist. Aber zugle­ich ist er auch der­jenige, der den Staat preis­gegeben hat. Das hat er in seinen Über­legun­gen zu dem Front­ge­bi­et […] durchge­führt, in dem er sagt: Hobbes kreiert eine Fas­sade, hin­ter der sich die Sekundärin­stanzen, die Gemein­schaften, die Ver­bände, die nicht­staatlichen Insti­tu­tio­nen aus­bre­it­en kön­nen, so dass die Fas­sade das Ver­steck­spiel von Instanzen oder Per­so­n­en darstellt, die vis-à-vis dem Staat opponieren kön­nen. Und dann kommt die wah­n­witzige Volte, dass er argu­men­tiert – darüber habe ich mein zweites Buch, also den „Arbeit­er im Leviathan“, geschrieben –, dass der […] ein Landti­er, nilpfer­d­haft kom­pakt, angesichts dessen, was in Bezug auf Hobbes so verehrt wird, aber was dessen Prob­lem ist, näm­lich dass er öffnet zu Per­so­n­en wie Spin­oza. […] kom­pakt, eine Ein­heit. Und deswe­gen ist das Zukun­ft­s­the­ma […]

Frage aus dem Pub­likum:
Ich wollte eine kleine Frage zu den Abstu­fun­gen der Feind­schaft, die bei Carl Schmitt gradu­ell gefasst wer­den, stellen. Ich glaube, es sind vier Punk­te. Man kann die ja auch typol­o­gisch über­tra­gen auf die Feind­schaften der NSDAP, die in den zwölf Jahren the­o­retisch vor­bere­it­et und exeku­tiert wur­den, also z. B. die etwas weniger schlimme Feind­schaft zu den Angel­sach­sen und die anni­hi­la­torische Feind­schaft zu den Juden und zu den Bolschewis­ten und dann ange­blich die jüdisch-bolschewis­tis­chen Kom­mis­sare und so. Gibt es bei Carl Schmitt genau diese Folie? Und das gipfelt in der absoluten Feind­schaft. Nir­gend­wo, zumin­d­est kann ich mich nicht erin­nern, ste­ht bei Carl Schmitt, dass diese Grund­fig­ur, die mit dieser Wen­dung von Däubler benan­nt ist, nicht all diese Grade fassen kann und eben auch die absolute Feind­schaft. Da muss man sich doch keine Illu­sio­nen machen, was ger­ade Schmitt damit meinte – damit meinte er let­ztlich die Ver­nich­tung.

Horst Bre­dekamp:
Ich kann nur nochmals antworten: Das ist für meinen Begriff eine Ver­ab­so­lu­tierung ein­er Kom­po­nente, die im Extrem vorhan­den sein kann. Aber sein ganzes Par­ti­sa­nen­buch spricht von der Abwehr eines nicht gehegten Krieges. Er hat unen­twegt über die Möglichkeit nachgedacht, wie der Feind als Selb­st immer noch behan­delt wird, weil der gehegte Krieg im Unter­schied zum Par­ti­sa­nenkrieg die Vor­bere­itung jed­er neuen Zivil­i­sa­tion und der Apoka­lypse und der Tech­nolo­gie ist. Das find­et er natür­lich auch.

Pub­likums­frage:
So ver­ste­he ich Sie argu­men­tieren. Wenn ich Taubes lese, würde ich eher sagen, Sie […] beto­nen eine Ein­hegung, die Taubes und Blu­men­berg abgelehnt haben. Und das, habe ich gesagt, die heis­sen siebziger Jahre, da war eine ganze grosse Menge an Geheimnis­sen aufzudeck­en. Aber heute wird die AfD – und die baut auf dem Fre­und-Feind-Prinzip auf und hat auch absolute Feinde, rel­a­tive Feinde, Lieblings­feinde, weniger schlimme Feinde – diese Geis­te­shal­tung gemein­sam ist doch genau dieses Prinzip.

Horst Bre­dekamp:
Die AfD ist das Pro­dukt dessen, was ich zu beschreiben ver­sucht habe: dass die radikale Analy­se­fähigkeit sich nie­mand traut. Das ist der Punkt. Die AfD kann End­punk­te aufrufen, die ver­boten sind. Das ist der Grund ihres Erfolges.

Es gibt eine Kaf­feep­ause, aber da war jemand hier […]

Pub­likums­frage:
Wären Sie so fre­undlich, noch ein wenig zum Prob­lem der ver­rin­nen­den Zeit zu sagen? Das habe ich nicht ganz ver­standen.

Horst Bre­dekamp:
Es ist schwierig, das kurz zu machen, aber ich ver­suche das so gut es geht. Es hängt mit Thomas Hobbes zusam­men. Das ist exakt der Punkt, den Thomas Hobbes in die Welt gebracht hat, indem Hobbes beobachtet, wie eine Staat­sidee im Inter­reg­num neu aufgestellt wird. Tod des Königs: Im Moment des Todes des Königs […] endet die geord­nete Zeit, der ordo. Hobbes geht es um ein einziges Ziel: das Inter­reg­num, die Zeit der Aus­nahme, des Bürg­erkrieges, in eine Kon­ti­nu­ität der Ord­nung zu brin­gen. Und dazu braucht er […] eine Verbindung von Stat­ue und Kon­ti­nu­ität stif­ten­der Dauer. Das ist das Haup­tan­liegen von Hobbes. Deswe­gen nen­nt er dieses den Leviathan, das ist eine Staats[…] und dage­gen die ver­rin­nende Zeit, die ohne Sub­stanz, also im Sinne der Antilib­eralen, als pure Rede, als Diskurs, nicht die kon­tinuier­liche Ord­nung, den Satan auf­führt und in den Bürg­erkrieg führt. Das ist diese tiefe Frontstel­lung zwis­chen Haber­mas’ diskur­siv­er Öffentlichkeit und der repräsen­ta­tiv­en Öffentlichkeit, die über Sym­bole zur Kon­ti­nu­ität zu kom­men ver­sucht. Das ste­ht bei Schmitt eben­so im Zen­trum wie bei Hobbes.

Und Schmitt, um das abzuschliessen, denkt sich nicht die Kon­ti­nu­ität als Ziel wie Hobbes, son­dern er denkt den Riss in der Zeit als die Möglichkeit, die Struk­tur­losigkeit in der Zeit zu definieren und in ihr Gegen­teil zu über­führen. Und das ist sein Grund­konzept sein­er poli­tis­chen The­olo­gie: der Kat­e­chon entschei­det – Napoleon, vielle­icht Hitler, jeden­falls 1932, die katholis­che Kirche –, das Kom­men des Antichris­ten zu dis­tanzieren. Das ist die Frist-Fabel. Und dies hat Ben­jamin voll­ständig über­nom­men. Wenn Sie die geschicht­sphilosophis­chen The­sen nehmen, dann sind die rein­ster Schmitt, die Ben­jamins Geschicht­sphiloso­phie, der Angelus Novus, die geschicht­sphilosophis­chen The­sen und Carl Schmitt sind Auge in Auge, Stirn an Stirn for­muliert.

Weit­ere Pub­likums­frage:
Ich habe schon vorher in der ersten Debat­te ver­sucht zu zitieren, was jet­zt fast Schlag­wortcharak­ter anzunehmen dro­ht, das Zitat „Der Feind ist die eigene Frage als Gestalt“. Um dem seine Schärfe und seine […] wiederzugeben, stelle ich ein­fach die Frage: Ist das nicht ein weit­er Blick über den eige­nen Teller­rand? Und wenn man ihn umschrieben sieht in der Schrift „Der Begriff des Poli­tis­chen“, und zwar in der ersten Auflage: Ist das nicht ein weit­er Blick über diesen Teller­rand hin­aus, der ein Gespräch mit Fein­den, wie es für Friedensver­hand­lun­gen, mit denen man aus Bürg­erkriegszustän­den hin­auskommt, notwendig ist – ist es nicht dafür ger­adezu der Türöffn­er?

Horst Bre­dekamp:
Ja.

Pub­likums­frage:
Ich möchte – aber ich habe das gar nicht spöt­tisch gemeint, als ich das zuerst gele­sen habe –, son­dern anerken­nend gefragt: Wo bleibt denn da die Staats­ge­walt?

Horst Bre­dekamp:
Die let­zte Frage kann ich spon­tan nicht beant­worten. […] Er spricht vom Ster­ben des Staates, das war ja sein Punkt, des Leviathan-Buchs von 1938. Das kann man dur­chaus als Kri­tik der gegen­wär­ti­gen Ver­hält­nisse lesen.

Also: Ihre Sicht ist meine. Ich möchte Ihnen zugeste­hen, dass es Äusserun­gen gibt von Schmitt – „Der Führer schützt das Recht“ ist ein Auf­satz, keine Äusserung […]

Genau das wollte ich ger­ade sagen. Entschuldigen Sie. Ich wollte eben auf diese Frage antworten, dass ich Ihnen zus­timme, dass sie aber die Gren­ze in den Punk­ten hat, die Sie ange­sprochen haben, und dass man dieses mit bedenken muss: dieser the­o­retis­che Ver­such, die Bes­tial­isierung des Geg­n­ers als Tier zurück­zunehmen in die Möglichkeit ein­er Ein­hegung der ewig existieren­den Gewalt­bere­itschaft des Men­schen – darum geht es Schmitt. Daneben, oder in diesem Feld, hat er Äusserun­gen getan, die einen schaud­ern lassen. Das wollte ich eben auch sagen. Damit müssen wir umge­hen. Deswe­gen habe ich das vorge­bracht, um zu ver­ste­hen, warum ein Taubes Schmitt als den klüg­sten Men­schen, dem er jemals begeg­net ist, beze­ich­net hat, und […] seine Verdich­tung, nicht poli­tisch.

Pub­likums­frage:
Ja, das ist eigentlich auch jet­zt schon über­flüs­sig, aber es ist natür­lich Fre­und, Feind, und dazwis­chen ist der Geg­n­er. Sie hat­ten es sehr vielfältig schon angedeutet. Der Geg­n­er ist jemand, mit dem man umge­hen kann, den Feind kann man umbrin­gen oder muss man umbrin­gen, weil es mein Leben ist. Ich glaube, wir müssen das alles aus ein­er abstrak­ten Geschichtlichkeit raus­nehmen und müssen bedenken, dass das neun­zehnte Jahrhun­dert mit der indus­triellen Rev­o­lu­tion und Erniedri­gung des Men­schen durch den Men­schen eine Potenz bei sich führte, die sozusagen Notwehr möglich machte. Der Name heisst Georges Sorel. Man kann die Fasz­i­na­tion von Ben­jamin und Schmitt über­haupt nicht richtig ver­ste­hen, wenn man nicht die Frage der Gewalt, die vor uns ste­ht und mit einem Bein hin­ter uns, mit­denkt.

Horst Bre­dekamp:
Genau das, genau das. Und das hat er in seinem Vor­wurf von Ben­jamin, dass er ein Links­faschist sei […]

Pub­likums­frage:
Meine Frage an Sie wäre, wie Sie meinen let­zten Punkt bew­erten. Mich erschüt­tert die Begriff­s­losigkeit, mit der Phänomene wie John­son oder Trump behan­delt wer­den. Abso­lut begriff­s­los. Es wird über sie Witze gemacht. Ich kann diese Witze ein­fach nicht mehr hören, diese Sketche. Ich glaube sagen zu kön­nen, dass man mit Schmitts Kat­e­gorien diese Phänomene erk­lären kann. Boris John­son – Taubes sagt ja gegenüber Schmitt, Para­graf 48 glaube ich: Wenn die Demokratie an der Exis­tenz, wenn das Par­la­ment nicht mehr funk­tion­iert und die Demokratie in Gefahr ist, dann ste­he ich völ­lig auf der Seite von Schmitt, dass im Extrem­fall die Demokratie durch eine Zeit­dik­tatur gerettet wer­den muss. John­son macht nichts anderes. Er kommt zum Schluss, dass das Par­la­ment sich in lauter wider­sprüch­lichen und in keinen Ausweg führen­den Beschlüssen selb­st auss­er Kraft geset­zt hat bis zu ein­er Weise, dass die Demokratie fun­da­men­tal in Gefahr ist, vielle­icht sog­ar Bürg­erkrieg dro­ht, und schickt das Par­la­ment auf Zeit ins Nichts. Sein Berater ist ein Bis­mar­ck-Anhänger, der seinen Schmitt gele­sen hat.

Trump, wie gesagt: Ich kann die Witze über Trump nicht ertra­gen. Was tut Trump? Mit Carl Schmitt: Sou­verän ist, wer die Aus­nahme­si­t­u­a­tion beherrscht. Trump vom ersten Moment an tut das, was Ben­jamin beschrieben hat in den geschicht­sphilosophis­chen The­sen, was Schmitt beschrieben hat als die Zeit des […] in dem der Sou­verän regiert, allein sagt: Auf­takt, Auf­takt, jede zeitliche Dauer zu zer­schnei­den, so dass er nach jedem Beschluss das Gegen­teil am näch­sten Tag sagt. Wieder der Sou­verän ist es, der das Irrsin­nig­ste beschliesst und mor­gen moralisch das Gegen­teil davon sagt. Also: zu dieser Zeit sind wir vom Gegen­teil überzeugt. Ver­ste­hen Sie? Ich meine es nur als instru­mentellen Zugriff begrif­flich­er Art. Gibt es Möglichkeit­en, über diese Kat­e­gorien­bil­dung zu abstrahieren, was uns so tief bedrückt? Und das ist meine Frage an Schmitt als Geg­n­er, der uns aber hil­ft, etwas zu ver­ste­hen.

Das ist ein wun­der­bar­er Schlusssatz. Ich bedanke mich, Horst.

[Applaus]

Rückfragen an #chatGPT

Carl Schmitt ist für seine eige­nen Feinde attrak­tiv, weil er Begriffe und Unter­schei­dun­gen liefert, mit denen sich poli­tis­che Wirk­lichkeit schär­fer fassen lässt als mit moralisch beruhigten, lib­eralen oder rein sozi­ol­o­gis­chen Sprachen.

Bei Bre­dekamp läuft das unge­fähr auf sieben Motive hin­aus, die er vor allem über Jacob Taubes ent­fal­tet:

  1. Schmitt als intellek­tuelle Potenz
    Taubes habe Schmitt als ausseror­dentlich klu­gen, vielle­icht über­ra­gen­den Kopf wahrgenom­men. Attrak­tiv­ität begin­nt hier nicht mit Zus­tim­mung, son­dern mit intellek­tueller Wucht.
  2. Auflö­sung moralisch fix­er Lager
    Schmitt sprengt das Links-Rechts-Schema und andere einge­frorene Zuord­nun­gen. Ger­ade für Geg­n­er wird er inter­es­sant, weil er nicht in den ver­traut­en moralis­chen Raster passt.
  3. Dis­tanz zum Richterges­tus
    Wer sich mit Schmitt beschäftigt, muss die bequeme Pose des nachträglichen Richt­ens aufgeben. Bre­dekamp zeigt das bei Taubes als Bewe­gung weg von moralis­ch­er Ein­deutigkeit hin zu schwieriger­er Beobach­tung.
  4. Schmitt als Kri­tik­er des Lib­er­al­is­mus
    Schmitt macht sicht­bar, dass lib­erale Ord­nun­gen nicht ein­fach unschuldig oder kosten­frei sind. Er zwingt dazu, die Voraus­set­zun­gen, Kosten und Gewal­tun­ter­la­gen des Lib­er­al­is­mus mitzu­denken.
  5. Krise, Aus­nahme, Bruch
    Schmitt ist für Bre­dekamp ein Denker der Krise, des Riss­es, der Aus­nahme. Das macht ihn attrak­tiv für alle, die Poli­tik nicht als ruhige Nor­mal­ität, son­dern als Gefährdung, Unter­bruch und Entschei­dung begreifen wollen.
  6. Poli­tis­che Ökolo­gie der Zeit
    Schmitt denkt Poli­tik über Frist, Auf­schub, Kat­e­chon, Inter­reg­num. Das inter­essiert Bre­dekamp stark: Poli­tik nicht nur als Ord­nung im Raum, son­dern als Kampf um Zeit­gewinn und Auf­schub.
  7. Ern­st­nehmen von Mythos und Bild­macht
    Schmitt nimmt Bilder, Mythen und sym­bol­is­che For­men poli­tisch ernst. Gegen pos­i­tivis­tis­che oder rein sta­tis­tis­che Zugriffe wirkt das für Geg­n­er attrak­tiv, weil hier tief­ere Antriebe des Poli­tis­chen sicht­bar wer­den.

Der entschei­dende Zusatz von Bre­dekamp ist aber:

Er ver­sucht Schmitt nicht als The­o­retik­er der Ent­gren­zung, son­dern als Denker der Ein­hegung zu lesen. Das Fre­und-Feind-Schema soll bei ihm ger­ade nicht die totale Ver­nich­tung befördern, son­dern den Feind als Gegenüber bes­timm­bar machen, damit Bürg­erkrieg und gren­zen­lose Gewalt einge­hegt wer­den kön­nen. Genau darin sieht Bre­dekamp den pro­duk­tiv­en, auch für Geg­n­er nutzbaren Kern.

Der kürzeste Satz wäre also:

Schmitt ist für seine Feinde attrak­tiv, weil er hil­ft, poli­tis­che Kon­flik­te begrif­flich ernst zu nehmen, ohne sie sofort moralisch zu entschär­fen.

https://chat.openai.com/c/52339985–781c-4e72-a20a-08b21c3a0222

Hier ist eine Zusam­men­fas­sung des Vor­trags von Horst Bre­dekamp über Carl Schmitt:

  • Bre­dekamp begin­nt mit ein­er Diskus­sion über Carl Schmitts Konzept des “Fein­des” und wie es sich auf die poli­tis­che Ide­olo­gie bezieht. Er argu­men­tiert, dass Schmitts Idee des Fein­des nicht dazu dient, Gewalt zu erweit­ern, son­dern sie einzudäm­men. Der Feind, so argu­men­tiert er, ist nicht ein absolutes Neg­a­tiv, son­dern ein notwendi­ger Teil der poli­tis­chen Land­schaft, der dazu dient, gren­zen­lose Gewalt und Bürg­erkrieg zu ver­mei­den.
  • Er spricht auch über die Rolle von Zeit und Raum in Schmitts The­o­rie. Für Schmitt sind Zeit und Raum entschei­dende Kat­e­gorien, um einen Grad der Reflex­ion zu gewin­nen, in dem die eige­nen Fra­gen durch das feindliche Gegenüber so her­auskristallisiert wer­den, dass sie dialogfähig wer­den.
  • Bre­dekamp disku­tiert auch die aktuelle poli­tis­che Land­schaft und wie sie sich auf Schmitts The­o­rien bezieht. Er argu­men­tiert, dass es derzeit einen umfassenden Angriff auf den seit 1751 beste­hen­den Gesellschaftsver­trag gibt, der das Gewalt­monopol an den Staat übergibt. Dies führt zu ein­er Ero­sion von Raum und Zeit und erzeugt ein Bewusst­sein ein­er umfassenden Gewalt.
  • Er spricht auch über Franz Neu­mann, einen Schüler von Schmitt, der eine Analyse des Nation­al­sozial­is­mus veröf­fentlichte. Neu­manns Analyse sah den Nation­al­sozial­is­mus nicht als hier­ar­chis­ches Sys­tem, son­dern als einen Vierkampf zwis­chen Partei, Staat, Wirtschaft und Mil­itär.
  • Bre­dekamp endet mit ein­er Diskus­sion über seine eigene Beziehung zu Schmitt und wie er Schmitts The­o­rien ver­wen­det, um aktuelle poli­tis­che Prozesse zu ver­ste­hen.

“In diesem Sinne kann man sagen, dass Schmitts The­o­rie eine Art von “Feind­liebe” bein­hal­tet. Der Feind ist nicht nur ein Geg­n­er, den man bekämpfen muss, son­dern auch ein notwendi­ger Teil unser­er poli­tis­chen Iden­tität und ein Mit­tel zur Reflex­ion und Selb­stver­ständ­nis.”

Kurz: Nein – so hat Bre­dekamp das nicht gesagt.

Was sich bele­gen lässt:

  1. Bre­dekamp argu­men­tiert tat­säch­lich in deine Rich­tung – aber anders for­muliert.
    Er sagt sin­ngemäss: Das Freund–Feind-Schema kann Gewalt ein­hegen, nicht nur eskalieren. (Deutsch­land­funk Kul­tur)
  2. Zen­tral bei ihm (und auch im Vor­trag, den du tran­skri­biert hast):
    Der Feind ist ein Gegenüber, an dem sich das Eigene klärt
    (→ „eigene Frage als Gestalt“).
  3. Aber:
    Die For­mulierung „Feind­liebe“, „notwendi­ger Teil unser­er Iden­tität“, „Mit­tel zur Reflex­ion“
    → das ist didak­tis­che Über­set­zung / Sekundär­sprache, nicht Bre­dekamps Sprache.
  4. Unter­schied präzise:
EbeneBre­dekampdein gefun­denes Zitat
Tonana­lytisch, kühlver­söhn­lich, fast nor­ma­tiv
BegriffEin­hegung, Gegenüber„Feind­liebe“, Iden­tität
Funk­tionBegriff­sar­beitSinns­tiftung
  1. Harte Diag­nose:
    Das Zitat klingt wie eine nachträgliche Glät­tung dessen, was bei Bre­dekamp noch Span­nung hat.

Kurz­fas­sung:
Bre­dekamp sagt: Der Feind ist notwendig, um poli­tis­che Form zu bes­tim­men.
Dein Zitat sagt: Der Feind ist gut für uns.

Das ist nicht das­selbe.

Fre­undFeind
Mit­glieder der eige­nen poli­tis­chen Gemein­schaftMit­glieder ein­er anderen poli­tis­chen Gemein­schaft
Per­so­n­en, die die gle­ichen poli­tis­chen Werte und Ziele teilenPer­so­n­en, die unter­schiedliche oder gegen­sät­zliche poli­tis­che Werte und Ziele haben
Per­so­n­en, mit denen man kooperiert und sol­i­darisch istPer­so­n­en, gegen die man sich abgren­zt und mit denen man im Kon­flikt ste­ht
Per­so­n­en, die die eigene poli­tis­che Iden­tität bestäti­gen und stärkenPer­so­n­en, die die eigene poli­tis­che Iden­tität in Frage stellen und her­aus­fordern
Per­so­n­en, die als Teil der “Wir”-Gruppe betra­chtet wer­denPer­so­n­en, die als Teil der “Sie”-Gruppe betra­chtet wer­den

Jan Assmann: Ausnahmezustand und Messianismus. Schmitt – TaubesAgamben

“In seinem Buch Il Tem­po che res­ta definiert Gior­gio Agam­ben die mes­sian­is­che Zeit, die Zeit, die bleibt, als eine Frist zwis­chen der Erschei­n­ung des Mes­sias und sein­er Wiederkehr. Im Rück­griff auf Taubes und Carl Schmitt deutet Agam­ben diese Frist als Aus­nah­mezu­s­tand, der das Gesetz „aufhebt“.”

Jens Hacke #Gegneranalyse

https://de.wikipedia.org/wiki/Dezisionismus

“Wer Men­schheit sagt, will betrü­gen.” (26:26)

Der Anwalt des Reiches | Reinhard Mehring über den Juristen Carl Schmitt [2010]

Erste Entwürfe, an und aufregungen

reload für aktuellen Schreibstand

Das Ende der Geschichte (1930). Das Ende der grossen Erzäh­lun­gen (1979). Das Ende der The­o­rie (2008). In einem ruck­el­freien Livestream überträgt der Human­is­mus unter wech­sel­nden Schlag!worten des Aus­nah­mezu­s­tandes sein eigenes Ende. 500 Jahre sind ver­gan­gen seit jen­em leg­endären Wurstessen vom 9. März 1522 zu Zürich. Split­ter­faser­nackt. Wie ver­langt ide­al Trans­par­ent und in allen Verästelun­gen ide­al auf die Hun­dert­s­telssekunde nachvol­lziehbar, wie in der Ver­sion­s­geschichte der Wikipedia wird bewiesen: Jet­zt geht es anders weit­er. (so?)

Seine Tochter Ani­ma hat Carl Schmitt längst in den Schlaf erzählt. Und so sin­niert er am Ende seines 1942 erschienen Kinder­buch­es ein­sam und abstrakt: “In Wirk­lichkeit erleben wird nur das Ende der bish­eri­gen Ver­hält­nisse von Land und Meer. Doch die men­schliche Angst vor dem Neuen ist oft eben­so gross wie die Angst vor dem Leeren, auch wenn das Neue die Über­win­dung des Leeren ist. Daher sehen jene Vie­len nur sinnlose Unord­nung, wo in Wirk­lichkeit ein neuer Sinn um seine Ord­nung ringt.”

“Papa, erk­lär mir die Welt”, bet­teln die gross und alt gewor­de­nen Kinder noch heute. Land und Meer wird nicht mehr die Antwort sein. Und auch auch Carl Schmitt wird später wis­sen:

„Nach dem Ersten Weltkrieg habe ich gesagt: ‚Sou­verän ist, wer über den Aus­nah­mezu­s­tand entschei­det‘. Nach dem Zweit­en Weltkrieg, angesichts meines Todes, sage ich jet­zt: ‚Sou­verän ist, wer über die Wellen des Raumes ver­fügt.”

Wikipedia gibt Quel­lenangabe: Chris­t­ian Lin­der, Fre­und oder Feind, Let­tre Inter­na­tion­al, Heft 68, 2005 | Der Satz, welch­er vom gle­ichen Autor ver­bürgt ist, lässt sich find­en in deutsch­land­funk vom 12.08.2012
https://www.lettre.de/content/christian-lindner_freund-oder-feind
https://www.lettre.de/content/christian-lindner_freund-oder-feind

Was hat die Menschen passiert?

Eine sehr kurze Zeittafel:

1522 Sola Scrip­tura — keine Ver­mit­tlung. Keine
1780 die NZZ grün­det sich
1833 Das Medi­en­haus Ringi­er grün­det sich
1836 Die AZ Medi­en Grün­den sich
1837 Samuel Morse find­et den Massen­me­di­en einen Rück­kanal
1843 Ada Love­lance erfind­et den Com­put­er
1857 Die #Lav­inaN­era rollt
1886 Hein­rich Hertz überträgt Dat­en durch die Luft (Funk)
1893 Das Medi­en­haus Tage­sanzeiger grün­det sich
1931 Radio Beromün­ster gün­det sich
Das Trau­ma “Men­schlich­er Kom­mu­nika­tion”: FEIND HÖRT MIT
Die deutsche Sozi­olo­gie der Kriegsver­lier­er erfind­et sich einen Reim auf die Erfahrung von #Zivil­i­sa­tions­bruch:

  • MEHR DES SELBEN: Die #Organ­is­mu­sAnalo­gie aus Frank­furt (Haber­mas)
  • SOWOHL ALS AUCH: Die #Ontolo­gieAnalo­gie aus Zürich (Heintz)
  • WEDER NOCH: Die #Para­dox­ieAnalo­gie aus Wien (Watzal­wick, Wiener, Wittgen­stein)
  • ANDERS. UND ANDERS ALS SO: Die #Sys­te­m­Analo­gie aus Biele­feld (Luh­mann)

1989 Tim Bern­ers Lee zeigt den Hyper­link
2001–2007 deuten Wikipedia und Cre­ative Com­mons an, was möglich ist und wir durch “Web 2.0” durch GAFAM erledigt.
2020 ver­langte Marc Walder #Sol­i­dar­ität von Wirtschaft, Wis­senschaft, Kun­st, Bil­dung­shäuser, Massen­me­di­en für eine Poli­tik in schw­eren Tagen. #Walder­Gate
1. April 2022 verkün­det Bun­desrat Alain Berset für die Schweiz “Rück­kehr in die nor­male Lage
Im Okto­ber ver­langt der Präsi­dent der Christlichen Partei der Schweiz: “Liebe deine Fre­unde — Has­se deine Feinde” (Die Ele­fan­ten­runde #SRFare­na | Der NATO-Gen­er­alsekretär)

https://de.wikipedia.org/wiki/Feind_h%C3%B6rt_mit#/media/Datei:Feind_hoert_mit.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Feind_h%C3%B6rt_mit#/media/Datei:Feind_hoert_mit.jpg

“Souverän ist, wer über die Wellen des Raumes verfügt.”

(…)

(…)

(…)

Gibt es Alternativen zu einem Denken in der Kategorie von ((Freund)Feind)?

“Merke: Es gibt nicht nur falsche Antworten. Es gibt auch falsche Fra­gen. Grund­falsche sog­ar. Grund­falsch, weil sie die Per­spek­tive ver­wech­seln.”

Falsch gefragt.

Ich suchte nach “Johannes 8, 1–11” und bekam diese Antwort von Google zugspielt.

“Und was tut Jesus? Er bückt sich und schreibt in den Sand. Das tut er nicht, um Ver­legen­heit zu über­spie­len, und nicht, um sich vor ein­er Antwort zu drück­en. Seine wort­lose Geste gibt vielmehr eine Antwort, wie sie schär­fer und ein­deutiger nicht aus­fall­en kön­nte – allerd­ings eine Antwort, wie sie die Schrift­gelehrten auch nicht erwartet hat­ten. Indem Jesus näm­lich in den Sand schreibt, set­zt er ein altes prophetis­ches Zeichen. Ein Zeichen, das jeden, der des Alten Tes­ta­ments kundig war, tre­f­fen musste wie der Blitz. An ein­er Stelle im Buch des Propheten Jere­mia heißt es näm­lich: Alle, die dich ver­lassen Herr, wer­den zuschan­den, die sich von dir abwen­den, wer­den in den Staub geschrieben, Jere­mia 17,13.”

Ander­swo legt eine Franziskanis­che Stimme andere Inter­pre­ta­tio­nen dar, welche am 5. Fas­ten­son­ntag besprochen wird:

“Diese ein­drucksvolle Erzäh­lung gehört mit sehr hoher Wahrschein­lichkeit gar nicht zum ursprünglichen Text des Johannes-Evan­geli­ums, son­dern es han­delt sich um einen späteren Ein­schub.  Sie taucht zum ersten Mal außer­bib­lisch in der sog. „Didaskalia“, ein­er syrischen Kirchenord­nung des 3. Jahrhun­derts auf, und sie wan­dert dann allmäh­lich in die ver­schieden­sten griechis­chen und lateinis­chen Bibel­hand­schriften und wird an dieser Stelle im Johannes-Evan­geli­um einge­fügt, Vor allem durch die lateinis­che Bibelüber­set­zung des Hierony­mus, die Vul­ga­ta, ist sie dann auch in der gesamten west­lichen Chris­ten­heit bekan­nt gewor­den; und wohl erst seit dem 4. Jh. gehört sie fest zum Kanon der neutes­ta­mentlichen Bibel…”

und:

“Die Schrift wird sakral, und geschieht aus­gerech­net  in Israel. Vom alten griechis­chen Alpha­bet wis­sen wir, dass es das mündlich gesproch­ene Wort exakt ein­fängt, es ken­nt auch für die Vokale Buch­staben. Die hebräis­che Schrift hinge­gen beste­ht nur aus Kon­so­nan­ten, die Vokalisierung bleibt offen. Das schafft gegenüber der All­t­agssprache Dis­tanz. Die hebräis­che behält sich so einen ‘iden­titätss­tif­ten­den Nim­bus’.  Die Schrift wird zur Heili­gen Schrift.

Die Sakral­isierung der Schrift hat Fol­gen. Ger­ade die Schrift­gelehrten laufen Gefahr, sich auf den bloßen Buch­staben des Geset­zes zu fix­ieren. Es kommt zu For­men ein­er ‘Schriftverehrung’, wie der Evan­geli­um­s­text deut­lich macht. Bei Paulus wird später zu lesen sein „vom Buch­staben, der tötet, und vom Geist, der lebendig macht“.”

“Die Geste unter­bricht den Mech­a­nis­mus der Verurteilung. Der schreibende Fin­ger aber erin­nert an den Gottes­fin­ger, der auf dem Berg Sinai die bei­den Tafeln beschrieben hat. Aber dies­mal wird nicht gesagt, was geschrieben wird. Die Leer­stelle ist markant. Dann fol­gt der berühmte Satz: ‘Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.’ Dadurch lenkt Jesus die Aufmerk­samkeit von der Beschuldigten weg auf die Schuld der Beschuldiger. Denen, die meinen, den Gotteswillen genau zu ken­nen, wird klar, dass auch sie auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen sind.”

und der dor­tige 6. Hin­weis:

“An Johannes 8, 1 ‑11 wird auch uns Heuti­gen zutr­e­f­fend klar, dass das Chris­ten­tum – anders als Juden­tum und Islam – keine Buchre­li­gion ist. Abschließend sein Paulus ange­fügt: ‘Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, aus­ge­fer­tigt durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, son­dern mit dem Geist des lebendi­gen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, son­dern – wie auf Tafeln – in Herzen von Fleisch.’”

  • Auge um Auge (Zivil­isierung)
  • Liebe deine Feinde (Musterun­ter­brechung)
  • “…der werfe den ersten Stein.” (Trick: Umdrehung der Per­spek­tive)

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Widerspruch ist Zuspruch vs. Widerspruch als Mittel der Identitätsbildung

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Diverse Notizen

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Hugo Ball hat von mir gesagt (1924!): ‘In der Gewis­sens­form sein­er (juris­tis­chen) Begabung sieht er seine Zeit.’ (2005/Lettre.de)

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Lin­ders Ver­fahren beste­ht zunächst darin, die Orig­i­nal­doku­mente aus­führlich zu zitieren. Im Ver­hör durch Robert Kemp­n­er, dem stel­lvertre­tenden US-Chefan­kläger, erk­lärt Schmitt sein ein­flussre­ich­es Wirken im “Drit­ten Reich” damit, dass er sich Hitler “geistig unendlich” über­legen gefühlt habe und “dem Wort Nation­al­sozial­is­mus” einen eige­nen Sinn habe geben wollen. Lin­ders kri­tis­ch­er Kom­men­tar dazu: “Kemp­n­er stock­te einen Moment angesichts dieser Prahlerei […] Hat­te Schmitt in dem Moment begrif­f­en, dass sein Hochmut, der Einzige gewe­sen zu sein, den Nation­al­sozial­is­ten ein intellek­tuell anspruchsvolles Konzept liefern zu kön­nen, ihn in die größte Nieder­lage seines Lebens getrieben hat­te?” () An die Stelle des sich immer mehr kom­pro­mit­tieren­den und in Grabenkämpfen ver­strick­ten Parteien­staates sollte ein­heitlich­er Volk­swille treten, der Jean Jacques Rousseaus volon­té gén­erale nicht unähn­lich war. () “Eine Dik­tatur ins­beson­dere ist nur auf demokratis­ch­er Grund­lage möglich”, heißt es 1928 in der “Ver­fas­sungslehre” , zu ein­er Zeit also, wo Lenin und Mus­soli­ni mit dieser Lehre bere­its reale Staat­en begrün­det hat­ten. Auf der Grund­lage dieser Homogen­ität­slehre ent­fal­tet Schmitt sein Werk in ver­schiedene Rich­tun­gen und liefert allen Geg­n­ern des Lib­er­al­is­mus Schlag­worte, die in ihrer Radikalität als ful­mi­nant gew­ertet wur­den, in Wahrheit jedoch nur von einem unpoli­tis­chen Denken zeu­gen, das elitäre Parolen ver­bre­it­ete, ohne sich in die Niederun­gen konkreter Poli­tik zu begeben. 1932 vertei­digt er als ein­er von vier Reich­san­wäl­ten vor dem Reichs­gericht in Leipzig die Dik­tatur­maß­nah­men des Reich­spräsi­den­ten gegen Preußen, 1934 recht­fer­tigt er in seinem berüchtigten Artikel “Der Führer schützt das Recht” die Morde an Ernst Röhm und seinem Gefolge. () Den Bürg­erkrieg been­den, die Zer­ris­senheit über­winden, das kon­nte, nicht nur nach Schmitts Auf­fas­sung, allein eine starke Macht. Das Wirken des Bösen war lediglich durch ein Kat­e­chon, die griechis­che Beze­ich­nung für eine geheimnisvolle Macht, aufzuhal­ten, der sich jed­er unterzuord­nen hat. Der große Leviathan wurde kon­se­quenter­weise durch den Führer erset­zt, der nicht unbe­d­ingt mit dem Nation­al­sozial­is­mus gle­ichzuset­zen ist. Diesen Glauben an eine irra­tionale Kraft ent­deck­te allerd­ings bere­its Hugo Ball 1924 in sein­er Rezen­sion von Schmitts “Poli­tis­ch­er The­olo­gie”. Das Erlö­sungs­bedürf­nis, dessen biografis­chen Unter­grund Lin­der im let­zten Teil aus­führlich darstellt, verbindet Schmitt auch mit dem katholis­chen Staat­sphilosophen Donoso Cortes… () “Sei ruhig! Es war nur gedacht”, mit diesem seinem Lieblingsz­i­tat aus Goethes “Faust” pflegte Schmitt sein wildes Denken zu legit­imieren. Schmitt ver­stand sich wohl als Par­ti­san. Lin­ders facetten­re­iche Text- und Bild­col­lage beweist indes, dass sich hier ein Spießbürg­er in der Rolle des Quer­denkers gefiel. (Lit­er­aturkri­tik)

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Schmitts Wech­sel zum Nation­al­sozial­is­mus ist als Prob­lem des Charak­ters, son­dern als „Prob­lem der The­o­rie“ zu begreifen. (Carl Graf Ballestrem)

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Ani­mus und Ani­ma

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Das Kriegsende erlebte Carl Schmitt in Berlin. Am 30. April 1945 wurde er von sow­jetis­chen Trup­pen ver­haftet, nach kurzem Ver­hör aber wieder auf freien Fuss geset­zt. Am 26. Sep­tem­ber 1945 ver­hafteten ihn die Amerikan­er und internierten ihn bis zum 10. Okto­ber 1946 in ver­schiede­nen Berlin­er Lagern. Ein halbes Jahr später wurde er erneut ver­haftet, nach Nürn­berg ver­bracht und dort anlässlich der Nürn­berg­er Prozesse vom 29. März bis zum 13. Mai 1947 in Einzel­haft arretiert. Während dieser Zeit wurde er vom stel­lvertre­tenden Haup­tan­kläger Robert M. W. Kemp­n­er als pos­si­ble defen­dant (poten­tieller Angeklagter) bezüglich sein­er „Mitwirkung direkt und indi­rekt an der Pla­nung von Angriff­skriegen, von Kriegsver­brechen und Ver­brechen gegen die Men­schlichkeit“ ver­hört. Zu ein­er Anklage kam es jedoch nicht, weil eine Straftat im juris­tis­chen Sinne nicht fest­gestellt wer­den kon­nte: „Wegen was hätte ich den Mann ankla­gen kön­nen?“, begrün­dete Kemp­n­er diesen Schritt später. „Er hat keine Ver­brechen gegen die Men­schlichkeit began­gen, keine Kriegs­ge­fan­genen getötet und keine Angriff­skriege vor­bere­it­et.“[81] Schmitt selb­st hat­te sich in ein­er schriftlichen Stel­lung­nahme als reinen Wis­senschaftler beschrieben, der allerd­ings ein „intellek­tueller Aben­teur­er“ gewe­sen sei und für seine Erken­nt­nisse einige Risiken auf sich genom­men habe. Kemp­n­er ent­geg­nete: „Wenn aber das, was Sie Erken­nt­nis­suchen nen­nen, in der Ermor­dung von Mil­lio­nen von Men­schen endet?“ Schmitt soll geant­wortet haben: „Das Chris­ten­tum hat auch in der Ermor­dung von Mil­lio­nen von Men­schen geen­det. Das weiss man nicht, wenn man es nicht selb­st erfahren hat“.

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Video ohne Quel­lenangabe…

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Ste­fan M. Sey­del, aka sms, aka sms2sms in «Zürcher Fest­spiel 1901″ (2019, Foto­cre­d­it: Charles Schny­der):  Twit­terWikipedia (Lem­ma), Youtube (aktuell), Sound­cloudMastodonInsta­gram (ges­per­rt), SnapchatTik­TokTwitcht.me/WikiDienstag (Nicht in Betrieb)

Stefan M. Seydel/sms ;-)

(*1965), M.A., Studi­um der Sozialen Arbeit in St. Gallen und Berlin. Unternehmer, Sozialar­beit­er, Kün­stler.

Ausstel­lun­gen und Per­for­mances in der Roy­al Acad­e­my of Arts in Lon­don (Frieze/Swiss Cul­tur­al Fund UK), im Deutsches His­torisches Muse­um Berlin (Kura­tion Bazon Brock), in der Cryp­ta Cabaret Voltaire Zürich (Kura­tion Philipp Meier) uam. Gewin­ner Migros Jubilée Award, Kat­e­gorie Wis­sensver­mit­tlung. Diverse Ehrun­gen mit rocketboom.com durch Web­by Award (2006–2009). Jury-Mit­glied “Next Idea” Prix Ars Elec­tron­i­ca 2010. Pen­delte bis 2010 als Mach­er von rebell.tv zwölf Jahre zwis­chen Bodensee und Berlin. Co-Autor von “Die Form der Unruhe“, Umgang mit Infor­ma­tion auf der Höhe der Zeit, Band 1 und 2, Junius Ver­lag Ham­burg. Ruhen­des Mit­glied als Ex-Vice-Präsi­dent im P.E.N.-Club Liecht­en­stein. Er war drei Jahre Mit­glied der Schulleitung Gym­na­si­um Kloster Dis­en­tis. Ab 2018 arbeit­ete er in Zürich-Hot­tin­gen im unter rebell.tv entwick­el­ten Work­flow u.a. in Zusam­me­nar­beit mit Sta­tis­tik Stadt Zürich und Wiki­me­dia Schweiz unter dem Label “WikiDienstag.ch”. Er pub­lizierte während der Coro­na-Krise im Früh­ling 2020 in der NZZ einen Text über Wikipedia, ini­ti­ierte Jahres­fes­ti­vals #PaulWat­zlaw­ick, #StanisławLem (doi: 10.55301/9783849770006), #Kathari­naVonZ­im­mern und sam­melt im Blog von Carl Auer Ver­lag, Hei­del­berg, “Ele­mente ein­er näch­sten Kul­tur­form”. Im Juli 2020 kehrt er mit seinem 1997 gegrün­de­ten Unternehmen (Spin-Off mit Aufträ­gen der FH St. Gallen, Gesund­heits­di­rek­tion Kan­ton St. Gallen, Bun­de­samt für Gesund­heit (BAG) und der EU aus ein­er Anstel­lung als Leit­er Impuls- und Pilot­in­ter­ven­tio­nen für die Aids-Hil­fe St. Gallen/Appenzell) zurück nach Dissent.is/Muster, mit­ten in die Schweiz­er Alpen.

Textsorte: (1) Traum, (2) Blitz, (3) Beken­nt­nis, (4) Memo, (5) Märchen, (6) Dra­ma, (7) Tabu
Arbeits­form: Doku­men­ta­tion, Lis­ten­bil­dung, Work in Progress
Anlass: (…)
TL;DR: (…)
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