“We live in very different worlds. You are an idealist.”
via eMail
1. Anlass zu diesem Eintrag: via Twitter — das “TextBild” erstelle ich bei #WhatsApp-status, den Font beziehe ich hier — machte ich einige Aussagen, welche zu diversen Reaktionen führt. Eine der Chats endete mit dem Satz, dass ich ein Idealist sei. Zum Beispiel:
😅😅🤣
via dm, sms, eMail, trallalla…
diese grundkurse, welche ich erhalte: SENSATIONELL
😂😅🤣
schlichte frage:
WER HAT EIN INTERESSE KRIEG ZU LEGITIMIEREN? - SPOILER: ich als armer (privilegierter) schlucker nicht, du? ;-)https://t.co/RQ6u87K4Rl
Der Begriff #Ausnahmezustand alsRegierungsform wird von Agamben in folgenden Büchern entwickelt:
Kurze Chronologie:
1995
– Einführung des Konzepts „nacktes Leben“. – Analyse der souveränen Macht, Leben aus der Rechtsordnung auszuschliessen.
2003
– Hier formuliert Agamben klar: Der Ausnahmezustand ist keine temporäre Krise mehr, sondern eine dauerhafte Technik des Regierens.
Zentrale These Moderne Staaten regieren zunehmend durch die Suspendierung des Rechts im Namen des Rechts. Das heisst: – Das Gesetz wird ausser Kraft gesetzt – aber durch eine rechtliche Entscheidung.
Historische Referenz Agamben baut stark auf auf: „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“
Aktualisierung nach 9/11 Agamben argumentiert, dass nach den Anschlägen vom der Ausnahmezustand zur permanenten Regierungsform wird (Anti-Terror-Gesetze, Notstandsrecht, Lager, Sicherheitsregime).
Kurzformel bei Agamben:
Ausnahmezustand = Zone, in der Recht und Nicht-Recht ununterscheidbar werden.
Hinweis: Die Formulierung „Ausnahmezustand als Regierungsform“ ist eine Interpretation und Verdichtung von Agambens Argumentation, nicht ein einzelnes wörtliches Zitat.
thread | #Sloterdijk: “Zynische Vernunft” heisst: Man weiss, dass etwas problematisch oder falsch ist, handelt aber dennoch so weiter – aus Pragmatismus, Machtkalkül oder Gewohnheit.
Zynische Vernunft bezeichnet genau jene aufgeklärte Selbstverständlichkeit, mit der Politik und ihre medialen Megaphone den permanenten Ausnahmezustand nicht nur hinnehmen, sondern als Ressource zur Machterhaltung routiniert produzieren.
Was als Ausnahme inszeniert wird, ist längst Normalbetrieb: eine wissende Politik und ebenso wissende Medien, die den Ausnahmezustand als funktionales Erregungsangebot verwalten.
Der Ausnahmezustand fungiert als reguläres Kommunikationsformat, in dem Politik und Medien trotz Kenntnis seiner Effekte kontinuierlich Aufmerksamkeit, Legitimation und Anschlussfähigkeit erzeugen.
VERGLEICH SLOTERDIJK / AGAMBEN
GEMEINSAMER BEFUND
Ausnahmezustand wird normalisiert
Wissen um die Problematik ist vorhanden
Trotzdem wird weitergemacht
Öffentlichkeit wird über Dauererregung stabilisiert
SLOTTERDIJK (ZYNISCHE VERNUNFT)
Fokus: Subjektive Haltung
Typus: aufgeklärtes Mitmachen
Frage: Wie kann man wissen, dass es falsch läuft, und dennoch teilnehmen?
Dein Kommentar passt hier DIREKT.
AGAMBEN (AUSNAHMEZUSTAND)
Fokus: Souveränität und Recht
Typus: strukturelle Machttechnik
Ausnahme wird zur Regierungsform
Dein Kommentar passt hier INDIREKT: als mediale Infrastruktur des Ausnahmezustands.
PRÄZISE ZUORDNUNG DEINES SATZES
Sloterdijk erklärt das WIE (zynische Rationalität der Akteure).
Agamben erklärt das WAS (Ausnahmezustand als Dauerform).
Dein Text sitzt genau auf der Nahtstelle.
EIN-SATZ-BRUECKE Was Agamben als Struktur des Ausnahmezustands beschreibt, analysiert Sloterdijk als zynische Vernunft jener, die ihn wissend verwalten.
“Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.” Diesen prägnanten Satz prägte der Rechtsphilosoph Carl Schmitt bereits im Jahr 1922 in seinem Werk “Politische Theologie”. Rund hundert Jahre später zeigt der italienische Philosoph Giorgio Agamben auf, wie auch moderne Demokratien konsequent durch den Ausnahmezustand gemanagt werden. Hier eine Einsicht in das kontinuierliche Management von Ausnahmezuständen durch die Jahrzehnte:
Jeder Mensch ist Zeitzeuge. Wenige wollen es werden. (so?)
Ich beschreibe mich als Zugehöriger der Spezies der Säugetiere. Ich wurde 1965 von einer Frau geboren. Bis jetzt wurden alle Menschen von einer Frau geboren. Ich bin ziemlich sicher, dass es Menschen — und Teile von Menschen — gibt, welche in einem Labor gezüchtet worden sind. Es ist schon länger so, dass es Menschen (und andere Säugetiere) gibt, welche genau so gut auch als Maschinen bezeichnet werden könnten. Nicht “The Future is Moist” gilt, sondern die Gegenwart ist Feucht. Ich lebe in historischen Zeiten.
Ich lebe seit 1995 im #Internetz. Aktuell habe ich aber noch keine direkte Schnittstelle zu meinem Körper. Würde ich aber von anderen beobachtet werden, sagten diese, dass meine Finger permanent an einer Tastatur kleben und meine Augen permanent an einem Screen.
Stefan M. Seydel, Jahrgang 1965, ist Unternehmer, Sozialarbeiter und Künstler. Er machte nach einer Berufslehre als Hochbauzeichner einen Bachelor in Soziale Arbeit in St. Gallen und einen Master in der gleichen Disziplin bei Silvia Staub-Bernasconi in Berlin. Seine überwiegend selbstständige Tätigkeit kreist um das Thema der Entwicklung und Realisierung von Pilot- und Impulsprojekten für renommierte Auftraggeberinnen.
Als Künstler hat er Ausstellungen und Performances auf internationaler Ebene präsentiert, darunter in der Royal Academy of Arts in London, dem Deutschen Historischen Museum in Berlin oder einer Einzelausstellung “Kunst Macht Probleme” in der Crypta Cabaret Voltaire, Birthplace of DADA in Zürich. Er wurde mit dem Migros Jubilée Award in der Kategorie Wissensvermittlung ausgezeichnet und hat diverse Ehrungen durch Webby Awards für seine Arbeit mit rocketboom.com erhalten.
Sein Engagement im Bereich der freiwilligen Arbeit führte ihn in das Präsidium Internationaler Bodensee Club (Leitung Fachgruppe Wissenschaft) oder für einige andere Jahre als Vice-Präsident des von Paul Watzlawick initiierten P.E.N.-Club Liechtenstein. Seydel hat unter ((( rebell.tv ))) zwei Bücher zusammen mit seiner Partnerin veröffentlicht, viele Kolumnen, Fachtexte und journalistische Texte publiziert.
Seine Arbeit auf Social Media nutzt er als Microblogging. In seinem Blog verarbeitet er seine Themen. Einige davon werden auf Anfragen zu lesbaren Texten vertieft, andere werden zu Vorträgen ausgebaut. Bei Carl Auer Verlag in Heidelberg, sammelt er “Elemente einer nächsten Kulturform”. Seine Entwicklungen im Kontext der sozialräumlichen Intervention (“Arbeit am Sozialen”) machen konkrete Vorschläge in Bezug auf die Beantwortung der Sozialen Frage.
Nach 12 Jahren Berlin und 6 Jahren Zürich zog er aber in seiner zweiten Lebenshälfte vom Bodensee der Rheinquelle entgegen nach Dissentis/Mustér und hat seine Reisetätikeit fast ganz eingestellt. Dafür macht er umsomehr sogenannte #Feedlogs (Orgiastik). Das sind Arbeitsmeetings an intentionalen Fragen in einem Lifestream. (so?)
Aus Band 2 von: Tina Piazzi & Stefan M. Seydel, Junius-Verlag Hamburg | pdf: Band 1, 2009 | Band 2, 2010
Langsam: Mein Blog ist mein Kartenraum und keine Bühne. Ich weiss wie man publiziert. Das hier ist etwas anderes. d!a!n!k!e | WORK IN PROGRESS reload für aktuellen schreibstand | warum ich nicht publiziere? weil ich es kann. weil es geht. weil ich es für angemessen halte.…
Nein: Hier entsteht keine Publikation. Ich weiss wie publizieren geht. Wie Vorträge halten auch. Aber dies hier ist ein Eintrag in meinem Blog. Das ist etwas anders. d!a!n!k!e
Dieser Spruch könnte als ein #Meme beschrieben werden:
#Professorenverbot ist das neue #Jesuitenverbot
Der einprägsame Satz will ein schneller Zubringer — ein Portal? — in das Myzel meiner Gedankenwelt sein. Es freut mich, wenn der Text lesbar ist. Wichtiger aber ist mir, dass der Text die Möglichkeit schafft, dass du mir zeigen kannst, was du siehst, was ich nicht sehe. Ich mache viele Links. Ein Teil davon weit ausserhalb meiner Text- und Projektarbeit. Ein Teil auf Notizen von mir. Es freut mich, wenn du deine Kommentare — egal wo, ich werde sie finden! — hinterlassen magst.
Und falls du #Arschloch rufst, werde ich deinen Widerspruch als Zuspruch interpretieren. (Immerhin: du hast ja im #Internetz milliarden von andere Möglichkeiten #Arschloch zu rufen: Warum also ganz genau hier? — eben.)
Ich bin ganz auf Argumente fokussiert. Ich will keinen Kaffee mit dir trinken. Weder du bei mir, noch ich bei dir. Ich will auch keinen Applaus. Ich will auch nicht, dass du mir dein Geld schickst. Wie gesagt: Dein inhaltlicher Kommentar würde mich SEHR interessieren. Und wenn es dann konkrete Fragen gibt, an welchen wir beide miteinander in einem Feedlog arbeiten wollen, dann wissen wir beide, wie das gehen könnte. Zum Beispiel in einem kollaboriativen Arbeitsdokument. Oder so. Ok? — Es geht los. (so?)